{"id":4030,"date":"2009-06-30T09:19:40","date_gmt":"2009-06-30T07:19:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4030"},"modified":"2009-06-30T09:41:49","modified_gmt":"2009-06-30T07:41:49","slug":"hinweise-des-tages-921","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4030","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4030#h01\">Das Schweige-Kartell<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h02\">Jens Berger: Schattenmann unter Beschuss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h03\">Experten: Banken zocken wieder!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h04\">Kleinere, einfachere und sicherere Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h05\">Streit um Boni-Zahlungen f&uuml;r HSH-Nordbank-Manager<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h06\">Energieagentur verteidigt &Ouml;lspekulanten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h07\">Stephan Schulmeister: Der Boom der Finanzderivate und seine Folgen &ndash; Pl&auml;doyer f&uuml;r eine Besteuerung von Finanztransaktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h08\">Alan Greenspan: Es ist die Inflation, Dummkopf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h09\">Statistiker sch&ouml;nen Zahl der Arbeitslosen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h10\">Appell: Lobbyisten zu Transparenz verpflichten!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h11\">J&uuml;rgen Thumann wird EU-Lobbyist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h12\">Bundesregierung rechnet mit sozialen Unruhen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h13\">Britischer Bauarbeiterstreik: Sprache von Lindsey<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h14\">Steuerhinterziehung im gro&szlig;en Stil? <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h15\">Abh&ouml;rtechnik:  Wie viel hat Siemens geliefert?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h16\">Streit um &Uuml;berhangmandate:&nbsp;Eine Kraftprobe mit schwachen Genossen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h17\">Allensbach-Umfrage: Klamme Abiturienten verzichten auf Uni<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h18\">Studiengeb&uuml;hren-Marketing ohne Erfolg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h19\">66 Prozent der Studierenden haben Beratungsbedarf, am meisten zur Studienfinanzierung <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h20\">&ldquo;Mit dem Mauerfall aus dem Paradies vertrieben&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h21\">R&uuml;ckschau 1996: Pierre Bourdieu: Warnung f&uuml;r dem Modell Tietmeyer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h22\">Fernsehtipps<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><\/p><p>Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4030&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Das Schweige-Kartell<\/strong><br>\nDie Bundestagswahl 2009 droht zur Farce zu werden. Wenn die Parteien nicht rasch zur Einsicht kommen, kann kein Politiker nach dem 27. September f&uuml;r sich in Anspruch nehmen, mit einem Mandat zum Gestalten ausgestattet zu sein.\n<p>Die Menschen k&ouml;nnen ihnen eine solche Legitimation nicht geben, weil sie nicht wissen, was Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier und die anderen vorhaben. Keiner verr&auml;t, wie sie oder er diese Republik in den n&auml;chsten vier Jahren gestalten will. Sie dr&uuml;cken sich bei dem Thema, das f&uuml;r dieses Land wichtiger sein wird und tiefer in das Leben der Menschen eingreifen wird als alle anderen.<\/p>\n<p>Sie dr&uuml;cken sich bei der Kernfrage: Wer soll die Kosten der Finanzkrise tragen? Wer bezahlt die Aufr&auml;umarbeiten f&uuml;r den M&uuml;ll, den die Banken und Spekulanten der Gesellschaft hinterlassen? Wie wollen Union, SPD, Gr&uuml;ne oder Linke mit den gigantischen Haushaltsl&ouml;chern umgehen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/1816167_Leitartikel-zur-Finanzkrise-Das-Schweige-Kartell.html\">FR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Linke hat allerdings ziemlich genau gesagt, wo sie das Geld herholen will. Nur, das gilt ja allgemein als populistisch und nicht durchsetzbar. Aber Markus Sievers hat schon Recht, die anderen werden entweder die Steuern f&uuml;r die breite Masse erh&ouml;hen oder sie werden den Sozialabbau noch radikaler vorantreiben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Jens Berger: Schattenmann unter Beschuss<\/strong><br>\nStaatssekret&auml;r J&ouml;rg Asmussen muss vor dem HRE-Untersuchungsausschuss unbequeme Fragen beantworten.<br>\nAsmussen, Eichel und Weber wollten Deutschland damals fit f&uuml;r die Wall Street machen. Daf&uuml;r mussten Regulierungsschranken abgebaut und dem deutschen Finanzmarkt der Zugang zu strukturierten Produkten, wie verbrieften Kreditforderungen, Asset Backed Securities (ABS), freigemacht werden. \n<p>Hinter den Kulissen zog damals schon J&ouml;rg Asmussen die F&auml;den. Mit der True Sale International GmbH setzte er sich im Verbund mit den Banken f&uuml;r den Handel mit ABS-Papieren ein und schrieb munter Aufs&auml;tze, die heute wie die Anleitung zur Brandstiftung klingen. Rot-Gr&uuml;n setzte damals die n&ouml;tigen Rahmenbedingungen durch, damit solche Gesch&auml;fte und auch die Auslagerung der Risiken an Zweckgesellschaften stark erleichtert werden konnten. Wenn man r&uuml;ckblickend analysiert, warum Deutschland von der Finanzkrise so hart getroffen wurde, wird man in dieser Zeit f&uuml;ndig. <\/p>\n<p>Regeln, die es der SachsenLB verboten h&auml;tten, mit Finanzvehikeln abseits der Bilanzen zu zocken, wurden damals abgeschafft. Die M&ouml;glichkeit, mit strukturierten Derivaten, einer Anlageform, die von Investmentguru Warren Buffet als &ldquo;finanzielle Massenvernichtungswaffe&rdquo; beschrieben wird, zu handeln, wurde in diesen Jahren erst erm&ouml;glicht. H&auml;tten Asmussen und Co. damals nicht derart r&uuml;cksichtslos dereguliert, g&auml;be es die SachsenLB wom&ouml;glich heute noch und BayernLB, HSH Nordbank, Commerzbank, HRE und IKB w&auml;ren wahrscheinlich heute noch gesunde Banken. Wichtiger noch &ndash; die Schuldenlast der Steuerzahler w&auml;re um Milliarden Euro geringer. <\/p>\n<p>Als die HRE Ende September 2008 vor dem Kollaps stand, entschied sich der Bund &ndash; vertreten durch Steinbr&uuml;ck und Asmussen &ndash; zu einer Rettungsaktion auf Kosten der Steuerzahler. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch nicht einmal eine Pr&uuml;fung der Werthaltigkeit der HRE durch die &ouml;ffentliche Hand. Auf Basis von Fremdinformationen &ndash; und offensichtlich schlecht vorbereitet &ndash; schn&uuml;rten Steinbr&uuml;ck und Asmussen dann in einer Nacht- und Nebelaktion zusammen mit den Banken ein Rettungspaket. Die erste B&uuml;rgschaft in H&ouml;he von 26,5 Milliarden Euro wurde in den Morgenstunden des 29. Septembers 2008 unterzeichnet &ndash; exakt am f&uuml;nften Geburtstag der HRE. Damit war die Verj&auml;hrungsfrist f&uuml;r eine m&ouml;gliche Haftung ihrer Alteigent&uuml;mer nach dem Umwandlungsgesetz p&uuml;nktlich abgelaufen. Dadurch hat der Bund Anspr&uuml;che an die Bayerische Hypo- und Vereinsbank, die mittlerweile von der italienischen Unicredito &uuml;bernommen worden ist, ohne Not aufgegben. Das Risiko tr&auml;gt einzig und allein der Steuerzahler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30616\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Experten: Banken zocken wieder!<\/strong><br>\n&bdquo;Das Kasino &ouml;ffnet schon wieder&ldquo;, so brachte BDI-Chef Hans-Peter Keitel im &bdquo;Handelsblatt&ldquo;-Interview die Lage am Finanzmarkt auf den Punkt. &bdquo;Das kurzfristige Denken und Risikobereitschaft nehmen wieder zu.&ldquo; Commerzbank-Chef Martin Blessing warnt im selben Bericht: &bdquo;In meinen Augen m&uuml;ssen Gesetzgeber und Aufsichtsbeh&ouml;rden schnell handeln.&ldquo;<br>\nDie Gefahr sei gro&szlig;, dass einige Banken n&auml;chstes Jahr wieder satte Renditen im Investment-Banking erzielten und sich trotz Staatshilfen deutlich h&ouml;here Boni genehmigten, meint Blessing.\n<p>Die Investmentbanker haben die Witterung wieder aufgenommen.<\/p>\n<p>Ungehindert. Denn die Regierungen hinken mit der Reform des Finanzsystems hinterher!<\/p>\n<p>Besonders dramatisch die Lage in Deutschland: Selbst die gegenw&auml;rtige Kontrolle der Banken findet hierzulande kaum statt. Von der Bankenaufsicht (Bafin) kam dazu unl&auml;ngst ein schockierendes Gest&auml;ndnis: Statt die Bank-Gesch&auml;fte hierzulande zu pr&uuml;fen, konzentriere man sich auf die Verstaatlichung der Hypo Real Estate! Grund: Mitarbeitermangel. An neuen Regulierungen f&uuml;r den Finanzmarkt ist da nicht einmal zu denken (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2009\/06\/29\/banken-haben-nichts-gelernt\/boni-fliessen-wieder-kasino-ist-eroeffnet.html\">Bild.de<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Kleinere, einfachere und sicherere Banken<\/strong><br>\nEin Finanzinstitut, das allein auf Grund seiner Gr&ouml;&szlig;e oder seiner Verkn&uuml;pfung mit anderen Instituten systemkritisch sei, d&uuml;rfe in Zukunft gar nicht mehr existieren, sagt die Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich BIZ. Wertschriften sollen k&uuml;nftig einem Registrierungs- und Zertifizierungssystem unterliegen. Enorme Risiken macht die BIZ f&uuml;r Finanzaufsicht, Fiskalpolitik und Zentralbanken beim R&uuml;ckzug aus den staatlichen Hilfspaketen und beim &Uuml;bergang zu einer restriktiveren Geldpolitik aus. Um eine Versch&auml;rfung und Verschleppung der Krise zu vermeiden, m&uuml;ssten sie schnell handeln und m&ouml;glichst keine Ma&szlig;nahmen ergreifen, die den Anpassungsprozess behinderten oder zu zus&auml;tzlichen Verzerrungen im Finanzkreislauf f&uuml;hrten. Der Staat werde versucht sein, Branchen, die schrumpfen m&uuml;ssten, zu subventionieren. Aber ein Versagen am Markt m&uuml;sse zugelassen werden. Dies gilt gem&auml;&szlig; BIZ auch f&uuml;r die Banken. Sie m&uuml;ssten wieder Kredite vergeben, zugleich aber kleiner, einfacher und sicherer werden. Gross sei wegen der politischen Durchsetzung und der Bedenken der Zentralbanken selber das Risiko, dass die Straffung der Geldpolitik zu sp&auml;t einsetze und so den Grundstein f&uuml;r den n&auml;chsten &laquo;Boom-Bust-Zyklus&raquo; im Finanzsektor lege.\n<p>Die Politik m&uuml;sse den Anpassungsprozess unterst&uuml;tzen, nicht behindern. Dies bedingt laut BIZ eine Abkehr vom schuldenfinanzierten Wachstum in den Industriel&auml;ndern und vom exportgest&uuml;tzten Wachstum in den aufstrebenden Volkswirtschaften. Der fiskalpolitische Kurs sei durch Ausgabensenkungen und Steuererh&ouml;hungen nachhaltig zu korrigieren, sobald sich das Wirtschaftswachstum wieder stabilisiert habe. Zudem sei das Finanzsystem ebenso z&uuml;gig wie konsequent zu sanieren. &laquo;Kein Teil des Finanzsystems sollte sich einer angemessenen Regulierung entziehen k&ouml;nnen&raquo;, fordert die Bank der Zentralbanken. Ein Finanzinstitut, das allein auf Grund seiner Gr&ouml;sse oder seiner Verkn&uuml;pfung mit anderen Instituten systemkritisch sei, d&uuml;rfe in Zukunft gar nicht mehr existieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/neugestaltung_von_wirtschaftspolitik_und_finanzaufsicht_gefordert__1.2847813.html?printview=true\">NZZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bis.org\/publ\/arpdf\/ar2009_de.htm\">BIZ<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.bis.org\/publ\/arpdf\/ar2009_de.pdf?noframes=1\">BIZ [PDF &ndash; 6.5 MB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nat&uuml;rlich besteht die Kunst der Notenbanker darin&nbsp; zu erkennen, wann sich das Wachstum stabilisiert hat und die Geldpolitik gestrafft werden kann. Nur, was soll diese Mahnung zu einem Zeitpunkt, an dem ein nachhaltiges Wachstum nicht in Sicht ist, das Produktionspotenzial der meisten Volkswirtschaften von einer Auslastung&nbsp; weit entfernt ist und wir auf einen H&ouml;hepunkt&nbsp; globaler Arbeitslosigkeit zusteuern. W&ouml;rtlich schreibt die BIZ: &ldquo;Das Timing und die politische Dimension einer geldpolitischen Versch&auml;rfung werden aller Voraussicht nach schwierig sein. Die Notenbanken neigen dazu, sp&auml;t dran zu sein. Sie