{"id":40021,"date":"2017-09-11T08:54:02","date_gmt":"2017-09-11T06:54:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40021"},"modified":"2018-12-30T17:47:34","modified_gmt":"2018-12-30T16:47:34","slug":"atlas-network-teil-2-das-neoliberale-spinnennetz-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40021","title":{"rendered":"Atlas Network, Teil 2: Das neoliberale Spinnennetz in Europa"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170911-Atlas-Network-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Als Mitte der 1970er Jahre in nahezu allen westdeutschen Universit&auml;tsst&auml;dten die Studenten auf der Stra&szlig;e gegen die Verbrechen der chilenischen Milit&auml;rjunta unter Augusto Pinochet demonstrierten, beobachtete ein wenige Jahre zuvor emeritierter Senior-Professor des Lehrstuhls f&uuml;r Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universit&auml;t Freiburg das Geschehen im fernen Andenland mit verstohlenem Interesse, ja, mit einer gewissen Genugtuung. Im Gegensatz zur Emp&ouml;rung von Millionen Menschen rund um den Globus &uuml;ber Pinochets Folter- und Mord-Regime freute sich Friedrich August von Hayek &uuml;ber die Nachrichten, die ihn an seinem neuen Lehrstuhl in Salzburg &uuml;ber die wirtschaftspolitischen Ma&szlig;nahmen der chilenischen Diktatur erreichten. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><p><em>Hier finden Sie Teil 1 der Reihe: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39824\">Atlas Network, die Internationale des neoliberalen hate speech und des Putsch-Kapitalismus<\/a><\/em><\/p><p>Als Erstes berichteten vertraute Gleichgesinnte von der drastischen K&uuml;rzung der Haushaltsausgaben, die f&uuml;r einen &bdquo;Umbau&ldquo; des Staatsapparates und die strikte Kontrolle der Haushaltsf&uuml;hrung notwendig gewesen seien. Dem folgten Meldungen &uuml;ber eine angebliche &bdquo;Modernisierung&ldquo; Chiles mit einer &bdquo;Steuerreform&ldquo; &ndash; sprich, der Steuersenkung f&uuml;r Investoren &ndash; der  Privatisierung sogenannter &bdquo;strategischer&rdquo;, staatlicher Unternehmen &ndash; vor allem in den Sektoren Bergbau, Energie, Telekommunikation und Infrastruktur &ndash; einer drastischen Senkung der Einfuhrz&ouml;lle, gepaart mit dem Werben f&uuml;r den &bdquo;freien Zufluss von Investitionen und Devisen&ldquo;, und schlie&szlig;lich einer &bdquo;Reform&ldquo; des sozialen Sicherheitssystems, mit der Privatisierung der Rentenversicherung. <\/p><p>Als imagin&auml;res Szenario darf vermutet werden, dass Hayek sich in seinem Professorenstuhl behaglich zur&uuml;cklehnte und mit verhohlenem Gl&uuml;cksgef&uuml;hl seufzte: &bdquo;Endlich!&ldquo;. <\/p><p><strong>Hayeks Lob f&uuml;r Pinochet<\/strong><\/p><p>Dieses erste Experimentierfeld des real existierenden Neoliberalismus musste er sich aus der N&auml;he ansehen! Im November 1977, landete Hayek zum ersten Mal in Chile. General Pinochet widmete dem illustren Professor einen salbungsvollen Empfang und eine halbst&uuml;ndige Unterredung. Festlich wurde er von den sogenannten &bdquo;Chicago Boys&ldquo;, des Diktators Wirtschaftsplaner, empfangen und mit lautstarken Ehrungen ausgezeichnet. Im R&uuml;ckflug nach Europa spekulierte der geb&uuml;rtige &Ouml;sterreicher &uuml;ber den siegreichen Durchbruch des Liberalismus.