{"id":3986,"date":"2009-06-05T09:53:41","date_gmt":"2009-06-05T07:53:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3986"},"modified":"2009-06-05T09:53:41","modified_gmt":"2009-06-05T07:53:41","slug":"hinweise-des-tages-905","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3986","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(MB\/WL\/AM)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=3986#h01\">KfW rechnet mit Wiederbelebung der Verbriefungsm&auml;rkte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h02\">HRE: Sehenden Auges in die Pleite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h03\">EZB-Chef wehrt sich gegen Merkel-Kritik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h04\">Regierung und Fraktionen sehen noch Risiken bei Opel-Konzept<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h05\">Fiat f&uuml;hlt sich bei Opel ausgetrickst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h06\">Lage bei Arcandor immer schlimmer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h07\">Klaus F. Zimmermann: Die h&ouml;here Mehrwertsteuer kommt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h08\">Bundesagentur rudert zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h09\">Bierbrauer als Gesetzesh&uuml;ter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h10\">Zur Wahl des Europ&auml;ischen Parlaments<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h11\">Nochmals Koch-Mehrin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h12\">18 Milliarden Euro f&uuml;r Studienpl&auml;tze und&nbsp;Spitzenforschung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h13\">Wie weiter mit Bologna?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h14\">Streichpl&auml;ne bei Geisteswissenschaften<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3986&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>KfW rechnet mit Wiederbelebung der Verbriefungsm&auml;rkte<\/strong><br>\n&ldquo;Ich glaube, der Verbriefungsmarkt wird zur&uuml;ckkommen&rdquo;, sagte KfW-Vorstandsmitglied G&uuml;nther Br&auml;unig am Mittwoch bei einer Branchenveranstaltung in Frankfurt. Banken m&uuml;ssten mittelfristig auf Staatshilfen verzichten und sich wieder aus eigener Kraft am Kapitalmarkt refinanzieren. Zun&auml;chst m&uuml;ssten die Institute aber die Fehler der Vergangenheit aufarbeiten und Strukturen schaffen, so dass eine solche Krise nicht wieder entstehen k&ouml;nne.\n<p>In den vergangenen Jahren nutzen die Institute Verbriefungen &ndash; also den Verkauf von Krediten oder nur deren Risiken &ndash; um Eigenkapital f&uuml;r die Vergabe neuer Kredite freizuschaufeln. F&uuml;r jedes Darlehen, das eine Bank vergibt, muss in der Bilanz ein bestimmter Anteil an Kapital hinterlegt werden. Viele H&auml;user haben Verbriefungen jahrelang in gro&szlig;em Stil genutzt, so dass am Ende nicht mehr ersichtlich war, bei welchen Investoren die Risiken aus Krediten gelandet sind. In Folge der Hypothekenkrise in den USA verloren Kreditpapiere aber dramatisch an Wert, Abschreibungen in den Bilanzen wurden n&ouml;tig. Weltweit gerieten Banken dadurch an den Rand des Ruins. An den Verbriefungsm&auml;rkten ist das Gesch&auml;ft seither fast vollst&auml;ndig zum Erliegen gekommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/marketsNews\/idDEBEE5520A420090603\">Reuters Deutschland<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu schreibt Professor Schmelz:<\/strong> <em>Zur &bdquo;Analyse der Ursachen der &sbquo;Finanzkrise&rsquo; und den daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen und Konsequenzen&ldquo; habe wohl nicht nur ich den Eindruck, dass dieses Ph&auml;nomen von den interessierten Kreisen schlicht als &sbquo;Betriebsunfall&rsquo; angesehen wird. Diese Kreise haben offensichtlich (wie k&ouml;nnte es auch anders ein) kein Interesse daran, ernsthafte Konsequenzen aus den Vorg&auml;ngen zu ziehen und Ver&auml;nderungen vorzunehmen. Sobald die entstandenen Verluste effektiv auf &sbquo;den Staat&rsquo; abgew&auml;lzt sind (&bdquo;Wenn die Bankbilanzen bereinigt sind &hellip;&ldquo;), soll es weitergehen wie &sbquo;vorher&rsquo;. Allenfalls offensichtlich &sbquo;kriminelle Ausw&uuml;chse&rsquo; sollen bek&auml;mpft, ansonsten h&ouml;chstens ein paar &sbquo;alibische Etiketten&rsquo; angebracht werden &ndash; dann geht die Party wieder los (&hellip;)<\/em><\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich sind &sbquo;Verbriefungen&rsquo; nicht von vornherein zu verteufeln; grunds&auml;tzlich sind sie ein bedeutendes &sbquo;Refinanzierungssystem&rsquo;, insbesondere im angels&auml;chsischen Banken-Bereich. Dank der Anstrengungen der deutschen Banken und ihrer m&auml;chtigen Lobby etwa seit 2002 hat dieses (zu &sbquo;Einlagen&rsquo; und &sbquo;Pfandbriefen&rsquo;) alternative Refinanzierungssystem seitdem zwar auch in Deutschland Fu&szlig; gefasst. Sein Anteil am gesamten Refinanzierungssystem der Banken ist jedoch nach den mir zur Verf&uuml;gung stehenden Zahlen sehr bescheiden geblieben. Ernst zu nehmende (d.h. nicht lobbyistisch induzierte und infizierte) wissenschaftliche Untersuchungen dar&uuml;ber gibt es meines Wissens bisher nicht. (Das k&ouml;nnte ja die &sbquo;Argumente&rsquo; der Finanz-Lobby widerlegen.)<\/p>\n<p>Es kann wohl auch davon ausgegangen werden, dass die &sbquo;Verbriefungstechnik&rsquo; f&uuml;r einige &sbquo;assets&rsquo; (z.B. Leasingforderungen, Kfz-Finanzierungen, usw.) durchaus tauglich und nicht mit unakzeptablen &sbquo;Nebenwirkungen&rsquo; verbunden ist. Ob das aber nach dem &sbquo;american way&rsquo; auch f&uuml;r das asset &sbquo;Kreditforderungen von Banken&rsquo; gilt, wage ich zu bezweifeln. Hier bed&uuml;rften die &sbquo;Nebenwirkungen&rsquo; wohl doch genauerer (unabh&auml;ngiger und interdisziplin&auml;rer) wissenschaftlicher Untersuchung &ndash; vor politischen Entscheidungen! Mit einem &sbquo;Beipackzettel&rsquo; (&bdquo;Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Banker!