{"id":39877,"date":"2017-09-01T09:51:42","date_gmt":"2017-09-01T07:51:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39877"},"modified":"2017-09-01T11:42:29","modified_gmt":"2017-09-01T09:42:29","slug":"sharing-economy-turbokapitalismus-im-modernen-gewand-13-der-uberfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39877","title":{"rendered":"Sharing Economy \u2013 Turbokapitalismus im modernen Gewand. (1\/3 &#8211; Der Uberfall)"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170901-Economy-01.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>&bdquo;Die neue &Ouml;konomie des Tauschens und Teilens wird ihren Siegeszug &uuml;ber das bisherige Wirtschaftssystem antreten &ndash; und sogar zum Niedergang des Kapitalismus f&uuml;hren&ldquo; Dieses Zitat stammt von <a href=\"http:\/\/www.foet.org\/about\/jeremy-rifkin\/\">Jeremy Rifkin<\/a>, dem wohl bekanntesten &bdquo;Politikberater&ldquo; der Gegenwart, der sowohl die EU-Kommission, als auch Angela Merkel sowie Sigmar Gabriel zu seinen Kunden z&auml;hlt. Heute propagiert vor allem das Silicon Valley das &bdquo;Teilen&ldquo; als &ouml;kologische und &ouml;konomische Revolution, die dank der modernen Informations- und Kommunikationstechnologie nun die Menschheit begl&uuml;cken soll. Hinter solch wolkigen Versprechungen steckt jedoch eine neue Abart des Kapitalismus, die darauf abzielt, die Billionen-Verm&ouml;gen der Wall Street und der Tech-Milliard&auml;re aus dem Valley zu mehren. Vor allem f&uuml;r Europa ist dies jedoch auch ein Kampf der Kulturen, der wohl schon bald mit neuer H&auml;rte gef&uuml;hrt wird und auf die Grundfesten des kontinentaleurop&auml;ischen Gesellschaftsmodells zielt.  Der volkswirtschaftliche Schaden d&uuml;rfte enorm sein. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nWas ist so f&uuml;rchterlich innovativ daran, eine Plattform zu entwickeln, &uuml;ber die Nutzer via Smartphone einen Fahrer finden, der sie von A nach B bringt und daf&uuml;r 20% Provision abzukassieren?  Zahlreiche derartige <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taxi-App\">L&ouml;sungen<\/a> gibt es seit rund zehn Jahren und sie sind mittlerweile das Normalste auf der Welt. Wie kommt es dann, dass ausgerechnet das Silicon-Valley-Unternehmen Uber in aller Munde ist und auf rund 60 Milliarden Dollar taxiert wird? Und was ist innovativ daran, Zimmer, Wohnungen oder H&auml;user via Internet an Touristen anzubieten? Derartige Vermittlungen gibt es wie Sand am Meer, doch seit das Silicon-Valley-Unternehmen Airbnb kr&auml;ftig die Werbetrommel r&uuml;hrt, ist es vor allem bei J&uuml;ngeren total hipp, sich &uuml;ber diese Plattform eine Unterkunft zu buchen. <\/p><p>Erstaunlich ist vor allem, dass diese Unternehmen mit einem &bdquo;postmaterialistischen Tauschmodell&ldquo; in Verbindung gebracht werden. Schauen wir uns doch mal das Gesch&auml;ftsmodell im Detail an.<\/p><p><strong>Uber &ndash;  Revolution des Individualverkehrs oder Anstiftung zur Schwarzarbeit?