f&uuml;rchten meistens, dass der R&uuml;ckzug aus der Niedrigzinspolitik vorzeitig und zu heftig ausfallen k&ouml;nnte&rdquo;. Dabei ist es so sicher wie das Amen in der Kirche, dass eine Institution wie die EZB zu fr&uuml;h zu einer restriktiveren Geldpolitik &uuml;bergehen wird und damit die Konjunktur abw&uuml;rgen wird. Das Verhalten der Bundesbank im Zuge der deutschen Vereinigung l&auml;&szlig;t gr&uuml;&szlig;en. Die von der Bundesbank &uuml;bernommene Inflationsphobie der EZB m&uuml;&szlig;te eigentlich von der BIZ ged&auml;mpft werden und nicht noch angeheizt werden. &ldquo;Die gro&szlig;e und durchaus nachvollziehbare Sorge lautet, dass die dramatische Lockerung der Geldpolitik zu einem Wachstum der Geldmenge und Kreditaggregate f&uuml;hrt. Dieses Wachstum w&uuml;rde wiederum zu Inflation und entsprechenden Inflationserwartungen f&uuml;hren&rdquo;, hei&szlig;t es in dem BIZ-Jahresbericht. Schlichter geht es nicht, und ich dachte, Milton Friedman sei tot.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Streit um Boni-Zahlungen f&uuml;r HSH-Nordbank-Manager<\/strong><br>\nDer Hamburger Senat will der F&uuml;hrungsriege der HSH Nordbank nun doch Boni zahlen. Wie NDR 90,3 am Montag berichtete, sollen Mitglieder von Vorstand und Management zus&auml;tzlich zu ihren Jahresgeh&auml;ltern von 500.000 Euro die umstrittenen Sonderzahlungen erhalten. Dem Bericht zufolge st&ouml;&szlig;t der Plan der schwarz-gr&uuml;nen Koalition auf massive Kritik bei der Opposition. Landesbank und Senat machten die gleichen Fehler, die zur katastrophalen Situation bei der Bank gef&uuml;hrt h&auml;tten, sagte der SPD-Finanzexperte Peter Tschentscher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www1.ndr.de\/wirtschaft\/hshboni100.html\">NDR Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Energieagentur verteidigt &Ouml;lspekulanten<\/strong><br>\nWegen gewaltiger Preisschwankungen auf dem &Ouml;lmarkt stehen Finanzinvestoren in der Kritik. Die Internationale Energieagentur nimmt die Spekulanten jetzt in Schutz &ndash; und prophezeit bis 2014 eine vergleichsweise komfortable Versorgungssituation.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/boersen_maerkte\/aktien\/rohstoffe\/:Rohstoffm%E4rkte-Energieagentur-verteidigt-%D6lspekulanten\/533296.html?mode=print\">FTD<\/a> <\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Stephan Schulmeister: Der Boom der Finanzderivate und seine Folgen &ndash; Pl&auml;doyer f&uuml;r eine Besteuerung von Finanztransaktionen<\/strong><br>\n&ldquo;Exzessive&rdquo; Liquidit&auml;t ist ein typisches Merkmal von &ldquo;asset markets&rdquo; geworden.\n<p>Dieser Befund stellt die wichtigste Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Einf&uuml;hrung einer generellen Finanztransaktionssteuer mit einem niedrigen bis minimalen Steuersatz dar. Denn eine solche Steuer w&uuml;rde spezifisch die extrem kurzfristigen Transaktionen mit Finanzderivaten verteuern und so einen Beitrag zur Stabilisierung von Wechselkursen, Rohstoffpreisen und Aktienkursen leisten. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die trendverst&auml;rkenden Wirkungen des &ldquo;schnellen&rdquo; Handels mit Hilfe technischer &ldquo;trading systems&rdquo;.<\/p>\n<p>F&uuml;r Deutschland beliefen sich die Ertr&auml;ge bei einem Steuersatz von 0,1 auf 1,69 Prozent des BIP und bei einem Steuersatz von 0,01 auf 0,52 Prozent des BIP (56,1 bzw. 17,3 Milliarden Euro &ndash; dabei wird jeweils das mittlere TRS unterstellt). Der weitaus gr&ouml;&szlig;te Teil der Ertr&auml;ge k&auml;me von der Derivatb&ouml;rse EUREX, der Handel mit &ldquo;echten&rdquo; Aktien bzw. Anleihen w&uuml;rde kaum belastet.<\/p>\n<p>In Europa erbr&auml;chte eine generelle FTS einen Ertrag zwischen 2,30 und 0,74 Prozent des BIP (bei einem Steuersatz von 0,1 bzw. 0,01 Prozent und der Annahmen des mittleren TRS). Damit k&ouml;nnte ein gro&szlig;er Teil des Budgets der EU finanziert werden.<\/p>\n<p>F&uuml;r die Weltwirtschaft insgesamt erg&auml;be sich ein Steuerertrag zwischen 1,69 und 0,53 Prozent des Welt-BIP bei einem Steuersatz von 0,1 bzw. 0,01 Prozent (mittleres TRS). Zumindest ein Teil davon sollte f&uuml;r die Entwicklungszusammenarbeit verwendet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/publikationen\/DMWN87,6,0,Der_Boom_der_Finanzderivate_und_seine_Folgen.html#art6\">Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Alan Greenspan: Es ist die Inflation, Dummkopf<\/strong><br>\nDas Preisniveau droht eher zu steigen, als zu sinken. Wenn sich die Aktienm&auml;rkte weiter erholen, wirken sie der Deflation entgegen. Und die Haushaltsl&ouml;cher verf&uuml;hren die Regierungen zum Gelddrucken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Gastkommentar-Es-ist-die-Inflation-Dummkopf\/533320.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wer es bisher noch nicht wusste, kann sich in diesen Artikel &uuml;berzeugen. Alan Grenspan hatte stets und vor allem die Aktienm&auml;rkte im Visier: &ldquo;Mir ist klar, dass ich Aktienpreisen eine viel gr&ouml;&szlig;ere wirtschaftliche Bedeutung beimesse, als die Lehrb&uuml;cher es tun. Ich halte sie nicht nur f&uuml;r einen wichtigen Indikator f&uuml;r die weltweite Gesch&auml;ftsaktivit&auml;t, sondern glaube auch, dass sie ein wesentlicher Faktor sind, der zu dieser Aktivit&auml;t beitr&auml;gt.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Statistiker sch&ouml;nen Zahl der Arbeitslosen<\/strong><br>\nTrotz scharfer Rezession d&uuml;rfte die offizielle Arbeitslosenquote im Juni gesunken sein. Auf den ersten Blick verbl&uuml;fft das. Auf den zweiten Blick nicht.<br>\nVolkswirte halten trotz der Wirtschaftskrise einen R&uuml;ckgang der Arbeitslosenzahl um 20&nbsp;000 bis 50&nbsp;000 im Juni f&uuml;r m&ouml;glich. Dabei d&uuml;rfte allerdings auch die im vergangenen Monat eingef&uuml;hrte &Auml;nderung der Arbeitsmarktstatistik eine Rolle spielen. Seit Mai werden all jene nicht mehr als Arbeitslose ausgewiesen, die von so genannten Dritten wie etwa Bildungstr&auml;gern betreut werden. Im vergangenen Monat waren das 20&nbsp;000 Menschen.