&ldquo;) im Sinne des ach so beliebten, weil &sbquo;billigen&rsquo; Transparenz-Gebots kann und darf es nicht getan sein!<\/p>\n<p>Ich deute hier nur an, woran man dabei z.B. denken und was man untersuchen m&uuml;sste:<\/p>\n<p>Die allgemeine und volumenm&auml;&szlig;ig etwa gar noch steigende &sbquo;Verbriefung von Kreditforderungen der Banken&rsquo; f&uuml;hrt zu einem vollst&auml;ndigen Bruch mit der &sbquo;kontinentaleurop&auml;ischen Kreditkultur&rsquo;, auch was deren rechtliche Ausgestaltung und Rahmenbedingungen betrifft. Dies gilt insbesondere f&uuml;r die Gesch&auml;ftsgrundlage und den Interessenausgleich in der &sbquo;langfristigen Bindung von Kreditgeber und Kreditnehmer&rsquo;, die dadurch n&auml;mlich praktisch wegf&auml;llt. Gerade im Bereich der Finanzierung des &sbquo;Mittelstandes&rsquo; ist diese Nebenwirkung aber t&ouml;dlich!<\/p>\n<p>Gerade der deutschen Verbriefungs-Lobby geht es bei der &sbquo;Verbriefung von Kreditforderungen der Banken&rsquo; aber auch gar nicht in erster Linie um ein &sbquo;alternatives Refinanzierungssystem&rsquo; (durch das trotz seines nur geringen Anteils bekanntlich das &sbquo;Pfandbrief-System&rsquo; bereits massiv gef&auml;hrdet wurde). In Deutschland wurde und wird die &sbquo;Verbriefung von Kreditforderungen der Banken&rsquo; tats&auml;chlich in erster Linie als Mittel der &sbquo;Bew&auml;ltigung von Problemkrediten&rsquo; eingesetzt! &sbquo;Normale&rsquo; Kredite werden den Verkaufs-Paketen aus &sbquo;non performing loans&rsquo; (&sbquo;NPL&rsquo;) n&auml;mlich nur in geringem Umfang (durchschnittlich ca. 20 %) &sbquo;beigemischt&rsquo;, weil diese sich sonst gar nicht &sbquo;verkaufen&rsquo; lie&szlig;en. Dann ist aber bei der Verbriefung solcher &sbquo;Portfolios&rsquo; (die nach meinen Recherchen h&auml;ufig nur zu diesem Zweck verkauft wurden, insbesondere im Lehman-Dunstkreis) die T&auml;uschung der Investoren, welche die Verbriefungs-&sbquo;Wertpapiere&rsquo; kaufen sollen, systemisch &sbquo;eingebaut&rsquo;. Kein Wunder, dass dieser Verbriefungsmarkt &sbquo;tot&rsquo; ist &ndash; er sollte es auch bleiben.<\/p>\n<p>Und die &sbquo;Moral von der Geschicht&rsquo;? &Uuml;berlass das Ding den Bankern nicht!<\/p>\n<p>Im hektischen Getriebe der &sbquo;Krisenbew&auml;ltigung&rsquo; (um jeden Preis) fehlt es an politischen, aufsichtlichen und wissenschaftlichen Strukturen, welche die &sbquo;historische Bewusstlosigkeit&rsquo; &uuml;berwinden, nicht nur eindimensional, sondern systemisch-vernetzt denken und ohne einseitig oder gar dem eigenen Profit dienendes &sbquo;Erkenntnisinteresse&rsquo; interdisziplin&auml;r analysieren und L&ouml;sungsvorschl&auml;ge erarbeiten.<\/p>\n<p>K&ouml;nnen wir uns das noch leisten? Warum erf&uuml;llt &sbquo;die Politik&rsquo; nicht ihre ureigenste Aufgabe, sich &sbquo;belastbare Informationen&rsquo; als Grundlage f&uuml;r ihre (h&auml;ufig ja f&uuml;r &sbquo;die Gesellschaft&rsquo; schicksalhaft weichenstellenden) Entscheidungen zu beschaffen? Muss einem nicht schon der gesunde Menschenverstand sagen, dass diejenigen, welche die Katastrophe angerichtet haben (die &bdquo;masters of desaster&ldquo;) nicht die einzigen, ma&szlig;geblichen &sbquo;Ratgeber&rsquo; f&uuml;r deren &Uuml;berwindung sein k&ouml;nnen und d&uuml;rfen?<br>\nOh Herr, schmei&szlig; Hirn vom Himmel auf Berlin (&hellip;)<\/p>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Schon wieder Zocker-Anleihen <\/strong><br>\nEKHN-Finanzchef Striegler: Mit der Lernf&auml;higkeit der Branche kann es nicht weit her sein<br>\nDeutlich mehr als 150 Prozent j&auml;hrlicher Rendite mitten in der weltweiten Finanzkrise versprechen Offerten, die bedeutende deutsche Investmenth&auml;user gro&szlig;en Investoren derzeit schon wieder diskret anbieten, und die erneut unverhohlen auf blinde Gier zielen. Darauf weist der Finanzdezernent der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Oberkirchenrat Heinz-Thomas Striegler, in einem Beitrag f&uuml;r die am 7. Juni in Frankfurt erscheinende &bdquo;Evangelische Sonntagszeitung&ldquo; hin. <\/p>\n<p>Striegler wurde von einem namhaften deutschen Finanzhaus das amerikanische sogenannte TALF-Programm (Term Asset-Backed Securities Loan Facility) angeboten, mit dem die US-Regierung &uuml;ber ein Kreditsystem den Handel mit speziellen US-Papieren wieder in Gang bringen will. Besondere Sicherheiten sind ebenso wenig erforderlich wie eine Nachschusspflicht der Investoren im Fall von etwaigen Zahlungsausf&auml;llen. Das Ganze wurde als &bdquo;ausgesprochen attraktives Chance-Risiko-Profil&ldquo; dargestellt.<\/p>\n<p>Als m&ouml;gliche j&auml;hrliche Eigenkapitalrendite wurden 169 Prozent angegeben, bezogen auf die Laufzeit von vier Jahren 676 Prozent. Mit anderen Worten: In einer Zeit, in der sogenannte High-Yields, hoch riskante Anleihen, mit Renditem&ouml;glichkeiten von 15 bis 20 % pro Jahr beworben werden und eine 10-j&auml;hrige Bundesanleihe mit etwa 3,4 % pro Jahr verzinst wird, bot man der EKHN das F&uuml;nfzigfache an. <\/p>\n<p>Striegler w&ouml;rtlich: &bdquo;Mit der Lernf&auml;higkeit der Branche kann es nicht weit her sein &hellip; Denn hier war es ja schon wieder: Das Angebot einer vermeintlich seri&ouml;sen Adresse, das Risiken nicht zu kennen schien und unverhohlen schon wieder auf die Gier so mancher Investoren zielte.&ldquo; Noch nicht einmal ein Jahr nach den Ereignissen der globalen Finanzmarktkrise und mitten in der schwersten weltweiten Rezession seit dem 2. Weltkrieg stelle sich die Frage, ob die angek&uuml;ndigte R&uuml;ckf&uuml;hrung der Finanzm&auml;rkte auf die reale &Ouml;konomie und die neuen Spielregeln f&uuml;r die Finanzm&auml;rkte nicht nur ein sch&ouml;ner Schein seien. <\/p>\n<p>Das erst wenige Tage alte Angebot auf seinem Schreibtisch, so Striegler weiter, lege einen solch bitteren Schluss nahe. &bdquo;Dass es ausgerechnet einem kirchlichen Anleger zugesandt wurde, der sich um Nachhaltigkeit und die Einhaltung ethischer Anlagerichtlinien bem&uuml;ht, m&ouml;ge ein Versehen im Gesch&auml;ftsgeschehen gewesen sein. Es zeigt aber auch, wie der Markt reagiert, sobald er mit Hilfe von Steuermittel-Milliarden wieder Leben eingehaucht bekommen hat.