{"id":40425,"date":"2017-10-05T08:44:17","date_gmt":"2017-10-05T06:44:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425"},"modified":"2017-10-05T08:44:17","modified_gmt":"2017-10-05T06:44:17","slug":"hinweise-des-tages-2973","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h01\">Biegt Gro&szlig;britannien nach links ab?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h02\">Am Scheideweg <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h03\">Oskar Lafontaine hat Recht! DIE LINKE braucht eine andere Fl&uuml;chtlings- und Migrationspolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h04\">Leiharbeiter meist weniger als neun Monate besch&auml;ftigt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h05\">Familie Reimann ist erstmals die reichste in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h06\">Ungenutzte Gewinne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h07\">Amazon: Junckers Steuerdeal verst&ouml;&szlig;t gegen EU Recht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h08\">&bdquo;Allzu restriktiv&ldquo;: OSZE warnt vor Netzwerkdurchsetzungsgesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h09\">Warum die Wissenschaft nicht frei ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h10\">ZDFzoom: Bahn ohne Plan: G&uuml;terz&uuml;ge auf dem Abstellgleis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h11\">Geschw&auml;rzt und gel&ouml;scht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h12\">Jugend&auml;mter schauen genauer hin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h13\">Kein Spaziergang<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h14\">Martin Schulz, Parteichef auf Abruf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40425#h15\">Zu guter Letzt: D&uuml;mmer geht&rsquo;s immer noch<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Biegt Gro&szlig;britannien nach links ab?<\/strong><br>\nAuf der Insel liegt eine wirtschaftspolitische Zeitenwende in der Luft. Der radikale sozialistische Oppositionschef Jeremy Corbyn treibt eine schwache Regierung vor sich her. [&hellip;]<br>\nLabour leuchtet so feuerrot wie seit einer Generation nicht mehr &ndash; und hat damit, entgegen aller Prognosen, Erfolg bei den Briten. Die Konservativen finden bislang keine schlagkr&auml;ftige Antwort darauf, wie Hammonds Parteitagsrede zeigt: Die Regierung m&uuml;sse &bdquo;zuh&ouml;ren&ldquo; und die Sorgen der Leute ernst nehmen, mahnte er. Es gelte &bdquo;mit der Marktwirtschaft zu arbeiten, um pragmatische L&ouml;sungen zu finden, die das allt&auml;gliche Leben verbessern&ldquo;. Die Resonanz auf die wolkigen Ausf&uuml;hrungen Hammonds war auch in wohlgesonnenen Kreisen bescheiden: &bdquo;Stark in der Diagnose, aber schwach, wenn es darum geht, zu agieren&ldquo;, kommentierte Carolyn Fairbairn, Chefin des Unternehmensverbands CBI.<br>\nDer Gegenspieler Corbyn punktet dagegen bei vielen Briten mit radikalen Versprechungen: W&auml;hrend die Regierung nur signalisiert, die hohen Studiengeb&uuml;hren an den Universit&auml;ten nicht weiter zu erh&ouml;hen, verspricht Labour, diese komplett abzuschaffen. Familien, die sich kein Eigenheim leisten k&ouml;nnen, sollen von einer gesetzlichen Mietpreisbremse profitieren. Alte und Kranke lockt Corbyn mit der Ank&uuml;ndigung, viele Milliarden Pfund zus&auml;tzlich ins staatliche Gesundheitssystem NHS zu investieren. Finanzieren will Labour diese und weitere Ausgaben mit h&ouml;heren Steuern f&uuml;r Besserverdiener und Unternehmen. Fachleute halten die Rechnung zwar f&uuml;r unrealistisch, doch tut das dem Erfolg keinen Abbruch.<br>\n&bdquo;Wir sind jetzt der politische Mainstream&ldquo;, triumphierte Corbyn k&uuml;rzlich auf dem Labour-Parteitag in Brighton. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten sieht es so aus, als k&ouml;nnen mit einem sozialistischen Programm auf der Insel wieder Wahlen gewonnen werden. Wenn demn&auml;chst Neuwahlen anst&uuml;nden &ndash; was angesichts der wackligen, konservativen Minderheitsregierung im Parlament durchaus m&ouml;glich ist &ndash; h&auml;tte der linke Volkstribun Corbyn gute Chancen, neuer Hausherr in der Downing Street zu werden. W&auml;hlerumfragen sehen Labour seit Monaten vor den konservativen Torys der politisch angeschlagenen Premierministerin Theresa May.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/linkswende-in-grossbritannien-corbyn-macht-konservativen-druck-15229314.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.K.:<\/strong> Gro&szlig;britannien biegt ab und die FAZ kriegt die Kurve nicht. Stellt sie doch fest, dass diese Briten ganz sch&ouml;n radikal sein m&uuml;ssen, wenn sie einem stramm linken Oppositionschef so viel Zustimmung zu seinen Vorstellungen gew&auml;hren. Dabei l&auml;sst sich selbst in diesem Artikel nicht verschweigen, dass im neoliberalen angebotsgetriebenen Wirtschaftsmodell immer mehr Menschen auf der Strecke bleiben. Jetzt m&uuml;sste man eben nur noch die richtigen Schlussfolgerungen ziehen. Na los FAZ, spring.