{"id":40659,"date":"2017-10-19T08:34:11","date_gmt":"2017-10-19T06:34:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659"},"modified":"2017-10-19T08:34:11","modified_gmt":"2017-10-19T06:34:11","slug":"hinweise-des-tages-2983","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h01\">EU vor Herbstgipfel: Europa ist eine lahme Ente<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h02\">Zwei Ergebnisse, eine Lehre<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h03\">Ein Vorsto&szlig; zur &ldquo;Entlastung&rdquo; der Arbeitgeber beim Mindestlohn &ndash; ein Vorgeschmack auf das, was von einer Jamaika-Koalition sozialpolitisch zu erwarten ist?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h04\">Experten fordern Abschaffung der Minijobs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h05\">Mehr Sozialstaat wagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h06\">Ungleichheit, politisch gewollt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h07\">Cum-Ex-Skandal: Steuerr&auml;uber verklagen den Staat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h08\">Air-Berlin-Pleite: Manager kassieren, Arbeitnehmer verlieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h09\">BDI: Offensiv<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h10\">Neues Anti-Terrorgesetz in Frankreich: Raus aus dem Ausnahmezustand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h11\">Privatsache Visavergabe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h12\">Der halbe Schleyer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h13\">Wie die SPD sich jetzt erneuern sollte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h14\">Thesen zu den politischen Schwerpunkten der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h15\">Wieder mal durchgemogelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h16\">Zu guter Letzt: Ratgeber: Alles, was Sie jetzt &uuml;ber die Jamaika-Sondierungsgespr&auml;che wissen m&uuml;ssen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>EU vor Herbstgipfel: Europa ist eine lahme Ente<\/strong><br>\nIn Br&uuml;ssel wird viel &uuml;ber neuen Schwung geredet, aber es herrscht Stillstand. Das liegt am Wahlergebnis in Deutschland und &Ouml;sterreich.<br>\nGerade einmal vier Wochen ist es her, da erkl&auml;rte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker die europ&auml;ische Dauerkrise f&uuml;r beendet. &bdquo;Europa hat wieder Wind in den Segeln&ldquo;, verk&uuml;ndete Juncker Mitte September vor dem Europaparlament in Stra&szlig;burg. Nach den Zitter-Wahlen in den Niederlanden und Frankreich k&ouml;nne man sich endlich &uuml;berf&auml;lligen Reformen widmen und das Boot wieder flottmachen.<br>\nDoch kurz vor dem EU-Herbstgipfel am Donnerstag und Freitag in Br&uuml;ssel gibt es Gegenwind &ndash; aus mehreren Richtungen. Am heftigsten bl&auml;st er aus Gro&szlig;britannien, mit dem die Verhandlungen &uuml;ber den Austritt (Brexit) in einer Sackgasse gelandet sind. Aber auch die Ergebnisse der Wahlen in Deutschland und in &Ouml;sterreich bereiten den EU-Granden Sorgen. Sie k&ouml;nnten die Reformagenda st&ouml;ren, die EU-Ratspr&auml;sident Donald Tusk mit den Staats- und Regierungschefs diskutieren will.<br>\nSolange Deutschland keine neue Regierung hat, seien keine Fortschritte, etwa beim Euro, denkbar, hei&szlig;t es in Br&uuml;ssel. Und wenn es in &Ouml;sterreich zu einer Koalition zwischen &Ouml;VP-Konservativen und FP&Ouml;-Rechtspopulisten kommen sollte, k&ouml;nnte dies zu neuen Blockaden in der Fl&uuml;chtlingspolitik f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/EU-vor-Herbstgipfel\/!5453469\/\">Eric Bonse in der taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Zwei Ergebnisse, eine Lehre<\/strong><br>\nZwei Wahlergebnisse, die unterschiedlicher nicht sein k&ouml;nnten. In &Ouml;sterreich siegt die Rechte, in Niedersachsen noch einmal die SPD. Doch die Sozialdemokraten in Deutschland und Europa k&ouml;nnen aus der Wahl in &Ouml;sterreich viel mehr lernen als aus dem regionalen Spezialfall an der Leine. [&hellip;]<br>\nDie einzige Lehre, die vern&uuml;nftige Menschen aus dem kometenhaften Aufstieg der Rechten ziehen k&ouml;nnen, ist die, dass man noch keine Alternative zu deren Programm bietet, wenn man sich halbherzig und ohne konkrete Aussagen zu &bdquo;mehr Gerechtigkeit&ldquo; bekennt oder die Ungleichheit beklagt. Eine Sozialdemokratie, die zu 90 Prozent neoliberale Glaubenss&auml;tze nachbetet, aber vorgibt, die schlimmsten Folgen der &bdquo;alternativlosen&ldquo; Politik &bdquo;gerechter&ldquo; abzufedern als die anderen, macht sich inzwischen nur noch l&auml;cherlich. Viele Menschen suchen verzweifelt nach Alternativen, es gibt diese Alternativen auch, aber die Sozialdemokraten auf dem europ&auml;ischen Kontinent sind zu feige, sich der dreisten Behauptung der Alternativlosigkeit durch den Mainstream entgegenzustellen.