{"id":40561,"date":"2017-10-15T09:30:57","date_gmt":"2017-10-15T07:30:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561"},"modified":"2017-10-13T12:38:00","modified_gmt":"2017-10-13T10:38:00","slug":"hinweise-der-woche-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561#h01\">Friedensnobelpreis f&uuml;r ICAN<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561#h02\">Katalonien <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561#h03\">&Ouml;sterreich w&auml;hlt, aber hat es eine Wahl?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561#h04\">Frankreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561#h05\">Grenzkontrollen erneut verl&auml;ngert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561#h06\">Baschar al-Assad: Ein Gefangener seiner Verb&uuml;ndeten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561#h07\">Europas Hilfspolizisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561#h08\">Waffen bauen, Einfluss nehmen: deutsche Waffenfabrikanten in den USA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561#h09\">Panama Papers: Erste Durchsuchungen in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561#h10\">Berliner Post scheitert an der Briefzustellung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561#h11\">Rechtliche Wehr gegen Bundesagentur f&uuml;r Arbeit lohnt sich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561#h12\">Was ist nur in die FAZ gefahren?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40561#h13\">Neue Veranstaltungsreihe: &bdquo;Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Friedensnobelpreis f&uuml;r ICAN<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>R&uuml;ckenwind aus Oslo f&uuml;r die &Auml;chtung von Atomwaffen<\/strong><br>\nFriedensnobelpreis f&uuml;r Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN)<br>\nDie &auml;rztliche Friedensorganisation IPPNW gratuliert der International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) zu der heutigen Nominierung f&uuml;r den Friedensnobelpreis. Wie das Nobelpreiskomitee in Oslo mitteilte, erh&auml;lt ICAN die Auszeichnung f&uuml;r &bdquo;ihre Arbeit, Aufmerksamkeit auf die katastrophalen humanit&auml;ren Konsequenzen von Atomwaffen zu lenken&ldquo;. ICAN habe sich bahnbrechend um ein vertragliches Verbot diesen Waffen bem&uuml;ht. Der Vorsitzende der IPPNW Deutschland, Dr. Alex Rosen, sa&szlig; 2006 im internationalen Vorstand der IPPNW, als dieser die Kampagne ins Leben rief. Heute hat ICAN 468 Partnerorganisationen in &uuml;ber 100 L&auml;ndern.<br>\n&bdquo;Die Verleihung des Friedensnobelpreises an unsere Kampagne ICAN erf&uuml;llt uns mit gro&szlig;em Stolz. Sie gibt unserer Arbeit f&uuml;r die Abschaffung der Atomwaffen R&uuml;ckenwind und wird in den kommenden Monaten und Jahren weltweit das Engagement f&uuml;r den Atomwaffenverbotsvertrag st&auml;rken&ldquo;, so Rosen.<br>\nICAN hat die internationale Aufmerksamkeit auf die katastrophalen humanit&auml;ren Folgen von Atomwaffen gelenkt. Auf drei Staatenkonferenzen konnten die Argumente von Atombomben-&Uuml;berlebenden (Hibakusha), MedizinerInnen und humanit&auml;ren Hilfsorganisationen eine gro&szlig;e Mehrheit der Staaten von der Notwendigkeit eines Atomwaffenverbotes &uuml;berzeugen. Atomwaffen sind die grausamsten aller Massenvernichtungswaffen. Eine einzige Atomwaffe kann bis zu eine Million Menschen t&ouml;ten, wenn sie &uuml;ber einer gro&szlig;en Stadt abgeworfen wird. Weltweit gibt es noch etwa 15.000 Atomwaffen.<br>\nIm Gegensatz zu chemischen und biologischen Waffen waren Atomwaffen bislang nicht v&ouml;lkerrechtlich ge&auml;chtet. Gleichzeitig sind die Atomwaffenstaaten ihren Abr&uuml;stungsverpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag nicht nachgekommen. Momentan r&uuml;sten sie ihre Atomarsenale sogar auf, was die Gefahr eines Einsatzes drastisch erh&ouml;ht, zumal die Zahl der Atomwaffenstaaten seit Ende des Kalten Krieges gewachsen ist. Hinzu kommt die erh&ouml;hte Gefahr aufgrund von Cyberangriffen auf Atomwaffensysteme.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ippnw.de\/startseite\/artikel\/de\/rueckenwind-aus-oslo-fuer-die-aechtu.html\">ippnw<\/a><\/li>\n<li><strong>Atomwaffenfreund Bundesregierung gratuliert Atomwaffengegnern von ICAN zum Friedensnobelpreis<\/strong><br>\nRealsatire: Die Bundesregierung hat heute den Atomwaffengegnern von ICAN Deutschland zum Friedensnobelpreis gratuliert. Man teile angeblich die Ziele der &bdquo;Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Nuklearwaffen&ldquo;. Das sorgte heute f&uuml;r eine gewisse Komik: Die Bundesregierung tut n&auml;mlich nichts zur Abschaffung von Atomwaffen und findet es sogar richtig, dass Deutschland von US-Atomwaffen profitiert und m&ouml;chte daran festhalten. Zudem hat man die diesj&auml;hrigen UN-Verbotsverhandlungen (an denen ICAN) mitwirkte boykottiert. Auch mit den anderen Zielen von ICAN hat man sich offensichtlich nicht befasst&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HcYRbwXbCqg\">Tilo Jung via You Tube<\/a><\/li>\n<li><strong>Auf Deutschland kommt es an &ndash; Was der Friedensnobelpreis an ICAN f&uuml;r die deutsche Nuklearpolitik bedeuten sollte<\/strong><br>\nBis vor wenigen Tagen war das Atomwaffenverbot eine Rebellion im Stillen. Nie zuvor in der Geschichte der Vereinten Nationen haben es die atomwaffenfreien Staaten gewagt, gegen die Willk&uuml;r der Nuklearm&auml;chte kraft ihrer Mehrheit aufzubegehren. Nicht nur rhetorisch, sondern mit dem st&auml;rksten ihnen zur Verf&uuml;gung stehenden Mittel: dem internationalen V&ouml;lkerrecht. Am 7. Juli 2017 haben in den Vereinten Nationen 122 Staaten den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beschlossen. Kaum jemand hat etwas von diesem historischen Ereignis mitbekommen. Auch die Bundesregierung hat die politische Relevanz verkannt. Am 6. Oktober gab nun das Nobelkomitee die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) bekannt. (&hellip;) Deutschland hat die Verhandlungen zum Verbotsvertrag boykottiert. Erstmals in ihrer Geschichte hat die Bundesrepublik die Teilnahme an multilateralen Abr&uuml;stungsverhandlungen verweigert. (&hellip;) Deutschland steht nun in der aus globaler Perspektive wohl bedeutendsten sicherheitspolitischen Frage abseits der Weiterentwicklung des V&ouml;lkerrechts. (&hellip;) Die