{"id":4056,"date":"2009-07-10T09:50:58","date_gmt":"2009-07-10T07:50:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4056"},"modified":"2009-07-10T09:51:33","modified_gmt":"2009-07-10T07:51:33","slug":"hinweise-des-tages-929","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4056","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(MB\/WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4056#h01\">G 8 in L&rsquo;Aquila: Lizenz zum Zocken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h02\">Nulll&ouml;sung beim Klimaschutz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h03\">Schluss mit G8 und ihrem Missmanagement! <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h04\">Deutsche Wirtschaft verharrt in Talsohle &ndash; Prognose-Update: Die konjunkturelle Lage zur Jahresmitte 2009<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h05\">Thomas Fricke &ndash; Inflation, ein Sommerr&auml;tsel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h06\">Deutsche Ausfuhren im Mai 2009: &ndash; 24,5% zum Mai 2008<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h07\">&ldquo;Deutsche Exportwirtschaft verpasst Trendwende&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h08\">PwC pr&uuml;ft, der Staat b&uuml;rgt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h09\">Ermittlungen gegen Ex-Chef von Pleitebank IKB teilweise eingestellt &ndash; Juristisches Possenspiel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h10\">Trotz Finanzkrise: EU erschwert in Freihandelsverhandlungen die Kontrolle von Finanzdienstleistungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h11\">&ldquo;Die City wird aufatmen&rdquo; <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h12\">IAQ: Niedriglohnbesch&auml;ftigung 2007 weiter gestiegen &ndash; zunehmende Bedeutung von Niedrigstl&ouml;hnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h13\">Arbeitsmarkt: L&auml;ngst &uuml;ber vier Millionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h14\">Keine Tarifflucht per Arbeitsvertrag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h15\">Jetzt versprechen, sp&auml;ter vergessen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h16\">Michael Dauderst&auml;dt: Krisenzeiten &ndash; Was Schulden verm&ouml;gen und was Verm&ouml;gen schulden <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h17\">Soziale Polarisierung in Deutschland &ndash; ein Mythos?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h18\">Wirtschaftsfaktor Glaube<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h19\">S-Bahn: Stillstand, Notstand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h20\">Absurde Stasi-Diskussion<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h21\">Peter Ehrlich &ndash; Asche ohne Glut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h22\">Abgeordnete mit mehr Nebeneink&uuml;nften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h23\">Die Dreht&uuml;r dreht sich wieder &ndash; und weitere Lobbyhinweise <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h24\">Die Krise als Stunde der Legislative<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h25\">Moralische Fragen, nicht nur f&uuml;r Italien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h26\">Deutschlands langes Schweigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h27\">Der Pr&auml;sident wirft die Kampagnen-Maschine wieder an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h28\">Zu guter Letzt: Kein Bombodrom<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4056&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>G 8 in L&rsquo;Aquila: Lizenz zum Zocken<\/strong><br>\nEine neue Epoche sollte er einl&auml;uten, der London Consensus, verk&uuml;ndet im April beim Weltfinanzgipfel der G20 in der britischen Hauptstadt. Die marktradikale Doktrin des bisher geltenden Washington Consensus ersetzen durch eine engere staatliche &Uuml;berwachung des Wirtschaftsgeschehens. Die internationalen Finanzm&auml;rkte b&auml;ndigen. Der Weltwirtschaft einen stabilen Ordnungsrahmen geben. Auf ihrem Treffen im italienischen L&rsquo;Aquila diese Woche ziehen die Staats- und Regierungschefs der G8 eine erste Zwischenbilanz. Konkrete Entscheidungen aber fallen erst beim Weltfinanzgipfel der G20 im Herbst in Pittsburgh. Nun wird gepr&uuml;ft, welche Reformen auf gutem Weg sind und wo noch nachgebessert werden muss. Es bleibt noch viel zu tun. Wichtige Probleme sind bislang ungel&ouml;st, selbst &uuml;ber die Ursachen der Krise gibt es einen transatlantischen Dissens. V&ouml;llig ungekl&auml;rt ist immer noch, wie die Politik mit dem Problem der gro&szlig;en und untereinander verflochtenen Banken umgeht. Durch Zwangsfusionen und Rettungsaktionen entstehen immer mehr solche Schwergewichte. Scheitern sie, dann rei&szlig;en sie die Wirtschaft mit in den Abgrund &ndash; weshalb f&uuml;r alle gro&szlig;en Banken de facto eine Staatsgarantie gilt. Auch wenn sie Fehler machen: Sie k&ouml;nnen nicht pleite gehen. Goldman Sachs, die Deutsche Bank oder die UBS m&ouml;gen sich als Kathedralen des Kapitalismus feiern &ndash; in Wahrheit sind sie alle so etwas wie Landesbanken. Ausgestattet mit einer staatlichen Lizenz zum Zocken. Eine &raquo;nicht nachhaltige Struktur&laquo; sei das, urteilt selbst die konservative Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich, die Baseler Dachorganisation der Zentralbanken &ndash; und fordert, &uuml;ber eine Zerschlagung der Riesen nachzudenken. Genauso wichtig ist es, den v&ouml;llig unkontrollierten Handel mit Finanzderivaten zu regulieren. Die Banken benutzen sie, um sich und ihre Kunden gegen Risiken wie W&auml;hrungsschwankungen abzusichern. F&uuml;r die Investmenth&auml;user sind solche Gesch&auml;fte, die nicht &uuml;ber offizielle B&ouml;rsen abgewickelt werden, eine wichtige Geldquelle. F&uuml;r eine Volkswirtschaft aber k&ouml;nnen sie t&ouml;dlich sein, denn vor allem infolge solcher Transaktionen rei&szlig;t eine Bank in der Krise viele andere mit ins Ungl&uuml;ck. Die Regierungen wissen all das, aber sie scheuen den Konflikt mit Aktion&auml;ren und Finanzmanagern. Die Briten haben verhindert, dass die EU europaweit aktive Finanzinstitute kontrolliert. Aber auch Deutschland und Frankreich z&ouml;gern. Die Wirklichkeit ist komplexer als die Legende von regulierungswilligen Kontinentaleurop&auml;ern und marktverliebten Angelsachsen, die deutsche