{"id":4055,"date":"2009-07-10T09:16:01","date_gmt":"2009-07-10T07:16:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4055"},"modified":"2014-01-27T12:06:14","modified_gmt":"2014-01-27T11:06:14","slug":"die-sozialenzyklika-von-benedikt-xvi-eine-moralpredigt-ueber-liebe-und-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4055","title":{"rendered":"Die Sozialenzyklika von Benedikt XVI. \u2013 Eine Moralpredigt \u00fcber Liebe und Wahrheit"},"content":{"rendered":"<p>Die M&auml;chtigen und Reichen in der Welt k&ouml;nnen nach dem <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/imperia\/md\/content\/sde\/sozialenzyklika_von_benedikt_xvi.pdf\">Rundschreiben des Papstes &bdquo;&Uuml;ber die ganzheitliche Entwicklung in der Liebe und in der Wahrheit&ldquo; [PDF &ndash; 443 KB]<\/a> ruhig schlafen. In wohlabgewogenen Worten &bdquo;beleuchtet&ldquo; die Enzyklika zahllose Missst&auml;nde und ruft im Sinne einer positiven Motivation &bdquo;alle Menschen guten Willens&ldquo; auf, in &bdquo;von Wahrheit erf&uuml;llter Liebe, caritas in veritate&ldquo; &bdquo;entsprechend ihren Einflussm&ouml;glichkeiten in der Polis&ldquo; zu handeln.<br>\nDie gegenw&auml;rtige Krise ist nach Meinung der h&ouml;chsten kirchlichen Autorit&auml;t den &bdquo;sch&auml;dlichen Auswirkungen einer schlecht eingesetzten und dar&uuml;ber hinaus spekulativen Finanzaktivit&auml;t auf die Realwirtschaft&ldquo; geschuldet. &ldquo;Die Kompliziertheit und Schwere der augenblicklichen wirtschaftlichen Krise besorgt uns zu Recht, doch m&uuml;ssen wir mit Realismus, Vertrauen und Hoffnung die neuen Verantwortungen &uuml;bernehmen&ldquo;, tr&ouml;stet der Papst. Die Kirche habe keine &bdquo;technischen L&ouml;sungen&ldquo; anzubieten und beanspruche keineswegs, &bdquo;sich in die staatlichen Belange einzumischen&ldquo;. &bdquo;Die Liebe und die Wahrheit &ndash;, zeigt uns, was das Gute ist und worin unser Gl&uuml;ck besteht. Es zeigt uns somit den Weg zur wahren Entwicklung.&ldquo;<br>\n&bdquo;Die Soziallehre der Kirche beleuchtet die immer neuen Probleme, die auftauchen, mit einem Licht, das sich nicht ver&auml;ndert.&ldquo; Mit vielen Worten also nichts Neues von der katholischen Kirche. Wenn wir uns nur von der &bdquo;Kultur der Liebe&ldquo; beseelen lassen, dann wird alles gut: &bdquo;Die Finanzmakler m&uuml;ssen die eigentlich ethische Grundlage ihrer T&auml;tigkeit wieder entdecken, um nicht jene hoch entwickelten Instrumente zu missbrauchen, die dazu dienen k&ouml;nnen, die Sparer zu betr&uuml;gen.&ldquo;<br>\n&bdquo;Die Krise verpflichtet uns, unseren Weg neu zu planen, uns neue Regeln zu geben und neue Einsatzformen zu finden, auf positive Erfahrungen zuzusteuern und die negativen zu verwerfen. So wird die Krise Anlass zu Unterscheidung und neuer Planung.&ldquo; Genau so reden auch die weltlichen W&uuml;rdentr&auml;ger. Vom Papst haben sie also nichts zu bef&uuml;rchten. Und wenn es mit der &bdquo;Liebe in der Wahrheit&ldquo; im realen Leben nicht so ganz klappt, dann kann man ja beichten gehen. Der Papst steht als gn&auml;diger Beichtvater zur Verf&uuml;gung. So viel ist nach dieser Enzyklika gewiss. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><\/p><p><strong>Der Wahrheitsanspruch schlie&szlig;t eher aus als ein<\/strong><\/p><p>Es ist zun&auml;chst einmal positiv zu bewerten, dass in diesen Krisenzeiten und das &ndash; sicherlich nicht ganz zuf&auml;llig &ndash; vor einem G 8-Treffen in Italien der Papst eine &bdquo;Sozial&ldquo;-Enzyklika herausgibt. K&ouml;nnten doch davon wichtige Impulse f&uuml;r eine Kritik der Krisenursachen, f&uuml;r die Art der Bew&auml;ltigung der Krise und vor allem f&uuml;r eine Neugestaltung der Wirtschafts- und Sozialordnung ausgehen.<\/p><p>Wer diese Hoffnung auf die Sozialenzyklika von Papst Benedikt XVI. gesetzt hat, wird entt&auml;uscht. <\/p><p>F&uuml;r einen der nicht der katholischen Kirche angeh&ouml;rt und der den spirituellen Geist nicht nachempfinden kann, ist die Sozialenzyklika von Papst Bendedikt ein schwer nachvollziehbarer Text. F&uuml;r Angeh&ouml;rige anderer Religionsgemeinschaften oder Gl&auml;ubige anderer Religionen, f&uuml;r Agnostiker oder sich als Atheisten verstehende Menschen ist sie in ihrem Ausschlie&szlig;lichkeitsanspruch geradezu ein Affront. <\/p><p>Die <em>&bdquo;ideologische Verschlossenheit gegen&uuml;ber Gott&ldquo;<\/em> (nat&uuml;rlich wie er von der katholischen Kirche interpretiert wird) und <em>&bdquo;der Atheismus der Gleichg&uuml;ltigkeit&ldquo;<\/em>, die beide den Sch&ouml;pfer verg&auml;&szlig;en, liefen Gefahr auch die menschlichen Werte zu vergessen. Sie stellten heute die gr&ouml;&szlig;ten Hindernisse f&uuml;r die Entwicklung der Menschheit dar: <em>&bdquo;Der Humanismus, der Gott ausschlie&szlig;t, ist ein unmenschlicher Humanismus&ldquo;<\/em>, hei&szlig;t es am Schluss des Rundschreibens (S. 63). Da wird mit einem Federstrich der jahrhundertelange Prozess der Aufkl&auml;rung verdammt.<\/p><p>Entwicklung in allen Bereichen brauche Christen, <em>&bdquo;die von dem Bewusstsein getragen sind, dass die von Wahrheit erf&uuml;llte Liebe, caritas in veritate, von der die echte Entwicklung ausgeht, nicht unser Werk ist, sondern uns geschenkt wird.&ldquo;<\/em> (S. 64f.) Man kann dem Oberhaupt der katholischen Kirche nicht vorhalten, dass er die Angeh&ouml;rigen seiner Kirche anspricht, wenn er jedoch auch noch andere Menschen mit seinen Botschaften beseelen will, dann ist der in der Enzyklika zum Ausdruck kommende Wahrheitsanspruch eher ausschlie&szlig;end als mitnehmend. Der Papst hat insofern den Adressaten verfehlt, wenn er seine Botschaft &ndash; wie es auf dem Deckblatt hei&szlig;t &ndash;  <em>&bdquo;an alle Menschen guten Willens&ldquo;<\/em> richten wollte.  <\/p><p>F&uuml;r einen nicht in der Tradition der katholischen Kirche Stehenden, ist es befremdlich, wie sich Benedikt XVI. in seinem Rundschreiben geradezu scholastisch auf die Positionen seiner Vorg&auml;nger, vor allem  Konzilpapst Paul VI. oder Johannes XXIII. und auf deren Schriften Populorum progressio oder Rerum novarum bezieht, um daraus quasi eine dogmatische  Fortentwicklung seiner Rechtsprechung abzuleiten. <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/1825968_Papst-Enzyklika-Sozialethiker-kritisiert-Defizite.html\">Friedhelm Hengsbach<\/a>, nennt die Enzyklika zu Recht ein &bdquo;Selbstgespr&auml;ch des gegenw&auml;rtigen Papstes mit seinen zwei Vorg&auml;ngern&ldquo;. Der deutsche Papst scheint doch noch sehr von seiner fr&uuml;heren Rolle als Pr&auml;fakt der Glaubenskongregation gepr&auml;gt zu sein.<\/p><p>Der Papst richtet sich an die kirchlichen W&uuml;rdentr&auml;ger, an die Gl&auml;ubigen und alle Menschen guten Willens, er wendet sich nicht an die Politik oder an die Machthaber in Wirtschaft und Gesellschaft. Caritas, also <em>&bdquo;empfangene und geschenkte Liebe&ldquo;<\/em> als Appell an den Einzelnen die <em>&bdquo;Wahrheit&ldquo;<\/em> zu <em>&bdquo;verteidigen&ldquo; <\/em>und <em>&bdquo;im Leben zu bezeugen&ldquo;<\/em>. <em>&bdquo;Die Liebe und die Wahrheit &ndash;, zeigt uns, was das Gute ist und worin unser Gl&uuml;ck besteht. Es zeigt uns somit den Weg zur wahren Entwicklung.&ldquo;<\/em> Es gehe um die <em>&bdquo;Verk&uuml;ndung der Wahrheit der Liebe Christi in der Gesellschaft&ldquo;<\/em> und nicht um die Aufforderung der katholischen Kirche an die Politik, sich an den Werten der Enzyklika auszurichten. Der einzelne Mensch habe sich in seinen &Auml;mtern und Rollen entsprechend der Soziallehre zu verhalten und die Wahrheit zu bezeugen. Die Kirche habe keine technischen L&ouml;sungen anzubieten und beanspruche keineswegs, <em>&raquo;sich in die staatlichen Belange einzumischen&laquo;.<\/em> (S. 7) <\/p><blockquote><p><em>Jeder Christ ist zu dieser N&auml;chstenliebe aufgerufen, in der Weise seiner Berufung und entsprechend seinen Einflussm&ouml;glichkeiten in der Polis. Das ist der institutionelle &ndash; wir k&ouml;nnen auch sagen politische &ndash; Weg der N&auml;chstenliebe.<\/em> (S.5)<\/p><\/blockquote><p>Das ist aus der Sicht von jemand, der auf die Trennung von Kirche und Staat Wert legt, erfreulich. Im Widerspruch zu dieser Selbstbeschr&auml;nkung steht allerdings die harsche Kritik am Laizismus und dessen geradezu unglaubliche Gleichsetzung mit dem Fundamentalismus:  <\/p><blockquote><p><em>Im Laizismus und im Fundamentalismus verliert man die M&ouml;glichkeit eines fruchtbaren Dialogs und einer gewinnbringenden Zusammenarbeit zwischen Vernunft und religi&ouml;sem Glauben.<\/em> (S. 48)<\/p><\/blockquote><p><strong>Struktur einer Predigt<\/strong><\/p><p>Das Rundschreiben hat die Struktur einer Predigt. Der Papst leitete das Leitmotiv &bdquo;CARITAS IN VERITATE&ldquo;, wie ein Losungswort theologisch und dogmatisch lang und breit her, um es dann auf die verschiedensten weltlichen Sachverhalte zu &uuml;bertragen. <em>&bdquo;Die Soziallehre der Kirche beleuchtet die immer neuen Probleme, die auftauchen, mit einem Licht, das sich nicht ver&auml;ndert.&ldquo;<\/em> (S.9)<\/p><p>Die Schrift &uuml;berpr&uuml;ft an Hand des von ihm definierten Leitmotivs die Lebenswirklichkeiten und macht dazu h&auml;ufig kritische Anmerkungen, um aber letztlich auf der Linie der (in der westlichen Welt) herrschenden politischen Paradigmen zu landen oder bestenfalls etablierte Minderheiten zu loben (z.B. Mikrokredite oder Einkaufsgenossenschaften). <\/p><p><strong>Zum Gewinnstreben<\/strong><br>\nSo kritisiert der Papst etwa das egoistische Gewinnstreben: <\/p><blockquote><p><em>Der Gewinn ist n&uuml;tzlich, wenn er in seiner Eigenschaft als Mittel einem Zweck zugeordnet ist, welcher der Art und Weise seiner Erlangung ebenso wie der seiner Verwendung einen Sinn verleiht. Die ausschlie&szlig;liche Ausrichtung auf Gewinn l&auml;uft, wenn dieser auf ungute Weise erzielt wird und sein Endzweck nicht das Allgemeinwohl ist, Gefahr, Verm&ouml;gen zu zerst&ouml;ren und Armut zu schaffen.<\/em> (S. 15)<\/p><\/blockquote><blockquote><p><em>Die auf dem Plan befindlichen technischen Kr&auml;fte, die weltweiten Wechselbeziehungen, die sch&auml;dlichen Auswirkungen einer schlecht eingesetzten und dar&uuml;ber hinaus spekulativen Finanzaktivit&auml;t auf die Realwirtschaft, die stattlichen, oft nur ausgel&ouml;sten und dann nicht angemessen geleiteten Migrationsstr&ouml;me, die unkontrollierte Ausbeutung der Erdressourcen &ndash; all das veranlasst uns heute, &uuml;ber die notwendigen Ma&szlig;nahmen zur L&ouml;sung von Problemen nachzudenken.<\/em>(S. 15)<\/p><\/blockquote><blockquote><p><em>Die Aspekte der Krise und ihrer L&ouml;sungen wie auch die einer zuk&uuml;nftigen neuen m&ouml;glichen Entwicklung sind immer mehr miteinander verbunden, sie bedingen sich gegenseitig, erfordern neue Bem&uuml;hungen um ein Gesamtverst&auml;ndnis und eine neue humanistische Synthese. Die Kompliziertheit und Schwere der augenblicklichen wirtschaftlichen Krise besorgt uns zu Recht, doch m&uuml;ssen wir mit Realismus, Vertrauen und Hoffnung die neuen Verantwortungen &uuml;bernehmen, zu denen uns das Szenario einer Welt ruft, die einer tiefgreifenden kulturellen Erneuerung und der Wiederentdeckung von Grundwerten bedarf, auf denen eine bessere Zukunft aufzubauen ist. Die Krise verpflichtet uns, unseren Weg neu zu planen, uns neue Regeln zu geben und neue Einsatzformen zu finden, auf positive Erfahrungen zuzusteuern und die negativen zu verwerfen. So wird die Krise Anlass zu Unterscheidung und neuer Planung.<\/em> (S.16)<\/p><\/blockquote><p>Neu nachzudenken und neue Planung, neue Regeln aufstellen, das h&ouml;ren wir nun auf allen <em>&bdquo;Gipfeln&ldquo;<\/em> der Welt, die Antworten des Papstes bleiben jedoch noch allgemeiner und abstrakter, als sie in den Kommuniques der Politik zu finden sind: Wiederentdeckung von Grundwerten oder tiefgreifende kulturelle Erneuerung. Ginge es nicht wenigstens ein wenig konkreter?