{"id":40357,"date":"2017-09-29T08:39:16","date_gmt":"2017-09-29T06:39:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40357"},"modified":"2017-10-13T12:40:10","modified_gmt":"2017-10-13T10:40:10","slug":"unser-sozialismus-des-21-jahrhunderts-jeremy-corbyns-mitreissende-parteitagsrede","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40357","title":{"rendered":"\u201eUnser Sozialismus des 21. Jahrhunderts\u201c \u2013 Jeremy Corbyns mitrei\u00dfende Parteitagsrede"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170929_c01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Die britische Labour Party gilt mit ihrem progressiven Vorsitzenden <strong>Jeremy Corbyn<\/strong> als eines der m&ouml;glichen Vorbilder f&uuml;r eine Neuausrichtung der deutschen Sozialdemokraten. Die NachDenkSeiten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40303\">berichteten ausf&uuml;hrlich dar&uuml;ber<\/a>. Da in den deutschen Medien ja nur selten und dabei fast nie fair &uuml;ber Corbyn berichtet wird, freuen wir uns, Ihnen seine Rede vom Labour-Parteitag vom Anfang der Woche in einer leicht gek&uuml;rzten Version vorstellen zu d&uuml;rfen. Die <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/rubriken\/soziale-demokratie\/artikel\/unser-sozialismus-des-21-jahrhunderts-2320\/\">&Uuml;bersetzung<\/a> stammt von der Friedrich Ebert Stiftung. Das Original-Skript der Rede k&ouml;nnen Sie sich <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/170929_corbyn.pdf\">hier als PDF<\/a> herunterladen.<br>\n<!--more--><br>\n<div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"315\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/bKpCwTEJ77A\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><br>\nVideoaufzeichnung der Rede (Quelle: Labour)<\/p><p>Liebe Genossinnen und Genossen, gegen alle Vorhersagen haben wir im Juni den gr&ouml;&szlig;ten Stimmenzuwachs seit 1945 und das beste Labour-Ergebnis seit einer Generation erreicht. Das ist ein Resultat, das die Torys zur Kenntnis nehmen m&uuml;ssen und das Labour auf die Schwelle zur Macht bef&ouml;rdert.<\/p><p>Es stimmt, wir haben nicht gut genug abgeschnitten und bleiben vorerst in der Opposition, aber wir sind nun eine Regierung im Wartestand. Unser hervorragendes Schattenkabinett ist heute hier. Und unsere Botschaft an das Land k&ouml;nnte klarer nicht sein: Labour ist bereit.<\/p><p>Bereit, gegen Ungleichheit vorzugehen, bereit, unseren National Health Service umzubauen, bereit, jungen Menschen Chancen, &auml;lteren Menschen W&uuml;rde und Sicherheit zu geben, bereit, in unsere Wirtschaft zu investieren und die Herausforderungen durch Klimawandel und Automatisierung anzunehmen, bereit, Frieden und Gerechtigkeit ins Zentrum unserer Au&szlig;enpolitik zu stellen. Und bereit, eine neue und progressive Beziehung zu Europa aufzubauen.<\/p><p>Wir sind bereit, und die Torys sind es offensichtlich nicht.<\/p><p>Im Wahlkampf erkl&auml;rte Theresa May ihren W&auml;hlern, es bestehe die Gefahr einer &bdquo;Koalition des Chaos&ldquo;. Wisst ihr noch? Nun, jetzt f&uuml;hren sie uns vor, wie genau das aussieht. Und ich meine damit nicht nur den verzweifelten Deal der Premierministerin mit der Democratic Unionist Party. Nein, sie hat eine &bdquo;Koalition des Chaos&ldquo; an ihrem eigenen Kabinettstisch versammelt: Phillip Hammond und Liam Fox, Boris Johnson und David Davis.<\/p><p>Sie gehen einander an die Kehle, zanken und intrigieren, setzen alle Hebel in Bewegung, um die Premierministerin aus Downing Street Nummer Zehn zu dr&auml;ngen und bei der erstbesten Gelegenheit ihren Platz einzunehmen, statt die massiven Probleme unseres Landes in den Griff zu bekommen.<\/p><p>Doch diese Koalition des Chaos ist kein Spa&szlig;. Seht euch nur die Bilanz der Konservativen an, seit sie im Amt sind:<\/p><ul>\n<li>der am l&auml;ngsten andauernde Lohnr&uuml;ckgang seit Beginn der Statistik<\/li>\n<li>eine Verdoppelung der Obdachlosigkeit<\/li>\n<li>immer l&auml;nger werdende Wartelisten beim National Health Service<\/li>\n<li>Schulklassen werden immer gr&ouml;&szlig;er, Lehrer k&uuml;ndigen<\/li>\n<li>&uuml;ber 4 Millionen Kinder leben heute in Armut<\/li>\n<li>20 000 Stellen bei der Polizei [&hellip;] und 11 000 bei der Feuerwehr wurden gestrichen<\/li>\n<li>mehr arbeitende Menschen [&hellip;] denn je sind arm<\/li>\n<li>eine R&uuml;ge der Vereinten Nationen, weil die Rechte von Behinderten missachtet werden<\/li>\n<\/ul><p>Das hat nichts mit St&auml;rke und Stabilit&auml;t zu tun. Das ist gef&uuml;hllos und berechnend. Denn die Torys haben sich ausgerechnet: Wenn sie f&uuml;r Millionen von Menschen im Namen der Sparpolitik die Lebensverh&auml;ltnisse verschlechtern, k&ouml;nnen sie damit happige Steuergeschenke an die Reichen und M&auml;chtigen finanzieren.