&ldquo; Ihn besch&auml;ftige der Gedanke, ob nicht jetzt schon &ndash; kaum der Intensivstation entronnen &ndash; bereits der Grundstein f&uuml;r die n&auml;chste, noch wuchtigere Krise des weltweiten Finanzsystems gelegt werde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ekhn.de\/\">Evangelische Kirche Hessen-Nassau<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Sehenden Auges in die Pleite<\/strong><br>\nAllein die Krise sei verantwortlich f&uuml;r den Zusammenbruch der Immobilienbank Hypo Real Estate &ndash; behaupten die damals zust&auml;ndigen Aufsichtsgremien. Im Untersuchungsausschuss des Bundestages zeigt sich nun jedoch: Die Finanzaufsicht wusste schon im Herbst 2007 von den hohen Risiken bei der Bank.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/Hypo-Real-Estate;art271,2814921?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man sollte sich speziell in diesem Fall nicht so sehr auf die Bankenaufsicht konzentrieren. Die Bafin hat zusammen mit der Bundesbank fr&uuml;hzeitig eine Sonderpr&uuml;fung eingeleitet und eine umfassende M&auml;ngelliste erstellt. Der Finanzminister, Peer Steinbr&uuml;ck, und sein Staatssekret&auml;r, J&ouml;rg Asmussen, wurden informiert, nur haben diese zu diesem Zeitpunkt noch so getan, als ob Finanzkrise ein rein amerikanisches Problem sei.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu auch: <\/em><\/p>\n<p><strong>HRE hatte ihre Risiken nicht im Griff<\/strong><br>\nDie Bundesbank macht der Hypo Real Estate schwere Vorw&uuml;rfe: In ihrem Pr&uuml;fbericht listet die Beamten schwerwiegende Vers&auml;umnisse bei der Erfassung von Risiken auf. Das wirft kein gutes Licht auf die Aufsicht der Bank. Und dazu z&auml;hlen auch prominente Politker. Unter dem Strich war die HRE nach der &Uuml;bernahme des irischen Staatsfinanzierers Depfa im Oktober 2007 offensichtlich zu keinem Zeitpunkt in der Lage, ihre Risiken angemessen zu erfassen. Im September 2008 konnte der Immobilienfinanzierer nur durch ein Engagement der &ouml;ffentlichen Hand und der Kreditwirtschaft aufgefangen werden, das sich mittlerweile auf mehr als 100 Mrd.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/banken-versicherungen\/hre-hatte-ihre-risiken-nicht-im-griff;2326753\">Handelsblatt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>EZB-Chef wehrt sich gegen Merkel-Kritik<\/strong><br>\nZB-Pr&auml;sident Jean-Claude Trichet hat in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Vorwurf zur&uuml;ckgewiesen, die Europ&auml;ische Zentralbank lasse sich bei ihren Entscheidungen von au&szlig;en beeinflussen. Spitzen&ouml;konomen halten dagegen die von Merkel ge&auml;u&szlig;erte Kritik f&uuml;r gerechtfertigt. Der Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hat Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur&uuml;ckgewiesen, die EZB habe sich in der globalen Finanzkrise internationalem Druck gebeugt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/ezb-chef-wehrt-sich-gegen-merkel-kritik;2326937\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Regierung und Fraktionen sehen noch Risiken bei Opel-Konzept<\/strong><br>\nDas bei Gespr&auml;chen im Kanzleramt am 29. Mai erzielte &ldquo;Memorandum of Understanding&rdquo; (MoU) &uuml;ber die Zukunft des Autobauers Opel ist unverbindlich und enth&auml;lt Risiken. Diese Einsch&auml;tzung &auml;u&szlig;erten die Bundesregierung und alle Fraktionen am Mittwoch in einer Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erkl&auml;rte, das Memorandum, das den Einstieg des Zulieferers Magna vorsieht, sei zun&auml;chst einmal unverbindlich. Das Risiko des Scheiterns sei durchaus noch vorhanden. Daher habe sein Ministerium auch ein weiteres Gespr&auml;ch mit einem chinesischen Interessenten gef&uuml;hrt. Guttenberg, der zun&auml;chst einer Insolvenzl&ouml;sung den Vorrang vor dem jetzt gefundenen Treuhand-Modell gegeben hatte, erkl&auml;rte: &ldquo;Ich werde mich am Prozess des Gelingens nach Kr&auml;ften beteiligen.&rdquo; \n<p>Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck (SPD) wies darauf hin, nach Unterzeichnung des Memorandums werde ein Vertragsabschluss in 4 bis 6 Monaten erwartet. Es gebe kein besseres Angebot als das von Magna. Der Finanzminister sagte, dass es sich bei der in dem Memorandum vorgesehenen Br&uuml;ckenfinanzierung f&uuml;r Opel durch einen Kredit der Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau (KfW) um eine Liquidit&auml;tshilfe handele. Falls dieser Kredit nicht zur&uuml;ckgezahlt werden k&ouml;nne, hafte der Bund. Nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums zahlt die KfW 750 Millionen Euro. Weitere 750 Millionen Br&uuml;ckenfinanzierung kommen von den L&auml;ndern. Die zun&auml;chst im MoU vorgesehene Beteiligung von Magna in H&ouml;he von 300 Millionen Euro werde nicht realisiert.<br>\nDie SPD-Fraktion zeigte sich froh, dass die Opel-Rettungsaktion gerade noch rechtzeitig geklappt habe, ehe der amerikanische Mutterkonzern General Motors Insolvenz angemeldet habe. Es sei allen klar, dass das Memorandum mit Risiken verbunden sei. Es h&auml;tte aber mindestens so viele Risiken gegeben, wenn Opel auch in die Insolvenz gegangen sei. Die CDU\/CSU-Fraktion warb um Verst&auml;ndnis, angesichts des Zeitdrucks bei den Verhandlungen m&uuml;sse man verstehen, dass es zu einer L&ouml;sung mit Risiken gekommen sei.<\/p>\n<p>Die FDP-Fraktion erkl&auml;rte, ihre Sorgen seien nicht kleiner geworden. Das Memorandum sei &ldquo;rechtlich fast ein Nullum&rdquo;. Die FDP-Fraktion kritisierte, dass Opel Mittel aus Deutschland in H&ouml;he von 1,5 Milliarden Euro erhalte, von denen 40 Prozent nach Gro&szlig;britannien und Spanien flie&szlig;en w&uuml;rden. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums war es auch bei der Treuhandl&ouml;sung nicht zu verhindern gewesen, dass ein Teil dieser Mittel in andere europ&auml;ische L&auml;nder flie&szlig;t. Es m&uuml;sse darum gehen, die europ&auml;ischen Partner in Zukunft einzubinden.<br>\nDie Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen bezeichnete die Verhandlungen &uuml;ber Opel als &ldquo;maximal intransparent&rdquo;. Die Risikoeinsch&auml;tzung zwischen Wirtschafts- und Finanzministerium sei unterschiedlich. Die Fraktion kritisierte besonders, dass Opel von der Nutzung zukunftstr&auml;chtiger GM-Technologien wie der Brennstoffzellentechnologie ausgeschlossen werde. Die Linksfraktion begr&uuml;&szlig;te, dass ein Schritt in Richtung Rettung von Opel unternommen worden sei. Der amerikanische Mutterkonzern GM habe aber &uuml;ber die Treuhand, in die er 65 Prozent der Anteile von Opel einbringen werde, weiter ma&szlig;geblichen Einfluss. Die deutsche &ouml;ffentliche Hand habe dagegen nicht einmal ein Vetorecht in den Treuhandgremien. Eine Beteiligung der Bundesl&auml;nder an Opel w&auml;re besser gewesen, so die Linksfraktion.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_170\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Fiat f&uuml;hlt sich bei Opel ausgetrickst<\/strong><br>\nFiat ist bei der Opel-&Uuml;bernahme nicht zum Zuge gekommen. Jetzt ist der Zorn gro&szlig; &ndash; weil der Bund f&uuml;r den Kontrahenten Magna einen Kredit von 300 Millionen Euro &uuml;bernimmt. Man sei sehr ver&auml;rgert, hie&szlig; es, dass die Bundesregierung am Dienstag einen Notkredit von 300 Millionen Euro an Opel angewiesen habe, den urspr&uuml;nglich Magna &uuml;bernehmen sollte. Wegen dieser zus&auml;tzlichen 300 Millionen Euro, die von den Investoren verlangt worden seien, sei man in der vorigen Woche aus den Verhandlungen ausgestiegen, hie&szlig; es bei Fiat. Es sei seltsam, dass nun die Bundesregierung die Zahlung &uuml;bernommen habe. Offenbar sei in den Verhandlungen mit &ldquo;gezinkten Karten&rdquo; operiert worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/303\/470847\/text\/print.html\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Lage bei Arcandor immer schlimmer<\/strong><br>\nEin neuer Bericht zeigt, dass die Lage des Touristik- und Warenhauskonzerns weit kritischer ist als bisher angenommen. Das Eigenkapital ist fast weg &ndash; daf&uuml;r sind aber weniger Arbeitspl&auml;tze gef&auml;hrdet.80 Seiten hat der Bericht und er zeigt ein anderes Bild von Arcandor als das, was das Management des Essener Warenhaus- und Touristikkonzerns bisher in der &Ouml;ffentlichkeit pr&auml;sentiert hat. Das belegt das Gutachten, das die Bundesregierung in Auftrag gegeben hat und das dem &bdquo;Handelsblatt&ldquo; exklusiv vorliegt. Zum einen sehen die beauftragten Berater der Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft Pricewaterhouse- Coopers (PWC) die Lage weit kritischer als bislang angenommen. Zum anderen seien aber weniger Arbeitspl&auml;tze gef&auml;hrdet als von Vorstandschef Karl-Gerhard Eick behauptet. Die Bundesregierung hatte das Gutachten in Auftrag gegeben, weil Arcandor zur Rettung des Unternehmens um eine B&uuml;rgschaft des Staates bittet. Am 12. Juni werden Kredite im Volumen von 650 Millionen Euro f&auml;llig. &bdquo;Von dem kreditgebenden Konsortium wurde uns f&uuml;r Arcandor eine Ein-Jahres-Ausfallwahrscheinlichkeit von 20 Prozent mitgeteilt&ldquo;, hei&szlig;t es nun in dem Gutachten. Entsprechend hoch w&auml;re im Falle einer Staatsb&uuml;rgschaft die Gefahr, dass der Steuerzahler bereits in den ersten zw&ouml;lf Monaten zur Kasse gebeten w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/Arcandor;art271,2815058\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Klaus F. Zimmermann: Die h&ouml;here Mehrwertsteuer kommt<\/strong><br>\nDie &ouml;ffentlichen Haushalte mit der Keule angedrohter Steuersenkungen zur Disziplin zu bringen hat sich schon in den vergangenen Jahren als unm&ouml;glich erwiesen. Dass Steuersenkungen unter den absehbaren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen m&ouml;glich sind, wird man m&uuml;ndigen B&uuml;rgern nur schwer klarmachen k&ouml;nnen. Insoweit sind Steuererh&ouml;hungen unvermeidbar &ndash; dies ist eine Prognose, kein Wunsch. Unternehmen- und Einkommensteuern sind aber in den vergangenen Jahren aus guten Gr&uuml;nden auf breiter Front gesenkt worden. Sie sollen Leistungsanreize st&auml;rken und die Produktion in Deutschland erm&ouml;glichen. Darauf kann nicht verzichtet werden. So bleibt nur die Mehrwertsteuer, mit der das Problem nachhaltig angegangen werden kann. Mit einer Anhebung von 19 Prozent auf bis zu 25 Prozent w&uuml;rden wir in Europa aus dem Mittelfeld in die Spitzengruppe r&uuml;cken. Allerdings ist absehbar, dass auch andere europ&auml;ische Staaten vor einer &auml;hnlichen Entscheidung stehen. Die Mehrwertsteuer belastet nicht die volkswirtschaftliche Leistungserstellung und die Ersparnisse, sondern nur den Verbrauch. Sie wirkt auf einer breiten Basis, bindet also die gesamte Bev&ouml;lkerung mit ein. Es gibt kaum Ausweichreaktionen und wenig Gestaltungsm&ouml;glichkeiten. Die Steuer bezieht auch die Importe mit ein und belastet damit auch ausl&auml;ndische Produktionsfaktoren. Dagegen sind die Exporte nicht betroffen, die bei alternativen Finanzierungen der Staatslasten verteuert w&uuml;rden. Von den Exporten, immerhin schon 50 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts, erwarten wir aber auch k&uuml;nftig den wirtschaftlichen Aufschwung. Konjunkturelle Gr&uuml;nde sprechen f&uuml;r eine rasche Ank&uuml;ndigung der Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer zum Jahresbeginn 2011. Die B&uuml;rger ziehen dann gr&ouml;&szlig;ere Eink&auml;ufe vor, was schon bald und insbesondere in dem von wirtschaftlicher Stagnation bedrohten Jahr 2010 die Konjunktur st&auml;rken