<br>\nIch habe schon vor der Wahl das traurige Beispiel der Lohnnebenkosten im Plan A der SP&Ouml; erw&auml;hnt (hier). Die Hochzeit der Diskussion &uuml;ber die Lohnnebenkosten liegt in Deutschland geschlagene zwanzig Jahre zur&uuml;ck. Mit dem Thema Lohnnebenkosten hat man damals von konservativer Seite den Ball &bdquo;der in den Zeiten der Globalisierung viel zu hohen L&ouml;hne&ldquo; geschickt ins Feld des Staates bugsiert und damit sogar viele Arbeitnehmer und Gewerkschaftler gewinnen k&ouml;nnen, weil die froh waren, nicht selbst die Hauptschuld an den &bdquo;offensichtlich&ldquo; zu hohen Lohnkosten zu tragen. Inzwischen &ndash; also vor allem im Lichte der Eurokrise &ndash; ist das eine vollends absurde Diskussion. Denn niemand kann ernsthaft behaupten, dass Leistungsbilanz&uuml;berschussl&auml;nder wie Deutschland und &Ouml;sterreich ein Problem mit der Wettbewerbsf&auml;higkeit haben, weil selbst die Konservativen ja sagen, es seien die anderen im S&uuml;den, die nicht wettbewerbsf&auml;hig sind.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/10\/zwei-ergebnisse-eine-lehre\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Ein Vorsto&szlig; zur &ldquo;Entlastung&rdquo; der Arbeitgeber beim Mindestlohn &ndash; ein Vorgeschmack auf das, was von einer Jamaika-Koalition sozialpolitisch zu erwarten ist?<\/strong><br>\nIn der Not gibt man sich auch mit Brosamen zufrieden und sammelt alles auf, was als Hinweis gewertet werden k&ouml;nnte, wohin die Reise einer &ldquo;Jamaika&rdquo;-Koalition gehen wird. Und da erweist es sich als hilfreich, dass es diese Koalitionsformation bereits gibt, in Schleswig-Holstein. Und von dort werden &ldquo;interessante&rdquo; Aktivit&auml;ten vermeldet. Die vielleicht einen Vorgeschmack liefern k&ouml;nnen.<br>\nDabei geht es um den gesetzlichen Mindestlohn. Was war das f&uuml;r eine Schlacht vor und bei seiner Einf&uuml;hrung. Mit harten Bandagen wurde gek&auml;mpft. Und neben dem Spiel mit den angeblichen, mittlerweile bekanntlich widerlegten Jobkiller-&Auml;ngsten wurde auch heftig auf die Tr&auml;nendr&uuml;se des &ldquo;B&uuml;rokratiemonsters&rdquo; gedr&uuml;ckt. Und eigentlich m&uuml;sste man im Oktober 2017 zu dem Ergebnis kommen, dass der &ldquo;Schock&rdquo; des Mindestlohns und die mit ihm verbundenen Auflagen irgendwie Geschichte ist, h&ouml;rt man doch von &ldquo;normalen&rdquo; Unternehmen diesbez&uuml;glich keine massive Kritik mehr, au&szlig;er vielleicht, dass man generell beklagt, dass L&ouml;hne immer Kosten sind und st&ouml;ren. Also k&ouml;nnte man sich anderen Themen widmen, aber nein &ndash; offensichtlich wird die Kritik an bestimmten Bestandteilen des Mindestlohns bzw. seiner Umsetzung weiter vorangetrieben und sie st&ouml;&szlig;t bei dem einen oder anderen Politiker auf einen entsprechenden Resonanzboden. (&hellip;)<br>\nDer ganze Vorgang verweist auf eine hoch konflikt&auml;re Baustelle, die auf uns zukommen wird, wenn es eine &ldquo;Jamaika&rdquo;-Koalition geben wird. Denn Union und FDP wollen an das Arbeitszeitgesetz und die dort normierten Schutzvorschriften heran. Das mit dem Mindestlohn ist da nur ein ganz leichtes L&uuml;ftchen, das man platziert hat, um den Boden zu bereiten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de\/2017\/10\/entlastung-der-arbeitgeber-beim-mindestlohn.html\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<p><strong>dazu: 12,20 Euro statt nur den Mindestlohn<\/strong><br>\nUm Mitternacht konnten die Arbeiter auf deutschen Baustellen aufatmen. Nach 14-st&uuml;ndigen Gespr&auml;chen einigten sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die beiden Arbeitgeberverb&auml;nde der Branche in der Nacht zu Mittwoch auf einen neuen Bau-Mindestlohn. &bdquo;Die Verhandlungen standen mehrfach vor dem Scheitern&ldquo;, sagte IG-BAU-Verhandlungsf&uuml;hrer Dietmar Sch&auml;fers. &bdquo;Das h&auml;tte ab 1. Januar einen Mindestlohn von 8,84 Euro bedeutet.