<\/p><p>Liebe Genossinnen und Genossen, eure Anstrengungen im Wahlkampf haben die Torys lahmgelegt. Das Wahlergebnis hat bei einigen ihrer verheerendsten politischen Vorhaben bereits eine Kehrtwende nach der anderen verursacht. Die grausame Demenz-Steuer wurde schon drei Tage nach ihrer Ank&uuml;ndigung kassiert. Pl&auml;ne zur Wiedereinf&uuml;hrung von Gymnasien sind pass&eacute;. Drohende Einschr&auml;nkungen f&uuml;r das Triple-Lock-System zur Stabilisierung der Renten sind vom Tisch; die Zusage, die Fuchsjagd wieder zu erlauben, wurde zur&uuml;ckgezogen. Und der Plan, Gratismahlzeiten an den Grundschulen abzuschaffen, landete im Papierkorb.<\/p><p>Die Wahrheit ist: Knapp drei Monate nach der Wahl zerrei&szlig;t die Koalition des konservativen Chaos ihr Wahlprogramm und zerfetzt sich selbst. Die Torys sind ideenlos und ohne jede Energie. Offenbar pfl&uuml;cken sie sich aus der Labour-Politik nun sogar die sch&ouml;nsten Ideen heraus, auch zum Brexit.<\/p><p>Ich sage der Premierministerin: &bdquo;Nur zu. Aber wennschon, dennschon. Dann beenden Sie auch die Sparma&szlig;nahmen, schaffen Sie die Studiengeb&uuml;hren ab, stellen Sie die Gehaltsdeckelung im &ouml;ffentlichen Dienst ein. Ich glaube, f&uuml;r all diese Ma&szlig;nahmen finden wir im Unterhaus eine Mehrheit. Diese Regierung ist schwach und gespalten, und sie hat abgesehen vom Machterhalt keine Ziele mehr.<\/p><p>Es ist die Labour Party, die heute die Themen vorgibt und ein neues gemeinsames Verst&auml;ndnis dar&uuml;ber entwickelt, welche Richtung unser Land einschlagen sollte.<\/p><p>Liebe Genossinnen und Genossen, in unserem Wahlkampf gab es zwei Stars. Der erste war unser Wahlprogramm, das die Ideen unserer Mitglieder und Gewerkschaftler und die Hoffnungen und Ziele ihrer Gemeinden und Betriebe aufgriff. Und wir haben klar gesagt, wie wir das finanzieren wollen, n&auml;mlich, indem wir die reichsten und gr&ouml;&szlig;ten Unternehmen auffordern, endlich ihren gerechten Anteil zu bezahlen.<\/p><p>Indem wir nicht einfach nur umverteilen in einem System, das den meisten Menschen nichts bringt, sondern indem wir das System ver&auml;ndern. So haben wir nicht nur klargemacht, wie wir &ouml;ffentliche Dienstleistungen bewahren werden, sondern auch, wie wir unsere Wirtschaft umbauen und in sie investieren werden, mit einem Motor f&uuml;r nachhaltiges Wachstum, der sich in &ouml;ffentlicher Hand befindet und von nationalen und regionalen Investmentbanken betrieben wird, damit in jeder Region und Nation gute Jobs und Wohlstand geschaffen werden.<\/p><p>Unser Wahlprogramm ist das Programm einer modernen, progressiven sozialistischen Partei, die ihre Wurzeln und ihren Sinn wiederentdeckt hat und sich damit gegen den europaweiten Trend stemmt. Und, liebe Genossinnen und Genossen, der andere Star dieser Kampagne, das wart IHR. Unsere Mitglieder, unsere Unterst&uuml;tzer in den Gewerkschaften, unsere Leute im Haust&uuml;rwahlkampf und in den sozialen Medien.<\/p><p>Labour war die Partei der Einheit, die Generationen und Gemeinden zusammenbrachte, statt Junge gegen Alte gegeneinander aufzuhetzen, wie es die Torys getan haben. Wir werden nie eine Generation ausquetschen, um eine andere zu unterst&uuml;tzen. Unter Labour gewinnen die Menschen gemeinsam.<\/p><p>Nat&uuml;rlich gab es auch solche, die nicht allzu gut aus der Wahl hervorgingen. Ich denke da an einige unserer eher traditionellen Freunde aus den Medien. Sie haben den Wahlkampf betrieben, wie sie es immer tun, und auf Befehl ihrer im Steuerexil sitzenden Eigent&uuml;mer Labour ein ums andere Mal verrissen. Am Tag vor der Wahl widmete eine Zeitung vierzehn Seiten dem Angriff auf die Labour Party. Unser Ergebnis stieg um fast 10 Prozent. Angesichts einer so &uuml;berw&auml;ltigend feindlich gesinnten Presse und einer Armee aus Trollen in den sozialen Medien ist es umso wichtiger, dass wir zusammenhalten.