{"id":3969,"date":"2009-05-28T09:15:43","date_gmt":"2009-05-28T07:15:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3969"},"modified":"2009-05-28T09:15:43","modified_gmt":"2009-05-28T07:15:43","slug":"hinweise-des-tages-900","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3969","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL)<\/p><p>Heute zu folgenden Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=3969#h01\">&ldquo;Bad Banks&rdquo; sollen Kreditinstitute entlasten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h02\">Experten warnen vor neuem Finanzmarktaufsicht-Gesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h03\">Die Banken sind zufrieden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h04\">Regierungsfraktionen f&uuml;r Schuldenbremse im Grundgesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h05\">Appel von &uuml;ber 200 WissenschaftlerInnen: Die Schuldenbremse gef&auml;hrdet die gesamtwirtschaftliche Stabilit&auml;t und die Zukunft unserer Kinder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h06\">SPD mit Karacho in den Nachtw&auml;chterstaat &ndash; Der Wahnsinn geht auf die Zielgerade<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h07\">Inflation in Deutschland sinkt auf null<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h08\">Jeden Tag beginnen und enden durchschnittlich 30.000 Arbeitsverh&auml;ltnisse in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h09\">Jobvermittlung nach Schema F<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h10\">Frank-J&uuml;rgen Weise: Zahl sozialversicherungspflichtiger Jobs sinkt deutlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h11\">Abgeh&auml;ngte Zone<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h12\">Was die Mitarbeiter bei Schaeffler jetzt erwartet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h13\">Manager ohne Skrupel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h14\">Steinbr&uuml;ck fordert von Finanz&auml;mtern Kulanz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h15\">St&auml;dte wollen ihre Stadtwerke zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h16\">Bundesregierung hat keinen Zugriff auf die Vorstandsvertr&auml;ge bei der Bahn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h17\">13. Kinder- und Jugendbericht: Kinderarmut hat Folgen f&uuml;r die Gesundheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h18\">Wie die Koalition dem Verbrauchervertrauen schadet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h19\">Wie man das Web 2.0 in den Griff bekommt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h20\">Gesetzentwurf zur Bek&auml;mpfung der Kinderpornografie umstritten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h21\">ZDF d&uuml;nnt Internetangebot aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h22\">Charta f&uuml;r Pressefreiheit muss Ansto&szlig; zum Weiterdiskutieren sein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h23\">Urteil: Studenten m&uuml;ssen Rundfunkgeb&uuml;hr f&uuml;r PC zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h24\">Zehn Jahre Regierungsverantwortung der &bdquo;modernen&ldquo; SPD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h25\">Hans-Ulrich J&ouml;rges: Im feuchte Mief der Lager<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h26\">Wolfgang Fritz Haug: Zur Frage nach der Gestalt des engagierten Intellektuellen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h27\">Walter Riester wird Aufsichtsrat bei Anlageberater<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h28\">Bachelor auf dem Pr&uuml;fstand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h29\">Bachelor-Studium l&auml;sst kaum Zeit f&uuml;r Auslandsaufenthalte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h30\">Hochschulen gaben im Jahr 2007 33,3 Milliarden Euro aus <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h31\">Studenten zahlen eine Milliarde Euro Geb&uuml;hren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h32\">Zu guter Letzt: Neues aus der Anstalt<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3969&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>&ldquo;Bad Banks&rdquo; sollen Kreditinstitute entlasten<\/strong><br>\nDie deutschen Kreditinstitute sollen entlastet, und die Liquidit&auml;tsversorgung der deutschen Wirtschaft soll verbessert werden. Dies schreiben die Koalitionsfraktionen Union und SPD in einem gemeinsam eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Fortentwicklung der Finanzmarktstabilisierung (16\/13156). Danach sollen die Bilanzen von Finanzholding-Gesellschaften oder Kreditinstituten kurzfristig bereinigt werden k&ouml;nnen, indem sie strukturierte Wertpapiere mit einem Abschlag vom Buchwert an Zweckgesellschaften (Bad Banks) &uuml;bertragen. Dieser Abschlag soll 10 Prozent des Wertes betragen, mit dem die Papiere derzeit in den Bankbilanzen erfasst sind. Der Abschlag k&ouml;nne niedriger als 10 Prozent sein, wenn er bei der Bank oder Finanzholding dazu f&uuml;hren w&uuml;rde, dass die Kernkapitalquote unter 7 Prozent sinkt. &Uuml;bertragende Unternehmen k&ouml;nnten aber auch einen h&ouml;heren Betrag &uuml;bernehmen, um damit beihilferechtliche Auflagen zu vermeiden. Es d&uuml;rften sich erhebliche Best&auml;nde strukturierter Wertpapiere in den Bilanzen einer Reihe von Instituten befinden, hei&szlig;t es im Entwurf weiter.<br>\nEine Pflicht zur Gr&uuml;ndung dieser Zweckgesellschaften sieht der Gesetzentwurf nicht vor. Unternehmen, die solche Zweckgesellschaften gr&uuml;nden und strukturierte Wertpapiere auslagern, sollen von der Zweckgesellschaft im Gegenzug staatlich garantierte Schuldverschreibungen erhalten. Eine zeitliche Begrenzung dieser Garantien ist nicht vorgesehen. &ldquo;Die Garantie bewirkt, dass die von einer Zweckgesellschaft begebenen Schuldtitel keinen Kreditrisiken ausgesetzt sind und Bewertungsrisiken entfallen, die bei strukturierten Wertpapieren bestehen, und die Anforderungen an die Eigenkapitalunterlegung reduziert werden&rdquo;, schreiben die Fraktionen. \n<p>F&uuml;r die Garantie auf die Schuldverschreibungen m&uuml;ssen die Kreditinstitute oder Finanzholdings eine Geb&uuml;hr an den Staat bezahlen. Die Verg&uuml;tung k&ouml;nne auch durch die Ausgabe von Kapitalanteilen geleistet werden. Au&szlig;erdem m&uuml;ssen die Banken den Zweckgesellschaften &uuml;ber 20 Jahre hinweg einen Ausgleichsbetrag zahlen. Als H&ouml;he des Betrages wird in dem Entwurf die Differenz zwischen 90 Prozent des Buchwerts und dem gesch&auml;tzten Wert der ausgelagerten Papiere bei deren F&auml;lligkeit genannt. Reicht der Ausgleichsbetrag nicht aus, um die Verluste der der Zweckgesellschaft auszugleichen, d&uuml;rfen die Institute auch nach den 20 Jahren keine Aussch&uuml;ttungen an Alteigent&uuml;mer vornehmen. Die vorgesehenen Aussch&uuml;ttungen m&uuml;ssen so lange an den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) gezahlt werden, bis das Defizit der Zweckgesellschaft ausgeglichen ist. Der Ausgleich k&ouml;nne aber auch durch die Ausgabe von Aktien an den SoFFin erfolgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_159\/04.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu <a href=\"?p=3722\">Hunderte von Milliarden f&uuml;r die Spielschulden der Banken &ndash; eigentlich m&uuml;sste es einen Aufschrei geben<\/a> . Jedes Institut lagert also jetzt seine Ramschpapiere in eine eigene Gesellschaft aus, lagert den M&uuml;ll sozusagen im eigenen Keller. Nat&uuml;rlich muss der Bankenrettungsfonds SoFFin auch f&uuml;r die drohenden Ausf&auml;lle dieser vielen &bdquo;Bad Bankchen&ldquo; garantieren. Das hat aber den Vorteil, dass die Kosten nicht in einem St&uuml;ck offenbar werden, sondern scheibchenweise und verteilt &uuml;ber bis zu 20 Jahre. <\/em><\/p>\n<p>Die Frage wird sein, ob das Prinzip der Freiwilligkeit, also dass die Banken selber entscheiden, ob sie ihre faulen Papiere auslagern wollen,  &uuml;berhaupt funktioniert. Sogar die Commerzbank hat das bisher abgelehnt. Die Frage wird auch sein, ob gerade die gef&auml;hrdetsten Banken &uuml;berhaupt den Abschlag von 10 Prozent auf die auszulagernden Papiere leisten k&ouml;nnen ohne die n&ouml;tige Eigenkapitalbasis zu verlieren und damit staatliche Kapitalbeteiligungen in Anspruch nehmen zu m&uuml;ssen. Und warum sollten die Aktion&auml;re ein Interesse daran haben, dass sie keine Aussch&uuml;ttungen erhalten, wenn sie doch damit rechnen k&ouml;nnen, dass der Staat die jeweilige Bank vor der Pleite sch&uuml;tzt. Ob dadurch wieder mehr gegenseitiges Vertrauen im Interbankenverkehr entstehen k&ouml;nnte, steht in den Sternen.