{"id":39814,"date":"2017-08-28T15:13:08","date_gmt":"2017-08-28T13:13:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39814"},"modified":"2018-12-30T13:33:41","modified_gmt":"2018-12-30T12:33:41","slug":"warum-mister-president-und-genosse-kim-nicht-einfach-mal-zusammen-einen-hamburger-essen-gehen-eine-glosse-von-rainer-werning","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39814","title":{"rendered":"Warum Mister President und Genosse Kim nicht einfach mal zusammen einen Hamburger essen gehen. Eine Glosse von Rainer Werning."},"content":{"rendered":"<p>Der Politikwissenschaftler &amp; Publizist mit den Schwerpunkten Ost- und S&uuml;dostasien hat f&uuml;r die NachDenkSeiten eine Glosse zum Konflikt USA vs. Nordkorea geschrieben. Den Wahnsinn gut auf den Punkt gebracht. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4819\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-39814-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170829_Mister_President_und_Genosse_Kim_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170829_Mister_President_und_Genosse_Kim_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170829_Mister_President_und_Genosse_Kim_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170829_Mister_President_und_Genosse_Kim_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=39814-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170829_Mister_President_und_Genosse_Kim_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170829_Mister_President_und_Genosse_Kim_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Koreanische Halbinsel<\/p><p><strong>(Sur-)Reales aus FernOstWest<\/strong><br>\nWarum Mister President und Genosse Kim nicht einfach mal zusammen einen Hamburger essen gehen<\/p><p><em><strong>Eine Glosse von Rainer Werning<\/strong><\/em><\/p><p>F&uuml;r nur wenige Momente stellen Sie sich folgendes Szenario am vorletzten Wochenende vor: In klammheimlichem Rollentausch h&auml;tte der Staatschef der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK &ndash; Nordkorea), Kim Jong-Un, 72 Stunden lang an den Gestaden des Potomac Rivers zu Washington, D.C. gesessen und von dort aus als weltweit m&auml;chtigster Politiker die Geschicke &bdquo;seines&ldquo; Landes gelenkt. Derweil Donald Trump, der 45. Pr&auml;sident der Vereinigten Staaten von Amerika (USA), als oberster Genosse der DVRK von den Ufern des T&auml;dong-Flusses aus im museal anmutenden Pj&ouml;ngjang ebenfalls 72 Stunden lang die Oberhoheit &uuml;ber &bdquo;sein&ldquo; Land ausge&uuml;bt h&auml;tte. Beide w&auml;ren auf je unterschiedliche Weise ziemlich ver-r&uuml;ckt geworden.<\/p><p>Genosse Kim war angesichts seines strammen Regiments und aufgrund z&auml;hen &Uuml;berlebenswillens v&ouml;llig von der Rolle, weil er sich so schnell gar nicht die Namen der Zu- und Abg&auml;nge in seinem Kabinett merken konnte. Und dann auch noch das! Da ist doch glatt am 18. August mit Steve Bannon einer der Regierungslotsen von Bord gegangen worden, der zuvor als inniger Busenfreund, Chefstratege gar, &uuml;ber den gr&uuml;nen Klee gelobt worden war. Ausgerechnet Steve sucht den direkten Schlagabtausch mit der VR China und bezeichnete Nordkorea doch glatt nur als &bdquo;Nebenschauplatz&ldquo;. Mister President indes war v&ouml;llig aufgel&ouml;st und die &Auml;rzte diagnostizierten bei ihm flugs eine &bdquo;sensorische Deprivation&ldquo;; sein Golfset war aus unerfindlichen Gr&uuml;nden abhanden gekommen und das von der Generalit&auml;t verordnete Twitter- und Tweetverbot lie&szlig; ihn in eine l&auml;hmende Depression fallen. Die dadurch noch vertieft wurde, dass eben diese Generalit&auml;t ihm gegen&uuml;ber wegen seines launischen Zickzackkurses stets grimmig dreinschaute.