Politiker gerne erz&auml;hlen. So wollen die Kontinentaleurop&auml;er vor allem bei Steueroasen hart durchgreifen &ndash; und bei Hedgefonds. Doch auch wenn diese viel Unheil angerichtet haben, mit der aktuellen Krise haben sie wenig zu tun. Sie wurde ausgel&ouml;st durch das Fehlverhalten ganz normaler Banken. Die Debatte dar&uuml;ber, wie mit ihnen zu verfahren sei, ist in den USA und Gro&szlig;britannien aber weiter fortgeschritten als hierzulande. Genauso uneinig ist sich die Welt &uuml;ber die makro&ouml;konomischen Lehren aus der Finanzkrise. Nicht einmal die Schuldfrage ist gekl&auml;rt. Aus Sicht der Bundesregierung liegt die Schuld bei den Amerikanern, die hemmungslos &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse gelebt und die Welt mit billigem Geld &uuml;berschwemmt h&auml;tten. Aus Sicht der USA haben die Exportweltmeister Deutschland und China die Kreditorgie mit verursacht, weil sie ihre G&uuml;ter auf dem amerikanischen Markt abgeladen h&auml;tten, statt selbst mehr zu konsumieren: Eine H&auml;lfte der Welt musste zu viele Schulden machen, weil die andere zu viel sparte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/text\/2009\/29\/Regulierung\">Zeit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Nulll&ouml;sung beim Klimaschutz<\/strong><br>\nDie Beschl&uuml;sse der G8 zum Klimaschutz h&auml;lt der Klimaforscher Hermann Ott f&uuml;r unzureichend. Gebraucht wird eine Reduktion der Treibhausgabe um 100 Prozent bis 2020.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/datenbank\/freitag\/2009\/28\/klimaschutz-treibhausgase-emissionen\/print\">Der Freitag<\/a>\n<p><em>Passend dazu:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Schluss mit G8 und ihrem Missmanagement! <\/strong><br>\nDie G8 verweigern bei auf ihrem Gipfel die Diskussion der Krisenursachen und lassen sinnvolle L&ouml;sungsvorschl&auml;ge auflaufen. Attac fordert, die G8 mitsamt ihrer Symbolpolitik abzuschaffen &ndash; und neue Strukturen, darunter ein Weltw&auml;hrungssystem, aufzubauen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/aktuell\/neuigkeiten\/detailansicht\/datum\/2009\/07\/09\/schluss-mit-g8-und-ihrem-missmanagement\/?no_cache=1&amp;cHash=e042f2a726\">Attac<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutsche Wirtschaft verharrt in Talsohle &ndash; Prognose-Update: Die konjunkturelle Lage zur Jahresmitte 2009<\/strong><br>\nDie deutsche Wirtschaft ist im Winterhalbjahr 2008\/09 in eine Krise historischen Ausma&szlig;es abgerutscht. Die gesamtwirtschaftliche Produktion schrumpfte seit dem Herbst vergangenen Jahres saisonbereinigt, real um nahezu 6 %. Dabei waren die Einbu&szlig;en vor allem bei den Investitionen und den Ausfuhren besonders gravierend. Hingegen blieben die privaten Konsumausgaben nahezu stabil. Im weiteren Jahresverlauf wird die konjunkturelle Entwicklung, bei einer weiterhin negativen Grundtendenz, durch die verst&auml;rkt greifenden staatlichen St&uuml;tzungsma&szlig;nahmen gepr&auml;gt sein. F&uuml;r das Jahr 2009 insgesamt wird die Abnahme des Bruttoinlandsprodukts im Jahresdurchschnitt 6,5% betragen. Im kommenden Jahr d&uuml;rfte die gesamtwirtschaftliche Produktion nahezu stagnieren. Das Bruttoinlandsprodukt wird 2010 im Jahresdurchschnitt um 0,4 % abnehmen. Die Arbeitslosenzahl wird im Jahresdurchschnitt 2009 um rund 300.000 Personen zunehmen. Auch 2010 wird die Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf stark zunehmen; zum Jahresende auf saisonbereinigt rund 4,7 Mio. Personen. Im Jahresdurchschnitt 2010 betr&auml;gt die Arbeitslosenquote 10,3 %, nach 8,2 % im Jahr 2009. Die Teuerungsrate ist in beiden Jahren mit 0,3 % sehr niedrig.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_39_2009.pdf\">IMK Report 13\/ Juli 2009 [PDF &ndash; 215 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/37883_95683.html?cis_mode=print\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Thomas Fricke &ndash; Inflation, ein Sommerr&auml;tsel<\/strong><br>\nWenn Peer Steinbr&uuml;ck derzeit Dinnerreden h&auml;lt und andere Welterkl&auml;rungsversuche unternimmt, spricht er mit vielen Falten auf der Stirn von seinen Sorgen &uuml;ber steigende Staatsschulden. Und von seiner Angst, dass bald Inflation ausbricht. Dass in Deutschland bald wieder f&uuml;nf Millionen Leute ohne Arbeit zu sein drohen, scheint den deutschen Finanzminister weniger zu st&ouml;ren. In den Reden kommt das jedenfalls kaum vor. F&uuml;r die meisten Menschen auf der Welt w&auml;re das ein Grund, ihren Minister in die W&uuml;ste zu schicken. In Deutschland scheint das kaum zu st&ouml;ren. Da ergeben Umfragen, dass der Minister noch einflussreicher werden sollte. Da steht man zu seinen &Auml;ngsten. Und dazu geh&ouml;rt mehr als anderswo die Angst vor steigenden Preisen. Selbst dann, wenn in Wahrheit fast alles billiger wird. Warum eigentlich?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne-Thomas-Fricke-Inflation-ein-Sommerr%E4tsel\/538303.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Deutsche Ausfuhren im Mai 2009: &ndash; 24,5% zum Mai 2008<\/strong><br>\nWie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorl&auml;ufiger Ergebnisse mitteilt, wurden im Mai 2009 von Deutschland Waren im Wert von 60,7 Milliarden Euro ausgef&uuml;hrt und Waren im Wert von 51,1 Milliarden Euro eingef&uuml;hrt. Die deutschen Ausfuhren waren damit im Mai 2009 um 24,5% und die Einfuhren um 22,6% niedriger als im Mai 2008. Im Vormonatsvergleich war die Entwicklung von Aus- und Einfuhren kalender- und saisonbereinigt gegenl&auml;ufig: W&auml;hrend die Ausfuhren gegen&uuml;ber April 2009 um 0,3% stiegen, nahmen die Einfuhren um 2,1% ab. Die Au&szlig;enhandelsbilanz schloss im Mai 2009 mit einem &Uuml;berschuss von 9,6 Milliarden Euro ab. Im Mai 2008 hatte der Saldo in der Au&szlig;enhandelsbilanz 14,5 Milliarden Euro betragen.  