Bundesregierung hat ICAN zum Nobelpreis gratuliert und erkl&auml;rt, sie teile mit uns das Ziel einer atomwaffenfreien Welt. &Uuml;ber den Weg jedoch seien wir uneins. Seien wir nicht uneins, sondern realistisch. Eine atomwaffenfreie Welt wird kommen. Die Frage ist, ob mit oder ohne Knall. Entscheidend f&uuml;r den Weg wird sein, ob es gelingt, die Atomm&auml;chte rechtzeitig zur Abr&uuml;stung zu bewegen und sich das B&uuml;ndnis der Deeskalation durchsetzt. Der Vertrag ist da. Die nuklearen Zwitterstaaten, Amerikas Alliierte, spielen jetzt eine Schl&uuml;sselrolle. Deutschland will globale Verantwortung &uuml;bernehmen. Auf Deutschland kommt es an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/rubriken\/aussen-und-sicherheitspolitik\/artikel\/auf-deutschland-kommt-es-an-2343\/\">IPG Journal<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Katalonien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Erkl&auml;rungsnot<\/strong><br>\nDer katalanische Pr&auml;sident Puigdemont hat es geschafft, die Unabh&auml;ngigkeit von Spanien zu erkl&auml;ren und sie zugleich doch nicht zu vollziehen. Ein kalkulierter Schritt, der die Regierung in Madrid unter Zugzwang setzt. [&hellip;]<br>\nDie Unklarheit ist Absicht, sie ist Puigdemonts Versuch, sich aus der Sackgasse zu befreien, in die er sich selbst man&ouml;vriert hat.<br>\nDie spanische Zentralregierung in Madrid hatte nach dem Referendum am 1. Oktober offen gedroht, die Autonomie Kataloniens aufzuheben und Puigdemont ins Gef&auml;ngnis zu werfen. Zudem hatten im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Rede viele Unternehmen ihren Sitz in andere Regionen Spaniens verlegt. Selbst in Puigdemonts eigenen Partei PDeCat rumorte es daraufhin. Eine offizielle, deutliche Erkl&auml;rung der Unabh&auml;ngigkeit h&auml;tte fatale wirtschaftliche Folgen gehabt &ndash; und kam deswegen nicht in Frage.<br>\nGleichzeitig ist Puigdemont abh&auml;ngig von der linksradikalen Partei CUP, die f&uuml;r ihn im Parlament Mehrheitsbeschaffer spielt. Ihr und den vielen Unabh&auml;ngigkeitsbef&uuml;rwortern auf den Stra&szlig;en musste er ebenfalls etwas bieten &ndash; sonst w&auml;re seine Regierung am Ende gewesen. Gelungen ist ihm das nur in Teilen. Die CUP zeigte sich entt&auml;uscht, sie wollte die sofortige Unabh&auml;ngigkeit. Ihre Jugendorganisation sprach am Dienstagabend sogar von einem &bdquo;inakzeptablen Verrat&ldquo; des Pr&auml;sidenten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/carles-puigdemont-zu-kataloniens-unabhaengigkeit-erklaerungsnot-a-1172338.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><strong>13 FAQs zu Katalonien, Republik und Unabh&auml;ngigkeit<\/strong><br>\nIn den Diskussionen dieser Tage tauchen immer wieder dieselben Thesen auf: Die reichen Katalanen wollen nicht teilen, die Regierung Puigdemont handelt unverantwortlich, sollte man nicht besser auf eine Reform innerhalb Spaniens setzen ? &hellip; Hier meine 13 FAQs zum katalanischen Konflikt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.raulzelik.net\/baskenland-texte\/502-12-faqs-zu-katalonien-republik-und-unabhaengigkeit-blog-9-10-2017\">Raul Zelik<\/a><br>\n<em><strong>Anmerkung Lutz Hausstein:<\/strong> H&ouml;chst interessante Informationen zum Unabh&auml;ngigkeitskonflikt zwischen Katalonien und Spanien, die man in den &ouml;ffentlichen Darstellungen der Massenmedien leider vergeblich sucht. Dort existiert ausschlie&szlig;lich die Sprachregelung von der &bdquo;Verfassungswidrigkeit des Referendums&ldquo;. Dar&uuml;ber hinaus erh&auml;lt der Leser\/Zuh&ouml;rer\/Zuschauer keine weiteren Informationen.<\/em>\n<p><strong>Dazu: Hat Katalonien ein Selbstbestimmungsrecht?<\/strong><br>\nDie Autonomiebestrebungen haben eine lange Tradition. Ein historischer Abriss der katalanischen Unabh&auml;ngigkeit (&hellip;) Vor diesem Hintergrund l&auml;sst sich die These, dass die katalanische Unabh&auml;ngigkeit ein Projekt der Eliten sei, nicht st&uuml;tzen. Stattdessen ist es vor allem eine Modernisierungs- und Demokratisierungsbewegung, welche von einem B&uuml;ndnis aus gro&szlig;en Teilen der Bev&ouml;lkerung mit teilweise sehr unterschiedlichen Interessen getragen wird (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1066385.hat-katalonien-ein-selbstbestimmungsrecht.html\">Neues Deutschland<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin G.M.:<\/strong> Eine Darstellung, welche die Interessen der unterschiedlichen Akteure und somit den Konflikt etwas verst&auml;ndlicher macht &ndash; auch wenn der historische Teil zeitlich sehr weit zur&uuml;ck beginnt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Sch&ouml;ngeist auf Krawallkurs<\/strong><br>\nKataloniens Schicksal liegt in den H&auml;nden von Carles Puigdemont. Am Dienstag wird der Regierungschef verk&uuml;nden, wie die Zukunft der Region aussehen soll. Portr&auml;t eines Mannes, der mit seiner Rolle hadert. [&hellip;]<br>\nPuigdemont wei&szlig;, wie verzwickt die Lage ist. Es stimmt: 90 Prozent der Stimmen f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit sind ein gewaltiger Erfolg. Und die Bilder der Menschen, die Wahllokale besch&uuml;tzen und von der spanischen Polizei angegriffen werden, haben das Anliegen der katalanischen Separatisten weltbekannt gemacht. Allerdings sind 43 Prozent Wahlbeteiligung zu niedrig, um eine einseitige Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung mit allen Folgen zu rechtfertigen. Und die politische Unterst&uuml;tzung aus dem Ausland ist zu gering, um Spaniens Zentralregierung unter Mariano Rajoy zu Verhandlungen &uuml;ber Kataloniens Zukunft zu zwingen. Von einer Kompromissl&ouml;sung wie etwa einem Mehr an Autonomie ganz zu schweigen.<br>\nAuch im eigenen Lager zerren alle Seiten an Puigdemont. Da sind die Hardcore-Separatisten,vor allem vom linksradikalen Koalitionspartner CUP, die darauf dr&auml;ngen, jetzt blo&szlig; keine Zeit zu verschwenden und die Gunst der Stunde zu nutzen. Und da sind viele Parteifreunde, die angesichts der drohenden Abwanderung von Kapital vom Ziel der sofortigen Unabh&auml;ngigkeit abr&uuml;cken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/katalonien-regierungschef-carles-puigdemont-im-portraet-a-1172124.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres katalanischen Lesers M.P.:<\/strong> Bis auf einige Spitzen recht informativ.