d&uuml;rfte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubB8DFB31915A443D98590B0D538FC0BEC\/Doc~EAC53253FC2B446B18E21D4E521A17419~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Hier findet sich die typische Argumentation des Weiter-so: Die Binnennachfrage ist uninteressant, der Export ist alles. Ja, die Mehrwertsteuererh&ouml;hung trifft alle, nur sie trifft, diejenigen &uuml;berproportional stark, die ihr gesamtes Einkommen verkonsumieren m&uuml;ssen. Sie sollen als vor allem die Last des Schuldenabbaus zu sp&uuml;ren bekommen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Bundesagentur rudert zur&uuml;ck<\/strong><br>\nSensibles Thema, gro&szlig;e Emotionen: Die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit will nun doch nicht mutma&szlig;liche Hartz-IV-Betr&uuml;ger &ldquo;observieren&rdquo;. Der entsprechende Passus in einer Dienstanweisung wird gestrichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/450\/470994\/text\/print.html\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das hat nat&uuml;rlich &uuml;berhaupt nichts damit zu tun, dass der Landesdatenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, die Einschaltung von Sozialdetektiven als &ldquo;schlicht rechtswidrig&rdquo; eingestuft hatte und das Erwerbslosen Forum Deutschland gerichtliche Schritte gegen die BA einleiten wollte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Gesetzesh&uuml;ter<\/strong><br>\nWie die deutschen Bierbrauer neue Gesetze gegen Alkoholmissbrauch verhindern und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung entmachten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/21\/DOS-Alkohol\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das Thema Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen ist ernst, aber der Artikel von Marian Blasberg und Roman Pletter geht weit dar&uuml;ber hinaus. Er zeigt beispielhaft, wie Lobbyarbeit funktioniert.- Traurig stimmt die Mehrzahl der Leserkommentare, die nicht sehen wollen, dass genau nach diesem Muster Gesetzesinitiativen reiften, welche die gro&szlig;e Zockerei an den Finanzm&auml;rkten erm&ouml;glichte und heute Arbeitspl&auml;tze kosten. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Zur Wahl des Europ&auml;ischen Parlaments<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&Uuml;bersicht deutscher Sicherheits- und &Uuml;berwachungsgesetze, ihres kritischen Inhalts und des Stimmverhaltens der Fraktionen im Deutschen Bundestag<\/strong><br>\nDer Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (&ldquo;Freiheit statt Angst!&rdquo;) stellt in seiner Pressemitteilung (04.06.2009) einen Vergleich der Parteien unter B&uuml;rgerInnenrechte-Aspekten\/&Uuml;berwachung vor<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.buergerrechte-waehlen.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=25&amp;Itemid=40\">Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>ParlamentskandidatInnen versprechen, die Konzerndominanz in Br&uuml;ssel zu stoppen <\/strong><br>\nMehr als 350 KandidatInnen f&uuml;r die EU-Parlamentswahlen am 7. Juni haben das Versprechen abgegeben, sich f&uuml;r eine Europ&auml;ische Union einzusetzen, die die Interessen der Menschen &uuml;ber Profitinteressen stellt. Dies ist das Ergebnis der EU-weiten Kampagne &ldquo;Nehmen Sie Ihre EU-Kandidaten in die Pflicht!&ldquo; (<a href=\"http:\/\/www.electioncampaign.eu\">www.electioncampaign.eu<\/a>).\n<p>B&uuml;rgerInnen aus allen 27 Mitgliedsstaaten haben in den letzten Wochen von ihren EU-KandidatInnen gefordert, sich im Falle einer Wahl f&uuml;r folgende vier Ma&szlig;nahmen einzusetzen: die verpflichtende Registrierung und Berichtspflicht f&uuml;r Lobbyisten; strenge gesetzliche Regeln f&uuml;r die Verantwortung von Konzernen; eine EU-Handelspolitik, die Gerechtigkeit &uuml;ber Konzerninteressen stellt, sowie eine strenge Regulierung der Finanzm&auml;rkte, die Steuerflucht und Korruption verhindert.<\/p>\n<p>Die Kampagne &ldquo;Nehmen Sie Ihre EU-Kandidaten in die Pflicht!&ldquo; wird von vier europaweiten zivilgesellschaftlichen Netzwerken &ndash; der Allianz f&uuml;r Lobbying Transparenz und Ethik Regeln (ALTER-EU), dem Europ&auml;ischen Attac-Netzwerk, dem Seattle to Brussels Netzwerk (S2B) und der European Coalition for Corporate Justice (ECCJ) &ndash; betrieben, die mehr als 400<br>\nzivilgesellschaftliche Organisationen, NGOs und soziale Bewegungen repr&auml;sentieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/aktuell\/presse\/detailsicht\/datum\/2009\/06\/04\/eu-parlamentskandidatinnen-versprechen-die-konzerndominanz-in-bruessel-zu-stoppen\/?cHash=7552ddea3f\">attac<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Immer im Strom des Neoliberalismus<\/strong><br>\nHintergrund. Zur Wirtschafts- und W&auml;hrungspolitik der SPD im Europ&auml;ischen Parlament in den Jahren 2004 bis 2009<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/06-05\/020.php\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Ein sozialeres Europa : &ldquo;Wir brauchen den Druck der Strasse&rdquo; <\/strong><br>\nDer SPD-Europa-Politiker Jo Leinen und der Politikwissenschaftler Fritz W. Scharpf diskutieren &uuml;ber das unterschiedliche Niveau der Sozialsysteme in Europa, die M&ouml;glichkeiten einer EU-Sozialpolitik und die sozialpolitische Macht des Europ&auml;ischen Gerichtshofes<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2009%2F06%2F03%2Fa0055&amp;cHash=a3e0b7923e&amp;type=98\">TAZ<\/a>\n<p><strong>Anmerkung B.B.:<\/strong><em> Es ist ein interessantes &ldquo;Highlight&rdquo; in der journalistischen Landschaft, dass Sabine Herre hier einen Vertreter des Europ&auml;ischen Parlamentes in der Gestalt des Jo Leinen und den prominenten Kritiker der bisherigen Praxis eines sozialen Europa (das &ldquo;Europ&auml;ische Sozialmodell&rdquo; ist eine Illusion) vor der Europawahl zusammengef&uuml;hrt hat. Um es gleich vorweg zu nehmen, f&uuml;r mich fehlt als zentraler Aspekt die &Ouml;konomie. Hier h&auml;tte z.B. noch