{"id":4010,"date":"2009-06-19T09:17:35","date_gmt":"2009-06-19T07:17:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4010"},"modified":"2009-06-19T09:32:13","modified_gmt":"2009-06-19T07:32:13","slug":"hinweise-des-tages-914","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4010","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL\/AM)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4010#h01\">IKB k&auml;mpft um neue Staatsmilliarden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h02\">Banken drohen Kreditausf&auml;lle von 170 Milliarden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h03\">&bdquo;Traumjob&ldquo; Aufsichtsrat &ndash; keiner will f&uuml;r Sch&auml;den haften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h04\">Gustav Horn: &ldquo;Fatale Z&ouml;gerlichkeit in Deutschland&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h05\">Deutsche Banken attackieren Obamas Finanz-Cop-Plan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h06\">Robert von Heusinger: Packt die Banken noch h&auml;rter an!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h07\">Joseph Stiglitz: Amerikas Sozialismus f&uuml;r die Reichen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h08\">Bund macht bis 2013 mehr als 300 Milliarden Euro Schulden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h09\">IMK: &bdquo;Rentenschutzklausel&ldquo; aus gesamtwirtschaftlicher Sicht sinnvoll<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h10\">Union distanziert sich von Gesundheitsreform<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h11\">Linksfraktion: Unschuldsvermutung soll auch im Arbeitsrecht gelten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h12\">Bundesrat hat rechtsstaatliche Bedenken gegen Internet-Sperren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h13\">Heute kungelt der Bundestag verfassungswidrig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h14\">Dietrich Murswiek: Die heimliche Entwicklung des Unionsvertrages zur europ&auml;ischen Oberverfassung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h15\">Thomas Barth: Paukp&auml;dagogik &ndash; Wie zehn Jahre &raquo;Bologna-Proze&szlig;&laquo; unsere Hochschulen ruinierten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h16\">GEW und fzs: &ldquo;Lernende und Lehrende fordern Kurswechsel&rdquo; &ndash; Bilanz: zehn Jahre Bologna-Prozess<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h17\">Es eskaliert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h18\">Tom Buhrow und die Gier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h19\">Habermas kompakt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h20\">Gilles Dostaler, Die automatisch-nat&uuml;rliche R&uuml;ckkehr zu einem &ouml;konomischen Gleichgewicht ist ein Mythos<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4010&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>IKB k&auml;mpft um neue Staatsmilliarden<\/strong><br>\nDie IKB braucht eine weitere Milliardenspritze: Die Mittelstandsbank hat beim Banken-Rettungsfonds Soffin eine neue Staatsb&uuml;rgschaft beantragt. Es geht um Garantien von bis zu sieben Milliarden Euro. \n<p>Die D&uuml;sseldorfer Bank hatte sich vom Soffin schon vor ein paar Monaten Garantien &uuml;ber f&uuml;nf Milliarden Euro geholt, diese im April aber aufgebraucht. Das Institut hatte sich mit US-Ramschhypotheken verspekuliert und war deshalb Mitte 2007 beinahe zusammengebrochen. Sie konnte nur durch Milliardenhilfen der damaligen Eigent&uuml;merin KfW und des Bundes gerettet werden. Heute geh&ouml;rt sie dem US-Finanzinvestor Lone Star.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,druck-631204,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das ist schon ein St&uuml;ck aus dem Tollhaus. Da ist der Steuerzahler mit fast 10 Milliarden Euro zur Rettung der IKB eingesprungen. Dann wurde die angeblich gerettete Bank f&uuml;r l&auml;cherliche 150 Millionen Euro an die &bdquo;Heuschrecke&ldquo; Lone Star verkauft. Danach stoppte Lone Star mit seiner Aktienmehrheit eine Sonderuntersuchung zu Pflichtverletzungen von Ex-Vorst&auml;nden. Und ohne dass das Missmanagement aufgekl&auml;rt werden konnte, will nun Lone Star weitere 7 Milliarden B&uuml;rgschaften vom Staat.<\/em><\/p>\n<p>Dabei gibt es konkrete Vermutungen, dass die IKB sich nicht nur mit Ramschhypotheken verspekuliert hatte, sondern dass sie f&uuml;r die Deutsche Bank als Bad Bank fungierte und von dieser einer gro&szlig;e Menge Schrottpapiere &uuml;bernommen hatte, die vermutlich auch jetzt noch auf der IKB lasten.<\/p>\n<p>Es besteht weiter Anlass zu der Vermutung, dass die IKB auch deshalb zum Schn&auml;ppchenpreis an Lone Star verkauft wurde, damit die Rolle etwa von Finanzstaatssekret&auml;r Asmussen im Verwaltungsrat der fr&uuml;heren IKB nicht weiter thematisiert wurde.<\/p>\n<p>&Uuml;berdies ist es ein Skandal, dass z.B. Andreas Leimbach, der 10 Monate lang das Firmenkundengesch&auml;ft der IKB geleitet hat daf&uuml;r 1,12 Millionen Euro kassierte. Und all diese merkw&uuml;rdigen Vorg&auml;nge sollen nun noch mit 7 Milliarden Staatsb&uuml;rgschaften honoriert werden.<br>\nWo ist da eigentlich das &bdquo;systemische&ldquo; Risiko? Zeigt sich hier nicht eher ein Risiko des Systems? <\/p>\n<p><em><strong>Kommentar unseres Lesers JK aus N&uuml;rnberg, dem ich wenig hinzuzuf&uuml;gen habe:<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Liebe Nachdenkseiten-Redaktion,<br>\nwie Sie sicher aus eigener Erfahrung wissen, ist es leider oft schmerzhaft mit seinen Voraussagen recht zu behalten. Doch ich gehe jede Wette ein, dass den erneuten Forderung der IKB &uuml;ber weitere Garantien in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von sieben Milliarden Euro bald entsprochen wird, w&auml;hrend man auf der anderen Seite bei Arcandor 50.000 Menschen ihre Existenzgrundlage verlieren l&auml;sst nur um einem schwachsinnigen Dogma zu entsprechen. <\/p>\n<p>Besonders pikant wird die Sache bekanntlich dadurch, dass die IKB inzwischen der US-Heuschrecke Lone Star geh&ouml;rt, der sie bekanntlich von der Bundesregierung f&uuml;r eine l&auml;cherliche Summe (150 Millionen) angedient wurde. Die Herren Finanzinvestoren wollen sich also die Bank auf Staatskosten sanieren lassen. <\/p>\n<p>Nochmals, auf die verlogene Begr&uuml;ndung darf man gespannt sein, weshalb einem US-Finanzinvestor weitere Milliarden hinterhergeschmissen werden, auf der anderen Seite aber das Schicksal von 50.000 Menschen der Bundesregierung keinen Pfifferling wert ist.