<\/p>\n<p>Wir hielten es nach wie vor f&uuml;r zielf&uuml;hrender, wenn &ndash; wie das George Soros und Joseph Stiglitz vorgeschlagen haben, der Staat die alten Banken ruhig in Konkurs gehen lie&szlig;e und ihnen, statt der schlechten, die guten Papiere abkaufen w&uuml;rde und damit &bdquo;Good Banks&ldquo; zu gr&uuml;nden, die ohne die Last der faulen Papiere, das normale Bankengesch&auml;ft &uuml;bernehmen w&uuml;rden und dadurch der Kreditverkehr wieder in Gang k&auml;me.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Experten warnen vor neuem Finanzmarktaufsicht-Gesetz<\/strong><br>\nDie meisten Experten haben in einer Anh&ouml;rung des Finanzausschusses am Mittwoch den Gesetzentwurf der Regierung zur St&auml;rkung der Finanzmarkt- und Versicherungsaufsicht (16\/12783) entweder in Teilen bem&auml;ngelt oder sogar den vollst&auml;ndigen Verzicht auf das Gesetz gefordert. &ldquo;Diesen Gesetzentwurf w&uuml;rde ich in den Papierkorb stecken&rdquo;, erkl&auml;rte der fr&uuml;here Bank-Manager Bernd L&uuml;thje. Der Entwurf sieht vor, der Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) das Recht zu geben, Finanzinstituten h&ouml;here Eigenmittel vorzuschreiben. Au&szlig;erdem soll die BaFin bei angespannter Liquidit&auml;tslage einer Bank die Aussch&uuml;ttung von Gewinnen verbieten k&ouml;nnen. Aufsichtsr&auml;te von Finanzinstituten sollen in Zukunft eine fachliche Eignung nachweisen m&uuml;ssen. \n<p>L&uuml;thje erkl&auml;rte, mit dem Gesetzentwurf werde die direkte Steuerung des deutschen Bankenwesens durch das Bundesfinanzministerium verst&auml;rkt, denn das Ministerium habe eine Weisungsbefugnis gegen&uuml;ber der BaFin. Die Verantwortung von Eigent&uuml;mern und Gesch&auml;ftsleitern von Banken werde eingeschr&auml;nkt, da die BaFin die Letztentscheidung &uuml;ber Gesch&auml;ftsmodelle und sogar einzelne Gro&szlig;gesch&auml;fte erhalten werde. Auch der Bundesverband Investment und Asset Management erkl&auml;rte, der Spielraum f&uuml;r die BaFin bei der Festsetzung der Eigenmittel erscheine &ldquo;bedenklich weit&rdquo;. F&uuml;r den Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft verst&ouml;&szlig;t die Neuregelung sogar gegen die Eigentumsgarantie aus Artikel 14 des Grundgesetzes. <\/p>\n<p>Fast alle Experten kritisierten das Vorhaben, von Bank-Aufsichtsr&auml;ten fachliche Qualifikationen zu verlangen. Dies habe zur Folge, dass bei den regionalen Sparkassen und Volksbanken das Gros der Wirtschaftsvertreter und Handwerker nicht mehr Mitglied der Verwaltungs- und Aufsichtsr&auml;te sein k&ouml;nne, kritisierte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Die Sparkassen- und Volksbanken-Verb&auml;nde wiesen in einer gemeinsamen Stellungnahme darauf hin, dass bei gro&szlig;en und &uuml;berregionalen Instituten die Aufsichtsr&auml;te oft mit ausgewiesenen Experten besetzt seien. Diese Besetzung habe die Verluste auch nicht verhindert. Die kleineren Institute h&auml;tten sich gerade in der Krise als stabil und widerstandsf&auml;hig erwiesen.<br>\nDie Bundesarbeitsgemeinschaft Deutscher Kommunalversicherer wies darauf hin, dass in den Aufsichtsr&auml;ten ihrer Versicherungen viele Oberb&uuml;rgermeister, Landr&auml;te und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer kommunaler Unternehmen t&auml;tig seien, die mit ihrer spezifischen Kenntnis Sch&auml;den vermeiden helfen w&uuml;rden. Auch die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverb&auml;nde vertrat die Auffassung, &ldquo;dass rein nach fachlicher Qualifikation besetzte Gremien keine effektive Kontrolle aus&uuml;ben&rdquo;. Das sei eine Erfahrung aus der Finanzkrise. Die Arbeitsgemeinschaft betriebliche Altersversorgung sah in ihrer Stellungnahme die Gefahr, &ldquo;dass bew&auml;hrte Strukturen zerschlagen werden und die Anforderungen damit destabilisierend wirken&rdquo;. Professor Wolfgang Gerke (Bayerisches Finanz Zentrum) erkl&auml;rte, die Praxis der Kontrollorgane zeige, dass Arbeitnehmervertreter in Aufsichtsr&auml;ten keine systematisch schlechteren Kontrollf&auml;higkeiten aufweisen w&uuml;rden als die anderen Mitglieder. <\/p>\n<p>Die Deutsche Bundesbank riet von einem &ldquo;nationalen Alleingang&rdquo; bei der Gesetzgebung ab. Es sei besser, erst die geplanten internationalen Ma&szlig;nahmen zur &Auml;nderung der Finanzaufsicht abzuwarten und diese dann in ein nationales Gesetz einzuf&uuml;gen. Auch der Zentrale Kreditausschuss sprach sich gegen &ldquo;nationale Insell&ouml;sungen&rdquo; aus. Professor Wolfgang Paul (Ruhr-Universit&auml;t Bochum) begr&uuml;&szlig;te Einzelma&szlig;nahmen des Gesetzentwurfs, stellte jedoch auch die Frage, warum gerade der BaFin eine gr&ouml;&szlig;ere Kontrollmacht zugesprochen werde und nicht der Deutschen Bundesbank.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_160\/05.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> So reagieren eben Fr&ouml;sche, wenn man sie danach fragt, ob der Sumpf trocken gelegt werden soll.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Banken sind zufrieden<\/strong><br>\nDas muss misstrauisch stimmen: Die deutschen Banken sind davon angetan, dass die EU sie st&auml;rker regulieren will. Offenbar erwarten die Institute nicht, dass ihre riskanten Gesch&auml;fte gest&ouml;rt werden. Und in der Tat k&ouml;nnen die Banken gelassen bleiben, denn die neuen Kontrollgremien, die EU-Kommissionspr&auml;sident Barroso am Mittwoch vorgeschlagen hat, sind v&ouml;llig harmlos.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/die-banken-sind-zufrieden\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Regierungsfraktionen f&uuml;r Schuldenbremse im Grundgesetz<\/strong><br>\nDie Kreditaufnahme von Bund und L&auml;ndern soll in Zukunft begrenzt werden. Ab 2020 soll sie beim Bund nicht mehr als 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen und den L&auml;ndern vollst&auml;ndig untersagt werden. Das sehen die Gesetzentw&uuml;rfe zur &Auml;nderung des Grundgesetzes (16\/12410) und zum Begleitgesetz zur zweiten F&ouml;deralismusreform (16\/12400) vor, denen der Rechtsausschuss am Mittwochmorgen mit den Stimmen der Regierungsfraktionen zugestimmt hat. Die FDP enthielt sich, Die Linke und B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen lehnten die Entw&uuml;rfe ab. Der Bundestag wird voraussichtlich am Freitag &uuml;ber die &Auml;nderungen abstimmen, die mit einer Zweidrittelmehrheit angenommen werden m&uuml;ssen. \n<p>Die Regierungsfraktionen verteidigten die Gesetzentw&uuml;rfe. F&uuml;r die CDU-Fraktion stellen sie einen Versuch dar, Politik generationengerechter und nachhaltiger zu machen. Das gegenw&auml;rtige Regime zur Schuldenbegrenzung habe nicht funktioniert. Das neue System biete eine &ldquo;realistische Chance, besser zu greifen&rdquo;. Die SPD widersprach der Auffassung der Linksfraktion, die geplanten &Auml;nderungen des Grundgesetzes seien verfassungswidrig. Vielmehr seien sie eine &ldquo;gute Vorbereitung der Wegstrecke von 2009 bis 2019&rdquo;.<\/p>\n<p>Scharfe Kritik &uuml;bten die Oppositionsfraktionen an den Gesetzentw&uuml;rfen. Die FDP-Fraktion sagte, durch diese w&uuml;rden die Ergebnisse der ersten F&ouml;deralismusreform in Frage gestellt. Da dar&uuml;ber hinaus die Gefahr bestehe, dass der gefundene Kompromiss erneut in Frage gestellt werde, wolle die FDP diesen nicht mehr mittragen. <\/p>\n<p>Die Linke sagte, die geplante &ldquo;Schuldenbremse&rdquo; sei verfassungswidrig, weil sie die Eigenst&auml;ndigkeit und Budgethoheit der L&auml;nder aush&ouml;hle. Die Gr&uuml;nen kritisierten die &ldquo;unterschiedliche Behandlung&rdquo; von Bund und L&auml;ndern in Bezug auf die Verschuldungsgrenze als unangemessen. Sie berge die Gefahr, dass die Verschuldung auf die kommunale Ebene verlagert werde und dass bei der Finanzierung von Bildung und Forschung keine Verbesserungen eintr&auml;ten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_158\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Appel von &uuml;ber 200 WissenschaftlerInnen: Die Schuldenbremse gef&auml;hrdet die gesamtwirtschaftliche Stabilit&auml;t und die Zukunft unserer Kinder<\/strong><br>\nDie Schuldenbremse verk&uuml;rzt das zentrale Ziel der Zukunftsvorsorge einer Volkswirtschaft auf die Stabilisierung des Schuldenstandes der &ouml;ffentlichen Hand. Mit dieser eindimensionalen Sichtweise f&auml;llt sie konzeptionell weit hinter die von den meisten Finanzwissenschaftlern und auch vom Sachverst&auml;ndigenrat bef&uuml;rwortete &bdquo;goldene Regel&ldquo; zur&uuml;ck. Diese sieht vor, dass &ouml;ffentliche Investitionen