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Es ist ein bisschen l&auml;cherlich, die Forderungen von Corbyn, z. B. die Wiederverstaatlichung der privatisierten Infrastruktur oder die Abschaffung von Studiengeb&uuml;hren, bis 1990 sogar in Deutschland ganz normale &ldquo;Soziale Marktwirtschaft&rdquo;, als &ldquo;radikal&rdquo; zu bezeichnen. Immerhin malt die FAZ nicht das Schreckgespenst vom b&ouml;sen Kommunismus an die Wand, sondern benennt die Probleme &ndash; gesunkene L&ouml;hne, kaputtgesparter NHS &ndash; und gibt zu, dass die Labour-Vorschl&auml;ge Mainstream sind (&ldquo;mehr als drei von vier Briten [unterst&uuml;tzen] die Pl&auml;ne Corbyns zur Verstaatlichung von Wasserwerken, Energieversorgern und der Eisenbahnen&rdquo;). Jetzt kann es nur noch wenige Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis sich die FAZ vom Zerrbild einer angeblichen Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland l&ouml;st und anerkennt, dass die wirtschaftlichen Probleme hier zwar nicht so furchtbar sind wie in Gro&szlig;britannien, aber der fast ungehinderte Neoliberalismus in Deutschland &auml;hnliche Sch&auml;den angerichtet hat.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Schauderhafte Parteien<\/strong><br>\nDie Parteien in Gro&szlig;britannien halten in diesen Tagen ihre Parteitage ab. Wer sich ihre Wirtschaftsprogramme ansieht, den kann es nur schaudern: Die Konservativen sind unf&auml;hig zu regieren, Labour w&uuml;rde das Land ins Chaos f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/kommentar-schauderhafte-parteien-1.3692711\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers E.P.:<\/strong> Ein schauderhafter Kommentar!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Dass die S&uuml;ddeutsche Zeitung so tief sinken kann &hellip;. Man muss immer wieder neu staunen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Am Scheideweg<\/strong><br>\nWenn es einen gibt, der der katalanischen Unabh&auml;ngigkeitsbewegung in den vergangenen Jahren immer wieder unter die Arme gegriffen hat, so ist es der spanische Ministerpr&auml;sident Mariano Rajoy von der konservativen Volkspartei. Seine Weigerung, mit der katalanischen Regionalregierung &uuml;ber mehr Autonomierechte zu verhandeln, hat den Konflikt entscheidend mit vorangetrieben. Jetzt ist eine Situation entstanden, die dem Vorabend eines B&uuml;rgerkrieges &auml;hnelt, wenn beide Seiten nicht in letzter Minute doch noch zu einer Verhandlungsl&ouml;sung finden. Das brutale Eingreifen der spanischen Polizeikr&auml;fte gegen die Bef&uuml;rworter des Referendums &uuml;ber die Unabh&auml;ngigkeit Kataloniens mit weit &uuml;ber 800 Verletzten hat die Legitimit&auml;t des spanischen Staates in der Region weiter geschw&auml;cht. Mit einem Generalstreik und friedlichen Massenprotesten haben Hunderttausende gegen die Polizeigewalt protestiert.<br>\nEs w&auml;re jedoch weit gefehlt, den Separatisten lediglich altruistische Motive zu unterstellen. Viele Unabh&auml;ngigkeitsbef&uuml;rworter m&ouml;chten schlicht nicht weiter f&uuml;r &auml;rmere Regionen Spaniens zahlen. Tats&auml;chlich waren und sind die versch&auml;rften innerspanischen Verteilungsk&auml;mpfe nach der Wirtschafts- und Finanzkrise f&uuml;r eine Zuspitzung der Situation mit verantwortlich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/themen\/nachrichten\/detail\/am-scheideweg-1\/\">die Linke im Bundestag<\/a>\n<p>dazu: <strong>Die &Ouml;konomie der Sezession (II)<\/strong><br>\nDie gezielte F&ouml;rderung einer exklusiven Kooperation deutscher Unternehmen mit wohlhabenden Regionen in Staaten mit verarmenden Landesteilen hat das Erstarken autonomistisch-sezessionistischer Bewegungen in Westeuropa systematisch beg&uuml;nstigt. Dies zeigt eine Analyse der Separatismen in Katalonien, der Lombardei und Flandern. Demnach haben Flandern sowie die Lombardei, zwei ohnehin wirtschaftsstarke Regionen, ihren Abstand zu &auml;rmeren Gebieten in Belgien bzw. in Italien nicht zuletzt dadurch vergr&ouml;&szlig;ern k&ouml;nnen, dass sie f&uuml;r die Expansion der st&auml;rksten EU-Wirtschaft, der deutschen, eine wichtige Rolle spielten. Katalonien und die Lombardei haben in einer exklusiven Zusammenarbeit mit dem Bundesland Baden-W&uuml;rttemberg ebenfalls ihren Vorsprung gegen&uuml;ber &auml;rmeren Gebieten Spaniens und Italiens ausbauen k&ouml;nnen. Dies hat das Streben der jeweiligen Regionaleliten befeuert, den Mittelabfluss per staatlicher Umverteilung durch gr&ouml;&szlig;ere Autonomie oder gar Sezession zu stoppen. Die Folgen einer gezielten Kooperation nicht mit fremden Staaten, sondern lediglich mit wohlhabenden Regionen sind aus dem ehemaligen Jugoslawien bekannt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59689\">German Foreign Policy<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Katalonien-Konflikt: Politisches Kalk&uuml;l f&uuml;hrt Spanien nah an den Abgrund<\/strong><br>\nDas Unabh&auml;ngigkeitsreferendum in Katalonien, von spanischen Gerichten bereits