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Banken drohen Kreditausf&auml;lle von 170 Milliarden<\/strong><br>\nDurch die Rezession drohen neue Milliardenverluste bei den deutschen Banken: Die Ratingagentur Standard &amp; Poor&rsquo;s (S&amp;P) sieht bis 2011 eine dramatische Welle von Kreditausf&auml;llen auf die Institute zurollen. Es soll um bis zu 170 Milliarden Euro gehen. \n<p>Bisher waren daf&uuml;r vor allem Abschreibungen auf Wertpapiere verantwortlich, die die Banken am Kapitalmarkt gekauft hatten. Dieses Bild &auml;ndere sich nun, sagte Best: &bdquo;Die weitaus gr&ouml;&szlig;ere Sorge gilt k&uuml;nftig den Ausf&auml;llen bei klassischen Krediten.&ldquo;<\/p>\n<p>Besonders hohe Lasten sieht die Ratingagentur auf die Commerzbank sowie die Landesbanken zukommen. Allein f&uuml;r die Commerzbank sch&auml;tzt sie die f&auml;lligen Abschreibungen bis 2011 auf rund 14 bis 18 Mrd. Euro. Die Bank, deren Belastungen vor allem aus der Mittelstandssparte von der Immobilientochter Eurohypo stammen, hatte bereits gut 18 Mrd. Euro frisches Kapital aus dem Bankenrettungsfonds Soffin erhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article3949331\/Banken-drohen-Kreditausfaelle-von-170-Milliarden.html\">Welt Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>&bdquo;Traumjob&ldquo; Aufsichtsrat &ndash; keiner will f&uuml;r Sch&auml;den haften<\/strong><br>\nDas Debakel bei den Landesbanken haben Vorst&auml;nde und Aufsichtsr&auml;te zu verantworten. Laut Gesetz haften sie pers&ouml;nlich f&uuml;r Pflichtverletzungen. Problem nur: Verantwortliche m&uuml;ssten gegen sich selbst ermitteln. Kontraste zeigt, wie geltendes Recht nicht zum Zuge kommt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/kontraste\/archiv\/kontraste_vom_18_06\/beitrag_3.html\">rbb<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>&ldquo;Fatale Z&ouml;gerlichkeit in Deutschland&rdquo;<\/strong><br>\nUS-Pr&auml;sident Obama will Finanzjongleure an die kurze Leine nehmen, um neue Krisen zu verhindern. Nicht alle Vorschl&auml;ge wird er durchsetzen k&ouml;nnen. Doch schon jetzt sollte sich die Bundesregierung an ihm ein Beispiel nehmen, sagt IMK-Chef Gustav Horn im Interview mit manager-magazin.de. Denn die hat noch nicht mal einen Plan.\n<blockquote><p><strong>mm.de:<\/strong> Professor Horn, die Regierung Obama hat Kernpunkte einer neuen Finanzmarktregulierung umrissen. In den Medien bekommt dieser Plan das Etikett &ldquo;Radikalreform&rdquo;. Finden Sie die Regeln radikal?\n<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>Horn:<\/strong> &ldquo;Radikal&rdquo; w&auml;re nicht meine Wortwahl. Aber wenn Sie sich ansehen, welche Freiheiten die Finanzjongleure der Wall Street bisher genie&szlig;en, dann muss man schon zugeben: Der Obama-Plan ist ein Paradigmenwechsel.\n<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>mm.de:<\/strong> Reicht er denn aus, um eine neue gro&szlig;e Finanzkrise zu verhindern?<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>Horn:<\/strong> Ich denke, dass diese Chance besteht. Wichtig ist, dass man die Lehre gezogen hat, alle Institute unter Beobachtung zu stellen, die bisher als &ldquo;too big to fail&rdquo; galten. Aber man muss abwarten, wie die Gesetze am Ende aussehen und umgesetzt werden. Die Regulierung wird ihre sch&uuml;tzende Wirkung nur entfalten, wenn sie mit der n&ouml;tigen H&auml;rte und Konsequenz durchgesetzt wird.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/0,2828,631169,00.html\">Manager-magazin<\/a><\/p>\n<p><strong>Die Abwehrschlacht der deutschen Banker geht schon los:<\/strong><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Deutsche Banken attackieren Obamas Finanz-Cop-Plan<\/strong><br>\nMehr Macht f&uuml;r die Fed, scharfe Kontrollen der Hedgefonds: Barack Obama sieht seine Reform der Finanzmarktaufsicht als Vorbild f&uuml;r andere Staaten. Kritik kommt jedoch aus Deutschland. Die Branche warnt vor einer B&uuml;rokratisierung des Geldgesch&auml;fts.\n<p>Die deutschen Banken warnen vor einem Alleingang der USA bei der Reform der dortigen Finanzaufsicht. &ldquo;F&uuml;r die deutschen Banken ist entscheidend, ob die daraus erwachsenden US-Standards mit denjenigen der EU und unseres Landes &uuml;bereinstimmen werden&rdquo;, erkl&auml;rte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Donnerstag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,631243,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Robert von Heusinger: Packt die Banken noch h&auml;rter an!<\/strong><br>\nDie Finanzinvestoren zocken schon wieder ordentlich in &Ouml;l, die Bankmanager warnen schon wieder vor zu viel Regulierung, und die Politiker haben die Krise abgehakt. Sie streiten lieber um Steuersenkungen, kalte Progression und fabulieren &uuml;ber Inflation.\n<p>Jede einzelne Tat ist unverantwortlich, zusammengenommen verdichtet sich das Verhalten der Wirtschafts- und Parteien-Elite dieses Landes zum Wahnsinn. Sie spinnen, um es klar zu sagen, und gef&auml;hrden damit Wohlstand, Jobs und Wachstum. Denn die Krise ist noch nicht einmal zur H&auml;lfte &uuml;berstanden.<\/p>\n<p>Deshalb m&uuml;ssen die Banken viel h&auml;rter angepackt werden als bislang. Die beiden Bad-Bank-Modelle der Regierung, das eine f&uuml;r die privaten Banken, das andere f&uuml;r die Landesbanken, sind zu halbherzig, weil sie auf freiwilliger Teilnahme basieren. Sie haben nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn es einen obligatorischen Stresstest zumindest f&uuml;r die 20 gr&ouml;&szlig;ten Banken des Landes gibt.<\/p>\n<p>Ist diese Operation gelungen, gilt es den Banken ihre Lieblingsspielzeuge aus der Hand zu nehmen. Dazu z&auml;hlt der intransparente Handel mit Derivaten, was inzwischen sogar US-Pr&auml;sident Barack Obama verstanden hat. <\/p>\n<p>Aber dazu z&auml;hlt genauso das kurzfristige Gezocke an den Terminb&ouml;rsen f&uuml;r Devisen und Rohstoffe. Denn die Lehre aus der Krise lautet: Banken haben der Realwirtschaft zu dienen durch die Vergabe von Krediten. Im Casino haben sie dagegen nichts zu suchen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/kommentare\/1800906_Analyse-Packt-die-Banken-haerter-an.html\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Joseph Stiglitz: Amerikas Sozialismus f&uuml;r die Reichen<\/strong><br>\nDie Obama-Administration hat jedoch ein neues Konzept entwickelt, das zu umfassend ist, um mit Finanzhilfen auszukommen. Die Regierung behauptet, dass der Teufel los w&auml;re, wenn man die gro&szlig;en Banken nach den &uuml;blichen Regeln behandeln w&uuml;rde. Deshalb k&ouml;nne man weder den Pfandbriefinhabern noch den Aktion&auml;ren Verluste zumuten &ndash; auch dann nicht, wenn der Wert der Aktien fast nur noch aus Wetten auf eine Schulden&uuml;bernahme durch die Regierung besteht.