{"id":40534,"date":"2017-10-11T10:32:30","date_gmt":"2017-10-11T08:32:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40534"},"modified":"2017-10-12T07:42:48","modified_gmt":"2017-10-12T05:42:48","slug":"leser-mails-zur-digitalisierung-und-anderen-saeuen-die-durchs-dorf-getrieben-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40534","title":{"rendered":"Leser-Mails zur Digitalisierung und anderen \u201eS\u00e4uen, die durchs Dorf getrieben\u201c werden"},"content":{"rendered":"<p>Zu diesem Artikel <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40498\">Alle reden von Digitalisierung. F&uuml;hren sie etwas im Schilde?<\/a> vom 9. Oktober kamen eine Reihe von interessanten, freundlichen und kritischen LeserInnen-Mails. Einige geben wir Ihnen hiermit zur Kenntnis. In einer der Mails wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der Philosoph Precht unentwegt von Digitalisierung spreche. In einer anderen wurde darauf aufmerksam gemacht, dass wir solche modischen Wellen schon des &Ouml;fteren erlebt haben &ndash; konkret beim Schw&auml;rmen vom Neuen Markt und der New Economy. Die Leser-Mails enthalten eine F&uuml;lle von Anregungen. Deshalb, wenn Sie die Zeit haben, dann ist die Lekt&uuml;re zu empfehlen. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAuf die parallele Erscheinung im Zusammenhang mit dem Neuen Markt und anderen modischen Diskussionslagen m&ouml;chte ich zuvor noch kurz eingehen: Ausgangs der Neunzigerjahre und um die Jahrtausendwende wurde die Anlage der angesparten Gelder auf dem Aktienmarkt enorm angefeuert. Es wurde der Eindruck erweckt, als w&uuml;rden durch Kursgewinne Werte geschaffen. <\/p><p>Die extremen Kurssteigerungen &ndash; damals bei den DAX-Werten um das Vierfache &ndash; mussten irgendwie begr&uuml;ndet werden. Ein Hilfsmittel war die Behauptung, wir lebten in Zeiten einer neuen &Ouml;konomie. Politiker forcierten dieses Schw&auml;rmen, Banker und Anlageberater sowieso und auch Wissenschaftler. Ich erinnere mich an das Gutachten des Sachverst&auml;ndigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vom Herbst 2000. Es wurde am 15.11.2000 ver&ouml;ffentlicht und enthielt ein eigenes Kapitel zur New Economy. Diese unsachliche Schw&auml;rmerei war &uuml;brigens gepaart mit einer gravierenden und den Niedergang der Konjunktur f&ouml;rdernden Fehleinsch&auml;tzung der wirtschaftlichen Lage. Die Konjunktur l&auml;uft rund, wurde damals behauptet. Ich erw&auml;hne dies nur, weil es in den Kontext der Bef&ouml;rderung unsachlicher Debatten geh&ouml;rt, die wir jetzt wieder erleben.<\/p><p>Zu den &bdquo;S&auml;uen, die gelegentlich durchs Dorf getrieben werden&ldquo; &ndash; verzeihen Sie den Gebrauch der Alltagssprache &ndash; geh&ouml;rt &uuml;brigens auch die Behauptung vom Ende der Arbeit. Davon schw&auml;rmte der US-Amerikaner Rifkin genauso wie der deutsche Soziologe Ulrich Beck. Und reihenweise wurde dieses Credo nachgebetet.<\/p><p><em><strong>Nachtrag A.M. um 12:30:<\/strong><\/em><br>\n<em>Der NachDenkSeiten-Leser Bagher Pirouz schrieb unmittelbar nach Ver&ouml;ffentlichung meines Textes:<\/em><\/p><blockquote><p>&bdquo;Ich halte es f&uuml;r ein wenig kurz gesprungen die &Ouml;ffentlichkeit des Themas Digitalisierung mit einer Sau zu vergleichen, die durch das Dorf getrieben wird. &ndash; Es ist eine Tatsache, dass die Digitalisierung eine Branche nach der Anderen umgew&auml;lzt hat und weiter umw&auml;lzen wird.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><em>Ohne Probleme gestehe ich zu, dass die Digitalisierung etwas ernster zu nehmen ist als die anderen &bdquo;S&auml;ue, die durchs Dorf getrieben werden&ldquo;.