durch Kredite finanziert werden k&ouml;nnen. Die &bdquo;goldene Regel&ldquo; erkennt also an, dass es neben der passiven Zukunftsvorsorge, die in einer Begrenzung der Verschuldung besteht, auch eine aktive Zukunftsvorsorge in der Form &ouml;ffentlichen Investitionen geben muss. \n<p>Insgesamt halten wir es f&uuml;r unverantwortlich gegen&uuml;ber den aktiven wie den zuk&uuml;nftigen Generationen, wenn mit der Schuldenbremse einem kaum erprobten Konzept unmittelbar Verfassungsrang einger&auml;umt werden soll, das mit Ausnahme der Schweiz in keinem anderen Land praktiziert wird und das auch dort im Jahr 2003, bei der ersten gr&ouml;&szlig;eren Belastung, de facto au&szlig;er Kraft gesetzt wurde. <\/p>\n<p>Wir appellieren an die Mitglieder von Bundestag und Bundesrat: Verzichten Sie auf ein Kreditfinanzierungsverbot im Grundgesetz. Stoppen Sie die sogenannte Schuldenbremse. Engagieren Sie sich f&uuml;r eine zukunftsorientierte Finanzpolitik, die nicht nur an die Schulden denkt, sondern auch an die Bildung und die Lebensqualit&auml;t zuk&uuml;nftiger Generationen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/imk_appell_schuldenbremse.pdf\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung [PDF &ndash; 31.8 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Materialien:<\/strong> Das IMK hat in mehreren Studien die Auswirkungen einer &ldquo;Schuldenbremse&rdquo; auf Wirtschaftsentwicklung und Staatsfinanzen detailliert untersucht. Auf der Grundlage von Modellrechnungen kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass dieses Instrument wesentlich mehr Risiken als Chancen bringt. Das gilt in besonderem Ma&szlig;e f&uuml;r die gegenw&auml;rtige Krisensituation. Das IMK empfiehlt als bessere Alternative das Modell eines Ausgabenpfades. Mit diesem Ansatz gelang in den 90er Jahren die Konsolidierung der US-Staatsfinanzen. <\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Pressemitteilung zur Stellungnahme, die das IMK bei der Anh&ouml;rung zur F&ouml;deralismusreform II im <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/37883_95328.html\">Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages Anfang Mai abgegeben hat<\/a>.\n<p><a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pb_imk_05_2009.pdf\">Die komplette Analyse [PDF &ndash; 164 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li>Pressemitteilung zu einer IMK-Studie vom Juni 2008. In ihrer grundlegenden Untersuchung haben die Wissenschaftler berechnet, wie sich Wirtschaftsleistung und Besch&auml;ftigung entwickelt h&auml;tten, wenn in den Jahren 2000 bis 2007 eine Schuldenregelung gegolten h&auml;tte. Zentrale Ergebnisse: Das Bruttosozialprodukt (BIP) w&auml;re in diesem Zeitraum um bis zu 50 Milliarden Euro weniger stark gewachsen und h&auml;tte am Ende des Zeitraums um 1,5 Prozent niedriger gelegen als es real der Fall war. Auch der Besch&auml;ftigungsaufbau w&auml;re mit einer Schuldenbremse deutlich geringer ausgefallen: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/37883_91300.html\">Das Besch&auml;ftigungsniveau h&auml;tte zeitweise um mehr als 500 000 Personen niedriger gelegen<\/a>.\n<\/li>\n<p><a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_29_2008.pdf\">Die komplette Untersuchung [PDF &ndash; 207 KB]<\/a><\/p>\n<li>Pressemitteilung zu einer IMK-Studie vom August 2005. Darin stellen die Forscher das Modell eines Ausgabenpfades zur <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/320_37837.html\">konjunkturvertr&auml;glichen Haushaltskonsolidierung vor<\/a>.\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><\/p>\n<p>Bofinger: &ldquo;An Biederkeit ist das nicht zu &uuml;bertreffen&rdquo;<br>\nDer Wirtschaftsweise Peter Bofinger kritisiert das geplante Verbot neuer Schulden. Er hat vor kurzem eine Unterschriftensammlung gegen die so genannte Schuldenbremse gestartet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/an-biederkeit-ist-das-nicht-zu-uebertreffen\/?type=98\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Schuldenbremse: SPD mit Karacho in den Nachtw&auml;chterstaat &ndash; Der Wahnsinn geht auf die Zielgerade<\/strong><br>\nEin verzweifelter und wohl vergeblicher Appell der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten in der SPD.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ag-sozialdemokraten.de\/content\/schuldenbremse-schuldenbremse-spd-mit-karacho-den-nachtwaechterstaat-der-wahnsinn-geht-auf-d\">Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten in der SPD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Inflation in Deutschland sinkt auf null<\/strong><br>\nDas hat es seit 22 Jahren nicht mehr gegeben: Die Inflationsrate in Deutschland ist auf 0,0 Prozent gesunken &ndash; vor allem weil die Energiepreise niedriger sind als 2008.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,627129,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Aber bei uns wird &uuml;berwiegend nicht die Deflation, sondern die Inflation als Bedrohung an die Wand gemalt<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Jeden Tag beginnen und enden durchschnittlich 30.000 Arbeitsverh&auml;ltnisse in Deutschland<\/strong><br>\nAn jedem Arbeitstag der vergangenen zehn Jahre wurden im Durchschnitt rund 30.000 Arbeitsverh&auml;ltnisse begonnen und etwa ebenso viele beendet. Das geht aus einer am Mittwoch ver&ouml;ffentlichten Studie des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt werde h&auml;ufig untersch&auml;tzt, betonen die N&uuml;rnberger Arbeitsmarktforscher. Auch im Aufschwung w&uuml;rden viele Mitarbeiter entlassen &ndash; und in der Krise immer noch Mitarbeiter eingestellt.\n<p>In der Krise werden somit nicht nur weniger neue Stellen geschaffen, sondern auch weniger bestehende Stellen frei. Insbesondere f&uuml;r Langzeitarbeitslose sinken dem IAB zufolge derzeit die Besch&auml;ftigungschancen deutlich. Die Konkurrenz um die knapper werdenden offenen Stellen werde zunehmend h&auml;rter, und gerade die Chancen f&uuml;r Personen mit geringer Qualifikation oder anderen Besch&auml;ftigungshemmnissen w&uuml;rden erheblich abnehmen. Insgesamt sei ein Wiederanstieg der Langzeitarbeitslosigkeit zu erwarten, so das IAB. Dies berge bei einer lang anhaltenden Krise die Gefahr, dass die Sockelarbeitslosigkeit wieder steigt und sich Arbeitslosigkeit verh&auml;rtet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iab.de\/de\/informationsservice\/presse\/presseinformationen\/kb1309.aspx\">Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die hohe Fluktuation belegt, dass das Gerede von mangelnder Mobilit&auml;t und Flexibilit&auml;t der Arbeitnehmer v&ouml;llig neben der Sache liegt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Jobvermittlung nach Schema F<\/strong><br>\nDie Arbeitsverwaltung sollte mit dem dritten Hartz-Gesetz zum kundenorientierten Dienstleister werden. Statt individueller F&ouml;rderung bieten die Jobcenter aber ein Integrationsprogramm von der Stange. \n<p>Vermittlungsgespr&auml;che in Arbeitsagenturen folgen oft einem einfachen, standardisierten Schema. Die Arbeitsvermittler m&uuml;ssen sich an ein von der N&uuml;rnberger Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) vorgegebenes Gespr&auml;chsraster halten. Darin bleibt kaum Raum, die individuellen Voraussetzungen, Probleme, Bed&uuml;rfnisse, W&uuml;nsche und Erwartungen der Rat- und Hilfesuchenden aufzugreifen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung gef&ouml;rderte Studie des Sozialwissenschaftlers Volker Hielscher von der SRH Fachhochschule Heidelberg und des Organisationberaters Peter Ochs, die Erstgespr&auml;che in Arbeitsagenturen ausgewertet haben.<\/p>\n<p>Diese Rahmenbedingungen sind aus Sicht der Wissenschaftler kaum geeignet, den individuellen Bed&uuml;rfnissen der Arbeitsuchenden gerecht zu werden. Auch gelingt es &uuml;ber die standardisierten Profilabfragen nur selten, Voraussetzungen und F&auml;higkeiten der Arbeitslosen f&uuml;r eine weitere berufliche Entwicklung zu erfassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32006_95363.html\">B&ouml;ckler Impuls 08\/2009<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Frank-J&uuml;rgen Weise: Zahl sozialversicherungspflichtiger Jobs sinkt deutlich<\/strong><br>\nDer Chef der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) Frank-J&uuml;rgen Weise rechnet damit, dass die durchschnittliche Arbeitslosigkeit im Jahr 2009 zwischen f&uuml;nf und sechs Prozent h&ouml;her ausfallen wird als im Vorjahr. Momentan verhinderten die Kurzarbeiterregelungen einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die meisten Firmen h&auml;tten jedoch nur f&uuml;r sechs bis acht Monate Kurzarbeit angemeldet, deshalb w&uuml;rden viele Unternehmen im Herbst &uuml;ber eine weitere Nutzung dieses Instruments entscheiden, sagte Weise in der Sitzung des Ausschusses f&uuml;r Arbeit und Soziales am Mittwochvormittag. &ldquo;Die entscheidende Frage ist deshalb: Wie lange macht es f&uuml;r die Firmen Sinn, Kurzarbeit anzuwenden.