{"id":40706,"date":"2017-10-20T16:12:33","date_gmt":"2017-10-20T14:12:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706"},"modified":"2017-10-20T16:12:33","modified_gmt":"2017-10-20T14:12:33","slug":"hinweise-des-tages-ii-317","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h01\">Interview mit Sahra Wagenknecht: &bdquo;Ich will nicht, dass die AfD noch st&auml;rker wird&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h02\">Warum schont ihr Merkel? (II)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h03\">Jamaika-Koalition<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h04\">Warum das deutsche Steuersystem unfairen Wettbewerb f&ouml;rdert &ndash; und was dagegen getan werden k&ouml;nnte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h05\">Fiskus holt sich 436 Mio. Euro zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h06\">Ein Herz f&uuml;r Betr&uuml;ger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h07\">DGB streitet um Positionierung zu Hartz IV<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h08\">Bei Wechsel zu Eurowings: 40 Prozent weniger f&uuml;r Air-Berlin-Piloten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h09\">Berlin ist dabei, in die &Ouml;PP-Falle zu laufen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h10\">Soll der Staat bei Bildung, Gesundheit und Sozialem k&uuml;rzen? Austerit&auml;tspolitik seit der Finanzkrise im Vergleich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h11\">Griechenland: Teure R&uuml;stung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h12\">Gl&uuml;ckliche Soja-Barone in Bras&iacute;lia<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h13\">Die Truppen des F&uuml;hrers<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h14\">Wieder alles ganz normal nach dem Rechtsruck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40706#h15\">Eine Lesermail zum Hinweis Nummer 12 von gestern auf &bdquo;Der halbe Schleyer&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Interview mit Sahra Wagenknecht: &bdquo;Ich will nicht, dass die AfD noch st&auml;rker wird&ldquo;<\/strong><br>\nNach einer turbulenten Klausurtagung der linken Bundestagsfraktion, auf der ein offener Machtkampf zwischen den Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger sowie den Fraktionschefs Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch ausgetragen wurde, soll nun wieder die politische Tagesarbeit im Mittelpunkt stehen. Aber auch im Gespr&auml;ch, das Andr&eacute; Bochow mit Sahra Wagenknecht f&uuml;hrte, wird klar: Ganz so einfach ist das nicht. (&hellip;)<br>\nNun werden Sie ja nicht regieren und k&ouml;nnen in der Fl&uuml;chtlingsfrage allenfalls in einigen Bundesl&auml;ndern mitbestimmen. Warum ist Ihnen diese Frage trotzdem so wichtig?<br>\nF&uuml;r uns sind soziale Gerechtigkeit und eine friedliche Au&szlig;enpolitik entscheidend. Aber vieles davon ist mit der Fl&uuml;chtlingsfrage verbunden. Deutschland beteiligt sich an Kriegen und liefert Waffen. Bewaffnete Auseinandersetzungen sind eine zentrale Fluchtursache. Ohne die &Ouml;l- und Gaskriege der USA und ihrer Verb&uuml;ndeten, die den ganzen Nahen und Mittleren Osten destabilisiert haben, h&auml;tte es die Fl&uuml;chtlingskrise von 2015\/2016 nie gegeben. Und so wie Angela Merkel die Integration angeht, geht sie zu Lasten der weniger Wohlhabenden. Die Konkurrenz um Sozialwohnungen und um Jobs, gerade im Niedriglohnbereich, versch&auml;rft sich, Schulen in &auml;rmeren Wohnvierteln werden noch mehr &uuml;berfordert. (&hellip;)<br>\nGehen wir mal davon aus, sie kommt zustande. Wie will die Linkspartei, die im Bundestag dann die kleinste Oppositionsfraktion stellen w&uuml;rde, wahrnehmbar bleiben?