{"id":40369,"date":"2017-09-29T14:37:49","date_gmt":"2017-09-29T12:37:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40369"},"modified":"2017-09-29T16:08:19","modified_gmt":"2017-09-29T14:08:19","slug":"vom-kollektiven-wahn-der-die-groko-ist-schuld-an-der-niederlage-erzaehler-und-den-folgen-fuer-unser-land-eine-schlimme-koalition-steht-ins-haus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40369","title":{"rendered":"Vom kollektiven Wahn der \u201eDie-Groko-ist-schuld-an-der-Niederlage\u201c-Erz\u00e4hler und den Folgen f\u00fcr unser Land: Eine schlimme Koalition steht ins Haus."},"content":{"rendered":"<p>Die SPD-F&uuml;hrung um Martin Schulz hat zwar die Wahl verloren, aber sie hat den Kampf um die Erz&auml;hlung &uuml;ber die Gr&uuml;nde dieser Katastrophe haushoch gewonnen: &bdquo;Die Gro&szlig;e Koalition ist schuld&ldquo; &ndash;  so t&ouml;nt es aus allen Lautsprechern, mit wenigen r&uuml;hmlichen Ausnahmen. Dieser Spin, diese Erz&auml;hlung, hatte gleich am Wahlabend das erste Opfer. Die SPD-F&uuml;hrung gab die Option f&uuml;r eine Regierungsbeteiligung aus der Hand. Sie zog sich beleidigt in die Oppositionsrolle zur&uuml;ck. Das ist schon deshalb schlecht, weil Jamaika vermutlich f&uuml;rchterlich wird. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie NachDenkSeiten sind vor 14 Jahren ans Netz gegangen, um Meinungsbildungsprozesse durchschaubar zu machen und dazu notfalls auch gegen den Strich zu b&uuml;rsten. Das hat Jens Berger gestern mit einer <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40348\">Bewertung der Vorschl&auml;ge des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten<\/a> getan, eine Bewertung, die ihnen derart aufkl&auml;rend andere Medien selten bieten. Ich will heute im Sinne des Grundanliegens der NachDenkSeiten analysieren, wie man uns mit den Erz&auml;hlungen &uuml;ber die Gr&uuml;nde des Wahlausgangs hinters Licht f&uuml;hrt:<\/p><ol>\n<li><strong>Jamaika wird vermutlich schlimm<\/strong>\n<p>Die Koalition der vier neuen Partner wird eine Mittel-bis-Oberschicht-Koalition. Daf&uuml;r werden FDP und Die Gr&uuml;nen sorgen; der Arbeitnehmerfl&uuml;gel der Union ist so ausged&uuml;nnt, dass von dort nur wenige soziale Akzente gesetzt werden k&ouml;nnen. Praktisch wird uns der Wirtschaftsfl&uuml;gel der Union zusammen mit den B&uuml;rgerlichen von Gr&uuml;nen und FDP regieren. Wo der Hase langl&auml;uft, das konnte man jetzt schon an der Zustimmung Angela Merkels zu den Vorschl&auml;gen von Macron sehen.<\/p>\n<p>Sicherheitspolitisch wird die neue Koalition alles absegnen, was USA und NATO von uns verlangen und jetzt ja auch der franz&ouml;sische Pr&auml;sident ins Spiel gebracht hat: milit&auml;rische Interventionen all &uuml;berall auf der Welt und mehr Geld f&uuml;r die R&uuml;stung. Immerhin hatte die SPD im Wahlkampf noch ins Spiel gebracht, nicht mehr Geld f&uuml;r R&uuml;stung auszugeben und die 2%-Forderung von USA und NATO nicht zu befolgen. Das h&auml;tte sie in eine neue gro&szlig;e Koalition als wichtige Forderung einbringen k&ouml;nnen. Jetzt ist das pass&eacute;. <\/p>\n<p>Jamaika ist von den Atlantikern besetzt. Typische Vertreter dessen sind die Spitzenkandidaten der Gr&uuml;nen, &Ouml;zdemir und G&ouml;ring-Eckardt. Von der ehemaligen Friedenspartei Die Gr&uuml;nen ist kein Widerstand gegen die Dominanz