\n<p>Ich halte diese Einsch&auml;tzung f&uuml;r falsch. Ich glaube, dass sich die Obama-Regierung dem Druck und der Panikmache der gro&szlig;en Banken gebeugt hat. Deshalb hat sie die Rettung der Banker und der Aktion&auml;re mit einer Entschuldung der Banken verwechselt.<\/p>\n<p>Einige haben diese neue Wirtschaftsform &ldquo;Sozialismus auf amerikanische Art&rdquo; genannt. Aber Sozialismus hat sich um normale Individuen zu k&uuml;mmern. Die Vereinigten Staaten haben aber &ndash; ganz im Gegenteil &ndash; den Millionen Amerikanern, die ihre H&auml;user zu verlieren drohen, nur wenig Hilfe gew&auml;hrt. Arbeiter, die ihre Jobs verlieren, erhalten nur 39 Wochen lang einen begrenzte Arbeitslosen-Unterst&uuml;tzung und werden sich dann selbst &uuml;berlassen. Wenn sie ihre Jobs los sind, verlieren die meisten auch noch ihre Krankenversicherung.<\/p>\n<p>Amerika hat das Sicherheitsnetz f&uuml;r Unternehmen in beispielloser Weise ausgeweitet, von Handelsbanken auf Investment-Banken, dann auf Versicherungen und jetzt sogar auf Autohersteller, und es ist noch kein Ende in Sicht. In Wahrheit ist das kein Sozialismus, sondern eine Ausweitung des bisherigen Schutzes f&uuml;r Konzerne. Die Reichen und M&auml;chtigen fordern von der Regierung immer neue Hilfen, w&auml;hrend bed&uuml;rftige Einzelpersonen kaum sozialen Schutz erhalten.<\/p>\n<p>Wir m&uuml;ssen die Banken, die so gro&szlig; sind, dass sie nicht scheitern d&uuml;rfen, zerschlagen; es gibt keine Anzeichen daf&uuml;r, dass sie der Gesellschaft die Kosten, die sie ihr aufgeb&uuml;rdet haben, jemals erstatten werden. Wenn wir sie schon nicht zerschlagen, m&uuml;ssen wir wenigstens ihre Handlungsspielr&auml;ume entscheidend einengen. Was sie in der Vergangenheit getan haben, darf ihnen nicht mehr erlaubt sein &ndash; sie d&uuml;rfen nicht mehr in der Lage sein, auf Kosten der Allgemeinheit zu zocken.<\/p>\n<p>Es gibt noch ein anderes Problem mit den amerikanischen Banken, die so gro&szlig; sind, dass sie nicht scheitern d&uuml;rfen und nicht restrukturiert werden k&ouml;nnen: sie haben zu viel politische Macht. Ihre Lobby-Arbeit hat gut funktioniert; erst haben sie die Deregulierung durchgesetzt und dann die Steuerzahler die Aufr&auml;umungsarbeiten bezahlen lassen. Sie hoffen darauf, dass sie es noch einmal schaffen, frei in ihren Entscheidungen zu bleiben, und tun und lassen zu k&ouml;nnen, was sie wollen, ohne R&uuml;cksicht auf die Risiken f&uuml;r die Steuerzahler und die Wirtschaft. Wir d&uuml;rfen nicht zulassen, dass das geschieht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/stiglitz113\/German\">The Guardian\/ nachgedruckt Project Syndicate<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Bund macht bis 2013 mehr als 300 Milliarden Euro Schulden<\/strong><br>\nPeer Steinbr&uuml;ck bricht alle Rekorde: Der Etatentwurf des Finanzministers f&uuml;r 2010 sieht nach Informationen von SPIEGEL ONLINE die h&ouml;chsten Ausgaben des Bundes in der Geschichte der Republik vor. Auch die Finanzierungsl&uuml;cke ist so gro&szlig; wie nie. Der Bund braucht bis 2013 mehr als 300 Milliarden Euro Kredit.\n<p>Berlin &ndash; Es ist eine Summe, die es so noch nicht gegeben hat: Bis 2013 wird der Bund 310 Milliarden Euro neue Schulden machen. Das geht nach Informationen von SPIEGEL ONLINE aus der aktualisierten mittelfristigen Finanzplanung von Bundesfinanzminister Peer Steinbr&uuml;ck (SPD) hervor, die das Kabinett in der n&auml;chsten Woche zusammen mit dem Haushaltsentwurf f&uuml;r 2010 beschlie&szlig;en wird. <\/p>\n<p>F&uuml;r das kommende Jahr ist danach eine Neuverschuldung des Bundes von 86 Milliarden Euro vorgesehen. So viel zus&auml;tzliche Kredite hat bislang noch kein Finanzminister in einem seiner Haushaltsentw&uuml;rfe einplanen oder sp&auml;ter auch aufnehmen m&uuml;ssen. Dieses Jahr hofft Steinbr&uuml;ck, mit 48 Milliarden Euro auskommen zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>In den Folgejahren verharrt die Neuverschuldung nach den Planungen auf hohem Niveau. So muss der Bund 2011 rund 72 Milliarden Euro neue Schulden machen, 2012 sinkt der Bedarf auf 59 Milliarden Euro. 2013, am Endpunkt der neuen mittelfristigen Finanzplanung, ist immer noch eine Nettokreditaufnahme von 45 Milliarden Euro eingeplant.<\/p>\n<p>Insgesamt plant Steinbr&uuml;ck im kommenden Jahr Ausgaben von rund 328 Milliarden Euro &ndash; ebenfalls eine Rekordsumme. Damit liegt das Volumen des Bundeshaushalts deutlich &uuml;ber den Ans&auml;tzen des alten Finanzplans. Ursache daf&uuml;r sind zus&auml;tzliche Ausgaben, die durch die Wirtschaftskrise erzwungen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,druck-631161,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Und CDU\/CSU schwadronieren von Steuersenkungen. Ein wirkliches Konjunkturprogramm, das die Rezession &uuml;berwinden k&ouml;nnte und zus&auml;tzliche Steuereinnahmen durch Wachstum generiert werden k&ouml;nnten, ist auch nicht erkennbar. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>IMK: &bdquo;Rentenschutzklausel&ldquo; aus gesamtwirtschaftlicher Sicht sinnvoll<\/strong><br>\nHeute ber&auml;t der Deutsche Bundestag &uuml;ber die so genannte &ldquo;Rentenschutzklausel&rdquo;. Die Stabilisierung der Renten im kommenden Jahr ist aus gesamtwirtschaftlicher Sicht sinnvoll, weil die Konsumausgaben der Rentner die Konjunktur in einer besonders schwierigen Phase st&uuml;tzen, analysiert das Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. Das von der Bundesregierung gew&auml;hlte Instument d&uuml;rfte allerdings 2010 gar nicht n&ouml;tig sein, wenn der statistische Sonder-Effekt der weit verbreiteten Kurzarbeit auf die Lohnentwicklung herausgerechnet w&uuml;rde. Aus Sicht der IMK-Experten w&auml;re es schl&uuml;ssig, das zu tun, so wie dies derzeit schon bei den Ein-Euro-Jobs geschieht.