<\/p><p><strong>Zur zunehmenden Ungerechtigkeit<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Absolut gesehen, nimmt der weltweite Reichtum zu, doch die Ungleichheiten vergr&ouml;&szlig;ern sich. In den reichen L&auml;ndern verarmen neue Gesellschaftsklassen, und es entstehen neue Formen der Armut. In &auml;rmeren Regionen erfreuen sich einige Gruppen einer Art verschwenderischer und konsumorientierter &Uuml;berentwicklung, die in unannehmbarem Kontrast zu anhaltenden Situationen entmenschlichenden Elends steht. &raquo;Der Skandal schreiender Ungerechtigkeit&laquo; h&auml;lt an.<\/em>(S. 16)<\/p><\/blockquote><p>Was aber der Papst zur &Uuml;berwindung des Skandals schreiender Ungerechtigkeit anbietet, ist mehr als d&uuml;rftig. Die Lektion, die uns die augenblickliche Wirtschaftskrise erteile, verlange eine <\/p><blockquote><p><em>neue Wertbestimmung der Rolle und der Macht der Staaten&ldquo;. &bdquo;Mit einer besser ausgewogenen Rolle der staatlichen Gewalt kann man davon ausgehen, dass sich jene neuen Formen der Teilnahme an der nationalen und internationalen Politik st&auml;rken, die sich durch die T&auml;tigkeit der in der Zivilgesellschaft arbeitenden Organisationen verwirklichen.<\/em><\/p><\/blockquote><p>Mehr als eine vage Andeutung ist das nicht.<\/p><p><strong>Zur Globalisierung<\/strong><br>\nDie Enzyklika setzt sich durchaus kritisch mit der &bdquo;Globalisierung&ldquo; auseinander: <\/p><blockquote><p><em>Der global gewordene Markt hat vor allem bei den reichen L&auml;ndern die Suche nach Zonen angetrieben, in die die Produktion zu Niedrigpreisen verlagert werden kann, mit dem Ziel, die Preise vieler Waren zu senken, die Kaufkraft zu steigern und somit die auf vermehrtem Konsum basierenden Wachstumsraten f&uuml;r den eigenen internen Markt zu erh&ouml;hen. Folglich hat der Markt neue Formen des Wettstreits unter den Staaten angeregt, die darauf abzielen, mit verschiedenen Mitteln &ndash; darunter g&uuml;nstige Steuers&auml;tze und die Deregulierung der Arbeitswelt &ndash; Produktionszentren ausl&auml;ndischer Unternehmen anzuziehen. Diese Prozesse haben dazu gef&uuml;hrt, dass die Suche nach gr&ouml;&szlig;eren Wettbewerbsvorteilen auf dem Weltmarkt mit einer Reduzierung der Netze der sozialen Sicherheit bezahlt wurde, was die Rechte der Arbeiter, die fundamentalen Menschenrechte und die in den traditionellen Formen des Sozialstaates verwirklichte Solidarit&auml;t in ernste Gefahr bringt. Die Systeme der sozialen Sicherheit k&ouml;nnen die F&auml;higkeit verlieren, ihre Aufgabe zu erf&uuml;llen, und zwar nicht nur in den armen L&auml;ndern, sondern auch in den Schwellenl&auml;ndern und in den seit langem entwickelten L&auml;ndern. Hier kann die Haushaltspolitik mit Streichungen in den Sozialausgaben, die h&auml;ufig auch von den internationalen Finanzinstituten angeregt werden, die B&uuml;rger machtlos neuen und alten Gefahren aussetzen; diese Machtlosigkeit wird durch das Fehlen eines wirksamen Schutzes durch die Arbeitnehmervereinigungen noch erh&ouml;ht. Die Gesamtheit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ver&auml;nderungen bewirkt, dass die Gewerkschaftsorganisationen bei der Aus&uuml;bung ihrer Aufgabe, die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten, auf gr&ouml;&szlig;ere Schwierigkeiten sto&szlig;en, auch weil die Regierungen aus Gr&uuml;nden des wirtschaftlichen Nutzens oft die gewerkschaftlichen Freiheiten oder die Verhandlungsm&ouml;glichkeiten der Gewerkschaften selbst einschr&auml;nken. So haben die traditionellen Netze der Solidarit&auml;t wachsende Hindernisse zu &uuml;berwinden.<\/em> (S.18)<\/p><\/blockquote><p>Die Beschreibung trifft durchaus zu und dem Vorschlag der Soziallehre der Kirche <\/p><blockquote><p><em>Arbeitnehmervereinigungen zur Verteidigung der eigenen Rechte ins Leben zu rufen, sollte darum heute noch mehr nachgekommen werden als fr&uuml;her<\/em> (S. 18)<\/p><\/blockquote><p>m&ouml;chte man gerne zustimmen. <\/p><blockquote><p><em>Der globale Rahmen, in dem die Arbeit ausge&uuml;bt wird, verlangt auch, dass die nationalen Gewerkschaftsorganisationen, die sich vorwiegend auf die Verteidigung der Interessen der eigenen Mitglieder beschr&auml;nken, den Blick ebenso auf die Nichtmitglieder richten und insbesondere auf die Arbeitnehmer in den Entwicklungsl&auml;ndern, wo die Sozialrechte oft verletzt werden.<\/em> (S. 54)<\/p><\/blockquote><p>Da wird dann auf der einen Seite die Schw&auml;chung der Gewerkschaften beklagt und auf der anderen Seite werden sie daf&uuml;r kritisiert, dass sie sich zu wenig um die Nichtmitglieder und die Arbeitnehmer in den Entwicklungsl&auml;ndern k&uuml;mmerten. Solche Widerspr&uuml;chlichkeiten lie&szlig;en sich an vielen Stellen aufzeigen.<\/p><blockquote><p><em>Die  &bdquo;Globalisierung&ldquo; stellt an sich eine gro&szlig;e Chance dar. Ohne die F&uuml;hrung der Liebe in der Wahrheit kann dieser weltweite Impuls allerdings dazu beitragen, die Gefahr bisher ungekannter Sch&auml;den und neuer Spaltungen in der Menschheitsfamilie heraufzubeschw&ouml;ren. Darum stellen uns die Liebe und die Wahrheit vor einen ganz neuen und kreativen Einsatz, der freilich sehr umfangreich und komplex ist. Es geht darum, die Vernunft auszuweiten und sie f&auml;hig zu machen, diese eindrucksvollen neuen Dynamiken zu erkennen und auszurichten, indem man sie im Sinn jener &raquo;Kultur der Liebe&laquo; beseelt, deren Samen Gott in jedes Volk und in jede Kultur gelegt hat.<\/em> (S. 24f.)