<br>\nWir unterscheiden uns sehr deutlich von den anderen Parteien. Im Grunde stehen sie doch alle f&uuml;r die Politik der letzten Jahre, die f&uuml;r unsichere Jobs, niedrige Renten und Sozialabbau gesorgt hat. Auch die Sozialdemokratie hat das wesentlich mitgestaltet. Und die AfD ist nur eine weitere neoliberale Partei, die h&ouml;here Steuern f&uuml;r Multimillion&auml;re genauso ablehnt wie die St&auml;rkung der gesetzlichen Rente. Bei der Rente ist die AfD noch radikaler als Union und FDP. Da soll man 45 Jahre arbeiten, bevor man &uuml;berhaupt einen Rentenanspruch hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swp.de\/ulm\/nachrichten\/politik\/interview-mit-sarah-wagenknecht_-_ich-will-nicht_-dass-die-afd-noch-staerker-wird_-16201725.html\">S&uuml;dwest Presse<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Warum schont ihr Merkel? (II)<\/strong><br>\nTrotz der miesen Ergebnisse bei der Bundestagswahl fassen die Medien Kanzlerin Merkel mit Samthandschuhen an. &ldquo;Warum schon ihr Merkel&rdquo;, fragte ich in diesem Blog. Nun m&uuml;ssen sich auch die Freunde von &ldquo;Jamaika&rdquo; diese Frage stellen. Denn die Kanzlerin ohne Mehrheit hat in der T&uuml;rkei-Frage nicht nur ihre eigenen Wahlversprechen gebrochen. Sie geht auch nonchalant &uuml;ber die Forderungen von Gr&uuml;nen und FDP hinweg.<br>\nBeide &ldquo;Jamaika&rdquo;-Partner hatten eine Aussetzung der EU-Beitrittsverhandlungen und einen sch&auml;rferen Kurs gegen Sultan Erdogan gefordert. Doch Merkel hat das in Br&uuml;ssel ignoriert. Sie vers&auml;umte es nicht nur, sich f&uuml;r eine Aussetzung der T&uuml;rkei-Verhandlungen einzusetzen. Sie lie&szlig; sich auch mit vagen Versprechen zur K&uuml;rzung der EU-Hilfen f&uuml;r die T&uuml;rkei abspeisen. Und selbst dazu gab es keinen Beschluss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/lostineu.eu\/warum-schont-ihr-merkel-ii\/\">Lost in Europe<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Jamaika-Koalition<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Mindestlohngesetz nicht verw&auml;ssern!<\/strong><br>\nDie &ldquo;Jamaika&rdquo;-Koalition in Schleswig-Holstein will die Dokumentationspflichten im Mindestlohngesetz aufweichen. Doch die Einhaltung des Mindestlohns l&auml;sst kaum noch kontrollieren, wenn die Arbeitszeit nicht mehr umfassend aufgezeichnet wird. Deshalb ist f&uuml;r den DGB-klartext klar: Das Mindestlohngesetz darf nicht verw&auml;ssert und zum zahnlosen Tiger gemacht werden.<br>\nKurz vor Aufnahme der Koalitionsgespr&auml;che von Schwarz-Gelb-Gr&uuml;n im Bund trommelt die &bdquo;Jamaika&ldquo;-Koalition in Schleswig-Holstein f&uuml;r die Verw&auml;sserung der Dokumentationspflichten im Mindestlohngesetz. Sie hat den Bundesrat aufgefordert, die Arbeitszeiterfassung beim Mindestlohn f&uuml;r Teilzeitkr&auml;fte &bdquo;handhabbarer und praxisn&auml;her&ldquo; zu gestalten. So k&ouml;nnten vermeintlich unzumutbare B&uuml;rokratielasten in der Umsetzung des Mindestlohns vermindert werden. (&hellip;)<br>\nWenn die Arbeitszeitdokumentation nun weiter aufgeweicht werden sollte, lie&szlig;e sich die Einhaltung des Mindestlohns nicht mehr kontrollieren und Verst&ouml;&szlig;en w&uuml;rde T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet. Schon