&ldquo;<br>\nWie in einem guten Dutzend anderer Wirtschaftszweige auch gilt in der Bauwirtschaft ein Branchenmindestlohn. Er wurde schon 1997, kurz nach Inkrafttreten des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes, erstmals vereinbart. Die Regelung zielte damals vor allem darauf ab, einheimische Bauarbeiter vor aus dem Ausland entsandten Billigarbeitskr&auml;ften zu sch&uuml;tzen &ndash; und deutsche Unternehmen vor ausl&auml;ndischen Konkurrenten, die mit Dumpingl&ouml;hnen die Preise kaputt machen. Da der Bau-Mindestlohn von der Bundesregierung f&uuml;r allgemeinverbindlich erkl&auml;rt wurde, gilt er auch f&uuml;r nicht tarifgebundene Unternehmen und f&uuml;r aus dem Ausland entsandte Arbeiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/einigung-in-baubranche-12-20-euro-statt-nur-den-mindestlohn\/20470850-all.html\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> W&auml;re es nicht sinnvoll, den gesetzlichen Mindestlohn generell auf so ein Niveau anzuheben? Was in der Bauwirtschaft und weiterer Wirtschaftszweige m&ouml;glich, sollte auch generell m&ouml;glich sein, oder?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Experten fordern Abschaffung der Minijobs<\/strong><br>\nIn Deutschland gibt es ein geradezu explosionsartiges Wachstum der Nebenjobs. Manche &uuml;ben ihn aus Freude aus, manche aus finanziellem Druck. Experten wollen aber nun die Anreize abschaffen und begr&uuml;nden das. (&hellip;)<br>\nEine aktuelle Untersuchung des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verdeutlicht das geradezu explosionsartige Wachstum der Nebenjobs hierzulande: Im ersten Quartal diesen Jahres hatten demnach 3,07 Millionen Angestellte, Selbstst&auml;ndige oder Beamte einen Nebenjob. Die Zahl der Menschen, die mehr als einer Erwerbst&auml;tigkeit nachgehen, hat sich demnach seit dem Jahr 2003 mehr als verdoppelt. (&hellip;)<br>\nZwei Faktoren d&uuml;rften f&uuml;r diese Entwicklung verantwortlich sein; neben der robusten Entwicklung des Arbeitsmarktes vor allem eine Gesetzes&auml;nderung: Am 1. April 2003 wurden die Regeln f&uuml;r Minijobs ge&auml;ndert. Die Verdienstgrenze wurde damals von 325 auf 400 Euro und seitdem sogar auf 450 Euro angehoben; vor allem aber wurden die geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigungen von Steuern und Abgaben freigestellt. (&hellip;)<br>\nGrunds&auml;tzlich kritisieren die Verfasser allerdings, dass der Staat die sogenannten Minijobs durch Steuer- und Abgabenfreiheit subventioniert. &bdquo;Diese staatliche Beg&uuml;nstigung von Nebenjobs ist unn&ouml;tig und sollte gestrichen werden&ldquo;, sagt Weber, Forschungsdirektor des IAB. Geringverdiener durch die F&ouml;rderung der Minijobs in die Mehrfachbesch&auml;ftigung zu treiben, sei sozialpolitisch kurzsichtig.<br>\n&bdquo;Momentan sorgt die staatliche F&ouml;rderung daf&uuml;r, dass die Menschen Anreize haben, Minijobs im Nebenjob anzunehmen, der au&szlig;er etwas mehr Geld oft nichts bringt. N&ouml;tig ist, die Einkommensm&ouml;glichkeiten im Hauptberuf zu verbessern, zum Beispiel auch durch die Besserstellung von Geringverdienern bei Steuern und Abgaben&ldquo;, sagt Weber.<br>\n&bdquo;Die Menschen sollten Anreize haben, im Hauptjob zu arbeiten, sich dort zu engagieren, die Arbeitszeit auszuweiten, sich beruflich zu entwickeln und eine Alterssicherung aufzubauen. Die Menschen im Nebenjob zu entlasten, setzt sie nur auf das falsche Gleis.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article169738843\/Experten-fordern-Abschaffung-der-Minijobs.html\">Welt Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Mehr Sozialstaat wagen<\/strong><br>\nWilly Brandt wird heute wohl kaum zitiert werden, wenn die Jamaika-Partner zu ihren ersten Sondierungsgespr&auml;chen zusammenkommen. Was bedauerlich ist, denn der legend&auml;re Satz des ersten SPD- Kanzlers der Bundesrepublik, &ldquo;wir wollen mehr Demokratie wagen&rdquo;, w&auml;re auch eine gute Richtschnur f&uuml;r Union, FDP und Gr&uuml;ne. In Abwandlung der legend&auml;ren Brandt&rsquo;schen Worte aus dem Jahr 1969 muss die neue Regierung n&auml;mlich &ldquo;mehr Sozialstaat wagen&rdquo;.<br>\nDenn hinter dem Land liegen gut zwei Jahrzehnte, in denen dieser Sozialstaat teilweise bis zur Unkenntlichkeit deformiert wurde. Und am Ende dieser gut 20 Jahre neoliberaler Reformwut sitzt nun eine rechtspopulistische Partei im Bundestag, die ihren Aufstieg nicht nur den Sorgen vor zu vielen Fremden im Land zu verdanken hat. Viele AfD-W&auml;hler treibt auch die Angst um, in sozialen Notlagen nicht mehr vom Staat aufgefangen zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nordbayern.de\/politik\/mehr-sozialstaat-wagen-1.6762069\">N&uuml;rnberger Nachrichten<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ungleichheit, politisch gewollt<\/strong><br>\nSeit der Wiedervereinigung hat die Ungleichheit stark zugenommen. Das ist keine Folge &ouml;konomischer Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten, sondern das Ergebnis politischer Rahmensetzungen.