<\/p><p>Nat&uuml;rlich werden wir nicht immer einer Meinung sein, aber es ist nicht zu entschuldigen, wenn Menschen beleidigt werden. Wir legen unsere Differenzen mit demokratischen Abstimmungen bei und stellen uns dann gemeinsam hinter diese Entscheidungen.<\/p><p>Das ist die Labour Party, hier in dieser Woche und in den Kommunen drau&szlig;en in JEDER Woche: vielf&auml;ltig, offen, demokratisch und bereit, unserem Land zu dienen.<\/p><p>In der Politik gibt es derzeit keine gr&ouml;&szlig;ere Herausforderung als den Brexit, ein unglaublich wichtiger und komplexer Vorgang, der sich nicht darauf reduziert l&auml;sst, dass man einfach die M&auml;rchen wiederholt, die einst die Wahlkampfbusse schm&uuml;ckten, oder f&uuml;nfzehn Monate verstreichen l&auml;sst und dann Plattit&uuml;den von sich gibt. Als demokratische Sozialisten akzeptieren und respektieren wir das Ergebnis der Volksabstimmung, aber Respekt vor einer demokratischen Entscheidung hei&szlig;t nicht, dass man der waghalsigen Brexit-Agenda der Torys gr&uuml;nes Licht gibt, denn sie w&uuml;rde Gro&szlig;britannien eine Trumpsche Abw&auml;rtsspirale der Rechte und der Unternehmenssteuern bescheren.<\/p><p>Wir werden nicht unt&auml;tig zusehen, wie ein hoffnungslos unf&auml;higes Verhandlungsteam die Arbeitspl&auml;tze der Menschen, ihre Rechte und ihren Lebensstandard aufs Spiel setzt. Ein Team, das mehr an seinen eigenen Vorteilen interessiert ist als daran, das beste Verhandlungsergebnis f&uuml;r unser Land zu erzielen. Zugegeben, Theresa Mays Rede in Florenz letzte Woche einte tats&auml;chlich das Kabinett. Zumindest ein paar Stunden lang. Ihr Flugzeug war kaum in Heathrow gelandet, als die Streitigkeiten schon wieder losbrachen.<\/p><p>Niemals wurden in einer so entscheidenden Frage die nationalen Interessen so schlecht vertreten. G&auml;be es keinen anderen Grund daf&uuml;r, dass die Torys ihren Hut nehmen, w&auml;re ihre eigenn&uuml;tzige Brexit-St&uuml;mperei schon Grund genug. Ich habe daher eine einfache Botschaft an das Kabinett. Gro&szlig;britannien zuliebe: Rei&szlig;en Sie sich zusammen, oder machen Sie Platz.<\/p><p>Eines muss v&ouml;llig klar sein. Die 3 Millionen EU-B&uuml;rgerinnen und -B&uuml;rger, die derzeit in Gro&szlig;britannien leben und arbeiten, sind hier willkommen. Sie wurden von unserer Regierung in einer Wolke aus Unsicherheit alleingelassen, obwohl ihre Zukunft schon vor Monaten h&auml;tte gekl&auml;rt werden k&ouml;nnen. Also, Theresa May, geben Sie ihnen die komplette Garantie, die ihnen heute zusteht. Wenn Sie das nicht tun, werden wir es machen.<\/p><p>Seit der Volksabstimmung konzentriert sich unser Brexit-Team vor allem auf unsere wirtschaftliche Zukunft. Diese Zukunft ist nun ernsthaft bedroht. Eine m&auml;chtige Gruppe innerhalb der konservativen F&uuml;hrung betrachtet den Brexit als Chance, ein Steuerparadies in Europa zu schaffen: einen deregulierten Spielplatz f&uuml;r Hedgefonds und Spekulanten mit Billigl&ouml;hnen und niedrigen Steuers&auml;tzen. Ein paar Wenigen an der Spitze w&uuml;rde das sehr n&uuml;tzen, keine Frage. Aber die Industrie w&uuml;rde vor die Wand gefahren, qualifizierte Arbeitspl&auml;tze gingen verloren, unsere Steuergrundlage w&uuml;rde wegbr&ouml;ckeln, unsere &ouml;ffentlichen Dienstleistungen m&uuml;ssten noch weiter zusammengestrichen werden.<\/p><p>Weniger als achtzehn Monate trennen uns heute vom Verlassen der Europ&auml;ischen Union. Und bislang hat das Tory-Trio, das die Gespr&auml;che f&uuml;hrt, nichts erreicht und so gut wie nichts vereinbart. Dieses Mecker-Kabinett verbringt mehr Zeit mit Verhandlungen untereinander als mit der EU. Es besteht die Gefahr, dass der ungeregelte Brexit Realit&auml;t wird. Deshalb hat Labour deutlichgemacht, dass Gro&szlig;britannien f&uuml;r eine begrenzte &Uuml;bergangsperiode im Binnenmarkt und in der Zollunion verbleiben soll. Zumindest ist begr&uuml;&szlig;enswert, dass Theresa May dies mit gro&szlig;er Versp&auml;tung akzeptiert hat.<\/p><p>Nach diesem &Uuml;bergang aber haben wir eine andere Aufgabe. Wir m&uuml;ssen alle Menschen in unserem Land hinter der progressiven Vision dar&uuml;ber versammeln, was Gro&szlig;britannien sein k&ouml;nnte, allerdings mit einer Regierung, die f&uuml;r die Vielen einsteht, nicht f&uuml;r die Wenigen.