jetzt hapert es bei den Kontrollen, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit ist unterbesetzt (siehe Abbildung zu r&uuml;ckl&auml;ufigen Kontrollen). Wer die Arbeitszeit also nicht dokumentieren will, will nicht weniger B&uuml;rokratie, sondern nimmt mehr Ausbeutung in Kauf (&hellip;)<br>\nTeilzeitbesch&auml;ftigte d&uuml;rfen keine ArbeitnehmerInnen zweiter Klasse sein. Ob jemand 20 oder 40 Stunden arbeitet &ndash; die Vorschriften zur Arbeitszeitaufzeichnung m&uuml;ssen f&uuml;r alle gleicherma&szlig;en gelten. Zudem widerspr&auml;che eine Unterscheidung auch dem Gleichbehandlungsgrundsatz. Das Mindestlohngesetz als wichtigste Sozialreform der letzten Jahre darf nicht verw&auml;ssert und zum zahnlosen Tiger gemacht werden. Aber Jamaika aus Schleswig-Holstein will mit dem Angriff auf den Mindestlohn offenbar ein Zeichen f&uuml;r den Bund setzen: ein Affront gegen Millionen von Besch&auml;ftigten sowie die Gewerkschaften, die fast zehn Jahre f&uuml;r einen Mindestlohn gek&auml;mpft haben!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++28ea7e96-b56b-11e7-80f5-525400e5a74a\">DGB<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Der Mindestlohn ist mit zahlreichen Ausnahmen eingef&uuml;hrt worden. Und &ndash; auch mit der SPD: Neue Verordnung: Der Mindestlohn wird <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24120#h13\">l&ouml;chriger<\/a>. Wundern w&uuml;rde es nicht, wenn &ldquo;Jamaika&rdquo; das Mindestlohngesetz tats&auml;chlich &ldquo;verw&auml;ssern&rdquo; w&uuml;rde, oder?<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: DeutschlandTrend Jamaika soll f&uuml;r gerechte L&ouml;hne sorgen<\/strong><br>\nNoch steht die Jamaika-Koalition nicht &ndash; aber was sie aus Sicht der Bundesb&uuml;rger tun sollte, zeigt der DeutschlandTrend im ARD-Morgenmagazin: Gerechte L&ouml;hne und Steuern, ein besseres Pflegesystem, klare Regeln f&uuml;r Zuwanderung &ndash; so lauten die W&uuml;nsche.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/deutschlandtrend-987.html\">Tagesschau<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Wettbewerb, Privatisierungen, Eigenverantwortung: Bildungsreise nach Jamaika<\/strong><br>\nUnion, FDP und Gr&uuml;ne streben nach der Regierungsmacht. Die Freidemokraten wollen noch mehr und Deutschlands Bildungssystem auf Mondmission schicken &ndash; mit gro&szlig;en T&ouml;nen und neoliberalen Rezepten. Gewerkschaften und Verb&auml;nde m&uuml;ssen mit dem Schlimmsten rechnen. Ein B&uuml;ndnis aus 30 Organisationen pl&auml;diert f&uuml;r mehr Geld und mehr Staat. Bei der FDP wird &bdquo;Bildung&ldquo; ganz gro&szlig; geschrieben. Nicht nur gut oder besser soll Deutschlands Bildungssystem werden. Nein, das reicht den Liberalen nicht. Sie wollen mehr, viel mehr, sie wollen: WELTBESTE BILDUNG F&Uuml;R JEDEN. So, und genauso steht es in ihrem Programm zur zur&uuml;ckliegenden Bundestagswahl &ndash; in fetten, kursiven, roten Gro&szlig;buchstaben. Aber da geht noch was dr&uuml;ber. F&uuml;r die kommende Legislaturperiode versprechen die Freidemokraten nichts weniger als das Mondfahrtprojekt weltbeste Bildung.