{"id":40602,"date":"2017-10-16T09:05:16","date_gmt":"2017-10-16T07:05:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40602"},"modified":"2019-01-30T09:48:48","modified_gmt":"2019-01-30T08:48:48","slug":"der-alp-traum-von-reinheit-und-gesundheit-zu-uwe-timms-roman-ikarien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40602","title":{"rendered":"Der (Alp-)Traum von Reinheit und Gesundheit. Zu Uwe Timms Roman Ikarien."},"content":{"rendered":"<p><strong>G&ouml;tz Eisenberg<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40602#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] hat das Buch &bdquo;Ikarien&ldquo; von Uwe Timm gelesen, f&uuml;r die NachDenkSeiten besprochen und zugleich erg&auml;nzt. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_537\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-40602-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171017_Zu_Uwe_Timms_Roman_Ikarien_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171017_Zu_Uwe_Timms_Roman_Ikarien_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171017_Zu_Uwe_Timms_Roman_Ikarien_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171017_Zu_Uwe_Timms_Roman_Ikarien_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=40602-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171017_Zu_Uwe_Timms_Roman_Ikarien_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"171017_Zu_Uwe_Timms_Roman_Ikarien_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Der (Alp-)Traum von Reinheit und Gesundheit<\/strong><br>\n<strong>Zu Uwe Timms Roman <em>Ikarien<\/em><\/strong><\/p><p>Von G&ouml;tz Eisenberg<\/p><p>Kann man einen Roman &uuml;ber das Thema Euthanasie schreiben? Durchaus, aber man muss Uwe Timm hei&szlig;en und sein Handwerk verstehen. Und &uuml;ber gen&uuml;gend historische Kenntnisse und Einf&uuml;hlungsverm&ouml;gen verf&uuml;gen. Uwe Timm ist lange mit dem Vorhaben schwanger gegangen. Wie er in der Danksagung am Ende des Buches vermerkt, reichen die Anf&auml;nge des Projekts <em>Ikarien<\/em> in die sp&auml;ten 1970er Jahre zur&uuml;ck. Lange habe er keinen angemessenen Zugang zum Stoff und keine Form gefunden, ihn sinnvoll zu erz&auml;hlen. Die Geduld hat sich gelohnt. Uwe Timm ist nun ein Roman gelungen, der nicht nur &uuml;ber einen bisher viel zu wenig thematisierten Aspekt der Nazi-Barbarei informiert, sondern auch fesselnd &uuml;ber die unmittelbare Nachkriegszeit und vom damaligen Alltagsleben erz&auml;hlt. <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wer aber nicht &sbquo;komplett&lsquo;, wer nicht sichtlich unsereiner ist, steht sehr unfest in der Kultur.&ldquo;<br>\n(Peter Br&uuml;ckner)\n<\/p><\/blockquote><p>Man kann &uuml;brigens auch sehenswerte Filme zum Thema Euthanasie machen. Vor einem Jahr lief  Kai Wessels Film <em>Nebel im August<\/em> in den deutschen Kinos. Es geht um einen in jeder Hinsicht gesunden Jungen namens Ernst Lossa, der in die Euthanasie-Maschinerie der Nazis ger&auml;t, weil er einer sogenannten jenischen Familie entstammt und sein Vater Schausteller ist. Ernst Lossa findet auch bei Uwe Timm Erw&auml;hnung. Es flie&szlig;t die Zeugenaussage eines Krankenpflegers ein, in der es hei&szlig;t: &bdquo;Zum Fall Lossa erkl&auml;re ich folgendes: Bez&uuml;glich des Lossa hie&szlig; es mehrfach, dass man ihn nicht brauchen k&ouml;nne, dass er unverbesserlich sei. Diese &Auml;u&szlig;erungen machten mir gegen&uuml;ber sowohl Dr. Faltlhauser als auch Frick, und zwar in dem Sinne, dass ich Lossa durch Luminal beiseiteschaffen sollte.&ldquo; So geschah es dann auch. <\/p><p><strong>Fr&uuml;he Wahlen und Entscheidungen<\/strong><\/p><p>Timms Buch beginnt mit einer Szene, die mich stark beeindruckt und lange besch&auml;ftigt hat. Ein behinderter Junge, Karlchen, den seine Eltern 12 Jahre lang versteckt gehalten hatten, tanzt im Mai 1945 auf der Stra&szlig;e und feiert tapsig und unbeholfen seine Befreiung. Er will mit einem Besen die Wolken wegschieben. H&auml;tten ihn die Eltern nicht verborgen, man h&auml;tte ihn im Namen der Reinerhaltung der arischen Rasse umgebracht. &bdquo;Es muss zur Sprache kommen.