<\/p><p>Labour ist die einzige Partei, die Brexit-Bef&uuml;rworter und Brexit-Gegner zusammenbringen, das Land f&uuml;r eine Zukunft jenseits des Brexit einen kann. In den Brexit-Verhandlungen kommt es darauf an, ein Ergebnis zu erzielen, das Arbeitspl&auml;tze, Rechte und vern&uuml;nftige Lebensverh&auml;ltnisse garantiert.<\/p><p>Liebe Genossinnen und Genossen, die wahren Alternativen f&uuml;r den Brexit liegen auf dem Tisch: Entweder gibt es einen chaotischen Tory-Brexit, der die Standards senkt. Oder einen Labour-Brexit, der die Arbeitspl&auml;tze in den Mittelpunkt r&uuml;ckt, einen Brexit f&uuml;r die Vielen, einen, der uns einen unbeschr&auml;nkten Zugang zum Binnenmarkt sichert und ein neue kooperative Beziehung zur EU etabliert.<\/p><p>Ein Brexit, der die aus Br&uuml;ssel zur&uuml;ckgeholten Befugnisse dazu nutzt, eine neue Industriestrategie zu verfolgen, um unsere Wirtschaft in jeder Region und Nation zu verbessern. Einer, der unserer Wirtschaft Priorit&auml;t einr&auml;umt und nicht irgendwelchen k&uuml;nstlichen Einwanderungszielen, die nur &Auml;ngste sch&uuml;ren. Wir werden niemals wie die Torys Migranten f&uuml;r die Probleme unserer Gesellschaft verantwortlich machen. Es sind nicht die Migranten, die die L&ouml;hne und Arbeitsbedingungen verschlechtern, sondern die schlimmsten Chefs in Absprache mit der konservativen Regierung, die keine Gelegenheit ausl&auml;sst, die Gewerkschaften anzugreifen und die Rechte der Besch&auml;ftigten zu schw&auml;chen.<\/p><p>Die Labour Party wird verhindern, dass Arbeitgeber L&ouml;hne und Arbeitsbedingungen verschlechtern, sie wird sich nicht an Rassismus oder der Suche nach S&uuml;ndenb&ouml;cken beteiligen. Auf welche Weise Gro&szlig;britannien die Europ&auml;ische Union verl&auml;sst, ist zu wichtig, als dass man es den Konservativen und ihren internen K&auml;mpfen und Identit&auml;tskrisen &uuml;berlassen darf.<\/p><p>Die Wahrheit ist [&hellip;], dass unter den Torys die Zukunft Gro&szlig;britanniens auch unabh&auml;ngig vom Ausgang des Brexit-Prozesses gef&auml;hrdet ist. Unsere Wirtschaft garantiert uns keine sicheren Wohnverh&auml;ltnisse mehr, keine gut bezahlten Arbeitspl&auml;tze, keinen steigenden Lebensstandard. So entwickelt sich ein neues gemeinsames Verst&auml;ndnis dar&uuml;ber, wie das Land gef&uuml;hrt werden sollte. Daf&uuml;r haben wir vor der Wahl gek&auml;mpft, denn wir brauchen es dringend, um das kaputte Modell zu ersetzen, das Margaret Thatcher vor vielen Jahren entwickelte.<\/p><p>Zehn Jahre nach der globalen Finanzkrise glauben die Torys immer noch an ihr dogmatisches Mantra: deregulieren, privatisieren, die Steuern der Reichen senken, Arbeitnehmerrechte schw&auml;chen, ein paar Wenigen Gewinne erlauben und den Vielen Schulden aufb&uuml;rden. Nichts hat sich ver&auml;ndert. Als w&auml;ren wir in einer politischen und wirtschaftlichen Zeitschleife gefangen.<\/p><p>Die Zeit ist gekommen, dass unsere Regierung die Umstrukturierung der Wirtschaft forciert. Die Zeit ist gekommen, dass Unternehmensvorst&auml;nde f&uuml;r ihr Handeln verantwortlich gemacht werden. Die Zeit ist gekommen, dass wir ein neues Modell f&uuml;r das Wirtschaftsmanagement entwickeln, das die gescheiterten Dogmen des Neoliberalismus abl&ouml;st. [&hellip;] Deshalb will Labour nicht nur die von der Sparpolitik angerichteten Sch&auml;den reparieren, sondern die Wirtschaft transformieren, mit einer neuen und dynamischen Rolle f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Sektor, vor allem dort, wo der private Sektor offenkundig versagt hat.<\/p><p>Nehmen wir die Wasserversorgung. Von den neun Wasserversorgungsunternehmen in England sind sechs im Besitz von Unternehmensbeteiligungen oder ausl&auml;ndischen Staatsfonds. Ihre Gewinne werden als Dividenden an die Aktion&auml;re weitergereicht, w&auml;hrend die Infrastruktur verkommt, die Unternehmen wenig oder keine Steuern zahlen und die Managergeh&auml;lter bei sinkendem Service in die H&ouml;he schnellen. Deshalb wollen wir unsere Versorgungsunternehmen wieder in die &ouml;ffentliche Hand &uuml;berf&uuml;hren, um sie in den Dienst des Volkes und der Wirtschaft zu stellen und zu verhindern, dass die &Ouml;ffentlichkeit weiter abgezockt wird.