<br>\nWem dabei das Wort Himmelfahrtskommando in den Sinn kommt, muss sich nicht sorgen. Denn im weiteren Verlauf der Lekt&uuml;re landet man doch wieder blo&szlig; auf der Erde. Wobei die Aussichten vielversprechend klingen, als da w&auml;ren &bdquo;Bildungsausgaben auf Top-5-Niveau der OECD&ldquo;, &bdquo;Unterrichtsgarantie f&uuml;r Sch&uuml;ler&ldquo;, &bdquo;1.000 Euro Technik-Investition pro Sch&uuml;lerin und Sch&uuml;ler&ldquo;, &bdquo;weltbeste Lehrer f&uuml;r weltbeste Bildung&ldquo; (was auch sonst), &bdquo;elternunabh&auml;ngige Ausbildungsf&ouml;rderung&ldquo; und sogar &bdquo;Lesen, Schreiben und Rechnen in der Grundschule&ldquo;. Wer das alles nicht prima findet, ist selber schuld. Wer all das glaubt, auch. Und wer der Sache nicht traut, bewahre sich seine Bodenhaftung auch f&uuml;r die Zukunft.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/art-2047-bildung2017.php\">Studis Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Warnung des Finanzministeriums: Bundesregierung bleiben nur 30 Milliarden Euro f&uuml;r neue Vorhaben<\/strong><br>\nDer Finanzspielraum der n&auml;chsten Regierung ist nach Informationen des SPIEGEL viel geringer als gedacht. Wenn sie die schwarze Null im Haushalt halten will, hat sie kaum Geld f&uuml;r neue Projekte.<br>\nDer Finanzspielraum der neuen Bundesregierung f&auml;llt viel kleiner aus als bislang gedacht. Nach Berechnungen des Bundesfinanzministeriums (BMF) stehen der geplanten Jamaikakoalition in den n&auml;chsten vier Jahren nur 30 Milliarden Euro f&uuml;r neue Vorhaben zur Verf&uuml;gung. Nur so k&ouml;nne die schwarze Null, also ein Bundeshaushalt ohne Neuverschuldung, gehalten werden, hei&szlig;t es in einer Unterlage, die das BMF f&uuml;r die anstehenden Koalitionsverhandlungen erstellt hat.<br>\nAuf das Jahr gerechnet ergibt sich also ein Betrag von durchschnittlich 7,5 Milliarden Euro. Damit lie&szlig;e sich gerade einmal die von CDU und CSU geplante Steuerentlastung mit einem Volumen von 15 Milliarden Euro finanzieren, wenn sich die L&auml;nder, wie &uuml;blich, mit der H&auml;lfte an den Einnahmeausf&auml;llen beteiligen. Die FDP fordert eine doppelt so hohe Entlastung.<br>\nAuch f&uuml;r weitere Ma&szlig;nahmen, zum Beispiel neue Investitionen in Infrastruktur oder Digitalisierung, w&auml;re kein Geld &uuml;brig. Gr&ouml;&szlig;er w&uuml;rde der Spielraum, wenn die neue Regierung die schwarze Null im Bundeshaushalt aufg&auml;be und die Verschuldungsm&ouml;glichkeiten, die das Grundgesetz vorgibt, aussch&ouml;pfte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/jamaika-knappes-budget-fuer-koalition-a-1173849.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Das ist nicht Politik, das ist aus dem Irrenhaus. Es ist also kein Geld da, deshalb darf die FDP eine doppelt so hohe Steuersenkung fordern, wie &uuml;berhaupt bezahlbar w&auml;re. Obwohl ein enormer Investitionsstau herrscht, wird nicht einmal der minimale Spielraum ausgesch&ouml;pft, den die Schuldenbremse des Grundgesetzes l&auml;sst, geschweige denn dieses Konstrukt in Frage gestellt. Sorry, aber Dreij&auml;hrige habe eine konsistentere und realistischere Sicht der Welt als der Unsinn, der hier verbreitet wird.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Warum das deutsche Steuersystem unfairen Wettbewerb f&ouml;rdert &ndash; und was dagegen getan werden k&ouml;nnte<\/strong><br>\nIn der politischen Debatte wird immer wieder darauf verwiesen, dass ein Land alleine kaum in der Lage w&auml;re, den komplizierten und auf multinationalen Netzwerken basierenden Steuervermeidungspraktiken einen Riegel vorzuschieben. Dieses Argument ist nicht vollkommen aus der Luft gegriffen, wird aber oftmals auch als Ausrede verwendet, um die eigene Unt&auml;tigkeit zu rechtfertigen.