des Milit&auml;rischen zu erwarten. <\/p>\n<p>Auch die Aggressivit&auml;t gegen&uuml;ber Russland wird von den Gr&uuml;nen in der neuen Jamaika-Koalition kr&auml;ftig mit gen&auml;hrt werden. So wird auch an diesem Thema sichtbar, wie wichtig es gewesen w&auml;re, dass die SPD sich ihre Option f&uuml;r eine Regierungsbeteiligung offengehalten h&auml;tte. Immerhin stand Gabriel zumindest in letzter Zeit als Au&szlig;enminister f&uuml;r eine leichte &Ouml;ffnung auch in Bezug auf die Sanktionen. Mit der CSU zusammen w&auml;re man bei diesem Thema wahrscheinlich ein ganzes St&uuml;ck in einer gro&szlig;en Koalition weitergekommen. Jetzt k&ouml;nnen wir unsere Hoffnungen auf eine Milderung der Konfrontation zwischen dem Westen und Russland nur noch an der CSU festmachen, vielleicht noch ein bisschen an der FDP.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Gro&szlig;e Koalition sei schuld am Niedergang der SPD, ist eine clever gepflanzte Wahnvorstellung und von Fakten allenfalls schwach gest&uuml;tzt. Die eigentlichen Ursachen waren die Besch&auml;digung des programmatischen und politischen Profils der SPD seit 1999<\/strong>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wahlrecht.de\/ergebnisse\/bundestag.htm\">Hier<\/a> ist eine n&uuml;tzliche Tabelle mit den Bundestagswahlergebnissen seit Beginn der Bundesrepublik. Ein Ausschnitt f&uuml;r die zur Analyse wichtige Zeit ist hier:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170929-koalition_.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170929-koalition-small_.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Der SPD erreichte mit dem Kanzlerkandidaten Schr&ouml;der und dem Parteivorsitzenden Lafontaine 1998 40,9 %. Das gute Ergebnis und der damit m&ouml;gliche Regierungswechsel von Kohl zu Schr&ouml;der gr&uuml;ndete auch in der mit den beiden Personen erkennbaren Breite der SPD.<\/p>\n<p>Am Ende der rot-gr&uuml;nen Koalition, im Jahr 2005, hatte die SPD schon 6,7 % verloren. Ein erster gro&szlig;er Verlust, der offensichtlich mit einer gro&szlig;en Koalition nichts zu tun hat; dann regierte ab 2005 die gro&szlig;e Koalition und die SPD verlor bis 2009 kr&auml;ftig. Dann waren es nur noch 23 %, und dann 2013, nach vier Jahren Opposition 2,7 % mehr und dann wieder ein neuer Verlust auf 20,5% bis 2017. <\/p>\n<p>Da mag die Regierungsbeteiligung unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel eine Rolle gespielt haben. Aber ausschlaggebend f&uuml;r die dramatische Halbierung seit 1998 ist doch nicht die Regierungsbeteiligung oder die Rolle der Opposition. Ausschlaggebend waren die gro&szlig;en politischen Entscheidungen der SPD, die ihr Profil als fortschrittliche und der Sozialstaatlichkeit und der Friedenspolitik verpflichtete Partei zertr&uuml;mmerten: <\/p>\n<ul>\n<li>1999 die Beteiligung am Jugoslawienkrieg und damit der Einstieg in die milit&auml;rische Intervention au&szlig;erhalb des NATO Bereichs.<\/li>\n<li>Der sozialdemokratische Bundesfinanzminister Hans Eichel hat sich und die SPD ab 1999 als Sparkommissar profiliert und das gro&szlig;artige Profil der SPD als Partei einer aktiven Besch&auml;ftigungspolitik auf dem Altar seiner Public Relations geopfert.<\/li>\n<li>Damals begann die Verlotterung der Infrastruktur.