<\/p><p>Doch zur&uuml;ck zur und in die Realit&auml;t. Tats&auml;chlich hatte Donald Trump w&auml;hrend seines Wahlkampfs Kim Jong-Un einen &bdquo;Jungspund&ldquo; genannt, mit dem &bdquo;man mal einen Hamburger essen kann&ldquo;. Mittlerweile Pr&auml;sident, sprach derselbe Trump gegen&uuml;ber US-Medien im Fr&uuml;hjahr sogar von der M&ouml;glichkeit, sich mit Nordkoreas Staatschef &bdquo;zum angemessenen Zeitpunkt zu treffen&ldquo;. Und in der vorletzten Woche dann die mehr als unangemessene Drohung, die Volksrepublik &bdquo;mit entsicherten und geladenen Waffen&ldquo; in einem Anflug von &bdquo;Feuer und Zorn&ldquo; zu pl&auml;tten. Das ist Perversion des Denkens pur und bedeutete das willentliche Inkaufnehmen einer unvorstellbaren Katastrophe! Zuvor, am 8. August, hatte Verteidigungsminister Jim Mattis laut dem Reuters-Korrespondenten John Walcott Nordkorea im Falle weiterer feindseliger Handlungen &bdquo;mit einem Ende seines Regimes und der Vernichtung seiner Bev&ouml;lkerung&ldquo; <a href=\"http:\/\/original.antiwar.com\/john-laforge\/2017\/08\/21\/burned-every-town-north-korea\">gedroht<\/a>.<\/p><p>Das bis Ende des Monats laufende amerikanisch-s&uuml;dkoreanische Milit&auml;rman&ouml;ver &bdquo;Ulchi Freedom Guardian&ldquo; (UFG), an dem allein 17.500 US-Soldaten teilnehmen, um wieder einmal Nordkorea international als ideellen Gesamtschurken anzuprangern und einzusch&uuml;chtern, bringt nolens volens auch und gerade den &bdquo;Verb&uuml;ndeten S&uuml;dkorea&ldquo; und dessen seit reichlich 100 Tagen amtierenden Pr&auml;sidenten Moon Jae-In in die Bredouille. Die Crux: Die USA haben nach dem Koreakrieg bis zur Staatsgr&uuml;ndung der Republik Korea (S&uuml;dkorea) am 15. August 1948 qua Milit&auml;rregierung direkt das Zepter geschwungen, behandelten das Land danach schlicht als Vasallen und unterhalten dort noch immer ein Milit&auml;rkontingent von mindestens 25.000 GIs. Und vor dem Amtsantritt von Moon im Mai schuf das US-Milit&auml;r im Geiste von &bdquo;Arroganz der Macht&ldquo; Fakten, indem es das neben Nordkorea auch China und Russland bedrohende hochmoderne Raketen&bdquo;abwehr&ldquo;system THAAD (teilweise) installierte. <\/p><p>Dass es zu alledem eine Alternative &ndash; n&auml;mlich eine politisch-diplomatisch verfolgte Strategie zur Konfliktdeeskalation &ndash; gibt, zeigte sich nach dem am 21. Oktober 1994 in Genf ausgehandelten Rahmenabkommen (<em>Agreed Framework<\/em>) zwischen den USA und Nordkorea. H&ouml;hepunkt dieses Entspannungskurses, der seinerzeit durch S&uuml;dkoreas &bdquo;Sonnenscheinpolitik&ldquo; vis-&agrave;-vis dem Norden und seitens der EU flankiert wurde, war der Pj&ouml;ngjang-Besuch von US-Au&szlig;enministerin Madeleine Albright Ende Oktober 2000. Im selben Monat hatte US-Pr&auml;sident Bill Clinton zuvor mit Vizemarschall Jo Myong-Rok den zweith&ouml;chsten Staatsvertreter Nordkoreas im Oval Office empfangen. Nat&uuml;rlich wurden bei den entsprechenden Galadinners keine Hamburger gereicht.<\/p><p><em><strong>Dr. Rainer Werning<\/strong><\/em>, Politikwissenschaftler &amp; Publizist mit den Schwerpunkten Ost- und S&uuml;dostasien, ist u.a. Koautor des Buches <em>Korea: Von der Kolonie zum geteilten Land<\/em> (Promedia Verlag, Wien 2012).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Politikwissenschaftler &amp; Publizist mit den Schwerpunkten Ost- und S&uuml;dostasien hat f&uuml;r die NachDenkSeiten eine Glosse zum Konflikt USA vs. Nordkorea geschrieben. 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