<br>\nWeil die Arbeit immer anspruchsvoller wird, &uuml;berbieten die Unternehmen sich gegenseitig, um gut ausgebildete Besch&auml;ftigte zu bekommen. Geringqualifizierte haben das Nachsehen und die Einkommensunterschiede nehmen zu. So erkl&auml;ren sich die meisten Wirtschaftswissenschaftler die Zunahme der Ungleichheit. Doch das ist wenig &uuml;berzeugend, stellen Gerhard Bosch und Thorsten Kalina vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) fest. Nach ihrer Analyse kann der bereits seit den 1970er-Jahren abnehmende Umfang einfacher Arbeit nicht den gut zwei Jahrzehnte sp&auml;ter einsetzenden Verfall der Stundenl&ouml;hne von Ungelernten erkl&auml;ren. Au&szlig;erdem h&auml;tten die Verdienstunterschiede zwischen gleich Qualifizierten ebenfalls deutlich zugenommen, wie verschiedene Studien zeigen. Vor allem ignoriere die &ouml;konomische Standardtheorie den Einfluss von ver&auml;nderten Machtverh&auml;ltnissen und Arbeitsmarktinstitutionen. Bosch und Kalina argumentieren, dass die Zunahme der Ungleichheit in erster Linie auf die Schw&auml;chung des Tarifsystems zur&uuml;ckgeht. Sie identifizieren sechs Faktoren, die dessen ausgleichende Funktion geschw&auml;cht haben:<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171019-hdt-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/110980_110985.htm\">B&ouml;ckler Impuls<\/a>\n<p><strong>dazu: &bdquo;Wir verschenken Milliarden!&ldquo; &ndash; Ergebnisse der deutschen Teilstudie des Forschungsprojekts &bdquo;Tax Justice &amp; Poverty&ldquo;<\/strong><br>\nDie deutsche Teilstudie wurde durchgef&uuml;hrt mit einem Schwerpunkt auf Bayern und Unterst&uuml;tzung der Bayerischen Staatsministerien f&uuml;r Finanzen, Inneres und Justiz. Nach Wissen des Verfassers ist dies die erste qualitativ-sozialwissenschaftliche Studie in Deutschland, deren Schwerpunkt sowohl erlaubte als auch inoffizielle Interviews unter Mitarbeitenden von Steuer- und Strafverfolgungsbeh&ouml;rden sind. Der Buchtitel geht beispielsweise zur&uuml;ck auf ein Gespr&auml;ch mit einem bayerischen Finanzbeamten: Als dieser einer Umsatzsteuertrickserei in H&ouml;he von etwa 1 Million Euro auf die Spur kam und die Abteilungsleitung bat, n&auml;here Untersuchungen anstellen zu d&uuml;rfen, wurde dies abgelehnt mit dem Hinweis auf die knappen Ressourcen der Abteilung: Eine Pr&uuml;fung h&auml;tte etwa zur Folge, dass man mit der regul&auml;ren Bearbeitung von Steuerf&auml;llen in Verzug k&auml;me. Dies kommentierte der Beamte mit dem Ausruf: &bdquo;Das Geld liegt auf der Stra&szlig;e und wir d&uuml;rfen es nicht aufheben. Wir verschenken Milliarden!&ldquo; Ein Einzelfall? Laut dem Bayerischen Obersten Rechnungshof entgehen allein Bayern pro Jahr &bdquo;mindestens eine Milliarde Euro&ldquo; durch Umsatzsteuerbetrug (Jahresbericht 2011).<br>\nDie Studie belegt zun&auml;chst bereits anderweitig bekannte Sachverhalte mit Daten des bayerischen Hintergrunds: Das Auseinanderdriften von Arm und Reich, das Unwissen der Beh&ouml;rden &uuml;ber das Ausma&szlig; von Verm&ouml;gen bei den Superreichen, die &Uuml;berlastung von Steuerverwaltungen mit der Folge, dass die Pr&uuml;fzyklen von Gro&szlig;betrieben und Million&auml;ren immer l&auml;nger werden sowie weitere Belege daf&uuml;r, dass vieles davon politisch gewollt ist:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/steuergerechtigkeit.blogspot.de\/2017\/10\/wir-verschenken-milliarden-ergebnisse.html\">blog steuergerechtigkeit<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Cum-Ex-Skandal: Steuerr&auml;uber verklagen den Staat<\/strong><br>\nGegen mehrere Beteiligte der Cum-Ex-Gesch&auml;fte laufen bereits Verfahren, es geht um Steuerbetrug. Trotzdem hat ein Fonds nun erneut auf Erstattung von Steuern geklagt.<br>\nEin US-Pensionsfonds, der in Cum-Ex-Gesch&auml;fte verwickelt war, klagt gegen das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern. Das berichtet DIE ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe. Der Fonds namens KK Law Firm Retirement Plan Trust besteht auf einer Auszahlung von 28 Millionen Euro. Die Klage kommt zu einer Zeit, in der mittlerweile mehrere Staatsanwaltschaften wegen der Cum-Ex-Gesch&auml;fte ermitteln und gegen einige der Beteiligten bereits Anklage erhoben wurde.