<\/p><p>Im Jahr darauf schrieb er f&uuml;r die Londoner &bdquo;Times&ldquo; und die deutschsprachige Zeitschrift &bdquo;Politische Studien&ldquo; Berichte und Leserbriefe &uuml;ber diesen Besuch, beschwerte sich &uuml;ber die angeblich ungerechte Behandlung &bdquo;Chiles&ldquo; durch westliche Medien und bemerkte zynisch:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Ich habe keine einzige Person, auch im viel verleumdeten Chile, gefunden, die nicht damit einverstanden gewesen w&auml;re, dass die pers&ouml;nliche Freiheit bei Pinochet viel gr&ouml;&szlig;er ist als unter Allende.&rdquo; (&bdquo;Nobelpreistr&auml;ger Friedrich August Hayek: Antidemokrat und Pinochet-Unterst&uuml;tzer&ldquo; &ndash; Markus Marterbauer, Blog Arbeit-Wirtschaft.at, 24.10.2014).\n<\/p><\/blockquote><p>Dass der sogenannte &bdquo;Plan Laboral&ldquo; von 1978 &ndash; Pinochets Arbeitsgesetz mit der Einf&uuml;hrung der Teilzeitarbeit und der Liquidierung aller arbeitsrechtlichen Schutzbestimmungen &ndash; nur mit brutaler Gewalt (Folter, Mord, Verschleppung) gegen die damit ausgeschalteten Gewerkschaften durchgesetzt werden konnte, nahm Hayek als unumg&auml;nglichen &bdquo;Kollateralschaden&ldquo; wahr, stammte doch von ihm der fr&uuml;here, ver&auml;chtliche Satz, &bdquo;&hellip;und der vorherrschende Glaube an &acute;soziale Gerechtigkeit&acute; ist gegenw&auml;rtig wahrscheinlich die schwerste Bedrohung der meisten anderen Werte einer freien Zivilisation.&rdquo; (Hayek in: &bdquo;Recht, Gesetzgebung und Freiheit, Bd. 2: Die Illusion der sozialen Gerechtigkeit&ldquo;. Landsberg am Lech 1981, S. 98).<\/p><p><strong>Neoliberale Putschisten<\/strong><\/p><p>Der zweite Besuch Hayeks in Chile fand im April 1981 statt, diesmal als Gast des Centro de Estudios P&uacute;blicos (CEP), als vielbejubelter Redner und von den Medien hochgehaltener &bdquo;Vordenker&ldquo; des sogenannten &bdquo;chilenischen Modells&ldquo;. Das erst 1980 gegr&uuml;ndete CEP war ein <em>think tank<\/em> einschl&auml;giger, chilenischer National&ouml;konomen der Katholischen Universit&auml;t Chiles, die seit 1955 mit dem von Milton Friedman geleiteten Department of Economics der Universit&auml;t Chicago enge Partnerschaft unterhielt. Von Friedman ausgebildet, wurden Dutzende sogenannte &bdquo;Chicago Boys&ldquo; mit dem Auftrag nach Chile zur&uuml;ckgesandt, sich akademisch und medial f&uuml;r die Sache des sogenannten &bdquo;freien Marktes&ldquo; stark zu machen. <\/p><p>Um Illusionen &uuml;ber die Friedfertigkeit der &bdquo;Chicago Boys&ldquo; vorzubeugen, sei daran erinnert, dass ein militanter Kreis der aus den USA neu Eingetroffenen auf Anregung des damaligen Eigent&uuml;mers der Tageszeitung <em>El Mercurio<\/em>, Agust&iacute;n Edwards, Jahre vor der Wahl Allendes sich dem von Admiral Jos&eacute; Toribio Merino gef&uuml;hrten Geheimbund &ldquo;Cofrad&iacute;a N&aacute;utica del Pac&iacute;fico Austral&rdquo; (&bdquo;Nautische Bruderschaft des S&uuml;dpazifiks&ldquo; &ndash; sic!) bei Valpara&iacute;so anschloss und einen wirtschaftspolitischen Ma&szlig;nahmenkatalog, genannt El Ladrillo (&bdquo;Der Backstein&ldquo;), gegen den als sozialistisch empfundenen Kurs von Allendes christdemokratischen Vorg&auml;nger Eduardo Frei ausarbeitete. Der Geheimbund entwickelte sich zum Kern der Verschw&ouml;rung gegen Allende, die am 11. September 1973 in Valpara&iacute;so unter F&uuml;hrung Admiral Merinos begann und der sich Augusto Pinochet erst nachtr&auml;glich anschloss.