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>&Ouml;sterreich w&auml;hlt, aber hat es eine Wahl?<\/strong><br>\nAuf der Zielgeraden ist der Wahlkampf in &Ouml;sterreich zu einer Schlammschlacht entartet. Sind alle politischen Inhalte auf der Strecke geblieben? [&hellip;]<br>\nKurz gefasst kann man sagen, dass &ndash; &auml;hnlich wie in Deutschland &ndash; das Fl&uuml;chtlingsthema den Wahlkampf dominiert, die eigentlichen Fragen jedoch, um die es auch f&uuml;r die B&uuml;rger in &Ouml;sterreich geht, nur am Rande vorkommen. Alle wollen &ouml;ffentliche Schulden vermeiden, das ist schon die klarste programmatische Aussage, die man finden kann. Die wird von den konservativen Parteien mit dem Versprechen kr&auml;ftiger Steuersenkungen verbunden und &ndash; dreimal darf man raten &ndash; nat&uuml;rlich durch &bdquo;Ausgabensenkungen&ldquo; gegenfinanziert.<br>\nAm tollsten sind die Steuersenkungspl&auml;ne der &bdquo;neuen&ldquo; &Ouml;VP unter Herrn Kurz, aber dazu hat Stefan Schulmeister in einem kurzen empfehlenswerten Video bereits alles Wichtige gesagt. Die Tatsache, dass diese Partei die einbehaltenen Gewinne der Unternehmen vollkommen steuerfrei stellen will, ist nur haneb&uuml;chen zu nennen. Und das in einer Welt, wo in &Ouml;sterreich, wie in den meisten L&auml;ndern, die Unternehmen ohnehin schon so viel Gewinn in der Tasche haben, dass sie nicht wissen, wohin damit.<br>\nEs ist typisch f&uuml;r eine solche konservative Partei, dass sie dem W&auml;hler vorgaukelt, die gro&szlig;e Masse der Bev&ouml;lkerung steuerlich entlasten zu wollen, ohne dass das etwas kostet &ndash; weil es ja &bdquo;solide&ldquo; (ohne neue Schulden) gegenfinanziert ist. Die Gegenfinanzierung bedeutet aber zwingend, dass die Schw&auml;chsten in der Gesellschaft bezahlen m&uuml;ssen, denn nur die sind von staatlichen Ausgaben (die f&uuml;r die Gegenfinanzierung gek&uuml;rzt werden &bdquo;m&uuml;ssen&ldquo;) abh&auml;ngig.<br>\nDass die SP&Ouml;, die einzige Partei, die ein Gegengewicht zu dem schwarz-blau-konservativen Block bilden k&ouml;nnte, sich nicht wirklich traut, Alternativen zu bieten, ist mehr als tragisch.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/10\/oesterreich-waehlt-aber-hat-es-eine-wahl\/\">Makroskop<\/a>\n<p><strong>dazu: Das sind die Kurz-Spender<\/strong><br>\nDie reichsten &Ouml;sterreicher, zahlreiche Immobilien-Unternehmer und Hobby-J&auml;ger &ndash; sie alle unterst&uuml;tzen Sebastian Kurz im Wahlkampf mit ihrem Geld. Zwei Millionen Euro hat Kurz bisher eingenommen. Wir haben recherchiert, wer f&uuml;r die &Ouml;VP-Kampagne spendet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kontrast.at\/das-sind-die-kurz-spender\/\">kontrast.at<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Frankreich<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Gegenwind f&uuml;r Pr&auml;sident Macron<\/strong><br>\nNach Emmanuel Macrons Europa-Rede f&auml;llt Jean Luc M&eacute;lenchon mit dem Antrag auf, die Europaflagge aus der Nationalversammlung zu verbannen. Will er sich mit seiner Bewegung &bdquo;Das unbeugsame Frankreich&ldquo; als wichtigster Oppositionsf&uuml;hrer gegen&uuml;ber Macron positionieren?<br>\n&bdquo;On est oblig&eacute;s de supporter &ccedil;a?&ldquo;<br>\nOb es eine Verpflichtung g&auml;be, derlei zu dulden, fragte, mit Blick auf die Europafahne im franz&ouml;sischen Parlamentssaal, Jean-Luc M&eacute;lenchon gleich an seinem ersten Tag als neuer Abgeordneter. Von Anfang an suchte M&eacute;lenchon die Rolle des Oppositionsf&uuml;hrers f&uuml;r sich zu reklamieren &ndash; was auch umgehend gelang: Ist doch der Front National bis heute vor allem damit besch&auml;ftigt, sich neu zu organisieren. &Auml;hnlich sieht es bei Sozialisten und Konservativen aus: Sie haben zudem das Problem, dass Regierungsmitglieder aus ihren Reihen stammen &ndash; da ist eine &uuml;berzeugende Oppositionsarbeit nicht eben leicht. Jean-Luc M&eacute;lenchon dagegen scheint die Rolle seines Lebens gefunden zu haben und macht damit auch den Gewerkschaften Konkurrenz: Erkl&auml;rterma&szlig;en ist es M&eacute;lenchons Ziel, seine Bewegung &bdquo;La France Insoumise&ldquo;, &bdquo;Das unbeugsame Frankreich&ldquo;, zum Sammelbecken und Sprachrohr aller gesellschaftlichen Widerst&auml;nde zu machen: im Parlament &ndash; und auf der Stra&szlig;e.<br>\n&bdquo;Monsieur Macron wei&szlig;, dass es ein Kr&auml;ftemessen ist, er hat es gewollt. Also ist es nun an uns, die Herausforderung anzunehmen, also m&uuml;ssen wir fest zu den Gewerkschaften stehen &ndash; einzig mit dem Ziel, dass die Regierung die Reform zur&uuml;ckzieht. Und ich sage: Sie kann und sie muss sie zur&uuml;ckziehen. Die M&auml;chtigen haben nie ohne Druck, ohne Kampf nachgegeben. Dass Monsieur Macron sagt, er werde nicht nachgeben, ist also keine &Uuml;berraschung. Die &Uuml;berraschung wird sein, dass er am Ende sehr wohl wird klein beigeben m&uuml;ssen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/frankreich-gegenwind-fuer-praesident-macron.795.de.html?dram:article_id=397928\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Macron &bdquo;ist nicht mein Pr&auml;sident&ldquo;<\/strong><br>\nInwiefern bestimmt unsere Herkunft unseren Lebensweg? Diese Frage untersucht der franz&ouml;sische Soziologe Didier Eribon in seinem neuen Buch &bdquo;Gesellschaft als Urteil: Klassen, Identit&auml;ten, Wege&ldquo;. Auf den franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten ist er nicht besonders gut zu sprechen. [&hellip;]<br>\nGerade weil er sich viel mit den sozialen Hierarchien und Machtverh&auml;ltnissen in der Gesellschaft auseinandersetzt, sei er der Einladung zur Er&ouml;ffnung der Frankfurter Buchmesse mit dem franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Emmanuel Macron nicht gefolgt. W&auml;hrend Macron auf der Buchmesse sch&ouml;ne Reden &uuml;ber Kultur, Kunst und B&uuml;cher gehalten habe, seien 500.000 Demonstranten in Frankreich auf die Stra&szlig;e gegangen gegen seine Politik, die die Sozialsysteme wie das Gesundheitssystem oder das Bildungswesen zerst&ouml;re, emp&ouml;rt sich Eribon: &bdquo;Man kann nicht sagen: Ich bin f&uuml;r ein Europa der Kultur &ndash; und gleichzeitig verteidige ich eine Wirtschaftsagenda, die extrem neoliberal ist. Man gibt mehr Geld den Reichen, macht die noch reicher, damit die vielleicht in die Wirtschaft investieren. Und dann irgendwann sp&auml;ter, wenn es der Wirtschaft wieder besser geht, profitieren alle davon. Das ist ein unanst&auml;ndiger Witz.