<\/li>\n<li>Damals wurde die Privatisierungspolitik der Regierung Kohl fortgesetzt und faktisch und propagandistisch durch solche obskuren Konstrukte wie &Ouml;PP erg&auml;nzt.<\/li>\n<li>Zugleich begann die SPD mit Steuerentlastungen zugunsten der oberen und zulasten der niedrigen Einkommen. Von symbolischer Bedeutung und von faktischer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Befreiung der Gewinne beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen von der Besteuerung, in Kraft getreten am 1.1.2002 und immer noch in Kraft!; und von mehr als symbolischer Bedeutung ist der Bruch des Wahlkampf-Versprechens von 2005, die Mehrwertsteuer nicht wie von Frau Merkel gewollt um 2 % anzuheben. Der sozialdemokratische Finanzminister vereinbarte mit Merkel stattdessen 3 %. Dieser Missgriff war doch nicht eine Folge der Bildung der Gro&szlig;en Koalition, es war die Folge der Einstellung jenes von der SPD gestellten Bundesfinanzministers und die SPD-Fraktion hat diesen Wortbruch klaglos mitgemacht.<\/li>\n<li>Gleich zu Beginn der Nuller Jahre wurde von der Regierung Schr&ouml;der die sogenannte R&uuml;rup-Kommission eingesetzt. Dort wurde unter anderem die Erosion der Leistungsf&auml;higkeit der Gesetzlichen Rente vorbereitet. Zum 1.1.2002 kam die Riester-Rente. Ein &bdquo;Meisterst&uuml;ck&ldquo; sozialdemokratischer Sozialpolitik. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich als ehemaliger Bundestagsabgeordneter bei einer Sitzung der Parlamentarischen Linken der SPD-Bundestagsfraktion davor warnte, die Privatisierung der Altersvorsorge einzuleiten. Damals widersprach mir die jetzt zur Fraktionsvorsitzenden gew&auml;hlte Andrea Nahles. Die Vorschl&auml;ge, die sie als Sozialministerin f&uuml;r die Verbesserung der Altersvorsorge gemacht hat und die Weigerung, alle politische und finanzielle Kraft in die St&auml;rkung der gesetzlichen Altersrente zu stecken, zeugen davon, dass sie nichts gelernt hat. Und dieser Geist wird dann leider auch den gefeierten Gang in die Opposition begleiten.<\/li>\n<li>Dann, 2003, die Agenda 2010 und der damit eng verbundene Verlust des Profils der SPD als einer Partei der sozialen Sicherheit.<\/li>\n<li>Dann damit verbunden Propaganda und politische Entscheidungen f&uuml;r Leiharbeit und prek&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse und f&uuml;r den Niedriglohnsektor.<\/li>\n<li>Und dann im weiteren Verlauf der vergangenen Jahre die Beteiligung an mehreren Kriegen &ndash; in der gro&szlig;en Koalition mitgemacht und in der Opposition zwischen 2009 und 2013 auch nicht opponiert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das und einiges mehr sind die Ursachen f&uuml;r den Verlust an Profil und Glaubw&uuml;rdigkeit und f&uuml;r die jetzt erreichte absolute Katastrophe von 20,5 % und den Verlust des Charakters einer Volkspartei.<\/p><\/li>\n<li><strong>Weil die gro&szlig;e Mehrheit der Mandatstr&auml;ger der SPD diese wirklichen Ursachen ihres Niedergangs verdr&auml;ngt hat, konnten Martin Schulz und die SPD-F&uuml;hrung mit ihrer obskuren Erkl&auml;rung f&uuml;r den am 24. September von den W&auml;hlern und W&auml;hlerinnen dokumentierten Vertrauensverlust so breit landen. Und selbst ein so alberner Vorsto&szlig; wie jener, Angela Merkel sei schuld, weil sie sich der Auseinandersetzung verweigert hat, fand Zustimmung und Weiterverbreitung.<\/strong>\n<p><strong>Der kollektive Wahn grassiert.