{"id":40359,"date":"2017-09-29T08:32:10","date_gmt":"2017-09-29T06:32:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359"},"modified":"2017-09-29T08:32:10","modified_gmt":"2017-09-29T06:32:10","slug":"hinweise-des-tages-2970","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h01\">N&uuml;tzlicher Idiot<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h02\">Die Wirtschaftsmaschine l&auml;uft hei&szlig;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h03\">Chancengleichheit: Die niederschmetternde Armut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h04\">Verm&ouml;gen: Auf die Rente kommt es an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h05\">&Ouml;ffentlicher Dienst &ndash; Deutschland wird kaputt gespart<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h06\">Bundeswehr zahlt kr&auml;ftig f&uuml;r Leopard-Panzer-Update<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h07\">Kurze Verl&auml;ngerung von Einsatz-Mandaten geplant &ndash; aber nicht auf die Schnelle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h08\">Der Islam auf dem Balkan: &ldquo;Hier wird eine Art ideologischer Krieg ausgetragen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h09\">Flucht aus dem spanischen Staat &ndash; ein Symptom f&uuml;r den Zustand der Europ&auml;ischen Union<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h10\">Kanzlerin kann nur eine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h11\">SPD unter Martin Schulz: M&uuml;ntefering kritisiert Trennung von Partei- und Fraktionsf&uuml;hrung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h12\">Oppermann und die theoretische Groko<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h13\">Die Wahl in absoluten Zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40359#h14\">Das Letzte: Kommt nun die Rente mit 72?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>N&uuml;tzlicher Idiot<\/strong><br>\nOskar Lafontaine greift die Fl&uuml;chtlingspolitik seiner Parteispitze an. Damit stellt er das Existenzprinzip einer linken Partei in Frage.<br>\nZun&auml;chst einmal argumentiert Lafontaine inhuman, wenn er Menschen nicht dort helfen mag, wo sie akut in Not sind, sondern auf die abstrakte M&ouml;glichkeit der Hilfe in den Herkunftsl&auml;ndern verweist. Niemand wird die Notwendigkeit bestreiten wollen, &bdquo;Hunger und Krankheit in den Armutsgebieten zu bek&auml;mpfen&ldquo;. Aber was genau h&auml;tte ein Minister oder Kanzler Lafontaine denn 2015 den in Ungarn und Serbien Gestrandeten sagen wollen? Dass sie leider am falschen Ort Hunger und Krankheit litten und deshalb auf Unterst&uuml;tzung aus Deutschland verzichten m&uuml;ssten?<br>\nDes weiteren spricht Lafontaine voll taktischem Kalk&uuml;l mit vollster Absicht Ressentiments an, die letztlich rein populistische Stimmungsmache sind und im Kern Rassismus und Xenophobie bedienen. Die Mieten steigen, die Schulen werden schlechter, es sind gar nicht die Bed&uuml;rftigsten, die da kommen, schlie&szlig;lich k&ouml;nnten die sich gar keine Schlepper leisten. Der Verweis auf Kriminalit&auml;t und Terrorismus fehlt, ist aber, soviel darf wohl unterstellt werden, als m&ouml;gliche Assoziation beim Publikum billigend in Kauf genommen. Glaubt Lafontaine tats&auml;chlich, dass die Schulen besser w&uuml;rden und die Mieten s&auml;nken, wenn nur die Fl&uuml;chtlinge nicht ins Land k&auml;men?<br>\nNat&uuml;rlich glaubt er das nicht. Er glaubt, dass mit dieser Rhetorik W&auml;hlerschichten f&uuml;r die Linke (zur&uuml;ck)erobert werden k&ouml;nnten, die sonst unwiederbringlich an rechte Parteien verloren gehen w&uuml;rden. W&auml;hlerInnen sollen gewonnen werden, indem man ihre niedrigsten Instinkte anspricht, erkl&auml;rterma&szlig;en den nationalen Ausschluss anstrebt und Solidarit&auml;t als rein nationales Projekt anonnciert.<br>\nWenn Lafontaines Analyse nun aber richtig ist, dass eine gro&szlig;er Teil der potentiellen W&auml;hlerInnen der Linkspartei derzeit nur &uuml;ber nationalistische und (proto)rassistische Ansprache erreichbar sein kann, dann ist sein Anbiedern an diese Verh&auml;ltnisse im besten Falle Faulheit, im schlechtesten eine politische Bankrotterkl&auml;rung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Lafontaines-Populismus\/!5450784\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man m&uuml;sste eine neue Kategorie er&ouml;ffnen: Die Idiotie der Woche. Das linksliberale Juste Milieu ist noch bl&ouml;der (und arroganter) als gedacht. Mit der Desavouierung der Linken erledigt sie letztendlich <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article169073617\/Ohne-Zuwanderung-ist-Deutschlands-Staerke-in-Gefahr.html\">das Gesch&auml;ft<\/a> der herrschenden Eliten. Der Titel &ldquo;N&uuml;tzlicher Idiot&rdquo; ist an Infamie nicht zu &uuml;berbieten und das Niveau der taz inzwischen nicht mehr zu unterbieten. Aber Hauptsache man kann sich in seiner eigenen, vermeintlich moralischen &Uuml;berlegenheit suhlen. Einen L&ouml;sungsvorschlag sucht man in diesem diffamierenden, vor Unterstellungen und Denunziationen strotzenden Erguss vergebens. Noch Fragen weshalb die AfD nun im Bundestag sitzt?