ein Heiner Flassbeck, Gustav Horn oder Michael Dauderst&auml;dt in diesem Fragenkomplex dazu geh&ouml;rt. So beschr&auml;nkt sich das ganze auf die Institutionen (Rechtsetzung und Rechtsprechung in Europa) zwischen dem Juristen Jo Leinen und dem Politikwissenschaftler Fritz W. Scharpf. Aber das ist schon interessant genug. Na ja, dass bei Jo Leinen der Stabilt&auml;ts- und Wachstumspakt (Paul Krugman : &ldquo;Eine Dummheit&rdquo;) als Vorbild (!) f&uuml;r ein Sozialprotokoll hingestellt wird, bringt schon ein St&uuml;ck von diesem Manko. Nun dieses Sozialprotokoll hatte Fritz Scharpf in einem Buch schon vor 10 Jahren als notwendige Erg&auml;nzung f&uuml;r Europa vorgeschlagen &ndash; und es steht auch heute wieder in den Sternen. So bleibt die Forderung der (deutschen) Gewerkschaften nach einem sozialeren Europa zun&auml;chst einfach weiterhin ein &ldquo;Traum&rdquo;, zu dem anscheinend das Europaparlament wenig beizutragen vermag &ndash; wenigstens auf absehbare Zeit. <\/em><\/p>\n<p>Verzeihung, wenn ich dies jetzt einfach ein wenig zuspitze, diese Wahlkampffloskel der SPD f&uuml;r ein &ldquo;Soziales Europa&rdquo; kommt mir vor, wie wenn ein Impotenter verspricht, er w&uuml;rde doch noch einmal ein Kind zeugen. <\/p>\n<p>Wie &ldquo;m&auml;chtig&rdquo; das EU-Parlament gegen&uuml;ber der aktuellen Rechtsprechung des EuGH ist, die die marktradikale EU-Verfassung zum Hebel nimmt, um mit der Freiheit der Unternehmer alles an sozialen und Arbeitnehmerrechten auszuhebeln, hat Anne-Cecil Robert in ihrem Artikel &ldquo;Die Klempner von Europa&rdquo; systematisch beschrieben. Nur auch hier ist das Verfahren so komplex, dass bis zum schlichten Ergebnis der absoluten Ohnmacht des Parlamentes gegen&uuml;ber Kommission und EuGH auf der Grundlage dieser alle nationalen Grundrechte aushebelnden EU-&ldquo;Verfassung&rdquo; viele Winkelz&uuml;ge verfolgt werden m&uuml;ssen (siehe Monde Diplomatique vom M&auml;rz 2009).<\/p>\n<p>So versucht sich in dieser Frage auch Jo Leinen einfach aus der Schlinge zu ziehen, indem er meint, so w&uuml;rde er den EuGH nicht abqualifizieren, obwohl er vorher gesagt hat, dass diese Urteile nicht zu akzeptieren sind. <\/p>\n<p>Um die Bedeutung dieses EuGH f&uuml;r die Arbeitnehmer-Rechte &ndash; insbesondere sein zentrales Herzst&uuml;ck, die Tarifautonomie &ndash; konkreter zu begreifen, sollte man eben wieder einmal einen Blick in dieses Werk von Martin H&ouml;pner u.a. &ldquo;Die politische &Ouml;konomie der europ&auml;ischen Integration&rdquo; werfen &ndash; und dort gerade die S.23 ff.) &ndash; oder auch kurz: B&ouml;ckler.<\/p>\n<p>So bleibt eben als Fazit, dass allein die &ldquo;Spirale nach unten&rdquo; f&uuml;r das soziale Europa der m&ouml;gliche Weg wird. Dies hat Scharpf dann als &ldquo;negative Integration&rdquo; bezeichnet &ndash; und aus dieser doch mehr zum Elend neigenden sozialen Perspektive weist uns Jo Leinen keinen praktikablen, parlamentarischen Weg in Europa. So erscheint es dann schon etwas hilflos, wenn als &ldquo;letzter Ausweg&rdquo; dann nur noch der &ldquo;Druck der Stra&szlig;e&rdquo; &ndash; seligen Andenkens an &ldquo;Container-Jo&rdquo; in der Anti-Atomkraftbewegung &ndash; f&uuml;r Jo Leinen heute bleibt. Aber wer sich noch f&uuml;r die &ouml;konomische Dimension, die hier ja ausgespart wurde, interessiert, der sei auf die von Deutschland ausgehenden &ndash; f&uuml;r die soziale Dimension so sch&auml;dlichen &ndash; &ouml;konomischen Ungleichgewichte hingewiesen. Erst mit dieser Gesamtschau bekommt man doch m.E. ein &ldquo;Gesamtbild&rdquo; des gegenw&auml;rtigen &ldquo;Sozialen Europa&rdquo;. <\/p>\n<p>P.S.: Und es muss immer wieder daran erinnert werden, dass diese marktradikale EU-&ldquo;Verfassung&rdquo;, die die Basis f&uuml;r den Schrecken des Sozialen in Europa geworden ist, nicht zuletzt auch von der SPD durch die Parlamente &ndash; am B&uuml;rger vorbei &ndash; gehievt wurde. Vorher hatten die Plebiszite in Frankreich und den Niederlanden ein &ldquo;No&rdquo; gebracht. Dies macht wieder so deutlich, dass das bisherige Projekt Europa ein Projekt der neoliberalen Eliten von Politik und Wirtschaft gegen die Bev&ouml;lkerung ist &ndash; wenigstens bisher !<br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2009\/03\/13.mondeText.artikel,a0004.idx,1\">Le monde diplomatique<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_94475.html\">B&ouml;ckler<\/a><br>\nQuelle 4: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/impuls_2009_05_4-5.pdf\">B&ouml;ckler [PDF &ndash; 269 KB]<\/a><br>\nQuelle 5: <a href=\"?p=3877\">Nachdenkseiten<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Lobbyarbeit: Gro&szlig;er B&auml;r setzt keine Themen<\/strong><br>\nDie Deutschen treten mittlerweile in Kleinstadt-St&auml;rke in Br&uuml;ssel an, um an der Gesetzgebung mitzuwirken. Dabei vertritt Deutschland seine Interessen in der Europ&auml;ischen Union zwar professionell, aber wenig offensiv. Insider beklagen, dass Deutschland in der EU viel zu zur&uuml;ckhaltend auftrete.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/_b=2319662,_p=6,_t=ftprint,doc_page=0;printpage\">Handelsblatt<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/was-wirtschaftsverbaende-fuer-eu-lobbying-zahlen;2319511\">Handelsblatt<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Rechtskonservative, Rechtspopulisten und Rechtsextreme d&uuml;rften zu den Gewinnern der Europawahl z&auml;hlen<\/strong><br>\nSeit den letzten Wahlen zum Europaparlament im Jahr 2004 haben rechte Parteien jenseits des traditionellen Konservatismus in vielen Mitgliedsl&auml;ndern der Union ihre Stellung ausgebaut. Zus&auml;tzlichen Auftrieb gibt ihnen die Wirtschaftskrise. Deshalb k&ouml;nnen sie am 7. Juni mit Stimmengewinnen rechnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30455\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Diese Krisengewinnler von rechts m&ouml;glichst klein zu halten ist einer der wichtigsten Gr&uuml;nde w&auml;hlen zu gehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Europas Rand br&ouml;ckelt<\/strong><br>\nIn Lettland macht sich Verzweiflung breit. Die Wirtschaft des einstigen baltischen Tigers legt den europaweit steilsten Absturz hin. Das Land wird nur von einem Rettungskredit von IWF und EU &uuml;ber Wasser gehalten. Geht es noch schlimmer? Allerdings. &ldquo;In den n&auml;chsten Tagen&rdquo;, wenigstens &ldquo;Anfang n&auml;chster Woche&rdquo;, fleht Lettlands Ministerpr&auml;sident Valdis Dombrovskis, m&uuml;ssten Internationaler W&auml;hrungsfonds (IWF) und Europ&auml;ische Kommission eine zweite Tranche ihres 7,5 Milliarden Euro umfassenden Hilfskreditprogramms freigeben. Sp&auml;testens im Juli brauche das baltische Land 1,2 Milliarden Euro, sonst drohe der Staatsbankrott.