<\/strong><\/p><p>Laut der <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/magazin\/artikel\/wie-der-fahrdienstvermittler-uber-die-welt-ueberrollen-will-a-997038-2.html\">Gr&uuml;ndungslegende<\/a> von Uber bekamen die beiden Unternehmensgr&uuml;nder Garrett Camp und Travis Kalanick w&auml;hrend einer Tech-Messe in Paris kein Taxi und &uuml;berlegten sich dann, wie toll es doch w&auml;re, ganz einfach &uuml;ber eine App eine Limousine ordern zu k&ouml;nnen. Warum nahmen sie nicht die Metro? Laut Kalanick ging es vor allem darum, dass &bdquo;Garret sich wie ein verdammter Zuh&auml;lter f&uuml;hlen kann&rdquo;. Und daf&uuml;r braucht man offenbar eine Limousine mit Fahrer. Und es ging um &bdquo;Br&uuml;ste&ldquo;, die man sich aufgrund seines Reichtums &bdquo;kommen lassen kann&ldquo;, wie Kalanick es einmal <a href=\"https:\/\/www.gq.com\/story\/uber-cab-confessions?currentPage=1\">der GQ erz&auml;hlte<\/a>. Zumindest in diesem Punkt d&uuml;rfte Kalanick, der erst letzte Woche von den Investoren, die er schon mal frank und frei als &bdquo;Huren und Betr&uuml;ger&ldquo; bezeichnete, <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2017\/08\/28\/topmanager-ohne-allueren-und-skandale-expedia-chef-dara-khosrowshahi-soll-bei-uber-ans-steuer\/\">abgesetzt wurde<\/a>, sein Ziel erreicht haben: sein Privatverm&ouml;gen wird heute auf 5,1 Milliarden Dollar <a href=\"https:\/\/www.forbes.com\/profile\/travis-kalanick\/\">taxiert<\/a>.<\/p><p>Aber was macht Uber eigentlich genau? Nach Eigendarstellung ist Uber die moderne Version von dem, was bei uns an der Uni fr&uuml;her als &bdquo;Mitfahrbrett&ldquo; bezeichnet wurde &ndash; die technische Umsetzung einer virtuellen Mitfahrzentrale, bei der Fahrer und Mitfahrer miteinander in Verbindung gebracht werden. Eine tolle Idee! Oder? Das Problem ist, dass Uber vieles ist, aber definitiv keine Mitfahrzentrale. Bei einer Mitfahrzentrale sucht ein Fahrer, der den Zielort und das Reisedatum vorgibt, nach interessierten Mitfahrern, die sich dann mit einem kleinen Obolus am Spritgeld beteiligen. Tauschen und Teilen. <\/p><p><strong>Eine klassische Dienstleistung in der Verkleidung einer Mitfahrzentrale<\/strong><\/p><p>Bei Uber ist es jedoch genau umgekehrt &ndash; hier geben die Mitfahrer Zielort und Datum vor, um einen Fahrer zu finden, der sie gegen ein von Uber festgelegtes Entgelt von A nach B bringt. Eine ganz normale Dienstleistung. So etwas gibt es freilich schon seit Ewigkeiten. Erst waren es die Droschken und Rikschas, heute nennt sich diese Dienstleistung Taxi. Auch vor der Gr&uuml;ndung von Uber gab es schon Apps, die Taxifahrer und Gast bequem zueinander f&uuml;hrten. Der gro&szlig;e Unterschied zwischen einem Taxi und Uber ist: Das Taxen-Gewerbe ist weltweit mehr oder weniger reguliert, Uber umgeht jegliche Regulierung, indem es sich als Mitfahrdienst maskiert.<\/p><p>Ein Taxenunternehmer mit angestellten Fahrern bezahlt Steuern, die anteiligen Sozialversicherungsleistungen f&uuml;r seine Mitarbeiter, muss sich an Arbeitszeitregeln, Arbeitsschutzbestimmungen und Tarifvereinbarungen halten und hat strenge Auflagen f&uuml;r seine Fahrzeuge. Die m&uuml;ssen speziell versichert sein und unterliegen strengeren technischen Auflagen als private Autos. Die Fahrer selbst m&uuml;ssen ihren gesundheitlichen Status regelm&auml;&szlig;ig checken lassen und Ortskenntnis durch eine Pr&uuml;fung beweisen. Wenn sie selbstst&auml;ndig sind und Vermittlungsgeb&uuml;hren an eine Taxizentrale abf&uuml;hren, m&uuml;ssen sie ihre Sozialabgaben und die hohen Fixkosten f&uuml;r den technischen und administrativen Mehraufwand selbst tragen. Es ist verst&auml;ndlich und auch richtig, dass ein solcher ordentlich wirtschaftender Fahrer auch einen bestimmten Fahrpreis nehmen muss, um &uuml;ber die Runden zu kommen.