<\/em><br>\n<em>Man sollte sich an dieser Stelle vergegenw&auml;rtigen, was Oskar Lafontaine wirklich gesagt hat:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\n&ldquo;Man darf die Lasten der Zuwanderung &uuml;ber versch&auml;rfte Konkurrenz im Niedriglohnsektor, steigende Mieten in Stadtteilen mit preiswertem Wohnraum und zunehmende Schwierigkeiten in Schulen mit wachsendem Anteil von Sch&uuml;lern mit mangelnden Sprachkenntnissen nicht vor allem denen aufb&uuml;rden, die ohnehin bereits die Verlierer der steigenden Ungleichheit bei Einkommen und Verm&ouml;gen sind.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Was ist daran nationalistisch, was ist daran rassistisch? Es ist genauso, die Lasten der Integration d&uuml;rfen vornehmlich diejenigen schultern, die selbst in schwierigen sozialen und &ouml;konomischen Verh&auml;ltnissen leben. Dass diese dann, Fl&uuml;chtlinge als Konkurrenz um die entsprechenden Ressourcen betrachten ist einfach gesellschaftliche Realit&auml;t und wo m&ouml;glich so gewollt, denn sonst w&uuml;rde sich die Wut der Menschen gar noch gegen das oberste 1 Prozent richten. Das kann niemand wollen, die taz schon gar nicht. Aber allein mit Denk- und Sprechverboten wird man dem Problem der AfD nie Herr werden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Die Wirtschaftsmaschine l&auml;uft hei&szlig;<\/strong><br>\nDer Aufschwung in Deutschland geht in die n&auml;chste Runde: 1,9 Prozent Wachstum erwarten Regierungsberater f&uuml;r das n&auml;chste Jahr. Aber sie sehen auch &Uuml;berhitzungstendenzen, vor allem in zwei Sektoren.<br>\nDie k&uuml;nftige Bundesregierung kann mit kr&auml;ftigem R&uuml;ckenwind aus der Wirtschaft rechnen: Die f&uuml;hrenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognose f&uuml;r das Wachstum der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr auf 1,9 Prozent angehoben. Das geht nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus der sogenannten Gemeinschaftsdiagnose der f&uuml;nf f&uuml;hrenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute hervor, die an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt wird. &bdquo;Aufschwung weiter kr&auml;ftig &ndash; Anspannungen nehmen zu&ldquo;, lautet der Titel des Herbstgutachtens, das der kommenden Bundesregierung als Basis f&uuml;r ihre eigenen Prognosen dient.<br>\nBeteiligt an dem Gutachten sind das M&uuml;nchner Ifo-Institut, das DIW in Berlin, das RWI in Essen, das Kieler IfW und das IWH in Halle. Bislang waren die Konjunkturfachleute von einem Zuwachs in diesem Jahr um 1,5 Prozent ausgegangen. Ihre Prognose f&uuml;r 2018 hoben die Berater um 0,2 Punkte auf zwei Prozent an, 2019 d&uuml;rften 1,8 Prozent Wachstum zu Buche stehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/herbstgutachten-1-9-prozent-wachstum-erwartet-15220692.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Diese Wirtschaftsweisen haben immerhin richtig erkannt, dass es noch keine &ldquo;Hochkonjunktur wie in fr&uuml;heren Aufschwungphasen [gibt], daf&uuml;r seien die Lohn- und Preissteigerungen zu schwach&rdquo; &ndash; daf&uuml;r ein gro&szlig;es Kompliment. Bei einer Inflationsrate von 1,5 Prozent und Nominallohnsteigerungen unter 2 Prozent, das kann allerdings jeder erkennen. Trotz fehlender Hochkonjunktur und inmitten von Massenarbeitslosigkeit, Unterbezahlung und prek&auml;rer Besch&auml;ftigung &ldquo;&Uuml;berhitzungstendenzen&rdquo; zu sehen und vor einem &ldquo;Hei&szlig;laufen der Wirtschaft&rdquo; zu warnen, das ist aber fortgeschrittene Alchemie, echter Irrsinn, f&uuml;r den man wohl Wirtschaftsweiser sein muss.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Wachstum muss endlich zu guten Jobs f&uuml;hren<\/strong><br>\n&bdquo;Die Wirtschaft w&auml;chst, aber ein Gro&szlig;teil der Besch&auml;ftigten hat nichts davon. Nie war die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland so hoch. Jeder f&uuml;nfte Besch&auml;ftigte arbeitet f&uuml;r einen Niedriglohn von weniger als zehn Euro in der Stunde, in Ostdeutschland sogar jeder dritte. Immer mehr Arbeitsvertr&auml;ge sind nur befristet, jeder zweite neue Arbeitnehmer bekam im letzten Jahr nur einen befristeten Job. Wann begreift Kanzlerin Merkel endlich, dass der Niedriglohnsektor einged&auml;mmt und die vielen unsicheren Jobs durch ordentliche Regeln am Arbeitsmarkt in gute Arbeitspl&auml;tze verwandelt werden m&uuml;ssen, damit alle Menschen gut und gerne in Deutschland leben k&ouml;nnen&ldquo;, kommentiert Sahra Wagenknecht die aktuelle Konjunkturprognose, die von einem Wachstum in H&ouml;he von zwei Prozent im n&auml;chsten Jahr ausgeht. Die Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE weiter:<br>\n&bdquo;Auch im neuen Bundestag wird der Kampf f&uuml;r sichere und gut bezahlte Arbeitspl&auml;tze unser Schwerpunkt sein. Der Mindestlohn muss auf zw&ouml;lf Euro die Stunde angehoben und die Allgemeinverbindlicherkl&auml;rung von Tarifvertr&auml;gen erleichtert werden. Es darf keine sachgrundlosen Befristungen und kein Lohndumping &uuml;ber Leiharbeit oder Werkvertr&auml;ge mehr geben. Anstelle von Hartz IV muss es wieder eine anst&auml;ndige Arbeitslosenversicherung geben, die bei Jobverlust tr&auml;gt &ndash; auch langfristig.