&ldquo;  Ein paar Monate sp&auml;ter kehren mit der Normalit&auml;t auch deren sch&auml;bige Z&uuml;ge zur&uuml;ck und die Kinder des Viertels beginnen ihn zu &auml;rgern. Der Erz&auml;hler beteiligt sich schlie&szlig;lich an den H&auml;nseleien, mit denen die anderen Kinder Karlchen traktieren. &bdquo;Als auch ich ihn zu h&auml;nseln begann, fragte die Mutter, warum tust du das? Weil er komisch ist.&ldquo; Er empfindet Scham, jemanden verraten zu haben, um anderen zu gefallen und dazuzugeh&ouml;ren. Der, der sich sch&auml;mt, ist der kleine Uwe Timm, der damals f&uuml;nf Jahre alt und gerade mit seinen Eltern von Coburg nach Hamburg gezogen ist. Jedenfalls vermute ich das. Karlchen ist es denn auch, der als erster von jenem amerikanischen Offizier ein Kaugummi geschenkt bekommt, der in Timms Roman eine der drei Hauptfiguren ist. Das Kaugummikauen ist f&uuml;r Uwe Timm &uuml;brigens Teil jener L&auml;ssigkeit, die die amerikanischen Soldaten ausstrahlten und die einen Gegenentwurf zum erstarrten Preu&szlig;entum seines Vaters und der ihn umgebenden Erwachsenen darstellte.<\/p><p>&bdquo;Weil er komisch ist&ldquo;, antwortet der Erz&auml;hler auf die Frage, warum er sich an den H&auml;nseleien beteilige. Robert Walser, selbst ein Au&szlig;enseiter, dem es zeitlebens nicht gelang, &bdquo;sich der b&uuml;rgerlichen Ordnung brav anzuschmiegen&ldquo;, hat in seinem Roman <em>Der R&auml;uber<\/em> geschrieben: &bdquo;Er glich dem Blatt, das ein Knabe mit der Rute vom Zweig herunterschl&auml;gt, weil es ihm als Vereinzeltes auff&auml;llt.&ldquo; <\/p><p>&bdquo;Fr&uuml;h in der Kindheit&ldquo;, berichtet Theodor W. Adorno in seinem Buch <em>Minima Moralia<\/em>, &bdquo;sah ich die ersten Schneeschaufler in d&uuml;nnen sch&auml;bigen Kleidern. Auf meine Frage wurde mir geantwortet, das seien M&auml;nner ohne Arbeit, denen man diese Besch&auml;ftigung g&auml;be, damit sie sich ihr Brot verdienten. Recht geschieht ihnen, dass sie Schnee schaufeln m&uuml;ssen, rief ich w&uuml;tend aus, um sogleich fassungslos zu weinen.&ldquo; Der kleine Theodor reagiert zun&auml;chst ganz im Sinne der Erwachsenen, deren Urteile und Vorurteile er sich zu eigen gemacht hat und denen er gefallen m&ouml;chte. Die Schneeschaufler trifft seine mitleidlose Wut. Dann aber kriegt er die Kurve und er beginnt zu weinen &ndash; aus Scham wegen seiner Anpassung und aus Mitleid mit den frierenden Menschen. Der kleine Junge schl&auml;gt sich auf die Seite der gequ&auml;lten M&auml;nner, in deren Leiden er sich wiedererkennt. Solche fr&uuml;hen Entscheidungen sind oft richtungsweisend, bestimmen dar&uuml;ber, ob jemand sich zum Anwalt des Toten macht oder zum K&auml;mpfer f&uuml;r das Lebendige wird. Wer das Opfer seiner Lebendigkeit gebracht hat, reagiert fortan allergisch und feindselig auf alles, was ihm lebendig und anders vorkommt und an eigene aufgegebene Gl&uuml;ckanspr&uuml;che erinnert. Zwischen Achtung und Verachtung des Lebendigen verl&auml;uft also die Trennlinie, nicht so sehr und erst danach zwischen links und rechts. Die Geschichte des Sozialismus hat uns schmerzhaft dar&uuml;ber belehrt, dass auch vermeintlich linke Gegenentw&uuml;rfe in den Bann einer t&ouml;dlichen Produktionsweise geraten k&ouml;nnen. Uwe Timm hat sich f&uuml;r den Pol des Lebendigen entschieden und hat sein Buch <em>Ikarien<\/em> aus dieser Position geschrieben.