{"id":40285,"date":"2017-09-25T09:51:18","date_gmt":"2017-09-25T07:51:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40285"},"modified":"2017-09-27T07:54:12","modified_gmt":"2017-09-27T05:54:12","slug":"eindruecke-vom-wahlabend-und-bemerkenswertes-am-wahlergebnis-und-seiner-interpretation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40285","title":{"rendered":"Eindr\u00fccke vom Wahlabend und Bemerkenswertes am Wahlergebnis und seiner Interpretation"},"content":{"rendered":"<p>Es gab ein paar &Uuml;berraschungen bei dieser Bundestagswahl 2017. Das Bemerkenswerte ist der deutliche Rechtsruck und die erkennbare Formierung der Opposition. Schulz als das Bollwerk der Demokratie! Hier also zun&auml;chst der letzte Stand der Wahlergebnisse und nacheinander ein paar Eindr&uuml;cke. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9524\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-40285-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170926_Eindruecke_vom_Wahlabend_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170926_Eindruecke_vom_Wahlabend_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170926_Eindruecke_vom_Wahlabend_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170926_Eindruecke_vom_Wahlabend_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=40285-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/170926_Eindruecke_vom_Wahlabend_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"170926_Eindruecke_vom_Wahlabend_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Hier ist das vorl&auml;ufige amtliche Endergebnis: <\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170925-wahl.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Hier die Stimmenanteile mit Gewinnen und Verlusten:<br>\n(Quelle: Bundeswahlleiter w&ouml;rtlich)<\/p><p>&bdquo;Bei einer Wahlbeteiligung von 76,2 Prozent (2013: 71,5 Prozent) haben die<\/p><table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>CDU<\/td>\n<td>26,8 %<\/td>\n<td>(2013: 34,1 %)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>SPD<\/td>\n<td>20,5 %<\/td>\n<td>(2013: 25,7 %)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>AfD<\/td>\n<td>12,6 %<\/td>\n<td>(2013: 4,7 %)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>FDP<\/td>\n<td>10,7 %<\/td>\n<td>(2013: 4,8 %)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>DIE LINKE<\/td>\n<td>9,2 %<\/td>\n<td>(2013: 8,6 %)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>GR&Uuml;NE<\/td>\n<td>8,9 %<\/td>\n<td>(2013: 8,4 %)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>CSU<\/td>\n<td>6,2 %<\/td>\n<td>(2013: 7,4 %)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sonstige<\/td>\n<td>5,0 %<\/td>\n<td>(2013: 6,2 %)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><p>aller g&uuml;ltigen Zweitstimmen erhalten. &hellip;&ldquo;<\/p><p>Verteilung der Sitze:<\/p><p>&bdquo;Der Bundestag besteht gem&auml;&szlig; &sect; 1 Absatz 1 Bundeswahlgesetz vorbehaltlich der sich aus dem Berechnungsverfahren nach &sect; 6 Bundeswahlgesetz ergebenden Abweichungen aus 598 Abgeordneten. Der neu gew&auml;hlte Bundestag wird aus 709 Abgeordneten bestehen (2013: 631 Abgeordnete), und damit um 111 Sitze erh&ouml;ht.