<br>\n<a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/37883_95352.html\">Mehr dazu<\/a>\n<p>Am l&auml;ngerfristigen Erosionsprozess der Alterssicherung in Deutschland &auml;ndert die Ma&szlig;nahme der Bundesregierung hingegen wenig. Altersarmut wird in Zukunft wieder deutlich mehr Menschen betreffen, zeigen neue Analysen aus dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. Das hat vor allem zwei Gr&uuml;nde: Die Ver&auml;nderungen auf dem Arbeitsmarkt &ndash; mehr atypische Jobs und mehr Niedrigl&ouml;hne &ndash; machen sich bemerkbar. Aber auch die Rentenreformen der vergangenen Dekade tragen dazu bei. Sie haben zwar die Entwicklung des Beitragssatzes stabilisiert, allerdings um den Preis stark sinkender Rentenniveaus. <\/p>\n<p>Die Zahl der erforderlichen Beitragsjahre f&uuml;r eine Rente auf Sozialhilfe-Niveau wird ansteigen. Wer beispielsweise 2030 in Ruhestand geht und im Laufe seines Erwerbslebens 75 Prozent des durchschnittlichen Einkommens erzielte, muss 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahl haben, um eine Rente in Grundsicherungs-H&ouml;he zu bekommen. Wer nur die H&auml;lfte verdient, hat keine Chance &ndash; sie oder er br&auml;uchte 68 Beitragsjahre. Private und betriebliche Vorsorge k&ouml;nnen das kaum ausgleichen: Niedrigl&ouml;hner und Arbeitslose sind selten in der Lage, in einen Riestervertrag einzuzahlen. Und gerade sie haben oft keinen Zugang zu betrieblichen Pensionskassen. <\/p>\n<p>Das Problem lie&szlig;e sich aber eind&auml;mmen &ndash; durch eine Ausweitung der Rentenversicherung auf Selbstst&auml;ndige sowie mehr Mindestsicherung. <\/p>\n<p>Mehr dazu: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_95456.html\">Artikel B&ouml;ckler Impuls mit Grafiken zum Download<\/a> und mit dem Untersuchungsschwerpunkt <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32006_95365.html\">Wachstum des Niedriglohnsektors und schwache Lohnentwicklung<\/a> <\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Union distanziert sich von Gesundheitsreform<\/strong><br>\nDie Union will nach SZ-Informationen einzelne Punkte der von ihr mitgetragenen Gesundheitsreform neu regeln &ndash; wenn sie die Bundestagswahl gewinnt.<br>\nExplizit wird dabei der Finanzausgleich der Kassen genannt, der seit Anfang des Jahres auch bestimmte Krankheiten der Versicherten ber&uuml;cksichtigt. Er gilt als Herzst&uuml;ck des Gesundheitsfonds. Die Forderung der CSU, auch den Gesundheitsfonds selbst auf den Pr&uuml;fstand zu stellen, findet sich im Programm nur in der Kompromissformel wieder, das System m&uuml;sse &ldquo;st&auml;ndig weiterentwickelt&rdquo; werden. Der Fonds selbst wird nicht erw&auml;hnt.\n<p>Zur&uuml;ckdrehen will die Union auch die Reform der &Auml;rztehonorare. Sie ist sehr umstritten, weil in Westdeutschland viele Mediziner Gehaltseinbu&szlig;en erwarten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/917\/472442\/text\/\">SZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Linksfraktion: Unschuldsvermutung soll auch im Arbeitsrecht gelten<\/strong><br>\nArbeitgeber sollen eine Fehlverhalten von Arbeitnehmern, auf das sie eine K&uuml;ndigung st&uuml;tzen wollen, auch beweiskr&auml;ftig nachweisen m&uuml;ssen. Zwischen dem nachgewiesenen Schaden und den wirtschaftlichen Auswirkung auf beiden Seiten m&uuml;sse ein &ldquo;angemessenes Verh&auml;ltnis&rdquo; bestehen, fordert die Linksfraktion in einem Antrag (16\/13383). Sie argumentiert, mit einer solchen Verdachtsk&uuml;ndigung k&ouml;nne ein Unschuldiger seinen Arbeitsplatz verlieren. Durch richterliche Rechtsfortbildung sei mit einer solchen Entlassung eine K&uuml;ndigungsart geschaffen worden, die eine &ldquo;einseitige Risikoverlagerung zu Lasten der ohnehin schon benachteiligten Arbeitnehmer&rdquo; vornehme und ausschlie&szlig;lich Arbeitgeberinteressen sch&uuml;tze. Eines der j&uuml;ngsten Opfer dieser Rechtssprechung sei die ehemalige Kassiererin einer Berliner Supermarktfiliale.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_191\/04.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bundesrat hat rechtsstaatliche Bedenken gegen Internet-Sperren<\/strong><br>\nDer Bundesrat hat erhebliche rechtstaatliche Bedenken gegen den &ldquo;Entwurf eines Gesetzes zur Bek&auml;mpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen (16\/13125). In einer von der Bundesregierung als Unterrichtung (16\/13385) vorgelegten Stellungnahme der L&auml;nderkammer hei&szlig;t es, von den geplanten Sperrungen k&ouml;nnten auch legale Seiten betroffen sein. &ldquo;Die Sperrung von Internetseiten betrifft die Telekommunikationsfreiheit, die Informations- und Meinungsfreiheit sowie die allgemeine Handlungsfreiheit&rdquo;, kritisiert der Bundesrat und fordert die Einbeziehung eines unabh&auml;ngigen Gremiums, um zu verhindern, dass legale Seiten gesperrt werden. \n<p>F&uuml;r die Sperrung von Seiten mit kinderpornographischen Inhalten soll das Bundeskriminalamt zust&auml;ndig werden. Der Bundesrat kritisiert in diesem Zusammenhang, dass der Gesetzentwurf weder eine anlassbezogene noch eine regelm&auml;&szlig;ige &Uuml;berpr&uuml;fung gesperrter Inhalte vorsehe. Es liege offenbar allein im Ermessen des Bundeskriminalamtes, ob und wann eine &Uuml;berpr&uuml;fung der bereits gesperrten Seiten durchgef&uuml;hrt werde. &ldquo;Um dem bef&uuml;rchteten Zensurcharakter der Norm vorzubeugen, sollte eine gesetzlich verpflichtende regelm&auml;&szlig;ige &Uuml;berpr&uuml;fung in den Entwurf aufgenommen werden&rdquo;, verlangt der Bundesrat. Au&szlig;erdem wenden sich die L&auml;nder gegen eine undifferenzierte Speicherung von Daten. So k&ouml;nnten die Daten von Nutzern gespeichert werden, die unproblematische Inhalte abgerufen h&auml;tten, die zuf&auml;llig auf demselben Server gespeichert gewesen seien wie kinderpornographische Inhalte. Au&szlig;erdem soll in den Entwurf ein spezielles rechtsf&ouml;rmiges Verfahren aufgenommen werden, damit sich Diensteanbieter gegen die Sperrung ihrer Telemedienangebote wehren k&ouml;nnen.<br>\nDie Bundesregierung schreibt in ihrer Gegen&auml;u&szlig;erung, sie gehe von einer laufenden Aktualisierung der Sperrliste aus. Internetadressen, die keine Kinderpornographie mehr enthalten, w&uuml;rden unverz&uuml;glich von der Liste entfernt. Bei anderen Einw&auml;nden der L&auml;nder sichert die Regierung eine Pr&uuml;fung zu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_191\/09.