<\/p><p><strong>Auf den Spuren von Alfred Ploetz<\/strong><\/p><p>Zur&uuml;ck zu dem amerikanischen Offizier, der die Jungs im Eppendorfer Weg mit Kaugummis beschenkt. Sein Name ist Michael Hansen. Als Lieutenant der US-Army wird er im Fr&uuml;hjahr 1945 von der Psychological Warfare Division nach Deutschland geschickt. Hansen ist in Deutschland geboren und in den 1920er Jahren mit seinen Eltern in die USA ausgewandert. Dort hat er Literaturwissenschaften mit dem Schwerpunkt deutsche Literatur studiert. Er ist ein Germanist mit Ernst Bloch und E.T.A. Hoffmann im Marschgep&auml;ck. Er soll deutsche Gefangene verh&ouml;ren, die in Stalingrad gek&auml;mpft hatten, verletzt ausgeflogen und dann erneut dort eingesetzt worden waren. Die US-Army interessierte sich daf&uuml;r, woher diese M&auml;nner die Kraft nahmen und was sie durchhalten lie&szlig;. Fr&uuml;he Formen der Resilienz-Forschung. Dann aber fragt ihn sein Vorgesetzter, dessen Auftrag darin besteht, die verhafteten deutschen &Auml;rzte zu verh&ouml;ren, die f&uuml;r die Euthanasie und f&uuml;r Versuche an Menschen verantwortlich waren, um ihnen den Prozess zu machen: &bdquo;Haben Sie schon mal von der Eugenik geh&ouml;rt?&ldquo; Hansens neuer Auftrag: Er soll sich auf die Spur von Alfred Ploetz begeben. Dieser war ein f&uuml;hrender Fachmann f&uuml;r Eugenik und Begr&uuml;nder dessen, was bei den Nationalsozialisten  Rassenhygiene genannt wurde. Ploetz war wegen seiner Warnung vor den biologischen Folgen, die Kriege auf die menschliche Fortpflanzung h&auml;tten &ndash; <em>die Besten kommen im Krieg ums Leben, die Schwachen und Feiglinge &uuml;berleben<\/em> &ndash; 1936 im Gespr&auml;ch f&uuml;r den Friedensnobelpreis und ist 1940 in Herrsching am Ammersee gestorben. Da man die Befragung der Familienmitglieder f&uuml;r sinnlos hielt &ndash; sie schilderten die T&auml;ter immer als herzensgute und treusorgende Familienv&auml;ter  &ndash; solle er einen fr&uuml;heren Freund und Adlatus von Ploetz namens Karl Wagner aufsuchen, der in M&uuml;nchen lebe. Zwei Tage nach der Kapitulation trifft Hansen in M&uuml;nchen ein. &bdquo;Jemand hatte mit wei&szlig;er Farbe Frieden an eine Hausmauer geschrieben. Die Farbe ist an der Wand heruntergelaufen, als weine das Wort.&ldquo; Ploetz hatte ein schlossartiges Haus am Ammersee bewohnt. Hansen f&auml;hrt in Begleitung eines Kollegen nach Herrsching, beschlagnahmt das Haus und quartiert sich dort ein. <\/p><p>Ein Strang des Romans erz&auml;hlt von den Reisen Hansens durch das zerst&ouml;rte Deutschland und dem anarchischen Leben in einer gesellschaftlichen Ausnahmesituation. Die alte Gesellschaft, das Dritte Reich, ist untergegangen, eine neue Gesellschaft existiert noch nicht. Es herrscht ein Zustand ausgesetzter Regeln. F&uuml;r Kinder und junge Leute er&ouml;ffnen solche anomischen Zust&auml;nde ungeahnte Spielr&auml;ume und M&ouml;glichkeiten. Hansen enteignet und beschlagnahmt, wonach ihn gel&uuml;stet und womit er junge Damen beeindrucken kann. Aber er muss nat&uuml;rlich auch seiner Arbeit nachgehen, und die besteht in Gespr&auml;chen mit Karl Wagner, dem ehemaligen Weggef&auml;hrten und Freund von Ploetz. Die Protokolle dieser vierzehn Gespr&auml;che bilden das Ger&uuml;st des Romans. <\/p><p><strong>Medizinisch-psychiatrische Tr&auml;ume<\/strong><\/p><p>Wagner selbst ist seinen sozialistisch-anarchistischen Jugendtr&auml;umen treu geblieben, die Ploetz zun&auml;chst teilte, bevor sich ihre Wege trennten und Ploetz ins v&ouml;lkische Lager abdriftete und sich schlie&szlig;lich den Nazis andiente. Wagner war in Dachau in sogenannte Schutzhaft genommen worden, war dann auf F&uuml;rsprache des einstigen Freundes hin aus dem Lager entlassen worden und &uuml;berlebte das Dritte Reich im Keller eines M&uuml;nchner Antiquariats &ndash; umgeben von verbotenen B&uuml;chern. Inzwischen ist Karl Wagner seiner Gruft entstiegen und hat eine kleine Dachwohnung bezogen. Dort sucht ihn Michael Hansen auf und beginnt, ihn nach seiner Zusammenarbeit mit Ploetz zu befragen. Die