{"id":4016,"date":"2009-06-22T16:47:58","date_gmt":"2009-06-22T14:47:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4016"},"modified":"2016-04-13T17:48:36","modified_gmt":"2016-04-13T15:48:36","slug":"amflora-unkalkulierbare-saat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4016","title":{"rendered":"Amflora \u2013 unkalkulierbare Saat?"},"content":{"rendered":"<p>Noch im April erlaubte Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) den Anbau der umstrittenen genmanipulierten Kartoffelsorte Amflora in Deutschland mit der Begr&uuml;ndung, dass von dieser Freisetzung keine Gefahr f&uuml;r die menschliche Gesundheit oder die Umwelt ausgehe. Die Europ&auml;ische Beh&ouml;rde f&uuml;r Lebensmittelsicherheit (EFSA) publizierte am 11. Juni 2009 eine positive Stellungnahme zur Verwendung von Antibiotikaresistenz-Markergenen in gentechnisch ver&auml;nderten Pflanzen, obwohl die Meinungen der Experten divergieren. Die BASF, die mit j&auml;hrlichen <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/735\/442475\/text\/4\/\">Lizenzeinnahmen von 20 Mio. bis 30 Mio. EUR allein f&uuml;r Amflora<\/a> rechnet, forderte nun die EU-Kommission auf, die Zulassung f&uuml;r die gentechnisch ver&auml;nderte Amflora-Kartoffel zu erteilen. Von Christine Wicht<br>\n<!--more--><\/p><p>Schon im August 1996 hatte BASF den Zulassungsantrag f&uuml;r die Genkartoffel gestellt. Der Umfang des Antrags beinhaltete die Bereiche Anbau, industrieller Gebrauch und Einsatz als Futtermittel. 80 Prozent der gentechnisch angebauten Pflanzen werden mittlerweile als Tierfutter verwendet. In K&auml;se, Eiern oder bei Fleisch gibt es f&uuml;r den Verbraucher jedoch keine Hinweise, ob diese von Tieren stammen, die <a href=\"?p=2955\">mit Gentechnik-Pflanzen gef&uuml;ttert wurden<\/a>. Im Mai 2008 bat die EU-Kommission die Europ&auml;ische Beh&ouml;rde f&uuml;r Lebensmittelsicherheit (EFSA) um eine &ldquo;konsolidierte, wissenschaftliche Einsch&auml;tzung&rdquo; des Gebrauchs von Antibiotikaresistenz-Markern in gentechnisch ver&auml;nderten Pflanzen. Diese Einsch&auml;tzung liegt nun vor. EU-Kommissionspr&auml;sident Barroso erkl&auml;rte letztes Jahr in einer Pressemitteilung, dass Amflora zugelassen werde, sobald EFSA die Sicherheit des Antibiotikaresistenz-Markergens best&auml;tige. Im Juli 2008 hat BASF Plant Science vor dem Europ&auml;ischen Gerichtshof in Luxemburg eine Unt&auml;tigkeitsklage gegen die EU-Kommission eingereicht.<\/p><p>Am 17. April 2008 forderte BASF in einem offenen Brief in einer ganzseitigen Anzeige in der S&uuml;ddeutschen Zeitung die EU-Kommission auf die Genkartoffel Amflora endlich zu genehmigen. Amflora bringe, so der Vorstandsvorsitzende Stefan Marcinowski, der St&auml;rkeindustrie und Landwirten einen j&auml;hrlichen Mehrwert von mindestens 100 Millionen Euro. Weltweit w&uuml;rden 12 Millionen Landwirte auf 114 Millionen Hektar gentechnisch ver&auml;nderte Pflanzen anbauen, in Europa nur 0,1 Millionen Hektar. Damit europ&auml;ische Landwirte auch in Zukunft wettbewerbsf&auml;hig blieben, so Marcinowski, m&uuml;sse ihnen jetzt der Zugang gesichert und innovativen Technologien erm&ouml;glicht werden. Die EFSA habe wiederholt best&auml;tigt, dass Amflora genauso sicher sei, wie jede konventionelle Kartoffel. Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse spr&auml;chen f&uuml;r die Sicherheit von Amflora. Die EU-Kommission habe mit ihrer Empfehlung, Amflora zu genehmigen, den Zulassungsprozess angesto&szlig;en. Obwohl alle notwendigen Schritte auf politischer und beh&ouml;rdlicher Seite erfolgt seien, stehe die endg&uuml;ltige Entscheidung der EU-Kommission seit Juli 2007 aus. BASF forderte die EU-Kommission auf, den Zulassungsprozess ohne weitere Verz&ouml;gerungen einzuhalten und den kommerziellen Anbau von Amflora in Europa zu genehmigen. <\/p><p>Die EFSA erhielt nun im Mai 2008 von der EU-Kommission den Auftrag, ein &ldquo;konsolidiertes Gutachten&rdquo; &uuml;ber Amflora zu erstellen. Das Gremium f&uuml;r genetisch ver&auml;nderte Organismen (GMO) und das Gremium f&uuml;r Biologische Gefahren, BIOHAZ, erstellten gemeinsam ein wissenschaftliches Gutachten, das zu dem Ergebnis kam, dass &ldquo;negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt&rdquo; als Folge der Verwendung von Markergenen in gentechnisch ver&auml;nderten Pflanzen &ldquo;den derzeitigen Erkenntnissen zufolge unwahrscheinlich sind&rdquo;. Eine &Uuml;bertragung eines Markergens von gv-Pflanzen auf Bakterien sei bisher weder unter nat&uuml;rlichen Bedingungen, noch im Labor nachgewiesen worden. Nur wenn sich ein solcher &ldquo;horizontaler Gentransfer&rdquo; tats&auml;chlich ereignet, k&ouml;nnte die Resistenz gegen Antibiotika von gv-Pflanzen auf Krankheitserreger &uuml;bertragen werden. Zwar bestehe &ldquo;weltweite Besorgnis&rdquo;, wenn sich zunehmend Erreger von Infektionskrankheiten ausbreiteten, die gegen diese Antibiotika resistent sind, doch Markergene aus gv-Pflanzen h&auml;tten nicht zu dieser Entwicklung beigetragen, so die <a href=\"http:\/\/www.transgen.de\/aktuell\/1068.doku.html\">Stellungnahme der EFSA<\/a><\/p><p>Zwei Mitglieder des BIOHAZ-Gremiums brachten Minderheitsauffassungen &uuml;ber die M&ouml;glichkeit sch&auml;dlicher Auswirkungen von Antibiotikaresistenz-Markergenen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt zum Ausdruck. Die EFSA lie&szlig; &uuml;berpr&uuml;fen, ob diese abweichenden Meinungen weitere wissenschaftliche Untersuchungen erforderlich machten. Die Vorsitzenden beider Expertengremien verneinten dies und betonten, dass die Minderheitsauffassungen im Rahmen der Vorbereitung des gemeinsamen wissenschaftlichen Gutachtens umfassend ber&uuml;cksichtigt worden seien und dass derzeit keine zus&auml;tzliche verdeutlichende Klarstellung oder weitere wissenschaftliche Arbeiten notwendig seien.<\/p><p>Das GMO-Gremium und das BIOHAZ-Gremium gelangten in ihrem Gutachten zu der Schlussfolgerung, dass das Auftreten von ARMG-Transfers (Markergene, welche die Resistenz gegen&uuml;ber bestimmten Antibiotika kodieren, k&ouml;nnen im Rahmen der gentechnischen Ver&auml;nderung dazu benutzt werden, gentechnisch ver&auml;nderte Zellen zu identifizieren und von den nicht transformierten Zellen zu unterscheiden, Definition EFSA) von gentechnisch ver&auml;nderten Pflanzen auf Bakterien weder unter nat&uuml;rlichen Bedingungen noch im Labor nachgewiesen wurde. Die wesentliche Barriere f&uuml;r eine dauerhafte Aufnahme von Antibiotikaresistenz-Markergenen aus gentechnisch ver&auml;nderten Pflanzen in Bakterien ist die fehlende Identit&auml;t der DNA-Sequenzen zwischen gentechnisch ver&auml;nderten Pflanzen und Bakterien. Des Weiteren treten Antibiotikaresistenzgene nptII und aadA in verschiedenen Bakterienspezies und -st&auml;mmen sowie in verschiedenen Umgebungen mit unterschiedlicher Frequenz auf. K&uuml;rzlich durchgef&uuml;hrte Analysen von Gesamtbakterienpopulationen mittels modernster Technologien haben gezeigt, dass Resistenzgene gegen die Antibiotika Kanamycin, Neomycin und Streptomycin in allen untersuchten Milieus zu finden sind. Das Vorkommen von Antibiotika in der Umwelt und der Gebrauch von Antibiotika sind Schl&uuml;sselfaktoren bei der Auswahl und