<\/p><p>Im 19. Deutschen Bundestag werden nach dem vorl&auml;ufigen amtlichen Wahlergebnis die folgenden Parteien mit den nachstehenden Mandatszahlen (einschlie&szlig;lich der erh&ouml;hten Sitzzahl) vertreten sein:<\/p><table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>CDU<\/td>\n<td>200 Sitze (2013: 255),<\/td>\n<td>darunter 185 Wahlkreissitze (2013: 191)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>SPD<\/td>\n<td>153 Sitze (2013: 193),<\/td>\n<td>darunter 59 Wahlkreissitze (2013: 58)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>AfD<\/td>\n<td>94 Sitze (2013: &ndash; ),<\/td>\n<td>darunter 3 Wahlkreissitze (2013: &ndash; )<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>FDP<\/td>\n<td>80 Sitze (2013:&nbsp; &ndash; ),<\/td>\n<td>darunter keinen Wahlkreissitz (2013: &ndash; )<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>DIE LINKE<\/td>\n<td>69 Sitze (2013: 64),<\/td>\n<td>darunter 5 Wahlkreissitze (2013: 4)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>GR&Uuml;NE<\/td>\n<td>67 Sitze (2013: 63),<\/td>\n<td>darunter 1 Wahlkreissitz (2013: 1)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>CSU<\/td>\n<td>46 Sitze (2013: 56),<\/td>\n<td>darunter 46 Wahlkreissitze (2013: 45)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><p><strong>Eindr&uuml;cke vom Wahlabend und Bemerkenswertes am Wahlergebnis:<\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>Insgesamt ein deutlicher Rechtsruck.<\/strong> Die neoliberal gepr&auml;gten Kr&auml;fte haben nicht verloren, sondern gewonnen. Wenn man die SPD zu diesen Kr&auml;ften z&auml;hlt, was man nach den Erfahrungen mit der Agenda 2010 tun muss, dann bleiben auf der Seite der Kritiker dieser Entwicklung nur die 9,2 % der Linkspartei. Wenn man die SPD zur Linken rechnet, dann sind es rund 30 %.<\/li>\n<li><strong>&Uuml;berraschungen gab es, immer gemessen an der Vorwahlstimmung und an den ver&ouml;ffentlichten Umfragen:<\/strong>\n<ul>\n<li>Die CDU\/CSU hat mehr verloren als erwartet. Insbesondere die CSU hat mit einem Minus von <strong>&uuml;ber 10 %<\/strong> deutlich abgebaut. <\/li>\n<li>Die SPD hat es tats&auml;chlich geschafft, sich mit 20,4 % der 20 % Grenze zu n&auml;hern. Das ist keine &Uuml;berraschung. <\/li>\n<li>Das Ergebnis der AfD mit 13 % war in den letzten Tagen erkennbar.<\/li>\n<li>Das Ergebnis der FDP mit 10,7 % ist keine gro&szlig;e &Uuml;berraschung. Es war vorherzusehen und zeigt, welche Macht die Medien haben. Lindner und seine FDP sind hochgejubelt worden. Darauf haben wir schon vor einiger Zeit hingewiesen. Offensichtlich gibt es eine starke Identifizierung zwischen Medienmachern und den gesellschaftspolitischen und wirtschaftspolitischen Vorstellungen der FDP. Sie f&ouml;rdert die Gutverdiener. Das hat sich offenbar bis zu den f&uuml;hrenden Journalisten herumgesprochen.<\/li>\n<li>Die Linke hat mit 9,2 % leicht besser abgeschnitten als 2013. Sie leidet nach wie vor unter dem vor 27 Jahren von ihren politischen und medialen Gegnern gemachten Image: die roten Socken. Dieses Stigma wirkt immer noch und wirkt nach meiner Erfahrung weit hinein in Kreise, die man f&uuml;r aufgekl&auml;rt und f&uuml;r resistent gegen eine erkennbar geplante Propagandakampagne halten m&uuml;sste.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Die SPD erreicht mit 20,5 % gerade die H&auml;lfte des Wahlergebnisses von 1998. <\/strong>\n<p>Damals hatte sie mit dem Kanzlerkandidaten Schr&ouml;der und dem Parteivorsitzenden Lafontaine 40,9 % erreicht und die Union &uuml;berfl&uuml;gelt.<\/p>\n<p>Das Ergebnis von gestern liegt deutlich unter der H&auml;lfte des bisher besten Ergebnisses von 45,8 % bei der Bundestagswahl 1972.<\/p>\n<p>Dieses katastrophale Wahlergebnis wird Folgen haben, sollte man denken. Aber offenbar funktioniert die innerparteiliche Sanktion nicht mehr. Die eigentlich selbstverst&auml;ndliche und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40273\">von mir gestern<\/a> empfohlene Konsequenz bleibt jedenfalls vorerst aus. Sie bleiben alle im Amt. Der Wahlverlierer Schulz wurde wie der Wahlverlierer Steinmeier bei der BTW 2009 gefeiert.