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/wachstum-muss-endlich-zu-guten-jobs-fuehren\/\">die Linke im Bundestag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Chancengleichheit: Die niederschmetternde Armut<\/strong><br>\nDas Armutsrisiko ist in Deutschland so hoch wie nie. CDU, CSU und SPD konnten weder die Kinderarmut bek&auml;mpfen noch einen Anstieg der Altersarmut verhindern. Was die Politik nun tun kann. Der Gastbeitrag von Christoph Butterwegge.<br>\nRund 13 Millionen Menschen in Deutschland gelten nach den Kriterien der Europ&auml;ischen Union als von Armut betroffen oder bedroht, weil sie weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Haushaltsnettoeinkommens zur Verf&uuml;gung haben. Mit 15,7 Prozent ist die Armutsrisikoquote so hoch wie noch nie seit 1990.<br>\nBesonders stark betroffen sind Erwerbslose, Alleinerziehende und Familien mit Migrationshintergrund, aber auch junge und alte Menschen: Knapp 2,7 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland lebten 2016 unterhalb der EU-offiziellen Armutsrisikogrenze. Etwa genauso hoch ist die Zahl der Armutsbetroffenen und -gef&auml;hrdeten im Alter von &uuml;ber 64 Jahren.<br>\nTrotzdem blieb die Armutsbek&auml;mpfung im Bundestagswahlkampf ein blinder Fleck, wie sozialpolitische Themen &uuml;berhaupt nur eine Nebenrolle spielten. Umso energischer muss die neue Bundesregierung der sich vertiefenden Kluft zwischen Arm und Reich entgegenwirken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/politik\/meinung\/gastbeitraege\/chancengleichheit-die-niederschmetternde-armut-a-1358973\">FR Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Verm&ouml;gen: Auf die Rente kommt es an<\/strong><br>\nH&auml;ufig wird in der deutschen Gerechtigkeitsdebatte auf die relativ hohe Verm&ouml;gensungleichheit verwiesen. Wie ein internationaler Vergleich zeigt, ist diese Ungleichheit allerdings nichts Ungew&ouml;hnliches: Sie ist meist dort besonders hoch, wo der Staat &uuml;ber ausgepr&auml;gte Sicherungssysteme verf&uuml;gt &ndash; wie in der Bundesrepublik.<br>\n&bdquo;In kaum einem Land der Eurozone sind die Verm&ouml;gen so ungleich verteilt wie in Deutschland&ldquo; &ndash; dieser Befund klingt alarmierend und wird h&auml;ufig als Argument f&uuml;r die Wiedereinf&uuml;hrung einer Verm&ouml;genssteuer genutzt.<br>\nDoch Befragungsdaten zur Verm&ouml;gensverteilung liefern ein verzerrtes Bild &ndash; und zwar nicht nur, weil Milliard&auml;re in den Erhebungen nicht auftauchen: Es ist davon auszugehen, dass viele Verm&ouml;gensbest&auml;nde nicht korrekt erfasst werden. In Befragungen gibt beispielsweise weniger als die H&auml;lfte der deutschen Haushalte an, Verm&ouml;gen in Form von Versicherungen zu besitzen. Hochgerechnet entspricht das allerdings nur rund einem Drittel der gesamten Verm&ouml;genssumme in Versicherungen, die bei der Deutschen Bundesbank erfasst sind [&hellip;]<br>\nSo besa&szlig;en laut vergleichender Befragung der Europ&auml;ischen Zentralbank im Jahr 2014 die verm&ouml;gens&auml;rmeren 40 Prozent in Deutschland nur 1,4 Prozent aller Verm&ouml;gen. In der Slowakei dagegen kam die gleiche Bev&ouml;lkerungsgruppe auf einen Verm&ouml;gensanteil von 11,7 Prozent. Eine Erkl&auml;rung hierf&uuml;r liefern die Ergebnisse des europ&auml;ischen Mikrosimulationsmodells EUROMOD: Die verf&uuml;gbaren Einkommen der einkommens&auml;rmsten 10 Prozent in Deutschland bestanden im Jahr 2015 zu &uuml;ber 78 Prozent aus staatlichen Transfers, in der Slowakei lag dieser Anteil bei nur 56 Prozent. [&hellip;]<br>\nDurch diese Absicherung fehlen im unteren Einkommensbereich die Anreize, Verm&ouml;gen aufzubauen &ndash; und entsprechend niedrig ist der Verm&ouml;gensanteil. Gleichzeitig muss die Mittelschicht in Deutschland verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig hohe Steuern und Abgaben zahlen, um die soziale Absicherung zu finanzieren. Das erschwert ihr die zus&auml;tzliche Verm&ouml;gensbildung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.iwd.de\/artikel\/vermoegen-auf-die-rente-kommt-es-an-361299\/\">iwd.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers C.S.:<\/strong> Zahlendreherei in Perfektion. Die sozialen Transferzahlungen verhindern also bei den einkomensschwachen Bev&ouml;lkerungsgruppen die Verm&ouml;gensbildung. Dass soziale Leistungen &uuml;berhaupt erst n&ouml;tig sind, weil das verf&uuml;gbare Einkommen noch nicht mal f&uuml;r den Lebensunterhalt ausreicht, geschweige denn zur Verm&ouml;gensbildung, wird mal eben ignoriert. Nach Logik des IW K&ouml;ln also Transfers streichen, dann bestehen auch ausreichend Anreize, Verm&ouml;gen zu bilden. Auch interessant: zun&auml;chst werden Befragungsdaten zur Verm&ouml;gensverteilung als verzerrend eingestuft &ndash; um dann aber mit eben solchen die eigene Argumentationslinie zu untermauern. Mehr &ldquo;Verdreherei&rdquo; geht kaum!