<\/p><\/blockquote><p>Dass die Globalisierung Risiken und Chancen ist der wohlfeile Allgemeinplatz aller Globalisierungsbef&uuml;rworter. <\/p><blockquote><p><em>Die Globalisierung a priori (sei) weder gut noch schlecht. Sie wird das sein, was die Menschen aus ihr machen. Wir d&uuml;rfen nicht Opfer sein, sondern m&uuml;ssen Gestalter werden, indem wir mit Vernunft vorgehen und uns von der Liebe und von der Wahrheit leiten lassen.<\/em> (S.35)<\/p><\/blockquote><blockquote><p><em>Die Globalisierung ist ein vielschichtiges und polyvalentes Ph&auml;nomen, das in der Verschiedenheit und in der Einheit all seiner Dimensionen &ndash; einschlie&szlig;lich der theologischen &ndash; erfasst werden muss. Dies wird es erlauben, die Globalisierung der Menschheit im Sinne von Beziehung, Gemeinschaft und Teilhabe zu leben und auszurichten.<\/em> (S.36)<\/p><\/blockquote><p>Diesen Globalisierungsprozess nun mit der &bdquo;Kultur der Liebe&ldquo; zu beseelen, ist aber nicht mehr als ein schwacher Trost. B&ouml;sartig k&ouml;nnte man sagen: Das ist Pfaffengeschw&auml;tz.<\/p><p><strong>Zur Arbeitslosigkeit<\/strong><br>\nAuch die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit werden vom Papst angeprangert: <\/p><blockquote><p><em>So provoziere die Arbeitslosigkeit heute neue Aspekte wirtschaftlicher Bedeutungslosigkeit, und die augenblickliche Krise kann die Situation nur noch verschlechtern. Der langzeitige Ausschluss von der Arbeit oder die l&auml;ngere Abh&auml;ngigkeit von &ouml;ffentlicher oder privater Hilfe untergraben die Freiheit und die Kreativit&auml;t der Person sowie ihre famili&auml;ren und gesellschaftlichen Beziehungen, was schwere Leiden auf psychologischer und spiritueller Ebene mit sich bringt. Allen, besonders den Regierenden, die damit besch&auml;ftigt sind, den Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen der Welt ein erneuertes Profil zu geben, m&ouml;chte ich in Erinnerung rufen, dass das erste zu sch&uuml;tzende und zu nutzende Kapital der Mensch ist, die Person in ihrer Ganzheit &ndash; &raquo;ist doch der Mensch Urheber, Mittelpunkt und Ziel aller Wirtschaft&laquo;.<\/em> (S.19)<\/p><\/blockquote><p>Das L&ouml;sungsangebot zur Bek&auml;mpfung der Arbeitslosigkeit bleibt jedoch appellativ und trivial: <\/p><blockquote><p><em>Die W&uuml;rde der Person und die Erfordernisse der Gerechtigkeit verlangen, dass &ndash; vor allem heute &ndash; die wirtschaftlichen Entscheidungen die Unterschiede im Besitztum nicht in &uuml;bertriebener und moralisch unhaltbarer Weise vergr&ouml;&szlig;ern und dass als Priorit&auml;t weiterhin das Ziel verfolgt wird, allen Zugang zur Arbeit zu verschaffen und f&uuml;r den Erhalt ihrer Arbeitsm&ouml;glichkeit zu sorgen. Recht besehen erfordert das auch die &raquo;wirtschaftliche Vernunft&laquo;.<\/em> (S. 24)<\/p><\/blockquote><p><em>&bdquo;Vorfahrt f&uuml;r Arbeit&ldquo;<\/em>, das sagen auch die Merkels und K&ouml;hlers. <\/p><p>Im Gegensatz dazu fordert der Papst jedoch <\/p><blockquote><p><em>eine Arbeit, die in jeder Gesellschaft Ausdruck der wesenseigenen W&uuml;rde jedes Mannes und jeder Frau ist: eine frei gew&auml;hlte Arbeit, die die Arbeitnehmer, M&auml;nner und Frauen, wirksam an der Entwicklung ihrer Gemeinschaft teilhaben l&auml;&szlig;t; eine Arbeit, die auf diese Weise den Arbeitern erlaubt, ohne jede Diskriminierung geachtet zu werden; eine Arbeit, die es gestattet, die Bed&uuml;rfnisse der Familie zu befriedigen und die Kinder zur Schule zu schicken, ohne dass diese selber gezwungen sind zu arbeiten; eine Arbeit, die den Arbeitnehmern erlaubt, sich frei zu organisieren und ihre Stimme zu Geh&ouml;r zu bringen; eine Arbeit, die gen&uuml;gend Raum l&auml;sst, um die eigenen pers&ouml;nlichen, famili&auml;ren und spirituellen Wurzeln wieder zu finden; eine Arbeit, die den in die Rente eingetretenen Arbeitnehmern w&uuml;rdige Verh&auml;ltnisse sichert.<\/em> (S. 53)<\/p><\/blockquote><p>Wie aber eine solche <em>&bdquo;gute&ldquo;<\/em> Arbeit geschaffen und gefunden werden k&ouml;nnte, dazu sagt der Papst nichts. Nichts zur Beseitigung von Hungerl&ouml;hnen, nichts zur Abschaffung prek&auml;rer Besch&auml;ftigung.<\/p><p><strong>Zur Ungleichheit<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Die systembedingte Zunahme der Ungleichheit unter Gesellschaftsgruppen innerhalb eines Landes und unter den Bev&ouml;lkerungen verschiedener L&auml;nder bzw. das massive Anwachsen der relativen Armut, neigt nicht nur dazu, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu untergraben, und bringt auf diese Weise die Demokratie in Gefahr. Auch auf wirtschaftlicher Ebene wirkt sie sich negativ aus: durch fortschreitende Abtragung des &raquo;Gesellschaftskapitals&laquo;, bzw. durch Untergrabung jener Gesamtheit von Beziehungen, die auf Vertrauen, Zuverl&auml;ssigkeit und Einhaltung der Regeln gr&uuml;nden und die unverzichtbar sind f&uuml;r jedes b&uuml;rgerliche Zusammenleben (&hellip;)<\/em><\/p>\n<p>Der menschliche Preis ist immer auch ein wirtschaftlicher Preis, und die wirtschaftlichen Missst&auml;nde fordern immer auch einen menschlichen Preis (&hellip;)<\/p>\n<p>Die Senkung des Rechtsschutzniveaus f&uuml;r die Arbeiter oder der Verzicht auf Mechanismen der Umverteilung des Gewinns, damit das Land eine gr&ouml;&szlig;ere internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit erlangt, verhindern, dass sich eine langfristige Entwicklung durchsetzen kann. So sollten die Konsequenzen, welche die aktuellen Tendenzen zu einer kurzfristig, bisweilen extrem kurzfristig angelegten Wirtschaft f&uuml;r die Menschen haben, aufmerksam abgewogen werden. Das verlangt &raquo;eine neue und vertiefte Reflexion &uuml;ber den Sinn der Wirtschaft und ihrer Ziele&laquo; sowie eine tiefgreifende und weitblickende Revision des Entwicklungsmodells, um seine Missst&auml;nde und Verzerrungen zu korrigieren. (S. 23f.)<\/p><\/blockquote><p>Auf eine konkretere Antwort und greifbar Vorschl&auml;ge, wie eine tiefgreifende und weitblickende Revision des Entwicklungsmodells aussehen k&ouml;nnte wartet man allerdings in der Enzyklika vergeblich.