<\/p><p><strong>Die Doktrin der &bdquo;&Uuml;bergangs-Diktatur&ldquo;<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend dieses Aufenthaltes wurde Hayek deutlicher: &ldquo;Ich pers&ouml;nlich w&uuml;rde einen liberalen Diktator gegen&uuml;ber einer demokratischen Regierung, der es an Liberalismus mangelt, bevorzugen&ldquo;, erkl&auml;rte er am 12. April 1981 in Santiago de Chile (&bdquo;Extracts from an Interview with Friedrich von Hayek\/ El Mercurio, Chile,&nbsp;1981&ldquo; &ndash; Punto de Vista Econ&oacute;mico, 21.12.2016).<\/p><p>&bdquo;Die sich hier abzeichnende autorit&auml;re Tendenz, der man nicht nur an einer Stelle im politischen Denken des Neoliberalismus begegnet, sollte auch beim ersten Versuch der Umsetzung neoliberaler Reformen genau drei&szlig;ig Jahre nach der Ver&ouml;ffentlichung von (Anm.: Hayeks Buch) <em>Der Weg zur Knechtschaft<\/em> eine wichtige Rolle spielen: Der Schauplatz war die chilenische Milit&auml;rdiktatur unter Augusto Pinochet&ldquo;, schrieb Thomas Biebricher am 25. September 2014 in <em>Die Zeit<\/em>.<\/p><p>Der totalit&auml;re Leitgedanke von einer &bdquo;&Uuml;bergangs-Diktatur&ldquo; war jedoch nicht neu. In einer l&auml;ngst vergessenen BBC-Sendung von Ende 1960 hatte Hayek bereits laut dar&uuml;ber nachgedacht, dass ein diktatorisches Regime wohl in der Lage w&auml;re, den &bdquo;&Uuml;bergang zu einer stabilen, begrenzten Demokratie zu erleichtern&ldquo; (&bdquo;Can a Dictator Turn a Constitution into a Can-opener? &ndash; F.A. Hayek and the Alchemy of Transitional Dictatorship in Chile&ldquo; &ndash; <a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/author\/Farrant%2C+Andrew\">Andrew Farrant<\/a> &amp; <a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/author\/McPhail%2C+Edward\">Edward McPhail<\/a>, 15.07.2014).<\/p><p><strong>Der europ&auml;ische Kampfverband der Mont P&egrave;lerin Society<\/strong><\/p><p>Genau 40 Jahre vor seinem ersten Chile-Besuch hatte Hayek den Plan gefasst, eine transatlantische Gesellschaft gleichgesinnter &Ouml;konomen zu gr&uuml;nden. Ihr Ziel sollte die Systematisierung und weltweite Verbreitung einer (neo)liberalen Doktrin der Vorherrschaft des Marktes und des minimalen Staates sein. So entstand 1947, im gleichnamigen schweizerischen Alpendorf, die Mont P&egrave;lerin Society (MPS), deren Mitbegr&uuml;nder &ndash; Frank Knight, Karl Popper, Hayeks Lehrer Ludwig von Mises, George Stigler und Milton Friedman &ndash; zusammen mit Hayek am Beispiel Chiles den triumphalen Sieg des Neoliberalismus feierten &ndash; und sei es auf Kosten der Demokratie.<\/p><p>Dass die Mont P&egrave;lerin Society 70 Jahre nach ihrer Gr&uuml;ndung nicht in Chile, sondern im Herzen Europas ein metastasenartiges Spinnennetz hundertfacher think thanks mit seri&ouml;ser und respektierlicher Fassade &ndash; darunter das mit ihr liierte Atlas Network &ndash; ausgebr&uuml;tet hat, das Nationalregierungen und die Europ&auml;ische Union mit k&auml;mpferischen Lobbys umstellt und bewacht, entzieht sich wohl der Wahrnehmung der meisten deutschen und europ&auml;ischen B&uuml;rger. Die Ausbreitung des think-tank-Geflechts im Gemisch mit Universit&auml;ten und Konzernen verschl&auml;gt dem Beobachter die Sprache (<a href=\"https:\/\/lobbypedia.de\/wiki\/Mont_Pelerin_Society\">Mont Pelerin Society &ndash; Lobbypedia<\/a>) und gibt Anlass zur Frage, wann und mit welchen Mitteln das demokratische Europa zum Handeln gegen die doktrin&auml;re Hydra bereit ist. <\/p><p>&bdquo;Wenn Europas Linke &uuml;berleben will, muss sie endlich aufh&ouml;ren, mit der neoliberalen Doktrin zu kuscheln&rdquo;, hatte Wolfgang M&uuml;nchau, <em>Der-Spiegel<\/em>-Kolumnist und Mitherausgeber der <em>Financial Times<\/em> bereits vor zwei Jahren gewarnt (&bdquo;Warum linke Parteien in Europa scheitern&rdquo; &ndash; Spiegel Online, 07.09.2015).