im Vorfeld als illegal eingestuft, w&uuml;rde die Verfassung verletzten, hei&szlig;t es. Ein Referendum ist aber noch lange keine Abspaltung. Zudem sollte bedacht werden, dass die Verfassung, die im Dezember 1978 ratifiziert wurde, aus der &Uuml;bergangszeit von der Franco-Diktatur in die Demokratie stammt. [&hellip;]<br>\nRegierungschef Mariano Rajoy d&uuml;rfte der Katalonien-Konflikt nicht ungelegen kommen. Die Auseinadersetzung hat sich schon seit Jahren angebahnt. Sie schnell und friedlich zu l&ouml;sen w&auml;re zwar im Interesse der inneren Stabilit&auml;t Spaniens, h&auml;tte aber den Nachteil, dass dann der Blick wieder frei w&auml;re auf die hohe Arbeitslosigkeit, die lahmende Wirtschaft, die grassierende Armut, die sozialen Verwerfungen durch die Austerit&auml;tspolitik und die ausufernde Korruption.<br>\nAllein Mitglieder von Rajoys Partido Popular sehen sich rund 800 Anklagen gegen&uuml;ber die von illegaler Wahlfinanzierung &uuml;ber Geldw&auml;sche bis hin zu Bestechung und Bestechlichkeit reichen. Kataloniens Ungehorsam ist daher zumindest eine willkommene Ablenkung von der Misere der Regierungspartei.<br>\nUnd dann w&auml;re da noch Kataloniens Pr&auml;sident Carles Puigdemont. Er hat zusammen mit seiner Regierung bewusst geltendes spanisches Recht gebrochen, als er das Referendum hat durchf&uuml;hren lassen, dass die spanische Verfassung nicht vorsieht.<br>\nInternationale Anforderungen f&uuml;r die Anerkennung des Unabh&auml;ngigkeitsreferendums wurden nicht erf&uuml;llt. Dass das Referendum von der Wahlbeteiligung entkoppelt wurde, ist alles andere als demokratisch. Das Ergebnis der Abstimmung, ob nun illegal zustande gekommen oder nicht, verliert somit dramatisch an Wert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/10\/05\/katalonien-konflikt-politisches-kalkuel-fuehrt-spanien-nah-an-den-abgrund\/\">Neue Debatte<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Oskar Lafontaine hat Recht! DIE LINKE braucht eine andere Fl&uuml;chtlings- und Migrationspolitik<\/strong><br>\nInzwischen liegen auch Ergebnisse zum Wahlverhalten der Gewerkschaftsmitglieder vor. Sie zeigen ein &auml;hnliches Bild: 29 Prozent f&uuml;r die SPD, CDU 24 Prozent, DIE LINKE 12, Gr&uuml;ne 8, FDP 7 und AfD 15 Prozent. Die AfD lag also selbst bei Gewerkschaftsmitgliedern deutlich vor der LINKEN! Noch deutlicher fiel der Abstand bei den m&auml;nnlichen Gewerkschaftsmitgliedern aus. Hier lag die AfD mit 18 Prozent klar vor der Linkspartei, die nur 11 Prozent w&auml;hlten.<br>\nKatja Kipping widersprach Lafontaines Stellungnahme sofort. Im ND vom 28. September 2017 hie&szlig; es: &bdquo;Der Vorstand der LINKEN hatte sich mehrfach deutlich gegen eine Aufweichung der fl&uuml;chtlingspolitischen Positionen der Partei gewendet. Auch am Montag vertrat Parteichefin Katja Kipping die Auffassung, man habe im Wahlkampf dazu die richtigen Antworten gegeben.&ldquo;<br>\nSehen wir uns diese &bdquo;richtigen Antworten&ldquo; einmal genauer an. In der Langfassung des Bundestagswahlprogramms 2017 hei&szlig;t es auf Seite 116: &bdquo;Wir fordern ein Bleiberecht f&uuml;r alle Menschen mit unsicherem Aufenthaltsstatus, sp&auml;testens, wenn sie f&uuml;nf Jahren in Deutschland leben.&ldquo; Das ist eine richtige und angemessene Forderung. Eine ganz andere Formulierung findet sich aber weiter vorn, auf Seite 12 des Programms: &bdquo;Wir unterst&uuml;tzen die Forderungen nach einem sofortigen Stopp der Abschiebungen und nach einem Bleiberecht f&uuml;r alle.&ldquo; Dazu passt das Verlangen nach &bdquo;offenen Grenzen f&uuml;r alle Menschen&ldquo; auf Seite 65. Dies bedeutet aber, einmal zu Ende gedacht, nichts anderes als die Abschaffung des Asylrechts, denn wenn jeder einmal ins Land Gekommene nicht mit seiner R&uuml;ckf&uuml;hrung rechnen muss, braucht man auch keine aufw&auml;ndigen Asylverfahren mehr und keine damit befasste B&uuml;rokratie. Dies ist eine abenteuerliche Position, die nichts mehr zu tun hat mit einer ernsthaften Suche nach L&ouml;sungen f&uuml;r die dringenden Fragen der Ausgestaltung des Asylrechts. Diese Fragen m&uuml;ssen aber gel&ouml;st werden, will man den wirklich politisch Verfolgten auch in Zukunft Schutz bieten.<br>\nIhren Gegnern hat es DIE LINKE damit denkbar leicht gemacht, sie als unverantwortlich darzustellen. Die AfD lie&szlig; sich diese Gelegenheit denn auch nicht nehmen: Vor allem im Osten konnte man im Wahlkampf &uuml;berall auf blauroten Plakaten lesen: &bdquo;Die Linke fordert Bleiberecht f&uuml;r Alle &ndash; Wir nicht! AfD&ldquo;. Es ist zu vermuten, dass sich viele traditionell linke W&auml;hler allein deshalb bei dieser Wahl umorientierten.