<\/p><p>Nat&uuml;rlich muss noch viel mehr getan werden. Unsere National Investment Bank [&hellip;] und der Transformation Fund sollen dazu genutzt werden, &ouml;ffentliche Investitionen zu mobilisieren und Wohlstand und gute Arbeitspl&auml;tze zu schaffen. Bei Treffen mit Wirtschaftsleuten habe ich immer offen darauf hingewiesen, dass wir in die Bildung und Ausbildung der Arbeitskr&auml;fte investieren werden, dass wir von der Energieversorgung bis zur Digitalisierung in bessere Infrastruktur investieren werden, dass wir aber von den Gro&szlig;konzernen fordern werden, ein bisschen mehr Steuern zu bezahlen.<\/p><p>Die Wirtschaftspolitik der Torys zeugt nicht von Unternehmergeist. Sie zieht Geld ab. Sie konzentriert sich nicht auf langfristige Investitionen und die Schaffung von Wohlstand. Wenn man nicht darauf h&ouml;rt, was sie sagen, sondern sich ansieht, was sie tun, dann geht es immer nur darum, L&ouml;hne, Dienstleistungen und Standards zu senken [&hellip;] und so m&ouml;glichst schnell m&ouml;glichst viel Geld zu verdienen, wobei die Regierung nicht dem Volk dient, sondern den globalen Konzernen. Und diese Gleichg&uuml;ltigkeit gegen&uuml;ber der grassierenden Ungleichheit, dieses Aush&ouml;hlen unserer &ouml;ffentlichen Dienstleistungen, diese Geringsch&auml;tzung der Machtlosen und Armen hat dazu gef&uuml;hrt, dass unsere Gesellschaft brutaler und weniger f&uuml;rsorglich ist.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen uns dringend den Herausforderungen der Automatisierung stellen, die so viele Arbeitspl&auml;tze &uuml;berfl&uuml;ssig machen k&ouml;nnte.<\/p><p>Dieses Thema ist eine Gefahr in den H&auml;nden der Gierigen, doch es ist eine riesige Chance, wenn es mit Blick auf die Interessen der Gesamtgesellschaft behandelt wird. Aus den gro&szlig;artigen technologischen Fortschritten werden wir nicht das Beste machen, wenn sie monopolisiert und die Gewinne f&uuml;r ein paar Wenige optimiert werden. Doch wenn wir f&uuml;r diese Errungenschaften staatliche Regelungen einf&uuml;hren &ndash; um die Vorteile breit zu verteilen &ndash;, k&ouml;nnen sie ein neues Verh&auml;ltnis zwischen Arbeit und Freizeit erm&ouml;glichen. Ein Sprungbrett sein f&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere Kreativit&auml;t und Kultur.<\/p><p>Die Welle der Automatisierung und des technologischen Wandels bringt es mit sich, dass wir Umschulung und Management der Arbeitskr&auml;fte in den kommenden Jahren ins Zentrum der Aufmerksamkeit r&uuml;cken m&uuml;ssen. Labour wird daher ein Bildungs- und Weiterbildungssystem aufbauen, das die Menschen von der Wiege bis zur Bahre ert&uuml;chtigt.<\/p><p>Niemand wird ihnen Schulden aufb&uuml;rden.<\/p><p>Zu diesem Zweck werden wir einen National Education Service gr&uuml;nden, der Kostenfreiheit f&uuml;r alle College-Kurse, f&uuml;r jede technische und berufliche Ausbildung garantiert, damit die Kosten niemanden abschrecken und jeder die Chance hat zu lernen. Das wird Millionen von Menschen eine faire Chance er&ouml;ffnen. Lebenslanges Lernen f&uuml;r alle ist f&uuml;r die Wirtschaft der Zukunft unerl&auml;sslich. Die massiven Ver&auml;nderungen auf dem Arbeitsmarkt, die sich unter dem Einfluss der Automatisierung vollziehen werden, m&uuml;ssen geplant und staatlich begleitet werden. Millionen von Menschen m&uuml;ssen umgeschult werden. Nur Labour kann das sicherstellen.<\/p><p>Wie Angela Rayner gestern sagte, wird unser National Education Service klaren Prinzipien folgen: universell, frei und ert&uuml;chtigend. Das steht im Zentrum unseres Sozialismus f&uuml;r das 21. Jahrhundert, der f&uuml;r die Vielen ist, nicht f&uuml;r die Wenigen.<\/p><p>Doch wenn wir die Wirtschaft so ver&auml;ndern, dass sie dem ganzen Land n&uuml;tzt, m&uuml;ssen wir auch die Leitung unseres Landes ver&auml;ndern.<\/p><p>Damit die Menschen ihr Leben selbst in die Hand nehmen k&ouml;nnen, muss unsere Demokratie aus Westminster ausbrechen und sich in alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft ausbreiten, in denen die Macht z&uuml;gellos ist.<\/p><p>&Uuml;berall auf der Welt steht die Demokratie zwei Gefahren gegen&uuml;ber:<\/p><p>Die eine ist das Aufkommen eines autorit&auml;ren, intoleranten und aggressiven Nationalismus.<\/p><p>Die zweite Gefahr ist scheinbar harmloser, jedoch gleicherma&szlig;en heimt&uuml;ckisch. Sie besteht darin, dass gro&szlig;e Entscheidungen der Elite &uuml;berlassen werden. Dass politische Entscheidungen als nebens&auml;chlich und Menschen in erster Linie als Verbraucherinnen und Verbraucher und erst in zweiter Linie als B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger gelten.