<\/p><p><strong>Zur Ellbogengesellschaft<\/strong><br>\nManchmal ist der moderne Mensch f&auml;lschlicherweise der &Uuml;berzeugung, der einzige Urheber seiner selbst, seines Lebens und der Gesellschaft zu sein. Diese &Uuml;berheblichkeit ist eine Folge des egoistischen Sich-in-sich-selbst-Verschlie&szlig;ens und r&uuml;hrt &ndash; in Begriffen des Glaubens gesprochen &ndash; von der Urs&uuml;nde her.<\/p><blockquote><p><em>Die &Uuml;berzeugung, sich selbst zu gen&uuml;gen und in der Lage zu sein, das in der Geschichte gegenw&auml;rtige &Uuml;bel allein durch das eigene Handeln &uuml;berwinden zu k&ouml;nnen, hat den Menschen dazu verleitet, das Gl&uuml;ck und das Heil in immanenten Formen des materiellen Wohlstands und des sozialen Engagements zu sehen. Weiter hat die &Uuml;berzeugung, dass die Wirtschaft Autonomie erfordert und keine moralische &bdquo;Beeinflussung&ldquo; zulassen darf, den Menschen dazu gedr&auml;ngt, das Werkzeug der Wirtschaft sogar auf zerst&ouml;rerische Weise zu missbrauchen. Langfristig haben diese &Uuml;berzeugungen zu wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Systemen gef&uuml;hrt, die die Freiheit der Person und der gesellschaftlichen Gruppen unterdr&uuml;ckt haben und genau aus diesem Grund nicht in der Lage waren, f&uuml;r die Gerechtigkeit zu sorgen, die sie versprochen hatten.<\/em> (S. 27)<\/p><\/blockquote><p>Wenn Egoismus und Ellbogenmentalit&auml;t von der Urs&uuml;nde herstammen, dann ist sie nach christlicher Vorstellung eben Menschenschicksal.<\/p><p>Auf die Idee dass das Werkzeug der Wirtschaft nicht in zerst&ouml;rerischer Weise missbraucht wird, sondern dass vielleicht das vielleicht ein anderes Werkzeug der Wirtschaft eingesetzt werden k&ouml;nnte, kommt der Papst leider nicht.<\/p><p><strong>Zur Marktwirtschaft<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Der Markt ist, wenn gegenseitiges und allgemeines Vertrauen herrscht, die wirtschaftliche Institution, die die Begegnung zwischen den Menschen erm&ouml;glicht, welche als Wirtschaftstreibende ihre Beziehungen durch einen Vertrag regeln und die gegeneinander aufrechenbaren G&uuml;ter und Dienstleistungen austauschen, um ihre Bed&uuml;rfnisse und W&uuml;nsche zu befriedigen. Der Markt unterliegt den Prinzipien der so genannten ausgleichenden Gerechtigkeit, die die Beziehungen des Gebens und Empfangens zwischen gleichwertigen Subjekten regelt. Aber die Soziallehre der Kirche hat stets die Wichtigkeit der distributiven Gerechtigkeit und der sozialen Gerechtigkeit f&uuml;r die Marktwirtschaft selbst betont, nicht nur weil diese in das Netz eines gr&ouml;&szlig;eren sozialen und politischen Umfelds eingebunden ist, sondern auch aufgrund des Beziehungsgeflechts, in dem sie abl&auml;uft. Denn wenn der Markt nur dem Prinzip der Gleichwertigkeit der getauschten G&uuml;ter &uuml;berlassen wird, ist er nicht in der Lage, f&uuml;r den sozialen Zusammenhalt zu sorgen, den er jedoch braucht, um gut zu funktionieren. Ohne solidarische und von gegenseitigem Vertrauen gepr&auml;gte Handlungsweisen in seinem Inneren kann der Markt die ihm eigene wirtschaftliche Funktion nicht vollkommen erf&uuml;llen. Heute ist dieses Vertrauen verloren gegangen, und der Vertrauensverlust ist ein schwerer Verlust.<\/em><\/p>\n<p>Es muss jedoch die Sichtweise jener als unrichtig verworfen werden, nach denen die Marktwirtschaft strukturell auf eine Quote von Armut und Unterentwicklung angewiesen sei, um bestm&ouml;glich funktionieren zu k&ouml;nnen. Es ist im Interesse des Marktes, Emanzipierung zu f&ouml;rdern, aber um dies zu erreichen, darf er sich nicht nur auf sich selbst verlassen, denn er ist nicht in der Lage, von sich aus das zu erreichen, was seine M&ouml;glichkeiten &uuml;bersteigt. Er muss vielmehr auf die moralischen Kr&auml;fte anderer Subjekte zur&uuml;ckgreifen, die diese hervorbringen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Das Wirtschaftsleben kann nicht alle gesellschaftlichen Probleme durch die schlichte Ausbreitung des Gesch&auml;ftsdenkens &uuml;berwinden. Es soll auf das Erlangen des Gemeinwohls ausgerichtet werden, f&uuml;r das auch und vor allem die politische Gemeinschaft sorgen muss. Es darf daher nicht vergessen werden, dass die Trennung zwischen der Wirtschaftst&auml;tigkeit, der die Aufgabe der Schaffung des Reichtums zuk&auml;me, und der Politik, die sich mittels Umverteilung um die Gerechtigkeit zu k&uuml;mmern habe, schwere St&ouml;rungen verursacht. <\/p>\n<p>Die Kirche vertritt seit jeher, dass die Wirtschaftst&auml;tigkeit nicht als antisozial angesehen werden darf. Der Markt ist an sich nicht ein Ort der Unterdr&uuml;ckung des Armen durch den Reichen und darf daher auch nicht dazu werden. Die Gesellschaft muss sich nicht vor dem Markt sch&uuml;tzen, als ob seine Entwicklung ipso facto zur Zerst&ouml;rung wahrhaft menschlicher Beziehungen f&uuml;hren w&uuml;rde. Es ist sicher richtig, dass der Markt eine negative Ausrichtung haben kann, nicht weil dies seinem Wesen entspr&auml;che, sondern weil eine gewisse Ideologie ihm diese Ausrichtung geben kann. Es darf nicht vergessen werden, dass es den Markt nicht in einer Reinform gibt. Er erh&auml;lt seine Gestalt durch die kulturellen Gegebenheiten, die ihm eine konkrete Pr&auml;gung und Orientierung geben. Die Wirtschaft und das Finanzwesen k&ouml;nnen, insofern sie Mittel sind, tats&auml;chlich schlecht gebraucht werden, wenn der Verantwortliche sich nur von egoistischen Interessen leiten l&auml;sst. So k&ouml;nnen an sich gute Mittel in schadenbringende Mittel verwandelt werden. (S. 29)<\/p><\/blockquote><blockquote><p><em>Die Finanzmakler m&uuml;ssen die eigentlich ethische Grundlage ihrer T&auml;tigkeit wieder entdecken, um nicht jene hoch entwickelten Instrumente zu missbrauchen, die dazu dienen k&ouml;nnen, die Sparer zu betr&uuml;gen.