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/didier-eribon-gesellschaft-als-urteil-macron-ist-nicht-mein.1322.de.html?dram:article_id=397997\">Deutschlandfunk Kultur<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Nachbarn verstehen<\/strong><br>\nWie Emanuel Macron franz&ouml;sischer Pr&auml;sident werden konnte. Vern&uuml;nftiger Pragmatismus jenseits von Rechts und Links, postpolitischer Starkult oder der Beginn einer neuen napoleonischen &Auml;ra? Frankreichs juveniler Pr&auml;sident spaltet die &ouml;ffentliche Meinung wie kaum ein anderer europ&auml;ischer Politiker. Der Wahlfranzose Frank Nonnenmacher analysiert den unwahrscheinlichen Aufstieg des Ex-Bankers. Ob damit mit Blick auf deutsche und &ouml;sterreichische Verh&auml;ltnisse eine Warnung oder Verhei&szlig;ung verbunden ist, mag jeder selbst entscheiden. (Wir ver&ouml;ffentlichen die sehr lesenswerten Teile 6 bis 8 von Frank Nonnenmachers Serie &bdquo;Die Nachbarn verstehen&ldquo; an drei aufeinander folgenden Tagen, wobei sich Teil 7 auf Sozialabbau in Frankreich, Teil 8 auf die neuen Vorschl&auml;ge Macrons zu Europa beziehen wird.)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/die-nachbarn-verstehen-6\">Hinter den Schlagzeilen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Grenzkontrollen erneut verl&auml;ngert<\/strong><br>\nDie Grenzkontrollen zwischen Deutschland und &Ouml;sterreich werden f&uuml;r weitere sechs Monate verl&auml;ngert. Die Entscheidung sei in enger Abstimmung mit europ&auml;ischen Nachbarn gefallen, so Bundesinnenminister de Maizi&egrave;re. Eine vollst&auml;ndige R&uuml;ckkehr zu einem Schengenraum ohne Kontrollen sei noch nicht m&ouml;glich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/Content\/DE\/Artikel\/2017\/10\/2017-10-12-grenzkontrollen-verlaengert.html\">Bundesregierung<\/a>\n<p><strong>dazu: Verl&auml;ngerung der Binnengrenzkontrollen ist Schmierentheater auf Kosten der EU-Freiz&uuml;gigkeit<\/strong><br>\n&bdquo;Die fortdauernde Schlie&szlig;ung der EU-Binnengrenzen aufgrund von &sbquo;Terrorgefahr&lsquo; ist billiger Aktionismus, um auf Kosten der B&uuml;rgerrechte vom Beh&ouml;rdenversagen im Kampf gegen den djihadistischen Terror abzulenken&ldquo;, kommentiert Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die Verl&auml;ngerung der Kontrollen an der deutsch-&ouml;sterreichischen Binnengrenze durch Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re. Jelpke weiter:<br>\n&bdquo;Die Bundesregierung konnte auf unsere parlamentarische Anfrage hin keinerlei Auskunft dazu geben, wie viele Terrorverd&auml;chtige bisher durch Binnengrenzkontrollen festgestellt werden konnten. Offenbar gibt es solche F&auml;lle schlicht nicht. Auch die Wiedereinf&uuml;hrung von Personenkontrollen bei EU-B&uuml;rgern an den Au&szlig;engrenzen hat bislang zu keinem einzigen &sbquo;Treffer&lsquo; gef&uuml;hrt. Statt hier unn&ouml;tig Ressourcen zu verplempern, sollte die Pr&auml;vention gegen gewaltbereiten Islamismus gest&auml;rkt werden. Denn die meisten islamistisch motivierten Gewaltt&auml;ter in Deutschland sind hierzulande von djihadistischen Netzwerken rekrutiert worden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/verlaengerung-der-binnengrenzkontrollen-ist-schmierentheater-auf-kosten-der-eu-freizuegigkeit\/\">Die Linke. im Bundestag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Baschar al-Assad: Ein Gefangener seiner Verb&uuml;ndeten<\/strong><br>\nSyriens Machthaber Assad bleibt an der Macht. Und hat diese dennoch verloren &ndash; an Iran, Russland, Milizenf&uuml;hrer, Gangster. Was Deutschland jetzt f&uuml;r die Syrer tun sollte. (&hellip;)<br>\nErstens die deutsche Milit&auml;rintervention beenden. Auch wenn es um den Kampf gegen den Terror des IS geht &ndash; deutsche Tornados helfen bei der Bombardierung von Zivilisten und nicht bei deren Schutz. Wer aber seine Flugzeuge nicht in den Dienst der Zivilbev&ouml;lkerung stellt, hat im Luftraum eines fremden Landes nichts zu suchen. Die halbe Million Euro, die der Tornado-Einsatz t&auml;glich kostet, sollte die Bundesrepublik besser zur Versorgung der Syrer in den Nachbarl&auml;ndern einsetzen. (&hellip;)<br>\nZweitens keine Normalisierung der Beziehungen zum Assad-Regime, keine Er&ouml;ffnung von diplomatischen Vertretungen, keine geheimdienstliche Zusammenarbeit. Assads Geheimdienste nutzen dschihadistische Netzwerke seit vielen Jahren zur Festigung der eigenen Macht und sind deshalb nicht vertrauensw&uuml;rdig.<br>\nDrittens kein Wiederaufbau mit Damaskus. Assads Wiederaufbau dient weder der wirtschaftlichen Wiederherstellung Syriens noch der sozialen Wiedergutmachung, sondern ist f&uuml;r das Regime eine Gelegenheit, sich zu bereichern, Anh&auml;nger zu belohnen, Gegner zu bestrafen und demografische Ver&auml;nderungen zu festigen. (&hellip;)<br>\nViele Aktivisten sind ins Ausland geflohen, wo man sie unterst&uuml;tzen, ausbilden und auf eine zuk&uuml;nftige Rolle in einem demokratischen Syrien vorbereiten kann.<br>\nWas Syrien jetzt braucht, ist eine klare Haltung. Da das Land mit diesem Regime keinen Frieden finden wird, sollten wir es mindestens &auml;chten. Dabei geht es nicht um die Person Assads, sondern um das System dahinter. Erst wenn der Sicherheitsapparat entmachtet und die Hauptverantwortlichen f&uuml;r die Verbrechen angeklagt sind, werden Syrer Hoffnung sch&ouml;pfen und zur&uuml;ckkehren. Bis dahin sollten wir ihre Integration in Deutschland vorantreiben, auch indem wir ihnen erm&ouml;glichen, ihre Familien zu sich zu holen. Denn vieles, was sie hier lernen, k&ouml;nnte in einem Syrien nach Assad von Nutzen sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2017-09\/baschar-al-assad-syrien-krieg-macht\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin S.I.:<\/strong> Interessant ist der Artikel bei ZON &bdquo;Baschar al-Assad: Ein Gefangener seiner Verb&uuml;ndeten&ldquo; der vermeintlichen Syrien-Expertin Kristin Helberg, da er zeitnah mit dem vorher von mir verlinkten Artikel von Foreign Affairs &bdquo;Don&rsquo;t fund Syrian Reconstruction&ldquo; erscheint, wo der Sieg zwar grummelnd hingenommen wird, aber man noch nach einer letzten M&ouml;glichkeit der &bdquo;Rache&ldquo; sucht. N&auml;mlich keinerlei Wiederaufbaugelder nach Syrien. Helberg geht noch einen Schritt weiter als &bdquo;Foreign Affairs&ldquo; und propagiert die ewige &Auml;chtung des Regimes und den totalen Boykott, sowie Aufbau einer Anti-Regime-Bewegung innerhalb Deutschlands mit syrischen Fl&uuml;chtlingen f&uuml;r einen bis auf weiteres aufgeschobenen Day After.