<\/em><\/p><p><strong>Jetzt aber zur&uuml;ck zu den LeserInnen-Mails zum Thema Digitalisierung:<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>ich musst schon schmunzeln, als ich gestern Ihren Beitrag &ldquo;Alle reden von Digitalisierung. F&uuml;hren sie etwas im Schilde?&ldquo; auf den NDS las. Just gestern Morgen sprachen meine Frau und ich uns gegenseitig dar&uuml;ber an, was f&uuml;r eine eigenartige Welle mit dieser Thematisierung der Digitalisierung Deutschlands &uuml;ber uns hereinschwappt und wenig sp&auml;ter sto&szlig;e ich auf Ihren Text. Seit wenigen Wochen nahmen wir dies unabh&auml;ngig voneinander war und beide beschlich uns ein merkw&uuml;rdiges Gef&uuml;hl, weil wir uns nicht wirklich einen Reim darauf machen k&ouml;nnen.<\/p><p>Wie Sie meiner Meinung nach sehr richtig bemerken, ist das Thema wie aus dem Nichts auf der Tagesordnung. Die Digitalisierung Deutschlands sei nun pl&ouml;tzlich eine der gr&ouml;ssten Herausforderungen, der das Land gegen&uuml;bersteht (so z.B. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/3yCXF9I5aqE?t=86\">Richard Precht bei&nbsp;Lanz<\/a>). Letzte Woche h&ouml;rte ich bei einer Ansprache vor &uuml;berwiegend &ldquo;Business-lastigem&rdquo; Publikum eine leitende Angestellte eines grossen M&uuml;nchner Reinigungsunternehmens sagen, wie sehr in den n&auml;chsten Jahren bei ihnen das Augenmerk auf die Digitalisierung des Unternehmens gelegt werden wird. H&auml;&auml;&auml;&auml;H??????? Wohlgemerkt eine Firma die vornehmlich putzt. Das meine ich nicht abwertend, aber haben die noch keine elektronische Buchhaltung, haben die noch keinen Internetanschluss, Email&hellip;.? Das wird damit wohl nicht gemeint sein. Aber was dann? Dies wurde nat&uuml;rlich nicht ausgef&uuml;hrt und so blieb die Aussage f&uuml;r mich merkw&uuml;rdig d&uuml;rftig und leer. Aber gleichzeitig machte es bei mir &bdquo;Klick&ldquo;: &bdquo;Schon wieder dieser Begriff Digitalisierung&rdquo;.<\/p><p>Ich muss dazu erw&auml;hnen, dass mir auf Grund meiner beruflichen T&auml;tigkeiten &ndash; ich war selbst Softwareentwickler (seit Anfang der 90er), habe Projekte im IT-Bereich geleitet etc. &ndash; das Thema nicht fremd ist. Es kommt mir ein bisschen so vor wie damals Ende der 90er, als viele pl&ouml;tzlich vom Internet und dem Neuen Markt sprachen, ohne wirklich zu verstehen, was das Internet war. Im Unterschied zu damals sollten heute die meisten aber wissen, was Digitalisierung ist, wir haben immerhin schon mehr als 1 Jahrzehnt iPhone etc. hinter uns. Was also dieses omin&ouml;se Geschw&auml;tz von einer Digitalisierung, die auf uns zukommt und von der wir scheinbar gar nichts wissen?<\/p><p>Ihre Einlassungen und besonders die dritte Erkl&auml;rung bez&uuml;glich weiterer sozialer Einschnitte &ndash; wobei Erkl&auml;rungen 1 und 2 wahrscheinlich ebenso gut auf viele zutreffen &ndash; empfand ich als Augen&ouml;ffner, weiterf&uuml;hrend &uuml;ber dieses Ph&auml;nomen nachdenken zu k&ouml;nnen. Ihre Vermutung kann sich am Schluss auch als unzutreffend herausstellen. Aber jedenfalls: Holzauge sei wachsam. Ich kann mir z.B. vorstellen, dass man das Thema auch zu einem Schlag gegen den freien Informationsfluss im Internet nutzen k&ouml;nnte. Man wird dies nat&uuml;rlich mehr oder weniger geschickt in z.B. Fake News-, Terrorismus- und\/oder Kriminalit&auml;tsbek&auml;mpfung verpacken. Nicht zu vergessen ist dabei auch das Thema &Uuml;berwachung der B&uuml;rger.