der Verbreitung von Antibiotikaresistenzgenen. Die Gremien betonten ferner Einschr&auml;nkungen, die unter anderem im Hinblick auf Probenahme, Nachweis, Schwierigkeiten beim Einsch&auml;tzen der Exposition und die fehlende M&ouml;glichkeit, einen Gentransfer einer bestimmten Quelle zuordnen zu k&ouml;nnen, bestehen. Probenahme und Nachweisfragen stellen technische Gesichtspunkte bei Experimenten dar, welche die G&uuml;ltigkeit von Ergebnissen einschr&auml;nken k&ouml;nnen. Dar&uuml;ber hinaus ist es h&auml;ufig nicht m&ouml;glich, herauszufinden, von welchem Organismus ein Antibiotikaresistenz-Markergen herr&uuml;hrt, das in einem anderen Organismus auftritt, oder eine genaue Einsch&auml;tzung des Ausma&szlig;es dieses Ph&auml;nomens zu geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.efsa.europa.eu\/EFSA\/efsa_locale-1178620753824_1211902569389.htm\">EFSA<\/a><\/p><p>Amflora ist umstritten, weil sie ein Antibiotikaresistenzgen enth&auml;lt, das beim Verzehr auf Bakterien &uuml;bertragen werden kann. Eine solche &Uuml;bertragung gef&auml;hrdet die Wirksamkeit wichtiger Antibiotika, die in der Human- und Tiermedizin ben&ouml;tigt werden. Die EFSA kann diesen Transfer nicht ausschlie&szlig;en. Deshalb fordert Greenpeace EU-Umweltkommissar Dimas auf, den Anbau der Gen-Kartoffel in Europa abzulehnen. Dass die EFSA trotzdem erneut gr&uuml;nes Licht f&uuml;r die Amflora gegeben hat, obwohl das Gremium zu keiner einstimmigen Meinung gelangt ist, sieht Greenpeace als fahrl&auml;ssig an. Es gehe hier um eine Technologie, die seit 2005 in der EU nicht mehr zugelassen werden sollte. Die im Jahr 2002 gegr&uuml;ndete Beh&ouml;rde EFSA ist der EU-Kommission zugeordnet und f&uuml;r die kommerzielle Zulassung gentechnisch ver&auml;nderter Organismen zust&auml;ndig und betont auf ihrer Website ihre Unabh&auml;ngigkeit. Diese Unabh&auml;ngigkeit der EFSA wird jedoch von Kritikern, wie z.B. Friends of the Earth, in Frage gestellt. Das Gutachten dazu mit dem Titel <a href=\"http:\/\/www.foeeurope.org\/GMOs\/publications\/EFSAreport.pdf\">&bdquo;Throwing caution to the wind&ldquo; [PDF &ndash; 120 KB]<\/a><\/p><p>Seit Jahren warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wiederholt vor den Folgen der Antibiotikaresistenz. In diesem Zusammenhang interessant ist die &bdquo;Europ&auml;ische Richtlinie zur Freisetzung von gentechnisch ver&auml;nderten Organismen (2001\/18\/EG) des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 12. M&auml;rz 2001 &uuml;ber die absichtliche Freisetzung gentechnisch ver&auml;nderter Organismen in die Umwelt&ldquo;. Sie enth&auml;lt n&auml;mlich den Hinweis, dass so genannte antibiotikaresistente Markergene in gentechnisch ver&auml;nderten Organismen sch&auml;dliche Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt haben k&ouml;nnen. Mit dieser Richtlinie wurde das schrittweise Einstellen der Verwendung von Antibiotikaresistenz-Markern in GVO beschlossen: Bis Ende 2008 sollte die Verwendung von Antibiotikaresistenzen in der gentechnischen Anwendung EU-weit eingestellt werden: <\/p><blockquote><p><em>Artikel 4 (2) Allgemeine Verpflichtungen<br>\n&hellip; Die Mitgliedstaaten und die Kommission sorgen daf&uuml;r, dass GVO, die Gene enthalten, welche Resistenz gegen in der &auml;rztlichen oder tier&auml;rztlichen Behandlung verwendete Antibiotika vermitteln, bei einer Umweltvertr&auml;glichkeitspr&uuml;fung besonders ber&uuml;cksichtigt werden, und zwar im Hinblick auf die Identifizierung und schrittweise Einstellung der Verwendung von Antibiotikaresistenzmarkern in GVO, die sch&auml;dliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit oder die Umwelt haben k&ouml;nnen. Diese schrittweise Einstellung der Verwendung erfolgt im Falle von gem&auml;&szlig; Teil C in den Verkehr gebrachten GVO bis zum 31. Dezember 2004 und im Falle von gem&auml;&szlig; Teil B zugelassenen GVO bis zum 31. Dezember 2008.