Gespr&auml;che gehen zur&uuml;ck in die Schulzeit in Breslau, wo Ploetz gemeinsam mit den Br&uuml;dern Carl und Gerhart Hauptmann einen Geheimbund gr&uuml;ndete. Man las die Schriften von &Eacute;tienne Cabet und beschloss, in seiner Nachfolge im pazifischen Raum eine sozialistische Kolonie zu gr&uuml;nden. Unterm Bismarckschen Sozialistengesetz (1878&ndash;1890) setzte Ploetz sein Studium der Medizin in Z&uuml;rich fort. Z&uuml;rich war in jener Zeit ein Sammelbecken f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge aus aller Welt und bot eine intellektuell &auml;u&szlig;erst anregende Atmosph&auml;re. Es folgte eine Studienreise in die USA, um die Ikarier-Kolonie in Iowa zu besuchen und sich ein Bild von der von Cabet intendierten Veredelung des Menschen zu machen. Statt des erhofften sozialistischen &Uuml;bermenschen traf er auf durchschnittliche Menschen, mit all den Schw&auml;chen und k&ouml;rperlichen Gebrechen, die Menschen aufweisen.  Entt&auml;uscht und ern&uuml;chtert kehrte Ploetz zur&uuml;ck und setzte sein Studium fort. Er lernte den Psychiater August Forel kennen, der in der Irrenanstalt Burgh&ouml;lzli arbeitete und sich dem Kampf gegen den Alkohol verschrieben hatte. Die Psychiatrie jener Zeit ist biologisch orientiert und durchdrungen von der Idee der Vererbung. Im sozialdarwinistischen Klima des Imperialismus werden bald Forderungen nach Befreiung von unn&uuml;tzen &bdquo;Ballastexistenzen&ldquo; und der &bdquo;Vernichtung lebensunwerten Lebens&ldquo; laut. Warum all die nutzlosen Esser, Missgestalteten und Abweichler durchf&uuml;ttern und ihre verderblichen Anlagen weiter im Volksk&ouml;rper verbreiten lassen? Immer mehr Psychiater gelangten zu der Haltung: Wenn schon keine Therapie und Befreiung des einzelnen Patienten m&ouml;glich ist, dann wenigstens die Therapie und Befreiung der Gesellschaft von den psychisch Kranken! Bei seiner Untersuchung von 200 Z&ouml;glingen des Berliner &bdquo;Erziehungshauses&ldquo; waren dem Psychiater Otto M&ouml;nkem&ouml;ller viele als &bdquo;Psychopathen&ldquo; aufgefallen, bei denen er &bdquo;angeborenen geistigen Schwachsinn&ldquo; und eine hohe &bdquo;sittliche Verderbnis&ldquo; diagnostizierte, die sie als &bdquo;geborene Verbrecher&ldquo; auswiesen. &bdquo;Galgenphysiognomie&ldquo; und &bdquo;Spitzbubengesicht&ldquo; spr&auml;chen eine deutliche Sprache. Das Gros dieser &bdquo;Psychopathen&ldquo; sei &bdquo;unerziehbar&ldquo; und es gelte, sie &bdquo;unsch&auml;dlich zu machen&ldquo;. Zun&auml;chst einmal hie&szlig; &bdquo;Unsch&auml;dlichmachung&ldquo; m&ouml;glichst lebenslanges Einsperren. M&ouml;nkem&ouml;ller tr&auml;umt 1903 von einer radikaleren Prophylaxe, der &bdquo;Kastration&ldquo;. &bdquo;Aber&ldquo;, sagt er resigniert, &bdquo;vorl&auml;ufig sind wir f&uuml;r diesen Radikalismus wohl noch nicht reif &hellip; &ldquo; <\/p><p>Diese Haltung lie&szlig; viele Psychiater den Nationalsozialismus begeistert begr&uuml;&szlig;en. Sie erlebten ihn als Erf&uuml;llung ihrer langgehegten Tr&auml;ume. Endlich w&uuml;rden jene Barrieren fallen, die der Realisierung ihrer ehrgeizigen Pl&auml;ne im Wege standen. In der Tat bestand das innenpolitische Programm der Nazis in der medizinischen L&ouml;sung der &bdquo;sozialen Frage&ldquo;: Alle Menschen, die gemessen am technischen Produktionsfortschritt nicht ganz gesund, leistungs- und anpassungsf&auml;hig waren, sollten medizinisch diagnostiziert, selektiert und &ndash; bei attestierter Unheilbarkeit &ndash; medizinisch beseitigt, das hei&szlig;t get&ouml;tet werden. Mit dem 1. September 1939 begann nicht nur der Vernichtungskrieg nach au&szlig;en, sondern auch nach innen. Zwischen 1939 und 1941 wurden auf der Grundlage des <em>Gesetzes zur Verh&uuml;tung erbkranken Nachwuchses<\/em> mehr als 100.000 Menschen umgebracht. Die &bdquo;Erbkranken&ldquo; galten