<\/p><\/li>\n<li><strong>Schulz und andere Spitzenpolitiker der SPD erkl&auml;ren &uuml;bereinstimmend, dass die SPD die Gro&szlig;e Koalition nicht fortsetzen werde.<\/strong>\n<p>Die SPD will in die Opposition gehen. Schulz spricht davon, sie wolle ein Bollwerk f&uuml;r die Demokratie im Deutschen Bundestag werden. Die SPD will offensichtlich die eigentliche Oppositionskraft im deutschen Bundestag werden Wieder m&uuml;ssen wir damit rechnen, dass die SPD nicht erkennt, dass es jetzt darauf ankommt, die fortschrittlichen Kr&auml;fte auch im Deutschen Bundestag zu einigen. Es sieht nicht so aus, dass auch nur andeutungsweise eine bessere Zusammenarbeit mit der Linkspartei in Aussicht genommen und m&ouml;glich w&uuml;rde. Schulz spricht sibyllinisch von der jetzt f&auml;lligen &bdquo;Polarisierung der Mittelinks- und Mitterechtsparteien&ldquo;. Die AfD &ndash; verst&auml;ndlich &ndash; und auch die Linke sollen offensichtlich aus dem demokratischen Spektrum hinauskomplimentiert werden. Das ist die Fortsetzung des Wahlkampfes und l&auml;sst nichts Gutes ahnen.<\/p><\/li>\n<li><strong>In diesem Zusammenhang muss bei diesem erschreckenden Rechtsruck, den das Wahlergebnis gebracht hat, daran erinnert werden, dass es bei den letzten Wahlen immer auch die M&ouml;glichkeit gegeben h&auml;tte, Frau Merkel abzul&ouml;sen und durch eine Rot-Rot-Gr&uuml;ne Regierungsmehrheit zu ersetzen.<\/strong> Die Welt k&ouml;nnte anders aussehen, als sie heute geworden ist.<\/li>\n<li><strong>Es l&auml;uft jetzt alles auf eine Koalition zwischen CDU, CSU, FDP und Gr&uuml;nen hinaus. Das ist die sogenannte Jamaika-Koalition.<\/strong>\n<p>Leserrinnen und Leser der NachDenkSeiten konnten in den letzten Wochen beobachten, dass wir unseren Leserinnen und Lesern nicht vermittelt haben, es sei wieder mit einer Gro&szlig;en Koalition zu rechnen. Wir haben sowohl den Niedergang der SPD als auch die sich jetzt abzeichnende Jamaika-Koalition als wahrscheinlich betrachtet und das auch geschrieben.<\/p><\/li>\n<li><strong>Der Gesamteindruck von der Elefantenrunde von ARD und ZDF ist im Blick auf die k&uuml;nftige Opposition im Deutschen Bundestag recht interessant gewesen.<\/strong>\n<p>Martin Schulz pr&auml;sentierte sich unangenehm. Das ist angesichts des Wahldesasters vielleicht noch verzeihlich. Aber im Vergleich zum Vertreter der AfD, Meuthen, war der Auftritt bedr&uuml;ckend schlecht. Die Zuschauer der beiden gro&szlig;en &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender konnten bei dieser Pr&auml;sentation des AfD- Sprechers Meuthen nicht den Eindruck gewinnen, dass Schulz mit seiner Proklamation, die eigene Partei wolle das Bollwerk f&uuml;r die Demokratie gegen die rechten Kr&auml;fte im Deutschen Bundestag sein, besonders Punkte machte.<\/p>\n<p>Meuthens Auftritt l&auml;sst darauf schlie&szlig;en, dass sich die AfD im Deutschen Bundestag zusammenrei&szlig;en wird, um ihr Ergebnis von 13 % &uuml;ber die Runden zu retten. Ob das gelingt, ist eine andere Frage. Aber die Absicht war angesichts des moderaten Auftritts des Vertreters der AfD erkennbar.<\/p>\n<p>Jenen Menschen aus den Reihen der Lohnabh&auml;ngigen, die die AfD aus Protest und in der Hoffnung auf eine sozialere Politik gew&auml;hlt haben, hat Meuthen gleich mal ins Stammbuch geschrieben, welchen Charakter die von ihnen gew&auml;hlte Partei hat: Als &bdquo;b&uuml;rgerlich konservativ freiheitlich&ldquo; kennzeichnete er die AfD. Dann mal Prost!<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Sorgen jener vielen Menschen, die wirklich Sorgen haben, und das sind viele, wurden in der Elefantenrunde nicht mit Engagement angesprochen.