<\/p><p>Besten Dank und noch einen sch&ouml;nen Tag,<br>\nGeorg Hasta<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Danke, Herr M&uuml;ller!<\/p><p>Zu einer etwaigen Kampagne unter dem Stichwort Digitalisierung:<\/p><p>Richard David Precht hat das Thema seit langer Zeit und sehr drastisch angesprochen. In meinem Bewusstsein ist er derjenige, der das Stichwort als erster derart massiv in die Diskussion gehoben hat.<\/p><p>Vielleicht sind viele von ihm gecoacht worden? <\/p><p>Gru&szlig;<br>\nDeppe<\/p><p><strong>Erg&auml;nzende Nachricht von Anette Sorg:<\/strong><\/p><p>ich f&uuml;rchte, Herr Deppe hat recht: <\/p><ul>\n<li>ksta.de &ndash; <a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/kultur\/richard-david-precht--ich-will-das-grundeinkommen--um-das-schlimmste-zu-verhindern--27767074-seite2%20\">Richard David Precht &bdquo;Ich will das Grundeinkommen, um das Schlimmste zu verhindern&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>huffingtonpost &ndash; <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.de\/2017\/05\/03\/zukunft-arbeit-richard-david-precht_n_16407740.html%20\">&ldquo;Wir arbeiten nicht mehr f&uuml;r Geld&rdquo;: So sieht laut dem Philosophen Richard David Precht die Zukunft der Arbeit aus<\/a><\/li>\n<li>blogrebellen &ndash; <a href=\"https:\/\/www.blogrebellen.de\/2017\/01\/24\/richard-precht-wie-wir-es-in-deutschland-verpassen-die-digitalisierung-richtig-zu-vollziehen\/%20\">Richard Precht: Wie wir es in Deutschland verpassen die Digitalisierung richtig zu vollziehen!<\/a><\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>mindestens ein wesentliches Teilziel der Thematisierung von &ldquo;Digitalisierung&rdquo; ist die de facto-Abschaffung des Datenschutz&rsquo; in Verbindung mit dem Massengesch&auml;ft des Datenhostings.<\/p><p>Wichtig ist die Trias dreier Slogan\/Schlagworte:<\/p><ul>\n<li>&ldquo;Daten sind der wichtigste Rohstoff des 21. Jahrhunderts&rdquo;<\/li>\n<li>Digitalisierung<\/li>\n<li>Breitbandausbau<\/li>\n<\/ul><p>Ich sehe bei Kunden den (&uuml;berm&auml;&szlig;ig gesp&uuml;rten) Druck durch Kosten f&uuml;r sichere lokale Datenhaltung. Speziell betrifft dies Kunden, die gemessen an ihrer Wertsch&ouml;pfung sehr viele operativ relevante Daten sammeln bzw. generieren. Diese warten nur darauf, eine Breitbandanbindung zu erhalten, um die Daten dan extern hosten zu lassen.<\/p><p>Ein Blick auf einen anderen Zusammenhang: Eine Dame berichtet, seit sie in einer bestimmten spezialisierten Praxis wegen ihrer chronischen Erkrankung Patientin sei, beobachte sie bei einem gro&szlig;en Online-H&auml;ndler genau zu dieser chronischen Erkrankung passende Werbung. Auf die Frage, ob sie Rezepte auch per E-Mail bestelle, antwortet sie, ja, das sei ja sehr praktisch.<\/p><p>Eine &Uuml;berpr&uuml;fung, wo die Domain der Praxis gehostet wird, zeigt, da&szlig; ein Cloud-Anbieter aus dem Konzern des Online-H&auml;ndlers Hoster der Domain ist. Das gilt auch f&uuml;r den Mail-Exchange-Server.<\/p><p>Ein Schelm, der B&ouml;ses dabei denkt.<\/p><p>Und jetzt sollen also &ldquo;alle&rdquo; Betriebe (dabei auch Arzt-Praxen, MVZs, &hellip;) Breitbandanbindungen erhalten und so die Kosten f&uuml;r eine &ldquo;teure&rdquo; lokale Datenhaltung einsparen k&ouml;nnen.<\/p><p>Ein tolles Gesch&auml;ft f&uuml;r die Hoster. Vielleicht sogar mehrfach.