<br>\nBei den Cum-Ex-Gesch&auml;ften ging es darum, eine Steuer, die man einmal bezahlt hat, doppelt oder noch &ouml;fter vom Staat zur&uuml;ckerstattet zu bekommen. KK Law hatte die R&uuml;ckerstattung 2011 beantragt. Das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern zahlte die Millionen aber nicht mehr aus, weil es bereits den Verdacht hatte, es k&ouml;nnte sich um Betrug handeln. Zum ersten Mal landete der Fall dann in diesem Sommer vor dem Finanzgericht K&ouml;ln. Die Richter verpflichteten das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern, einen Bescheid &uuml;ber den Antrag zu erlassen. Das tat das Amt. Die Forderung von KK Law wurde abgelehnt. Gegen diese Entscheidung klagt der Fonds nun wieder vor dem Finanzgericht K&ouml;ln.<br>\nDas Urteil, das fr&uuml;hestens Ende des Jahres erwartet wird, k&ouml;nnte Signalwirkung haben. Denn es gibt noch eine Reihe weiterer US-Pensionsfonds, denen das Bundeszentralamt ebenfalls kein Geld mehr ausgezahlt hat. Insgesamt geht es um mehrere Hundert Millionen Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2017-10\/cum-ex-skandal-us-pensionsfonds-finanzgericht-koeln%20\">Zeit Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Air-Berlin-Pleite: Manager kassieren, Arbeitnehmer verlieren<\/strong><br>\nHat Lufthansa die &Uuml;bernahme gro&szlig;er Teile von Air Berlin mit Hilfe der Bundesregierung von langer Hand eingef&auml;delt &ndash; ohne R&uuml;cksicht auf Arbeitspl&auml;tze, Verbraucher und Steuerzahler?<br>\nDiese Frage stellen Kritiker des gr&ouml;&szlig;ten deutschen Luftfahrt-Deals, der am vergangenen Donnerstag notariell besiegelt wurde. Frontal 21 hat zahlreiche Gespr&auml;che mit Besch&auml;ftigten von Air Berlin, Gewerkschaftern, Rechts- und Wirtschaftsexperten gef&uuml;hrt. Das Fazit: Auf der Gewinnerseite stehen Aktion&auml;re und erfolgsabh&auml;ngig bezahlte Manager der Lufthansa. Verlierer sind Tausende Air Berlin-Mitarbeiter ohne Jobaussicht, Tausende Air-Berlin-Kunden mit wertlosen Flugtickets &ndash; und auch Steuerzahler, die f&uuml;r die sozialpolitischen Folgen aufkommen werden m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/politik\/frontal-21\/air-berlin-pleite-100.html\">Frontal 21<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>BDI: Offensiv<\/strong><br>\nSchon vor einiger Zeit schrieb der &bdquo;Bundesverband der Deutschen Industrie&ldquo; (BDI) egal welcher k&uuml;nftigen Koalition seine u.a. sicherheitspolitischen Pr&auml;ferenzen ins Stammbuch. &bdquo;Handlungsempfehlungen der Deutschen Industrie f&uuml;r die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages&ldquo; nennt sich das Pamphlet. Darin enthalten u.a. die Aufforderung, die Bundesregierung m&uuml;sse &bdquo;Cyberverteidigung auch milit&auml;risch offensiv f&uuml;hren.&ldquo; Auch die Waffenausfuhren m&uuml;ssten angekurbelt werden, schlie&szlig;lich sei der &bdquo;Erhalt von Schl&uuml;sseltechnologien nur durch Export m&ouml;glich.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2017\/10\/18\/bdi-offensiv\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Es k&ouml;nnte der Eindruck entstehen, der BDI wolle &ldquo;&uuml;ber Leichen gehen&rdquo;, oder? Offenbar ist diesem Lobbyverband die Profit-Gier wichtiger als das Leben von Menschen. Oder glaubt die BDI-Mitarbeiterschaft, dass die exportierten Waffen nicht eingesetzt werden?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Neues Anti-Terrorgesetz in Frankreich: Raus aus dem Ausnahmezustand<\/strong><br>\nSeit den Attentaten von 2015 herrscht in Frankreich der Ausnahmezustand. Ein neues Sicherheitsgesetz soll ab November an seine Stelle treten. Menschenrechtsorganisationen und Rechtsexperten warnen, dass die daraus resultierenden Befugnisse eine Gefahr f&uuml;r den Rechtsstaat darstellen k&ouml;nnten. [&hellip;]<br>\n&ldquo;Der Gesetzestext &uuml;ber den Kampf gegen den Terrorismus und die innere Sicherheit, zielt darauf ab, Frankreich mit allen heute zur Verf&uuml;gung stehenden Mitteln auszustatten, angesichts der terroristischen Bedrohung&rdquo;, verteidigt Emmanuel Macron das neue Gesetz, das in den Augen seiner F&uuml;rsprecher eine Balance zwischen Sicherheit und Schutz der pers&ouml;nlichen Freiheiten bietet.<br>\nDer Meinung ist Strafrechtsprofessorin Christine Lezerges, die die Regierung in Menschenrechtsfragen ber&auml;t, allerdings ganz und gar nicht: &ldquo;Man kann nicht sagen, dass dieses Gesetz ausgeglichen ist. Das Recht auf Sicherheit wiegt schwerer, als das Recht auf individuelle Freiheit und die Grundrechte. Dabei ist die Wirksamkeit dieser Ma&szlig;nahmen nie bewiesen worden, seitdem der Ausnahmezustand in Frankreich ausgerufen worden ist.