\n<p>Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank in Frankfurt am Main rechnet f&uuml;r Juni mit einem R&uuml;ckgang der Arbeitslosenzahl um etwa 50&nbsp;000. Er geht davon aus, dass zwei Drittel davon auf die Statistik&auml;nderung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sein d&uuml;rften. Ferner h&auml;tten Kurzarbeit und das sch&ouml;ne Wetter zu der erneuten Entspannung beigetragen. Mitarbeiter in den witterungsabh&auml;ngigen Berufen wie Bau oder Gastronomie seien derzeit gefragt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/arbeitsmarkt\/wirtschaftskrise-statistiker-schoenen-zahl-der-arbeitslosen_aid_412481.html\">Focus Money<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Appell: Lobbyisten zu Transparenz verpflichten!<\/strong>\n<p>Sehr geehrte Abgeordnete im Bundestag,<\/p>\n<p>es ist h&ouml;chste Zeit, Lobbyisten zu mehr Transparenz zu verpflichten. Als B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger haben wir ein Recht zu wissen, wer in wessen Auftrag und mit wie viel Geld Einfluss auf die Politik nimmt.<\/p>\n<p>Deshalb fordern wir Sie auf: Schaffen Sie ein verpflichtendes Lobbyisten-Register, in dem Lobbyistinnen und Lobbyisten ihre Auftraggeber und Kunden, ihre Finanzquellen und Budgets sowie die Themen, Gesetzesvorhaben und Adressaten ihrer Lobbyarbeit offen legen m&uuml;ssen. Das Register muss alle Lobbyisten erfassen, unabh&auml;ngig davon, ob sie f&uuml;r Verb&auml;nde, Unternehmen, Agenturen, Denkfabriken, NGOs oder Rechtsanwaltskanzleien arbeiten.<\/p>\n<p>Nur verpflichtende Regeln schaffen Transparenz &ndash; handeln Sie jetzt!<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/lobby-appell\/\">LobbyControl<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/\">Mitmachen! Online-Aktion f&uuml;r ein Lobbyisten-Register gestartet<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>J&uuml;rgen Thumann wird EU-Lobbyist<\/strong><br>\nDer einstige Pr&auml;sident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) wird zu einem der wichtigsten Lobbyisten bei der EU. J&uuml;rgen Thuman soll zuk&uuml;nftig die Interessen von Unternehmen und Arbeitgebern bei der Europ&auml;ischen Union in Br&uuml;ssel vertreten.\n<p>Der ehemalige Pr&auml;sident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), J&uuml;rgen Thumann, bewegt sich bald auf europ&auml;ischem Parkett. Von diesem Mittwoch an (1. Juli) vertritt Thuman als Pr&auml;sident des Dachverbands &bdquo;Businesseurope&ldquo; die Interessen von Unternehmen und Arbeitgebern bei der Europ&auml;ischen Union in Br&uuml;ssel. Als Sprachrohr von 40 europ&auml;ischen Verb&auml;nden aus 34 L&auml;ndern, darunter dem BDI, wird Thumann damit einer der wichtigsten Lobbyisten bei der EU.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/koepfe\/juergen-thumann-wird-eu-lobbyist;2404964\">Handelsblatt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bundesregierung rechnet mit sozialen Unruhen<\/strong><br>\nDie Bundesregierung stellt sich auf den m&ouml;glichen Ausbruch sozialer Unruhen als Folge der Wirtschaftskrise ein. Das ist das Ergebnis der Recherchen des Terrorismusexperten Udo Ulfkotte, die der &ldquo;Leipziger Volkszeitung&rdquo; vorliegen. Ulfkotte wird seine Ergebnisse in dieser Woche in seinem Buch &ldquo;Vorsicht B&uuml;rgerkrieg!&rdquo; vorstellen.\n<p>Nach Ulfkottes Angaben kursieren bei deutschen Sicherheitsbeh&ouml;rden streng vertrauliche Listen, die soziale Brandherde quer durch Deutschland benennen. Sie seien 2005 als Reaktion auf die schweren Unruhen in franz&ouml;sischen Vorst&auml;dten erstellt worden.<\/p>\n<p>Dieser sogenannte &ldquo;Atlas der Wut&rdquo; umfasse eine Liste mit 165 Stadtteilen und Orten, in denen Sicherheitsexperten starke soziale Unruhen, Krawalle und Revolten in absehbarer Zeit f&uuml;r wahrscheinlich halten.<\/p>\n<p>Schwerpunkte sind danach das Ruhrgebiet sowie mehrere problembelastete Stadtteile in Hamburg, Bremen, Berlin, Frankfurt, M&uuml;nchen und Hannover. In den neuen L&auml;ndern werden Unruheherde vor allem in Sachsen vermutet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article4020387\/Bundesregierung-rechnet-mit-sozialen-Unruhen.html\">Die Welt Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Kennzeichnend ist, dass der Autor dieses &bdquo;Atlases der Wut&ldquo;, der bislang die Angst vor dem Islamismus sch&uuml;rte, als &bdquo;Terrorismusexperte&ldquo; und &bdquo;problembelasteten&ldquo; Stadtteile als &bdquo;Brandherde&ldquo; bezeichnet werden.<\/em><\/p>\n<p>Was plant die Bundesregierung, wenn sie mit wachsender Wut rechnet?<\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>W&auml;chst die Wut in Deutschland?<\/strong><br>\nF&uuml;r das Buch, das im wenig vertrauenserweckenden Kopp Verlag &ndash; dem nach eigener Darstellung &ldquo;Verlag und Fachbuchversand f&uuml;r Enth&uuml;llungsliteratur, Verschw&ouml;rungen, unterdr&uuml;ckte Informationen und Erfindungen und Geheimgesellschaften&rdquo; &ndash; erscheint, wird auch so geworben: &ldquo;Immer, wenn in der Geschichte eine schwere Wirtschaftskrise, ethnische Spannungen und staatlicher Machtzerfall zusammen kamen, hat es blutige B&uuml;rgerkriege und ethnische S&auml;uberungen gegeben. Die Geschichte wiederholt sich. Was k&ouml;nnen Sie tun, um sich und Ihre Familie noch rechtzeitig zu sch&uuml;tzen? Inklusive gro&szlig;er Deutschlandkarte zum Herausnehmen. Mit allen b&uuml;rgerkriegsgef&auml;hrdeten Gebieten.