<br>\nTats&auml;chlich k&ouml;nnte die deutsche Politik ohne internationale Abstimmung einiges tun, um den unfairen Wettbewerb zwischen ausl&auml;ndischen und inl&auml;ndischen Unternehmen und dabei auch die wachsende, h&auml;ufig ganz legale Steuervermeidung von Internetfirmen zu verringern. Ein paar Beispiele:\n<ul>\n<li>Deutschland erhebt bei deutschen Schuldnern und Lizenznehmern 10% Quellensteuer auf alle gezahlten Zinsen und Lizenzgeb&uuml;hren.<\/li>\n<li>Im Gegenzug erstattet Deutschland in Deutschland ans&auml;ssigen Gl&auml;ubigern und Lizenzgebern alle von ihren Schuldnern und Lizenznehmern im Ausland gezahlte Quellensteuern in H&ouml;he von maximal 10%.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die steuerliche Abzugsf&auml;higkeit von gezahlten Zinsen und Lizenzgeb&uuml;hren sollte in Abh&auml;ngigkeit vom Steuersatz des Empf&auml;ngers beschr&auml;nkt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Einen vollen Abzug gibt es nur, falls der tats&auml;chlich gezahlte Steuersatz des Empf&auml;ngers gr&ouml;&szlig;er 20% ist. Falls der Steuersatz des Empf&auml;ngers unter 20% liegt, gibt es nur einen geringeren steuerlichen Abzug. Falls der Steuersatz des Empf&auml;ngers 0% betr&auml;gt, gibt es &uuml;berhaupt keinen Abzug.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zudem sollte die Gewerbesteuer reformiert werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Keine steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von gezahlten Zinsen und Lizenzgeb&uuml;hren bei der Gewerbesteuer.<\/li>\n<li>Im Gegenzug gibt es eine Gewerbesteuerfreistellung des aus allen erhaltenen Zinsertr&auml;gen und Lizenzgeb&uuml;hren erzielten Gewinns.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sobald Deutschland unilateral Ma&szlig;nahmen f&uuml;r eine angemessene Unternehmensbesteuerung umgesetzt hat, werden sich andere L&auml;nder mit &auml;hnlichen Problemen bei der Durchsetzung ihrer Steueranspr&uuml;che nach kurzer Zeit anschlie&szlig;en &ndash; wer das f&uuml;r zu optimistisch h&auml;lt sei an den Exportschlager der deutschen Zinsschranke errinnert, die in Deutschland 2008 Gesetz wurde und mittlerweile von vielen L&auml;ndern in &auml;hnlicher Form eingef&uuml;hrt wurde. Eine bessere internationale Kooperation ist sicherlich w&uuml;nschenswert, aber bei weitem nicht die einzige M&ouml;glichkeit, um das deutsche Unternehmenssteuerrecht fairer zu gestalten und an die Bed&uuml;rfnisse des 21. Jahrhunderts anzupassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makronom.de\/steuervermeidung-warum-das-deutsche-steuersystem-unfairen-wettbewerb-foerdert-und-was-dagegen-getan-werden-koennte-23474\">Lorenz Jarass auf Makronom<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Fiskus holt sich 436 Mio. Euro zur&uuml;ck<\/strong><br>\nMit sogenannten Cum-Ex-Aktiengesch&auml;ften haben Banken dem Staat einen Milliardenschaden zugef&uuml;gt. Nun konnte sich der Fiskus laut BR-Recherchen erstmal 436 Millionen Euro zur&uuml;ckholen &ndash; nur ein Bruchteil der entgangenen Steuereinnahmen.<br>\nAuf rund zehn Milliarden Euro sch&auml;tzen Experten den Schaden, der durch sogenannte Cum\/Ex-Gesch&auml;fte entstanden ist. Bisher hat sich der Staat erst einen kleinen Teil des entgangenen Steuergeldes zur&uuml;ckgeholt. Das geht aus der noch unver&ouml;ffentlichten Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Gr&uuml;nen-Bundestagsfraktion hervor, die dem BR und dem &ldquo;Handelsblatt&rdquo; vorliegt. Dort hei&szlig;t es:\n<blockquote><p>\n&ldquo;Der Bundesregierung sind 259 Fallkomplexe bekannt, die von den zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden des Bundes und der L&auml;nder im Zusammenhang mit Cum\/Ex Gestaltungen bearbeitet werden, in 35 Fallkomplexen sind Strafverfahren eingeleitet. 