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/0,2828,628615,00.html\">manager-magazin<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Nochmals Koch-Mehrin:<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>FDP-Spitzenkandidatin wehrt sich<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www3.ndr.de\/sendungen\/zapp\/media\/zapp3320.html\">Zapp<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Fall Koch-Mehrin: &ldquo;Einfach mal frei Schnauze&rdquo;<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/345\/470889\/text\/\">SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Ph&auml;nomen oder Gespenst?<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/1784936_EU-Kandidatin-Koch-Mehrin-Phaenomen-oder-Gespenst.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung in eigener Sache (WL):<\/strong> <a href=\"?p=3984#h19\">In den Hinweisen von gestern<\/a> haben wir berichtet, dass Silvana Koch-Mehrin Mitbegr&uuml;nderin und gesch&auml;ftsf&uuml;hrende Gesellschafterin von Conseill&eacute; + Partners in Br&uuml;ssel sei. Wir haben uns dabei auf den Lebenslauf von Koch-Mehrin gest&uuml;tzt, wie er in der Mitgliederliste des F&ouml;rdervereins der <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/insm\/Community\/Foerderverein\/Mitglieder-des-Foerdervereins\/Dr-Silvana-Koch-Mehrin.html\">Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wiedergegeben wird<\/a>. Ein Leser hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass es auf der Website der FDP hei&szlig;t: &bdquo;1999 &ndash; 2004 Mitbegr&uuml;nderin und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin einer Public Affairs Agentur in Br&uuml;ssel&ldquo;. <\/em><\/p>\n<p>Am 10.03.2009 hie&szlig; es auf der Hompage der <a href=\"http:\/\/www.dw-world.de\/dw\/article\/0,,4068871,00.html\">Deutschen Welle, wo Koch-Mehrin am 08.03.2009 offenbar zu Gast war<\/a>: &bdquo;Nach ihrer Promotion gr&uuml;ndete Silvana Koch-Mehrin in Br&uuml;ssel die Lobbyagentur &ldquo;Conseill&eacute; + Partners&rdquo;, die kleinere Firmen und Nichtregierungsorganisationen beim Zugang zu EU-Einrichtungen beriet. Nach zwei Jahren konnte das Unternehmen, in dem die Liberale zusammen mit dem ehemaligen gr&uuml;nen Europa-Abgeordneten Frank Schwalba-Hoth arbeitete, bereits eine halbe Million Euro Jahresumsatz verbuchen und auch gro&szlig;e Konzerne wie die Telekom und Microsoft zu seinen Kunden z&auml;hlen. 2003 wurde die Jungunternehmerin Partnerin bei der Consulting Firma &ldquo;Policy Action Ltd.&rdquo;. Au&szlig;erdem &uuml;bernahm sie an den United Business Institutes in Br&uuml;ssel einen Lehrauftrag im MBA Studiengang Business Communication.&ldquo;<\/p>\n<p>Auf der <a href=\"http:\/\/www.europarl.de\/parlament\/abgeordnete\/biografien\/kochmehrin_silvana?p=6\">Website des Europ&auml;ischen Parlaments<\/a> steht als Berufsbezeichnung &bdquo;Unternehmensberaterin&ldquo; und weiter &bdquo;Mitgr&uuml;nderin und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin einer Public Affairs Agentur in Br&uuml;ssel bis Juli 2004&ldquo;.<\/p>\n<p>In einer anderen <a href=\"http:\/\/books.google.de\/books?id=cpq42qKpeJYC&amp;pg=PA108&amp;lpg=PA108&amp;dq=Conseill%C3%A9+%2B+Partners+Br%C3%BCssel&amp;source=bl&amp;ots=X61dZ-cTKb&amp;sig=wVxynBl7CxCGyF8npOAYuUPj9Lw&amp;hl=de&amp;ei=IMknSqXwL8aF_Qbf8sjpAg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=5#PPA108\">Quelle<\/a>, M1 hei&szlig;t es, das Conseill&eacute; + Partners im Jahr 2003 mit der Unternehmensberatung PolicyAction Ltd. fusioniert habe.<\/p>\n<p>Auf der Website der <a href=\"http:\/\/www.fdp-bw.de\/person.php?num=109\">FDP Baden-W&uuml;rttemberg<\/a> zur Person hei&szlig;t es: &bdquo;Anfang 2003 wurde ich mit meinem Unternehmen Partnerin bei der Unternehmensberatung Policy Action Ltd. W&auml;hrend dieser Zeit hatte ich zudem einen Lehrauftrag im MBA Studiengang Business Communication an den United Business Institutes in Br&uuml;ssel. Nach meiner Wahl zur Europaabgeordneten habe ich meine Anteile an PolicyAction Ltd. zur&uuml;ckgegeben.&ldquo;<\/p>\n<p>Da wir keine weiteren Quellen haben, gehen wir zun&auml;chst davon aus, dass die letztere Angabe richtig ist. Wir raten Frau Koch-Mehrin aber, den Eintrag bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und bei anderen aktuellen Quellen durch ihre PR-Beraterin richtigstellen zu lassen.