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/neues-anti-terrorgesetz-in-frankreich-raus-aus-dem.1773.de.html?dram:article_id=398452\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Privatsache Visavergabe<\/strong><br>\nDeutschland verlagert die Ausgabe von Einreisegenehmigungen an Unternehmen. Die Risiken werden ignoriert. [&hellip;]<br>\nLos ging die Privatisierung der Visavergabe schon unter FDP-Au&szlig;enminister Guido Westerwelle. W&auml;hrend seiner Amtszeit strich sein Ministerium erst Stellen in den Konsularabteilungen und lagerte dann die ersten Visaverfahren aus &ndash; unter anderem in der T&uuml;rkei, Russland und China. Frank-Walter Steinmeier (SPD) lie&szlig; das Personal wieder aufstocken; aber weil gleichzeitig auch die Zahl der Visumantr&auml;ge stieg, ging das Outsourcing weiter &ndash; unter anderem in Tunesien, Marokko und &Auml;gypten. Im Februar 2017 hat das Au&szlig;enministerium dann Konzessionen f&uuml;r &uuml;ber ein Dutzend weiterer L&auml;nder ausgeschrieben, darunter Iran und Israel. Insgesamt soll die Zahl der ausgelagerten Konsularabteilungen von 18 auf 32 steigen. Im Moment laufen die Verhandlungen mit den Bietern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.taz.de\/!5431379\/%20\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Das ist alles unfassbar. Wie kann man so einen zentralen Bereich staatlichen Handelns privatisieren? Gibt es gar keine Grenzen mehr?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der halbe Schleyer<\/strong><br>\nMerkw&uuml;rdig: Nach dem Mord an Hanns Martin Schleyer war dessen NS-Vergangenheit weitgehend tabu. Und das ist sie auch 40 Jahre danach. Es ist eine deutsche Geschichte, die der Schleyer-Biograph Lutz Hachmeister in seinem Buch aufgreift.<br>\nHachmeister will nicht d&auml;monisieren. Er macht Schleyer nicht zum &ldquo;letzten Kampfkommandanten von Prag&rdquo; wie Bernt Engelmann, der f&uuml;r seinen Roman &ldquo;Gro&szlig;es Verdienstkreuz&rdquo; mit Stasi-Unterlagen gearbeitet hat. Er l&auml;sst ihn, den Verbandsfunktion&auml;r, nicht mit dem Reichsprotektor Reinhard Heydrich, dem &ldquo;Henker von Prag&rdquo;, jeden Tag im Auto durch die Stadt fahren. F&uuml;r Hachmeister sind das &ldquo;Wandersagen in der Linken&rdquo;, f&uuml;r ihn geh&ouml;rt Schleyer zur &ldquo;mittleren Elite des NS-Staates&rdquo;. Und nach 1945 zu jenen, die bruchlos von einem System ins andere gewandert sind, als entnazifizierte &ldquo;Mitl&auml;ufer&rdquo; und sp&auml;tere Demokraten. [&hellip;]<br>\nDie RAF richtete ihn am 18. Oktober 1977 hin, am 43. Tag nach dem Kidnapping in K&ouml;ln. Seine Hilferufe an Helmut Schmidt und Helmut Kohl waren vergeblich, der Staat war fest entschlossen, sich nicht von Terroristen erpressen zu lassen. Beim Staatsakt sagte Bundespr&auml;sident Walter Scheel, &ldquo;alle deutschen B&uuml;rger&rdquo; bef&auml;nden sich in der Schuld des get&ouml;teten Wirtschaftsf&uuml;hrers. Und schlagartig, bilanziert Hachmeister, h&ouml;rten 1977 &ldquo;alle ernst zu nehmenden Recherchen &uuml;ber die Biografie des vom Staat Geopferten auf&rdquo;.<br>\n40 Jahre danach &ndash; anl&auml;sslich der Ermordung Schleyers &ndash; wird auf Symposien, Gedenktagen und bei Preisverleihungen dar&uuml;ber geredet, wie das Vertrauen in den Rechtsstaat und in die soziale Marktwirtschaft gef&ouml;rdert werden kann. Hachmeister sagt, in Deutschland tue man sich immer noch schwer, das Irritierende solcher Biografien zu akzeptieren. In der &ouml;ffentlichen Erinnerung werde Schleyers Leben &ldquo;ganz vom Ende bestimmt&rdquo;. Und deshalb machten solche Verb&auml;nde eben &ldquo;weiter wie gehabt&rdquo;. Es sei denn, es wird wahr, was S&uuml;dwestmetall-Sprecher Steinmaier gegen&uuml;ber Kontext ank&uuml;ndigt: Stefan Wolf, sein Pr&auml;sident, werde bei der Gedenkfeier auch die NS-Vergangenheit Schleyers erw&auml;hnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/zeitgeschehen\/342\/der-halbe-schleyer-4658.html\">Kontext: Wochenzeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wie die SPD sich jetzt erneuern sollte<\/strong><br>\nZwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betr&uuml;bt liegen bei der SPD meist nur ein paar Wochen, eine Parteitagsrede oder eine Forsa-Umfrage. Doch nach dem Sieg bei der Niedersachsen-Wahl gelang es den Gro&szlig;genossen im Bund, den Ball erstaunlich flach zu halten, statt schon wieder vom Kanzleramt zu tr&auml;umen. Einhellig verbreiteten sie, dass man nun das 20,5-Prozent-Ergebnis der Bundestagswahl sowie jene Defizite aufarbeiten werde, die dazu gef&uuml;hrt haben.