<\/p><p>Stichworte: Operative Daten, Verwaltungsdaten, &Uuml;berwachungsdaten<\/p><p>Das Bewu&szlig;tsein f&uuml;r die Risiken fehlt auch bei Fachleuten. Ein guter alter Bekannter, ein selbst&auml;ndiger SAP-Berater, freut sich &uuml;ber seinen Breitbandanschlu&szlig;, weil er deshalb seine Daten &ldquo;kostenlos&rdquo; in der Cloud eines gro&szlig;en Online-H&auml;ndlers &ldquo;backupen&rdquo; kann. Er verschl&uuml;ssele die Daten. Was Backdoors sind, wei&szlig; er eigentlich. Aber: &ldquo;Ich bin ja nicht interessant.&rdquo; Ob das auch gilt, wenn man in den ERP- und BI-Systemen gro&szlig;er Unternehmen zuhause ist?<\/p><p>Eine Umsetzung der &ldquo;Agenda Dig&rdquo; wird das Land substantiell ver&auml;ndern.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nLK<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Liebe NachDenkSeitenmacher,<\/p><p>zu dem genannten Artikel passt <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/medien360g\/wissen\/waehler-targeting-fdp100.html\">dies hier von der FDP<\/a>.<\/p><p>Im &Uuml;brigen ist die Sache mit der Digitalisierung wiederum ein sehr sch&ouml;nes Beispiel daf&uuml;r, dass &ndash; wie Globalisierung &ndash; es quasi nat&uuml;rliche Ph&auml;nomene sind, gegen die man nichts tun kann. Niemand fragt, ob wir das auch wollen oder brauchen, was wir k&ouml;nnen. Ohnm&auml;chtiger k&ouml;nnen sich Politiker gar nicht darstellen, da sie sich als diejenigen verstehen, die eine Gesellschaft an das, was andere bestimmen, anzupassen haben. Insofern ist Politik eine permanente Anpassungsagenda. Wir brauchen gar nicht bis 2020 zu warten.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nProf. Dr. Otmar Preu&szlig;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Alle reden von Digitalisierung. F&uuml;hren sie etwas im Schilde?<\/strong><br>\nHallo Herr M&uuml;ller,<\/p><p>sehr interessant, dass Sie dasselbe ungute Gef&uuml;hl beschleicht. Im Freundeskreis diskutierte ich k&uuml;rzlich &auml;hnlich.<\/p><p>Meine Vermutung: Es geht u.a. um die Vorbereitung der Bargeldabschaffung. Digitales Bezahlen soll uns als zukunftsf&auml;hig nahegebracht werden.<\/p><p>Das analoge Bargeld ist von gestern. Oder nicht?<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e und tausend Dank f&uuml;r Ihre unverzichtbare Seite!!<br>\nWolf Beck<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, <\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihren Beitrag &ldquo;Alle reden von Digitalisierung. F&uuml;hren sie etwas im Schilde?&rdquo;. In aller K&uuml;rze: Es ist merkw&uuml;rdig genug, dass Politiker die Digitalisierung als Herausforderung bezeichnen und sie gleichzeitig vorantreiben. Sollte technischer Fortschritt nicht dazu dienen, die Lebensumst&auml;nde zu verbessern, anstatt das Leben durch eine weitere &ldquo;Herausforderung&rdquo; zu erschweren? Diese Frage wird gar nicht gestellt. Dank Taylorisierung wurde der Mensch Sklave der Maschinen und der Uhr, jetzt hei&szlig;en die Maschinen Computer, Smartphone etc. Aber: Mittel m&uuml;ssen Mittel bleiben, das hei&szlig;t Zwecken dienen. Die Zwecke setzt der Mensch. <\/p><p>Als Lehrer und Blogger habe ich mich ein wenig mit der Digitalisierung (in) der Schule auseinandergesetzt. Siehe <a href=\"http:\/\/roentgen.lima-city.de\/tag\/neue-medien\/\">hier<\/a>. <\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e aus Bergheim an der Erft<br>\nAlexander Roentgen <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>eben habe ich Ihren Beitrag zur Digitalisierung gelesen.<\/p><p>Leider vermisse ich nach kurzem Lesen den meiner Meinung nach eigentlichen Grund f&uuml;r diese &sbquo;neue&lsquo; Initiative:<\/p><p>Die Digitalisierung meint die vollst&auml;ndige M&ouml;glichkeit der &Uuml;berwachung der B&uuml;rger, aller Bewegungen, Gesch&auml;ftsvorg&auml;nge, Meinungs&auml;u&szlig;erungen usw.