<\/p><p>Demokratie muss deutlich mehr sein als das.<\/p><p>Demokratie muss bedeuten, dass man Menschen auch abseits vom Wahlkampf zuh&ouml;rt. Nicht nur den Reichen und M&auml;chtigen, die es gew&ouml;hnt sind, den Ton anzugeben, sondern auch denen an vorderster Front, die tats&auml;chlich wissen, was Sache ist.<\/p><p>Wie der Beamte der Greater Manchester Police, der Theresa May vor zwei Jahren davor warnte, dass Einschnitte bei der Polizei das Leben und die Sicherheit von Menschen gef&auml;hrden w&uuml;rden. Seine Bedenken wurden als das &bdquo;Heulen eines Wolfs&ldquo; abgetan.<\/p><p>Oder wie die Altenpflegerinnen und Altenpfleger, die gefeuert werden, wenn sie auf die Misshandlung von Pflegebed&uuml;rftigen aufmerksam machen.<\/p><p>Oder die Lehrerinnen und Lehrer, die eingesch&uuml;chtert werden, wenn sie die mangelnde Finanzierung der Schulen unserer Kinder beklagen.<\/p><p>Oder die &Auml;rzte, denen man nicht zuh&ouml;rt, wenn sie davor warnen, dass der National Health Service vor unseren Augen zerbr&ouml;selt, oder wenn sie die Sicherheit ihrer Patienten gef&auml;hrdet sehen.<\/p><p>Labour k&auml;mpft f&uuml;r eine Gesellschaft, in der nicht nur der Lohn gerechter verteilt wird, sondern in der die Regierung, die Kommunen, die Arbeitgeber den Menschen besser zuh&ouml;ren.<\/p><p>Vor zwei Jahren habe ich euch versprochen, dass wir Politik anders machen w&uuml;rden. Das war nicht immer einfach. Es gibt nicht wenige, denen die alte Politik lieber ist. Aber lasst es mich noch einmal sagen. Wir werden Politik anders machen.<\/p><p>Das entscheidende Wort ist &bdquo;wir&ldquo;.<\/p><p>Nicht nur F&uuml;hrungspolitiker sollen sagen, dass alles anders wird, sondern jede und jeder soll die Gelegenheit haben, unsere Demokratie zu formen. Unsere Rechte als B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger sind so wichtig wie unsere Rechte als Verbraucherinnen und Verbraucher. Macht soll nicht in Westminster und Whitehall monopolisiert, sondern an die Gemeinden &uuml;bertragen werden.<\/p><p>Gehen wir noch einen Schritt weiter: Stellen wir die &ouml;ffentlichen Dienstleistungen in die Verantwortung der Gemeinden. Machen wir die Unternehmen der &Ouml;ffentlichkeit gegen&uuml;ber verantwortlich, uns Politiker wirklich denen gegen&uuml;ber verantwortlich, denen wir dienen. Sorgen wir daf&uuml;r, dass die n&auml;chste Labour-Regierung Gro&szlig;britannien ver&auml;ndert, indem sie tats&auml;chlich die Macht in die H&auml;nde des Volkes gibt, die kreativen, mitf&uuml;hlenden und engagierten Menschen in unserem Land.<\/p><p>Im Inland, aber auch im Ausland ist unsere Politik gepr&auml;gt von unserem Mitgef&uuml;hl und unserer Solidarit&auml;t mit Menschen.<\/p><p>Darunter sind diejenigen, die gerade die Sch&auml;den der Hurrikane in der Karibik beseitigen, der &Uuml;berschwemmungen in S&uuml;dasien und Texas, der Erdbeben in Mexiko. Unsere gegenseitige Abh&auml;ngigkeit auf diesem Planeten kann offensichtlicher gar nicht sein.<\/p><p>Insbesondere die Umweltkrise erfordert eine gemeinsame globale Reaktion. Deshalb ist die Drohung Pr&auml;sident Trumps, sich aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zur&uuml;ckzuziehen, auch so besorgniserregend. Es besteht kein Widerspruch zwischen dem Einhalten unserer Klimaschutzverpflichtungen und der Investition in den Aufbau einer starken Wirtschaft auf der Grundlage hochentwickelter Branchen.<\/p><p>Tats&auml;chlich ist das Gegenteil der Fall. Der Kampf gegen den Klimawandel kurbelt Investitionen in gr&uuml;ne Branchen und Zukunftsjobs kr&auml;ftig an, solange dieser Prozess als Teil eines nachhaltigen &Uuml;bergangs staatlich begleitet wird.<\/p><p>Tragischerweise wissen wir, dass auch der Terrorismus keine Grenzen kennt.<\/p><p>Allein in diesem Jahr haben wir in Gro&szlig;britannien f&uuml;nf schockierende Beispiele erlebt. Zwei ereigneten sich w&auml;hrend des Wahlkampfes, einer in meinem eigenen Wahlkreis. Andy Burnham und Sadiq Khan &ndash; die B&uuml;rgermeister von Manchester und London &ndash; trugen beide entscheidend dazu bei, dass die Menschen nach diesen brutalen Attentaten zusammenhielten.<\/p><p>Angriffe auf unsere Demokratie, auf junge Besucherinnen eines Popkonzerts, auf Menschen, die abends ausgehen, auf Gl&auml;ubige vor einer Moschee, auf Pendler, die zur Arbeit fahren &ndash; all diese Taten sind entsetzliche Verbrechen.