<\/p><p>Der private Fahrer bei Uber hat dies alles nicht. Er ist laut Uber ja ein Privatmann. Ob, wo und wie er sozialversichert ist, interessiert Uber nicht. Arbeitszeiten? Arbeitsschutz? F&uuml;r Privatleute? Aber nicht doch. Und die Auflagen, die aus gutem Grund f&uuml;r Taxen gelten, gelten doch nicht f&uuml;r Privatleute, die mal jemanden mitnehmen. Steuern? Mal ganz ehrlich &ndash; versteuert ein Student etwa die Spritgeldumlage, die er von seinen Mitfahrern bekommt, die er am Wochenende mit in seine alte Heimat nimmt? Das sind nat&uuml;rlich Ausfl&uuml;chte und Ausreden, die durchaus diskutabel w&auml;ren, wenn Uber wirklich eine Mitfahrzentrale w&auml;re. Dem ist aber nicht so.<\/p><p>Fahrer bei UberPoP &ndash; so hei&szlig;t das Angebot korrekt, um das es hier geht &ndash; sind in der Regel eben keine Studenten, die einen Mitfahrer f&uuml;r die Heimfahrt am Wochenende suchen. Bei einer Mitfahrzentrale d&uuml;rfen die Fahrer &ndash; nach deutschen und den meisten internationalen Gesetzen &ndash; nun einmal keine Gewinnerzielungsabsicht haben, sondern nur kostendeckend arbeiten. Uber-Fahrer sind jedoch Unternehmer im eigentlichen Sinne. Sie nehmen Marktpreise, die meist bei ca. 80% des orts&uuml;blichen Taxipreises liegen und damit mehr als kostendeckend sind. Wer den ganzen Tag hinter dem Steuer sitzt, um Menschen gegen Entgelt von A nach B zu bringen, ist ein gewerbsm&auml;&szlig;iger Chauffeur, f&uuml;r den dann auch die Auflagen gelten m&uuml;ssen, die &bdquo;normale&ldquo; Chauffeure von Mietwagen und Taxifahrer haben. Alles andere ist wettbewerbsverzerrend.<\/p><p>Diese Wettbewerbsverzerrung ist auch das eigentliche Gesch&auml;ftsmodell von Uber. W&uuml;rden die Uber-Fahrer ihre Fahrzeuge zu den gleichen Bedingungen wie herk&ouml;mmliche Mietwagen oder Taxen versichern, k&auml;men schon einmal rund 500 Euro Mehrkosten pro Monat auf sie zu. W&uuml;rden sie Steuern zahlen und selbst in die Sozialkassen einzahlen, wie es ihre Kollegen aus dem Taxi-Gewerbe ja auch tun, k&ouml;nnten sie von den Dumpingpreisen, die sie vom Kunden verlangen, nicht leben. Das Gesch&auml;ftsmodell von Uber setzt also einzig und allein darauf, dass die Fahrer keine Steuern abf&uuml;hren und sich entweder gar nicht oder &uuml;ber einen anderen Arbeitgeber bzw. den Sozialstaat (z.B. als Hartz-IV-Empf&auml;nger) absichern lassen. Das ist nicht innovativ, sondern schlicht Anleitung zum Steuer- und Sozialbetrug.<\/p><p>Uber l&auml;sst sich die Vermittlung &uuml;brigens mit 20% vom Fahrpreis vergelten. Man kassiert also bei jeder Fahrt mit, macht sich jedoch einen schlanken Fu&szlig;, wenn es um die Verantwortung geht. Das ist keine Ausnahme, sondern hat Methode, denn hinter Uber steht auch eine Ideologie.<\/p><p><strong>In den Fu&szlig;stapfen von Ayn Rand gegen Regulierungen, Gesetze und den Staat<\/strong><\/p><p>Mitgr&uuml;nder und Langzeit-CEO Kalanick gilt als <a href=\"http:\/\/www.businessinsider.com\/how-uber-ceo-travis-kalanick-was-inspired-by-ayn-rand-2015-4?IR=T#\">Fan der libert&auml;ren Vordenkerin Ayn Rand<\/a> und des Libertarismus, der als philosophischer Rahmen eines Turbokapitalismus gelten kann, bei dem das Recht des St&auml;rkeren gilt und der Staat auf ein absolutes Minimum zur&uuml;ckgefahren wird. Klar, in einem libert&auml;ren Wunderland g&auml;be es weder Steuern noch Sozialabgaben, keinen T&Uuml;V oder gar einen Arbeitsschutz. All dies w&uuml;rde &bdquo;der Markt&ldquo; regeln.