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Der erw&auml;hnte &bdquo;Foreign Affairs&ldquo;-Artikel kann <a href=\"https:\/\/www.foreignaffairs.com\/articles\/syria\/2017-10-04\/dont-fund-syrias-reconstruction\">hier nachgelesen<\/a> werden. Eine Registrierung ist wohl notwendig &ndash; bitte entscheiden Sie selbst.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>&Uuml;ber diesen Text schreibt unsere Leserin S.I. weiter:<\/strong> &bdquo;Dieser lohnt sich sehr, da das Blatt &bdquo;Foreign Affairs&ldquo; ja dem Thnk Tank Council on Foreign Relations nahesteht und quasi die Niederlage des Westens auf allen Ebenen im Syrienkrieg eingesteht, inklusive in &ouml;konomischer Hinsicht. Das Fazit am Artikelende: Selbst mit Geld l&auml;sst sich der Sieg nicht mehr erkaufen, also sparen wir uns die Kohle.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Europas Hilfspolizisten<\/strong><br>\nDie EU-Fl&uuml;chtlingsabwehr in Libyen verzeichnet einen krachenden R&uuml;ckschlag und ruft beim Menschenrechtskommissar des Europarats scharfe Kritik hervor. Der Versuch Italiens, einen Warlord in der K&uuml;stenstadt Sabratha im Westen von Tripolis zu bestechen, um seine Milizen als eine Art Hilfspolizei gegen Migranten einzusetzen, hat zu dreiw&ouml;chigen erbitterten K&auml;mpfen mit zahlreichen Todesopfern gef&uuml;hrt. Der Clan des Warlords, der im Sommer nach &uuml;bereinstimmenden Berichten mit finanziellen Zuwendungen aus Rom bedacht wurde, ist in der Vergangenheit durch seine N&auml;he zum IS aufgefallen; ein Clanmitglied fungierte als &ouml;rtlicher IS-Anf&uuml;hrer. Zudem st&ouml;&szlig;t die italienische Marinemission zur Unterst&uuml;tzung der sogenannten libyschen K&uuml;stenwache zunehmend auf Protest. Wer zur Auslieferung von Migranten an libysche Stellen beitrage, versto&szlig;e gegen die &bdquo;Pflicht, deren Menschenrechte zu sch&uuml;tzen&ldquo;, erkl&auml;rt der Menschenrechtskommissar des Europarats, Nils Mui&#382;niek. Die Vorw&uuml;rfe treffen auch Berlin, das bei der Abwehr von Fl&uuml;chtlingen eng mit Rom kooperiert und nicht zuletzt an der Schulung der libyschen K&uuml;stenwache selbst beteiligt ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59695\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Waffen bauen, Einfluss nehmen: deutsche Waffenfabrikanten in den USA<\/strong><br>\nEgal ob in Las Vegas, Orlando oder Blacksburg &ndash; wenn in den USA Waffenfetischisten zu Massenm&ouml;rdern werden, dann finden die Ermittler immer wieder auch Waffen deutscher Hersteller. Firmen wie Sig Sauer, Heckler &amp; Koch oder Carl Walther sind l&auml;ngst Gr&ouml;&szlig;en auf dem riesigen Waffenmarkt der USA. MONITOR zeigt, wie deutsche Hersteller nicht nur in die USA exportieren, sondern dort l&auml;ngst in eigenen Fabriken produzieren und die m&auml;chtige Waffenlobby in ihrem Kampf um ein m&ouml;glichst liberales Waffenrecht unterst&uuml;tzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/monitor\/sendungen\/deutsche-waffenfabrikanten-in-den-usa-100.html\">Monitor<\/a>\n<p><strong>dazu: Der transatlantische Schusswaffenmarkt<\/strong><br>\nDeutsche Hersteller von Handfeuerwaffen &auml;ndern ihre Gesch&auml;ftsstrategie und setzen k&uuml;nftig vor allem auf den Absatzmarkt USA. Dies best&auml;tigen neben Erkl&auml;rungen aus den Firmenspitzen von Heckler und Koch sowie von SIG Sauer vor allem der Bau einer Heckler und Koch-Fabrik in Columbus (Georgia\/USA) sowie Auftr&auml;ge in teilweise dreistelliger Millionenh&ouml;he aus dem US-Milit&auml;r. Demnach soll etwa Heckler und Koch das U.S. Marine Corps mit Sturmgewehren vom Typ HK416 ausr&uuml;sten. SIG Sauer startet im kommenden Monat die Belieferung der US-Streitkr&auml;fte mit seiner Pistole P320, die zur neuen Standardwaffe der Armee wird. Vor allem aber haben beide Unternehmen den US-Zivilmarkt im Blick. Hohe Beliebtheit genie&szlig;t dort insbesondere das SIG Sauer-Sturmgewehr MCX, mit dem das Massaker von Orlando (Florida) im vergangenen Juni begangen wurde. SIG Sauer z&auml;hlt heute zu den Top Five auf dem US-Markt f&uuml;r Handfeuerwaffen und hat im US-Wahlkampf Donald Trump unterst&uuml;tzt. US-Produktionsst&auml;tten erm&ouml;glichen es beiden Firmen, die deutschen Vorschriften zum R&uuml;stungsexport zu umgehen. Dies erleichtert unter anderem die Ausfuhr von Waffen nach Mexiko.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59694\">German Foreign Policy<\/a><\/p>\n<p><strong>passend dazu auch: Groteske Kluft zwischen Terroropfern und mit Schusswaffen Get&ouml;teten<\/strong><br>\nDas Risiko, von anderen Amerikanern wie zuletzt in Las Vegas get&ouml;tet zu werden, ist in den USA viel gr&ouml;&szlig;er als die Gefahr durch den &bdquo;internationalen Terrorismus&ldquo;. Warum wird das verdr&auml;ngt?<br>\nEnde September hatte FBI-Direktor Christopher Wray vor dem Innenausschuss des Senats zwar vor vielf&auml;ltigen bestehenden und sich entwickelnden Bedrohungen von &bdquo;heimischen (homegrown) gewaltt&auml;tigen Extremisten &uuml;ber Cyberkriminelle bis hin zu feindlichen ausl&auml;ndischen Geheimdiensten und deren Agenten&ldquo; gewarnt.<br>\nAn erster Stelle wies er aber auf die Bedrohung durch den Terrorismus hin, der vor allem vom Islamischen Staat und seinen Anh&auml;ngern, die &uuml;ber das Internet rekrutiert und aufgefordert werden, Anschl&auml;ge auszuf&uuml;hren. Deutlich weniger wichtig als ausl&auml;ndische Terrororganisationen befand er &bdquo;heimische extremistische Bewegungen&ldquo;. Auch hier sei man am meisten besorgt vor &bdquo;Angriffen, prim&auml;r mit Schusswaffen, einsamer W&ouml;lfe. Sie seien &bdquo;die vorherrschende Art der t&ouml;dlichen heimischen extremistischen Gewalt&ldquo;. Besonders im Ziel dieser Angriffe st&uuml;nden Polizisten, ethnische Minderheiten und die US-Regierung&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/USA-Groteske-Kluft-zwischen-Terroropfern-und-mit-Schusswaffen-Getoeteten-3852204.html\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Panama Papers: Erste Durchsuchungen in Deutschland<\/strong><br>\nErstmals ist es im Zusammenhang mit den Panama Papers zu Durchsuchungen und Beschlagnahmungen von Geldern in Deutschland gekommen. Niederlassungen der Commerzbank wurden durchsucht. Au&szlig;erdem wurden zwei Millionen Euro sichergestellt &ndash; die Spur f&uuml;hrt zu Siemens.