&rdquo; <\/p>\n<p>Das ist doch einmal eine andere Art des Selbsthilfebuchs. Jetzt brauchen wir noch Ratgeber, wie und wo wir in der deutschen Wildnis &ndash; oder in einem Nachbarland &ndash; einen B&uuml;rgerkrieg &uuml;berleben k&ouml;nnen und wie wir unsere H&auml;user und G&auml;rten zur Selbstverteidigung &ndash; und -versorgung aufr&uuml;sten m&uuml;ssen. M&ouml;glicherweise sollten wir m&ouml;glichst schnell noch einen Unterschlupf auf dem Land suchen und einem Sch&uuml;tzenverein beitreten. Es wurde ja schon von der Regierung vermieden, die Waffengesetze wirklich zu versch&auml;rfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30620\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Sprache von Lindsey<\/strong><br>\nIn der britischen Bauindustrie gab es in den vergangenen Wochen erneut heftige Auseinandersetzungen um den sogenannten NAECI-Vertrag, der landesweit L&ouml;hne und Arbeitsbedingungen in der Branche regelt. Dieser Vertrag wurde 1972 durch einem langen Streik erk&auml;mpft. Seitdem ist er den Bauunternehmern ein Dorn im Auge. In j&uuml;ngster Zeit wurde immer versucht, den Vertrag mit Hilfe von EU-Richtlinien zu untergraben. Dies f&uuml;hrte im Februar zu &raquo;wilden&laquo; Streiks in ganz Gro&szlig;britannien. Ausl&ouml;ser war damals der Versuch des Bauunternehmens IREM, auf der Baustelle der &Ouml;lraffinerie in Lindsey ausl&auml;ndische Arbeitskr&auml;fte zu Dumpingl&ouml;hnen arbeiten zu lassen, w&auml;hrend britischen Arbeitern gek&uuml;ndigt wurde. Ergebnis des Streiks war damals ein Sieg f&uuml;r die Gewerkschaften. So wurde die Respektierung des NAECI f&uuml;r alle Arbeiter, egal welcher Nationalit&auml;t, durchgesetzt. Gewerkschaftliche Vertrauensleute bekamen ferner das Recht zugesprochen, die Umsetzung dieses Abkommens zu &uuml;berpr&uuml;fen. Alle entlassenen Arbeiter wurden wieder eingestellt. \n<p>Dieser Erfolg machte Mut. In der Tat ist die Signalwirkung der Streiks in der Bauindustrie gar nicht hoch genug einzusch&auml;tzen. Seit der Niederlage der Bergarbeiter im Jahr 1984 und der darauffolgenden Durchsetzung von Antigewerkschaftsgesetzen durch die Thatcher-Regierung hatte sich in den britischen Gewerkschaften weitgehend die Einsch&auml;tzung durchgesetzt, da&szlig; erfolgreiche K&auml;mpfe in gro&szlig;em Ma&szlig;stab nicht mehr m&ouml;glich seien Die j&uuml;ngsten Streiks in der Bauindustrie, aber auch die Fabrikbesetzungen bei Ford Visteon, haben den Arbeitern aber neues Selbstvertrauen gegeben. Ein Gewerkschafter brachte es auf der Shop Stewards Konferenz am Wochenende auf den Punkt: &bdquo;In den vergangenen Jahren haben wir immer gesagt, wir m&uuml;&szlig;ten endlich lernen, franz&ouml;sisch zu sprechen. Nun k&ouml;nnen wir sagen, zuk&uuml;nftig werden wir mit den Unternehmern die Sprache von Lindsey sprechen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/06-30\/010.php?print=1\">junge Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Steuerhinterziehung im gro&szlig;en Stil? <\/strong><br>\nDie Steuerfahnder in D&uuml;sseldorf pr&uuml;fen einen Brief, der 52.000 Tarnkonten verm&ouml;gender deutscher B&uuml;rger bei einer Schweizer Bank auflistet. Wenn die Angaben stimmen sollten, geht es hier um Milliarden. Die Liechenstein-Aff&auml;re w&auml;re dagegen &ldquo;peanuts&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/mediathek\/html\/regional\/2009\/06\/29\/westblick-steuerhinterziehung.xml\">WDR Westblick <\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Abh&ouml;rtechnik:  Wie viel hat Siemens geliefert?<\/strong><br>\nDer Konzern Nokia Siemens Networks hat &Uuml;berwachungstechnologie an den Iran verkauft &ndash; fraglich ist nur, in welchem Umfang. Sein Unternehmen habe nur M&ouml;glichkeiten zur &Uuml;berwachung von Telefonaten im Fest- und Mobilnetz geliefert, so Firmensprecher Ben Roome. Dabei sei es allein um das Abh&ouml;ren von Sprache gegangen.\n<p>Mit solchen Statements wehrt sich der finnisch-deutsche Konzern gegen den Vorwurf, das Mullah-Regime mit Software f&uuml;r umfangreiche Internet&uuml;berwachung versorgt zu haben. Das Wall Street Journal hatte berichtet, Nokia Siemens habe dem iranischen Telekommunikationsanbieter TCI Software f&uuml;r Deep-Packet-Inspection verkauft. <\/p>\n<p>Dies ist eine Technik, um Datenpakete im Internet zu filtern. Urspr&uuml;nglich entwickelt, um Daten beispielsweise auf Computerviren oder Spam zu untersuchen und diese herauszusieben, lassen sich damit auch Informationen sammeln und Gepr&auml;che abh&ouml;ren. Das Journal berief sich unter anderem auf ein Zitat von Sprecher Roome: &ldquo;Wenn man eine Netzwerkl&ouml;sung verkauft, verkauft man automatisch auch Funktionen, mit denen man jede Kommunikation &uuml;ber dieses Netzwerk abfangen kann.&rdquo;<\/p>\n<p>Zwar hatte Nokia Siemens Networks auf einer mittlerweile gel&ouml;schten Konzernseite angegeben, die Sp&auml;h- und Analysesoftware &ldquo;Intelligence Platform&rdquo; in &uuml;ber 60 Staaten geliefert zu haben; doch der Iran sei nicht dabei gewesen, versichert Roome. Zudem habe man die &ldquo;Intelligence Platform&rdquo; im M&auml;rz 2009 an die M&uuml;nchner Investmentfirma Perusa Partners Fund 1, L.P. verkauft. Nun wird die Software laut Heise Online von deren Tochterunternehmen Trovicor angeboten. Diese Firma wurde laut eigener Homepage 1993 gegr&uuml;ndet &ndash; als Teil von Siemens.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2009%2F06%2F29%2Fa0081&amp;cHash=ffc9b93cdb\/&amp;type=98\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Streit um &Uuml;berhangmandate:&nbsp;Eine Kraftprobe mit schwachen Genossen<\/strong><br>\nLange haben sie das Problem verschlafen, nun reagieren die Genossen panisch: Bleibt die jetzige Regelung zu den &Uuml;berhangmandaten bestehen, wird die Union bei den Bundestagswahlen &uuml;berm&auml;&szlig;ig profitieren. Es sieht so aus, als habe die SPD nicht einmal mehr bei einer existenziellen Frage die Kraft, der CDU Paroli zu bieten.\n<p>&Uuml;berhangmandate fallen an, wenn eine Partei in einem Bundesland mit den Erststimmen mehr Direktmandate erreicht, als ihr nach den Zweitstimmen zust&uuml;nden. So k&ouml;nnte die CDU im September in Baden-W&uuml;rttemberg alle 37 Wahlkreise direkt gewinnen, weil die SPD sich auch noch der Konkurrenz durch die Linkspartei erwehren muss und daher so gut wie keine Chance hat, einen Wahlkreis direkt zu erobern. Selbst das chronisch &ldquo;rote&rdquo; Mannheim vielleicht nicht. Schon 2005 hatte die baden-w&uuml;rttembergische CDU vier &Uuml;berhangmandate erobert und damit die CDU\/CSU-Fraktion st&auml;rker gemacht als die SPD-Fraktion. Bei der bevorstehenden Wahl k&ouml;nnte sich nach Sch&auml;tzungen aller Wahlrechtsexperten die Zahl der &Uuml;berhangmandate f&uuml;r CDU und CSU zwischen 11 und 25 bewegen.