<\/p><p>Wir verdammen gemeinsam die Verbrecher und unterst&uuml;tzen die Notfalldienste und Sicherheitsbeh&ouml;rden, die f&uuml;r unsere Sicherheit sorgen.<\/p><p>Doch wir wissen auch, dass der Terrorismus in einer Welt gedeiht, die unsere Regierungen mit geformt haben: gescheiterte Staaten, Milit&auml;rinterventionen und Okkupationen, die Millionen von Menschen zwingen, vor Krieg oder Hunger zu fliehen. Wir m&uuml;ssen das in Zukunft besser machen und statt reflexartiger Bombardierungen langfristige Hilfe leisten, damit Konflikte gel&ouml;st und nicht gesch&uuml;rt werden.<\/p><p>Und wir m&uuml;ssen unsere Werte ins Zentrum unserer Au&szlig;enpolitik stellen. Demokratie und Menschenrechte sind keine freiwillige Zugabe, die im Einzelfall gew&auml;hrt wird. Deshalb d&uuml;rfen wir zu dem grausamen saudischen Krieg im Jemen nicht schweigen, w&auml;hrend wir weiter Waffen an Saudi-Arabien liefern, oder zur Niederschlagung der Demokratie in &Auml;gypten und Bahrain oder zu dem tragischen Verlust an Menschenleben im Kongo.<\/p><p>Und ich sage heute zu Aung San Suu Kyi, einer Verfechterin der Demokratie und der Menschenrechte: Beenden Sie jetzt die Gewalt gegen die Rohingya in Myanmar und gew&auml;hren Sie der UN und internationalen Hilfsorganisationen Zutritt zum Rakhaing-Staat. Die Rohingya leiden schon zu lange!<\/p><p>Wir m&uuml;ssen unbeirrt friedliche L&ouml;sungen f&uuml;r internationale Krisen verfolgen.<\/p><p>Lasst uns leisere T&ouml;ne anschlagen, Dialog und Verhandlungen st&auml;rken, um die zutiefst gef&auml;hrliche Konfrontation um die Koreanische Halbinsel herunterzufahren. Ich appelliere an den UN-Generalsekret&auml;r Antonio Guterres, mit der vollen Macht seines Amtes in Washington und Pj&ouml;ngjang den notwendigen Dialogprozess in Gang zu setzen.<\/p><p>Und lasst uns alles daransetzen, die Unterdr&uuml;ckung des pal&auml;stinensischen Volkes, die f&uuml;nfzigj&auml;hrige Besatzung und den illegalen Ausbau der Siedlungen zu beenden und eine echte Zweitstaatenl&ouml;sung f&uuml;r den israelisch-pal&auml;stinensischen Konflikt herbeizuf&uuml;hren.<\/p><p>Die Stimme Gro&szlig;britanniens muss in der Welt unabh&auml;ngig geh&ouml;rt werden.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen ein aufrichtiger Freund der Vereinigten Staaten sein, heute mehr denn je.<\/p><p>Den gemeinsamen Werten wird nicht gerecht, wer Mauern baut, Immigranten aufgrund ihrer Religion nicht ins Land l&auml;sst, den Planeten verseucht oder Rassismus f&ouml;rdert. Und lasst es mich offen sagen: Die Rede des US-Pr&auml;sidenten vor den Vereinten Nationen letzte Woche war zutiefst beunruhigend. Er drohte mit Krieg und sprach davon, internationale Vereinbarungen zu zerrei&szlig;en. Bar jeder Sorge um Menschenrechte oder universelle Werte war das nicht die Rede eines globalen F&uuml;hrungspolitikers. Unsere Regierung hat eine Verantwortung. Sie darf diesen Kurs nicht widerspruchslos mitgehen. Wenn unsere besondere Beziehung irgendeine Bedeutung hat, dann, dass wir Washington mitteilen: Das ist der falsche Weg.<\/p><p>Ganz sicher ist das notwendig im Falle Bombardier, in dem nun Tausende von Arbeitspl&auml;tzen auf dem Spiel stehen. Eine Premierministerin, die unsere wirtschaftliche Zukunft verwettet, indem sie auf ein dereguliertes Handelsabkommen mit den USA setzt, soll doch bitte erst einmal erkl&auml;ren, wie Z&ouml;lle von 220 Prozent unsere Exporte steigern sollen.<\/p><p>Sorgen wir also daf&uuml;r, dass Gro&szlig;britannien die Stimme laut und vernehmlich f&uuml;r Frieden, Gerechtigkeit und Kooperation erhebt.<\/p><p>Liebe Genossinnen und Genossen, oft wird gesagt, dass Wahlen nur von der Mitte her zu gewinnen sind.<\/p><p>Und gewisserma&szlig;en ist das auch nicht falsch &ndash; solange klar ist, dass das politische Gravitationszentrum nicht fix oder unbeweglich und auch nicht dort verortet ist, wo die Experten des Establishments es vermuten.<\/p><p>Es verlagert sich mit den Erwartungen der Menschen, mit den Ver&auml;nderungen, die sie erleben, und dem politischen Raum, der sich &ouml;ffnet. Die Mitte von heute ist sicherlich nicht dort, wo sie sich vor zwanzig oder drei&szlig;ig Jahren befand.<\/p><p>Aus der gro&szlig;en Wirtschaftskrise und den Jahren der Sparpolitik, in denen die Menschen eine politische Stimme fanden, um ihren Hoffnungen auf etwas anderes und Besseres Ausdruck zu verleihen, entsteht ein neuer Konsens.