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/panama-papers-113.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><strong>dazu: Panama Papers: h&auml;rtere Strafen!<\/strong><br>\n&bdquo;Wir brauchen in Deutschland endlich ein Strafrecht f&uuml;r Unternehmen beziehungsweise eine strengere Managerhaftung!&ldquo;, kommentiert der Europaabgeordnete und k&uuml;nftige Bundestagsabgeordnete Fabio De Masi (DIE LINKE.) die Durchsuchungen von Niederlassungen der Commerzbank sowie die Beschlagnahmung von zwei Millionen Euro veruntreuten Geldern durch einen Siemens-Manager. Der stellvertretende Vorsitzende des Panama Papers Untersuchungsausschusses des Europ&auml;ischen Parlaments (PANA) weiter:<br>\n&bdquo;Die Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verh&auml;ngt immer wieder sehr milde Geldbu&szlig;en bei Geldhilfe und Beihilfe zur Steuerhinterziehung, sofern diese &uuml;berhaupt bekannt werden. Staatsanwaltschaften kapitulieren regelm&auml;&szlig;ig vor den Winkeladvokaten der Gangster in Nadelstreifen.<br>\nEs ist &uuml;berdies ein Skandal, dass die Commerzbank einst mit Steuergeldern weit &uuml;ber ihren Marktwert &sbquo;gerettet&lsquo; wurde, aber die Bundesregierung bewusst keinen Einfluss auf die Unternehmenspolitik nahm. Die Bank warb in Prospekten munter f&uuml;r Gesch&auml;fte in Steueroasen. Schwere Steuervergehen m&uuml;ssen bei der Reform der Geldw&auml;schegesetze endlich in den Vortatenkatalog aufgenommen werden. Banken, die wiederholt Beihilfe zu Steuerhinterziehung leisten, ist die Gesch&auml;ftslizenz zu entziehen&ldquo;, so De Masi abschlie&szlig;end.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.dielinke-europa.eu\/de\/article\/11539.panama-papers-h%C3%A4rtere-strafen.html\">Fabio De Masi<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Berliner Post scheitert an der Briefzustellung<\/strong><br>\nDie Deutsche Post hat ein Problem: Viele Berliner erhalten Briefe nur mit gro&szlig;er Versp&auml;tung. Die Beschwerden der Kunden sind in den vergangenen Tagen so stark gestiegen, dass sich die Bundesnetzagentur einschaltet. [&hellip;]<br>\nDoch in Berlin warten B&uuml;rger tagelang auf ihre Briefe. Die Deutsche Post nennt f&uuml;r die Verz&ouml;gerungen zwei Gr&uuml;nde. Neben Krankmeldungen von Mitarbeitern w&uuml;rden auch die Auswirkungen von Sturm &bdquo;Xavier&ldquo; immer noch einen kontinuierlichen Ablauf st&ouml;ren. So h&auml;tten Stra&szlig;ensperrungen, die Transportwege teilweise erheblich verl&auml;ngert oder die Zustellung an einigen Stellen zeitweise unm&ouml;glich gemacht, sagt Anke Plenn, Pressesprecherin der Deutschen Post.<br>\nAuch Thomas Cosmar, Ver.di-Vorsitzender f&uuml;r den Bezirk Berlin, erhielt am Wochenende in Friedrichshain keine Post. Er sieht im Krankenstand das gr&ouml;&szlig;te Problem des Unternehmens. &bdquo;In manchen Bezirken sind bis zu 20 Prozent der Mitarbeiter krank&ldquo;, sagt Cosmar. Dabei wird regul&auml;r mit einem Ausfall zwischen f&uuml;nf und sechs Prozent der Belegschaft kalkuliert.<br>\nSeit Februar beobachtet Cosmar einen Anstieg der Ausf&auml;lle; besonders in den Sommermonaten und zuletzt im September und Oktober sei ein Hoch erreicht worden. Das Problem sei von der Deutschen Post hausgemacht, sagt der Gewerkschafter. [&hellip;]<br>\nIn den letzten Monaten habe die Deutsche Post im Bereich der Brief- und Paketzustellung in Berlin bereits eine Reihe neuer Mitarbeiter eingestellt. &bdquo;Wir sind jedoch auch noch weiterhin intensiv auf der Suche nach geeigneten neuen Mitarbeitern&ldquo;, erg&auml;nzt Plenn. F&uuml;r m&ouml;gliche Verz&ouml;gerungen entschuldige sich das Unternehmen bei seinen Kunden.<br>\nDer Ver.di-Vorsitzende Cosmar wei&szlig; aus Gespr&auml;chen mit Mitarbeitern, dass neue Zusteller nur schwer zu finden sind. &bdquo;Von zehn Kollegen, die eingearbeitet werden, bleibt am Ende oft nur ein Zusteller &uuml;brig&ldquo;, sagt er. Viele w&uuml;rden den Job untersch&auml;tzen. Auch wer nach der Einarbeitung Briefe verteile, w&uuml;rde aufgrund der hohen Belastung und der befristeten Vertr&auml;ge nicht lange als Zusteller arbeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article169571628\/Berliner-Post-scheitert-an-der-Briefzustellung.html\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Was zun&auml;chst r&auml;tselhaft klingt, als Fall von schlechter Vorausplanung oder einer unvorhersehbaren Krankheitswelle, endet dann doch im gewohnten Bild: &Uuml;berlastung, Stre&szlig;, niedrige Bezahlung. Und dann noch ein wichtiger Punkt: &bdquo;befristete[n] Vertr&auml;ge&ldquo;, man glaubt es nicht. (Wenn die Post dringend Angestellte braucht, warum bindet sie sie nicht mit sicheren, unbefristeten Vertr&auml;gen und einer ad&auml;quaten Bezahlung?) Aktion&auml;rsgier und Management-Versagen von vorne bis hinten, denn die Post erzielt <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/dienstleister\/deutsche-post-2016-war-fuer-uns-ein-sehr-erfolgreiches-geschaeftsjahr\/19487060.html\">hohe Gewinne<\/a> (3,5 Milliarden Euro Gewinn und Rekorddividenden im Jahr 2016) und k&ouml;nnte sich problemlos anst&auml;ndige Bezahlung und Arbeitsbedingungen leisten. Stattdessen wird sicher wieder &bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo; und &bdquo;der Arbeitsmarkt ist leergefegt&ldquo; gejammert, weil sich zu wenige ausbeuten lassen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Rechtliche Wehr gegen Bundesagentur f&uuml;r Arbeit lohnt sich<\/strong><br>\nMassenhaft Widerspr&uuml;che und Klagen gegen Entscheidungen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit erfolgreich<br>\nDie Antwort (unten) auf meine schriftliche Frage an die Bundesregierung brachte es ans Tageslicht: Wie bei Hartz IV gibt es auch bei der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III) massenhaft rechtswidrige Handlungen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit.<br>\n44,5 Prozent aller Widerspr&uuml;che in diesem Rechtsbereich wurden im Jahr 2016 ganz oder teilweise zugunsten der Betroffenen entschieden, im Jahr 2015 waren es 43,4 Prozent. Auch bei den Klagen sieht es nicht viel anders aus: Im Jahr 2016 wurden 34,0 Prozent ganz oder teilweise zugunsten der Betroffenen entschieden bzw. endeten mit Nachgeben der Agentur f&uuml;r Arbeit. Im Jahr 2015 waren es 33,4 Prozent.<br>\nBei Widerspr&uuml;chen gegen Sperrzeiten (Entzug des Arbeitslosengeldes) sieht es &auml;hnlich wie bei den Widerspr&uuml;chen gesamt aus: Im Jahr 2016 waren 43,2 Prozent der Widerspr&uuml;che der Betroffenen gegen Sperrzeiten ganz oder teilweise erfolgreich, im Jahr 2015 43,3 Prozent. Die Quote der (teilweise) erfolgreichen Klagen gegen Sperrzeiten lag sogar &uuml;ber der Quote aller erfolgreichen Klagen von Betroffenen im Rechtsbereich des Sozialgesetzbuches III: Im Jahr 2016 endeten 40,8 Prozent der Klagen gegen Sperrzeiten ganz oder teilweise mit Erfolg f&uuml;r die Betroffenen, im Jahr 2015 waren es 43,4 Prozent. Damit ist die Erfolgsquote der Widerspr&uuml;che und Klagen gegen Sperrzeiten sogar h&ouml;her als die gegen Sanktionen im SGB II.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.katja-kipping.de\/de\/article\/1297.rechtliche-wehr-gegen-bundesagentur-f%C3%BCr-arbeit-lohnt-sich.html\">Katja Kipping<\/a>\n<p><strong>dazu: Tacheles-Forderungspapier zu notwendigen &Auml;nderungen im SGB II und angrenzender Rechtsbereiche<\/strong><br>\nNotwendige &Auml;nderungen im SGB II aus Sicht der Leistungsberechtigten<br>\nAnl&auml;sslich der geplanten &Auml;nderungen zum Neunten Gesetz zur &Auml;nderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch &ndash; &bdquo;Rechtsvereinfachung&ldquo; legt Tacheles e.V. einen aus der Perspektive von Leistungsberechtigten entwickelten Forderungskatalog vor, der zahlreiche &Auml;nderungsvorschl&auml;ge in zentralen Bereichen des SGB II und angrenzender Rechtsbereiche formuliert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wuppertal.tacheles-sozialhilfe.de\/startseite\/aktuelles\/d\/n\/1973\/\">Tacheles e.V.<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Das zwar schon &auml;ltere, aber immer noch aktuelle Forderungspapier von Harald Thom&eacute;\/Tacheles k&ouml;nnen Sie als Ausschussdrucksache 18 (11) 534 des Deutschen Bundestages <a href=\"http:\/\/wuppertal.tacheles-sozialhilfe.de\/fa\/redakteur\/Aktuelles\/18_11_534.pdf\">nachlesen<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Was ist nur in die FAZ gefahren?<\/strong><br>\nDer &bdquo;Vorsorgeatlas&ldquo;, den der als Wissenschaftler getarnte Lobbyist f&uuml;r Kapitalanlagegesellschaften, Bernd Raffelh&uuml;schen, regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r die Fondgesellschaft Union Investment erstellt, bringt wegen der meist unkritischen Berichterstattung in den Medien jedes Mal gute Werbung f&uuml;r Union Investment und die Branche. Was aber die altehrw&uuml;rdige FAZ diesmal daraus machte, ist so weit unterhalb jeglichen journalistischen Standards und des gesunden Menschenverstands, dass man einfach darauf eingehen muss.<br>\nMan schaut erst mal nach oben und sucht das Wort &bdquo;Anzeige&ldquo; &uuml;ber diesem Beitrag auf der Titelseite des Finanzteils, nachdem man kurz hineingelesen hat. Es fehlt. Offenbar kann es sich die FAZ leisten, fast eine halbe Aufschlagseite f&uuml;r Werbung zu verwenden, ohne Geld daf&uuml;r zu nehmen. &bdquo;Zusammenspiel aus Gesetzlich und Privat funktioniert&ldquo;, lautet der Titel, ohne Anf&uuml;hrungszeichen oder sonstige journalistische Distanzierung von der Behauptung. Das w&auml;re gerade noch akzeptabel, wenn man in der Unterzeile etwas &uuml;ber die interessengeleitete Quelle erf&uuml;hre. Doch nein: Die Unterzeile hei&szlig;t &bdquo;Die Anspr&uuml;che aus allen drei Vorsorgeschichten gen&uuml;gen durchschnittlich f&uuml;r einen stabilen Lebensstandard&ldquo;, wieder ohne Anf&uuml;hrungszeichen oder sonstige journalistische Distanzierung von der noch dazu falschen Behauptung. Auf das handwerkliche Versagen, einen Titel und Untertitel zu produzieren, bei dem man sich schon sehr gut auskennen muss, um zu ahnen worum es geht, wollen wir nicht n&auml;her eingehen. Es soll um die uns&auml;gliche Propaganda f&uuml;r gewinnorientierte Unternehmen gehen, die hier gemacht wird.<br>\nEs wird n&auml;mlich noch schlimmer. Die ersten S&auml;tze nach der Meinungs&auml;u&szlig;erung im Titel dieses vermeintlichen Nachrichtenst&uuml;cks sind ein weiterer Kommentar, mit dem der Autor zugunsten der Fondsbranche Stellung in der politischen Debatte bezieht und jegliche Gegenposition vorsorglich als uninformiert abqualifiziert:&ldquo;In der Rentendiskussion wollen manche Akteure der &Ouml;ffentlichkeit weismachen, das bestehende System f&uuml;hre direkt in die Altersarmut. Ein n&uuml;chterner Blick auf die Zahlen zeigt hingegen: F&uuml;r die j&uuml;ngeren Menschen sinkt das Rentenniveau zwar deutlich, aber durch ihre Anspr&uuml;che aus betrieblicher und privater altersvorsorge k&ouml;nnen sie das kompensieren. Die durchschnittliche Ersatzquote, also der Anteil am letzten Bruttoeinkommen der heute 20 bis 65 Jahre alten Deutschen wird zum Renteneintritt bei 82,6 Prozent liegen.&ldquo; Man wei&szlig; kaum, wo man anfangen soll bei dieser Ansammlung an Ungeheuerlichkeiten. (&hellip;)<br>\nDas vermeintliche Haupt-Faktum, das die FAZ sich zu Eigen macht, ist dazu noch grob falsch. Nicht einmal Union Investment und Raffelh&uuml;schen stellen in ihrem &bdquo;Vorsorgeatlas&ldquo; die absurde Behauptung auf, die heute erwerbst&auml;tigen Deutschen k&ouml;nnten im Durchschnitt mit einer (bis auf die Kommastelle angegebenen) Ersatzquote von 82,6 Prozent rechnen. mehr &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/899-faz-rente\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<p><strong>dazu: Junger Generation droht gigantische Rentenl&uuml;cke<\/strong><br>\nKeine Angst vor der Rente? Oh doch! Laut dem neuen Vorsorgeatlas Deutschland m&uuml;ssen vor allen die heute 20- bis 34-J&auml;hrigen um ihren Lebensstandard im Alter bangen. Wenn, ja wenn sie nicht gegensteuern.