<\/p>\n<p>Der Umstand, dass die Richter in den roten Roben gleichzeitig eine Frist zur &Auml;nderung des Wahlrechts bis zum Juni 2011 einger&auml;umt hatten, scheint die Genossen eingeschl&auml;fert zu haben. Vermutlich lag es daran, dass sie es 2005 vor allem gewesen waren, die vom derzeit g&uuml;ltigen Wahlrecht profitiert hatten. Denn damals bekam die SPD neun &Uuml;berhangmandate, die CDU sieben. Doch schon zum Jahresanfang war allen Wahlrechtsexperten und Demoskopen klar, dass bei der kommenden Bundestagswahl vor allem die Union profitieren w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wahl-2009\/aktuell\/:Streit-%DCberhangmandate-Eine-Kraftprobe-Genossen\/704821.html\">stern<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>SPD lehnt Koalitionsbruch ab<\/strong><br>\nDie SPD-F&uuml;hrung will den Streit &uuml;ber &Uuml;berhangmandate nicht bis zum Bruch der Koalition eskalieren lassen &ndash; obwohl ihr Parteichef den Verzicht auf &Auml;nderung des Wahlrechts &ldquo;unertr&auml;glich&rdquo; findet.Im Streit &uuml;ber eine &Auml;nderung des Wahlrechts will die SPD kurz vor Ende der Wahlperiode keinen Koalitionsbruch mit der Union in Kauf nehmen. Die Sozialdemokraten seien &ldquo;selbstverst&auml;ndlich vertrags- und koalitionstreu&rdquo;, verlautete am Montag aus der SPD- Spitze.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/aendert-rot-rot-gruen-das-wahlrecht\/\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Koalitionsvertrag steht eben h&ouml;her als die Verfassung und die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Mehr Nibelungentreue geht nicht. Oder ist es nur noch Lust an der Selbstzerst&ouml;rung? Denn angesichts der derzeitigen Mehrheitsverh&auml;ltnisse, d&uuml;rfte die SPD nur wenig Direktmandate schaffen, um so mehr profitiert die CDU von den Ausgleichsmandaten. Sch&auml;tzungen liegen zwischen 20 bis 30 &Uuml;berhangmandaten.<\/em><\/p>\n<p>Eine Mehrheit f&uuml;r eine Wahlrecht&auml;nderung w&auml;re zusammen mit den Gr&uuml;nen und der Linken da.<\/p>\n<p>Aber die SPD hat wohl panische Angst mit der Linken gegen die CDU zu stimmen, lieber demontiert sie sich selbst.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Allensbach-Umfrage: Klamme Abiturienten verzichten auf Uni<\/strong><br>\nGeldnot ist bei potenziellen Studenten ein gro&szlig;es Thema. Weil sie sich vor einem Schuldenberg f&uuml;rchten, den sie sp&auml;ter zur&uuml;ckzahlen m&uuml;ssen, lassen viele junge Abiturienten die Finger von der Hochschulkarriere.\n<p>Wer ein finanzielles Polster hat, studiert am ehesten: 79 Prozent der Abiturienten, die keine Geldsorgen w&auml;hrend ihrer Ausbildung zu bef&uuml;rchten haben, gaben bei der Umfrage an, auch studieren zu wollen.<\/p>\n<p>Von denen die nicht wissen, ob sie sich ihr Studium finanzieren k&ouml;nnen und mit entsprechenden Problemen rechnen, wagen nur 44 Prozent den Gang an die Hochschule. Dies zeigt eine Allensbach-Umfrage unter 4000 Abiturienten und Studenten in den ersten Semestern.<\/p>\n<p>Gut jeder dritte junge Mensch mit Studienberechtigung ist besorgt wegen m&ouml;glicher Schulden, die sp&auml;ter zur&uuml;ckzuzahlen sind. Die am Montag ver&ouml;ffentlichte Umfrage wurde im Auftrag des Reemtsma Begabtenf&ouml;rderungswerkes erstellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/forschung_bildung\/bildung\/:Allensbach-Umfrage-Klamme-Abiturienten-verzichten-auf-Uni\/533398.html\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Studiengeb&uuml;hren-Marketing ohne Erfolg<\/strong><br>\nStudiengeb&uuml;hren sind nicht &ndash; wie manche Textstellen in der Studie &ldquo;Geb&uuml;hrenkompass&rdquo; teilweise suggerieren &ndash; nur eine Frage des Marketings. Aber auch letzteres ist nach wie vor schlecht. Kein Wunder, dass insgesamt die Ablehnung von Studiengeb&uuml;hren weiter gestiegen ist. 71,6% sind f&uuml;r eine Abschaffung der Studiengeb&uuml;hren. Oliver Iost hat die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammengestellt.\n<p>Hinter der Studie steht vor allem Prof.Voeth von der Uni Hohenheim, der dort den Lehrstuhl f&uuml;r Marketing innehat. Kein Wunder also, dass die Studie das &ldquo;Problem&rdquo; Studiengeb&uuml;hren vor allem als Marketing-Problem betrachtet. An keiner Stelle werden sozialpolitische oder andere Gr&uuml;nde, die gegen Studiengeb&uuml;hren sprechen k&ouml;nnten, angesprochen. Die Analysen sind insofern sehr einseitig.<\/p>\n<p>Der erste Geb&uuml;hrenkompass wurde 2007 erhoben. Damals sagten 60% der befragten Studierenden, sie seien dagegen, dass Studiengeb&uuml;hren erhoben werden. 15% waren daf&uuml;r, der Rest unentschlossen bzw. ohne Meinung. Inzwischen sind 66,3% gegen Studiengeb&uuml;hren, 14,9% daf&uuml;r, die Unentschlossenen sind stark zur&uuml;ckgegangen. Die Frage, ob Studiengeb&uuml;hren abgeschafft werden sollen, bejahen sogar 71,6% (im letzten Jahr 70,4%).<\/p>\n<p>Selbst wenn man nur diejenigen betrachtet, die der Ansicht sind, durch die Geb&uuml;hren sei es zu einer Verbesserung der Lehrbedingungen an der eigenen Uni gekommen, sind die Geb&uuml;hrengegner in der (relativen) Mehrheit. 40% sind dagegen, 31% daf&uuml;r, der Rest unentschlossen oder ohne Meinung. Bei der Gruppe derer, die keine Verbesserung der Lehrbedingungen feststellen konnten, lehnen 77% Studiengeb&uuml;hren ab und nur 9% sind daf&uuml;r.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/art-918-gebuehrenkompass-2009.php\">Studis Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>66 Prozent der Studierenden haben Beratungsbedarf, am meisten zur Studienfinanzierung <\/strong><br>\nAber auch studienleistungsbezogene Probleme sowie Schwierigkeiten im pers&ouml;nlichen Umfeld besch&auml;ftigen die Studierenden. 16 Prozent der Studierenden, die Beratungsbedarf angemeldet haben, haben Zweifel, ihr Studium &uuml;berhaupt fortf&uuml;hren zu k&ouml;nnen. Arbeitsprobleme und Zeitmanagement sind mit 15 Prozent ebenso wichtige Bereiche wie Arbeits- und Konzentrationsschwierigkeiten, Pr&uuml;fungsangst sowie Lern- und Leistungsprobleme.\n<p>Noch 8 Prozent der Studierenden mit Beratungsbedarf haben angegeben, dass sie unter Studienabschlussproblemen leiden.