<\/p><p>Das wird vorbereitet durch die allm&auml;hliche Abschaffung des Bargeldes, bzw. zurzeit die Beschr&auml;nkung des Bargeldgebrauchs, <\/p><ul>\n<li>durch den Unterricht mit Hilfe von Laptops in den Schulen,<\/li>\n<li>durch die elektronische Gesundheitskarte, den elektronischen Personalausweis.<\/li>\n<\/ul><p>Jeder Deutsche soll von der Digitalisierung begeistert sein, weil man ja so viel Papier, Arbeit, Geld und Zeit spart.<\/p><p>Deshalb l&auml;dt auch jeder freiwillig seine Daten in die Clouds seines Internetanbieters hoch, macht Internetbanking, sieht &uuml;ber das Internet Filme, plant seine Reisen, bestellt seine Waren, chattet, schreibt Kommentare in Internetforen, usw.<\/p><p>Wenn man diese Daten alle miteinander kombiniert, dann entsteht ein gl&auml;serner Staatsb&uuml;rger.<\/p><p>Dieser muss dann schon sehr misstrauisch und bewusst leben, um alle M&ouml;glichkeiten der Manipulation, die sich nat&uuml;rlich auch daraus ergeben werden, zu erkennen und darauf dann richtig reagieren zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Wenn man dann in den autonomen Autos unterwegs sein wird, dann wird dem Automobilisten wohl bewusst werden, dass der Traum vom autonomen Fahren mit Berta Benz begann, nach &Uuml;berwindung der technischen Schwierigkeiten dann in den ersten zwei Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts seinen H&ouml;hepunkt erreichte und dann nur noch das Auto, nicht aber der Fahrer mehr autonom wird fahren k&ouml;nnen.<\/p><p>Z.B. k&ouml;nnte sich das Auto dann autonom verhalten, und sich von der Zentrale abschalten lassen, wenn der Fahrer das monatliche Kontingent von 1500 Km f&uuml;r Ausflugsfahrten &uuml;berschritten haben sollte.<\/p><p>Das Szenario l&auml;sst sich noch viel weiterdenken. Es k&ouml;nnte die perfekte Diktatur werden.<\/p><p>Die meisten Leute werden sich noch nicht einmal etwas dabei denken, schlie&szlig;lich hat ja niemand etwas zu verbergen.<\/p><p>Anbei noch ein Link zu solchen Visionen: http:\/\/www.nachhaltigkeitsrat.de<\/p><p>Dort finden sie auch die zwei Anh&auml;nge zu dieser Email, falls Sie diese aus Sorge vor digitalen Schwierigkeiten nicht ge&ouml;ffnet haben sollten.<\/p><p>Ich bin gespannt auf die weiteren Beitr&auml;ge zu diesem Thema und nat&uuml;rlich auch auf die weitere Entwicklung in Deutschland.<\/p><p>&hellip;<\/p><p>Ich bin immer wieder gerne auf den Nachdenkseiten und w&uuml;nsche Ihnen und Ihrem Team weiterhin viel Erfolg!<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nMartin Radigk<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Liebe Redaktion der Nachdenkseiten,<\/p><p>zu dem interessanten Artikel Albrecht M&uuml;llers zur Digitalisierung schlage ich <a href=\"http:\/\/manifest-verlag.de\/produkt\/rene-arnsburg-maschinen-ohne-menschen\/\">folgendes Buch<\/a> zur Rezension vor.<\/p><p>Es geht, &auml;hnlich wie Herr M&uuml;ller, davon aus, dass diese neue Schlagwortisierung einem Zweck dient, der nicht im Interesse der Lohnabh&auml;ngigen ist.<\/p><p>Bestimmt interessant, da mal nach Gemeinsamkeiten zu schauen&hellip;<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMartin Schneider<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Hallo Herr M&uuml;ller,<\/p><p>eine Folge der Digitalisierung, im Bereich open government, ist im Geodatenbereich schon zu sehen:<\/p><p>Gab es bis 2005 noch (Wander-) Karten f&uuml;r unter 10&euro; vom Landesvermessungsamt zu kaufen, sind die Geodaten durch open-data nun &ldquo;kostenfrei&rdquo;, eine Karte, wie damals, kann man nun runter laden, der Ausdruck im gro&szlig;en Format &uuml;ber nimmt gern der Copyshop nebenan, f&uuml;r &uuml;ber 25&euro;!