<\/strong>\n<p>Da ging es nur um Koalitionen und wieder mal vor allem um die AfD. Die beiden Journalisten waren so mittelm&auml;&szlig;ig wie die Journalisten im Wahlkampf auch. Keine Brisanz. Es wurde nicht einmal herausgesch&auml;lt, was dieses Wahlergebnis f&uuml;r die deutsche Au&szlig;enpolitik und f&uuml;r die gesellschaftspolitische Orientierung der Politik in Deutschland bedeutet. Mit Merkel, Lindner und G&ouml;ring-Eckardt am Kabinettstisch wird das Land gesellschaftspolitisch vermutlich weiter in Richtung Neoliberalismus verschoben &ndash; mit allen Konsequenzen f&uuml;r die praktische Politik, zum Beispiel f&uuml;r weitere Privatisierungen und den Kampf gegen die Altersarmut. (Siehe dazu auch: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40260\">Es soll ja Leute geben, die von unseren Medien immer noch etwas halten. Grotesk. Einzigartig gut kann man beim Thema Rente belegen, wie sie systematisch manipulieren.<\/a>)<\/p><\/li>\n<li><strong>Vermutlich wird die absehbare Koalition in der wichtigen Frage unserer Abh&auml;ngigkeit von den USA wie auch bei der damit verbundenen Frage des Verh&auml;ltnisses zu Russland schlimmer agieren als die Gro&szlig;e Koalition.<\/strong> Dort zeigte sich zumindest zuletzt bei Au&szlig;enminister Gabriel ein St&uuml;ck Vernunft und Friedfertigkeit gegen&uuml;ber Russland, und Vernunft auch in Fragen der Sanktionen. Die Gr&uuml;nen Spitzenkandidaten &Ouml;zdemir und G&ouml;ring-Eckardt sind hingegen eingefleischte Atlantiker und Russenhasser. Das k&ouml;nnte sich am Kabinettstisch auswirken.<\/li>\n<li><strong>Mit der Entscheidung vom gestrigen Abend, nicht mehr die Gro&szlig;e Koalition anzustreben, ist es der SPD-F&uuml;hrung gelungen, den Eintritt in die Gro&szlig;e Koalition von vor vier Jahren als Hauptfehler und gro&szlig;en S&uuml;ndenbock darzustellen. Das ist sehr clever.<\/strong>\n<p>Damit verschwinden die eigentlichen Fehler und Vers&auml;umnisse hinter dieser vordergr&uuml;ndigen Erkl&auml;rung. Die eigentlichen Fehler, daran sei erinnert, bestanden darin, dass die SPD ihr sozialdemokratisches Profil quasi in allen Bereichen aufgegeben und damit ihre Wahlchancen dezimiert hat: <\/p>\n<ul>\n<li>Sie hat ihre Kompetenz in der Au&szlig;enpolitik, vor allem als Motor der Verst&auml;ndigung zwischen West und Ost in Europa aufgegeben; damit wird das gro&szlig;e Pfund der Entspannungspolitik verschenkt.<\/li>\n<li>Sie hat ihr wertvolles Image als Friedenspartei schon als die treibende Kraft beim Eintritt in den Jugoslawienkrieg 1999 verschenkt und <\/li>\n<li>sie hat die Kriege der USA und der anderen Alliierten von Libyen bis Afghanistan mitgemacht. Irak war eine Ausnahme, aber das betraf auch nur die offizielle Beteiligung und nicht die indirekte Beteiligung an diesem entsetzlichen Krieg.<\/li>\n<li>Sie hat unter F&uuml;hrung von Bundeskanzler Schr&ouml;der und den Finanzministern Eichel und Steinbr&uuml;ck mit ihrer Steuerpolitik zugunsten der oberen Einkommen und gro&szlig;en Unternehmen und mit der Zustimmung zu einer Mehrwertsteuererh&ouml;hung von 3 % damals schon ihr Image als Partei der Gerechtigkeit zerst&ouml;rt.<\/li>\n<li>Sie hat mit der Agenda 2010 ihr sozialpolitisches Profil ins Gegenteil verkehrt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jetzt eine formale und nicht politisch-inhaltliche Entscheidung, n&auml;mlich die Entscheidung f&uuml;r die Gro&szlig;e Koalition, zum S&uuml;ndenbock und zur Ursache ihrer Katastrophe des Absturzes auf nahezu 20 % zu machen, ist ausgesprochen clever. Das war vorbereitet. In Kreisen von Sozialdemokraten konnte man in letzter Zeit immer wieder h&ouml;ren, dass der Eintritt in die Gro&szlig;e Koalition der eigentliche Fehler gewesen sei. Immer wieder wurde gejammert, dass die guten Taten der SPD in der Gro&szlig;en Koalition nicht sichtbar w&uuml;rden, dass Merkel sich all die guten Entscheidungen der SPD an den Hut gesteckt habe usw. Ich erw&auml;hne das, weil es wirklich ein wunderbares Beispiel daf&uuml;r ist, wie man einen gro&szlig;en Teil der politischen Anh&auml;nger und auch die &Ouml;ffentlichkeit in die Irre f&uuml;hren kann.