<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Nachwuchs im Club der Million&auml;re<\/strong><br>\nDie meisten Million&auml;re leben in den USA, gefolgt von Japan. Auf Platz Drei landet Deutschland. Fast 1,3 Millionen Einwohner der Bundesrepublik d&uuml;rfen sich Million&auml;r nennen. Allerdings befindet sich China auf Aufholjagd: Hier schaffen es 1,13 Millionen Menschen in die Verm&ouml;genskategorie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/vermoegen-millionaere-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&Ouml;ffentlicher Dienst &ndash; Deutschland wird kaputt gespart<\/strong><br>\nIm &Ouml;ffentlichen Dienst wurde in den vergangenen Jahren so viel gek&uuml;rzt und gestrichen, dass er an vielen Stellen seine Aufgaben nicht mehr vern&uuml;nftig erf&uuml;llen kann. Das schadet den B&uuml;rgern und kostet langfristig viel Geld. [&hellip;]<br>\nOb in Schulen, bei der Polizei, in der Verwaltung oder in Kinderg&auml;rten, der &Ouml;ffentliche Dienst wurde kaputtgespart, sagt Dieter Vesper, der dazu eine umfangreiche Studie erstellt  hat: &ldquo;Deutschland liegt im Bildungsbereich doch ziemlich weit hinten. Ebenso im Bereich der fr&uuml;hkindlichen Erziehung, also das, was in Kindertagesst&auml;tten und Kinderg&auml;rten an Erziehungsma&szlig;nahmen stattfindet. Da sind die skandinavischen L&auml;nder weit vorne. Deutschland hat hier zwar in den letzten Jahren aufgeholt, aber die Situation ist noch immer unbefriedigend.&rdquo;<br>\nAllein in Schulen, Krippen und Kinderg&auml;rten fehlen nach dieser Studie aktuell 52.000 Fachkr&auml;fte. Viel besser ist die Versorgung in den Niederlanden. Dort werden pro Jahr und Sch&uuml;ler sieben Prozent mehr investiert als in Deutschland. In &Ouml;sterreich sind es 17 Prozent, in D&auml;nemark sogar 20 Prozent mehr als bei uns.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/wirtschaft-boerse\/plusminus\/sendung\/sendung-vom-27-09-2017-oeffentlicher-dienst-100.html\">plusminus<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Bundeswehr zahlt kr&auml;ftig f&uuml;r Leopard-Panzer-Update<\/strong><br>\nDer R&uuml;stungs- und Automobilkonzern Rheinmetall hat einen 118-Millionen-Euro-Gro&szlig;auftrag f&uuml;r die Modernisierung von Leopard-Kampfpanzern der Bundeswehr bekommen. Dabei w&uuml;rden insgesamt 104 Leopard-2-Panzer im Kampfwert gesteigert, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Ein Teil der Panzer erhielten neue Kanonen. Au&szlig;erdem w&uuml;rden die Panzer f&uuml;r die Verwendung von programmierbarer Munition umger&uuml;stet. Hinzu k&auml;men Verbesserungen am Feuerleitrechner und ein neues W&auml;rmebildger&auml;t. Die ersten umger&uuml;steten Panzer sollten ab 2020 an die Bundeswehr ausgeliefert werden, k&uuml;ndigte Rheinmetall an.<br>\nDer D&uuml;sseldorfer Konzern hat erst in j&uuml;ngster Zeit mehrere gro&szlig;e R&uuml;stungsauftr&auml;ge von der Bundeswehr bekommen &ndash; unter anderem einen 900-Millionen-Euro-Auftrag f&uuml;r knapp 2300 Lastwagen und einen gr&ouml;&szlig;eren Munitionsauftrag.<br>\nWeltweit w&auml;chst derzeit die Nachfrage nach Waffen und Munition. In den n&auml;chsten f&uuml;nf Jahren rechnet Rheinmetall durchschnittlich mit zweistelligen Wachstumsraten in der R&uuml;stungssparte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/rheinmetall-bundeswehr-zahlt-kraeftig-fuer-leopard-panzer-update\/20385114.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40315#h11\">R&uuml;stung: Industrie erwartet steigende Etats<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Kurze Verl&auml;ngerung von Einsatz-Mandaten geplant &ndash; aber nicht auf die Schnelle<\/strong><br>\nAngesichts der absehbar komplizierten und vermutlich langwierigen Bildung einer neuen Regierungskoalition plant die Bundesregierung, zum Jahresende und im Januar auslaufende Bundestagsmandate f&uuml;r Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr kurzfristig vom Parlament verl&auml;ngern zu lassen. Dabei geht es vor allem um die gr&ouml;&szlig;ten und au&szlig;enpolitisch wichtigsten Missionen wie den Einsatz in Afghanistan, die Beteiligung am Kampf gegen ISIS und den Einsatz in der Blauhelm-Mission MINUSMA in Mali.<br>\nUnklar ist bislang, ob daf&uuml;r ein vereinfachtes Verfahren gew&auml;hlt werden soll, oder ob der neue Bundestag nach seiner Konstiuierung am 24. Oktober wie &uuml;blich mit einer Abstimmung die Mandate f&uuml;r einige Monate verl&auml;ngern soll. Eine vereinfachte Verl&auml;ngerung w&auml;re nach dem Parlamentsbeteiligungsgesetz m&ouml;glich, das zwar die Entscheidung des Bundestages &uuml;ber die Eins&auml;tze der Bundeswehr vorschreibt, bei einer Verl&auml;ngerung von Zustimmungsbeschl&uuml;ssen ohne inhaltliche &Auml;nderung aber ein vereinfachtes Verfahren vorsieht. Allerdings ist daf&uuml;r die Bereitschaft aller Bundestagsfraktionen erforderlich &ndash; und wenig &uuml;berraschend zeichnet sich bei der Linkspartei bereits Widerstand gegen dieses Vorgehen ab. Deshalb d&uuml;rfte es auf eine neue Abstimmung im Parlament hinauslaufen.