&rdquo; Derzeit gebe es 1,2 Millionen Menschen, die mit 35 Prozent ihrer Arbeitszeit kurzarbeiten w&uuml;rden, f&uuml;hrte Weise aus und k&uuml;ndigte f&uuml;r Donnerstag einen Bericht &uuml;ber den Stand der Kurzarbeit an. \n<p>Der BA-Chef stellte weiter fest, dass bei Langzeitarbeitslosen und gering Qualifizierten im SGB-II-Bezug ein &ldquo;Abgangsproblem&rdquo; existiere. Diese Personengruppen h&auml;tten derzeit auf dem Arbeitsmarkt extrem schlechte Chancen gegen&uuml;ber anderen Mitbewerbern. &ldquo;Jetzt in der Krise zeigt sich wieder: Wer wenig Bildung hat, ist benachteiligt&rdquo;, sagte Weise. Er machte aber weitere Risikogruppen aus: &ldquo;Die Wirtschaftskrise trifft zudem vor allem J&uuml;ngere, weil die es schwer haben, einen Ausbildungsplatz zu bekommen und anschlie&szlig;end in einen Beruf einzusteigen.&rdquo; Hinzu komme, dass gerade j&uuml;ngere Menschen in befristeten Arbeitsverh&auml;ltnissen arbeiteten, die in der Krise zuerst geopfert w&uuml;rden. Zu den Risikogruppen z&auml;hlte Weise aber auch &auml;ltere Arbeitnehmer und erg&auml;nzte: &ldquo;Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitspl&auml;tze sinkt derzeit wieder. Der Aufbau von zwei Millionen sozialversicherungspflichtiger Jobs in den vergangenen Jahren geht zur&uuml;ck.&rdquo; (&hellip;)<\/p>\n<p>Zu den Kosten, die der BA aufgrund der aktuellen Entwicklung entstehen, sagte Weise, es gingen der BA 30 Milliarden Euro an Einnahmen allein durch die Beitragsatzsenkung auf 2,8 Prozent verloren. Durch arbeitsmarktpolitische Ma&szlig;nahmen wie zum Beispiel das Kurzarbeitergeld entst&uuml;nde eine Mehrbelastung von 6 Milliarden Euro. &ldquo;Das Defizit von 15 Milliarden Euro im Jahr 2009 k&ouml;nnen wir, nach derzeitigem Stand aus den R&uuml;cklagen decken.&rdquo; Erst im kommenden Jahr w&uuml;rde das Defizit dann wirksam werden, da die R&uuml;cklagen der BA dann nur noch 2 bis 3 Milliarden Euro betragen w&uuml;rden. F&uuml;r die darauffolgenden Jahre k&ouml;nne die BA dagegen nur vage Prognosen anstellen, sagte Weise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_159\/03.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was bleibt nun vom Gerede des &bdquo;F&ouml;rderns und Fordern&ldquo; der Hartz-Reformen noch &uuml;brig?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Abgeh&auml;ngte Zone<\/strong><br>\nDas Schlichtungsergebnis im Bauhauptgewerbe bedeutet Lohnsenkungen f&uuml;r jene, die ohnehin am &shy;wenigsten hatten. Facharbeiter im Osten k&ouml;nnten die Verlierer sein.<br>\nAb Juni bekommen die Besch&auml;ftigten im Bauhauptgewerbe mehr Geld. Allerdings gilt dies nicht f&uuml;r alles 676000 Arbeiter der Branche. Die Tarifl&ouml;hne steigen in zwei Schritten um insgesamt 4,6 Prozent innerhalb von zwei Jahren.\n<p>In den schwach organisierten kleinen Handwerksbetrieben im Osten geht der Trend sogar in die andere Richtung. Zwar wird der Mindestlohn f&uuml;r Ungelernte in West und Ost &uuml;ber einen Zeitraum von 27 Monaten angehoben: F&uuml;r Ungelernte steigt er in drei Schritten im Westen von 10,70 auf elf Euro, im Osten von neun auf 9,75 Euro. Gleichzeitig entf&auml;llt jedoch der Mindestlohn f&uuml;r Facharbeiter, der sogenannte Mindestlohn 2, im Osten ersatzlos. Der lag bislang bei 9,80 Euro. Wo individualvertraglich nichts anderes vereinbart ist, k&ouml;nnen die nichttarifgebundenen Bauunternehmer k&uuml;nftig die Entgelte auf das Niveau des &raquo;Mindestlohns 1&laquo; absenken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/05-26\/010.php\">junge Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Was die Mitarbeiter bei Schaeffler jetzt erwartet<\/strong><br>\nSchaeffler hat sich mit der &Uuml;bernahme des Autozulieferers Conti verhoben, sitzt auf elf Mrd. Euro Schulden und bekommt die Konjunkturkrise zu sp&uuml;ren.<br>\nStellenabbau, Kurzarbeit, Lohnk&uuml;rzungen: Der bedrohte Autozulieferer Schaeffler spart an allen Ecken und Enden beim Personal. 250 Millionen Euro &ndash; das entspricht 4500 Arbeitspl&auml;tzen &ndash; will das Unternehmen weniger ausgeben. Gelingt das, gilt ein K&uuml;ndigungsschutz &ndash; f&uuml;r einige Monate.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.morgenpost.de\/wirtschaft\/article1100331\/Was_die_Mitarbeiter_bei_Schaeffler_jetzt_erwartet.html\">Berliner Morgenpost<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Manager ohne Skrupel<\/strong><br>\nEs ist, als h&auml;tte es nie einen Credit Crunch gegeben. Den Bossen britischer Banken und Gro&szlig;unternehmen ist die Finanzkrise gerade ein m&uuml;des L&auml;cheln wert. M&ouml;gen die Einbr&uuml;che der vergangenen zwei Jahre auch zu katastrophalen Ergebnissen, Bankenkollapsen, gigantischen staatlichen Hilfsaktionen, Massenentlassungen und einer Weltwirtschaftskrise gef&uuml;hrt haben: An der &Uuml;berzeugung der meisten Vorstandsvorsitzenden und Generaldirektoren, dass sie &ldquo;es wert sind&rdquo;, hat sich nichts ge&auml;ndert.<br>\nSelbst die Chefs strauchelnder Konzerne und gescheiterter Finanzriesen bewilligen sich fr&ouml;hlich wieder Millionengeh&auml;lter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/1774467_Finanzkrise-Manager-ohne-Skrupel.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Steinbr&uuml;ck fordert von Finanz&auml;mtern Kulanz<\/strong><br>\nBundesfinanzminister Peer Steinbr&uuml;ck (SPD) hat von den Finanz&auml;mtern mehr Gro&szlig;z&uuml;gigkeit gegen&uuml;ber Unternehmern und Selbstst&auml;ndigen gefordert: Angesichts der Krise sollten die Beamten Antr&auml;ge auf niedrigere Steuervorauszahlungen und auf Stundungen m&ouml;glichst zugunsten der Antragsteller entscheiden.\n<p>So hei&szlig;t es in einem Brief Steinbr&uuml;cks an die 16 L&auml;nderfinanzminister, der dem Handelsblatt vorliegt. Es gehe darum, &bdquo;die wirtschaftlichen Folgen der Finanzkrise f&uuml;r B&uuml;rger und Unternehmen soweit wie m&ouml;glich zu mildern und einen massiven Abbau von Arbeitspl&auml;tzen zu verhindern&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Brief weiter. Die L&auml;nderfinanzminister sollten die Finanz&auml;mter entsprechend anweisen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/steinbrueck-fordert-von-finanzaemtern-kulanz;2301121\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Und was ist mit einem Appell an die Finanz&auml;mter bei den Antr&auml;gen zur Steuerr&uuml;ckerstattung von Lohnempf&auml;ngern, bei denen die Steuer vorab abgezogen wird, gro&szlig;z&uuml;giger zu sein. Warum gilt hier eigentlich nicht &bdquo;Mehr netto vom Brutto&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>St&auml;dte wollen ihre Stadtwerke zur&uuml;ck<\/strong><br>\nVorschnell verschachert: Kommunen pr&uuml;fen, wie sie privatisierte Versorger und Netze zur&uuml;ckkaufen k&ouml;nnen. Wo das nicht geht, gr&uuml;nden sie kurzerhand eigene Energielieferanten &ndash; um unabh&auml;ngiger von der Preispolitik der Konzerne zu werden.\n<p>&ldquo;Anders als in den 90er-Jahren entdecken viele Kommunen Stadtwerke neu&rdquo;, sagte Hans-Joachim Reck, Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). &Ouml;ffentliche Betriebe br&auml;chten den Kommunen nicht nur Gewinne ein, sondern erm&ouml;glichten auch Investitionen in Infrastruktur und Standort. Reck sieht daher einen bundesweiten Trend zur Reprivatisierung und kommunalen Neugr&uuml;ndung &ndash; doch es gibt auch Probleme.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:Reprivatisierung-St%E4dte-wollen-ihre-Stadtwerke-zur%FCck\/519074.html\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Bundesregierung hat keinen Zugriff auf die Vorstandsvertr&auml;ge bei der Bahn<\/strong><br>\nWenn der Bericht der Rheinischen Post vom Dienstag zutrifft, dann wurde den Bahn-Aufsichtsr&auml;ten J&ouml;rg Asmussen, Finanzministerium, und seinem Kollegen aus dem Wirtschaftsministerium, Otremba, die Einsichtnahme in die Vorstandsvertr&auml;ge der neuen Bahn-Vorst&auml;nde Gerd Becht (Datenschutz) und Ulrich Weber (Personal) vor deren Bestellung zu Vorst&auml;nden durch den Aufsichtsratsvorsitzenden und Schr&ouml;der-Freund Werner M&uuml;ller verweigert.