{"id":40519,"date":"2017-10-10T11:35:40","date_gmt":"2017-10-10T09:35:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40519"},"modified":"2017-10-11T07:54:44","modified_gmt":"2017-10-11T05:54:44","slug":"kriegsgefahr-die-trump-revolution-marschiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40519","title":{"rendered":"Kriegsgefahr. \u201eDie Trump-Revolution marschiert\u201c"},"content":{"rendered":"<p>So der Handelsblatt Herausgeber Gabor Steingart in seinem heutigen &bdquo;Morning Briefing&ldquo;. Bei vielem, was dieser Publizist und Autor fr&uuml;her geschrieben hat und auch heute gelegentlich schreibt, kann man sich nur die Augen reiben. Was er heute aus Washington, offensichtlich nach vielen Gespr&auml;chen, in seiner Morgen-Botschaft abgesetzt hat, ist eindrucksvoll und zugleich be&auml;ngstigend. Es geht um Krieg und Frieden. Wir haben uns deshalb erlaubt, seinen Text kommentierend zu &uuml;bernehmen. Dies tun wir in der Annahme, dass er seine Botschaft m&ouml;glichst weit verbreitet haben will. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9781\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-40519-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171010_Kriegsgefahr_Die_Trump_Revolution_marschiert_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171010_Kriegsgefahr_Die_Trump_Revolution_marschiert_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171010_Kriegsgefahr_Die_Trump_Revolution_marschiert_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171010_Kriegsgefahr_Die_Trump_Revolution_marschiert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=40519-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171010_Kriegsgefahr_Die_Trump_Revolution_marschiert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"171010_Kriegsgefahr_Die_Trump_Revolution_marschiert_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><blockquote><p>\nDienstag, 10.10.2017<br>\nGuten Morgen Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\n<strong>Amerika<\/strong> erlebt einen <strong>politischen Hurrikan<\/strong>, dessen Zentrum sich zwischen State Department, Wei&szlig;em Haus und Capitol Hill in st&auml;ndiger Bewegung befindet und dessen Thermodynamik wir in Europa bald zu sp&uuml;ren bekommen. Es geht um Fragen zu <strong>Krieg und Frieden<\/strong>, auch wenn sie sich derzeit hinter einer <strong>Nebelwand<\/strong> von pers&ouml;nlichen Anschuldigungen zu verbergen scheinen. <\/p>\n<p>Kaum hat <strong>Au&szlig;enminister Rex Tillerson<\/strong> seinen Pr&auml;sidenten in vertrauter Runde einen &bdquo;Deppen&rdquo; genannt, meldet sich via Twitter der dem Au&szlig;enminister eng verbundene <strong>Senator Bob Corker<\/strong> zu Wort, seines Zeichens oberster Republikaner im <strong>Ausw&auml;rtigen Ausschuss des Senats<\/strong>. Es sei eine Schande, dass sich das <strong>Wei&szlig;e Haus<\/strong> zu einem &bdquo;adult day care enter&ldquo;, einer Seniorentagesst&auml;tte, entwickelt habe. <\/p>\n<p>Im Interview mit der &bdquo;New York Times&ldquo; begr&uuml;ndet der Mann seine <strong>harschen Worte<\/strong> so: &bdquo;Ich wei&szlig; aus gesicherter Quelle, dass die Mitarbeiter im Wei&szlig;en Haus an jedem einzelnen Tag alles geben, ihn einzud&auml;mmen.&ldquo; Ihn &ndash; den <strong>Pr&auml;sidenten<\/strong>. Eind&auml;mmen &ndash; damit waren einst die <strong>Russen<\/strong> gemeint. Mit seinen unbeherrschten verbalen Angriffen auf andere L&auml;nder riskiere Trump, dass sich die Nation &bdquo;auf den Weg in Richtung eines <strong>Dritten Weltkriegs<\/strong> begebe&ldquo;.<\/p>\n<p>Zum Hintergrund: Seit Wochen versucht <strong>Tillerson<\/strong> hinter den Kulissen eine diplomatische Offensive gegen <strong>Nordkorea<\/strong> zu starten, um den <strong>amerikanischen Erstschlag<\/strong> zu verhindern. Er kennt die euphorische Gereiztheit seines Chefs, der zum Gegenspieler geworden ist. In unz&auml;hligen Einzelgespr&auml;chen fordert, fast muss man sagen fleht, Tillerson die Staaten &ndash; auch die Bundesregierung &ndash; an, jegliche Gesch&auml;ftsbeziehungen zu Nordkorea zu unterbrechen und die <strong>nordkoreanischen Botschafter<\/strong> nach Hause zu schicken. Trump aber <strong>sabotiert<\/strong> seinen eigenen Minister: &bdquo;Spar dir deine Energie Rex, wir werden tun, was getan werden muss&ldquo;, twitterte er vor einer Woche. Am Samstag legte er nach: &bdquo;Sorry, but only one thing will work.&ldquo; Bei einem Treffen mit Milit&auml;rs sprach er von der &bdquo;Ruhe vor dem Sturm&ldquo;. Auf Reporternachfragen verweigerte das Wei&szlig;e Haus jede Erl&auml;uterung.