<\/strong><\/p>\n<p>Schulz und die SPD-F&uuml;hrung erz&auml;hlen die Geschichte vom Ungl&uuml;ck mit der gro&szlig;en Koalition.<\/p>\n<p>Selbst ein Abgeordneter, der das Image pflegt, eine eigene Meinung zu haben, f&auml;llt auf diesen Trick herein: Marco B&uuml;low aus Dortmund hat einen Aufruf gestartet: &bdquo;SPD.erneuern&ldquo;. Siehe <a href=\"https:\/\/www.marco-buelow.de\/spd-erneuern\/\">hier<\/a>. Dort schreibt er: <\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Der Ausschluss der Fortsetzung einer Gro&szlig;en Koalition ist notwendig und darf nicht aufgegeben werden, falls Jamaika scheitert. &hellip; In der Gro&szlig;en Koalition hat die SPD stark an Vertrauen und Profil eingeb&uuml;&szlig;t.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Zuvor habe ich gezeigt, dass dies einfach nicht stimmt. Und dass dieser Abgeordnete auch noch dazu aufruft, auch dann nicht Regierungsverantwortung zu erw&auml;gen, wenn Jamaika scheitert, ist bemerkenswert. Trotzig jedenfalls, klug nicht.<\/p>\n<p>&Uuml;berall ist die Wahnvorstellung, die SPD sei wegen der gro&szlig;en Koalition abgesackt, verbreitet &ndash; bei der B&uuml;rgermeisterin von X wie beim sozialdemokratischen Iraner auf dem Markt in der Stadt, auch bei der  Intelligentia und den Vertretern der Kunst und Literatur, die den Aufruf der &bdquo;Aktion f&uuml;r mehr Demokratie e.V.&ldquo; unterschrieben haben. 1300 intelligente Menschen haben <a href=\"http:\/\/aktion-mehr-demokratie.de\/\">hier unterschrieben<\/a>, dass sie die gro&szlig;e Koalition nicht mehr wollen, weil sie in ihr offenbar den Grund und die Ursache allen &Uuml;bels sehen.<\/p>\n<p><strong>Mir sind inzwischen zwei r&uuml;hmliche Ausnahmen begegnet:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/andrea.ypsilanti.3?hc_ref=ART7suGM60AMhBxPFnjhFK_2MB6ml2zKE7j7grMKhp5IIpTxHdO-4xQMAdygwucGZGA&amp;fref=nf\">Andrea Ypsilanti<\/a> mit einem sehr guten Text. &bdquo;Es ist Zeit!&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/andrea.ypsilanti.3\/posts\/984676571673715\">12 Minuten<\/a><\/li>\n<li>und, wie auf den NachDenkSeiten schon berichtet, der Bezirksvorsitzende der oberpf&auml;lzischen SPD, Franz Schindler, der sich <a href=\"https:\/\/www.onetz.de\/deutschland-und-die-welt-r\/politik-de-welt\/spd-bezirksvorsitzender-franz-schindler-fordert-eine-parteiinterne-aufarbeitung-fusion-mit-linken-im-visier-d1782892.html\/action\/recommend\/1\/\">hier<\/a> jenseits des kollektiven Wahns, das ganze Elend der Gro&szlig;en Koalition zuzuschreiben, ge&auml;u&szlig;ert hat.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sicher gibt es auch noch andere Stimmen der Vernunft. Aber nach meinem Eindruck wenige.<\/p>\n<p><strong>Es ist noch eine Anmerkung zu dem Versuch f&auml;llig, Angela Merkel f&uuml;r die SPD-Schlappe verantwortlich zu machen.<\/strong><\/p>\n<p>Schulz hat das ja schon beim Duell mit Merkel am 3. September und dann am Wahlabend versucht. Merkels Wahlkampf sei skandal&ouml;s gewesen, sie habe sich der Debatte entzogen und Politik verweigert.