<\/em><\/p><\/blockquote><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=CELEX:32001L0018:DE:HTML\">eur-lex.europa.eu<\/a><\/p><p>Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner genehmigte am 27. April 2009 den Anbau von Amflora, da nach ihrer Auffassung von der Genkartoffel keine Gefahren f&uuml;r die menschliche Gesundheit und die Umwelt ausgingen. BASF habe jedoch zu gew&auml;hrleisten, dass das Erntegut nicht in den Lebens- oder Futtermittelkreislauf und auch nicht in die Umwelt gerate. Des Weiteren habe sich BASF zu zus&auml;tzlichen Sicherheitsma&szlig;nahmen f&uuml;r den Versuchsanbau von Amflora verpflichtet (siehe <a href=\"?p=3913\">&bdquo;Raus aus dem Gen-Mais&ldquo; &ndash; &bdquo;Rein in die Gen-Kartoffeln&ldquo;<\/a> ). <\/p><p>Amflora ist zwar ausschlie&szlig;lich als Rohstoff f&uuml;r die St&auml;rkeindustrie gedacht, dennoch wurde von BASF auch eine Genehmigung als Lebens- und Futtermittel beantragt. Ein Teil der bei der Verarbeitung anfallenden Reststoffe soll als Futtermittel verwertet werden. Die Zulassung als Lebensmittel wird nach <a href=\"http:\/\/www.transgen.de\/pflanzenforschung\/nachwachsende_rohstoffe\/706.doku.html\">Meinung von TransGen<\/a> vorsorglich f&uuml;r den Fall angestrebt, dass einzelne der gv-Kartoffeln versehentlich in die Lebensmittelverarbeitung gelangen. <\/p><p>Greenpeace weist allerdings darauf hin, dass BASF bereits 2007 gezeigt habe, wie wenig der Konzern seine Genkartoffel im Griff habe, da auf den Versuchsfeldern sowie auf &ouml;ffentlichen Wegen weit nach der Ernte genmanipulierte Kartoffeln herumlagen &ndash; f&uuml;r alle zug&auml;nglich und ohne ersichtlichen Warnhinweis. <\/p><p>Trotz des bekannt gewordenen verantwortungslosen Umgangs mit der Genkartoffel und der zweifelhaften Unbedenklichkeit k&uuml;ndigte die EU-Kommission im Oktober 2007 an, die gentechnisch ver&auml;nderte Industrie-Kartoffel &ldquo;Amflora&rdquo; nicht nur als Industriekartoffel, sondern auch als Futtermittel zulassen zu wollen. Gleichzeitig will sie Verunreinigungen von 0,9 Prozent mit Amflora-Bestandteilen sogar erstmalig in Lebensmitteln zulassen &ndash; obwohl Amflora keine Zulassung als Lebensmittel hat und die Risikopr&uuml;fung zur Verwendung als Lebensmittel nicht einmal abgeschlossen wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.keine-gentechnik.de\/fileadmin\/files\/Infodienst\/07_10_10_eu_kommission_beschlussvorlage_gentech_kartoffel.pdf\">Beschlussvorlage Zulassung Amflora f&uuml;r Futter- und Lebensmittel [PDF &ndash; 28 KB]<\/a> <\/p><p>F&uuml;r den Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Arbeitsgemeinschaft b&auml;uerliche Landwirtschaft (AbL), Georg Jan&szlig;en, ist das ein Skandal, da die von der Gentechnikindustrie immer wieder beschworene Koexistenz &ndash; also eine strikte Trennung von GVO-Anbau bzw. -Waren von gentechnikfreier Land- und Lebensmittelwirtschaft &ndash; nicht funktioniere. Der Blick nach Amerika belege dies. So seien 2006 in gro&szlig;en Teilen der amerikanischen Reisernte Spuren einer auch in den USA nicht zugelassenen gentechnisch ver&auml;nderten Reissorte der BASF gefunden worden. Ein Gro&szlig;teil der Abnehmer der exportorientierten US-Reiserzeuger habe sich daraufhin zur&uuml;ckgezogen. Da Kontaminationen und unangenehme R&uuml;ckrufaktionen