<\/p><p>&bdquo;Der kardinale politische Fehler der Sozialdemokraten und anderer linker Parteien in Europa ist die Akzeptanz einer neoliberalen Wirtschaftsdoktrin. Sie f&uuml;hrte zu Machtverschiebungen in der Wirtschaft zuungunsten von Gewerkschaften und zugunsten von Banken&rdquo;, mahnte M&uuml;nchau und skizzierte die politische Trag&ouml;die: &bdquo;Sozialdemokraten haben diese Politik nicht nur schweigend toleriert, sondern in unterschiedlichen Gro&szlig;en Koalitionen daran mitgewirkt&hellip; Das Grundproblem aller Sozialdemokraten ist die tiefe Verankerung der neoliberalen Doktrin in der europ&auml;ischen Politik und in den europ&auml;ischen Vertr&auml;gen &ndash; im Maastrichter Vertrag, im Stabilit&auml;tspakt und seinen sp&auml;teren Varianten und zuletzt im Fiskalpakt. Diese von Konservativen verfassten Regeln reduzieren die politischen Spielr&auml;ume. Und damit sind Sozialdemokraten aus Sicht der W&auml;hler von Christdemokraten nicht mehr zu unterscheiden. F&uuml;r die Linken gibt es somit nur einen Weg wieder zur&uuml;ck an die Macht. Und dieser Weg f&uuml;hrt &uuml;ber einen Widerstand gegen diese Regeln&rdquo;, urteilte M&uuml;nchau.<\/p><p>Die gesellschaftliche Umstellung durch neoliberale Kampfverb&auml;nde vollzieht sich nicht nur mit Duldung der Sozialdemokraten, sondern im weiteren Sinne vor den Augen der ahnungslosen demokratischen &Ouml;ffentlichkeit.<\/p><p>Atlas Network, dessen Vorstandsvorsitzender Alejandro Chafuen zu den Ehrenmitgliedern von Mont P&egrave;lerin geh&ouml;rt, ist im deutschen Sprachraum mit zahllosen Instituten, vor allem think tanks, vernetzt, darunter die Friedrich A. von Hayek Gesellschaft, das Friedrich A. von Hayek Institut, die Friedrich-Naumann-Stiftung der FDP, ferner mit Prometheus &ndash; Das Freiheitsinstitut, dem Walter-Eucken-Institut und der Stiftung Marktwirtschaft.<\/p><p><strong>Klimaleugnung und Zerst&ouml;rung des &ouml;ffentlichen Gesundheitssystems<\/strong><\/p><p>Eine zentrale Rolle im europ&auml;ischen Kontext spielt das <strong>Stockholm Network<\/strong>, das 1997 von der Journalistin und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Social Market Foudation, Ellen Disney, in Schweden gegr&uuml;ndet wurde. Mit einer kleinen Gruppe gleichgesinnter think tanks in London und Stockholm wuchs der harte Kern zum Ungeheuer mit 130 Organisationen (Stand 2016) im europ&auml;ischen Ma&szlig;stab an. Zu den deutschen Mitgliedern z&auml;hlen u.a. das Centrum f&uuml;r Europ&auml;ische Politik (Freiburg im Breisgau), das Committee For A Constructive Tomorrow (Jena), das Council on Public Policy e.V. (Bayreuth), die Friedrich A. von Hayek Gesellschaft (Berlin), die Friedrich A. von Hayek-Stiftung (Freiburg im Breisgau), das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM, Berlin), das Innovation and Valuation in Health Care (Eschborn), die Stiftung Marktwirtschaft (Berlin) und nochmal das Walter-Eucken-Institut (Freiburg im Breisgau).