\n<p>Ein sehr ungew&ouml;hnlicher Vorgang, ist doch der Bund immer noch 100%iger Eigent&uuml;mer und damit beherrschender Aktion&auml;r der Bahn, und k&ouml;nnte damit alle Aufsichtsr&auml;te sofort zum Teufel jagen. Wie das Beispiel zeigt, ist jedoch dem Vertreter des Bundes als Mitglied des Aufsichtsrates der direkte Zugriff auf die Vorstandsvertr&auml;ge verwehrt worden.<br>\nDieses erstaunliche Ergebnis ist die Folge des jahrzehntelangen Abbaus jeglicher demokratischer Kontrolle der Beteiligungen des Bundes, die ja im Volkseigentum stehen, darunter immer noch als 100%-Beteiligung die Deutsche Bahn AG.<br>\nDie Ironie an der Sache: Asmussen und seine Chefs Steinbr&uuml;ck und zuvor Eichel betreiben seit Jahren genau diese Politik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.t-blog.de\/blog\/der-zauberlehrling\">Tblog<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>13. Kinder- und Jugendbericht: Kinderarmut hat Folgen f&uuml;r die Gesundheit<\/strong><br>\nDer Bericht stellt einen grunds&auml;tzlich guten Gesundheitszustand der in Deutschland lebenden jungen Menschen fest. Alarmierend ist dagegen, dass vor allem Kinder und Jugendliche aus einkommensarmen und bildungsfernen Familien sowie mit Migrationshintergrund an k&ouml;rperlichen und seelischen Krankheiten leiden. Sie sind h&auml;ufig &uuml;bergewichtig und zeigen Auff&auml;lligkeiten in der sprachlichen und motorischen Entwicklung.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.zff-online.de\/fileadmin\/user_upload\/infos\/zff-dokumente\/Pressemitteilungen\/090527_Pressemitteilung_13KiJuBericht_ZFF.pdf\">zukinftsforum familie e.v. [PDF &ndash; 102 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/16\/128\/1612860.pdf\">13. Kinder- und Jugendbericht [PDF &ndash; 4.8 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Wie die Koalition dem Verbrauchervertrauen schadet<\/strong><br>\nSie hat es geschafft: Die gro&szlig;e Koalition hat die Novelle des Bundesdatenschutzgesetzes tats&auml;chlich an die Wand gefahren. Mit voller Wucht. Man wolle nicht mehr &uuml;ber &Auml;nderungen beraten, lie&szlig; der Innenausschuss am Dienstag vermelden, einen Tag vor der eigentlich letzten geplanten Sitzung dazu. Es wird also in dieser Legislatur keine Verbesserungen f&uuml;r die Verbraucher geben, schon gar keine Umkehr der Idee, wem die Daten geh&ouml;ren. Statt einen gar nicht so schlechten Entwurf z&uuml;gig durch die Gremien zu bugsieren, haben Union und SPD an ihm herumgem&auml;kelt, haben immer wieder an ihm herumgefummelt, ihn in Aussch&uuml;ssen beraten &ndash; und ihn so letztlich den Lobbyisten der Wirtschaft zum Fra&szlig; vorgeworfen. Die Wirtschaft hat ihre Chance genutzt. Wohl kein Abgeordneter, der auch nur am Rande damit befasst war, wurde vergessen. Alle wurden mit Mails versorgt, mit Informationen, wurden zu Diskussionen eingeladen. Bis einer nach dem anderen umfiel. \n<p>Vor einigen Monaten noch hatte der Vorsitzende des Innenausschusses, der SPD-Abgeordnete Sebastian Edathy, vor w&uuml;tenden Wirtschaftsvertretern erkl&auml;rt: Sie w&uuml;rden die Streichung des Listenprivilegs nicht aus dem Entwurf herausbekommen. Edathy hat sich geirrt. Oder war nicht stark genug. Es macht keinen Unterschied. Immer zahmer wurde die geplante Novelle, und immer mehr verschwanden die Dinge, die jenen missfielen, die mit dem Handel von Daten ihr Geld verdienen &ndash; oder wurden durch Ausnahmeregelungen entsch&auml;rft. &ldquo;Durchl&ouml;chert&rdquo; nannten Datensch&uuml;tzer das Gesetzeswerk bald. Diese Meinung der Experten h&auml;tte der Koalition eine Warnung sein k&ouml;nnen. Wer einmal durchl&ouml;chert ist, der lebt nicht mehr lange.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/text\/online\/2009\/22\/datenschutz-koalition-gescheitert\">Zeit<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Wie man das Web 2.0 in den Griff bekommt<\/strong><br>\nDie Agentur Marketing Constructor GbR Einecke &amp; Giesche hat das Ziel, den Online Ruf von Unternehmen nicht nur auf textlicher Ebene sondern auch in den Videoportalen zu verbessern beziehungsweise nicht in negativem Kontext erscheinen zu lassen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und ein Film wirkt schon beinahe suggestiv. Darum ist es f&uuml;r ein Unternehmen unheimlich wichtig, in allen Videoportalen nicht mit negativem oder primitivem Verhalten in Zusammenhang gebracht zu werden. Ein gutes und eing&auml;ngiges Beispiel hierf&uuml;r ist zum Beispiel der Missbrauch von Alkholika, die an sich durch Werbet&auml;tigkeit seitens des Unternehmens in Strandatmosph&auml;re unter Erwachsenen beworben werden, dann aber auf Videoportalen in der zittrigen Hand eines Jugendlichen wieder auftauchen, der sich beim Komasaufen auch noch stolz filmen l&auml;sst. Aufnahmen wie diese k&ouml;nnen eine ganze Werbestrategie vernichten, wenn das Video skurril genug ist, um per Mail oder sozialer Plattform an Freunde verschickt zu werden.\n<p>Neben dem Monitoring, also der &Uuml;berwachung der Publikationen seitens der Kunden, was teils durch Suchmaschinen, teils durch speziell daf&uuml;r entworfene Programme geschieht, steht nat&uuml;rlich nicht nur die Vermeidung von negativen Aussagen im Fokus, sondern ebenso die Implikation von positiven Meldungen auf eben denselben Foren, die vormals eine Bedrohung dargestellt haben. Auf unserer Homepage k&ouml;nnen Sie unsere Strategie der drei Schritte genau nachlesen. Observer &ndash; Remover &ndash; Constructor hei&szlig;en die drei Schl&uuml;sselbegriffe, die das Internet auch f&uuml;r ihr Unternehmen zu einer angenehmen Spielwiese in Bezug auf Online Marketing und Ruf-Management werden lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.presseanzeiger.de\/meldungen\/it-computer-internet\/283560.php\">Presseanzeiger<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser St.S.:<\/strong> Vor kurzem ver&ouml;ffentlichten Sie einen Beitrag namens &ldquo;Auch die Mund-zu-Mund-Propaganda auf den Foren im Netz kann man sich gegen Geld organisieren lassen.&rdquo; Eine Reaktion auf den Hinweis eines Lesers zum Thema &ldquo;Web Monitoring \/ Reputation Management&rdquo;. Sie waren damals sehr &uuml;berrascht, wie weit dieses Thema in den USA fortgeschritten ist. Aus eigener Erfahrung kann ich ihnen berichten, es vergeht kaum ein Monat in dem nicht eine neue Agentur in unserer Firma zu diesem Thema vorstellig wird. Das Thema ist in Deutschland ebenso stark auf dem Vormarsch, und es steht zu bef&uuml;rchten, dass aufgrund der mangelhaften Konfliktf&auml;higkeit in Unternehmen dies abenteuerliche Zust&auml;nde annehmen wird.<\/em><\/p>\n<p>Die zitierte Pressemitteilung  gibt einen guten Einblick hierzu. Nat&uuml;rlich ist sie positiv, f&uuml;rsorgend formuliert. Im Normalfall sind das ehem. PR-Agenturen, die lukrativere Auftr&auml;ge in einem neuen Bet&auml;tigungsfeld suchen (klar, Kunde hat keine Ahnung und kaum Vergleichsm&ouml;glichkeiten, da packen wir mal nen Tausender drauf).<\/p>\n<p>Wenn man schon einmal beruflich das Vergn&uuml;gen hatte in Kontakt mit solchen Vertretern zu stehen, schwant einem &Uuml;bles f&uuml;r die Unbefangenheit von Aussagen im Netz.<\/p>\n<p>Interessant hierzu ist auch <a href=\"http:\/\/www.selbstaendig-im-netz.de\/2009\/05\/19\/geld-verdienen\/einnahmen-12-deutschsprachiger-blogs-im-april-2009\/\">dieser Blogeintrag<\/a>. Viele weitere Blogs in D sollten mittlerweile Anfragen hinsichtlich bezahlter Ver&ouml;ffentlichungen bekommen (nat&uuml;rlich ist eine Bezahlung von Blogposts nicht generell zu verdammen, hier sind Einzelf&auml;lle zu betrachten -&gt; aber angesichts sinkender Ums&auml;tze in anderen Bereichen der Werbung ist wohl davon auszugehen, dass dies keine positive Entwicklung ist). Sollten Sie von Anfragen noch nicht betroffen sein, so k&ouml;nnen Sie das getrost als Kompliment hinsichtlich ihrer Integrit&auml;t nehmen.<\/p>\n<p>Reputation Management ist (hoffentlich) der letzte Kampf den eine untergehende PR-Branche f&uuml;hren wird.