<\/p><p>Ist Uber also ein libert&auml;res Gegenmodell zur regulierten Welt, in der wir leben? Mitnichten. Denn in einer libert&auml;ren Welt mit einem Laissez-faire-Kapitalismus, wie ihn Ayn Rand und ihre Mitstreiter Murray Rothbard, Ludwig von Mises oder Lew Rockwell sich vorstellen, h&auml;tte Uber ja keinen Wettbewerbsvorteil gegen&uuml;ber den &bdquo;normalen&ldquo; Anbietern, die heute Steuern und Sozialabgaben zahlen. In einer solchen Welt w&uuml;rde sich schnell ein Anti-Uber finden, das statt 20% Provision nur 10% nimmt und Uber uberflussig macht. Uber nutzt den &bdquo;libert&auml;ren Klimbim&ldquo; streng genommen nur, um seinem parasit&auml;ren Gesch&auml;ftsmodell einen ideologischen Anstrich zu verpassen.<\/p><p>Worum geht es Uber dann? Vor allem um brutales Wachstum und ein weltweites Monopol auf dem Feld der internetbasierten Taxenvermittlung. Genau dies ist ja auch das Erfolgsmodell des Silicon Valley. Man sucht sich finanziell extrem potente Geldgeber, verbrennt Unmengen an Geld in einem Verdr&auml;ngungswettbewerb, in dem man vor allem die Werbetrommel r&uuml;hrt und St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck sich alle Konkurrenten einverleibt, bis man Nummer Eins ist. Facebook, PayPal, Google und Co. haben es vorgemacht. <\/p><p>Hinter Uber steht das who is who der Tech- und Finanzwelt, darunter Google, Goldman Sachs, die &ouml;ffentlichen Investmentfonds von Saudi-Arabien, Amazon-Milliard&auml;r Jeff Bezos und last but not least der Investmentgigant Blackrock. Technische Partner von Uber sind unter anderem Toyota und der deutsche Premiumanbieter <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article161708529\/Daimler-will-autonome-Autos-bei-Uber-anbieten.html\">Daimler<\/a>. Diese Investoren stecken nicht mehrere Milliarden Dollar in ein Unternehmen ohne gro&szlig;spurige Vision. Und die Vision von Uber ist nun mal das Monopol f&uuml;r die Vermittlung von Fahrdienstleistungen. Hier geht es nicht um Peanuts.<\/p><p><strong>Die Staaten schlagen zur&uuml;ck<\/strong><\/p><p>Dabei musste Uber jedoch in den letzten Jahren zahlreiche sehr herbe R&uuml;ckschl&auml;ge einstecken. Ubers Hauptproblem ist es hier, dass weltweit die Gerichte der Argumentation von Uber nicht so recht folgen wollen. In Deutschland hat das OLG Frankfurt dem Uber-Spuk bereits im Juni 2016 ein vorzeitiges Ende <a href=\"https:\/\/olg-frankfurt-justiz.hessen.de\/irj\/OLG_Frankfurt_am_Main_Internet?rid=HMdJ_15\/OLG_Frankfurt_am_Main_Internet\/nav\/d44\/d4471596-ad85-e21d-0648-71e2389e4818,b94ffee8-aa25-51d0-6487-12ae8bad5480,,,11111111-2222-3333-4444-100000005004%26_ic_uCon_zentral=b94ffee8-aa25-51d0-6487-12ae8bad5480%26overview=true.htm&amp;uid=d4471596-ad85-e21d-0648-71e2389e4818\">beschert<\/a>, da die Wettbewerbswidrigkeit des UberPOP-Angebots dann doch zu offensichtlich war. Uber ist in Deutschland zur Zeit nur in Berlin und M&uuml;nchen aktiv und dort auch nur mit dem Dienst UberX bzw. UberTaxi, bei denen Interessenten an professionelle Mietwagen- und Taxenunternehmen weitervermittelt werden &ndash; eine Dienstleistung, die allenfalls f&uuml;r Touristen einen Sinn macht, die mit der Uber-App vertraut sind. <\/p><p>Verboten ist UberPOP auch in Spanien, Portugal, Italien, Finnland, China und den meisten St&auml;dten und Regionen Frankreichs und Schwedens. Uneingeschr&auml;nkt aktiv ist man indes in vielen St&auml;dten und Staaten der USA und Australiens, in Gro&szlig;britannien, Saudi-Arabien