<br>\nDie Forderung nach &bdquo;einem sofortigen Stopp der Abschiebungen und nach einem Bleiberecht f&uuml;r alle&ldquo;, steht zudem im Widerspruch zur Politik der Linkspartei, wo sie in Bundesl&auml;ndern an der Regierung beteiligt ist oder sogar &ndash; wie in Th&uuml;ringen &ndash; den Ministerpr&auml;sidenten stellt. Dort f&uuml;hrt man selbstverst&auml;ndlich Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber durch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.andreas-wehr.eu\/oskar-lafontaine-hat-recht.html\">Andreas Wehr<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Leiharbeiter meist weniger als neun Monate besch&auml;ftigt<\/strong><br>\nDie gro&szlig;e Mehrheit der Leiharbeiter in Deutschland ist weniger als neun Monate in einem Betrieb besch&auml;ftigt, so die Auskunft der Bundesregierung. Sie bezieht sich dabei auf Zahlen von 2015. Demnach endete bei 54 Prozent aller Leiharbeiter das Arbeitsverh&auml;ltnis nach sp&auml;testens drei Monaten und f&uuml;r 77 Prozent nach sp&auml;testens neun Monaten. Die Zahl der Leiharbeitnehmer ist seit 2005 deutlich gestiegen: von 460 000 auf 716 000 im Jahr 2015. [&hellip;]<br>\nFast jeder zweite neu eingestellte Arbeitnehmer hat im vergangenen Jahr nur eine befristete Stelle bekommen. Das betraf 45 Prozent der 3,4 Millionen Neueinstellungen 2016. Auszubildende und Minijobber sind bei den Zahlen, die auf eine Erhebung des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in N&uuml;rnberg zur&uuml;ckgehen, nicht mitgerechnet.<br>\nDer Anteil der Befristungen an allen Neueinstellungen nahm 2016 im Vergleich zum Vorjahr nicht nur bei J&uuml;ngeren, sondern auch bei Arbeitnehmern mittleren und h&ouml;heren Alters zu. Am st&auml;rksten stieg er bei Besch&auml;ftigten zwischen 30 und 39 Jahren: Wurden 2015 noch 38 Prozent von ihnen befristet eingestellt, waren es 2016 bereits 49 Prozent. Auch bei den &uuml;ber 50-J&auml;hrigen erh&ouml;hte sich der Anteil der befristeten Neueinstellungen von 39 auf 41 Prozent im vergangenen Jahr. Bei den 25- bis 29-J&auml;hrigen erhielten 2015 noch 47 Prozent einen befristeten Arbeitsvertrag, im vergangenen Jahr waren es 50 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1065592.leiharbeiter-meist-weniger-als-neun-monate-beschaeftigt.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Die Zahlen zur Leiharbeit stammen aus dem Jahr 2015. Es ist anzunehmen, dass Arbeitsministerin Andrea Nahles sie kannte, als sie in ihrem Leiharbeitsgesetz festlegte, dass es die gleiche Bezahlung erst nach neun Monaten geben soll.<\/em> <\/p>\n<p>dazu: <strong>Jobwunder dank prek&auml;rer Arbeit<\/strong><br>\nDie 40 Stundenwoche war einmal: Mehr als jeder f&uuml;nfte Besch&auml;ftigte in Deutschland arbeitet nicht in einem traditionellen Arbeitsverh&auml;ltnis. Der Anteil der sogenannten atypisch Besch&auml;ftigten ist innerhalb von 20 Jahren von 15 auf 20,7 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der LINKEN hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Gemeint sind damit befristete oder Teilzeitjobs, geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte und Zeitarbeitnehmer. Die Zahlen der Regierungsantwort stammen vom Statistischen Bundesamt und sind von diesem bereits ver&ouml;ffentlicht.<br>\nDer Anteil der atypischen Besch&auml;ftigung nahm dabei seit 1996 kontinuierlich auf 22,6 Prozent im Jahr 2007 zu. Sie nahm dann wieder ab, erreichte 2010 erneut diesen H&ouml;chstwert und sank danach wieder.<br>\nInsgesamt ist der Zuwachs bei den abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten somit vor allem auf die Zunahme prek&auml;rer Besch&auml;ftigung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Denn die Zahl der sogenannten Normalarbeitnehmer mit mindestens 20 Wochenstunden und unbefristetem Vertrag nahm binnen 20 Jahren nur von 24,8 auf 25,6 Millionen zu &ndash; die der atypisch Besch&auml;ftigten stieg deutlich st&auml;rker, von rund 5 auf 7,7 Millionen 2016.<br>\nBei der Leiharbeit gab es dabei einen Anstieg auf 737.000 und bei geringf&uuml;giger Besch&auml;ftigung auf 2,2 Millionen Besch&auml;ftigte. Die Zahl der befristet Besch&auml;ftigten ist seit 1996 von 1,9 auf 2,7 Millionen gewachsen, die der Besch&auml;ftigten in Teilzeit bis 20 Wochenstunden von 3,2 auf 4,8 Millionen. Allerdings lagen die Werte bei all diesen Gruppen, zwischen denen es &Uuml;berschneidungen gibt, zwischenzeitlich auch deutlich h&ouml;her als im vergangenen Jahr.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1065564.jobwunder-dank-prekaerer-arbeit.html\">Neues Deutschland<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>2,1 Millionen Besch&auml;ftigte arbeiten auf Abruf<\/strong><br>\nSieben Prozent der &uuml;ber 30 Millionen abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten in Deutschland arbeiten inzwischen mindestens an einem Tag im Monat nicht nach festen Arbeitszeiten, sondern nur auf Abruf. Die Flexibilisierung betrifft vor allem niedrig qualifizierte Besch&auml;ftigte.<br>\nDas geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Gr&uuml;nen-Fraktion hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Bei der sogenannten &ldquo;Arbeit auf Abruf&rdquo; schlie&szlig;en Arbeitnehmer und Arbeitgeber einen Vertrag &uuml;ber eine T&auml;tigkeit mit flexiblen Einsatzzeiten. Es wird eine Mindestarbeitszeit festgelegt, die aber je nach Arbeitsanfall auch &uuml;berschritten werden kann.