<\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nung WL:<\/strong> Wir haben in der Tat noch keine Anfragen dieser Art erhalten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Gesetzentwurf zur Bek&auml;mpfung der Kinderpornografie umstritten<\/strong><br>\nDer von den Koalitionsfraktionen vorgelegte Gesetzentwurf zur Bek&auml;mpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen (16\/12850) ist unter Experten umstritten. Das wurde bei einer &ouml;ffentlichen Anh&ouml;rung des Ausschusses f&uuml;r Wirtschaft und Technologie am Mittwochnachmittag deutlich. Der Entwurf sieht vor, dass Internetanbieter zur Sperrung von Seiten mit kinderpornografischen Inhalten verpflichtet werden. Derartige Seiten soll k&uuml;nftig das Bundeskriminalamt (BKA) in einer Sperrliste auff&uuml;hren. Wenn Internetnutzer versuchen sollten, diese Seiten aufzurufen, sollen sie zu einer Stoppmeldung umgeleitet werden. Der Anbieter wiederum soll verpflichtet werden, dem BKA eine Aufstellung &uuml;ber die Zahl der Zugriffsversuche zu &uuml;bermitteln. In dem Entwurf ist ebenfalls geregelt, dass lediglich Seiten mit kinderpornografischen Inhalten gesperrt werden d&uuml;rfen. &ldquo;Eine Ausweitung auf andere Zwecke ist nicht beabsichtigt&rdquo;, hei&szlig;t es in der Begr&uuml;ndung. \n<p>Hauptstreitpunkt unter den Sachverst&auml;ndigen war die Frage, ob der Kampf gegen die Kinderpornografie die Grundrechte der B&uuml;rger beschneidet. Im Zuge der Blockierung von Internetseiten k&ouml;nnten zum Beispiel personenbezogene Daten gespeichert werden, bef&uuml;rchtete Professor Ulrich Sieber vom Max-Planck-Institut f&uuml;r ausl&auml;ndisches und internationales Strafrecht. &ldquo;Wenn im Gesetzentwurf nicht klar wird, was mit den gesammelten Daten geschehen soll, dann ist das verfassungswidrig.&rdquo; Auch der Bundesbeauftragte f&uuml;r den Datenschutz, Peter Schaar, wandte sich gegen die Erhebung, Speicherung oder Verarbeitung personenbezogener Daten. Schlie&szlig;lich gelangten viele Personen unabsichtlich auf kinderpornographische Seiten, durch Methoden wie Spam oder Phishing. &ldquo;Es besteht so die Gefahr, dass unbescholtene Nutzer einem Ermittlungsverfahren ausgesetzt werden&rdquo;, sagte Oliver S&uuml;me vom Verband der Deutschen Internetwirtschaft (ECO).<\/p>\n<p>Vielmehr geht es nach Ansicht aller Experten darum, den Hinterm&auml;nnern der Kinderpornographie das Handwerk zu legen und den gesellschaftlichen Druck auf die T&auml;ter zu erh&ouml;hen. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sei noch kein Weg dorthin, meinte Medienrechtler Dieter Frey: &ldquo;Der Gesetzentwurf l&auml;sst eine Gesamtstrategie zur Bek&auml;mpfung der Kinderpornographie im Internet vermissen. Es muss gegen die Anbieter der Inhalte und gegebenenfalls gegen die Betreiber der Internetserver vorgegangen werden, bevor Zugangserschwerungen f&uuml;r die Nutzer erwogen werden.&rdquo; Abgesehen davon h&auml;lt Bundesrichter Peter-J&uuml;rgen Graf ein Gesetz zur Sperrung von kinderpornographischen Internetseiten verfassungsrechtlich f&uuml;r gesetzm&auml;&szlig;ig. Die Inhalte m&uuml;ssten zudem von den Anbietern entfernt werden, weil sie sich sonst wegen Beihilfe zu einer Straftat selbst strafbar machen.<\/p>\n<p>Verfassungsrechtler Professor Matthias B&auml;cker von der Universit&auml;t Mannheim sprach dem Bund die Gesetzgebungskompetenz f&uuml;r das geplante Gesetz ab, ebenso wie die Verwaltungskompetenz, das BKA mit der F&uuml;hrung der sogenannten &ldquo;Sperrliste&rdquo; zu betrauen. Au&szlig;erdem forderte B&auml;cker mehr Informationen f&uuml;r die Betroffenen und warnte vor unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen Eingriffen bei Internet-Anbietern. Die Internet-Branchenverb&auml;nde sprechen sich gegen eine Sperrung europ&auml;ischer Internetseiten aus. Das schade der Internetwirtschaft, zumal die pornographischen Inhalte f&uuml;r versierte Nutzer trotzdem abrufbar seien. Sollten Internetseiten dennoch gesperrt werden, sollten deren Anbieter entsch&auml;digt werden.<\/p>\n<p>J&uuml;rgen Maurer, der Direktor des BKA sprach sich f&uuml;r den Gesetzentwurf aus. Er begr&uuml;&szlig;te, dass k&uuml;nftig keine unabh&auml;ngige Beh&ouml;rde sondern das BKA die Liste gesperrter kinderpornografischer Internetseiten verwalten soll. &ldquo;Wir k&ouml;nnen einsch&auml;tzen, was Kinderpornografie ist, und was nicht. Nach zus&auml;tzlicher Arbeit dr&auml;ngen wir uns nicht, aber wir sind nun mal die beste Stelle, um alle Informationen zu b&uuml;ndeln&rdquo;, sagte Maurer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_161\/05.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Au&szlig;er dem BKA selbst haben wohl alle Sachverst&auml;ndige praktische und rechtliche Bedenken. Bezeichnend ist, dass das BKA &ndash; als Ermittlungsbeh&ouml;rde &ndash; sich auch noch gegen eine unabh&auml;ngige Beh&ouml;rde als &Uuml;berpr&uuml;fungsinstanz ausspricht. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>ZDF d&uuml;nnt Internetangebot aus<\/strong><br>\nDas ZDF will bis zum Jahresende rund 80 Prozent seiner Internetangebote streichen. Betroffen seien bereits bestehende Inhalte von heute.de, zdf.de und sport.zdf.de, best&auml;tigte Unternehmenssprecher Alexander Stock heute entsprechende Medienberichte. &ldquo;Das ZDF wird seinen Online-Bestand deutlich reduzieren. Das betrifft vor allem Textseiten. Die Videoangebote werden daf&uuml;r st&auml;rker in den Vordergrund treten&rdquo;, sagte Stock. Hintergrund sei der am 1. Juni in Kraft tretende 12. Rundfunk&auml;nderungsstaatsvertrag. Dieser grenzt die Internet-Auftritte der &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten deutlich ein.\n<p>Nach ZDF-Angaben sollen die Inhalte von zdf.de nach der bisherigen Planung um 46.800 Dokumente verringert werden, bei heute.de um 28.000 Texte. Aus dem Portal sport.zdf.de sollen 18.700 Texte verschwinden.<\/p>\n<p>Reduziert werde ebenfalls die ZDF-Mediathek &ndash; dort k&ouml;nnen komplette Fernsehsendungen gestreamt werden: Hier geht es nach den Angaben unter anderem um etwa 4000 Videos und 6500 Bilderserien.<\/p>\n<p>Aus dem Netz genommen werden sollen dar&uuml;ber hinaus Eigenproduktionen, die &auml;lter als ein Jahr sind. Laut neuem Rundfunkstaatsvertrag d&uuml;rfen Abruf-Inhalte in aller Regel nicht l&auml;nger als sieben Tage im Internet angeboten werden. &Uuml;ber das Konzept zur einschneidenden Reduzierung des Internetangebots werde der ZDF-Fernsehrat in K&uuml;rze beraten, hie&szlig; es weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/ct\/ZDF-duennt-Internetangebot-aus--\/news\/meldung\/138433\">c`t magazin<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Meine Vorhersage &uuml;ber die Auswirkungen des Rundfunk&auml;nderungsstaatsvertrages trifft also zu: Dass eine schon einmal verbreitete Information nach kurzer Zeit der &Ouml;ffentlichkeit wieder entzogen werden muss, bedeutet eine <a href=\"?p=3288\">Zensur durch den Markt<\/a>. Das B&uuml;rokratiemonster &bdquo;Drei-Stufen-Test&ldquo; f&uuml;hrt &ndash; wie die Ausd&uuml;nnung des Internetangebots durch das ZDF belegt &ndash; dazu, dass es sich die Sender aufgrund dieser b&uuml;rokratischen Barrieren hundert Mal &uuml;berlegen, ob sie ein Internetangebot in ein solches Pr&uuml;fverfahren geben wollen. Der neue Rundfunkstaatsvertrag ist somit das Gegenteil einer F&ouml;rderung der Meinungs- und Informationsvielfalt, <a href=\"?p=3749\">er hat eher eine verhindernde<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Charta f&uuml;r Pressefreiheit muss Ansto&szlig; zum Weiterdiskutieren sein<\/strong><br>\nAm Montag haben nach eigenen Angaben &ldquo;46 Chefredakteure und leitende Journalisten aus 19 Staaten in Hamburg die &bdquo;Europ&auml;ische Charta f&uuml;r Pressefreiheit&ldquo; beschlossen und unterzeichnet&rdquo;. Von den beteiligten Medien berichten &ndash; mit Material der Agenturen &ndash; etwa BILD, stern und Spiegel. In 10 Artikeln fasst die Charta zusammen, was man bisher schon als Basis von Pressefreiheit versteht und was sich so auch in der deutschen Gesetzgebung findet (&hellip;)\n<p>Andere spannende Fragen zur Pressefreiheit stellen sich, wenn man die Medienbetriebe selbst anschaut.<\/p>\n<p>Wie steht es um die &ldquo;innere Pressefreiheit&rdquo;?<\/p>\n<p>Wie weit wird bspw. das Potential der freien Journalisten genutzt, ihre Rechercheergebnisse und ihre Sicht der Dinge zu publizieren?<\/p>\n<p>Welcher Nutzen (bzw. Gewinn) steht dem Risiko investigativer Recherche gegen&uuml;ber?<\/p>\n<p>Wie abh&auml;ngig oder unabh&auml;ngig sind Journalisten von Vorgaben der &ldquo;leitenden Journalisten&rdquo; ihrer Medien? Und wo k&ouml;nnen Probleme, Interessenskonflikte und Fehler frei diskutiert werden?<br>\nWie selbstkritisch ist der Medienbetrieb? Oder wie weit l&auml;uft Pressefreiheit genau hier ins Leere, hat einen blinden Fleck?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/spiegelkritik.de\/?p=682\">Spiegelkritik<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Urteil: Studenten m&uuml;ssen Rundfunkgeb&uuml;hr f&uuml;r PC zahlen<\/strong><br>\nWer in Nordrhein-Westfalen einen Rechner mit Internetzugang besitzt, muss Rundfunkgeb&uuml;hren zahlen. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) in M&uuml;nster heute entschieden (Az.: 8 A 2690\/08 und 8 A 732\/09). Zwei Studenten aus M&uuml;nster hatten voriges Jahr in erster Instanz noch erfolgreich gegen den WDR geklagt, dieses Mal verloren sie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/Urteil-Studenten-muessen-Rundfunkgebuehr-fuer-PC-zahlen--\/meldung\/138435\">heise online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Zehn Jahre Regierungsverantwortung der &bdquo;modernen&ldquo; SPD<\/strong><br>\nWas hat sich in den vergangenen zehn Jahren getan? Sind die Lebensverh&auml;ltnisse f&uuml;r die breite Masse der Bev&ouml;lkerung besser geworden? Wer ehrlich ist, kommt zu einer eindeutigen Antwort. Die Regierungspartei SPD hat im Kerngesch&auml;ft versagt. Ob Einkommen, soziale Sicherung, Bildung oder Regulierung der Finanzm&auml;rkte &ndash; vieles ist schlechter geworden. Bei Millionen Menschen dominiert die Unsicherheit &uuml;ber die eigene Zukunft. Das Gef&uuml;hl, in einer ungerechten Gesellschaft zu leben, ist st&auml;rker als jemals zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik.\n<p>Im Vergleich mit west- und nordeurop&auml;ischen L&auml;ndern hat sich Deutschland in den vergangenen zehn Jahren mit Abstand am ung&uuml;nstigsten entwickelt: schlechteste Entwicklung der L&ouml;hne, der Nachfrage privater Haushalte und des Einzelhandelsumsatzes; geringste Fortschritte bei der Bek&auml;mpfung der Langzeitarbeitslosigkeit; st&auml;rkste Lohndiskriminierung von Frauen; am deutlichsten ausgepr&auml;gte Schul- und Hochschuldiskriminierung von Kindern aus unteren sozialen Schichten und aus Migrationsfamilien. Nur beim Export und bei der Entwicklung der Unternehmensgewinne ist Deutschland Spitze.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/die-linke.de\/fileadmin\/download\/nachrichten\/20081020_10jahre_spd_reg_pv.pdf\">Die Linke [PDF &ndash; 341 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine ern&uuml;chternde Bilanz einer neoliberal gewendeten SPD-Regierungspolitik &ndash; selbst wenn man ber&uuml;cksichtigt, dass die SPD nicht nur von Schr&ouml;der an die Wand gedr&auml;ngt sondern von konservativen Kr&auml;ften und den Medien getrieben wurde . Das Paradoxe ist, dass sich viele W&auml;hlerinnen und W&auml;hler sagen werden, schlimmer kann es mit der Union und der FDP nicht mehr kommen und nur noch die Wahlenthaltung oder Schwarz-gelb als Alternative sehen.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Hans-Ulrich J&ouml;rges: Im feuchte Mief der Lager<\/strong><br>\nSchwarz-Gelb oder Gro&szlig;e Koalition &ndash; so lautet nun, quasi parteiamtlich, die Wahl-Alternative im Herbst. Also bleibt Steinmeier nur das Ziel, wieder Vizekanzler in einer Gro&szlig;en Koalition zu werden. Als Kanzlerkandidat ist er politisch kastriert. Seine Partei muss alles in die Schlacht gegen Schwarz-Gelb werfen &ndash; und dabei schriller agieren, als es seinem Naturell entspricht. Eine Gestaltungsmehrheit ist f&uuml;r die SPD erst dann wieder greifbar, wenn sie das eigene Lager regierungsf&auml;hig macht &ndash; mit Gr&uuml;nen und Linken. Landet sie in der Opposition, beginnt dieser G&auml;rungsprozess sofort.<br>\nAngela Merkel dagegen kann vorerst triumphieren. Alles spricht f&uuml;r die Fortsetzung ihrer Kanzlerschaft &ndash; alle, selbst die Gr&uuml;nen, bahnen ihr den Weg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/zwischenruf\/:Zwischenruf-Im-Mief-Lager\/702008.html\">stern<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Wolfgang Fritz Haug: Zur Frage nach der Gestalt des engagierten Intellektuellen<\/strong><br>\nWie steht es heute mit den kritischen Intellektuellen, in der Zeit der Telekratie, des Internet und im historischen Augenblick der gro&szlig;en Krise? \n<p>Noch vor wenigen Jahren wurde diese Gestalt f&uuml;r tot erkl&auml;rt oder, unter Berufung auf Michel Foucaults Absage an die &raquo;&uuml;bergreifenden Diskurse&laquo; (1999, 17) und &raquo;umfassende und globale Theorien&laquo; wie Marxismus und Psychoanalyse (14) mit einer Art &Auml;chtung belegt. Und da sie noch lebt, kommt im herrschenden Journalismus kein Bericht &uuml;ber eine linke Versammlung ohne den Hinweis aus, dass die meisten Teilnehmer graue Haare hatten, womit die Sache, um die es ging, als veraltet stigmatisiert ist. Der f&uuml;nfzigste Geburtstag des Argument, das unter den deutschen Zeitschriften vielleicht das Organ der kritischen Intellektuellen par excellence ist, gibt Anlass, &uuml;ber deren Handlungsbedingungen, Aufgaben und Perspektiven neu nachzudenken (&hellip;)<\/p>\n<p>Sie sind keine Experten, die zahlenden Auftraggebern fachspezifische Einsch&auml;tzungen in der Art von Gutachten liefern. Im Gegenteil, sie st&ouml;ren die Expertokratie. Individuen m&uuml;ssen die Grenzen ihres Berufes, ihrer fachlichen Spezialisierung und zugleich die der Privatheit &uuml;berschreiten, um Intellektuelle zu werden. Intellektueller ist nicht blo&szlig; ein weiteres Steinchen im horizontalen Mosaik der Berufe. Es ist weder Beruf noch formeller Bildungsgrad, auch wenn es oft &raquo;hochgradige Kompetenz innerhalb eines bestimmten, entweder wissenschaftlichen, philosophischen oder k&uuml;nstlerischen Gebiets&laquo; ist, von der aus Intellektuelle, wie Sven-Eric Liedman sagt, &raquo;Stellung zu allgemeinen Fragen von politischer oder allgemein menschlicher Tragweite nehmen&laquo; (Arg. 211\/1995, 657). Eine solche Frage von politischer oder allgemein menschlicher Tragweite ist die Frage nach den Intellektuellen (&hellip;)<\/p>\n<p>Was es immer wieder neu zu bestimmen gilt, ist die gesellschaftliche Verantwortung der Intellektuellen im magischen Dreieck von Wissenschaft, Kunst und Politik der sozialen Bewegungen und in der Spannung von Entwicklungschancen und &ouml;kologischer Nachhaltigkeit, kurz, das intellektuelle Ethos, dessen Preisgabe den &rsaquo;Verrat der Intellektuellen&lsaquo; ausmacht. Ohne einen Begriff vom Kapitalismus und eine Vorstellung solidarischer Gesellschafts- und Naturverh&auml;ltnisse ist dieses Ethos nicht zu f&uuml;llen (&hellip;)<\/p>\n<p>Was ist unter diesen Bedingungen, in denen die &rsaquo;Medienintellektuellen&lsaquo; die Fernsehschirme bev&ouml;lkern, w&auml;hrend der &raquo;neue Typus des Wirtschafts-Intellektuellen (&hellip;) sich im Augenblick hoher Nachfrage erfreut&laquo;, aus den kritisch engagierten Intellektuellen geworden?<\/p>\n<p>Die intellektuelle &Uuml;berschreitung feiert im Internet vielfach Auferstehung. Zwischen massenhaftem Datenm&uuml;ll und kommerzieller Kolonisierung bilden sich immer neue autonome kommunikative Inseln, wo sich Unerschrockenheit und Witz mit naturw&uuml;chsiger Dialektik paaren. Das Ethos des Vernunftgebrauchs ist dieser digitalen Welt so wenig fremd wie sein Verrat. Wie sollte es auch anders sein? Auch Internet-Intellektuelle sind nichts an sich Gutes, und alle alten Charaktermasken tauchen in anderer Kost&uuml;mierung wieder auf. Der hin- und herwogende Kampf ist kein in jeder Hinsicht anderer geworden, er wird nur anders gef&uuml;hrt. Wie in jedem Hin- und Hergewoge wird auch hier die Begriffsf&auml;higkeit auf eine harte Probe gestellt (&hellip;)<\/p>\n<p>Wat skrivt, blivt. Der alte Spruch gewinnt unter diesen Umst&auml;nden neue Bedeutung. Die historisch-kritische Denkf&auml;higkeit kann auf das Medium des Bleibens, das Druckmedium, nicht verzichten. Wenn Gewaltherrschaft sich vom Inhalt von B&uuml;chern bedroht f&uuml;hlt, muss sie diese einstampfen oder verbrennen lassen; in der digitalen Welt lassen sie sich jederzeit unbemerkt austauschen. Freilich l&auml;sst sich der Druck leichter kontrollieren als die Zirkulation kritischer Botschaften im Internet. Doch dass nach einmal erfolgtem Druck keine &Auml;nderung mehr m&ouml;glich ist, macht alles wirklicher. Dieses Medium und die kritischen Intellektuellen brauchen einander als wechselseitige Daseinsbedingungen, wie auch beide ohne Internetkompetenz nicht mehr auskommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/24498\">Linksnet<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Haug stellt eine wichtige Frage, n&auml;mlich wie es im Zeitalter des Internet und der gro&szlig;en Krise mit den kritischen Intellektuellen steht. Auf Antworten wartet man leider vergebens. Nach viel (pseudo-)intellektuellem Glasperlenspiel folgt die banale Aussage, dass man auf Druckmedien nicht verzichten k&ouml;nne. Dem m&ouml;chte man gerne zustimmen, aber das birgt auch die Gefahr der <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/organisation\/das_argument\">&bdquo;relativen Isolierung&ldquo;<\/a>, wie das die einstmals f&uuml;hrende intellektuelle Zeitschrift DAS ARGUMENT selbstkritisch eingestehen muss.