<\/p>\n<p>Auf diese Idee, dem politischen Konkurrenten solches vorzuwerfen, w&auml;re keiner der Spitzenpolitiker, weder Brandt noch Schmidt, weder Johannes Rau noch Hans-Jochen Vogel, deren Wahlkampf ich mitgestaltet oder zumindest beobachtet habe, gekommen. Die CDU-Vorsitzende ist doch nicht verpflichtet, den Bed&uuml;rfnissen der Konkurrenz gerecht zu werden. Es ist doch Sache ihres politischen Konkurrenten, also im konkreten Fall von Schulz und der SPD, sie zu stellen und den Wahlkampf entsprechend anzulegen. <\/p>\n<p>Das ist nicht gelungen, weil die SPD sich in weiten Teilen der CDU angepasst hat, nicht umgekehrt, wie immer behauptet wird. Die bei der Attacke von Schulz auf Merkel mitschwingende Behauptung, die CDU und Merkel h&auml;tten sich &bdquo;sozialdemokratisiert&ldquo;, ist doch nicht richtig. Das ist Teil einer cleveren Strategie. <\/p>\n<p>Damit nicht der falsche Eindruck entsteht, die NachDenkSeiten w&uuml;rden Angela Merkel ungeb&uuml;hrlich in Schutz nehmen, muss darauf hingewiesen werden, dass wir wahrscheinlich mehr und Gr&uuml;ndlicheres zur Entzauberung dieser Bundeskanzlerin geliefert haben als die SPD selbst. Seit Jahren tun wir das, zuletzt hier: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40215\">Es gibt nicht nur 14 Gr&uuml;nde, Angela Merkel abzuw&auml;hlen. Es gibt viele mehr: mindestens 27 insgesamt.<\/a> und hier <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40197\">Merkel-Land ist ein hohles Land. Mit viel Protz und wenig Empathie. 14 gute Gr&uuml;nde daf&uuml;r, Angela Merkel nicht zu w&auml;hlen.<\/a> Oder hier <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40335\">Werner R&uuml;gemer auf den NachDenkSeiten: Schauen Sie bitte k&uuml;nftig Angela Merkel auf die Finger. Um Ihren Blick zu sch&auml;rfen, weisen wir auf das jetzt vorliegende Video mit Werner R&uuml;gemers &hellip;<\/a><\/p>\n<p>Diese Dokumente k&ouml;nnen f&uuml;r Sie von Nutzen sein, wenn Sie sich k&uuml;nftig vermehrt in die politische Debatte einschalten wollen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Erneuerung in der Opposition? Einfluss auf die Regierungspolitik? Der AfD Paroli bieten, von den B&auml;nken der Opposition besser m&ouml;glich als in der Regierung?<\/strong>\n<p>Die Antworten auf diese Fragen kennt man nat&uuml;rlich nicht, aber man kann versuchen, sie zu erforschen. Zweifel sind berechtigt. In Stichworten:<\/p>\n<ul>\n<li>Schon die ersten Personalentscheidungen zeigen, dass von Erneuerung keine Rede sein kann. Andrea Nahles, die neue Fraktionsvorsitzende, ist mit den Fehlern der Regierungspolitik der SPD eng verbunden. Wo da Erneuerung herkommen soll, ist schleierhaft. Mit der Entscheidung f&uuml;r den neuen ersten parlamentarischen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Carsten Schneider ist eine vielsagende Richtungsentscheidung getroffen worden. Er geh&ouml;rt f&uuml;hrend zum konservativen Seeheimer Kreis und er war als Haushaltsexperte ein ausgewiesener Vertreter der inhaltslosen Austerit&auml;tspolitik. Er hat jetzt die Rolle des Strippenziehers. Viel Vergn&uuml;gen bei der Erneuerung kann man den neuen Abgeordneten da nur w&uuml;nschen! <\/li>\n<li>Auch die Tatsache, dass die neuen Abgeordneten es sich gefallen haben lassen, dass &uuml;ber ihre K&ouml;pfe hinweg die personellen Vorentscheidungen getroffen worden waren, spricht nicht gerade f&uuml;r gute Bedingungen zum Neuanfang.<\/li>\n<li>Der Einfluss auf die Regierungspolitik und auch schon auf die Koalitionsverhandlungen wird schon deshalb gering sein, weil das Regierungslager immer sagen kann: Ihr habt euch ja schon am Wahlabend daf&uuml;r entschieden, nicht mitgestalten zu wollen, jedenfalls nicht mitregieren zu wollen.