<br>\nDem Papier zufolge arbeiten in der Industrie vier Prozent aller Besch&auml;ftigten auf Abruf, im &ouml;ffentlichen Dienst sechs Prozent. Im Dienstleistungssektor und im Handwerk liegt der Anteil bei acht Prozent. Arbeit auf Abruf betrifft demnach 13 Prozent der niedrig qualifizierten Besch&auml;ftigten, aber nur f&uuml;nf Prozent der Hochqualifizierten. (&hellip;)<br>\nOft sind Krankenpfleger, Verkaufspersonal und Servicepersonal in der Gastronomie auf Abruf besch&auml;ftigt. &ldquo;Ein mit 13 Prozent auff&auml;llig hoher Anteil der teilzeitbesch&auml;ftigten M&auml;nner gibt an, auf Abruf zu arbeiten&rdquo;, hei&szlig;t es in der Regierungsantwort.<br>\nWegen flexibler Arbeitszeiten, schwankender Einkommen und permanenter Bereitschaft gilt diese Form der Besch&auml;ftigung als besonders belastend. Das r&auml;umt auch die Bundesregierung ein. &ldquo;Wer Anfang und Ende seiner Arbeitszeit nur wenig beeinflussen kann, klagt h&auml;ufiger &uuml;ber R&uuml;ckenschmerzen, Schlafst&ouml;rungen und Ersch&ouml;pfung&rdquo;, hei&szlig;t es in der Antwort.<br>\n&ldquo;Die Bundesregierung vertritt einseitig die Flexibilit&auml;tsinteressen der Wirtschaft und zeigt bei den Folgen f&uuml;r die Besch&auml;ftigten keinerlei Problembewusstsein&rdquo;, kritisierte Gr&uuml;nen-Politikerin Beate M&uuml;ller-Gemmeke. &ldquo;Bei Arbeit auf Abruf werden betriebswirtschaftliche Risiken auf die Besch&auml;ftigten verlagert.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/politik\/flexibilisierung-21-millionen-beschaeftigte-arbeiten-auf-abruf-aid-1.7118435.amp\">RP-Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Mal sehen, ob sich die Gr&uuml;nen an die Folgen f&uuml;r diese Besch&auml;ftigten erinnern, wenn sie Teil der sogenannten Jamaika-Koalition werden sollten &hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Familie Reimann ist erstmals die reichste in Deutschland<\/strong><br>\nMit einem Verm&ouml;gen von 33 Milliarden Euro ist die Familie Reimann erstmals die reichste in Deutschland. Das ergibt die Verm&ouml;gensaufstellung der 1001 reichsten Deutschen, die das manager magazin in seiner neuen Ausgabe ver&ouml;ffentlicht. Deutschlands reichste Familie besteht aus den Geschwistern Renate Reimann-Haas (65) und Wolfgang Reimann (65), deren Halbbr&uuml;dern Stefan (54) und Matthias (52) Reimann-Andersen sowie ihren insgesamt zehn Kindern. Das Verm&ouml;gen gr&uuml;ndet auf dem ehemaligen Ludwigshafener Chemiekonzern Benckiser. In den vergangenen Jahren haben die Reimanns mit aggressiven &Uuml;bernahmen einen der gr&ouml;&szlig;ten Kaffeekonzerne der Welt geschaffen. Der Parf&uuml;mhersteller Coty sowie ein Anteil am britischen Reinigungsmittelkonzern Reckitt Benckiser geh&ouml;ren ebenfalls zu ihrem Portfolio. Ihre JAB Holding verwaltet gut 70 Milliarden Euro. Allerdings geh&ouml;rt dazu auch Geld von familienfremden Investoren. Zudem wird ein Teil der Expansion &uuml;ber Schulden finanziert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/die-reichsten-deutschen-im-ranking-familie-reimann-an-der-spitze-a-1171201.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p>dazu: <strong>Deutschland den Reichen<\/strong><br>\nDie westdeutsche Sozial-Pyramide gleicht einer Platte, aus deren Zentrum eine Nadel aufragt.&ldquo; Von wem mag dieser Satz wohl stammen? Attac? Occupy? Oxfam? Nein, er stammt von Seite 39 des legend&auml;ren Aufsatzes &bdquo;Paradies der Reichen&ldquo; aus dem Spiegel 31\/69. Der elf Seiten lange Beitrag zeigt vor allem:<br>\n1. Die Ungleichverteilung war schon damals praktisch nicht mehr grafisch darstellbar. [&hellip;]<br>\n2. Die Ungleichverteilung war von Anfang an CDU-gewollt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/wirtschaft\/gastwirtschaft\/gastwirtschaft-deutschland-den-reichen-a-1362572\">FR Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ungenutzte Gewinne<\/strong><br>\nTrotz guter Ertragslage investieren die Unternehmen zu wenig. Mit weiteren Steuerentlastungen l&auml;sst sich das nicht beheben.\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171005_01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171005_01_s.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Die Gewinne von heute sind die Investitionen morgen. Dieser Satz stammt eigentlich von Helmut Schmidt. Unter der Regierung Kohl wurde er Anfang der 1980er-Jahre zum wirtschaftspolitischen Credo. Das Problem: Der behauptete Zusammenhang erweist sich in der Praxis als Schim&auml;re. Damals wie heute. In den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten stiegen die Gewinne der Unternehmen relativ kontinuierlich, ihre Nettoinvestitionen gingen im selben Zeitraum zur&uuml;ck. Darauf macht IMK-Forscher Fabian Lindner aufmerksam. Zuletzt entsprachen die Nettoinvestitionen nur knapp vier Prozent der Gewinne. 