<\/em> (S.54)<\/p><\/blockquote><p>Friedhelm Hengsbach meint dazu zu Recht, dass die Probleme der Finanzm&auml;rkte <em>&bdquo;ziemlich schwach und blass&ldquo;<\/em> dargestellt w&uuml;rden und der Papst keinerlei konkrete Anweisungen oder konkrete Orientierungen anbietet, wie diese Probleme gel&ouml;st werden k&ouml;nnten. <\/p><p>Wo bleibt eine konkrete Kritik der vorherrschenden Wirtschaftsdogmen, wo bleiben konkrete Vorschl&auml;ge f&uuml;r eine soziale Marktwirtschaft. Es ist wie in der Politik, wo die soziale Marktwirtschaft wie eine Monstranz vorneweg getragen wird, ohne konkreter zu benennen, was das Soziale ist.<\/p><p>Konkret schl&auml;gt der Papst nur vor <em>&bdquo;die Erfahrung des Mikrofinanzwesens&ldquo;<\/em> zu vertiefen und zu f&ouml;rdern. (Er denkt da wohl an die Idee des Friedensnobelpreistr&auml;gers Mohammed Yunus durch Mikrokredite, die Armut zu bek&auml;mpfen.)<\/p><p><strong>Zum Shareholder Value<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Eine der gr&ouml;&szlig;ten Gefahren ist sicher die, dass das Unternehmen fast ausschlie&szlig;lich gegen&uuml;ber den Investoren verantwortlich ist und so letztendlich an Bedeutung f&uuml;r die Gesellschaft einb&uuml;&szlig;t. Aufgrund der wachsenden Gr&ouml;&szlig;e und des zunehmenden Kapitalbedarfs h&auml;ngen immer weniger Unternehmen von einem gleichbleibenden Unternehmer ab, der sich langfristig &ndash; und nicht nur vor&uuml;bergehend &ndash; f&uuml;r die T&auml;tigkeit und die Ergebnisse seines Unternehmens verantwortlich f&uuml;hlt, und immer seltener h&auml;ngen Unternehmen nur von einer Region ab. Au&szlig;erdem kann die so genannte Auslagerung der Produktionst&auml;tigkeit das Verantwortungsbewusstsein des Unternehmers gegen&uuml;ber Interessenstr&auml;gern wie den Arbeitnehmern, den Zulieferern, den Konsumenten, der Umwelt und dem gr&ouml;&szlig;eren gesellschaftlichen Umfeld zugunsten der Aktion&auml;re verringern, die nicht an einen bestimmten Ort gebunden sind und daher au&szlig;erordentlich beweglich sind. Der internationale Kapitalmarkt bietet heute tats&auml;chlich einen gro&szlig;en Handlungsspielraum. Zugleich w&auml;chst aber auch das Bewusstsein f&uuml;r die Notwendigkeit einer weiterreichenden &bdquo;sozialen Verantwortung&ldquo; des Unternehmens. <\/em>(S. 32)<\/p><\/blockquote><p>Nichts gegen eine Didaktik der positiven Motivation, aber angesichts des in der Finanzkrise deutlich gewordenen eklatanten (auch) moralischen Versagens der Verantwortlichen, h&auml;tte man auch eine praktische Kritik und ein moralisches Urteil erwarten d&uuml;rfen. Wo sieht der Papst ein wachsendes Bewusstsein f&uuml;r die soziale Verantwortung der Unternehmen?<br>\nAls einzige konkrete Ma&szlig;nahme schl&auml;gt der Papst <em>&bdquo;Unternehmensgruppen die Ziele mit sozialem Nutzen verfolgen&ldquo;<\/em> (S. 40) vor.  <\/p><p><strong>Zur Rolle des Staates<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Die zusammengewachsene Wirtschaft unserer Zeit eliminiert die Rolle der Staaten nicht, sie verpflichtet die Regierungen vielmehr zu einer engeren Zusammenarbeit untereinander. Gr&uuml;nde der Weisheit und der Klugheit raten davon ab, vorschnell das Ende des Staates auszurufen. Hinsichtlich der L&ouml;sung der derzeitigen Krise, zeichnet sich ein Wachstum seiner Rolle ab, indem er viele seiner Kompetenzen wiedererlangt. <\/em><\/p><\/blockquote><p>Welche Rolle jedoch dem Staat zukommt und wie er seine wiedererlangten Kompetenzen aus&uuml;ben sollte &ndash; Fehlanzeige.<\/p><p><strong>Zur demographischen Entwicklung<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Der Geburtenr&uuml;ckgang, der die Bev&ouml;lkerungszahl manchmal unter den kritischen demographischen Wert sinken l&auml;sst, st&uuml;rzt auch die Sozialhilfesysteme in die Krise, f&uuml;hrt zur Erh&ouml;hung der Kosten, schr&auml;nkt die R&uuml;ckstellung von Ersparnissen und in der Folge die f&uuml;r die Investitionen n&ouml;tigen finanziellen Ressourcen ein, reduziert die Verf&uuml;gbarkeit qualifizierter Arbeitskr&auml;fte und verringert das Reservoir der &raquo;K&ouml;pfe&laquo;, aus dem man f&uuml;r die Bed&uuml;rfnisse der Nation sch&ouml;pfen muss.<\/em><\/p>\n<p>Daher wird es zu einer sozialen und sogar &ouml;konomischen Notwendigkeit, den jungen Generationen wieder die Sch&ouml;nheit der Familie und der Ehe vor Augen zu stellen sowie die &Uuml;bereinstimmung dieser Einrichtungen mit den tiefsten Bed&uuml;rfnissen des Herzens und der W&uuml;rde des Menschen.<\/p>\n<p>In dieser Hinsicht sind die Staaten dazu aufgerufen, politische Ma&szlig;nahmen zu treffen, die die zentrale Stellung und die Unversehrtheit der auf die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau gegr&uuml;ndeten Familie, der Grund- und Lebenszelle der Gesellschaft, dadurch f&ouml;rdern, indem sie sich auch um deren wirtschaftliche und finanzielle Probleme in Achtung vor ihrem auf Beziehung beruhenden Wesen k&uuml;mmern. (S. 38f.)<\/p><\/blockquote><p>Auch hier folgt der Papst dem Mainstream der Demographie-Alarmisten. Er erkennt nicht, dass die demographische Entwicklung allenfalls ein nachrangiges Problem gegen&uuml;ber der Arbeitslosigkeit bzw. der Besch&auml;ftigungsquote darstellt, schon gar nicht erkennt er die Rolle der Produktivit&auml;t, die es erlauben w&uuml;rde, dass Alt und Jung von der erh&ouml;hten Wirtschaftskraft auch in Zukunft besser leben k&ouml;nnten. <\/p><p>Die Sch&ouml;nheit der Familie wieder vor Augen zu stellen und die Unversehrtheit der Ehe durch den Staat zu f&ouml;rdern, dass ist also die Antwort des Papstes auf die demographische Entwicklung. <\/p><p><strong>Ein Bauchladen an Themen wird an Hand des Leitmottos durchdekliniert<\/strong><\/p><p>In diesem ausschweifenden und alle Probleme relativierenden Stil dekliniert die Enzyklika ohne erkennbare Linie und teilweise beliebig zahllose Themen durch:<\/p><p>So werden etwa <strong>internationale Hilfsorganisationen und Nichtregierungsorganisationen<\/strong> kritisiert, dass die die Zusammensetzung der Ausgaben f&uuml;r den tats&auml;chlichen Inhalt ihrer Programme nicht transparent w&auml;ren.