<br>\n&Uuml;ber die Planungen der Bundesregierung hatte zuerst Spiegel Online berichtet. Konkret geht es darum, dass die Bundesregierung dem im Oktober neu konstituierten Bundestag vorschlagen will, diese Eins&auml;tze ohne inhaltliche &Auml;nderung bis zum M&auml;rz kommenden Jahres zu verl&auml;ngern, um dann nach Koalitions- und Regierungsbildung erneut die Mandate im Bundestag debattieren zu k&ouml;nnen: (&hellip;)<br>\nMit anderen Worten: Jede Fraktion kann dieses Vorgehen blockieren. (&hellip;)<br>\nEs gibt bislang keinen Beschluss der Bundesregierung dazu, sagt das Verteidigungsministerium. Und sp&auml;testens nach dieser Erkl&auml;rung Neus ist klar, dass es wohl kein vereinfachtes Verfahren geben wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/augengeradeaus.net\/2017\/09\/kurze-verlaengerung-von-einsatz-mandaten-geplant-aber-nicht-auf-die-schnelle\/\">Augen geradeaus!<\/a>\n<p><strong>dazu: Bundesregierung will Parlamentsbeteiligung aushebeln<\/strong><br>\n&bdquo;Dass die Bundesregierung mit fadenscheinigen Argumenten versucht, die Verl&auml;ngerung der beiden Auslandseins&auml;tze ohne das vorgeschriebene Votum des Bundestages vorzunehmen, ist an Dreistigkeit kaum zu &uuml;berbieten. Es ist der plumpe Versuch, das Parlamentsbeteiligungsgesetz auszuhebeln, das Merkel &amp; Co. schon lange ein Dorn im Auge ist&ldquo;, erkl&auml;rt Alexander S. Neu, Obmann der Fraktion DIE LINKE im Verteidigungsausschuss, anl&auml;sslich des Beschlusses der noch amtierenden Bundesregierung, die Ende Dezember auslaufenden Mandate f&uuml;r den Afghanistan- und den Anti-IS-Einsatz bis Ende M&auml;rz zu verl&auml;ngern ohne den Bundestag dar&uuml;ber entscheiden zu lassen. Neu weiter:<br>\n&bdquo;DIE LINKE kritisiert dieses Vorhaben massiv. Die derzeitige Bundesregierung bleibt bis zur Vereidigung der neuen Regierung gesch&auml;ftsf&uuml;hrend im Amt und der Bundestag w&auml;re ab seiner konstituierenden Sitzung am 24. Oktober entscheidungsf&auml;hig und m&uuml;sste damit auch &uuml;ber Mandatsverl&auml;ngerungen entscheiden. Es kann nicht sein, dass die jetzige Umbruchsituation dazu genutzt wird, das Parlamentsbeteiligungsgesetz zu schleifen und T&uuml;r und Tor f&uuml;r Alleing&auml;nge der Bundesregierung zu nutzen. Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Der Bundestag muss daher in jedem Fall mit Mandatsverl&auml;ngerungen befasst werden, auch wenn es sich nur um drei Monate handelt.<br>\nHinzu kommt, dass es v&ouml;llig unsinnig ist, die beiden Eins&auml;tze &uuml;berhaupt zu verl&auml;ngern. Der Afghanistan-Einsatz ist schon lange gescheitert, und der Anti-IS Einsatz d&uuml;rfte sp&auml;testens Anfang des n&auml;chsten Jahres obsolet sein, da der IS faktisch geschlagen ist.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/neu-alexander.de\/2017\/09\/bundesregierung-will-parlamentsbeteiligung-aushebeln\/\">Alexander Neu<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Der Islam auf dem Balkan: &ldquo;Hier wird eine Art ideologischer Krieg ausgetragen&rdquo;<\/strong><br>\nBosnien war am ehesten das, was man im Westen gern unter einem europ&auml;ischen Islam verstanden haben wollte &ndash; friedlich, liberal, nicht auf staatliche Macht bedacht. Doch bei Muslimen auf dem Balkan stehen sich zunehmend gem&auml;&szlig;igte und fanatische Gl&auml;ubige gegen&uuml;ber, darunter radikale Salafisten.<br>\nKairo? Mekka? Nein, Skopje. F&uuml;r Touristen sind die Kl&auml;nge aus der kleinen Murat-Pascha-Moschee im Herzen der Altstadt nicht ohne Reiz. F&uuml;r die Anwohner dagegen ist die exotische Dauerbeschallung eher ein &Auml;rgernis &ndash; ebenso wie die M&auml;nner mit den langen B&auml;rten und den zu kurzen Hosen, die hier, belagert von bettelnden Kindern, zum Gebet kommen.<br>\nDas Basarviertel von Skopje sei muslimisch, kann man im Reisef&uuml;hrer lesen, muslimisch wie gut 25 Prozent der Bev&ouml;lkerung Mazedoniens, dazu halb Bosnien-Herzegowina, zwei Drittel Albaniens, der Norden Montenegros ebenso wie der &auml;u&szlig;erste S&uuml;den und S&uuml;dwesten Serbiens.<br>\nWas das aber konkret hei&szlig;t, muslimisch zu sein, ist immer weniger klar. Einfacher Volksglaube mit seinen alten Gebr&auml;uchen, ein gleichg&uuml;ltiger Alltagsislam, an den man sich, &auml;hnlich wie es westliche Taufscheinchristen tun, nur zu hohen Familienfesten erinnert, regelrechte Aversion gegen alles, was nur entfernt mit Islam und Religion zu tun hat, aber auch strenge Askese, eiferndes Predigertum und auch finsterer religi&ouml;ser Hass &ndash; alles das existiert im sogenannten islamischen Teil des Balkan neben einander.<br>\n&ldquo;Zun&auml;chst einmal gibt es in der Tat aufgrund der Gesamtsituation ein g&uuml;nstiges Klima f&uuml;r die Ausbreitung von radikalen Bewegungen und radikalen Ideologien egal welcher Natur &ndash; oder s&auml;kular-nationalistischer Ideologien, die sowieso sehr stark pr&auml;sent sind im Balkanraum.