als Volkssch&auml;dlinge, die wie andere Sch&auml;dlinge bek&auml;mpft und vernichtet werden sollten. Massenmord als Sch&auml;dlingsbek&auml;mpfung. Die Patienten wurden vergast. Mit Kohlenmonoxyd im Gaswagen im hessischen Hadamar zum Beispiel. Nach der zehntausendsten T&ouml;tung gab es Freibier f&uuml;r das ganze Personal. Nach Protesten aus kirchlichen Kreisen wurde die Aktion 1941 offiziell gestoppt. Angesichts des beginnenden Krieges gegen die Sowjetunion wollte man in der Bev&ouml;lkerung keine ungute Stimmung aufkommen lassen. Das Euthanasie-Programm war deswegen unpopul&auml;r, weil die zur Vernichtung bestimmten Menschen meist Deutsche\/Arier waren, keine Juden. Allerdings wurde in den Heil- und Pflegeanstalten auch ohne Hitler-Erlass in Eigenverantwortung der &Auml;rzte weiter gemordet &ndash; mittels Mangelern&auml;hrung oder durch Verabreichung von Luminal, durch Veronal oder Morphium-Scopomalin-Spritzen. <\/p><p>&bdquo;Es muss zur Sprache kommen&ldquo;, und Uwe Timm sagt es oder l&auml;sst es sagen. In den Gespr&auml;chen zwischen dem fiktiven Weggef&auml;hrten Wagner und Michael Hansen wird der Weg des Alfred Ploetz vom schw&auml;rmerischen Sozialisten zum Euthanasie-Bef&uuml;rworter und Hitler-Anh&auml;nger nachgezeichnet. 1905 gr&uuml;ndete er die <em>Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Rassenhygiene<\/em>. Ploetz experimentiert mit Kaninchen, die mittels einer Elektrozange get&ouml;tet werden, um ihre Gehirne zu sezieren. Da hatten sich die Wege von Ploetz und Wagner l&auml;ngst getrennt. Wagner kommentiert die Kaninchen-Experimente seines ehemaligen Freundes mit den Worten: &bdquo;Mit jedem Leid der Kreatur geht ein Riss durch die Welt.&ldquo; 1933 verfasst Ploetz eine Ergebenheitsadresse an Hitler und versicherte, dass er dem Manne, &bdquo;der die deutsche Rassenhygiene aus dem Gestr&uuml;pp ihres bisherigen Weges durch seine Willenskraft in das weite Feld freier Bet&auml;tigung f&uuml;hrt&ldquo;, in &bdquo;herzlicher Verehrung&ldquo; die Hand dr&uuml;cke. Hitler ernannte Ploetz 1936 zum Professor, im Gegenzug trat Ploetz in die Partei ein. Mit der Macht&uuml;bernahme der Nazis wurden psychiatrisch-kriminologische Tr&auml;ume m&ouml;rderische Wirklichkeit. Die nationalsozialistische &bdquo;Unsch&auml;dlichmachung&ldquo; der &bdquo;Unerziehbaren&ldquo; und &bdquo;Entarteten&ldquo; f&uuml;hrte zu Ende, was kriminologisch und psychiatrisch l&auml;ngst vorgedacht war.<\/p><p><strong>Die Toten ruhen lassen?<\/strong><\/p><p>Sage niemand: Das ist lange her, das geht mich nichts mehr an. Warum l&auml;sst man die Toten nicht endlich ruhen? Uwe Timm antwortet auf diese Frage: &bdquo;Wenn man die Toten ruhen l&auml;sst, kommen sie als Geister zur&uuml;ck.&ldquo; Bleiben die Motive der T&auml;ter im Dunkeln, schwirren sie umher wie Flederm&auml;use und sorgen weiter f&uuml;r Beunruhigung. Geister, in deren Gestalt das Alte wiederkehrt, sind die zeitgen&ouml;ssische Pr&auml;nataldiagnostik und die Reproduktionsmedizin. In den vergangenen Jahren sind kaum noch Kinder mit f&uuml;r genetisch bedingt gehaltenen Krankheiten wie Trisomie 21 oder Mukoviszidose zur Welt gekommen. Die Pr&auml;natal- und Pr&auml;implantationsdiagnostik hat daf&uuml;r gesorgt, dass in Deutschland mehr als neunzig Prozent jener Frauen, die davon erfahren, dass ihr Baby voraussichtlich am Down- Syndrom leiden werde, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. &bdquo;So l&ouml;st die freie, individuelle Entscheidung, den Empfehlungen der Reproduktionsmedizin zu folgen, jene eugenisch motivierten Programme der Bev&ouml;lkerungsregulierung ein, die sich autorit&auml;re Staaten in der ersten H&auml;lfte des 20. Jahrhunderts gegeben haben&ldquo;, schreibt der Kulturwissenschaftler Andreas Bernard. Siebzig Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen &bdquo;Rassenhygiene&ldquo; ist der Akt des Ausmerzens auf diskrete und effizientere Weise vorverlegt worden. &bdquo;Erbkrankes Leben&ldquo; wird still und unauff&auml;llig beseitigt. Auch hier kann man die eigent&uuml;mliche Tendenz beobachten, dass Prozesse der Normierung und Regulierung von Menschen, die bisher von einer staatlichen Instanz gesteuert und den Menschen aufgezwungen wurden, auf die Individuen selbst &uuml;bergehen. Sie nehmen ihre Kontrolle und Normierung in eigene Regie.