1991 waren es noch 50 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/109849_109864.htm\">B&ouml;ckler Impuls<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Amazon: Junckers Steuerdeal verst&ouml;&szlig;t gegen EU Recht<\/strong><br>\nDer Europaabgeordnete und zuk&uuml;nftige Bundestagsabgeordnete Fabio De Masi (DIE LINKE.), stellvertretender Vorsitzender des Panama Papers Untersuchungsausschusses zu Geldw&auml;sche, Steuerhinterziehung und Steuervermeidung (PANA), kommentiert die heutige Entscheidung der Europ&auml;ischen Kommission, Luxemburg zu verpflichten, vom US-amerikanischen Konzern Amazon &uuml;ber 250 Millionen Euro an Steuernachzahlungen zu fordern:<br>\n&ldquo;Amazon verschiebt seine Gewinne durch Europa, so wie es seine Pakete &uuml;ber den Kontinent verschickt. Die Entscheidung der Kommission, Amazon zu einer Nachzahlung zu verpflichten, ist daher zu begr&uuml;&szlig;en.<br>\nDas Beihilferecht ist jedoch ein unzureichendes Instrument, um Steuervermeidung in der EU zu bek&auml;mpfen. Denn es muss umst&auml;ndlich nachgewiesen werden, dass die internen Transferpreise von Konzernen nicht Marktpreisen entsprechen. Die EU-Kommission konzentriert sich daher nur auf die gro&szlig;en Fische und macht sich so gegen&uuml;ber den USA angreifbar, die eine Diskriminierung von US-Konzernen unterstellen. Zudem m&uuml;ssen maximal die vermiedenen Steuern nachgezahlt werden. Es gibt keine Strafen. Und das Geld geht an die Regierung, die den Deal erm&ouml;glicht hat. So bleiben faule Steuerdeals weitgehend risikofrei.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.dielinke-europa.eu\/de\/article\/11527.amazon-junckers-steuerdeal-verst%C3%B6%C3%9Ft-gegen-eu-recht.html\">Fabio De Masi<\/a>\n<p>dazu: <strong>Wenn Juncker gegen Juncker vorgeht<\/strong><br>\nRummms! Nach der Milliarden-Forderung an Apple schickt die EU-Kommission nun auch noch eine Steuerrechnung an Amazon. Das kommt gut an, sieht es doch nach einem Kampf gegen die US-Giganten im Internet aus. Doch der Eindruck t&auml;uscht. In Wahrheit richtet sich die Forderung an Irland und Luxemburg, die von den Amis zu wenig Steuern berechnet haben und nun nachfordern sollen. Doch beide L&auml;nder weigern sich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/lostineu.eu\/eu-vs-us-oder-juncker-vs-juncker\/\">Lost in Europe<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Luxemburg muss Steuergeschenk an Amazon zur&uuml;ckgeben<\/strong><br>\nAttac begr&uuml;&szlig;t die Entscheidung der EU-Kommission, Luxemburg zu zwingen, illegale Staatsbeihilfen f&uuml;r Amazon zur&uuml;ckzunehmen. Zugleich fordern wir die EU-Kommission auf, es nicht bei der Sanktionierung von Einzelf&auml;llen zu belassen, sondern den Steuertricks von Konzernen durch eine Gesamtkonzernsteuer und die Offenlegung geheimer Steuerdeals systematisch den Boden zu entziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/index.php?id=394&amp;no_cache=1&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=9357\">attac<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&bdquo;Allzu restriktiv&ldquo;: OSZE warnt vor Netzwerkdurchsetzungsgesetz<\/strong><br>\nP&uuml;nktlich zum Inkrafttreten kritisiert mit der OSZE eine internationale Organisation das Netzwerkdurchsetzungsgesetz scharf. Die OSZE warnt vor Overblocking und mahnt eine vorsichtige Umsetzung sowie eine &Uuml;berpr&uuml;fung des Gesetzes an.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2017\/allzu-restriktiv-osze-warnt-vor-netzwerkdurchsetzungsgesetz\/\">netzpolitik.org<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Warum die Wissenschaft nicht frei ist<\/strong><br>\nIn der Wissenschaft geht es um die Suche nach Erkenntnissen. F&uuml;r diese ist der Austausch von Ideen von entscheidender Bedeutung. Neben wissenschaftlichen Meetings und Konferenzen sind Publikationen hierf&uuml;r das Medium &ndash; und diese Publikationen finden heute vor allem in englischsprachigen Fachzeitschriften statt, die das Gutachterprinzip (&ldquo;Peer Review&rdquo;) anwenden. In diesem Artikel m&ouml;chte ich erkl&auml;ren, dass daf&uuml;r theoretisch zwar vieles spricht, dass in der Praxis aber wirtschaftliche Gewinnabsichten ebenso wie pers&ouml;nliche Interessenkonflikte die Freiheit der Wissenschaft einschr&auml;nken. [&hellip;]<br>\nUm heute als Wissenschaftlerin oder als Wissenschaftler Karriere zu machen, kommt es wesentlich auf zwei Faktoren an: erstens Publikationen in f&uuml;hrenden Fachzeitschriften und zweitens das Einwerben von Forschungsgeldern. Zwischen diesen gibt es eine Wechselwirkung, da einerseits erfolgreiche Projektantr&auml;ge gute Publikationen voraussetzen und man andererseits mit mehr Forschungsmitteln nat&uuml;rlich besser publizieren kann.