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Heute kungelt der Bundestag verfassungswidrig<\/strong><br>\nLaut Tagesordnung debattiert der Bundestag heute bis tief in die Nacht. Tats&auml;chlich machen viele Abgeordnete fr&uuml;her Feierabend und lassen ihre Reden nur abheften. So wird auch bei einem sehr umstrittenen Gesetzesprojekt verfahren. Experten bezweifeln, dass ein Beschluss dazu verfassungsgem&auml;&szlig; w&auml;re.\n<p>Der Grund f&uuml;r die Rund-um-die-Uhr-Tagung ist nicht allein die lockende Urlaubszeit. Auch die Legislatur geht zu Ende, bis zur Bundestagwahl im September ist nur noch eine Sitzungswoche Ende Juni vorgesehen. Doch es gibt eine F&uuml;lle an Gesetzesvorhaben, &uuml;ber die entschieden werden muss: Begrenzung der Managerverg&uuml;tung, Bek&auml;mpfung von Kinderpornografie und Versch&auml;rfung des Waffenrechts sind nur einige der dr&auml;ngenden Aufgaben. Und so einiges ist im Laufe des Legislatur mangels Mehrheiten auch liegen geblieben, zum Beispiel die Neuregelung der Patientenverf&uuml;gung. <\/p>\n<p>Gegen 5.35 Uhr in der Fr&uuml;h aber soll es laut Tagesordnung um ein von der Opposition abgelehntes Vorhaben gehen: das &bdquo;Gesetz zur St&auml;rkung der Informationstechnik des Bundes&ldquo;, mit dem die Bundesregierung die Befugnis zur Rundum&uuml;berwachung der Beh&ouml;rdenkommunikation schaffen will. Bei der Sachverst&auml;ndigenanh&ouml;rung im Bundestag war das Projekt von mehreren Experten als wahlweise &bdquo;untauglich&ldquo;, &bdquo;katastrophal&ldquo; oder gar &bdquo;in Teilen verfassungswidrig&ldquo; kritisiert worden. <\/p>\n<p>Ein solches Gesetz, &bdquo;dass den h&ouml;chstrichterlich gesch&uuml;tzten Kernbereich der privaten Lebensf&uuml;hrung ber&uuml;hrt, darf nicht heimlich durch das Parlament gehievt werden&ldquo;, sagt Leutheusser-Schnarrenberger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article3945373\/Heute-kungelt-der-Bundestag-verfassungswidrig.html\">Welt Online<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/parlament\/plenargeschehen\/to\/Ablaufplan.pdf\">Geplanter Ablauf der Plenarsitzungen [PDF &ndash; 88KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Dietrich Murswiek: Die heimliche Entwicklung des Unionsvertrages zur europ&auml;ischen Oberverfassung<\/strong><br>\nDer Vertrag von Lissabon l&ouml;st die S&auml;ulenstruktur der Europ&auml;ischen Union auf. Die Normen des EU-Vertrages erhalten damit denselben supranationalen Charakter, den bisher nur der EG-Vertrag hatte, und die Gerichtsbarkeit des Unionsgerichtshofs wird konsequenterweise auf den gesamten EU-Vertrag erstreckt, soweit nicht Einschr&auml;nkungen ausdr&uuml;cklich vorgesehen sind. Dies hat zur Folge, dass die Grundwerte der Europ&auml;ischen Union k&uuml;nftig als gesamteurop&auml;ische Oberverfassung die Verfassungen der Mitgliedstaaten vorpr&auml;gen und der Gerichtshof den nationalen Verfassungsgerichten auch dort als Oberverfassungsgericht &uuml;bergeordnet wird, wo es um rein innerstaatliche Verfassungsfragen geht. Das ist eine fundamentale Umgestaltung des Verh&auml;ltnisses von Europ&auml;ischer Union und Mitgliedstaaten. Sie wurde bisher nicht bemerkt und kann nur durch einen v&ouml;lkerrechtlichen Vorbehalt noch gestoppt werden, den diejenigen Mitgliedstaaten noch anbringen k&ouml;nnten, die den Vertrag bislang noch nicht ratifiziert haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jura.uni-freiburg.de\/institute\/ioeffr3\/forschung\/papers\/murswiek\/IOER_Die_Heimliche_Entwicklung_des_EUV_zur_Oberverfassung.pdf\">Universit&auml;t Freiburg [PDF &ndash; 129 KB]<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Der Vertrag von Lissabon und das Grundgesetz<\/strong><br>\nRechtsgutachten &uuml;ber die Zul&auml;ssigkeit und Begr&uuml;ndetheit verfassungsgerichtlicher Rechtsbehelfe gegen das Zustimmungsgesetz zum Vertrag von Lissabon und die deutsche Begleitgesetzgebung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.peter-gauweiler.de\/pdf\/Vertr%20Lissabon%20Gutachten.pdf\">Peter Gauweiler [PDF &ndash; 654 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Am 30. Juni will das Bundesverfassungsgericht &uuml;ber die Klagen gegen den Vertrag von Lissabon entscheiden. Dem Gericht liegen Klagen des rechtsgerichteten CSU-Abgeordneten, des ehemaligen Vorstandschefs der Thyssen AG, Dieter Spethmann, des fr&uuml;heren CSU-Europaabgeordnete Franz Ludwig Graf Stauffenberg, des eher Ordoliberalen Volkswirtschaftlers Joachim Starbatty und des Berliner Juraprofessor Markus Kerber, aber auch Diether Dehm hat mit anderen Abgeordneten der Partei Die Linken Verfassungsbeschwerde eingereicht.<\/em><\/p>\n<p>Wir von den NachDenkSeiten haben Schwierigkeiten uns mit den politischen Zielen vor allem von Gauweiler oder Spethmann gemein zu machen. Auch der Verfassungsrechtler Murswiek hat eine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dietrich_Murswiek\">eher rechtsextreme Vergangenheit<\/a>. Dennoch halten wir die Position, dass mit dem Lisabon Vertrag wesentliche Kernpunkte des Grundgesetzes au&szlig;er Kraft gesetzt oder zumindest &uuml;berlagert werden. Das gilt etwa f&uuml;r die Bundeswehr als &bdquo;Parlamentsarmee&ldquo;, die bundesdeutsche Rundfunkordnung,  aber vor allem auch f&uuml;r das <a href=\"?p=3803\">Sozialstaatsprinzip<\/a>. Schon die bisherige Rechtsprechung des Europ&auml;ischen Gerichtshofs belegt, wie durch europ&auml;isches Vertragsrecht liberale Wirtschaftsrechte eine Dominanz gegen&uuml;ber dem hiesigen Arbeitsschutz- oder Streikrecht (<a href=\"?p=3148\">Einhaltung von Tarifl&ouml;hnen bei &ouml;ffentlichen Ausschreibungen<\/a>) geschaffen hat. Man muss nicht europafeindlich gesinnt sein, wenn man den Vertrag von Lissabon ablehnt und die im Grundgesetz verankerten sozialstaatlichen Prinzipien verteidigen will.<\/p>\n<p>Man kann auf das Verfassungsgericht ein St&uuml;ck Hoffnung setzen, denn w&uuml;rde es diesen &bdquo;Reformvertrag&ldquo; (ohne Einschr&auml;nkungen) passieren lassen, dann w&uuml;rde es seine eigene Funktion in Frage stellen. Seine Rechtsprechung k&ouml;nnte dann vom EuGH kassiert werden.<\/p>\n<p>Spannend ist auch, wie der zust&auml;ndige zweite Senat, in dem etwa der vertragskritische Richter Siegfried Bro&szlig;  sitzt, mit dem &bdquo;Reformvertrag&ldquo; umgeht.<br>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Thomas Barth: Paukp&auml;dagogik &ndash; Wie zehn Jahre &raquo;Bologna-Proze&szlig;&laquo; unsere Hochschulen ruinierten<\/strong><br>\nEinmal Bildungsabbau Bolognese!<br>\nStatt dem Recht auf Bildung wurde die blo&szlig;e Berufsausbildung in den Vordergrund ger&uuml;ckt.