Zusammen mit den Salden f&uuml;r Dienstleistungen (&ndash; 0,9 Milliarden Euro), Erwerbs- und Verm&ouml;genseinkommen (&ndash; 3,0 Milliarden Euro), laufende &Uuml;bertragungen (&ndash; 0,9 Milliarden Euro) sowie Erg&auml;nzungen zum Au&szlig;enhandel (&ndash; 1,2 Milliarden Euro) schloss &ndash; nach vorl&auml;ufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank &ndash; die Leistungsbilanz im Mai 2009 mit einem &Uuml;berschuss von 3,7 Milliarden Euro ab. Im Mai 2008 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 8,1 Milliarden Euro ausgewiesen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2009\/07\/PD09__255__51,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Ganz im Stile der vergangenen Tage werden die aktuellen Au&szlig;enhandelsdaten von den meisten Medien insbesondere durch die Artikel-&Uuml;berschriften in ein sehr positives Licht ger&uuml;ckt. Einschr&auml;nkende und zur Vorsicht mahnende Anmerkungen k&ouml;nnen den durch die Artikel geweckten Gesamteindruck eines bereits einsetzenden &ldquo;Aufschwungs&rdquo; nicht aufwiegen. <\/em><\/p>\n<p>So titelt z.B. Tagesschau.de zu der Entwicklung der Mai-Au&szlig;enhandelsdaten:<br>\n&ldquo;Exporte ziehen wieder an&rdquo;<\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/exporte118.html\">Tagesschau<\/a><\/p>\n<p><em>Abweichend zum Medientrend sieht hingegen das Handelsblatt die Mai-Au&szlig;enhandelsdaten deutlich kritischer:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&ldquo;Deutsche Exportwirtschaft verpasst Trendwende&rdquo;<\/strong><br>\nDie Unternehmen verkauften 0,3 Prozent mehr ins Ausland als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten allerdings mit einem f&uuml;nfmal so starken Umsatzplus von 1,5 Prozent gerechnet, nachdem die exportabh&auml;ngige Industrie zuvor drei Monate in Folge ein Auftragswachstum verzeichnet hatte. Im April waren die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt noch um f&uuml;nf Prozent eingebrochen. Wie stark der Exportweltmeister immer noch unter der globalen Rezession leidet, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahresergebnis. Insgesamt wurden Waren im Wert von 60,7 Mrd. Euro exportiert &ndash; das waren 24,5 Prozent weniger als im Mai 2008. Von Januar bis Mai setzten die Unternehmen 23,3 Prozent weniger um. &Ouml;konomen geben f&uuml;r die deutsche Exportwirtschaft angesichts der neuen Zahlen noch keine Entwarnung. &bdquo;Von einer Trendwende kann nicht gesprochen werden&rdquo;, sagte Thorsten Polleit von Barclays Capital. Der freie Fall scheine aber gestoppt zu sein, f&uuml;gte der Experte hinzu.<br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/konjunktur-nachrichten\/deutsche-exportwirtschaft-verpasst-trendwende;2430573\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p>\n<p>Quelle 4: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/Grafiken\/Aussenhandel\/2009\/AussenhandelStart05,templateId=renderLarge.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/p>\n<p>Hier nochmals der Hinweis auf den gestrigen Beitrag Robert von Heusingers: &ldquo;Danke China&rdquo;.<br>\nQuelle 5: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/1827714_Kommentar-Danke-China.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>PwC pr&uuml;ft, der Staat b&uuml;rgt<\/strong><br>\nWenn es um milliardenschwere Staatsb&uuml;rgschaften geht, spielt ein Unternehmen die Schl&uuml;sselrolle: Die Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) sagt dem Bund seit Jahrzehnten, wer Hilfe bekommen soll und wer nicht. Eine Praxis, die nun den Rechnungshof alarmiert. Gegen&uuml;ber der ARD nahm PwC erstmals Stellung zu den Vorw&uuml;rfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/pwc102.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ermittlungen gegen Ex-Chef von Pleitebank IKB teilweise eingestellt &ndash; Juristisches Possenspiel<\/strong><br>\nWie fragte doch Bertolt Brecht? Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gr&uuml;ndung einer Bank?\n<p>Die Staatsanwaltschaft D&uuml;sseldorf vermeldete am 1. Juli, &bdquo;gegen den ehemaligen Chef der Mittelstandsbank IKB, Stefan Ortseifen, Anklage wegen B&ouml;rsenmanipulation und Untreue erhoben&rdquo; zu haben. Was sie dabei &ndash; wie auch der Gro&szlig;teil der Medienberichte &uuml;ber die Anklage &ndash; unterschlug, war aber viel wichtiger: Wegen der massiven Anlage von Kundengeldern in US-Ramschhypotheken, die das Institut an den Rand des Ruins getrieben und den Steuerzahler Milliarden gekostet haben, muss Ortseifen keine Strafverfolgung f&uuml;rchten. In diesem Punkt wurden die Ermittlungen eingestellt. Die weithin publizierte Anklage wegen B&ouml;rsenpreismanipulation und Untreue konzentriert sich auf teilweise eng beschr&auml;nkte, teilweise marginale, angesichts der Gr&ouml;&szlig;enordnungen fast l&auml;cherliche Punkte: Ortseifen soll am 20. Juli 2007 in einer Pressemitteilung des Vorstandes die Lage der Bank bewusst irref&uuml;hrend zu positiv dargestellt haben. Dadurch h&auml;tten Anleger vermehrt IKB-Aktien gekauft. Nur eine Woche nach der Pressemitteilung stand dann die IKB aufgrund ihres Engagements im US-Hypothekenmarkt kurz vor der Insolvenz. Ab dem 30. Juli 2007 kam es zu erdrutschartigen Kursverlusten. Der Bund und die Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau (KfW), die Bund und L&auml;ndern geh&ouml;rt, retteten die IKB mit einem Aufwand von etwa 10 Milliarden Euro auf Kosten des Steuerzahlers. Im September 2008 wurde die IKB f&uuml;r knapp 140 Mio. Euro an den US-Finanzinvestor Lone Star verkauft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=14011&amp;css=print\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Trotz Finanzkrise: EU erschwert in Freihandelsverhandlungen die Kontrolle von Finanzdienstleistungen<\/strong><br>\nNeue WEED-Studie: EU vertritt ungebrochen die Interessen europ&auml;ischer Finanzdienstleister\n<p>Auf einen Blick:<\/p>\n<ul>\n<li>W&auml;hrend der aktuellen Finanzkrise fordert selbst die Bundeskanzlerin &ouml;ffentlich die Regulierung der Finanzm&auml;rkte. <\/li>\n<li>Dennoch verhandelt die EU weiter mit zahlreichen Staaten Freihandelsabkommen, die eine weitere Liberalisierung von Finanzdienstleistungen vorsehen und den derzeitigen Re-Regulierungsinitiativen entgegenstehen.\n<\/li>\n<li>WEED ruft wie viele andere zivilgesellschaftliche Akteure aus Nord und S&uuml;d dazu auf, die geplanten Liberalisierungen der Finanzdienstleistungen zu stoppen <\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.weed-online.org\/themen\/wto\/2593250.html\">WEED<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>&ldquo;Die City wird aufatmen&rdquo; <\/strong><br>\nDie britische Regierung will den Londoner Finanzaufsehern mehr Kompetenzen verleihen, das bisherige System aber weitgehend unver&auml;ndert lassen. Das geht aus dem Wei&szlig;buch hervor, das Finanzminister Alistair Darling am Mittwoch vorstellte. Banken sollen ihre Kernkapitalquoten erh&ouml;hen und ihre Mitarbeiter &ldquo;statt f&uuml;r kurzfristigen Gewinn mehr f&uuml;r langfristige Stabilit&auml;t entlohnen&rdquo;, sagte Darling. Ein Finanzstabilit&auml;tsrat soll die Kommunikation zwischen Zentralbank, Finanzaufsichtsbeh&ouml;rde FSA und Schatzkanzleramt verbessern und rechtzeitig auf Missst&auml;nde hinweisen.