<\/p><p><strong>Neue-alte Abgr&uuml;nde. &bdquo;Es muss zur Sprache kommen.&ldquo;<\/strong><\/p><p>Was h&auml;tten wir aus der Geschichte der Euthanasie zu lernen? Dass &uuml;berall da, wo Menschen auf ihren verwertbaren Nutzen reduziert werden, sie also nicht um ihrer selbst willen respektiert werden, Gefahr im Verzug ist. Wo Menschen vorrangig nach ihrem wirtschaftlichen Nutzen beurteilt werden, ist der Status derer, die unbrauchbar und nicht leistungsf&auml;hig sind, prek&auml;r. Ihnen wird die Einf&uuml;hlung verweigert. Mitleid und wechselseitige Verantwortung, Solidarit&auml;t und gegenseitige Hilfe trocknen in einem derartigen Milieu peu &agrave; peu aus, es gedeihen stattdessen Konkurrenz, Feindseligkeit, Gleichg&uuml;ltigkeit und K&auml;lte. Wenn diese Haltung sich in Krisenzeiten radikalisiert, wird irgendwann gefragt: Warum all diese Leute durchf&uuml;ttern, die nichts zum Bruttosozialprodukt beitragen? Seit Jahren lesen und h&ouml;ren wir von gewaltsamen &Uuml;bergriffen auf Obdachlose und Bettler &ndash; gelegentlich mit t&ouml;dlichem Ausgang. Wo bleiben unsere massenhafte Emp&ouml;rung dar&uuml;ber, wo unser Widerstand dagegen, wo unsere Solidarit&auml;t mit den Schw&auml;chsten Mitgliedern der Gesellschaft? <\/p><p>Fragen, die wir uns stellen sollten: Transportiert nicht die Debatte um die Freigabe der Sterbehilfe auch die stillschweigende Botschaft an die Alten, Hinf&auml;lligen und nicht mehr Leistungsf&auml;higen, sie m&ouml;chten sich doch bitte &uuml;berlegen, ob sie den Starken und Leistungsf&auml;higen derart lange auf der Tasche liegen wollen? K&ouml;nnte im sozialdarwinistischen Klima der entfesselten Marktgesellschaft aus einem Recht nicht bald eine Pflicht werden? <\/p><p>Wir erleben seit Jahren das Wiederaufleben einer Sehnsucht nach ethnischer Homogenit&auml;t und Reinheit der Gesellschaft. In ihrem Namen wurden und werden die schlimmsten Verbrechen und Barbareien begangen. Dahinter steht die Idee von einer &bdquo;guten Gemeinschaft&ldquo;, die von ihren negativen Teilen gereinigt ist. Von jenen Elementen, von denen man annimmt, dass sie die &bdquo;gute Gemeinschaft&ldquo; korrumpieren. Die Vorstellung von einem homogenen sozialen K&ouml;rper, von einer &bdquo;guten Gemeinschaft&ldquo;, ist etwas, das auch der Linken nicht fremd ist. Auch das muss zur Sprache kommen und kommt bei Uwe Timm zur Sprache. Durch den Mund von Karl Wagner erfahren wir einiges &uuml;ber das Lieb&auml;ugeln der fr&uuml;hen Sozialdemokratie mit der Eugenik. Breit wurde &uuml;ber die Frage diskutiert, wie die Weitergabe von Erbkrankheiten verhindert und die Entstehung eines starken, gesunden und sch&ouml;nen Geschlechts bef&ouml;rdert werden k&ouml;nnte. So sei es kein Zufall, dass die schwedische sozialdemokratische Regierung sich zu ihrer v&ouml;lkischen Verantwortung bekannt und 1935 die Sterilisation von Debilen angeordnet habe. Die Kehrseite aller Veredelungspl&auml;ne sei die Ausmerzung des Schwachen, Abweichenden und Kranken. <\/p><p>In der Arbeiterbewegung gab es einen weitverbreiteten Fetischismus der Arbeit und der Produktion, die mit einer Verachtung des Bummelanten, Faulenzers, Dr&uuml;ckebergers, Parasiten und Schmarotzers einherging. Produzieren um jeden Preis, lautete das Motto in der jungen Sowjetunion. Die Elektrifizierung verschlang die Sowjets, &bdquo;Parasitismus&ldquo; und &bdquo;Arbeitsscheu&ldquo; wurden zu Straftatbest&auml;nden und f&uuml;hrten zur Verurteilung zu Straf- und Arbeitslager. H&auml;tte man die arbeitenden Massen nach ihrer Meinung zum Umgang mit den Au&szlig;enseitern der Gesellschaft befragt, h&auml;tte sich beinahe zu jeder Zeit eine Mehrheit f&uuml;r rabiate Umgangsformen bis hin zur Eliminierung gefunden. Schmarotzer m&uuml;ssen vertilgt und ausgemerzt werden, basta! In seinem viel gelesenen Buch <em>Die Frau und der Sozialismus<\/em> schrieb August Bebel: &bdquo;Der Sozialismus stimmt mit der Bibel darin &uuml;berein, wenn diese sagt: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.&ldquo; <\/p><p>In Max Horkheimers fr&uuml;hem Buch <em>D&auml;mmerung<\/em> findet sich eine wichtige Anmerkung zum Thema Arbeit im Sozialismus: &bdquo;In einer sozialistischen Gesellschaft wird die Freude nicht aus der Natur der zu leistenden Arbeit hervorgehen. Dies anzustreben ist ganz reaktion&auml;r. Die Arbeit wird vielmehr deshalb gern verrichtet werden, weil sie einer solidarischen Gesellschaft dient.&ldquo;<\/p><p><strong>Der kurze Fr&uuml;hling der Anarchie<\/strong><\/p><p>Wir &ndash; die Linken &ndash; m&uuml;ssen uns also an die eigene Nase fassen und die enge Bindung des Marxismus\/Sozialismus an Arbeit und Produktion kritisch &uuml;berdenken. Lange wurde die Herrschaft der fetischisierten Produktion mit Sozialismus verwechselt. Es gab einige wenige Ausnahmen und Gegenentw&uuml;rfe. Eine davon ist die <em>M&uuml;nchner R&auml;terepublik<\/em> aus dem Jahr 1919. Uwe Timm l&auml;sst Karl Wagner von ihr erz&auml;hlen und schw&auml;rmen. Er hat sie aus n&auml;chster N&auml;he miterlebt und hegt gro&szlig;e Sympathien f&uuml;r sie und ihre Protagonisten. Anarchisten, Literaten, K&uuml;nstler wie Toller, M&uuml;hsam, Niekisch, Gesell und Landauer hatten die Regierung &uuml;bernommen und verfolgten das Gegenteil der autorit&auml;ren kommunistischen Parteien, n&auml;mlich einen freiheitlichen Kommunismus oder pazifistischen Anarchismus. Ein von Ernst Toller und Erich M&uuml;hsam verfasstes Dekret k&uuml;ndigte die Verwandlung der Welt in eine &bdquo;Wiese voller Blumen&ldquo; an, in der &bdquo;jeder seinen Teil pfl&uuml;cken&ldquo; k&ouml;nne. Lohnarbeit, Ausbeutung, jegliche Hierarchie und juristisches Denken werden f&uuml;r abgeschafft erkl&auml;rt. Den Zeitungen wird auferlegt, auf der Titelseite neben den neuesten Nachrichten Gedichte von H&ouml;lderlin oder Schiller zu drucken. Was f&uuml;r ein Kontrast zur Elektrifizierungs-Prosa der Bolschewiki und zur linken Variante der instrumentellen Vernunft! Der kurze bayrische Fr&uuml;hling der Anarchie w&auml;hrte knapp vier Wochen, dann wurde der Ansatz einer R&auml;tedemokratie von den Stiefeln und Gewehrkolben der Freikorpssoldaten zerstampft und zerschlagen und in Str&ouml;men von Blut ertr&auml;nkt. Bei der Niederwerfung der R&auml;terepublik durch Freikorpstruppen tauchten nach Wagners Erinnerung zum ersten Mal Hakenkreuze in der &Ouml;ffentlichkeit auf. Gustav Landauer, Minister f&uuml;r Kultur, wurde Anfang Mai im Haus der Witwe von Kurt Eisner  verhaftet und am Tag darauf von M&auml;nnern des Freikorps Epp auf dem Weg in seine Zelle im Gef&auml;ngnis Stadelheim erschossen. Man habe &bdquo;diese Kakerlake totgetreten&ldquo;, br&uuml;steten sich die studentischen M&ouml;rder. &bdquo;Gustav Landauer war all das, was sie nicht sein konnten, belesen, gebildet, interessiert, ein Mensch, der noch in Pflanzen Beseeltheit zu sehen glaubte, eine Welt ohne Hass predigte, f&uuml;r Gleichheit und gegen jegliche Macht und Gewalt war&ldquo;, l&auml;sst Uwe Timm Wagner sagen. Ernst Toller wurde nach seiner Einlieferung ins Gef&auml;ngnis Stadelheim just in die Zelle gelegt, in der man seinen Freund und Genossen Landauer kurz zuvor massakriert hatte. <\/p><p>Gegen den