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/der-islam-auf-dem-balkan-hier-wird-eine-art-ideologischer.724.de.html?dram:article_id=396904\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Flucht aus dem spanischen Staat &ndash; ein Symptom f&uuml;r den Zustand der Europ&auml;ischen Union<\/strong><br>\nWenn die W&auml;hler*innen Kataloniens am 1. Oktober zur Urne gehen, steht mehr auf dem Spiel als die Unabh&auml;ngigkeit. Es geht auch um die Zukunft des spanischen Staates. Und zugleich ist das Referendum m&ouml;glicherweise ein Pr&auml;zedenzfall f&uuml;r den inneren Zerfall der Europ&auml;ischen Union&hellip;<br>\nEs geht jedoch keineswegs nur um eine Angelegenheit zwischen Katalonien und dem spanischen Staat, sondern um Prozesse, wie wir sie vielerorts in Europa erleben. Zum einen geht es um Unabh&auml;ngigkeitsbestrebungen wie in Belgien oder Italien, nat&uuml;rlich in Schottland, dem letzten Ort eines Referendums &uuml;ber die Unabh&auml;ngigkeit. Zum anderen geht es um einen Versuch des Bruchs mit den strangulierenden K&uuml;rzungungsma&szlig;nahmen, Arbeitsmarktflexibilisierungen und Privatisierungen, die die europ&auml;ischen Institutionen seit der Krise durchsetzen&hellip;<br>\nDie Abstimmung in Gro&szlig;britannien, sich aus der EU zur&uuml;ckzuziehen, wurde oft auf Rassismus zur&uuml;ckgef&uuml;hrt. Doch auch wenn Ressentiments gegen Migrant*innen beim Brexit eine erhebliche Rolle gespielt haben, so ging doch mehr vor sich. Vieles an der Brexit-Abstimmung war nicht so xenophob, etwa die Ablehnung der gro&szlig;en politischen Parteien, die sich von Bed&uuml;rfnissen breiter Bev&ouml;lkerungsteile, nicht nur in den deindustrialisierten Regionen, weit entfernt hatten. Die Ablehnung betraf v.a. die politischen Ma&szlig;nahmen, die der ehemalige Premierminister Tony Blair und seine New Labour veranlassten, die ihre Verbindungen mit der Gewerkschaftsbewegung &uuml;ber Bord warfen und sich in eine neoliberale Politik des Freihandels und der Globalisierung einkauften. Viele der Brexit-W&auml;hler*innen vollzogen denn auch wenige Monate sp&auml;ter eine Kehrtwende und st&uuml;tzten die glaubw&uuml;rdig vertretene linke Programmatik des neuen Labour-Vorsitzenden Jeremy Corbyn. Als ihnen die M&ouml;glichkeit gegeben wurde, f&uuml;r ein Ende der Austerit&auml;tspolitik und unentgeltlichen Zugang zur Universit&auml;t, f&uuml;r verbesserten Gesundheitsschutz und Wiederverstaatlichung des Transportwesens, stimmten sie f&uuml;r Labor, und die Xenophobie war einged&auml;mmt&hellip;<br>\nDie Europ&auml;ische Union befindet sich in einer hausgemachten Krise. Indem sie ihre Mitgliedsstaaten daran hinderte, selbst bestimmte und unterschiedliche Wege aus der Krise zu suchen und stattdessen autorit&auml;r ihre neoliberale Austerit&auml;tspolitik erzwang, entfesselte sie Zentrifugalkr&auml;fte, die nun drohen, Europa St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck auseinanderzurei&szlig;en. Die &ouml;stlichen Mitglieder der EU haben sich auf einen Weg eingelassen, der im Namen der Stabilit&auml;t die Demokratie erdrosselt. Die s&uuml;dlichen Mitglieder des Blocks ringen darum, sich aus der Depression in Folge der Austerit&auml;t herauszuk&auml;mpfen. Sogar EU-Mitglieder mit starker Wirtschaft wie Deutschland und Frankreich versuchen mit M&uuml;he, die Sehnsucht ihrer Bev&ouml;lkerungen nach einem besseren Lebensstandard zu deckeln. Gro&szlig;britannien geht. Das katalanische Aufbegehren steht f&uuml;r eine Gegenstr&ouml;mung in Europa. Das Ergebnis des Referendums wird wohl &uuml;ber die Grenzen des spanischen Staates hinaus sp&uuml;rbar werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeitschrift-luxemburg.de\/flucht-aus-dem-spanischen-staat-ein-symptom-fuer-den-zustand-der-europaeischen-union\/\">Luxemburg<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Kanzlerin kann nur eine<\/strong><br>\nDer CDU-Spruch &raquo;F&uuml;r ein Deutschland, in dem jeder alles werden kann.&laquo; ist eine glatte L&uuml;ge, meint Roberto J. De Lapuente<br>\nFrau Merkel wird wohl ihr viertes Kabinett einbestellen. Davon ist auszugehen. Drei dieser vier Regierungsauftr&auml;ge hat sie mit dem historisch zweit-, dritt- und f&uuml;nfschlechtesten Ergebnis ihrer Partei bei einer Bundestagswahl eingefahren. Das schlechteste Ergebnis der Union stammt &uuml;brigens aus der Urwahl dieser Republik, aus dem Jahr 1949. So kurz nach dem Krieg gab es noch keine Sperrklausel &ndash; und so landeten zw&ouml;lf Fraktionen im Bundestag. Man kann folglich sagen, dass im Jahr des schlechtesten Wahlergebnisses der Union noch au&szlig;ergew&ouml;hnliche Bedingungen herrschten, womit man berichtigen k&ouml;nnte, dass die Kanzlerin eigentlich mit dem schlechtesten, dem zweit- und den viertschlechtesten Ergebnis der Neuzeit in Serie ging.