<br>\nEntsprechend ersetzen heute die vollgepackten Bachelor-Studieng&auml;nge eigenst&auml;ndiges Nachdenken durch die hektische Jagd nach Leistungspunkten. Nie zuvor wurden so viele Studieng&auml;nge so gr&uuml;ndlich umgekrempelt wie in den letzten Jahren, nie zuvor wurden Lehrpl&auml;ne an den Hochschulen so hastig und ausgiebig verk&uuml;rzt, verflacht und verschult. Konsequenz der neuen Paukp&auml;dagogik: Studierende erweisen sich in aktuellen Sozialstudien als lasch, labil und unpolitisch &ndash; willige Opfer einer sp&auml;teren Ausbeutung in Praktikum und prek&auml;rer Besch&auml;ftigung.\n<p>Das Bologna-Konzept wird vor allem von Bildungsministerien und Hochschulrektoren gepuscht, deren Machtposition im &raquo;Unternehmen Universit&auml;t&laquo; auf Kosten der akademischen Selbstverwaltung verst&auml;rkt wurde. Widerstand leisten immerhin die Hochschullehrer, deren Standesorganisation, der Deutsche Hochschulverband (DHV), j&uuml;ngst ein &raquo;Bologna-Schwarzbuch&laquo; vorlegte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/06-19\/015.php\">junge Welt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Thomas Barth:<\/strong> Wie die jW auf die Bildunterschrift &bdquo;Privatuniversit&auml;tsabsolventen: Schneller und labiler Foto: AP&ldquo;  kam, wei&szlig; ich nicht, auch nicht warum sie 1 Woche brauchten, um meinen sch&ouml;nen Titel &ldquo;Einmal Bildungsabbau Bolognese!&rdquo; gegen &ldquo;Paukp&auml;dagogik&rdquo; zu er- bzw. unmotiviert 3 Zeilen runter- und klein zu setzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>GEW und fzs: &ldquo;Lernende und Lehrende fordern Kurswechsel&rdquo; &ndash; Bilanz: zehn Jahre Bologna-Prozess<\/strong><br>\nAm Vorabend des zehnten Jahrestages der Unterzeichnung der Bologna-Erkl&auml;rung haben Repr&auml;sentanten der Studierenden und der Lehrenden an Hochschulen eine kritische Bilanz gezogen und einen Kurswechsel gefordert. &ldquo;Vom Aufbau eines Europ&auml;ischen Hochschulraums hatten wir uns eine erleichterte Mobilit&auml;t, eine bessere Qualit&auml;t der Lehre und bessere Studienbedingungen erhofft &ndash; diese Ziele wurden bisher noch nicht erreicht&rdquo;, erkl&auml;rte Anja Gadow, Mitglied des Vorstands des freien zusammenschlusses von studentInnenschaften (fzs). &ldquo;Ein Geburtsfehler der Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland war, dass Bund und L&auml;nder die Reformen bei gleich bleibender Ausstattung der Hochschulen durchsetzen wollten. Die Studieng&auml;nge lassen sich aber nur dann erfolgreich reformieren, wenn die Betreuung der Studierenden verbessert wird&rdquo;, sagte Andreas Keller, f&uuml;r Hochschulen verantwortliches Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bildungsklick.de\/pm\/68675\/gew-und-fzs-lernende-und-lehrende-fordern-kurswechsel\/\">bildungsklick<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Es eskaliert<\/strong><br>\nAbgehalfterte und bald zum alten Eisen geh&ouml;rende, gestrig werdende Politiker bezeichnen diejenigen, die bald einmal die Geschicke der Gesellschaft in die H&auml;nde nehmen sollen, als Gestrige; praktizieren diese immergleiche Methode der Diffamierung &ndash; so wie es r&uuml;ckst&auml;ndige und bornierte Ewiggestrige immer in ihrem eingebildeten Fortschrittseifer handhaben -, um die protestierende Jugend als irrgeleitete Wohlstandsrotznasen abzutun. Die Medien&ouml;ffentlichkeit spricht gro&szlig;spurig und voreilig von Eskalation des Streiks, nur weil eine Handvoll junger Menschen zwei Bankfilialen besetzten, dort friedlich demonstrierten und ihre Finger in eine der tiefklaffenden Wunden dieser Gesellschaft steckten; einer Gesellschaft, die f&uuml;r Bildung und Sozialstandards kein Geld zur Verf&uuml;gung haben will, aber f&uuml;r die Rettung der Bankenbranche Milliardensummen aus dem Nichts herbeizaubert. Wer in Wunden herumbohrt hat kein Anrecht darauf, als protestierendes Mitglied der Gesellschaft angesehen zu werden; wer in Wunden herumbohrt ist jemand, der Eskalation betreibt, ein St&ouml;renfried und Randalierer sein muss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2009\/06\/es-eskaliert.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Tom Buhrow und die Gier<\/strong><br>\nDer ARD-Topjournalist Tom Buhrow kassiert mit Privatauftritten f&uuml;r Firmen m&auml;chtig ab: das schillerndste Beispiel einer Wachstumsbranche, in der es kaum um Unabh&auml;ngigkeit geht.<br>\nOffenbar sind solche Auftritte weder f&uuml;r den prominenten Nachrichten-Moderator mit den etwas lichten Haaren noch f&uuml;r andere prominente TV-Kollegen eine Rarit&auml;t. Hier tut sich ein Nebenerwerbszweig auf, der die Einnahmen nur so sprudeln l&auml;sst &ndash; und nur zu gerne werden sie von &ouml;ffentlich-rechtlichen Koryph&auml;en genutzt. Cos&igrave; fan tutte, so machen sie&rsquo;s alle.<br>\nEs war eine Gilde wertvoller TV-Menschen aufgelistet. Peter Hahne, Merkel-treu und bibelfest: 10.000 Euro. Anja Kohl, die fesche ARD-B&ouml;rsenfrau: 6500 Euro. Petra Gerster, der Star von &ldquo;heute&rdquo; im ZDF: 14.000 Euro. Michael Antwerpes, autoaffiner Sportmoderator im SWR: 8000 Euro.\n<p>Doch zu den Spitzenverdienern im Tingeltangel-Gewerbe geh&ouml;rt nach dieser Liste neben der ZDF-Galionsfigur Claus Kleber, der einst auch aus den USA berichtet hat, eben jener freundliche News-Verk&auml;ufer der ARD: Tom Buhrow. Beide werden mit jeweils 20.000 Euro taxiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/935\/472460\/text\/\">SZ<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe dazu: <\/em><\/p>\n<p><strong>Nebenverdienste: Wie Fernsehmoderatoren ihre Prominenz vermarkten<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www3.ndr.de\/sendungen\/zapp\/archiv\/ethik_journalismus\/nebenerwerb100.html\">NDR Zapp<\/a><\/p>\n<p><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sie haben sich sicherlich auch schon &ouml;fters gewundert, wie die Hahnes, Buhrows, Klebers in ihren Interviews pfleglich mit den M&auml;chtigen aus der Wirtschaft umgehen, oder wie in den Moderationen unterschwellig Verst&auml;ndnis f&uuml;r Firmenbosse aufgebracht wird und wie gering oft das Einf&uuml;hlungsverm&ouml;gen gegen&uuml;ber denjenigen ist, die nicht auf der Sonnenseite der Gesellschaft stehen. Wenn Sie &uuml;ber diese &bdquo;privaten&ldquo; Gesch&auml;fte dieser &bdquo;Vertrauenspersonen&ldquo; der Informationsvermittlung lesen, wird Vieles verst&auml;ndlich. Angesichts