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>18 Milliarden Euro f&uuml;r Studienpl&auml;tze und&nbsp;Spitzenforschung<\/strong><br>\nDie Zahl der Studienberechtigten wird sich in den kommenden Jahren nochmals deutlich erh&ouml;hen. Ziel ist es, dass mindestens 40 Prozent eines Jahrgangs studieren. Deshalb vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpr&auml;sidenten der L&auml;nder, 275.000 zus&auml;tzliche Studienpl&auml;tze bis 2015 zu schaffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundesregierung.de\/nn_1264\/Content\/DE\/Artikel\/2009\/06\/2009-06-04-konferenz-ministerpraesidenten.html\">Regierung Online<\/a>\n<p><em><strong>Andreas Keller von der GEW meint dazu:<\/strong> Dennoch kein Grund zum Jubel: Der L&ouml;wenanteil der frei gegebenen Mittel flie&szlig;t nicht in zus&auml;tzliche Studienpl&auml;tze oder gar die Verbesserung der Lehre, sondern in die Forschung. Allein 2,7 Milliarden Euro flie&szlig;en in die F&ouml;rderung der Spitzenforschung an wenigen Exzellenzuniversit&auml;ten. Der pro Studienplatz bereitgestellte Betrag von 26.000 Euro, das sind 6.500 Euro pro Studienjahr, reicht daher nicht aus, um alle 275.000 Studienpl&auml;tze vollst&auml;ndig zu finanzieren. Die durchschnittlichen Kosten eines Studienplatzes liegen bei 7.300 Euro im Jahr, f&uuml;r ein komplettes Bachelor- und Master-Studium werden 36.500 Euro ben&ouml;tigt &ndash; bei Fortschreibung der miserablen Betreuungsverh&auml;ltnisse an den Hochschulen, deren Verbesserung der Wissenschaftsrat erst im Sommer 2008 in seinen &ldquo;Empfehlungen zur Qualit&auml;tsverbesserung von Studium und Lehre&rdquo;&nbsp;gefordert hat.<br>\n&nbsp;<br>\n275.000 zus&auml;tzliche Studienpl&auml;tze decken zwar die zus&auml;tzliche Nachfrage der geburtenstarken Jahrg&auml;nge der neunziger Jahre und der doppelten Abiturjahrg&auml;nge ab. Wenn wir aber die im internationalen Vergleich sehr niedrige Studienanf&auml;ngerquote von unter 40 Prozent deutlich steigern wollen, brauchen wir mindestens 370.000 zus&auml;tzliche Studienpl&auml;tze. Dem &ldquo;Hochschulpakt II&rdquo;&nbsp;muss daher&nbsp;so bald als m&ouml;glich&nbsp;ein &ldquo;Hochschulpakt III&rdquo; folgen, der einen bedarfsgerechten Ausbau der Hochschulen sicherstellt, fordert die Bildungsgewerkschaft GEW.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wie weiter mit Bologna?<\/strong><br>\nGute Absichten. Aber in der Politik kommt es nicht darauf an, dass Richtige zu wollen, sondern das Richtige zu verwirklichen. Leider haben sich die Bologna-Minister &uuml;ber die Umsetzung zu wenig Gedanken gemacht.\n<p>Auf der Bundes- und der L&auml;nderebene wurde versucht, die Reformen der Studieng&auml;nge an Kriterien &ouml;konomischer Verwertbarkeit des Studiums auszurichten. Die Zwischenausstiegsstelle Bachelor wurde in ein Instrument zur Herstellung einer international pr&auml;sentablen Akademikerquote mit geringstm&ouml;glichem Aufwand umfunktioniert. Der Bologna-Prozess wurde genutzt, um im Schatten von Wettbewerbs- und Autonomierhetorik mehr administrative Kontrolle &uuml;ber die Universit&auml;ten zu etablieren. Im Windschatten von Bologna, aber ohne jeden sachlichen Bezug zur Bolognadeklaration, entstanden etwa ein &bdquo;Akkreditierungsrat&ldquo; und &bdquo;Akkreditierungsagenturen&ldquo; &ndash; merkw&uuml;rdige G&uuml;tesiegelvergabestellen f&uuml;r Studieng&auml;nge, zu deren kostspieliger Inanspruchnahme die Universit&auml;ten vom Landesgesetzgeber verpflichtet wurden. Die Institute und Fakult&auml;ten wurden gedr&auml;ngt, &bdquo;Alleinstellungsmerkmale&ldquo; zu entwickeln, also originelle und singul&auml;re Lehrpl&auml;ne zu entwerfen. Nicht gesehen wurde, dass dies mit dem Ziel der Steigerung der Mobilit&auml;t zwischen den Universit&auml;ten kollidiert. Dazu kamen noch die Verdichtung und Verschulung der Studieng&auml;nge und allerlei Idiosynkrasien einzelner Fakult&auml;ten und Institute, so dass im Ergebnis Mobilit&auml;t nicht erleichtert sondern behindert wird.<\/p>\n<p>Der Bolognaprozess ist ein gutes Beispiel f&uuml;r das S&uuml;ndenbock-Spiel zwischen der EU, den Nationalstaaten, L&auml;ndern und unterschiedlichen Teilen der Universit&auml;ten: Was sich auf der eigenen Handlungsebene nicht rechtfertigen l&auml;sst, wird von den unteren Ebenen als Vorgabe von oben, oder umgekehrt von den h&ouml;heren Ebenen als falsch verstandene Umsetzung weiter unten dargestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubC3FFBF288EDC421F93E22EFA74003C4D\/Doc~EF38B6BBB8BE84FF59A891EFBA76D90DB~ATpl~Ecommon~Sspezial.html\">FAZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Streichpl&auml;ne bei Geisteswissenschaften &ndash; Uni Stuttgart legt unter Protest Konzept f&uuml;r Umstrukturierung vor<\/strong><br>\nDie Universit&auml;t Stuttgart will zulasten der Geistes- und Wirtschaftswissenschaften ihr Profil als Forschungsuniversit&auml;t sch&auml;rfen. Unirektor Wolfram Ressel best&auml;tigte am Donnerstag entsprechende Pl&auml;ne, die in den vergangenen Tagen bereits in Medien kursierten. Demnach soll die Universit&auml;t noch st&auml;rker ingenieur- und naturwissenschaftlich ausgerichtet werden. F&uuml;r die Umstrukturierung stehen 24 Professuren zur Disposition. Die Studentenschaft reagierte mit einer Protestaktion in der Pressekonferenz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ngo-online.de\/ganze_nachricht.php?H=N&amp;Nr=19799\">NGO-Online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(MB\/WL\/AM)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=3986#h01\">KfW rechnet mit Wiederbelebung der Verbriefungsm&auml;rkte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h02\">HRE: Sehenden Auges in die Pleite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h03\">EZB-Chef wehrt sich gegen Merkel-Kritik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h04\">Regierung und Fraktionen sehen noch Risiken bei Opel-Konzept<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h05\">Fiat f&uuml;hlt sich bei Opel ausgetrickst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h06\">Lage bei Arcandor immer schlimmer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=3986#h07\">Klaus F. Zimmermann: Die h&ouml;here Mehrwertsteuer<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3986\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3986","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3986","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3986"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3986\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3986"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3986"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3986"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}