<\/li>\n<li>Wenn die SPD-Fraktion die Hauptrolle der Konfrontation mit der AfD &uuml;bernimmt, dann geraten die vier anderen Parteien in die wunderbare Rolle des Weltkindes in der Mitten.<\/li>\n<li>Und noch etwas: der Einfluss auf Medien wird in der Opposition um vieles geringer sein als in der Regierung. Und die Schonzeit f&uuml;r Martin Schulz ist beendet.<\/li>\n<li>Und noch etwas: die SPD wird mit ihren 20 % in der Opposition kaum mehr bei Personalentscheidungen mitreden k&ouml;nnen. Das gilt f&uuml;r Besetzungen zum Beispiel des Sachverst&auml;ndigenrates und es gilt f&uuml;r die Besetzung in den Gremien der &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien und bei vielen anderen Institutionen, deren Aufsichtsgremien von den regierenden Parteien mitbestimmt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Schulz hat das alles aus der Hand gegeben, und alles um der billigen Rechtfertigung f&uuml;r den Wahlverlust willen. Weil er und die SPD-F&uuml;hrung nicht bekennen wollen, warum sie wirklich verloren haben.<\/p><\/li>\n<li><strong>Wenn es im Zuge der Verhandlungen der anderen vier Parteien noch einmal die Chance g&auml;be, die Option f&uuml;r eine gro&szlig;e Koalition zu &ouml;ffnen oder sogar ein B&uuml;ndnis aus SPD, FDP, Linkspartei und Gr&uuml;nen ins Spiel  zu bringen, dann sollte man diese Chance ergreifen.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die SPD-F&uuml;hrung um Martin Schulz hat zwar die Wahl verloren, aber sie hat den Kampf um die Erz&auml;hlung &uuml;ber die Gr&uuml;nde dieser Katastrophe haushoch gewonnen: &bdquo;Die Gro&szlig;e Koalition ist schuld&ldquo; &ndash; so t&ouml;nt es aus allen Lautsprechern, mit wenigen r&uuml;hmlichen Ausnahmen. Dieser Spin, diese Erz&auml;hlung, hatte gleich am Wahlabend das erste Opfer. Die SPD-F&uuml;hrung gab<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40369\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[191,11,190],"tags":[1550,423,2170,272,2013,1260,1494,2175,2157,1156,315,830,288,273,1367,259,1445,1193,240,278,1338,449,245],"class_list":["post-40369","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spd","category-strategien-der-meinungsmache","category-wahlen","tag-agenda-2010","tag-austeritaetspolitik","tag-buelow-marco","tag-eichel-hans","tag-entspannungspolitik","tag-groko","tag-infrastruktur","tag-interventionspolitik","tag-jamaika-koalition","tag-leiharbeit","tag-merkel-angela","tag-nahles-andrea","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-privatvorsorge","tag-ruestungsausgaben","tag-russland","tag-schneider-carsten","tag-schulz-martin","tag-sozialdemokratisierung","tag-steuersenkungen","tag-transatlantiker","tag-umsatzsteuer","tag-ypsilanti-andrea"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40369","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40369"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40369\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40380,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40369\/revisions\/40380"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40369"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40369"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40369"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}