<\/p><p>Er fordert einen gr&ouml;&szlig;eren Zugang zur <strong>Bildung<\/strong> zur <em>&bdquo;umfassenden Formung der Person&ldquo;<\/em>. (S. 51f.)<\/p><p>Er wettert gegen den <strong>Sextourismus<\/strong>. (S. 52)<\/p><p>Zum Thema <strong>Migration<\/strong> f&auml;llt dem Papst nicht viel mehr ein, als eine enge Zusammenarbeit zwischen Herkunfts- und Aufnahmel&auml;ndern. (S.53)<\/p><p>Er redet den <strong>Konsumenten<\/strong> ins Gewissen und weist darauf hin, dass <em>&bdquo;Kaufen nicht nur ein wirtschaftlicher Akt, sondern immer auch eine moralische Handlung ist.&ldquo;<\/em> Eine wirksamere Rolle der Verbraucher sei als Faktor einer wirtschaftlichen Demokratie w&uuml;nschenswert. (S. 55) <\/p><p>Die neoklassischen &Ouml;konomen h&auml;tten es nicht sch&ouml;ner sagen k&ouml;nnen. Die Kritik, dass der der Konsument gar nicht in der Lage ist, die Auswirkungen seiner Kaufakte ad&auml;quat zu bewerten, scheint im Vatikan noch nicht angekommen zu sein. <\/p><p>Sein Vorschlag <em>&bdquo;Einkaufskooperativen und Konsumgenossenschaften&ldquo;<\/em> zu schaffen, ist angesichts der Marktmacht der Discounter bestenfalls gut gemeint.<\/p><p>Sinn und Zielsetzung der <strong>Medien<\/strong> m&uuml;ssten <em>&bdquo;auf anthropologischer Grundlage gesucht werden.&ldquo;<\/em> (S. 60)<\/p><p>Auch der <strong>Umweltschutz<\/strong> sei Ausdruck von Liebe und Wahrheit. Der Papst folgt einem anthropozentrischen Naturbegriff und deshalb bed&uuml;rfe es als L&ouml;sung eben nur einer <em>&bdquo;verantwortungsvollen Steuerung &uuml;ber die Natur&ldquo;<\/em> (S. 43) <em>&ldquo;Der Schutz der Umwelt, der Ressourcen und des Klimas erfordert, dass alle auf internationaler Ebene Verantwortlichen gemeinsam handeln und bereit sind, in gutem Glauben, dem Gesetz entsprechend und in Solidarit&auml;t mit den schw&auml;chsten Regionen unseres Planeten zu arbeiten.&ldquo;<\/em> (S. 43f.)<\/p><p>Im nicht weit von Rom liegenden L&acute;Aquila wurde auf dem Gipfel gerade demonstriert, wie weit wir noch von einem gemeinsamen Handeln auf internationaler Ebene entfernt sind. Warum redete der Papst den dort Versammelten nicht ins Gewissen?<\/p><p>Ein <em>&bdquo;tats&auml;chlicher Gesinnungswandel&ldquo;<\/em> sei notwendig. Der Umweltschutz fordere die heutige Gesellschaft dazu heraus <em>&bdquo;ernsthaft ihren Lebensstil zu &uuml;berpr&uuml;fen, der in vielen Teilen der Welt zum Hedonismus und Konsumismus neigt und gegen&uuml;ber den daraus entstehenden Sch&auml;den gleichg&uuml;ltig bleibt.&ldquo;<\/em> (S. 44). <\/p><p>Es ist der typische Appell, <em>&bdquo;wir alle haben &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse&ldquo;<\/em> gelebt, den wir auch von unserem Bundespr&auml;sidenten oder von unserer Kanzlerin h&ouml;ren k&ouml;nnen, ohne dass Ross und Reiter genannt w&uuml;rden, n&auml;mlich wer in der Gesellschaft &uuml;ber die Verh&auml;ltnisse lebt. Da beklagt der Papst einerseits zunehmende Ungleichheit und Armut in den Gesellschaften und in der Welt und fordert und mahnt zum allgemeinen Konsumverzicht.<\/p><p>Das <em>&bdquo;entscheidenden Problem&ldquo;<\/em>, um die Natur zu sch&uuml;tzen, sei das <em>&bdquo;moralische Verhalten der Gesellschaft&ldquo;<\/em>. Um dann ganz unvermittelt auf seine Lieblingsthemen &ndash; die Abtreibung und die Sterbehilfe &ndash; zu kommen: <\/p><blockquote><p><em>Wenn das Recht auf Leben und auf einen nat&uuml;rlichen Tod nicht respektiert wird, wenn Empf&auml;ngnis, Schwangerschaft und Geburt des Menschen auf k&uuml;nstlichem Weg erfolgen, wenn Embryonen f&uuml;r die Forschung geopfert werden, verschwindet schlie&szlig;lich der Begriff Human&ouml;kologie und mit ihm der Begriff der Umwelt&ouml;kologie aus dem allgemeinen Bewusstsein.<\/em> (S. 44f.)<\/p><\/blockquote><p>Human&ouml;kologie betrifft die Beziehungen zwischen Menschen und ihrer nat&uuml;rlichen Umwelt, was dar&uuml;ber hinaus &bdquo;Umwelt&ouml;kologie&ldquo; bedeuten soll, mag verstehen wer will. Es ist die alte die alte suggestive Argumentation der Kirche, wer abtreibt, hat sein moralisches Recht verspielt, wenn er sich f&uuml;r den Erhalt der Umwelt einsetzt. Umweltschutz beginnt mit dem Verzicht auf Empf&auml;ngnisverh&uuml;tung.<\/p><p>In der <strong>Friedenspolitik<\/strong> w&uuml;rdigt der Papst die Diplomatie und die Vertragspolitik <em>&bdquo;um kriegerische Bedrohungen einzud&auml;mmen und die regelm&auml;&szlig;ig wiederkehrenden terroristischen Versuchungen an der Wurzel freizulegen.&ldquo;<\/em> <em>&bdquo;Damit diese Bem&uuml;hungen dauerhafte Wirkungen hervorbringen k&ouml;nnen, m&uuml;ssen sie sich allerdings auf Werte st&uuml;tzen k&ouml;nnen, die in der Wahrheit des Lebens verwurzelt sind.&ldquo;<\/em> (S. 59)<\/p><p>Zur Wahrheit des irdischen Lebens geh&ouml;ren leider auch geostrategische Interessen und der Kampf um Ressourcen und eben nicht nur der Terrorismus. Zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sagt der Papst kein Sterbensw&ouml;rtchen und auch zum Verh&auml;ltnis von Israel und den Palestinensern schweigt sich der Papst aus geschweige denn, dass er auf das Verh&auml;ltnis von katholischer Kirche und Judentum eingeht.