\n<p>Tats&auml;chlich haben die Lobby-Verb&auml;nde der wichtigen Finanzindustrie Brown und Darling zuletzt mit einem Trommelfeuer belegt. Die Rede ist von Abwanderung und weiteren Arbeitsplatzverlusten, falls der lukrative Handel mit risikoreichen Papieren eingeschr&auml;nkt werden sollte. Der von immer h&ouml;heren Schulden bedr&auml;ngte Schatzkanzler zeigte im Parlament Wirkung und verteidigte die Branche, die auf der Insel rund eine Million Menschen besch&auml;ftigt: &ldquo;Die Finanzindustrie hat in den vergangenen neun Jahren rund 250 Milliarden Pfund Steuern bezahlt. Das ist eine n&uuml;tzliche Summe&rdquo; , sagte Darling.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/druck\/1246541692554\/Darling-laesst-Aufsicht-zahm-Die-City-wird-aufatmen\">Standard<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>IAQ: Niedriglohnbesch&auml;ftigung 2007 weiter gestiegen &ndash; zunehmende Bedeutung von Niedrigstl&ouml;hnen<\/strong>\n<ul>\n<li>Die Zahl der Niedriglohnbesch&auml;ftigten in Deutschland lag 2007 um rund 350.000 h&ouml;her als noch 2006.<\/li>\n<li>Unter allen abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten lag der Anteil von Niedrigl&ouml;hnen 2007 bei 21,5% &ndash; d.h. mehr als jede\/r F&uuml;nfte arbeitete f&uuml;r einen Stundenlohn unterhalb der Niedriglohnschwelle.\n<\/li>\n<li>Der Anteil ist damit trotz der deutlichen Zunahme der Betroffenen im Vergleich zu 2006 nur leicht gestiegen, weil auch die Besch&auml;ftigung insgesamt zugenommen hat.<\/li>\n<li>Gleichzeitig franst das Lohnspektrum nach unten aus, Stundenl&ouml;hne von weniger als 6 &euro; brutto sind l&auml;ngst keine Seltenheit mehr.<\/li>\n<li>Die Durchschnittsl&ouml;hne im Niedriglohnsektor sind inflationsbereinigt gegen&uuml;ber 1995 nicht gestiegen und in Westdeutschland in den letzten Jahren sogar nominal gesunken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.iaq.uni-due.de\/iaq-report\/2009\/report2009-05.pdf\">Institut Arbeit und Qualifikation [PDF &ndash; 238 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) verwendet als Niedriglohnschwelle den OECD-Standard von zwei Drittel des Medianlohns. Der Medianlohn ist ein Durchschnittslohn, allerdings nicht im Sinne eines arithmetischen Durchschnitts: Die H&auml;lfte aller Besch&auml;ftigten verdient mehr, die andere H&auml;lfte weniger als den Medianlohn. Des Weiteren in dem Report: Die gesamtdeutsche Niedriglohnquote ist zwischen 1995 und 2007 von 14,2 auf 21,5% gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat sich die absolute Zahl der Besch&auml;ftigten im Niedriglohn-Sektor um 2,1 Millionen Menschen erh&ouml;ht. Der Anteil gering bezahlter Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung fiel 1995 (58,5 Prozent) deutlich geringer aus als 2007 (70,8 Prozent).<\/em><\/p>\n<p>Noch dramatischer d&uuml;rfte es ab diesen Herbst werden, wenn die Wirtschaftskrise voll auf den Arbeitsmarkt durchschl&auml;gt, denn die Arbeitslosigkeit wird immer mehr Menschen zwingen, in den Niedriglohn-Sektor zu gehen. Ohne Mindestlohn wird diese &ldquo;Reservearmee&rdquo; zum wehrlosen Spielball des Kapitals. <\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Arbeitsmarkt: L&auml;ngst &uuml;ber vier Millionen<\/strong><br>\nOffiziell sind im Augenblick 3,4 Millionen Bundesb&uuml;rger arbeitslos, wie BA-Chef Frank-J&uuml;rgen Weise am Dienstag bekannt gab. Das ist nur die halbe Wahrheit. Rund eine Million Menschen ohne regul&auml;ren Job werden dabei nicht mitgez&auml;hlt. Sie nehmen zum Beispiel gerade an einem vom Arbeitsamt organisierten Bewerbertraining teil oder sind vor&uuml;bergehend mit einem sogenannten Ein-Euro-Job besch&auml;ftigt, einer beh&ouml;rdlich organisierten Hilfst&auml;tigkeit (das betraf im Juni 330.000 Menschen). Ebenso wenig taucht in der Statistik auf, wer mit Geld aus der Arbeitslosenkasse in eine Art Vorruhestand versetzt wurde (150.000 Menschen). Im Prinzip ist das alles nicht neu. Aber statt die Statistik durchschaubarer zu gestalten, hat die schwarz-rote Bundesregierung in j&uuml;ngster Zeit weitere Regeln eingef&uuml;hrt, die die Arbeitslosenzahl nur rechnerisch senken. Seit Anfang dieses Jahres etwa gelten Erwerbslose, die die Bundesagentur zu privaten Vermittlern schickt, nicht mehr als arbeitslos. Bisher fielen dadurch nach BA-Angaben rund 60000 Arbeitslosengeld-Empf&auml;nger aus der Statistik. Die Zahl d&uuml;rfte bis zum Jahresende noch weiter steigen. &raquo;Das ist eine hochproblematische Regelung&laquo;, warnt Annelie Buntenbach, DGB-Vertreterin im Verwaltungsrat der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit. &raquo;Dadurch werden die Arbeitslosenzahlen verzerrt.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/text\/2009\/28\/Arbeitslose\">Zeit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Keine Tarifflucht per Arbeitsvertrag<\/strong><br>\nUnternehmen k&ouml;nnen aus tariflichen Bindungen nicht durch &Auml;nderungen in den Arbeitsvertr&auml;gen fliehen. Das gilt auch, wenn sie vorher aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten sind, hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt in zwei neuen Entscheidungen bekr&auml;ftigt (Az. 4 AZR 261\/08 und 250\/08). Laut Tarifvertragsgesetz ist ein Unternehmen auch nach seinem Austritt aus dem Arbeitgeberverband noch an den zuvor geltenden Tarifvertrag gebunden, solange dieser nicht &bdquo;durch eine andere Abmachung ersetzt&ldquo; wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub8EC3C0841F934F3ABA0703761B67E9FA\/Doc~EC4118CD32AAC42FC9CC40F2A78FA6618~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Jetzt versprechen, sp&auml;ter vergessen<\/strong><br>\nDie deutschen Pl&auml;ne zur Haushaltskonsolidierung sind zwar historisch erkl&auml;rbar, sie k&ouml;nnen aber allenfalls kurzfristig wirken. Langfristig wird sich hoffentlich niemand daran halten. In der ganzen Welt explodieren die Defizite der &ouml;ffentlichen Haushalte. Zwar besteht ein allgemeiner Konsens dar&uuml;ber, dass ein keynesianischer Anreiz vonn&ouml;ten ist. Gleichzeitig suchen die