<br>\nDas muss man ihr lassen. Der letzte, der aus Schei&szlig;situationen mit einem Batzen Gold aus der Sache kam, das war K&ouml;nig Midas von Phrygien. Der litt freilich unter seiner Transformationsgabe, was man bei Frau Angela Midas nun wirklich nicht sagen kann. Da leidet eher ein gro&szlig;er Teil jenes Volkes, auf dessen Gehei&szlig; sie sich immer wieder im Amt best&auml;tigt f&uuml;hlt. Es leidet die soziale Gerechtigkeit, der Sozial- und Rechtsstaat, Rentner, Arbeitslose und Gefl&uuml;chtete. Letztere bem&uuml;ht sie mit Vorliebe immer dann, wenn sie die Humanit&auml;t in den Hosenanzug stecken will, um die Versch&auml;rfung der Asylpolitik und den Deal mit dem t&uuml;rkischen Gr&ouml;&szlig;enwahn ein bisschen zu kaschieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1065198.kanzlerin-kann-nur-eine.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>SPD unter Martin Schulz: M&uuml;ntefering kritisiert Trennung von Partei- und Fraktionsf&uuml;hrung<\/strong><br>\nTrotz katastrophalem Wahlergebnis will Martin Schulz SPD-Vorsitzender bleiben &ndash; doch einer seiner Vorg&auml;nger kritisiert den neuen Chef. [&hellip;]<br>\nNach dem Wahldebakel st&ouml;rt sich der ehemalige Vorsitzende Franz M&uuml;ntefering an der Entscheidung, Partei- und Fraktionsvorsitz zu trennen. Auf die Frage, ob beides nicht in eine Hand geh&ouml;re, antwortete M&uuml;ntefering in der &ldquo;Passauer Neuen Presse&rdquo;: &ldquo;Ich f&auml;nde es besser, ja&rdquo;. &ldquo;Die Oppositionsstrategie muss an einer Stelle verantwortet werden und eindeutig sein.&rdquo; M&uuml;ntefering f&uuml;gte hinzu: &ldquo;Bei zwei Zentren ist es komplizierter.&rdquo; [&hellip;]<br>\nF&uuml;r Unruhe zwischen Schulz und der neuen SPD-Fraktion sorgte die Wahl des Partei-Rechten Carsten Schneider zum Parlamentarischen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer. F&uuml;r Schulz war es eine Niederlage, hatte er doch den bisherigen Generalsekret&auml;r und Partei-Linken Hubertus Heil f&uuml;r den einflussreichen Posten vorgesehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/martin-schulz-ex-spd-chef-muentefering-kritisiert-trennung-von-partei-und-fraktionsfuehrung-a-1170264.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Der SPIEGEL fabuliert wirklich wild herum. Immerhin wird der Seeheimer Carsten Schneider korrekt als Parteirechter bezeichnet. Heil ist aber als &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2017-05\/hubertus-heil-wird-spd-generalsekretaer\">Netzwerker<\/a>&rdquo; und von seiner Einstellung ebenfalls ein Parteirechter, Schulz ebenfalls. Nahles gilt seltsamerweise wegen ihrer Herkunft von den Jusos immer noch als Linke, hat aber mit ihren Gesetzesinitiativen u. a. zu weiteren Rentenk&uuml;rzungen (Betriebsrentenst&auml;rkungsgesetz), zur weiteren K&uuml;rzung der Ma&szlig;nahmen f&uuml;r Langzeitarbeitslose und zur weiteren Deklassierung der Hartz-IV-Betroffenen sowie zur Ausschaltung von Gewerkschaften (Tarifeinheitsgesetz) sich als Parteirechte gezeigt. Es geht in dem ganzen Streit h&ouml;chstens darum, wer von der Parteirechten die besten Posten besetzt &ndash; die schwache Parteilinke ist an dem Spiel &uuml;berhaupt nicht beteiligt. Und dass sich dann SPD-Zerst&ouml;rer wie der Parteirechte &ldquo;wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen&rdquo;-M&uuml;ntefering zur Teilnahme an der Diskussion berufen f&uuml;hlen, kann nur ein zynischer Scherz sein.  <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Oppermann und die theoretische Groko<\/strong><br>\nIn einer TV-Talkshow liefert der eben abgel&ouml;ste SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann markante Zitate. Er sieht seine Partei zwar als Opposition. Doch in gewissen Szenarien schlie&szlig;t er eine Regierungsbeteiligung nicht aus.<br>\nDer gerade abgel&ouml;ste SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann h&auml;lt eine gro&szlig;e Koalition theoretisch noch f&uuml;r denkbar. In der ZDF-Talkshow &bdquo;Markus Lanz&ldquo; bekr&auml;ftigte Oppermann zwar, dass die SPD in die Opposition gehen wolle. Allerdings sagte er auf die Frage, ob die SPD im Fall eines R&uuml;ckzugs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einer gro&szlig;en Koalition bereit w&auml;re: &bdquo;Das w&auml;re in der Tat eine neue Situation.&ldquo; [&hellip;]<br>\nDie SPD w&auml;re nach seinen Worten bei einem Wahlergebnis von 23 Prozent zu einer Neuauflage der gro&szlig;en Koalition bereit gewesen. In der SPD-Spitze sei man sich einig gewesen: &bdquo;Wenn wir unter dieses Ergebnis fallen, dann bedeutet das, dass wir nicht wieder in eine gro&szlig;e Koalition gehen sollten.&ldquo; 23 Prozent hatte die SPD 2009 erreicht &ndash; es war das bis dahin schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Diesmal waren die Sozialdemokraten mit Martin Schulz an der Spitze bei 20,5 Prozent gelandet.<br>\nOppermann erg&auml;nzte, wenn die SPD ihr Ergebnis von 25,7 Prozent aus dem Jahr 2013 ann&auml;hernd gehalten h&auml;tte, dann w&auml;re sie selbstverst&auml;ndlich in eine Regierung mit der Union gegangen und er w&auml;re Fraktionschef geblieben oder Minister geworden. Oppermann hat seinen Platz an der Fraktionsspitze inzwischen f&uuml;r die fr&uuml;here Arbeitsministerin Andrea Nahles ger&auml;umt. Als Grund f&uuml;r den R&uuml;ckzug nannte er: &bdquo;Das Amt des Oppositionsf&uuml;hrer ist nicht f&uuml;r mich ma&szlig;geschneidert.