Terror der Totalit&auml;t, gegen die abstraktive Gewalt der gro&szlig;en Begriffe und Apparate, helfen nur Sensibilit&auml;t f&uuml;r besondere Umst&auml;nde und Parteinahme f&uuml;r das Kleine und Einzelne. &bdquo;Ich habe immer die Neigung zu sagen, dass die Totalit&auml;t nicht das Ganze, sondern das Verlassene und Einzelne ist&ldquo;, sagte Theodor W. Adorno 1939 im Rahmen einer Diskussion mit Mitarbeitern des Instituts f&uuml;r Sozialforschung. Klasse, Partei, Staat, Volk, Nation n&ouml;tigen den Einzelnen zur Unterwerfung und Anpassung und schneiden das Besondere ab. Die Unterwerfung unter Abstraktionen lassen den Mensch selbst abstrakt werden. &bdquo;An die Stelle des kapitalistischen Staates kann ein sozialistischer treten, ohne dass damit die Befreiung des Menschen bewirkt wird. Staat ist Herrschaft des Menschen &uuml;ber den Menschen. Die Menschen haben mit ihm den Tod zwischen sich gesetzt an die Stelle des Lebens&ldquo;, hei&szlig;t es bei Gustav Landauer. Eine Gesellschaft, die der Erzeugung des Menschlichen und Lebendigen dient, w&auml;chst nur auf krummem Holz und an nicht begradigten, m&auml;andernden B&auml;chen. &bdquo;Wir aber brauchen in Wahrheit die immer wiederkehrende Erneuerung, wir brauchen die Bereitschaft zur Ersch&uuml;tterung, wir brauchen den Fr&uuml;hling, den Wahn und den Rausch und die Tollheit&ldquo;, schrieb Landauer 1918. <\/p><p>Auf Landauers und Tollers bl&uuml;hender Wiese w&auml;re auch Platz f&uuml;r Kohlwei&szlig;linge gewesen. Eingangs seines Romans erinnert sich Uwe Timm daran, dass sie als Kinder dazu angehalten wurden, Kohlwei&szlig;linge zu jagen, deren Raupen den kostbaren Kohl fra&szlig;en. &bdquo;Die Kinder jagten sie, schlugen mit d&uuml;nnen Weidenruten nach ihnen, die Fl&uuml;gel zerfetzt, taumelten sie zu Boden. Wir waren die Retter. Wir t&ouml;teten Sch&auml;dlinge.&ldquo;<\/p><p>Uwe Timm; Ikarien, Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch, K&ouml;ln 2017, 512 Seiten,  24,00 &euro;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] <strong>G&ouml;tz Eisenberg<\/strong> ist Sozialwissenschaftler und Publizist. Er arbeitete mehr als drei Jahrzehnte lang als Gef&auml;ngnispsychologe im Erwachsenenstrafvollzug. In der &bdquo;Edition Georg B&uuml;chner-Club&ldquo; erschien im Juli 2016 unter dem Titel &raquo;<em>Zwischen Arbeitswut und &Uuml;berfremdungsangst<\/em>&laquo; der zweite Band seiner &raquo;<em>Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus<\/em>&laquo;. Der erste Band &bdquo;<em>Zwischen Amok und Alzheimer<\/em>&ldquo; ist 2015 im Verlag Brandes &amp; Apsel erschienen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>G&ouml;tz Eisenberg<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40602#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] hat das Buch &bdquo;Ikarien&ldquo; von Uwe Timm gelesen, f&uuml;r die NachDenkSeiten besprochen und zugleich erg&auml;nzt. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,149,208,161],"tags":[1759,2188,416,1602,1241,1478],"class_list":["post-40602","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","category-rezensionen","category-wertedebatte","tag-entsolidarisierung","tag-euthanasie","tag-nationalsozialismus","tag-nuetzlichkeitsrassismus","tag-psychiatrisierung","tag-sozialdarwinismus"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40602","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40602"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40602\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48807,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40602\/revisions\/48807"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40602"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40602"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40602"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}