<\/p>\n<p>Eine beachtliche Zahl der Studierenden hat Beratungsbedarf zu Problemen im pers&ouml;nlichen Umfeld: 14 Prozent leiden unter depressiven Verstimmungen, 11 Prozent an mangelndem<br>\nSelbstwertgef&uuml;hl, gefolgt von Partnerschaftsproblemen, Problemen im famili&auml;ren Umfeld und Kontaktschwierigkeiten.<\/p>\n<p>2 Prozent der Studierenden mit Beratungsbedarf geben an, dass sie Probleme mit Alkohol und anderen Drogen haben. Vermehrt leiden Studierende auch unter Vereinsamung und Internetsucht. Letzteres l&auml;sst sich mit Zahlen noch nicht konkret belegen, wird aber in Zukunft ein Thema in den 41 Psychologischen beziehungsweise Psychosozialen Beratungsstellen der Studentenwerke sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studentenwerke.de\/pdf\/Hauptbericht18SE.pdf\">18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks\/HIS. [PDF &ndash; 2.9 MB]<\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studentenwerke.de\/pdf\/DSWJournal_2_09.pdf\">DSW Journal Seite 6 [PDF &ndash; 7.4 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>&ldquo;Mit dem Mauerfall aus dem Paradies vertrieben&rdquo;<\/strong><br>\nWer hat die Mauer gebaut? Ein Sch&uuml;ler-Wissenstest zur DDR hat bei vielen Ostdeutschen w&uuml;tende Reaktionen ausgel&ouml;st. Jetzt hat der Politologe Schroeder diese ausgewertet &ndash; und zeigt sich im SPIEGEL-Gespr&auml;ch besorgt: Inzwischen verkl&auml;ren auch J&uuml;ngere und Bessergestellte den SED-Staat.\n<p>&ldquo;Viele Ostdeutsche begreifen jede Kritik am System als Angriff auf ihre eigene Person&rdquo;, erkl&auml;rt Schroeder, Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universit&auml;t Berlin im Gespr&auml;ch mit dem SPIEGEL. Und, so Schroeder, gegen eine Darstellung ihrer alten Heimat als &ldquo;Unrechtsstaat&rdquo; wenden sich heute offenbar auch J&uuml;ngere und Bessergestellte.<br>\nDas heutige Deutschland wird als &ldquo;Sklavenstaat&rdquo; oder &ldquo;Diktatur des Kapitals&rdquo; bezeichnet, einige Briefeschreiber lehnen die Bundesrepublik ab, weil sie kapitalistisch oder diktatorisch, jedenfalls nicht demokratisch sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,633006,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Forschungsstelle SED-Staat ist zwar, was die DDR-Vergangenheit anbetrifft, alles andere als eine neutrale wissenschaftliche Instanz zu sehen, um so nachdenklicher sollten diese Befunde machen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>R&uuml;ckschau 1996: Pierre Bourdieu: Warnung f&uuml;r dem Modell Tietmeyer<\/strong><br>\nEuropa darf sich den neoliberalen Theorien des Bundesbankpr&auml;sidenten nicht unterwerfen.\n<p>In seinem Interview mit Hans Tietmeyer pr&auml;sentierte Le Monde den Pr&auml;sidenten der Bundesbank v&ouml;llig zu Recht als den &ldquo;Hohenpriester der D-Mark&rdquo;. Denn wir haben es hier mit Religion zu tun. Aus diesem Gespr&auml;ch m&ouml;chte ich nur eine einzige Passage kommentieren: <\/p>\n<blockquote><p>In allen europ&auml;ischen L&auml;ndern geht es heute darum, Voraussetzungen f&uuml;r ein dauerhaftes Wachstum und Vertrauen f&uuml;r die Investoren zu schaffen, indem man die &ouml;ffentlichen Haushalte unter Kontrolle bringt, das Steuer- und Abgabenniveau auf ein ertr&auml;gliches Ma&szlig; absenkt und die sozialen Sicherungssysteme reformiert (&hellip;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Klartext hei&szlig;t das: Runter mit den Steuern f&uuml;r Investoren, bis sie auf Dauer f&uuml;r ebendiese ertr&auml;glich sind weg mit dem welfare state, dem Wohlfahrtsstaat, und seiner Politik des sozialen Schutzes, die wie geschaffen ist, das Vertrauen der Investoren zu zerst&ouml;ren und ihr berechtigtes Mi&szlig;trauen zu wecken. Denn diese sind sich in der Tat sicher, da&szlig; die Verteidigung ihrer &ldquo;&ouml;konomischen Errungenschaften&rdquo;, will sagen ihres Kapitals, mit der Verteidigung der sozialen Errungenschaften der Arbeiter nicht vereinbar ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/1996\/45\/Warnung_vor_dem_Modell_Tietmeyer?page=all\">Zeit Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Tietmeyer ist Kuratoriumsvorsitzender der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und  war zuletzt Mitglied im Aufsichtsrat der HRE. Er ist mitverantwortlich dass der Steuerzahler diese Bank mit hundert Milliarden Euro st&uuml;tzen muss. Und dennoch wollte ihn Merkel zum Vorsitzenden der Expertengruppe zur Erarbeitung von Vorschl&auml;gen f&uuml;r eine neue Weltfinanzordnung machen. Tietmeyer ist der Hohepriester der neoliberalen Glaubenslehre geblieben, er ist in Deutschland einer der Wegbereiter f&uuml;r die Finanz- und Wirtschafts- Katastrophe, aber niemand kommt auf die Idee ihn daf&uuml;r auch nur zu kritisieren. Im Gegenteil er mischt noch &uuml;berall mit. <\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p> <a href=\"?p=3869%20\">&ldquo;Ist Hopfen und Malz schon verloren? Die Abwesenheit von kritischem Verstand und das Versagen der Medien ist zum Verzweifeln (Teil X Finanzkrise)&rdquo;<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser D.R.:<\/strong> Bourdieu: Man darf sich keinem geistigen Terrorismus beugen. In Tietmeyers Denken sehe ich eine Analogie zu Maos kleinem roten Buch: Ideen als Waffe. Mao vertrat ein autorit&auml;res Gedankengeb&auml;ude, mit dem er seinem Volk jede Absurdit&auml;t abverlangen konnte, etwa den Gro&szlig;en Sprung nach vorn. Tietmeyer verk&uuml;ndet einen &auml;hnlichen Glaubenstypus, gegr&uuml;ndet auf den &ouml;konomischen Fatalismus. Die ber&uuml;chtigten &ldquo;Finanzm&auml;rkte&rdquo; wollen uns ihre Macht als schicksalhaft aufdr&auml;ngen. Die &ouml;konomistische Sicht der Dinge t&ouml;tet jede Utopie: Es scheint nichts anderes m&ouml;glich, als sich zu f&uuml;gen.&rdquo;<br>\n&nbsp;<br>\nDurch einen Zufall bin ich auf das Interview des SPIEGEL(1996) mit dem leider zu fr&uuml;h verstorbenen gro&szlig;en Soziologen&nbsp;Pierre Bourdieu gesto&szlig;en, in dem dieser den &ouml;konomistischen Zeitgeist gei&szlig;elt,&nbsp;verk&ouml;rpert insbesondere durch Herrn Tietmeyer. Das Interview stammt nicht etwa aus dem Jahre 2009, sondern eben von 1996! Wer es liest, dem f&auml;llt es wie Schuppen von den Augen: die Gef&auml;hrdung unserer Zivilisation durch den Neoliberalismus, hier wird sie&nbsp;mit ihrem ganzen St&ouml;rungspotential manifest. Die Verantwortung des Wissenschaftlers vor Deregulierungsfrage? Pierre Bourdieu hat sie durch seine weitsichtigen Vorhersagen eingel&ouml;st, die inzwischen durch die Krisenwirklichkeit &uuml;bertroffen werden. Wo&nbsp;sind seine homologues allemands eigentlich zu jener Zeit gewesen? Wo der&nbsp;Volkswirt schlechthin,&nbsp;Prof. Sinn? Wo der Namengeber der &ldquo;Risikogesell- schaft&rdquo;, U.Beck?