<br>\nMan k&ouml;nnte glatt auf den Gedanken kommen, diesmal h&auml;tte die SPD den Schuss geh&ouml;rt &ndash; so viel ist von Erneuerung die Rede, personell, inhaltlich, organisatorisch. Tats&auml;chlich aber machen die Genossen genauso weiter wie bisher. Nichts ist gut in der SPD.<br>\nIn welche Richtung es inhaltlich gehen soll, ist zwar noch nicht erkennbar, daf&uuml;r ist das beim Personal umso klarer: Der Vorsitzende und Wahlverlierer Martin Schulz soll im Amt bleiben, obwohl es an der Parteispitze niemanden gibt, der ihm ernsthaft jene Impulse, Ideen und Anst&ouml;&szlig;e zutraut, die es nun br&auml;uchte. Der Kaiser ist, wenn nicht nackt, dann doch &auml;u&szlig;erst sp&auml;rlich bekleidet &ndash; aber niemand sagt es.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/spd-wie-die-spd-sich-jetzt-erneuern-sollte-1.3712578\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.K.:<\/strong> Eine Personalrochade zwischen marktgl&auml;ubigen Rechtsauslegern als L&ouml;sung f&uuml;r die Probleme einer ehemaligen Programm-Partei SPD. Wie ideenlos ist das denn? Die SZ hat sich offensichtlich von jeglicher inhaltlicher Betrachtung von Parteien und Parlamentarismus befreit. Dass diese Abwesenheit von inhaltlichem Profil nicht funktioniert hat die SPD gerade im Wahlkampf erlebt. Erst kein Programm, dann ein sp&auml;tes und schwaches Programm und am Ende 20 %. Die labour party hat gezeigt wie es anders, richtig und glaubw&uuml;rdig geht.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: &ldquo;Wir m&uuml;ssen wieder Mut zur Kapitalismuskritik fassen&rdquo;<\/strong><br>\nMartin Schulz will die SPD neu aufstellen &ndash; und nach links r&uuml;cken. Die Partei m&uuml;sse &ldquo;raus aus dem Kleinklein&rdquo;, sagte er der ZEIT. Die Debatten m&uuml;ssten von ihr ausgehen.<br>\nDer SPD-Vorsitzende Martin Schulz setzt auf einen deutlichen Linkskurs, um die Krise seiner Partei zu &uuml;berwinden. &ldquo;Wir m&uuml;ssen wieder Mut zur Kapitalismuskritik fassen&rdquo;, sagte Schulz in einem Interview mit der ZEIT.Die Unterwerfung der Sozialdemokratie unter die These, es gehe nicht mehr um das System, sondern nur noch um die Verteilung der Effekte im System, sei falsch gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2017-10\/martin-schulz-spd-interview\">Zeit Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das f&auml;llt Schulz jetzt nach der Bundestagswahl ein. Vor allem Schulz war immer ein Apologet der Agenda 2010. Wer soll ihm das glauben?<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Gerangel um die ersten Posten<\/strong><br>\nNoch bevor der Bundestag zu seiner ersten Sitzung zusammenkommt, beginnt das Postengeschacher. Ein heftiges Gerangel gibt es um die Posten der Bundestagsvizepr&auml;sidenten. Altgediente Parteisoldaten wollen versorgt werden. [&hellip;]<br>\nAm Montag, so hie&szlig; es in der Unionsfraktion, habe die neue SPD-Fraktionsf&uuml;hrung um Andrea Nahles bei Volker Kauder angerufen. Dem bisherigen Fraktionschef Thomas Oppermann sei SPD-intern der Posten als stellvertretender Bundestagspr&auml;sident versprochen worden, wenn er seinen Chefsessel in der Fraktion r&auml;umt. Es geht um Extra-Gehalt, Dienstwagen und Privilegien. Allerdings, so verlautete aus der SPD-Fraktion, g&auml;be es Widerstand von den Frauen. Schlie&szlig;lich h&auml;tte das Bundestagspr&auml;sidium zuletzt mit Ulla Schmidt und Edelgard Bulmahn zwei Genossinnen in ihren Reihen gehabt. Bulmahn geh&ouml;rt nicht mehr dem Bundestag an, wohl aber Schmidt. Daher die Frage an Kauder: Ob die SPD nicht weiterhin zwei Pr&auml;sidiumsmitglieder stellen d&uuml;rfe?<br>\n&bdquo;Wir wollen eine Kampfabstimmung vermeiden&ldquo;, sei Kauder von der SPD erkl&auml;rt worden. Die CDU k&ouml;nne doch auch dann auch weiter zwei Mitglieder im Pr&auml;sidium stellen. Kauder habe abgelehnt mit dem Hinweis, dass zum einen die k&uuml;nftigen Koalitionspartner ebenso zu entscheiden h&auml;tten. Zum anderen bestehe kein Grund, der SPD einen Gefallen zu tun, da die Genossen sich Gespr&auml;chen f&uuml;r eine Koalition verweigert h&auml;tten. Dies erh&ouml;ht bei der Union mangels Alternative den Druck, eine Koalition mit FDP und Gr&uuml;nen zum Erfolg zu f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/bundestag-gerangel-um-die-ersten-posten\/20467376.html\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Die