<\/p><p>In Berlin und Br&uuml;ssel sollten die demokratischen Parlamentsfraktionen und die au&szlig;erparlamentarischen, sozialen Bewegungen achtgeben. Auf seiner europaweiten Agenda steuert das Stockholmer Netzwerk derzeit drei Kampfprogramme: die Aush&ouml;hlung der Gesundheits- und Wohlfahrtsprogramme mit dem Ziel ihrer schrittweisen Privatisierung, ferner die aus den USA &uuml;bernommene und im TTIP vorgesehene Judizialisierung (die Verlagerung der Konfliktbereinigung aus anderen gesellschaftlichen Systemen ins Rechtssystem) von geistigem Eigentum durch rechtliche Verfolgung sogenannter &bdquo;Techno-Piraterie&ldquo; und ein sogenanntes Energie- und Umweltprogramm mit einer Medienoffensive zur systematischen Leugnung des Klimawandels, die T&uuml;r und Tor f&uuml;r den weiteren Ausbau fossiler Brennstoffe offenhalten und die weltweite Abschaffung von Umweltauflagen und -kosten f&uuml;r die extraktive Wirtschaft und die industrielle Weiterverarbeitung vorantreiben soll.<\/p><p>Der Leser fragt: Und wer sind die Spender?<\/p><p>Als FBI-Direktor und Deep-Throat-Figur William Mark Felt von den Reportern Woodward und Bernstein nach den Drahtziehern der Watergate-Aff&auml;re befragt wurde, antwortete er sibyllinisch, &bdquo;follow the money&ldquo;. <\/p><p>Hauptspender des think-tank-Geflechts sind Klimawandel-Leugner-Multis wie der Pharmagigant Pfizer und Exxon-Mobile, die das Stockholm Network &uuml;ber die US-amerikanische Heritage Foundation finanzieren. Auf dieser Achse sickern Millionen US-Dollar j&auml;hrlich in die Fonds europ&auml;ischer Kampf-tanks. Doch geh&ouml;ren Shell, British American Tobacco (BAT), eine Schar erstrangiger, deutscher Konzerne &ndash; darunter sogar die staatliche Deutsche Bundespost &ndash; zu den gro&szlig;z&uuml;gigen und wirkungsinteressierten Geldgebern, deren tats&auml;chlicher Finanzierungsumfang allerdings jedweder Transparenz widersteht und einen willkommenen Anlass f&uuml;r eine fl&auml;chendeckende, rechtliche Untersuchung im europ&auml;ischen Ma&szlig;stab dringend erforderlich machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170911-Atlas-Network-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Als Mitte der 1970er Jahre in nahezu allen westdeutschen Universit&auml;tsst&auml;dten die Studenten auf der Stra&szlig;e gegen die Verbrechen der chilenischen Milit&auml;rjunta unter Augusto Pinochet demonstrierten, beobachtete ein wenige Jahre zuvor emeritierter Senior-Professor des Lehrstuhls f&uuml;r Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universit&auml;t Freiburg das Geschehen im fernen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40021\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,129,205,28,11],"tags":[1344,1740,669,1247,927,441,1033,233,2026,1963,288,273,312,454,278,382,924],"class_list":["post-40021","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-landerberichte","category-lobbyorganisationen-und-interessengebundene-wissenschaft","category-neoliberalismus-und-monetarismus","category-privatisierung","category-strategien-der-meinungsmache","tag-allende-salvador","tag-arbeitsbedingungen","tag-chile","tag-fiskalpakt","tag-folter","tag-freiheit","tag-friedman-milton","tag-marktliberalismus","tag-mont-pelerin-society","tag-pinochet-augusto","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-privatvorsorge","tag-reformpolitik","tag-stabilitaetspakt","tag-steuersenkungen","tag-think-tanks","tag-von-hayek-friedrich-august"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40021","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40021"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40021\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48124,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40021\/revisions\/48124"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}