teuer seien und Image-Kampagnen der Gentechnik-Industrie ins Leere laufen lassen, habe sich diese einen neuen Clou ausgedacht: Nicht Koexistenz soll mehr die strategische Linie sein, sondern das Recht zur Verschmutzung. Die Gentechnik-Industrie will also von der EU die Erlaubnis, den Bauern, der Lebensmittelwirtschaft und den Verbrauchern Genkonstrukte unterzuschieben, obwohl diese keine Gentechnik auf ihrem Acker und in ihrem Essen wollen. Die Gentechnik-Industrie versuche mit diesem Vorschlag ihre bisherige Pflicht auszuhebeln, daf&uuml;r zu sorgen, dass Kontaminationen schlicht nicht stattfinden und will einen Freifahrtsschein zur Kontamination<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.keine-gentechnik.de\/fileadmin\/files\/Infodienst\/07_10_09_abl_amflora_pm.pdf\">Pressemitteilung Arbeitsgemeinschaft b&auml;uerliche Landwirtschaft, 09.10.2007 [PDF &ndash; 33 KB]<\/a>. <\/p><p>Der EU-Umweltministerrat erkl&auml;rte im Dezember 2008, die EFSA ignoriere bei ihrer Beurteilung wesentliche Fragen. Tats&auml;chlich betrachtet die Beh&ouml;rde beispielsweise weder Umweltgefahren noch sozio&ouml;konomische Auswirkungen von Gen-Pflanzen. Dazu die Gentrechnikexpertin Stephanie T&ouml;we: Solange die EFSA die Defizite in ihrer Risikobewertung nicht ausger&auml;umt hat, sollte sie keine weiteren Bewertungen vornehmen. <\/p><p>Es bleibt abzuwarten, ob die EU-Kommission die Genkartoffel zulassen wird, denn bisher gab es daf&uuml;r im Ministerrat keine qualifizierte Mehrheit. In der Vergangenheit musste die EU-Kommission mit ihren industriefreundlichen Gentech-Entscheidungen im Ministerrat mehrere Niederlagen einstecken. Obendrein haben die Politiker ein Problem genmanipuliertes Saatgut ihren W&auml;hlern positiv zu verkaufen. Nun steht die Abstimmung &uuml;ber den Vertrag von Lissabon in Irland unmittelbar bevor, die EU-Kommission wird sich h&uuml;ten unpopul&auml;re Entscheidungen zu treffen. Von EU-Politikern wird immer das demokratische Europa betont. Es w&auml;re an der Zeit, den Worten endlich Taten folgen zu lassen, denn die EU-B&uuml;rger w&uuml;rden jedenfalls genmanipuliertem Saatgut eine klare Absage erteilen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch im April erlaubte Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) den Anbau der umstrittenen genmanipulierten Kartoffelsorte Amflora in Deutschland mit der Begr&uuml;ndung, dass von dieser Freisetzung keine Gefahr f&uuml;r die menschliche Gesundheit oder die Umwelt ausgehe. Die Europ&auml;ische Beh&ouml;rde f&uuml;r Lebensmittelsicherheit (EFSA) publizierte am 11. Juni 2009 eine positive Stellungnahme zur Verwendung von Antibiotikaresistenz-Markergenen in gentechnisch ver&auml;nderten<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4016\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[149,150,157],"tags":[538,540,539,541,849,439],"class_list":["post-4016","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesundheitspolitik","category-verbraucherschutz","category-wettbewerbsfaehigkeit","tag-aigner-ilse","tag-basf","tag-gentechnik","tag-greenpeace","tag-nahrungsmittel","tag-who"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4016","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4016"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4016\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20323,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4016\/revisions\/20323"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4016"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4016"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}