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/spd-politiker-oppermann-und-die-theoretische-groko\/20394800.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Die theoretische GroKo ist ja keine Nachricht, viel interessanter ist doch wohl die nun sichtbar gewordene interne, vermutlich auch mit den Spitzen der Union getroffene Absprache, bei einem minimal besseren schlechten Ergebnis f&uuml;r die SPD einfach in der GroKo weiterzumachen, als w&auml;re nichts gewesen. Sogar mit klarer Vorstellung in welchen Funktionen. Das w&uuml;rde auch erkl&auml;ren, warum Merkel in der Elefantenrunde so irritiert wirkte, als der Bundestagsneuling Martin Schulz Gespr&auml;chsangebote br&uuml;sk zur&uuml;ckwies. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die Wahl in absoluten Zahlen<\/strong><br>\nGern &uuml;bersehen wird bei den diversen Wahlanalysen die tats&auml;chliche Anzahl der W&auml;hler der verschiedenen Parteien. Die Ver&auml;nderungen der reinen Prozentwerte sind zum Teil irref&uuml;hrend, etwa, wenn sich zugleich die Gesamtmenge der W&auml;hler ver&auml;ndert. Hier also ein paar absolute Zahlen, direkt vom Bundeswahlleiter:\n<ul>\n<li>es sind fast 3 Millionen Menschen mehr zur Wahl gegangen, als beim letzten Mal<\/li>\n<li>anders als in einigen Medienberichten dargestellt, sind die rund 15 Millionen Nichtw&auml;hler aber noch immer die st&auml;rkste &bdquo;Fraktion&ldquo;<\/li>\n<li>die CDU hatten 2013 noch 15 Millionen Menschen gew&auml;hlt, diesmal waren es 12,5 Millionen, das sind lediglich 20 % der Wahlberechtigten<\/li>\n<li>die SPD hat nun nur noch weniger als 10 Millionen W&auml;hler<\/li>\n<li>Linke und Gr&uuml;ne kommen auf jeweils 4 Millionen W&auml;hler &ndash; und gewannen je eine halbe Million dazu (nicht so schlecht, wie die kleinen Prozent-Ver&auml;nderungswerte glauben machen)<\/li>\n<li>die FDP und die AfD &bdquo;explodieren&ldquo; von 2 auf 5 Millionen bzw. von 2 auf 6 Millionen W&auml;hler<\/li>\n<li>eine &auml;hnliche Dynamik, nur auf sehr viel niedrigerem Niveau zeigt die winzige Tierschutzpartei: sie steigerte sich von 140.000 auf 370.000 W&auml;hler &ndash; auch bemerkenswert<\/li>\n<li>in Sachsen ist die AfD nun, wenn auch knapp, mit 4.000 Stimmen Vorsprung vor der CDU, st&auml;rkste Partei &ndash; in Bayern, Baden-W&uuml;rttemberg und NRW hat sie allerdings in absoluten Zahlen noch mehr W&auml;hler: jeweils knapp 1 Million<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/paulschreyer.wordpress.com\/2017\/09\/28\/die-wahl-in-absoluten-zahlen\/\">Paul Schreyer<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Das Letzte: Kommt nun die Rente mit 72?<\/strong><br>\nIm Wahlkampf wurde eine weitere Erh&ouml;hung des Rentenalters von den Parteien bewusst nicht angesprochen. Nun fordert der Rentenexperte Gert Wagner, das Thema bei den Koalitionsverhandlungen aufs Tapet zu bringen. (&hellip;)<br>\nDabei bricht Gert Wagner, im Hauptberuf Vorstandsmitglied beim Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung, ein von SPD und Union nicht nur im Wahlkampf wohl geh&uuml;tetes Tabu: die weitere Heraufsetzung des gesetzlichen Rentenalters. Auch sonst legt er eine Reihe weiterer rentenpolitischer Baustellen offen, die bisher vor allem von der Union geflissentlich ignoriert wurden, um der SPD im Wahlkampf keine Plattform f&uuml;r eine sozialpolitische Auseinandersetzung zu bieten. So sieht er Handlungsbedarf vor allem bei Langzeitarbeitslosen, Soloselbstst&auml;ndigen und Minijobbern. Viele von ihnen seien im heutigen Rentenrecht von Armut im Alter bedroht. Auf die Tagesordnung geh&ouml;rt seiner Ansicht nach auch das Rentenniveau, das nach geltendem Recht immer weiter fallen soll. Zudem fordert er auch f&uuml;r die Riester-Rente eine Ersatzregelung, die niedrigere Kosten und h&ouml;here Renditen verspricht als die heutigen Riester-Produkte der Versicherungswirtschaft.<br>\nDas Rentenalter steigt bekanntlich bis zum Jahr 2030 schrittweise auf 67 Jahre. Sowohl Merkel als auch SPD-Chef Martin Schulz hatten im Wahlkampf versichert, dass es eine weitere Heraufsetzung mit ihnen nicht geben wird. Gert Wagner h&auml;lt diese Festlegung f&uuml;r falsch. &bdquo;Es ist absehbar, dass eine weitere Erh&ouml;hung des Rentenalters nach 2030 die Finanzierung der Rentenversicherung sehr erleichtern w&uuml;rde.&ldquo; Konkret schwebt Wagner vor, das Rentenalter nach 2030 schrittweise auf eine &bdquo;Altersgrenze von 70 Jahren mit einem flexiblen Korridor von 68 bis 72 Jahren steigen zu lassen&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/die-verschwiegenen-baustellen-der-rentenpolitik-kommt-nun-die-rente-mit-72\/20385214-all.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Kann es nicht vielleicht sein, dass die ganze Debatte um eine Rente mit 70 und jetzt sogar mit 72 nur dazu dient, die bereits beschlossene und keinesfalls bessere Rente mit 67 in einem g&uuml;nstigeren Licht dastehen zu lassen?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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