<br>\nWer sich jemals die Frage gestellt hat, warum die universit&auml;re Lehre so schlecht ist, findet hierin schon einen Schl&uuml;ssel zur Antwort: Lehrf&auml;higkeiten sind in aller Regel keine Voraussetzung f&uuml;r berufliches Voranschreiten, kosten umgekehrt aber Zeit, die dann freilich nicht mehr f&uuml;r die Forschung zur Verf&uuml;gung steht. Darum nennen diejenigen, die das System verstanden haben, die Lehre manchmal eine &ldquo;Poverty Trap&rdquo;, also eine Armutsfalle: Sitzt man einmal darin, kommt man nur schwer wieder heraus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Warum-die-Wissenschaft-nicht-frei-ist-3848840.html?seite=2\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>ZDFzoom: Bahn ohne Plan: G&uuml;terz&uuml;ge auf dem Abstellgleis<\/strong><br>\nBeim Bahng&uuml;terverkehr steht Deutschland auf der Bremse. W&auml;hrend unsere europ&auml;ischen Nachbarn viel Geld investiert haben, fehlen hierzulande eigene G&uuml;tertrassen.<br>\nDamit wird Deutschland zum Flaschenhals Europas. Es fehlt offensichtlich an einem Gesamtkonzept. Stattdessen betreibt die Bahn Flickschusterei auf Kosten der Gesundheit von Anwohnern &ndash; so der Vorwurf von B&uuml;rgerinitiativen und Experten. Das gestresste Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz ist der wundeste Punkt der Nord-S&uuml;d-Magistrale zwischen Rotterdam und Genua: Auf den beiden Rheinseiten donnern t&auml;glich 400 G&uuml;terz&uuml;ge und 150 Personenz&uuml;ge wenige Meter an Wohnh&auml;usern vorbei durch das vormals idyllische Weltkulturerbe.<br>\nUnd das k&ouml;nnte jetzt auch in Frankfurt passieren: &ldquo;ZDFzoom&rdquo; vorliegende Dokumente aus der Bahnspitze und Interviews mit Politikern belegen, dass die Bahn eine teilweise Umleitung der G&uuml;terz&uuml;ge von Koblenz &uuml;ber das mittelhessische Gie&szlig;en, entlang der Nidda in die Wetterau, &uuml;ber Bad Vilbel und Frankfurt West, bis zur geplanten Mannheim-Anbindung am Frankfurter Flughafen durchsetzen will. T&auml;glich sollen nach Berechnungen des Umweltbundesamtes bis zu 220 schwere G&uuml;terz&uuml;ge durch dichte Wohnsiedlungen rattern, wo bisher gerademal 23 unterwegs sind.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/dokumentation\/zdfzoom\/zdfzoom-bahn-ohne-plan-100.html\">ZDF Zoom<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ersch&uuml;tternde Reportage &uuml;ber die &ldquo;fortschrittliche&rdquo; Verkehrspolitik in Deutschland. Wer die t&auml;glichen LKW-Staus auf den Autobahnen erlebt, kann hier nur noch den Kopf sch&uuml;tteln.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Geschw&auml;rzt und gel&ouml;scht<\/strong><br>\n&raquo;Ich bin Antifaschist und Kommunist.&laquo; Mit diesen Worten stellte sich der geb&uuml;rtige Italiener Emiliano P. am Mittwoch dem Prozess vor dem Amtsgericht Hamburg. Verhandelt wurde einer von zwei F&auml;llen um mutma&szlig;liche Gewaltt&auml;terInnen bei den Protesten rund um das G20-Treffen Anfang Juli. F&uuml;r Erheiterung sorgte unter den ZuschauerInnen derweil die Verkleidung eines geladenen Zeugen. Ein Polizist, der unerkannt bleiben wollte, erschien mit k&uuml;nstlichen Koteletten, Vokuhila-Frisur und Brille zur Verhandlung, wie eine Prozessbeobachterin via Twitter schrieb. Ein Urteil lag bis Redaktionsschluss nicht vor.<br>\nViel zu lachen hatte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion in Hamburg, Christiane Schneider, indes nicht. Sie hatte im Rahmen des G20-Sonderausschusses der Hamburgischen B&uuml;rgerschaft Akteneinsicht zum Polizeieinsatz rund um das zweite Juli-Wochenende gefordert. Sie erhielt nach eigenen Angaben Aktenordner mit &raquo;exzessiven Schw&auml;rzungen&laquo;. &raquo;Au&szlig;er f&uuml;r Telefonnummern und Namen, die dem Datenschutz unterliegen, erkenne ich f&uuml;r die Schw&auml;rzungen keinen Grund &ndash; nur das Bestreben der Polizeif&uuml;hrung, jede parlamentarische Aufkl&auml;rung zu sabotieren&laquo;, so Schneider. Als Beispiel f&uuml;hrte sie zwei Ordner an, in denen 73 von 88 beziehungsweise 60 von 87 Seiten entfernt worden seien.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1065801.geschwaerzt-und-geloescht.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Jugend&auml;mter schauen genauer hin<\/strong><br>\nImmer wieder sorgen spektakul&auml;re F&auml;lle von vernachl&auml;ssigten Kindern f&uuml;r Emp&ouml;rung. Eine wichtige Kontrollinstanz, um solche F&auml;lle zu verhindern, sind die Jugend&auml;mter. Und diese pr&uuml;ften 2016 deutlich h&auml;ufiger als im Jahr zuvor, ob das Kindeswohl gef&auml;hrdet war.<br>\nDie Jugend&auml;mter schreiten h&auml;ufiger ein, um Gefahren f&uuml;r Kinder in ihren Familien abzuwenden. Dies geht aus Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt vorlegte. Demnach bearbeiteten die Jugend&auml;mter im vergangenen Jahr rund 136.900 Verfahren, um die Gef&auml;hrdung eines Kindeswohls zu pr&uuml;fen. Das sei ein Anstieg um 5,7 Prozent im Vergleich zu 2015.<br>\nEine akute Gefahr f&uuml;r die Kinder wurde in 21.600 F&auml;llen festgestellt, was einem Plus von 3,7 Prozent entspricht. Bei rund 24.200 Verfahren (+0,1 Prozent) konnte eine Gef&auml;hrdung des Kindes zumindest nicht ausgeschlossen werden. Eine Kindeswohlgef&auml;hrdung liegt vor, wenn eine erhebliche Sch&auml;digung des k&ouml;rperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes droht oder bereits vorliegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/jugendaemter-pruefungen-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Und wer &uuml;berpr&uuml;ft die &ldquo;Experten&rdquo; der Jugend&auml;mter? Haben diese &uuml;berhaupt ausreichend Personal oder leiden sie genau so unter dem finanziellen K&uuml;rzungsdiktat, von dem nahezu der gesamte &Ouml;ffentliche Dienst &ndash; insbesondere in den Kommunen &ndash; betroffen zu sein scheint?