und Israel. Dabei gehen die rechtlichen Auseinandersetzungen selten friedlich vonstatten, da Uber sich nicht gerne an Regeln und Gesetze h&auml;lt und die Richterspr&uuml;che oft sehr eigenwillig interpretiert. In Canton und Chengdu mussten die Beh&ouml;rden erst Razzien machen und die Gesch&auml;ftsunterlagen als Beweismittel sicherstellen, in Frankreich wurden zwei hohe Uber-Manager, darunter Ubers West-Europa-Chef Pierre-Dimitri Gore-Coty, kurzerhand <a href=\"https:\/\/www.thestar.com\/business\/tech_news\/2015\/06\/30\/2-uber-executives-ordered-to-stand-trial-in-france.html\">in Untersuchungshaft<\/a> genommen &ndash; es bestand Fluchtgefahr. Das Uber-Gesch&auml;ft in China und Russland musste bereits mehr oder weniger freiwillig an lokale Konkurrenten <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/technology\/2017\/jul\/13\/uber-russia-yandex-chinese-business\">abgesto&szlig;en werden<\/a>.<\/p><p>Aktuell verbrennt Uber jeden Tag rund zehn Millionen Dollar &ndash; im letzten Jahr summierte sich der operative Verlust auf 2,8 Milliarden Dollar. Und dies bei einem Umsatz von 6,5 Milliarden Dollar. Ein Unternehmen mit mehr als 12.000 Angestellten, das standesgem&auml;&szlig; <a href=\"http:\/\/www.businessinsider.de\/uber-san-francisco-headquarters-building-permits-approved-2016-9?r=US&amp;IR=T\">auf seinem eigenen Campus in San Franzisco<\/a> residiert und Unsummen f&uuml;r politisches Lobbying ausgibt, hat verst&auml;ndlicherweise auch recht hohe Kosten. Und so langsam scheinen auch die Investoren kalte F&uuml;&szlig;e zu bekommen, wie der unfreiwillige Wechsel an der Unternehmensspitze erahnen l&auml;sst.<\/p><p><strong>&Uuml;ber Erfolg und Misserfolg werden wohl die Lobbyisten entscheiden<\/strong><\/p><p>Abschreiben sollte man Uber aber nicht und das liegt vor allem an der &uuml;berw&auml;ltigenden Lobbymacht des Unternehmens. Bereits 2014 <a href=\"https:\/\/www.theverge.com\/2014\/12\/14\/7390395\/uber-lobbying-steamroller\">hielt sich Uber 161 Lobbyisten<\/a> und diese Zahl d&uuml;rfte heute dramatisch gestiegen sein. Zu den illustren Neuverpflichtungen z&auml;hlen beispielsweise die ehemalige EU-Wettbewerbskommissarin Neeli Kroes und der ehemalige BILD-Herausgeber Kai Diekmann. Wenige Tage nach Diekmanns Einstellung wurde bekannt, dass auch der Axel Springer Verlag nun Anteile des 60-Millarden-Dollar-Konzerns <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/axel-springer-verlag-steigt-bei-fahrdienstleister-uber-ein-14977793.html\">erworben hat<\/a>. Und wer den meinungsbildenden und meinungsmachenden Einfluss von Springer kennt, ahnt bereits, dass hier die letzte Schlacht noch nicht geschlagen ist. Denn es geht hier nicht um Peanuts und hinter Uber stehen auch keine Anf&auml;nger.<\/p><p>Die Zukunft k&ouml;nnte f&uuml;r Uber auch in Europa rosig aussehen. Man arbeitet n&auml;mlich schon an der n&auml;chsten Entwicklungsstufe des Individualverkehrs. Im letzten Jahr testete Uber in San Francisco autonome Uber-Fahrzeuge, also Taxen ohne Taxifahrer. Das ging dann aber sogar der Silicon-Valley-Metropole zu weit und <a href=\"https:\/\/techcrunch.com\/2016\/12\/21\/uber-stops-san-francisco-self-driving-pilot-as-dmv-revoked-registrations\/\">man entzog<\/a> Uber die Zulassung f&uuml;r die 16 eingesetzten Fahrzeuge. Uber nutzte den &bdquo;Wettbewerb&ldquo; und setzte die fahrerlosen Wagen <a