gro&szlig;e Erneuerung der SPD beginnt. Man tritt zur&uuml;ck, um den Posten des anderen zu &uuml;bernehmen. Au&szlig;erdem scheint man noch nicht ganz in der Opposition angekommen. Das Bundeskabinett, in dem immer noch SPD-Minister sitzen, <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/Content\/DE\/Kabinettssitzung\/2017\/10\/2017-10-17-kabinett.html?nn=434518\">verabschiedete<\/a> am Mittwoch die Mandatsverl&auml;ngerungen von mal eben sieben Bundeswehreins&auml;tzen. Dabei k&uuml;ndigte Andrea Nahles einen Tag vorher noch an, dass es keine &bdquo;Carte blanche&ldquo; bei der Verl&auml;ngerung von Bundeswehrmandaten geben d&uuml;rfe. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Thesen zu den politischen Schwerpunkten der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag<\/strong><br>\n14 Thesen zur strategischen Ausrichtung der Fraktion DIE LINKE:<br>\nDie soziale Opposition im Bundestag<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/themen\/nachrichten\/detail\/thesen-zu-den-politischen-schwerpunkten-der-fraktion-die-linke-im-bundestag\/\">Die Linke im Bundestag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Wieder mal durchgemogelt<\/strong><br>\nSahra Wagenknecht hat eine ungute Macht &uuml;ber die Partei. Damit sie als Fraktionschefin bleibt, werden &uuml;berf&auml;llige Debatten unterdr&uuml;ckt.[&hellip;]<br>\nWagenknechts Motto &bdquo;Basisdemokratie finde ich vor allem dann gut, wenn sie meinen Interessen dient&ldquo;, mag durchaus menschlich sein. Aber f&uuml;r eine Fraktionsf&uuml;hrerin im Bundestag, die die parlamentarische Willensbildung mit organisieren soll, ist es fatal. Wie soll die Linkspartei k&uuml;nftig glaubhaft Versuchen von rechts entgegentreten, die Demokratie f&uuml;r nationale Interessen zu kapern, wenn die innerparteiliche Demokratie nach Gusto der Fraktionsf&uuml;hrung eingeschr&auml;nkt wird? Nichts anderes macht doch Wagenknecht, wenn sie m&uuml;ndige Abgeordnete unter Druck setzt und im Falle &bdquo;falscher&ldquo; Entscheidungen mit R&uuml;cktritt droht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Kommentar-Streit-in-der-Linkspartei\/!5456007\/%20\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Dieser Kommentar ist wirklich infam und dreht die Fakten teilweise um 180&deg;. Ein Beispiel unter vielen &ndash; taz-Redakteurin Lehmann beklagt wortreich, dass der jetzige Kompromiss die die &bdquo;innerparteiliche Demokratie nach Gusto der Fraktionsf&uuml;hrung einschr&auml;nken&ldquo; wird. Dabei war es doch der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40566\">umstrittene Antrag<\/a> der Parteif&uuml;hrung, der vorsah Abgeordneten, die nicht die Mehrheitsmeinung der Partei vertreten, kein Rederecht im Bundestag einzur&auml;umen. Dies exakt umzudrehen, um gegen die Fraktionsspitzen Wagenknecht und Bartsch zu st&auml;nkern, ist schon ein dreistes St&uuml;ck.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Ratgeber: Alles, was Sie jetzt &uuml;ber die Jamaika-Sondierungsgespr&auml;che wissen m&uuml;ssen<\/strong><br>\nUnion, FDP und Gr&uuml;ne beginnen heute rund dreieinhalb Wochen nach der Wahl mit ihren Sondierungsgespr&auml;chen zur Bildung der n&auml;chsten Regierung. Da wir wissen, dass es um die Bildung unserer Leser oftmals eher schlecht bestellt ist, beantworten wir hier die wichtigsten Fragen zu den Verhandlungen: [&hellip;]<br>\nWo finden die Sondierungsgespr&auml;che statt?<br>\nZum Auftakt der Verhandlungen traf man sich in der K&uuml;che von Angela Merkels Wohnung in Berlin-Mitte. Da die Gr&uuml;nen allerdings aus Platzmangel im Flur stehen mussten und die einzige Knabberbox schon nach zwanzig Minuten leer war, sollen die Gespr&auml;che k&uuml;nftig an einem anderen Ort stattfinden, &uuml;ber den erst noch in Sondierungsgespr&auml;chsortsfindungsgespr&auml;chen verhandelt werden muss. [&hellip;]<br>\nUnd nach einer gelungenen Sondierung haben wir eine neue Regierung?<br>\nWo denken Sie hin! Nach der Sondierung kommen die Postsondierungsgespr&auml;che, dann die Koalitionsverhandlungen, dann die Erstellung des Koalitionsvertrags, dann ein gemeinsamer Zoobesuch mit Besichtigung des Koala-Geheges, dann die Erstellung des Regierungsprogrammes und erst dann endlich die Bundestagswahl 2021.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.der-postillon.com\/2017\/10\/ratgeber-sondierung.html\">Der Postillon<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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