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Kein Spaziergang<\/strong><br>\nInternes Handbuch bereitet die US-Armee auf Krieg mit Russland vor<br>\nAm 24. September ver&ouml;ffentlichte die US-amerikanische Fachzeitschrift f&uuml;r Au&szlig;enpolitik The National Interest auf ihrer Webseite ein als &raquo;Nur f&uuml;r den Dienstgebrauch&laquo; gekennzeichnetes Dokument einer &raquo;Asymmetric Warfare Group&laquo; (Studiengruppe f&uuml;r Asymmetrische Kriegf&uuml;hrung). Dahinter verbergen sich verschiedene US-Geheimdienste und Planungsabteilungen des Milit&auml;rs. Es tr&auml;gt den Titel &raquo;Handbuch der russischen Kriegf&uuml;hrung der neuen Generation&laquo; und analysiert auf knapp 70 Seiten die Fortschritte, die die russischen Streitkr&auml;fte seit dem Beginn der Milit&auml;rreform 2008 gemacht haben. Was die Schrift von eher akademischen Publikationen zu diesem Thema unterscheidet, ist ein ausgesprochen &raquo;praxisorientierter&laquo; Ansatz: Womit m&uuml;ssten US-Truppen rechnen, wenn sie einen Krieg gegen Russland zu f&uuml;hren h&auml;tten? Als Schauplatz einer solchen Auseinandersetzung wird das &raquo;Operationsgebiet Osteuropa&laquo; (Eastern European operational environment) genannt (S. 48); aus einem Lehrszenario am Schluss der Brosch&uuml;re geht hervor, dass &ndash; ohne es zu erw&auml;hnen &ndash; offenbar das Donbass ins Auge gefasst wird. Denn als eines der Elemente der Ausgangslage wird angegeben, dass die &raquo;&ouml;rtliche Bev&ouml;lkerung&laquo; dem Gegner Positionen von US-Truppen melden w&uuml;rde, weshalb in der Phase des Aufmarsches Ortschaften tunlichst zu vermeiden seien (58f.).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/319306.kein-spaziergang.html\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Martin Schulz, Parteichef auf Abruf<\/strong><br>\nWenn der SPD irgendetwas an ihrer Existenz als Wom&ouml;glich-so-gerade-noch-Volkspartei gelegen ist, dann muss sie nun alle verf&uuml;gbaren Kr&auml;fte auf die Wahl 2021 richten. Wie soll das mit Martin Schulz gehen?<br>\nManuela Schwesig will also nicht SPD-Vorsitzende werden, zumindest nicht in diesem Jahr. Vor einem halben Jahr w&auml;re das nicht einmal eine Meldung wert gewesen, schlie&szlig;lich hatte die SPD da gerade Martin Schulz mit 100 Prozent zum Chef gew&auml;hlt. Doch nun, im Herbst 2017, ist es durchaus eine Nachricht, dass Frau Schwesig, mittlerweile Ministerpr&auml;sidentin in Mecklenburg-Vorpommern, ihren Verzicht auf eine Kandidatur erkl&auml;rt hat. Was das hei&szlig;t? Dass es ziemlich ernst steht um Martin Schulz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/spd-martin-schulz-parteichef-auf-abruf-1.3692517\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Werden hier schon wieder Legenden gestrickt? Schulz habe &ldquo;bravour&ouml;s&rdquo; gek&auml;mpft. Worin manifestiert sich dies? Am Schmusewahlkampf gegen Merkel? H&auml;tte Schulz wirklich so bravour&ouml;s gek&auml;mpft, h&auml;tte das Wahlergebnis doch ein anderes sein m&uuml;ssen? Aber eher soll Schulz wohl weggelobt werden. Ansonsten trifft es der Kommentar sehr gut, welche neuen Ideen kamen eigentlich im Wahlkampf von Schulz? Man kann sich im R&uuml;ckblick des Eindrucks nicht erwehren, dass es nur darum ging, nur ja nicht aus dem neoliberalen Konsens auszubrechen. Doch davon haben die B&uuml;rger inzwischen die Nase voll, wie das nicht minder schlechte Ergebnis der Union belegt.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Der Spiegel und seine unglaubliche Martin Schulz-Story: die erste und letzte Politiker-Nahaufnahme dieser Art?<\/strong><br>\nGro&szlig;es Kino vom Spiegel: Mit einer bemerkenswerten Titelstory hat das Magazin quasi posthum den herausragenden Beitrag zum Bundestagswahlkampf 2017 geliefert und ein denkw&uuml;rdiges Kapitel Politgeschichte geschrieben &ndash; wie der als Heilsbringer gehypte Kandidat Martin Schulz &ldquo;on the Road&rdquo; zum Kanzleramt verheizt wurde. Die Reaktionen reichen von Respekt (f&uuml;r den Spiegel) bis Mitleid (f&uuml;r Schulz).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2017\/10\/02\/der-spiegel-und-seine-unglaubliche-martin-schulz-story-die-erste-und-letzte-politiker-nahaufnahme-dieser-art\/\">meedia<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: D&uuml;mmer geht&rsquo;s immer noch<\/strong><br>\nUnd wenn man gerade denkt, es ginge nicht d&uuml;mmer, beweist die Qualit&auml;tszeitung Washington Post das Gegenteil.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171005_02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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