href=\"https:\/\/www.theverge.com\/2017\/2\/21\/14687346\/uber-self-driving-car-arizona-pilot-ducey-california\">nun in Arizona ein<\/a>, wo sich im M&auml;rz erst mal ein Test-Taxi auf offener Stra&szlig;e <a href=\"http:\/\/www.marketwatch.com\/story\/ubers-self-driving-cars-return-to-city-streets-after-crash-2017-03-27\">&uuml;berschlagen hat<\/a>. Aber derartige R&uuml;ckschl&auml;ge k&ouml;nnen den Giganten nat&uuml;rlich nicht ernsthaft zur&uuml;ckwerfen. Und die Vision, dass es schon in wenigen Jahren Taxen gibt, die gar nicht mehr von Menschen gesteuert werden, erscheint vielleicht als Science Fiction &ndash; dass mit aller Macht daran gearbeitet wird und Milliarden f&uuml;r das Lobbying bereitstehen, ist leider Realit&auml;t. Und dann wird sich zeigen, wie gut die Lobbyisten von Uber sind, denn nach der Zulassung autonomer Fahrzeuge und in einem zweiten Schritt auch autonomer Taxen werden die Karten neu gemischt und dann steht Uber in der ersten Reihe. Oder wie es Kalanick mal ausdr&uuml;ckte: &bdquo;Wenn der andere Typ im Wagen verschwindet, sinken die Kosten&ldquo;.<\/p><p>Nun werden Sie fragen: Was hat das noch mit der &bdquo;&Ouml;konomie des Tauschens und Teilens&ldquo; zu tun? Nichts. Und eben darum geht es.<\/p><p><em>Lesen Sie im n&auml;chsten Teil der Reihe, wie die Zimmervermittlung airbnb die Gentrifizierung verst&auml;rkt und staatliche Regularien unterlaufen will. Im dritten Teil der Reihe wird es um die neoliberalen Einfl&uuml;sse gehen, die durch die &bdquo;Sharing Economy&ldquo; auf Staat und Gesellschaft ausge&uuml;bt werden und welchen Einfluss die &bdquo;Gig-Economy&ldquo; auf unseren Sozialstaat hat.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170901-Economy-01.png\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>&bdquo;Die neue &Ouml;konomie des Tauschens und Teilens wird ihren Siegeszug &uuml;ber das bisherige Wirtschaftssystem antreten &ndash; und sogar zum Niedergang des Kapitalismus f&uuml;hren&ldquo; Dieses Zitat stammt von <a href=\"http:\/\/www.foet.org\/about\/jeremy-rifkin\/\">Jeremy Rifkin<\/a>, dem wohl bekanntesten &bdquo;Politikberater&ldquo; der Gegenwart, der sowohl die EU-Kommission, als auch Angela Merkel<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39877\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[13,127,160],"tags":[1304,1740,2150,872,1079,497,1490,1031,2144,1973,1526,1280,1028,1784,2031,271,2149],"class_list":["post-39877","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-denkfehler-wirtschaftsdebatte","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-markt-und-staat","tag-amazon","tag-arbeitsbedingungen","tag-autonome-fahrzeuge","tag-blackrock","tag-diekmann-kai","tag-goldman-sachs","tag-google","tag-investmentfonds","tag-libertarismus","tag-monopolisierung","tag-nachtwaechterstaat","tag-rand-ayn","tag-rifkin-jeremy","tag-schwarzarbeit","tag-share-economy","tag-springer","tag-uber"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39877","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39877"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39877\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39880,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39877\/revisions\/39880"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39877"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39877"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39877"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}