politischen Entscheidungstr&auml;ger immer nerv&ouml;ser nach einer Ausstiegsstrategie. Die deutsche Regierung geht besonders aggressiv gegen Defizite vor und versucht, eine entschiedene Ausstiegsstrategie zu entwerfen. Angela Merkel hat der US-Notenbank und der Bank von England ihre &ldquo;quantitative Lockerung&rdquo; der Geldpolitik vorgeworfen. Der deutsche Bundestag hat au&szlig;erdem vor Kurzem eine Grundgesetz&auml;nderung verabschiedet, der zufolge die Nettokreditaufnahme ab 2016 auf 0,35 Prozent des Bruttoinlandprodukts reduziert werden soll. Sowohl die Angriffe auf Zentralbanken als auch die Anstrengungen zur Reduzierung der Staatsverschuldung sind in Deutschland &auml;u&szlig;erst popul&auml;r. Aber sie werden von &Ouml;konomen auf der ganzen Welt (einschlie&szlig;lich Deutschlands) f&uuml;r Unsinn gehalten. &ndash; Die Hoffnung f&uuml;r Deutschland ist, dass die Menschen &ndash; sowohl deutsche W&auml;hler als auch chinesische Fondsmanager &ndash; die Versprechen der Haushaltskonsolidierung jetzt ernst nehmen und sie in zehn Jahren vergessen haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Gastkommentar-Jetzt-versprechen-sp%E4ter-vergessen\/537991.html?mode=print\">Financial Times Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Autor dieses Artikels, Harold James, ist einer der bedeutendsten Wirtschaftshistoriker, der sich in globalen Fragen und speziell in deutschen Angelegenheiten sehr gut auskennt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Michael Dauderst&auml;dt: Krisenzeiten &ndash; Was Schulden verm&ouml;gen und was Verm&ouml;gen schulden <\/strong><br>\nDie Finanzkrise hat gezeigt, dass ein System mit immer ungleicherer Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung nicht stabil ist. Die &Uuml;berwindung muss an dieser Krisenursache ansetzen und sollte nicht das Modell kreditgetriebenen Wachstums an sich untergraben. Die Einkommen der Schuldner m&uuml;ssen wachsen und die Verm&ouml;gensbesitzer mehr f&uuml;r Konsum oder reale Investitionen ausgeben. Das ist am ehesten in einem erneuten Wachstumsprozess m&ouml;glich, dessen Ergebnisse aber anders verteilt werden m&uuml;ssen. Dabei sollten weder steigende Preise noch eine st&auml;rkere Rolle des Staates bei der Umverteilung tabu sein, denn als Alternative droht eine Spirale sinkender Einkommen und zunehmender Insolvenzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/06529.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung [PDF &ndash; 109 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Soziale Polarisierung in Deutschland &ndash; ein Mythos?<\/strong><br>\nDie soziale Polarisierung in Deutschland ist leider kein Mythos, wie wirtschaftsnahe Kreise gern behaupten. Doch diese Besch&ouml;nigungen beruhen auf verzerrten und veralteten Daten. Tats&auml;chlich hat sich die Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung in den letzten zehn Jahren massiv verschlechtert. Die sozialstaatlichen Systeme k&ouml;nnen diese Entwicklung nicht ausgleichen und beabsichtigen es oft auch nicht, da sie &ndash; z.B. bei der Rentenversicherung &ndash; dem Statuserhalt dienen. Viele sozial- und steuerpolitische Reformen haben die Ungleichheit sogar noch verst&auml;rkt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/06543.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung [PDF &ndash; 105 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Wirtschaftsfaktor Glaube<\/strong><br>\nBischof Wolfgang Huber brauchte sich gar nicht mehr am Gespr&auml;ch zu beteiligen. Denn auf dem Podium der Arbeitgeberverb&auml;nde wurde sowieso gesagt, was dem EKD-Ratsvorsitzenden wichtig war. Drum konnte Huber, als er am Mittwoch in Berlin mit Wirtschaftsvertretern &uuml;ber die Marktwirtschaft diskutierte, &ouml;fter mal seinen Gedanken nachh&auml;ngen, w&auml;hrend sein Part von Unternehmern oder Managern &uuml;bernommen wurde. Sie erkl&auml;rten, dass eine &ldquo;neue Wertorientierung der Wirtschaft&rdquo; n&ouml;tig sei, die sich nicht mehr &ldquo;nur am Shareholder-Value, sondern auch am Gemeinwohl orientieren muss&rdquo;, wie sich der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands der Versicherungsunternehmer, Josef Beutelmann, ausdr&uuml;ckte. Oder dass es &ldquo;Spielregeln und Regulierungen auf den Finanzm&auml;rkten&rdquo; geben m&uuml;sse, wie Anton F. B&ouml;rner vom Bundesverband Gro&szlig;handel erkl&auml;rte. Oder dass sich &ldquo;der z&uuml;gellose Kapitalismus auf den Finanzm&auml;rkten als brandgef&auml;hrlich offenbart&rdquo; habe, weshalb der Staat ein &ldquo;starker Regelgeber&rdquo; sein solle, wie Arbeitgeberpr&auml;sident Dieter Hundt sagte. Viel musste Huber dem nicht hinzuf&uuml;gen. Er konnte einen Erfolg genie&szlig;en: Die Kirchen haben mit ihrer Wirtschaftsethik bei &Ouml;konomen, Praktikern und wirtschaftsnahen Politikern Geh&ouml;r gefunden(&hellip;)\n<p>Nicht zuletzt deshalb, weil die Bisch&ouml;fe gut vernetzt sind, auch mit Vertretern der Wirtschaft. Das geht vor allem auf das Wirken von Kardinal Karl Lehmann als Vorsitzender der Bischofskonferenz zur&uuml;ck. Er benannte in dem Papier nicht nur die Herausforderungen durch den demografischen Wandel und die Erosion alter Solidarit&auml;tsformen wie der Familie, sondern r&uuml;gte auch das &ldquo;Anspruchsdenken&rdquo;. Die Steigerung der wirtschaftlichen Leistungskraft, lautet eine These, komme &auml;rmeren Bev&ouml;lkerungsteilen mindestens ebenso zugute wie vermehrte Transferleistungen. Soziale Gerechtigkeit wurde vor allem als Chancen- und Beteiligungsgerechtigkeit definiert &ndash; eine Parallele zum neuen Denken in der EKD. &ldquo;F&uuml;r ein solches, modernes Gerechtigkeitsverst&auml;ndnis setzt sich auch die &uuml;berparteiliche Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ein&rdquo;, lobte der ehemalige Bundesbankpr&auml;sident Hans Tietmeyer den &ldquo;Impuls&rdquo;. Tietmeyer geh&ouml;rt zu den Prominenten aus Wirtschaft und Finanzwelt, die eng mit der Bischofskonferenz verbunden sind und &uuml;ber die der Episkopat seine Gedanken diskret in Organisationen und Gremien der Wirtschaft transportiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/die-welt\/article4086180\/Wirtschaftsfaktor-Glaube.html?print=yes#reqdrucken\">Welt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung B.H.:<\/strong> Bemerkenswert, dass hier die Umarmung der Wirtschaft mit den Kirchen auch so benannte wird, und gleichzeitig kritisiert wird, dass die Kirchen selbst nur Kontakt zu &ldquo;Eliten&rdquo;, aber nicht zu den von den &ldquo;Reformen&rdquo; betroffenen suchen&hellip;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>S-Bahn: Stillstand, Notstand<\/strong><br>\nDer &ouml;ffentliche Nahverkehr ist eine Lebensader der Stadt. Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn war verantwortlich f&uuml;r jenen Wahnwitz, die S-Bahn zum Profitcenter zu machen, damit die Bahn bilanzm&auml;&szlig;ig besser dasteht. Im kommenden Jahr sollte die S-Bahn 125 Millionen Euro an den Konzern abf&uuml;hren &ndash; fast die H&auml;lfte dessen, was Berlin j&auml;hrlich als Zuschuss &uuml;berweist. Das geht nicht, ohne den Ruf des Unternehmens zu ruinieren durch Servicem&auml;ngel, Komforteinbu&szlig;en, Sicherheitsrisiken; und nicht ohne Gef&auml;hrdung der Kunden durch mangelnde Wartung. Als Mehdorn die Bahn privatisieren und zum global player in der Logistik machen wollte, nutzte Wowereit jede Gelegenheit, dagegen zu st&auml;nkern. Der st&auml;dtische Notstand bewegt ihn weniger. Leidensdruck? Denkste. Doch es war der Senat, der Vertr&auml;ge aushandelte, die weder die zu erbringende Leistung genau definieren, noch dem Land ausreichend Sanktionen bei Verst&ouml;&szlig;en einr&auml;umen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kommentare\/S-Bahn-Oeffentlicher-Nahverkehr;art141,2844074?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><strong>Der oligopolistische Gasmarkt<\/strong><br>\nIn Deutschland teilen sich drei Energiekonzerne den Gasmarkt auf &ndash; darunter der abgestrafte Konzern Eon Ruhrgas. Diese Monopolstellung erschwert den Wettbewerb.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/der-oligopolistische-gasmarkt\/?type=98\">TAZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Macht die Stasi zum Thema!<\/strong><br>\nDenn sie wissen nicht, was sie doch h&auml;tten wissen m&uuml;ssen: Die L&auml;nder sind ihrer Verantwortung bei der Stasi-Pr&uuml;fung nicht gen&uuml;gend nachgekommen. Nun ist es fast zu sp&auml;t &ndash; nur eine breite gesellschaftliche Debatte &uuml;ber die Staatssicherheit kann jetzt noch helfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Kommentar-Macht-die-Stasi-zum-Thema\/538030.html\">Financial Times Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Margarethe Gorges:<\/strong> Wo bleibt eigentlich der Aufruf: Macht die Lobbymitarbeiter in Ministerien zum Thema! Und zu den Stasi Mitarbeitern &ndash; wer finden &ldquo;will&rdquo; der findet sie, n&auml;mlich ganz gro&szlig; vertreten bei der CDU &ndash; die die Blockparteien stillschweigend &uuml;bernommen hat. <\/em><\/p>\n<p><em>Passend dazu eine Brosch&uuml;re: <\/em><\/p>\n<p><strong>a) Sonate f&uuml;r Blockfl&ouml;ten und Schalmeien&rdquo; &ndash; Parteien und ihre Rolle in der DDR <\/strong><br>\nNach 1989 gingen die DDR-Blockparteien in ihren westlichen Schwesterparteien auf. Bis heute ist ihr Interesse an einer kritischen Aufarbeitung ihrer Rolle zu DDR-Zeiten &auml;u&szlig;erst gering. &ldquo;Sonate f&uuml;r Blockfl&ouml;ten und Schalmeien&rdquo; hei&szlig;t eine Brosch&uuml;re des s&auml;chsischen Landtagsabgeordneten Karl Nolle (SPD), die sich damit auseinandersetzt. Er beklagt darin die bruchlose Karriere einstiger DDR-Funktion&auml;re der Blockparteien nach 1989 und wendet sich gegen jene CDU-Mitglieder, die sich weigern, sich zu ihrer politischen Vergangenheit in der DDR zu bekennen. Unter ihnen ist der heutige Ministerpr&auml;sident Stanislaw Tillich, CDU-Mitglied seit 1987, zu DDR-Zeiten Kreisvorstandsmitglied und stellvertretender B&uuml;rgermeister in Kamenz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/dynamic\/sitegen\/bin\/sitegen.php?tab=2&amp;source=\/kulturzeit\/themen\/135622\/index.html\">3sat Kulturzeit<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>b) Absurde Stasi-Diskussion<\/strong><br>\nWenn jetzt lauthals lamentiert wird, dass Tausende ehemalige Stasi-Spitzel, mindestens 17.000, wenn nicht sogar mehr, weiterhin im &ouml;ffentlichen Dienst besch&auml;ftigt w&uuml;rden, so muss man sich schon sehr wundern &uuml;ber diese absurde Form einer Hexenjagd. (&hellip;)<\/p>\n<p>Diese Diskussion ist aus leicht erkennbaren politischen Gr&uuml;nden angezettelt worden, passt vor allem der CDU in den ostdeutschen L&auml;ndern gut in den Wahlkampf. Aber wenn sie schon gef&uuml;hrt wird, sollte sie man von oben f&uuml;hren. Also: Wieso darf sich dann der CDU-Politiker Stanislaw Tillich ums Amt des Ministerpr&auml;sidenten von Sachsen bewerben? &ldquo;Dienstliche Kontakte&rdquo; zur Stasi hat er einger&auml;umt, ein bisschen darum herum geschwindelt, dem DDR-Staatsapparat brav gedient. (&hellip;)<\/p>\n<p>Die Rufe nach &ldquo;Beseitigung dieser Altlasten&rdquo; verbieten sich in den alten Bundesl&auml;ndern auch aus anderem Grund. Die Bundesrepublik hat Hunderttausende von Altnazis nach dem Kriege in den &ouml;ffentlichen Dienst &uuml;bernommen. Adenauer lie&szlig; sogar das Kanzleramt von einem Altnazi namens Globke f&uuml;hren. Ein Kurt Georg Kiesinger konnte trotz fr&uuml;hzeitiger NSDAP-Mitgliedschaft CDU-Kanzler werden. Und ein bis &uuml;bers Kriegsende hinaus systemtreuer Jurist wie Hans Karl Filbinger amtierte als CDU-Ministerpr&auml;sident.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/blog\/82_wahlfisch\/archive\/2656_absurde_stasi-diskussion.html\">Stern<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Ein Blick in die Medien zeigt, dass der STERN mit den kritischen Anmerkungen zum von interessierter Seite instrumentalisierten Stasi-Thema nahezu allein auf weiter Flur steht. Dieses Thema ist Teil des Wahlkampfes von Schwarz-Gelb den diesen nahe stehenden Medien. Es ist entlarvend, dass ausgerechnet die beim Stasi-Thema hyperaktiven Medien hartn&auml;ckig dazu schweigen, dass Kanzlerin Merkel zu DDR-Zeiten in der FdJ-Bezirksleitung linientreu als FdJ-Sekret&auml;rin f&uuml;r Agitation und Propaganda t&auml;tig war.