<\/p><p>Der Staat zieht sich mit open-government aus der Rolle des Dienstleisters f&uuml;r den B&uuml;rger zur&uuml;ck.<\/p><p>Denkt man das weiter, wird man irgendwann Harz IV, wie einen neuen Telefon-\/Internet-Anschluss nur noch online beantragen k&ouml;nnen. Und wie man heute schon bei Telefon-\/Internet-Anschl&uuml;ssen sehen kann, geht das auch einfach mal nicht.<\/p><p>Aber ein privater Dienstleister wird, gegen entsprechende Bezahlung, gern bei der Beantragung helfen.<\/p><p>Dies als kleiner, aber nicht unbedeutender Nebeneffekt.<br>\nDass durch die Digitalisierung viele Arbeitspl&auml;tze wegfallen, weil die Inhalte der Zeitungen von Computern zusammengestellt werden, LKW zuk&uuml;nftig autonom fahren, Callcenter nur noch Sprachcomputer sind, und so weiter, bedeutet allerdings auch, dass wir als Gesellschaft neu dar&uuml;ber nachdenken m&uuml;ssen, wie &ldquo;Einkommen&rdquo; zuk&uuml;nftig &ldquo;verteilt&rdquo; werden k&ouml;nnen&hellip;<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nChristian Baier<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller<\/p><p>nat&uuml;rlich f&uuml;hren sie was im Schilde! Was genau sagt Ihnen die Bertelsmannstiftung.<\/p><p>Anbei eine Mail, die ich Ihnen im April 2016 geschrieben habe. (Mir ist bewu&szlig;t, dass Sie t&auml;glich hunderte von Emails bekommen, deshalb war ich im April 2016 nicht entt&auml;uscht, keine Antwort von Ihnen bekommen zu haben.)<\/p><p>Leider ist der Podcast von HR2 nicht mehr verf&uuml;gbar, aber ich denke, das Material der Bertelsmannstiftung spricht f&uuml;r sich.<\/p><p><em><strong>Zwischenbemerkung A.M.:<\/strong> Ein NachDenkSeiten Leser hat den verschwundenen Beitrag wieder gefunden und schreibt:<\/em><\/p><blockquote><p>&bdquo;Den nicht mehr verlinkbaren Beitrag vom 16.3.2016, auf den Herr Helmschmidt verweist, habe ich <a href=\"http:\/\/mp3.podcast.hr-online.de\/mp3\/podcast\/derTag\/derTag_20161031_71663500.mp3\">verlinkt<\/a>. Lt. HR2 hat dieser Beitrag vom 16.3.2016 einen Preis bekommen und ist deshalb am 31.10.2016 wiederholt worden und noch downloadbar.<\/p><\/blockquote><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e und machen Sie weiter!<br>\nJ&uuml;rgen Helmschmidt <\/p><p><strong>Hier die erw&auml;hnte Mail vom 17. April:<\/strong><\/p><p>Hallo NachDenkSeiten,<\/p><p>anbei <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/radio\/hr2\/index.jsp?rubrik=14224&amp;key=standard_podcasting_derTag&amp;mediakey=podcast\/derTag\/derTag_20160316_67350746&amp;type=a\">ein Link auf einen Podcast<\/a> von HR2 &ldquo;Der Tag&rdquo; vom 16.03.2016.<\/p><p>Von besonderem Interesse ist der Abschnitt von Minute 46:00 bis 52:15.<\/p><p>Zur Sprache kommt Julia Landmann von der Bertelsmann-Stiftung, die in einer Studie sechs Szenarien untersucht hat, wie sich die Wirtschaft in den kommenden 15 Jahre unter Industrie 4.0 &ldquo;entwickeln k&ouml;nnte&rdquo;.<\/p><p>Hier die Links zu den Studien:<\/p><ul>\n<li>bertelsmann-stiftung.de &ndash; <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/unsere-projekte\/wirtschaftliche-dynamik-und-beschaeftigung\/projektnachrichten\/studie-digitalisierung-und-beschaeftigung\/\">Sechs Szenarien f&uuml;r Deutschlands Arbeitsmarkt<\/a><\/li>\n<li>bertelsmann-stiftung.de &ndash; <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/publikationen\/publikation\/did\/auf-dem-weg-zum-arbeitsmarkt-40\/\">Auf dem Weg zum Arbeitsmarkt 4.0?