\n<\/p><\/blockquote><p>&nbsp;<br>\n<em><strong>Zwischenbemerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong>&nbsp;Der Herausgeber des Handelsblatts macht offensichtlich &auml;hnliche Beobachtungen wie jene, die RT Deutsch am 24. September 2017 beschrieben hat: &bdquo;<a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/meinung\/57697-schlafwandelnd-in-atomkrieg\/\">Schlafwandelnd in den Atomkrieg: Wie sich die USA auf den Erstschlag vorbereiten<\/a>&ldquo;<\/em><\/p><p><strong>Weiter im Text des Herausgebers des Handelsblatts:<\/strong><\/p><blockquote><p>\nHinzu kommt: <strong>Stephen Bannon<\/strong>, der rechte Trommler von <strong>Donald Trump<\/strong>, hat zwar das <strong>Wei&szlig;e Haus<\/strong> verlassen, aber nicht das politische Theater. Er arbeitet jetzt hinter den Kulissen. &bdquo;Darkness is good&ldquo;, sagt er. Zusammen mit Geldgebern wie <strong>Hedge-Fonds-Milliard&auml;r Robert Mercer<\/strong> sucht er politische Au&szlig;enseiter vom milit&auml;rischen rechten Rand, die bereit sind, gegen das republikanische Establishment f&uuml;r den Senat zu kandidieren. <\/p>\n<p>Derart ermuntert erw&auml;gt der Gr&uuml;nder der privaten S&ouml;ldnerarmee Blackwater, <strong>Erik Prince<\/strong>, dessen Truppen im Irak und anderswo in <strong>Menschenrechtsverletzungen<\/strong> verwickelt waren, eine Kampfkandidatur. Wer sehen will, der sieht: Trump stolpert zwar durch unsere Zeitungen, aber die <strong>Trump-Revolution<\/strong> innerhalb der gro&szlig;en konservativen Regierungspartei der USA stolpert nicht. Sie marschiert. <\/p>\n<p>Und <strong>Deutschland<\/strong>? Wirkt angesichts des heraufziehenden Sturms wie narkotisiert mit jenem Bet&auml;ubungsmittel, das sich <strong>Parteipolitik<\/strong> nennt. Es geht im Berlin der <strong>Koalitionsspiele<\/strong> nicht um Krieg oder Frieden, sondern um eine Obergrenze ohne Grenze, um Richtwerte, die nichts richten und daher auch keine Wertigkeit besitzen. Die <strong>deutsche Debatte<\/strong> spiegelt nicht die Wirklichkeit, sondern die parteipolitischen Interessen wider. Eine Obergrenze f&uuml;r <strong>Weltabgewandtheit<\/strong> scheint es nicht zu geben. <\/p>\n<p>Der <strong>amerikanische Sturmvogel<\/strong>, der vom heraufziehenden Unheil k&uuml;ndet, bleibt so unbemerkt. In Sachen Trump gibt es jede Menge <strong>Polemik<\/strong>, aber keine ernst zu nehmende Politik. Aus Gr&uuml;nden der <strong>Bequemlichkeit<\/strong> hat man sich entschlossen, ihn zu untersch&auml;tzen. Wir haben Sorgen. Aber er hat einen Plan. Wir wollen Ruhe, er den Sieg. Im Geschichtsbuch m&ouml;chte er als der Mann auftauchen, der <strong>Amerikas Abstieg verhindert<\/strong> hat. Daf&uuml;r braucht er die H&auml;nde der Footballspieler am Herzen und die der gew&ouml;hnlichen Amerikaner am Gewehr. All die Sorgen um die <strong>Brutalisierung<\/strong> der Gesellschaft bek&uuml;mmern ihn nicht, sondern putschen ihn auf.<\/p>\n<p><strong>Sebastian Haffner<\/strong> beschreibt in seiner &bdquo;<strong>Geschichte eines Deutschen<\/strong>&ldquo; die Atmosph&auml;re der <strong>Vorkriegsjahre<\/strong>, die in ihrer vors&auml;tzlichen Ahnungslosigkeit an die Gegenwart erinnert: &bdquo;Alle waren rettungslos eingespannt in ihren Beruf und ihren Tagesplan, abh&auml;ngig von tausend Un&uuml;bersehbarkeiten, Glieder eines <strong>unkontrollierbaren Mechanismus<\/strong>, auf Schienen laufend gleichsam und hilflos. [&hellip;] Wir bewegten uns mit einer Sorglosigkeit, mit der die Menschen in einem modernen, k&auml;figlosen Zoo zwischen den Raubtieren herumgehen, im Vertrauen darauf, dass die Gr&auml;ben und Hecken alle richtig berechnet sind. [&hellip;] Nur in der <strong>t&auml;glichen Routine<\/strong> ist Sicherheit und Weiterbestehen &ndash; gleich daneben f&auml;ngt der <strong>Dschungel<\/strong> an.&ldquo; <\/p>\n<p>Ich w&uuml;nsche Ihnen einen nachdenklichen Start in den neuen Tag. Es gr&uuml;&szlig;t Sie herzlich aus Washington Ihr <\/p>\n<p>Gabor Steingart<br>\nHerausgeber\n<\/p><\/blockquote><p><em><strong>Schlussbemerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> An diesem Text des Handelsblatt-Herausgebers wird sichtbar, dass die Sorge um Krieg und Frieden nicht nur im linken Milieu um sich greift.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So der Handelsblatt Herausgeber Gabor Steingart in seinem heutigen &bdquo;Morning Briefing&ldquo;. Bei vielem, was dieser Publizist und Autor fr&uuml;her geschrieben hat und auch heute gelegentlich schreibt, kann man sich nur die Augen reiben. Was er heute aus Washington, offensichtlich nach vielen Gespr&auml;chen, in seiner Morgen-Botschaft abgesetzt hat, ist eindrucksvoll und zugleich be&auml;ngstigend. Es geht um<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40519\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,174],"tags":[2095,857,1485,419,2117,1800],"class_list":["post-40519","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-usa","tag-bannon-steve","tag-haffner-sebastian","tag-nordkorea","tag-steingart-gabor","tag-tillerson-rex","tag-trump-donald"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40519","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40519"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40519\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40524,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40519\/revisions\/40524"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40519"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40519"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}