<\/em><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.ossietzky.net\/22-2008&amp;textfile=403\">Ossietzky<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Peter Ehrlich &ndash; Asche ohne Glut<\/strong><br>\nWir wissen nicht, warum Steinmeier Kanzler werden will. Und noch weniger, warum Merkel es bleiben will. Die beiden Kandidaten k&ouml;nnen es selber nicht erkl&auml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne-Peter-Ehrlich-Asche-ohne-Glut\/537673.html?mode=print\">Financial Times Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Peter ehrlich hat Recht, wenn er meint, die SPD habe im bisherigen Wahlkampf nur Sekund&auml;rtugenden gezeigt. Die SPD kann aber nur glaubw&uuml;rdig ein Bild der Zukunft anbieten, wenn sie eine ehrliche Bilanz ihrer Politik in der Vergangenheit zieht. Und dazu ist Steinmeier als Consigliere Schr&ouml;ders und M&uuml;ntefering nicht in der Lage. Sie sind gefangen in ihrem vorausgegangenen Tun.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Abgeordnete mit mehr Nebeneink&uuml;nften<\/strong><br>\nBundestagsabgeordnete mit Nebeneink&uuml;nften haben einer Studie zufolge ihre Einnahmen deutlich gesteigert. Im Jahr 2007 verbuchten 144 von 613 Parlamentariern Honorare von zusammen mindestens 5,8 Millionen Euro, hei&szlig;t es in einer Untersuchung der Beratungsfirma Deducto. 2008 kassierten 156 Abgeordnete zusammen mindestens 6,66 Millionen Euro. F&uuml;r die ersten vier Monate des Jahres 2009 schlie&szlig;lich gaben 131 Volksvertreter gemeinsam schon rund mindestens 5,7 Millionen Euro Nebeneinnahmen an. Damit erreichten sie fast 84 Prozent der Gesamteink&uuml;nfte des Vorjahres. Das Unternehmen Deducto hatte die Nebeneink&uuml;nfte der Parlamentarier zum ersten Mal 2007 unter die Lupe genommen. Die Berechnungen des Unternehmens basieren auf den seit 2007 g&uuml;ltigen strengeren Verhaltensregeln des Bundestags. Danach m&uuml;ssen Abgeordnete &uuml;ber die H&ouml;he ihrer Nebeneink&uuml;nfte in drei Stufen Auskunft geben.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/servlets\/page?section=704&amp;item=1399479\">Netzeitung<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.pressebox.de\/meldungen\/pdf\/presse-275653.pdf\">Deducto [PDF &ndash; 240 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Die Dreht&uuml;r dreht sich wieder &ndash; und weitere Lobbyhinweise <\/strong><br>\nDie M&auml;rkische Allgemeine ver&ouml;ffentlichte eine &Uuml;bersicht die berufliche Zukunft ausscheidender Politiker: Ex-Arbeitsstaatssekret&auml;r Gerd Andres (SPD) soll k&uuml;nftig als T&uuml;rkei-Lobbyist t&auml;tig werden. Es wird spekuliert, dass die Verkehrsexperten Georg Brunnhuber (CDU) und Achim Gro&szlig;mann (SPD) zur Deutschen Bahn wechseln. Otto Schily tummelt sich unter anderem in einem Investment-Beirat. Bereits 2007 haben wir eine Studie &uuml;ber die ehemaligen Mitglieder der Regierung Schr&ouml;der ver&ouml;ffentlicht. Wie viele Medien, unter anderem tagesschau.de, die ZEIT und dieWelt berichten, ist der ex-Au&szlig;enminister Joschka Fischer als neuer RWE-Berater f&uuml;r das Gaspipeline-Projekt Nabucco t&auml;tig. Zu seinem Aufgabenbereich z&auml;hlt der &ldquo;Dialog mit der politischen F&uuml;hrungsebene der f&uuml;r das Projekt relevanten L&auml;nder&rdquo;. Fischer hat nach seiner Amtszeit die von uns geforderte Karenzzeit von 3 Jahren zwischen politischem Amt und Lobbyt&auml;tigkeit zwar eingehalten &ndash; dennoch l&auml;sst sich nicht bestreiten, dass er durch seine ehemalige Au&szlig;enminister-T&auml;tigkeit unschlagbare Kontakte und ein besonderes Ansehen genie&szlig;t, das nun seinem neuen Arbeitgeber zu Gute kommt. Zudem gr&uuml;ndete er schon 2007 eine Beraterfirma &ldquo;Joschka Fischer Consulting&rdquo;, zu deren T&auml;tigkeiten er sich uns gegen&uuml;ber auf Nachfrage in Schweigen h&uuml;llte. Auch ist er f&uuml;r die Beraterfirma der ehemaligen US-Au&szlig;enministerin Madleine Albright t&auml;tig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2009\/07\/die-drehtur-dreht-sich-wieder-%e2%80%93-und-weitere-lobbyhinweise\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Die Krise als Stunde der Legislative<\/strong><br>\nDer Spesenskandal im britischen House of Commons hat zu einem dramatischen Verlust des Ansehens der &laquo;Mutter aller Parlamente&raquo; gef&uuml;hrt. Er f&uuml;gt sich in eine Verfallsgeschichte des Parlamentarismus in Europa insgesamt. &ndash; Dabei w&auml;re eine St&auml;rkung von Volksvertretungen eine wichtige Lektion, die sich aus der gegenw&auml;rtigen Krise ziehen lie&szlig;e. So gut wie in ganz Westeuropa galt: Die Exekutiven gewannen, die Legislativen verloren an Einfluss. Am weitesten ging dieser Prozess wohl in Frankreich: Die Assembl&eacute;e nationale ist mit guten Gr&uuml;nden als das schw&auml;chste Parlament der westlichen Welt bezeichnet worden. Aber der Niedergang der Volksvertretungen schlug sich nicht nur in den Verfassungen nieder: Macht wanderte bekanntlich auch in die Verwaltungen, wurde zunehmend in konzertierten Aktionen und &laquo;Kanzlerrunden&raquo; ausge&uuml;bt. Die Legitimit&auml;t des Prinzips, viele Entscheidungen an die Exekutive oder an nicht von Wahlen abh&auml;ngige Institutionen zu delegieren, hat jedoch j&uuml;ngst einige Schrammen bekommen. Die staatlichen Regulatoren stehen ebenso in der Kritik wie Regierungsmitglieder, welche eigentlich in Banken als Aufsichtsr&auml;te h&auml;tten t&auml;tig sein sollen und offenbar von den Komplexit&auml;ten der Finanzm&auml;rkte &uuml;berfordert wurden. Das Prinzip Delegation hat seinen Reiz offenbar eingeb&uuml;sst. Doch wie weiter? Es darf zudem daran erinnert werden, dass der Soziologe Max Weber &ndash; vermeintlich vor allem ein Verfechter einer starken Exekutive &ndash; auch immer darauf hinwies, wie wichtig das Enqu&ecirc;te-Recht der Parlamente sei. W&auml;ren Enqu&ecirc;te-Kommissionen zu Ursachen und Wirkungen der Finanzkrise nicht ein Beitrag zur Katharsis wie zur Prophylaxe? Ist es nicht denkbar, dass sie sich ebenso grosser Aufmerksamkeit erfreuen k&ouml;nnten wie die Hearings im amerikanischen Kongress, in denen Experten und Regierungsmitglieder sich harte Fragen gefallen lassen m&uuml;ssen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/aktuell\/die_krise_als_stunde_der_legislative_1.2964309.html?printview=true\">Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Moralische Fragen, nicht nur f&uuml;r Italien<\/strong><br>\n<blockquote><p>Das Italien, das diesen Gipfel ausrichtet, ist eine Demokratie, in der die Informationsfreiheit zum gedem&uuml;tigten Prinzip wird. Hier werden Gesetze erlassen, um unbequemen Journalisten einen Maulkorb anzulegen; hier liegt die Kontrolle &uuml;ber alle &ouml;ffentlich-rechtlichen sowie fast alle privaten, national verbreiteten Fernsehnetze in der Hand einer einzigen Person. Die einen kontrolliert er als Regierungschef, die anderen als ihr Besitzer. Und dann tut er nicht blo&szlig; so, als habe er auszuw&auml;hlen, wer der Vertreter der Opposition in der F&uuml;hrung des Parlamentsgremium ist, der den nationalen Rundfunk kontrolliert. Er w&auml;hlt ihn auch tats&auml;chlich aus. <\/p>\n<p>Nicht nur sein Name, sondern auch sein Prinzip werden mittlerweile mit dem Land verbunden: das Prinzip, sich den Staat zum eigenen Vorteil zu kapern. In der Tat haben wir viele kleine Berlusconis, in jedem Viertel, in jeder Wohnanlage, und l&auml;ngst nicht alle und immer stammen sie aus der Partei oder der Koalition des Premiers. Sie stehen politisch rechts, ungl&uuml;cklicherweise aber auch links. Berlusconi ist nur der ber&uuml;hmteste, extremste Exponent dieses Prinzips.