<\/p><\/li>\n<li><strong>Wirklich bemerkenswert ist die erkennbare Absicht der SPD-F&uuml;hrung, Andrea Nahles zur Fraktionsf&uuml;hrerin vorzuschlagen.<\/strong>\n<p>Hier sehen Sie,<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170925-wahl-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>wie dann das Gesicht der SPD und des &bdquo;Bollwerks f&uuml;r die Demokratie&ldquo; aussehen wird. <\/p>\n<p>Die SPD hat nichts gelernt, das zeigt diese Entscheidung. Es ist nicht nur der visuelle Eindruck, es ist auch das Inhaltliche, was dabei irritieren muss. Nahles steht f&uuml;r die Fortsetzung einer falschen Politik in einer zentralen Frage, der Altersvorsorge. Sie will mit der F&ouml;rderung der Privatvorsorge, konkret mit der F&ouml;rderung der privaten betrieblichen Altersvorsorge, weitermachen, statt alle Mittel auf die Stabilisierung und Verbesserung der Gesetzlichen Rente zu konzentrieren.<\/p>\n<p>Mit Frau Nahles als Fraktionsvorsitzender der &bdquo;Mitte-Links-Partei&ldquo; SPD wird der Aufbau des &bdquo;Bollwerks f&uuml;r die Demokratie&ldquo; ein &bdquo;durchschlagender Erfolg&ldquo;. In jeder Hinsicht.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Zum Schluss will ich mit der Wiedergabe einer Hausmitteilung des &bdquo;Spiegel&ldquo; von heute sichtbar machen, welche Herkulesarbeit eigentlich vor jenen politischen Kr&auml;ften liegt. &ldquo;Jeder ist seines Gl&uuml;ckes Schmied&rdquo; ist offensichtlich die heute allgemeing&uuml;ltige Philosophie unserer Gesellschaft. Solidarit&auml;t ist ein Fremdwort geworden. Welch eine gro&szlig;e Aufgabe l&auml;ge vor dem neuen Deutschen Bundestag.<\/strong><\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170925-wahl-03.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170925-wahl-03-small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gab ein paar &Uuml;berraschungen bei dieser Bundestagswahl 2017. Das Bemerkenswerte ist der deutliche Rechtsruck und die erkennbare Formierung der Opposition. Schulz als das Bollwerk der Demokratie! Hier also zun&auml;chst der letzte Stand der Wahlergebnisse und nacheinander ein paar Eindr&uuml;cke. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,125,191,190],"tags":[1550,802,718,442,2167,2013,1260,2157,675,246,2166,830,1352,259,1193,255],"class_list":["post-40285","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-rechte-gefahr","category-spd","category-wahlen","tag-agenda-2010","tag-betriebliche-altersvorsorge","tag-bundestagswahl","tag-eigenverantwortung","tag-elefantenrunde","tag-entspannungspolitik","tag-groko","tag-jamaika-koalition","tag-lindner-christian","tag-linke-mehrheit","tag-meuthen-joerg","tag-nahles-andrea","tag-rechtsruck","tag-russland","tag-schulz-martin","tag-wahlanalyse"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40285","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40285"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40285\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40313,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40285\/revisions\/40313"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40285"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40285"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40285"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}