<\/em><\/p>\n<p>Bourdieu weist schlagend nach, dass die Wurzel des Neoliberalismus&nbsp;keineswegs allein in den USA zu suchen ist, sondern gerade in einem Europa, das unter deutscher F&uuml;hrung, insbesondere unter dem Bundesbankpr&auml;sidenten Tietmeyer, alles daran gesetzt hat, die EU als Vatikan der neoliberalen Marktideologie zu begreifen. Der BUBA-Pr&auml;sident als unfehlbarer Papst eines von jeder politischen Aufsicht befreiten Bankenkonsortiums, jeder prim&auml;ren Sozialverpflichtung des Eigentums abhold. Der Zusammenbruch des kommunistischen Imperiums schien die unendliche Morgenr&ouml;te des selbstzwecklichen Kapitalismus zu signalisieren. Leider musste Bourdieus Ein-\/Voraussicht 12 Jahre warten, bis sie durch die Wirklichkeit nicht nur best&auml;tigt, sondern in ihrem Ausma&szlig;&nbsp;bei weitem &uuml;bertroffen wurde.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Mal sehen:<\/strong>\n<ol>\n<li><strong>&ldquo;ARD-exclusiv &ndash; Retter in Not&rdquo; zur Finanz- und Wirtschaftskrise: Deutschlands Spitzenkr&auml;fte bekennen sich schuldig<\/strong><br>\nAuf die Frage nach den Ursachen der Krise antwortet der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann: &ldquo;Ich habe daran geglaubt, dass gewisse stabilisierende Elemente immer wirken. Zum Beispiel, dass die Risiken zwar weltweit gestreut sind; aber jeder so viele Risiken nimmt, wie er selbst verkraften kann &ndash; und dass dadurch das System auch bei gro&szlig;en Schocks von au&szlig;en die Stabilit&auml;t beh&auml;lt. Das war eine Annahme, die falsch war.&rdquo; Ackermanns Schlussfolgerung: &ldquo;Aufgrund dieser Annahme hat man Positionen aufgebaut, die sich im nachhinein als zu gro&szlig; erwiesen haben. Insofern: Selbstverst&auml;ndlich habe ich auch eine Mitschuld.&rdquo;\n<p>Die Politiker Peer Steinbr&uuml;ck und Michael Glos bekennen sich bei ihrer Ursachenforschung ebenfalls zur eigenen Schuld. So erinnert Finanzminister Steinbr&uuml;ck an die Koalitionsverhandlungen 2005. Damals versuchte die Bundesregierung laut Steinbr&uuml;ck, den Finanzmarktplatz Frankfurt &ldquo;auf Augenh&ouml;he mit der City of London und mit der Wall Street zu halten. Dies ist zu naiv gewesen.&rdquo;<\/p>\n<p>&nbsp;&ldquo;Trotz mancher Verklausulierungen erstaunliche Bekenntnisse&rdquo;, so NDR-Redakteur Alexander von Sallwitz. &ldquo;So deutlich hat sich unser F&uuml;hrungspersonal aus Politik und Finanzwesen bisher nicht zur eigenen Verantwortlichkeit ge&auml;u&szlig;ert.&rdquo; <\/p>\n<p>Das Erste zeigt die 30-min&uuml;tige Fassung &ldquo;ARD-exclusiv &ndash; Retter in Not: Wie Politiker die Krise b&auml;ndigen wollen&rdquo; am Mittwoch, 1. Juli, um 21.45 Uhr. Eine Langfassung (45 Minuten) l&auml;uft am Montag, 6. Juli, um 23.00 Uhr im NDR Fernsehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/6561\/1430900\/ndr_norddeutscher_rundfunk\">Presseportal NDR<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Bankberatung so schlecht wie vor der Krise<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:Verbraucherschutz-Bankberatung-so-schlecht-wie-vor-der-Krise\/533556.html\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>WISO-Dokumentation, Die gro&szlig;e Gier &ndash; Wie die Banken unsere Zukunft verspielen Film von Michael Scheuch<\/strong><br>\nIn der WISO Dokumentation berichten ehemalige Investmentbanker, wie sich die Gier nach dem &ldquo;immer mehr&rdquo; verselbstst&auml;ndigt hat. Wie die Jagd nach Boni und Provisionen, mehr aber noch nach Ansehen und Privilegien zusammen mit mangelnder Kontrolle innerhalb der Banken zum Zusammenbruch des Systems gef&uuml;hrt hat. \n<p>Vertriebsmitarbeiter erz&auml;hlen vom Druck auf die Berater, die nicht beraten d&uuml;rfen sondern verkaufen m&uuml;ssen. Opfer schlechter Anlageberatung schildern ihre Erfahrungen &ndash; und wehren sich dagegen, heute als ebenso gierig hingestellt zu werden wie die Banken, die immer nur von Gewinnen, nie aber von Risiken sprachen.<br>\nDie Sendung wird am Mittwoch 20.15 wiederholt. <\/p>\n<p><strong>Bankberatung trotz Krise mangelhaft<\/strong><br>\nStichprobe unter 25 Bankberatern von Verbrauchersch&uuml;tzern und WISO<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wiso.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/17\/0,1872,7599377,00.html?dr=1\">ZDF WISO<\/a>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4030#h01\">Das Schweige-Kartell<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h02\">Jens Berger: Schattenmann unter Beschuss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h03\">Experten: Banken zocken wieder!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h04\">Kleinere, einfachere und sicherere Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h05\">Streit um Boni-Zahlungen f&uuml;r HSH-Nordbank-Manager<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h06\">Energieagentur verteidigt &Ouml;lspekulanten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h07\">Stephan Schulmeister: Der Boom der Finanzderivate und seine Folgen &ndash; Pl&auml;doyer f&uuml;r eine Besteuerung von Finanztransaktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4030#h08\">Alan<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4030\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4030","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4030","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4030"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4030\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4030"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4030"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4030"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}