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h27\"><\/a><strong>Walter Riester wird Aufsichtsrat bei Anlageberater<\/strong><br>\nDer ehemalige Bundesarbeitsminister Walter Riester wird zum 1. Oktober Aufsichtsrat der Union Asset Management Holding, wie die Dachgesellschaft der Union Investment Gruppe mitteilte. Er ist damit das erste unabh&auml;ngige Mitglied des Gremiums.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/koepfe\/:Personalien-des-Tages\/519122.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Warum Walter Riester, der die Altersversorgung f&uuml;r die Finanzdienstleister ge&ouml;ffnet hat, als &bdquo;unabh&auml;ngiges&ldquo; Mitglied bezeichnet wird, ist schon merkw&uuml;rdig. Die Berufung d&uuml;rfte eher ein Dankesch&ouml;n f&uuml;r vorausgegangene Hilfestellungen sein. Oder hat Walter Riester erkannt, dass die Riester-Rente nun alles andere als eine optimale Verm&ouml;gensanlage ist?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h28\"><\/a><strong>Bachelor auf dem Pr&uuml;fstand<\/strong><br>\nProfessor Dr. Marius Reiser hat seine Professur an der Universit&auml;t Mainz f&uuml;r katholische Theologie niedergelegt. Aus Protest. Protest gegen die Studienreform, die seiner Ansicht nach zur Abschaffung der Universit&auml;t f&uuml;hrt. Er argumentiert, dass nicht mehr Bildung, sondern nur noch Ausbildung f&uuml;r die Wirtschaft im Zentrum des universit&auml;ren Betriebes steht. F&uuml;r die&nbsp;Herstellung billiger Absolventen, die zwar den Stempel einer akademischen Einrichtung tragen, aber nicht so teuer sind wie richtige Akademiker, stehe er nicht zur Verf&uuml;gung. Aber ist eine im Ansatz gut gemeinte Reform wirklich in der Lage, den Universit&auml;ten ihre Freiheit zu nehmen und von jetzt auf gleich gesunde Strukturen in Hochschulen zu vernichten?<br>\nEin Gespr&auml;ch mit Dr. Marius Reiser.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr3.de\/resonanzen\/details\/artikel\/wdr-3-resonanzen-6ec63655c6.html\">wdr 3 Resonanzen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h29\"><\/a><strong>Bachelor-Studium l&auml;sst kaum Zeit f&uuml;r Auslandsaufenthalte<\/strong><br>\nDie Anzahl der Studierenden, die ein Semester, ein Praktikum, einen Sprachkurs oder eine Summer School im Ausland absolvieren, ist zwischen 2007 und 2009 von 23 auf 26 Prozent gestiegen. Das zeigt eine neue Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS). Das Plus geht jedoch vor allem auf Zuw&auml;chse in den alten Diplom-, Magister- sowie Staatsexamenstudieng&auml;ngen zur&uuml;ck. Dagegen ist die mit Abstand geringste Auslands-Mobilit&auml;t beim Bachelor zu verzeichnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.go-out.de\/imperia\/md\/content\/go-out\/his-studie_mobilitaet_kf-fin.pdf\">DAAD und HIS [PDF &ndash; 216 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h30\"><\/a><strong>Hochschulen gaben im Jahr 2007 33,3 Milliarden Euro aus <\/strong><br>\nNach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gaben die deutschen Hochschulen im Jahr 2007 &nbsp;33,3&nbsp;Milliarden Euro f&uuml;r Lehre, Forschung und Krankenbehandlung aus (2006:<br>\n32,1&nbsp;Milliarden Euro). Dies waren 3,6% mehr als im Vorjahr.\n<p>Mit 19,2&nbsp;Milliarden Euro waren die Personalaufwendungen wie in den Jahren zuvor der gr&ouml;&szlig;te Ausgabeposten der &ouml;ffentlichen und privaten Hochschulen. Das waren 57,5% der gesamten Hochschulausgaben. Der laufende Sachaufwand betrug 11,5&nbsp;Milliarden Euro. 2,7&nbsp;Milliarden Euro wurden f&uuml;r Investitionen ausgegeben.<\/p>\n<p>Auf die Universit&auml;ten (ohne Medizinische Einrichtungen\/Gesundheitswissenschaften der Universit&auml;ten) entfiel 2007 ein Ausgabevolumen von 13,4&nbsp;Milliarden Euro, das waren 1,9% (!) mehr als 2006. <\/p>\n<p>Die Medizinischen Einrichtungen\/Gesundheitswissenschaften der Universit&auml;ten wendeten f&uuml;r Lehre, Forschung und Krankenbehandlung 15,8&nbsp;Milliarden Euro (+ 4,3%) auf.<br>\nDie Fachhochschulen (einschlie&szlig;lich Verwaltungsfachhochschulen) steigerten ihre Ausgaben gegen&uuml;ber dem Vorjahr um 7,2% auf 3,4 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Die Ausgabensteigerungen konnten die Hochschulen weitgehend &uuml;ber h&ouml;here eigene Einnahmen finanzieren. 2007 nahmen die Einnahmen aus Beitr&auml;gen der Studierenden gegen&uuml;ber dem Vorjahr um 0,6 Milliarden Euro auf rund 1,0 Milliarden Euro zu. Dies ist in erster Linie auf die Einf&uuml;hrung von allgemeinen Studiengeb&uuml;hren in sieben Bundesl&auml;ndern im Laufe des Jahres 2007 zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Die Einnahmen aus wirtschaftlicher T&auml;tigkeit und Verm&ouml;gen, die zu &uuml;ber 90% von medizinischen Einrichtungen als Entgelte f&uuml;r die Krankenbehandlung erwirtschaftet wurden, beliefen sich auf 11,3 Milliarden Euro (+ 4,3%). Au&szlig;erdem warben die Hochschulen im Jahr 2007 Drittmittel in H&ouml;he von 4,3&nbsp;Milliarden Euro (+ 10,5%) ein. Die Drittmitteleinnahmen sind in erster Linie f&uuml;r Forschung und Entwicklung bestimmt. Wichtigste Drittmittelgeber der Hochschulen waren dabei die Deutsche Forschungsgemeinschaft (1,4 Milliarden Euro), die gewerb&shy;liche Wirtschaft (1,1&nbsp;Milliarden Euro) sowie der Bund (0,9 Milliarden Euro).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2009\/05\/PD09__196__213,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Auch diese Statistik belegt, dass die Hochschulen zunehmend auf den Wettbewerb um Forschungsmittel und Studiengeb&uuml;hren gedr&auml;ngt werden, wenn sie ihre Einnahmen erh&ouml;hen wollen. Der Wettbewerb auf dem Forschungs- und Ausbildungsmarkt wird zum wichtigsten Steuerungsinstrument der Hochschulentwicklung.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h31\"><\/a><strong>Studenten zahlen eine Milliarde Euro Geb&uuml;hren<\/strong><br>\nDeutschlands Studenten haben 2007 rund eine Mrd. Euro Studiengeb&uuml;hren bezahlt &ndash; und nur wenig davon profitiert. Bundesl&auml;nder mit Studiengeb&uuml;hren sparen an den Hochschulbudgets und vergeben immer noch zu wenige Stipendien. Die OECD bem&auml;ngelt, dass es Deutschland nicht gelinge, im Hochschulwesen f&uuml;r den n&ouml;tigen sozialen Ausgleich zu sorgen. Der Beitrag der Studenten zu ihrer eigenen Ausbildung erreicht nennenswerte Dimensionen: 2007 betrugen die Zusatzeinnahmen der Hochschulen aus Studiengeb&uuml;hren erstmals gut eine Mrd. Euro. Das entspricht in etwa dem Haushalt zweier gro&szlig;er Universit&auml;ten. Rund 90 Prozent der Geb&uuml;hren kassierten die Unis und Fachhochschulen in sieben Bundesl&auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/studenten-zahlen-eine-milliarde-euro-gebuehren;2300360\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h32\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: <\/strong><br>\n<strong>&bdquo;Neues aus der Anstalt&ldquo; vom 26.05.2009<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/763384?inPopup=true\">ZDF-Mediathek<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Kult! Nur ein Beispiel &ndash; Urban Priol spricht Piet Klocke als Professor Bernd R&uuml;rup an. &bdquo;Na, haben Ihnen Maschmeyers Dr&uuml;ckerkolonnen mal wieder frei gegeben &hellip;&ldquo; (ab Minute 22)<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL)<\/p>\n<p>Heute zu folgenden Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=3969#h01\">&ldquo;Bad Banks&rdquo; sollen Kreditinstitute entlasten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h02\">Experten warnen vor neuem Finanzmarktaufsicht-Gesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h03\">Die Banken sind zufrieden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h04\">Regierungsfraktionen f&uuml;r Schuldenbremse im Grundgesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h05\">Appel von &uuml;ber 200 WissenschaftlerInnen: Die Schuldenbremse gef&auml;hrdet die gesamtwirtschaftliche Stabilit&auml;t und die Zukunft unserer Kinder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3969#h06\">SPD mit Karacho in den Nachtw&auml;chterstaat &ndash; Der Wahnsinn geht<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3969\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3969","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3969","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3969"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3969\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3969"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3969"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3969"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}