solcher Summen, die hier f&uuml;r geringen Aufwand eingenommen werden k&ouml;nnen, versteht es sich von selbst, dass man es sich mit potentiellen Geld- pardon Auftraggebern nicht verderben will und dass man gegen&uuml;ber solchen Firmen und deren Bosse, bei denen man schon mal f&uuml;r gutes Geld aufgetreten ist, zumindest freundlicher formuliert, als es ein kritischer Journalismus eigentlich erforderte. Das ist nur allzu menschlich, aber dem Journalismus dient es nicht und schon gar nicht dem Bed&uuml;rfnis nach neutraler und unabh&auml;ngiger Aufkl&auml;rung der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger. Dass die Verantwortlichen der &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender hier keinen Riegel vorschieben ist, hat viel damit zu tun, dass sie durch diese &bdquo;Nebeneinnahmen&ldquo; Abwerbungsversuche von Kommerzsendern besser abwehren k&ouml;nnen. Auch hier zeigt der Wettbewerb zwischen Privatsendern und den &ouml;ffentlich-rechtlichen seine korrumpierende Wirkung.<\/p>\n<p><strong>Es geht nicht nur um lukrative Nebenverdienste von Journalisten, viel mehr verbreitet sind Rabatte und sonstige Verg&uuml;nstigungen:<\/strong><\/p>\n<p>Fast drei Viertel aller Journalisten, 74 Prozent, geben zu, dass sie Presserabatte nutzen. Der Medienwissenschaftler Dominik Stawski hat 1.300 Journalisten befragt, ob und welche Presserabatte sie in Anspruch nehmen(&hellip;)<\/p>\n<p>Die Auswahl f&uuml;r die Journalisten ist grenzenlos. Ob beim Urlaub, beim Fliegen oder beim Neuwagenkauf. Meistens gelten f&uuml;r Journalisten Sonderpreise.<\/p>\n<p>Unter pressekonditionen.de und journalismus.com steht detailliert, welche Firma wie viel Prozent gew&auml;hrt.<\/p>\n<p>Dominik Stawski, Medienwissenschaftler: &bdquo;Journalisten berichten &uuml;ber alle m&ouml;glichen Verstrickungen zwischen Wirtschaft und Politik, aber sie berichten sehr, sehr wenig &uuml;ber das Verh&auml;ltnis zwischen Wirtschaft und Journalismus und in dem Fall halt auch &uuml;ber Presserabatte.&ldquo; Klaus-Dieter Altmeppen, Professor f&uuml;r Journalistik: &bdquo;Genau die Journalisten, die Presserabatte nutzen, haben ja nun wirklich &uuml;berhaupt kein Interesse, das auch noch zum Berichterstattungsgegenstand zu machen.&ldquo; Reporter: &bdquo;Sprich der Zuschauer wei&szlig; nichts davon?&ldquo; Klaus-Dieter Altmeppen, Professor f&uuml;r Journalistik: &bdquo;Der wei&szlig; nichts davon, der soll ja auch nichts davon erfahren, denn das ist ja genau das Ziel der Unternehmen die Presserabatte vergeben. Gewogenheit schaffen und damit auch die Berichterstattung unterdr&uuml;cken, die nicht so positiv ist.&ldquo;<\/p>\n<p>Klaus-Dieter Altmeppen, Professor f&uuml;r Journalistik: &bdquo;Unternehmen entwickeln vielf&auml;ltigste Strategien um dorthin zu kommen, zu sagen, wie stelle ich mein Unternehmen in der &Ouml;ffentlichkeit positiv dar und da geh&ouml;ren Journalistenrabatte eindeutig mit zu diesen Strategien, Gewogenheit herzustellen. Also genau das, was Journalisten nicht sein sollten.&ldquo;&hellip; &bdquo;Journalisten leben von ihrer Glaubw&uuml;rdigkeit, von ihrem Image, von ihrem Ruf, machen sich aber offensichtlich keine Gedanken dar&uuml;ber, dass sie mit Presserabatten genau diesen Ruf aufs Spiel setzen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www3.ndr.de\/sendungen\/zapp\/archiv\/ethik_journalismus\/presserabatte108.html\">NDR Zapp<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkungen WL:<\/strong> Aber &uuml;ber Politiker, wie damals &uuml;ber Kurt Biedenkopf, die Rabatte verlangen das Maul aufrei&szlig;en, das passt schlecht zusammen. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Habermas kompakt<\/strong><br>\nZum 80. Geburtstag des Philosophen und Sozialwissenschaftlers J&uuml;rgen Habermas hat der Suhrkamp Verlag eine neue f&uuml;nfb&auml;ndige Sonderausgabe seiner wichtigen B&uuml;cher aufgelegt. Neu erschienen ist auch die 2005 erstmals ver&ouml;ffentlichte Aufsatzsammlung zu &ldquo;Naturalismus und Religion&rdquo;.<br>\nEinen &Uuml;berblick &uuml;ber die Sonderausgabe k&ouml;nnen Sie nachlesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/buechermarkt\/984682\/\">DLF<\/a>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Der Philosoph der Deutschen<\/strong><br>\nVor 80 Jahren wurde J&uuml;rgen Habermas geboren<br>\nSeit Jahrzehnten ist er eine &ouml;ffentliche Institution. Es gibt wenig so einflussreiche Wissenschaftler und Intellektuelle in Deutschland wie den Sozialphilosophen J&uuml;rgen Habermas. Von Beginn an hat er die Bundesrepublik mit seinen &ouml;ffentlichen Interventionen kritisch begleitet. <\/p>\n<p>Habermas: &ldquo;Die vornehmste Aufgabe der Philosophie sehe ich heute darin, gegen jede Gestalt des Objektivismus, also gegen die ideologische, das hei&szlig;t scheinhafte Verselbst&auml;ndigung von Gedanken und Institutionen gegen&uuml;ber ihren lebenspraktischen Entstehungs- und Verwendungszusammenh&auml;ngen die Kraft der radikalen Selbstreflexion aufzubieten.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/kalenderblatt\/976992\/\">Deutschlandradio Kultur<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein ganz klein bisschen wollen die NachDenkSeiten der Philosophie helfen gegen die gegenw&auml;rtige Gestalt des Objektivismus, n&auml;mlich den Neoliberalismus, die Kraft der radikalen Selbstreflexion aufzubieten. Die Philosophie selbst hat bei dieser Aufgabe in den letzten Jahren weitgehend versagt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Gilles Dostaler, Die automatisch-nat&uuml;rliche R&uuml;ckkehr zu einem &ouml;konomischen Gleichgewicht ist ein Mythos<\/strong><br>\nZusammenfassung wesentlicher Inhalte eines am 10.Juni 2009 in der Pariser Tageszeitung Le Monde ver&ouml;ffentlichten Interviews mit Gilles Dostaler; Originaltitel: &bdquo;Le retour naturel &agrave; l&rsquo;&eacute;quilibre &eacute;conomique est un mythe&ldquo;. Interviewpartner: Le Monde-Redakteur Adrien de Tricornot. &Uuml;bertragen von Gerhard Kilper.\n<p>Dostaler ist seit 1975 Wirtschaftsprofessor an der Qu&eacute;bec-Universit&auml;t in Montr&eacute;al, Kanada. Buchver&ouml;ffentlichungen: &bdquo;Le lib&eacute;ralisme de Hayek&ldquo;, 2001; &bdquo;Keynes et ses combats&ldquo;, 2005, neue erweiterte Ausgabe 2009; zusammen mit Bernard Maris &bdquo;Capitalisme et pulsion de la mort&ldquo;, 2009.<\/p>\n<p>Keynes&rsquo; Ideen wurden vor Ausbruch der Krise von &ldquo;den Liberalen&rdquo; verteufelt. War nicht Keynes selbst ein Liberaler gewesen?