<\/p><p>V&ouml;llig einseitig und undifferenziert macht der Papst den <em>&bdquo;Terrorismus mit fundamentalistischem Hintergrund&ldquo;<\/em> f&uuml;r Leid, Verw&uuml;stung und Tod und daf&uuml;r verantwortlich, dass der Dialog zwischen den Nationen blockiert werde. (S. 22)<\/p><p><strong>Abtreibung und Sexualmoral scheinen wichtiger als andere Probleme der Welt<\/strong><\/p><p>Am meisten erregt sich der Papst &uuml;ber die <em>&bdquo;verbreitete tragische Plage der Abtreibung&ldquo;<\/em> (S. 61) und &uuml;ber eine auf <em>&bdquo;lediglich hedonistische und spielerische Handlung&ldquo;<\/em> reduzierte Sexualit&auml;t (S. 38). Er sieht in der <em>&bdquo;Entwicklung und F&ouml;rderung von In-vitro-Fertilisation, Embryonenforschung, M&ouml;glichkeiten des Klonens und der Hybridisierung des Menschen&ldquo;<\/em> einen <em>&ldquo;Absolutheitsanspruch der Technik&ldquo; <\/em>(S.61)<\/p><p>Aus der Art und Weise, wie sich der Papst in Fragen der Sexualit&auml;t und der Abtreibung ereifert, k&ouml;nnte man den Eindruck gewinnen, das dieses Thema f&uuml;r den Papst bedr&auml;ngender ist, als die meisten anderen Probleme dieser Welt.<\/p><p><strong>Die Forderung nach einer Weltautorit&auml;t<\/strong><\/p><p>Angesichts der unaufhaltsamen Zunahme weltweiter gegenseitiger Abh&auml;ngigkeit und der weltweit anzutreffenden Rezession ist es f&uuml;r den Papst nicht mehr ausreichend die Organisation der Vereinten Nationen oder die internationale Wirtschafts- und Finanzgestaltung zu reformieren, er fordert eine &bdquo;echte politische Weltautorit&auml;t&ldquo;:<\/p><blockquote><p><em>Um die Weltwirtschaft zu steuern, die von der Krise betroffenen Wirtschaften zu sanieren, einer Verschlimmerung der Krise und sich daraus ergebenden Ungleichgewichten vorzubeugen, um eine geeignete vollst&auml;ndige Abr&uuml;stung zu verwirklichen, die Sicherheit und den Frieden zu n&auml;hren, den Umweltschutz zu gew&auml;hrleisten und die Migrationsstr&ouml;me zu regulieren, ist das Vorhandensein einer echten politischen Weltautorit&auml;t, wie sie schon von meinem Vorg&auml;nger, dem seligen Papst Johannes XXIII., angesprochen wurde, dringend n&ouml;tig. Eine solche Autorit&auml;t muss sich dem Recht unterordnen, sich auf konsequente Weise an die Prinzipien der Subsidiarit&auml;t und Solidarit&auml;t halten, auf die Verwirklichung des Gemeinwohls hingeordnet sein, sich f&uuml;r die Verwirklichung einer echten ganzheitlichen menschlichen Entwicklung einsetzen, die sich von den Werten der Liebe in der Wahrheit inspirieren l&auml;sst. Dar&uuml;ber hinaus muss diese Autorit&auml;t von allen anerkannt sein, &uuml;ber wirksame Macht verf&uuml;gen, um f&uuml;r jeden Sicherheit, Wahrung der Gerechtigkeit und Achtung der Rechte zu gew&auml;hrleisten. Offensichtlich muss sie die Befugnis besitzen, gegen&uuml;ber den Parteien den eigenen Entscheidungen wie auch den in den verschiedenen internationalen Foren getroffenen abgestimmten Ma&szlig;nahmen Beachtung zu verschaffen.<\/em> (S. 56)<\/p><\/blockquote><p>Angesichts des Schadens, den das V&ouml;lkerrecht, die internationalen Organisationen und vor allem die Vereinten Nationen (UN) in den letzten Jahren genommen haben, nicht zuletzt durch die Bush-Regierung, die die Autorit&auml;t der UN und des V&ouml;lkerrechts systematisch untergraben hat, m&ouml;chte man bei diesem Vorschlag noch wohlwollend von einer Utopie des Papstes sprechen. Da er aber keinerlei Hinweise auf die (demokratischen) Konstitutionsvoraussetzungen einer solchen &bdquo;Weltautorit&auml;t&ldquo; gibt, sondern nur von einer Autorit&auml;t spricht, die sich von den &bdquo;Werten der Liebe in der Wahrheit&ldquo; inspirieren lassen soll, die der Papst mit seiner Enzyklika vorgibt, muss diese Idee eher Sorge ausl&ouml;sen.<\/p><p>Die Sorge n&auml;mlich, dass hier &auml;hnlich der hierarchischen Struktur der katholischen Kirche, an eine absolute weltliche Autorit&auml;t gedacht wird, die das, was die kirchliche Autorit&auml;t als Werte vorgibt (Liebe in der Wahrheit), in einem weltweiten Imperium bedingungslos durchzusetzen vermag. <\/p><p>Papst Benedikt XVI. schwebt dabei nicht die Vision der &bdquo;Einen Weltdemokratie&ldquo; (Christoph Z&ouml;pel) vor, sondern er hat sich offenbar vom Weltbild des Hochmittelalters noch nicht gel&ouml;st, wo die absoluten Herrschaftsanspr&uuml;che der Kaiser von der Kirche abgeleitet und die Herrschaft selbst vom Papst legitimiert werden mussten.<\/p><p>Es ist die Idee einer &bdquo;politischen Weltautorit&auml;t&ldquo;, die das zutiefst r&uuml;ckw&auml;rtsgewandte und konservative Weltbild der katholischen Kirche widerspiegelt, das Benedikt XVI. verk&ouml;rpert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die M&auml;chtigen und Reichen in der Welt k&ouml;nnen nach dem <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/imperia\/md\/content\/sde\/sozialenzyklika_von_benedikt_xvi.pdf\">Rundschreiben des Papstes &bdquo;&Uuml;ber die ganzheitliche Entwicklung in der Liebe und in der Wahrheit&ldquo; [PDF &ndash; 443 KB]<\/a> ruhig schlafen. In wohlabgewogenen Worten &bdquo;beleuchtet&ldquo; die Enzyklika zahllose Missst&auml;nde und ruft im Sinne einer positiven Motivation &bdquo;alle Menschen guten Willens&ldquo; auf, in &bdquo;von Wahrheit erf&uuml;llter<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4055\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[1,50,37,199,132],"tags":[526,527,525,528],"class_list":["post-4055","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-das-kritische-tagebuch","category-finanzkrise","category-globalisierung","category-kirchen-religionen","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-hengsbach-friedhelm","tag-katholische-soziallehre","tag-papst","tag-soziale-marktwirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4055","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4055"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4055\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20301,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4055\/revisions\/20301"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4055"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4055"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4055"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}