<br>\nF&uuml;r die j&uuml;ngeren Generationen kommt die Lekt&uuml;re des aktuellen &bdquo;Vorsorgeatlas Deutschland&ldquo; einer kalten Dusche gleich: Wer heute 20 bis 34 Jahre alt ist und nur &uuml;ber die gesetzliche Rentenversicherung f&uuml;rs Alter vorsorgt, verf&uuml;gt zu Rentenbeginn lediglich &uuml;ber 38,6 Prozent seines letzten Bruttoeinkommens. Die heute 35- bis 49-J&auml;hrigen erreichen eine durchschnittliche Quote von 43,2 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/boerse.ard.de\/anlagestrategie\/vorsorge\/junger-generation-droht-gigantische-rentenluecke100.html\">boerse.ARD.de<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Das ist die Tagesschau und die ARD, wie sie leibt und lebt. Immer wieder ein Geb&uuml;hrenfinanzierter reiner Lobbybetrieb. Hier wird hemmungslos Reklame f&uuml;r die PrivatVorsorge gemacht. Es erscheint kein Hinweis auf die M&ouml;glichkeit der St&auml;rkung der gesetzlichen Rente. Es wird nicht darauf hingewiesen, dass das angebliche wissenschaftliche Institut des Professor Raffelh&uuml;schen ebenfalls ein Lobby Unternehmen ist, dass sich den Anschein der Objektivit&auml;t durch Ansiedlung an der Universit&auml;t Freiburg verschafft. Und so weiter.<\/em><br>\n<em>Fazit: Die Tagesschau ist alles andere als ein seri&ouml;ses Medium. Dar&uuml;ber k&ouml;nnen eine Reihe von guten Sendungen leider nicht hinwegt&auml;uschen. Und der Faktenfinder sowieso nicht.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers E.M.:<\/strong> Meiner Meinung nach ein weiteres St&uuml;ck Propaganda im Sinne der Versicherungen, geschaffen durch den bereits einschl&auml;gig bekannten Prof. Raffelh&uuml;schen und wohlwollend und kritiklos &uuml;bernommen und verbreitet von der ARD. Zuerst verbreitet man Angst und h&auml;lt gleichzeitig die einzige L&ouml;sung, n&auml;mlich private Altersvorsorge parat. &Uuml;ber Gr&uuml;nde des schlechten Zustands der gesetzlichen Rente und Ans&auml;tze, wie diese wieder herzustellen w&auml;re, wird kein Wort verloren.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Neue Veranstaltungsreihe: &bdquo;Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie&ldquo;<\/strong><br>\nBundespr&auml;sident Frank-Walter Steinmeier startet in Zusammenarbeit mit uns eine Veranstaltungsreihe zur Zukunft der Demokratie. Die Reihe beginnt am 19. September 2017 im Schloss Bellevue. Die erste Debatte besch&auml;ftigt sich mit der Frage: &bdquo;Welche Zukunft hat der Westen?&ldquo;<br>\nDie Demokratien des Westens erleben zurzeit eine Phase tiefgreifender politischer, technologischer, kultureller und sozialer Ver&auml;nderungen. &bdquo;Es ist eine der gro&szlig;en Herausforderungen f&uuml;r Politik, Wirtschaft und Gesellschaft den Wandel sozialvertr&auml;glich zu gestalten. Es gilt nicht nur m&ouml;glichst viele Menschen auf diesem Weg der Ver&auml;nderung mitzunehmen, sondern ihnen auch aktive Teilhabe an der Fortschreibung der Demokratie zu erm&ouml;glichen&ldquo;, sagt unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende Liz Mohn. &bdquo;Wir freuen uns daher sehr, dass wir mit dem Bundespr&auml;sidenten, mit B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern und herausragenden Denkern gemeinsam diskutieren k&ouml;nnen, wie wir in Zukunft auf Basis von Solidarit&auml;t, Freiheit und Menschlichkeit leben m&ouml;chten.&ldquo;Das erste &bdquo;Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie&ldquo; beginnt am Dienstag, den 19. September 2017 im Schloss Bellevue in Berlin um 19 Uhr mit einer Rede von Bundespr&auml;sident Frank-Walter Steinmeier.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2017\/september\/neue-veranstaltungsreihe-forum-bellevue-zur-zukunft-der-demokratie\/\">Bertelsmann Stiftung<\/a>\n<p><strong>Dazu: Pressebriefing zur neuen Veranstaltungsreihe des Bundespr&auml;sidenten: &bdquo;Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie&ldquo;<\/strong><br>\nBundespr&auml;sident Steinmeier beginnt &ndash; in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung &ndash; am Dienstag, den 19. September 2017, eine neue Veranstaltungsreihe, das &bdquo;Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie&ldquo;. Der Bundespr&auml;sident diskutiert von nun an regelm&auml;&szlig;ig in Schloss Bellevue mit deutschen und internationalen Gespr&auml;chspartnern aus Wissenschaft, Politik, Kultur, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.<br>\nDie Reihe startet mit einer Diskussion &uuml;ber die Frage &bdquo;Welche Zukunft hat der Westen?&ldquo; mit Parag Khanna (Richard von Weizs&auml;cker Fellow, Robert Bosch Academy Berlin), Susan Neiman (Einstein Forum, Potsdam) und Heinrich August Winkler (Humboldt-Universit&auml;t zu Berlin), moderiert von Bundespr&auml;sident Frank-Walter Steinmeier.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2017\/09\/170907-Forum-Bellevue-Pressebriefing.html\">Der Bundespr&auml;sident<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> W&auml;re es nun nicht endlich an der Zeit, dieser Stiftung ihre Gemeinn&uuml;tzigkeit abzuerkennen? Bitte lesen Sie dazu erneut u.a.:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6589\">Ist die Bertelsmann Stiftung gemeinn&uuml;tzig?<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9688\">&bdquo;B&uuml;rgerforum 2011&ldquo; &ndash; ein aufw&auml;ndiges Projekt der Bertelsmann Stiftung mit offenbar nicht ganz erw&uuml;nschten Ergebnissen<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24148\">Bundesverdienstkreuz f&uuml;r Tugce A. ist gut, aber besser w&auml;re es, den Verantwortlichen f&uuml;r die hohe Gewaltbereitschaft die Gemeinn&uuml;tzigkeit abzuerkennen &ndash; der Bertelsmann Stiftung z.B.<\/a><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Hier wird der Bock zum G&auml;rtner gemacht. Bertelsmann und die sie tragende Bertelsmann-Stiftung sind eine Bedrohung der Demokratie in Deutschland. Hier gilt in besonderer Weise die Beobachtung zur grassierenden Meinungsmache im Land: Wer &uuml;ber viel Geld und\/oder publizistische Macht verf&uuml;gt, bestimmt &uuml;ber weite Strecken die &ouml;ffentliche und ver&ouml;ffentlichte Meinung und damit auch die politischen Entscheidungen. Mit Demokratie hat das alles nichts mehr zu tun.<\/em><br>\n<em>Die Meldung best&auml;tigt im &Uuml;brigen auch unsere seit langem beschriebene und ver&ouml;ffentliche Skepsis gegen&uuml;ber dem amtierenden Bundespr&auml;sidenten Steinmeier.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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