<\/p>\n<p>Keynes sympathisierte mit der an John Stuart Mill orientierten liberalen englischen Partei. Das Programm dieser Partei sah individuelle und politische Grundrechte, jedoch nicht den Wirtschaftsliberalismus als fundamental an. In Abgrenzung zur Konzeption des marxistischen oder kommunistischen Sozialismus bezeichneten die englischen Liberalen ihr Programm als &bdquo;sozialen Liberalismus&ldquo;, &bdquo;liberalen Sozialismus&ldquo; oder &bdquo;Zukunftssozialismus&ldquo;. In diesem, man w&uuml;rde heute sagen &bdquo;sozialdemokratische Konzept&ldquo;, sollte der Staat durch Eingriffe und Regulierungen die M&auml;ngel der Marktwirtschaft korrigieren, um den Menschen optimale Entfaltungsm&ouml;glichkeiten zu bieten. <\/p>\n<p><strong>Best&auml;tigt die aktuelle Krise die Keynes&rsquo;sche Sicht des Kapitalismus?<\/strong><br>\nGr&ouml;&szlig;tenteils ja. Keynes stellt im zw&ouml;lften Kapitel seiner &bdquo;Allgemeiner Theorie der Besch&auml;ftigung, des Zinses und des Geldes&ldquo; detailliert die irrationale Kasino-&Ouml;konomie mit ihren zu Blasen f&uuml;hrenden Spekulationsmechanismen dar. Wenn sich in der Welt auch einiges seit den 1930-er Jahren ver&auml;ndert hat, so ist doch Keynes &bdquo;Allgemeine Theorie&ldquo; heute brandaktuell. Die Deregulierung der Finanzm&auml;rkte ist der Hauptgrund der heutigen Krise, die Deregulierung f&uuml;hrte zum unverantwortlich- riskanten Verhalten von Bankern und Spekulanten. Ebenfalls eine gro&szlig;e Rolle spielte die mit &nbsp;der Aufhebung der Konvertierbarkeit von Dollar in Gold seit 1971 beginnende Aufl&ouml;sung des Bretton-Woods-W&auml;hrungssystems von 1944.<\/p>\n<p><strong>Wie ordnen Sie Keynes&rsquo;sches Denken ein?<\/strong><br>\nKeynes sieht auf der einen Seite klassisch-orthodoxe &Ouml;konomen, die an die Selbststeuerungs- und Selbstheilungskr&auml;fte des Marktes glauben. Diese Orthodoxen sehen die Ursachen von Krisen in staatlicher Intervention oder in nicht funktionierenden, weil zu wenig freien M&auml;rkten. Die zweite Gruppe von &Ouml;konomen, zu denen&nbsp; sich Keynes selbst z&auml;hlt, sind &ldquo;die Ketzer&ldquo; &ndash; die nicht an die wirtschaftsliberale Religion &bdquo;glauben&ldquo;. Diese Ketzer-&Ouml;konomen kommen in ihren Arbeiten zu dem Resultat, dass der sich selbst &uuml;berlassene Kapitalismus aus sich heraus (&ldquo;endogen&rdquo;) Arbeitslosigkeit, Krisen und gesellschaftliche Instabilit&auml;t schafft, die durch staatliches Handeln und Gegensteuern korrigiert werden m&uuml;ssen. Keynes war zwar kein Marx-Anh&auml;nger, &uuml;bernahm jedoch, wie auch Joseph Schumpeter, Elemente der Marxschen Vision.<\/p>\n<p>Alan Greenspan, ehemaliger Pr&auml;sident der amerikanischen Zentralbank Fed, bekannte vor dem amerikanischen Kongress ganz offen, er habe sich &uuml;ber die Selbststeuerung der M&auml;rkte get&auml;uscht (&hellip;)<\/p>\n<p>Greenspan hatte eigentlich schon in seiner Rede am 5. Dezember 1996 eine realistische Beurteilung des wirtschaftlichen Geschehens, als er vor irrationalen &Uuml;bertreibungen der M&auml;rkte gewarnt. Er scheint nun, durch seine eigene Erfahrungen, diese Einsichten wieder gefunden zu haben.<br>\nNeoliberale werfen Greenspan eine zu laxe Zinspolitik vor (&hellip;)<\/p>\n<p>Ein typischer Mythos monetaristischer Wirtschaftsvision. F&uuml;r Milton Friedman kehrt eine Wirtschaft dann &bdquo;nat&uuml;rlich-automatisch&ldquo; zum Gleichgewicht zur&uuml;ck, wenn<\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>das Geldangebot im gleichen Ma&szlig;e steigt wie das Sozialprodukt und wenn<\/li>\n<li>folgende Bedingungen von der Politik erf&uuml;llt werden:\n<ul>\n<li>Keine Staatsintervention, keine staatliche Regulierung<\/li>\n<li>Ausgeglichener Staatshaushalt<\/li>\n<li>M&ouml;glichst geringe Steuerlast und m&ouml;glichst wenig progressive Besteuerung. <\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Keynes dagegen akzeptiert das marktwirtschaftliche System nur dann, wenn seine M&auml;ngel korrigiert werden. Hauptm&auml;ngel sind f&uuml;r ihn ein &uuml;berm&auml;&szlig;iges Gewicht der Finanzwirtschaft und das Anwachsen der Ungleichheit von Einkommen und Verm&ouml;gen. F&uuml;r Keynes wird der Kapitalismus von der Bev&ouml;lkerung nur dann akzeptiert, wenn die kleinen Leute den Status der Bessergestellten als deren pers&ouml;nliches Verdienst akzeptieren k&ouml;nnen. Sollten jedoch die Leute zur &Uuml;berzeugung gelangen, Einkommen und Reichtum der Oberschicht beruhten auf Spekulation und Diebstahl, dann sei die Legitimit&auml;t des kapitalistischen Systems grundlegend in Frage gestellt.<\/p>\n<p>Zweifellos f&uuml;rchten heute viele in Verantwortung stehende Politiker genau diese Infragestellung des Kapitalismus, wenn sie&nbsp; ihre Haltung zum in den letzten Jahrzehnten von ihnen unterst&uuml;tzten Neoliberalismus &auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lemonde.fr\/economie\/article\/2009\/06\/09\/le-retour-naturel-a-l-equilibre-economique-est-un-mythe_1204516_3234.html\">Le Monde<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL\/AM)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4010#h01\">IKB k&auml;mpft um neue Staatsmilliarden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h02\">Banken drohen Kreditausf&auml;lle von 170 Milliarden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h03\">&bdquo;Traumjob&ldquo; Aufsichtsrat &ndash; keiner will f&uuml;r Sch&auml;den haften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h04\">Gustav Horn: &ldquo;Fatale Z&ouml;gerlichkeit in Deutschland&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h05\">Deutsche Banken attackieren Obamas Finanz-Cop-Plan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h06\">Robert von Heusinger: Packt die Banken noch h&auml;rter an!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4010#h07\">Joseph Stiglitz: Amerikas<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4010\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4010","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4010","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4010"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4010\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4010"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4010"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4010"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}