<\/a><\/li>\n<\/ul><p>Die Studien zeigen vor allem, wohin die arbeits- und sozialpolitische Reise gehen wird, wenn wir sie zusammen mit Bertelsmann machen. <\/p><p>Eine besondere Frechheit stellt das Szenario &ldquo;Rheinischer Kapitalismus 4.0&rdquo; dar. Hier wird von einem sehr hohen Flexibilisierungsgrad sowohl auf Arbeitgeber- wie auch auf Arbeitnehmerseite geredet.<\/p><p>Und darunter stellt sich die Bertelsmann vor allem eine erhebliche Zunahem an Freelancer-T&auml;tigkeit vor. So werden wir ganz einfach alle Arbeitnehmerrechte los.<\/p><p>Zum anderen wird gleich im n&auml;chsten Satz nur noch von &ldquo;einem Mindestma&szlig; an sozialer Sicherung&rdquo; geredet.<\/p><p>Hatte ich Rheinischer Kapitalismus falsch verstanden im Sinne, dass alle profitieren sollen? <\/p><p>Es ist unglaublich, was die Studie unverholen schreibt:<\/p><ul>\n<li>Ein Gro&szlig;teil der Arbeitenden ist nun selbstst&auml;ndig und ihre angebotene Arbeit ist auch sehr stark nachgefragt.<\/li>\n<li>Daf&uuml;r kommen oft freie Mitarbeiter zum Einsatz, die aber meist nur einen oder wenige Arbeitgeber haben und so eine kontinuierliche, vertrauensvolle Zusammenarbeit erm&ouml;glichen (sic!) &ndash; der &bdquo;feste Freie&ldquo; ist vielerorts zum Wunschmodell geworden,<\/li>\n<li>Heute erh&auml;lt jedes Kind bei der Geburt einen digitalen Bildungsfonds, der sich etwa durch einen erfolgreichen Schulabschluss auff&uuml;llen l&auml;sst. Wer diese Chance jedoch nicht nutzt, f&auml;llt aus dem System und hat keinen weiteren Anspruch auf digitale Bildung<\/li>\n<li>Den weiterf&uuml;hrenden und tiefergehenden Kompetenzerwerb jedoch kann sich tendenziell nur eine privilegierte Schicht leisten, dieser Teil der digitalen Bildung bleibt privat<\/li>\n<\/ul><p>Mir l&auml;uft ein kalter Schauer &uuml;ber den R&uuml;cken!<\/p><p>Auch das vermeintlich sanfte Szenario &ldquo;Ingenieursnation mit Herzchen&rdquo; (Was f&uuml;r ein mit Verlaub d&auml;mlicher Name!) sollte man sich n&auml;her anschauen.<\/p><p>Hier droht der Verlust vieler Arbeitspl&auml;tze. (Ich dachte, wir werden immer mehr Fachkr&auml;fte brauchen.)<\/p><p>Doch soziale H&auml;rten werden durch ein bedingungsloses Grundeinkommen ausgeglichen.<\/p><p>Also Vorsicht, wenn sich k&uuml;nftig Politiker, von denen man es nicht erwartet h&auml;tte, sich f&uuml;r ein bedingungsloses Grundeinkommen stark machen!<\/p><p>Interessant auch, die Studie wurde zusammen mit der Stiftung &ldquo;Neue Verantwortung&rdquo; erstellt (, von der ich bisher noch nicht geh&ouml;rt hatte).<\/p><p>Der Vorstand, Anna Wohlfahrt war zuvor 5 Jahre bei Bertelsmann und das Vorstandsmitglied Benn Scott war zuvor Innovationsberater im Stab von Hillary Clinton in ihrer Zeit als Au&szlig;enministerin. Die Atlantik-Br&uuml;cke l&auml;&szlig;t gr&uuml;&szlig;en.<\/p><p>Ein wenig verwirrt hat mich, Petra Pau von der Linken im Pr&auml;sidium zu finden.<\/p><p>Leider bin ich noch nicht dazu gekommen, Frau Pau hierzu anzuschreiben.<\/p><p>Mit freundlichen Gru&szlig;,<br>\nJ&uuml;rgen Helmschmidt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu diesem Artikel <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40498\">Alle reden von Digitalisierung. F&uuml;hren sie etwas im Schilde?<\/a> vom 9. Oktober kamen eine Reihe von interessanten, freundlichen und kritischen LeserInnen-Mails. Einige geben wir Ihnen hiermit zur Kenntnis. In einer der Mails wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der Philosoph Precht unentwegt von Digitalisierung spreche. 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