<\/p><p>2017 k&ouml;nnte das Jahr sein, in dem die Politik endlich angemessen auf die Krise von 2008 reagiert &ndash; weil wir den Menschen eine klare Alternative anbieten.<\/p><p>F&uuml;r die Schwerpunkte, die wir im Wahlkampf gesetzt haben, m&uuml;ssen wir einen noch breiteren Konsens schaffen, m&uuml;ssen f&uuml;r Mitgef&uuml;hl wie auch f&uuml;r gemeinsame Ziele werben. Das ist das wahre Gravitationszentrum der britischen Politik.<\/p><p>Wir sind jetzt der politische Mainstream.<\/p><p>Unser Wahlprogramm und unsere politischen Ziele sind so popul&auml;r, weil die meisten Menschen in unserem Land genau das tats&auml;chlich wollen und nicht das, von dem man ihnen einredet, dass sie es wollten. Deshalb hat unsere Partei mittlerweile doppelt so viele Mitglieder wie alle anderen Parteien zusammen.<\/p><p>Liebe Genossinnen und Genossen, wir haben den Status quo hinter uns gelassen, aber nun m&uuml;ssen wir beweisen, dass der angestrebte Wandel glaubhaft und wirkungsvoll ist. Wir haben unsere Spaltungen hinter uns gelassen. Aber nun m&uuml;ssen wir unsere Einheit in die Praxis umsetzen.  Wir wissen, dass wir bereit sind f&uuml;r den Wahlkampf. Aber wir m&uuml;ssen auch bereit sein, die Regierung zu &uuml;bernehmen. Unsere Kompetenz muss unseren Zielen entsprechen.<\/p><p>Im Wahlkampf bin ich in allen Teilen unseres Landes Menschen begegnet, habe ihnen zugeh&ouml;rt. Notleidende Alleinerziehende, junge Leute, die durch ihre Chancenlosigkeit ausgebremst werden. Rentner, die beunruhigt sind wegen der Gesundheits- und Sozialf&uuml;rsorge, Beamte, die sich abm&uuml;hen, den &ouml;ffentlichen Dienst zusammenzuhalten. Leute mit niedrigem und mittlerem Einkommen, Selbstst&auml;ndige und Angestellte, die unter Unsicherheit und sinkendem Lebensstandard leiden. Aber sie alle haben die Hoffnung, dass sich etwas &auml;ndern k&ouml;nnte und Labour etwas bewirkt. Viele hatten vorher noch nie oder jahrelang nicht gew&auml;hlt. Doch sie haben ihr Vertrauen in unsere Partei gesetzt. Wir haben ihnen ein Gegenmittel zu Apathie und Verzweiflung angeboten.<\/p><p>Alle sollen wissen: Wir lassen euch nicht im Stich. Denn wir h&ouml;ren euch zu, denn wir glauben an euch.<\/p><p>Labour kann und wird ein Gro&szlig;britannien f&uuml;r die Vielen schaffen, nicht f&uuml;r die Wenigen.<\/p><p>Danke.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170929_c01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Die britische Labour Party gilt mit ihrem progressiven Vorsitzenden <strong>Jeremy Corbyn<\/strong> als eines der m&ouml;glichen Vorbilder f&uuml;r eine Neuausrichtung der deutschen Sozialdemokraten. Die NachDenkSeiten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40303\">berichteten ausf&uuml;hrlich dar&uuml;ber<\/a>. Da in den deutschen Medien ja nur selten und dabei fast nie fair &uuml;ber Corbyn berichtet<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40357\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,20,189,146,30],"tags":[423,1843,1561,284,2013,704,469,1494,2052,1544,217,1711,1560,319,1940,1973,835,1141,547,1164,421,288,278,234,2103,1800,687,2131,335,1744,1386],"class_list":["post-40357","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-landerberichte","category-parteien-und-verbaende","category-soziale-gerechtigkeit","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-austeritaetspolitik","tag-brexit","tag-corbyn-jeremy","tag-deregulierung","tag-entspannungspolitik","tag-gesundheitsreform","tag-grossbritannien","tag-infrastruktur","tag-investitionen","tag-kampagnenjournalismus","tag-kinderarmut","tag-klimaabkommen","tag-labour-party","tag-lohnentwicklung","tag-may-theresa","tag-monopolisierung","tag-nationalismus","tag-obdachlosigkeit","tag-parteitag","tag-pflegekraefte","tag-polizei","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-steuersenkungen","tag-studiengebuehren","tag-tories","tag-trump-donald","tag-ungleichheit","tag-unternehmenssozialisierung","tag-wasserversorgung","tag-weiterbildung","tag-wissenschaftlich-technischer-fortschritt"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40357"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40357\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40363,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40357\/revisions\/40363"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}