<\/p><\/blockquote>\n<p>Leoluca Orlando, 62, war B&uuml;rgermeister von Palermo und ist Abgeordneter der Partei Italia dei Valori (Italien der Werte) im Parlament in Rom. &Uuml;bersetzung: Andrea Bachstein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/373\/479859\/text\/10\/\">SZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Deutschlands langes Schweigen<\/strong><br>\nDie &Auml;gypterin Marwa al-Scherbini wurde vor acht Tagen in einem Dresdner Gericht von dem Angeklagten Axel W. erstochen, er beschimpfte die Kopftuchtr&auml;gerin zuvor als Terroristin und Islamistin. Es hat fast eine Woche gedauert, bis die Bundesregierung nun endlich den Vorfall verurteilt und bedauert. H&auml;tte das gro&szlig;e Schweigen in der Politik auch so lange angedauert, wenn ein Jude in einem deutschen Gerichtssaal niedergestochen worden w&auml;re, nachdem der T&auml;ter zuvor antisemitische Parolen gerufen h&auml;tte? Wann immer es einen Anschlag muslimischer Fanatiker gab, wurden die deutschen Politiker nicht m&uuml;de, Deutschlands Muslime aufzufordern, Stellung zu beziehen, um den Generalverdacht von sich abzuwenden. Nun stehen die Deutschen zumindest in &Auml;gypten unter dem Generalverdacht der Islamophobie. Wo waren in der vergangenen Woche die Stimmen in Deutschland, die den Anschlag im Gericht verurteilten? Sie waren nicht zu h&ouml;ren. Mit einer ganz bemerkenswerten Ausnahme. &ldquo;Man muss kein Muslim sein, um sich gegen antimuslimisches Verhalten zu wenden, und man muss kein Jude sein, um gegen Antisemitismus vorzugehen&rdquo;, sagte der Generalsekret&auml;r des Zentralrates der Juden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=me&amp;dig=2009%2F07%2F09%2Fa0137&amp;cHash=2c7c7c9d58\/&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h27\"><\/a><strong>Der Pr&auml;sident wirft die Kampagnen-Maschine wieder an<\/strong><br>\nGerade erst gelang Barack Obama ein politischer Durchbruch, als das Repr&auml;sentantenhaus ein historisches Gesetz gegen den Klimawandel verabschiedete, das die USA erstmals zur Reduzierung ihrer Kohlendioxid-Emissionen verpflichtet. Noch ambitionierter ist die Reform des Gesundheitssystems &ndash; ein Erfolg w&uuml;rde einem ausufernden, teuren und f&uuml;r Millionen Menschen unzul&auml;nglichen System einen grundlegenden Wandel verordnen. Daran haben sich schon viele Pr&auml;sidenten die Z&auml;hne ausgebissen. Es begann mit Theodore Roosevelt und seiner erfolglosen Pr&auml;sidentschaftskandidatur 1912. Auch Obama setzt mit dem Projekt seinen politischen Ruf aufs Spiel. Es d&uuml;rfte eine gigantische Schlacht entbrennen. Auf Seiten der Widersacher werden sich die m&auml;chtige Gesundheitslobby, die republikanische Partei und nicht wenige von Obamas eigenen Parteigenossen formieren. Hat der Pr&auml;sident Erfolg, wird er f&uuml;r das Leben und Wohlbefinden Millionen einfacher B&uuml;rger sehr viel getan haben. Sollte er scheitern, k&ouml;nnte dies seine Pr&auml;sidentschaft ernsthaft ins Wanken bringen, lange bevor er nur ein einziges Jahr an der Spitze der Macht verbracht hat. F&uuml;r Obama w&auml;re der Preis des Scheiterns hoch. Clintons Fiasko zerst&ouml;rte dessen Pr&auml;sidentschaft zwar nicht, ver&auml;nderte sie jedoch erheblich. Er schreckte danach vor jedem weiteren radikalen Reformversuch zur&uuml;ck. Obama k&ouml;nnte ein &auml;hnliches Schicksal ereilen. Die wirkliche Trag&ouml;die w&auml;re jedoch, dass die einfachen Amerikaner weiterhin unter einem System von byzantinischer Komplexit&auml;t &auml;chzen w&uuml;rden, das abgesehen von denen, die enorme Profite damit erzielen, f&uuml;r kaum jemanden einen Sinn ergibt. Es w&uuml;rde bedeuten, dass der Traum von einer Reform wieder in weite Zukunft r&uuml;cken w&uuml;rde. Bis dahin k&ouml;nnte das US-Gesundheitssystem vollends in einen unvorstellbar katastrophalen Zustand abgerutscht sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/datenbank\/freitag\/2009\/28\/obama-kampagne-gesundheitsreform\/print\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h28\"><\/a><strong>Zu guter Letzt:<\/strong><br>\n<strong>Kein Bombodrom<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/stuttmann.de\/karikaturen\/kari_20090709_Bombodrom.gif\" alt=\"Bombodrom\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/stuttmann.de\/karikaturen\/kari_20090709_Bombodrom.gif\">Stuttmann&acute;s Karikaturen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(MB\/WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4056#h01\">G 8 in L&rsquo;Aquila: Lizenz zum Zocken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h02\">Nulll&ouml;sung beim Klimaschutz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h03\">Schluss mit G8 und ihrem Missmanagement! <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h04\">Deutsche Wirtschaft verharrt in Talsohle &ndash; Prognose-Update: Die konjunkturelle Lage zur Jahresmitte 2009<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h05\">Thomas Fricke &ndash; Inflation, ein Sommerr&auml;tsel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4056#h06\">Deutsche Ausfuhren im Mai 2009: &ndash; 24,5%<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4056\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4056","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4056","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4056"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4056\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4056"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4056"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}