23 Fallkomplexe sind nach Kenntnis der Bundesregierung rechtskr&auml;ftig abgeschlossen, jeweils mit positivem Ausgang f&uuml;r die Finanzverwaltung.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Das bedeutet konkret: 436 Millionen Euro sind zur&uuml;ck in die Staatskasse geflossen. Mehr als 200 F&auml;lle sind noch in Arbeit, Ausgang offen. &ldquo;Ich finde es erschreckend, dass von 259 F&auml;llen erst 23 abgeschlossen sind&rdquo;, sagt Steuerexperte Prof. Christoph Spengel von der Universit&auml;t Mannheim. &ldquo;Das zeigt, wie stark unterbesetzt die Finanzverwaltung ist.&rdquo; Er bef&uuml;rchtet, dass weitere F&auml;lle inzwischen verj&auml;hrt sind: &ldquo;Nach zehn Jahren gibt es in der Regel keine Chance mehr, eine Sache aufzugreifen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/cum-ex-fiskus-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ein Herz f&uuml;r Betr&uuml;ger<\/strong><br>\nEin Ausschuss des Europ&auml;ischen Parlaments wirft mehreren EU-Staaten vor, nichts gegen Geldw&auml;scher und Steuervermeider zu tun. [&hellip;]<br>\nDer Ausschuss f&auml;llt &uuml;ber die EU-Staaten ein vernichtendes Urteil. Ein Mangel an politischem Willen habe in einigen L&auml;ndern Betrug und Steuervermeidung erm&ouml;glicht, befindet der Abschlussbericht, der von einer breiten Mehrheit unterst&uuml;tzt wird. Einige EU-L&auml;nder weigerten sich, sachdienliche Informationen &ldquo;in der gew&uuml;nschten Menge und Qualit&auml;t bereitzustellen&rdquo;. Diese seien &ldquo;nicht wirklich bem&uuml;ht, gegen Steuervermeidung und Steuerhinterziehung vorzugehen&rdquo;. Klar sei zudem, &ldquo;dass die Rechtsvorschriften der EU vor den Enth&uuml;llungen der Panama Papers nicht ausreichend waren und nicht immer in ausreichendem Umfang durchgesetzt wurden&rdquo;. [&hellip;]<br>\nDer wohl gr&ouml;&szlig;te Blockierer der Ausschussarbeit war Malta, das w&auml;hrend seiner Ratspr&auml;sidentschaft im ersten Halbjahr 2017 das Parlament einfach auflaufen lie&szlig;. Einen Fragenkatalog, der an alle EU-L&auml;nder geschickt wurde, hat Malta bis heute nicht beantwortet. Der linke Abgeordnete Fabio De Masi bringt die Gef&uuml;hlslage in Br&uuml;ssel ziemlich gut auf den Punkt: &ldquo;Die permanenten Steuer- und Geldw&auml;scheskandale gebieten harte Ma&szlig;nahmen. Dies schulden wir auch Daphne Caruana Galizia.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/untersuchungsausschuss-ein-herz-fuer-betrueger-1.3716117\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><strong>dazu: &ldquo;Die Mafia f&uuml;hlt sich auf der Insel sicher&rdquo;<\/strong><br>\nDie Journalistin Galizia wurde von einer Autobombe get&ouml;tet, wom&ouml;glich durch die Mafia. Ihre Paten sitzen in der Regierung, sagt der EU-Abgeordnete Fabio De Masi.<br>\nZEIT ONLINE: Daphne Caruana Galizia war eine regierungskritische Investigativjournalistin. Sie berichtete &uuml;ber korrupte Politiker, die Mafia und arbeitete an den Panama Papers mit. Nun wurde sie durch eine Autobombe auf Malta get&ouml;tet. Wie kann so etwas in einem EU-Staat passieren?<br>\nFabio De Masi: Malta ist ein Mafia-Staat &ndash; das hat der Sohn der get&ouml;teten Journalistin gesagt und damit hat er recht. Auf Malta herrscht eine Kultur der Straflosigkeit. Das Land zieht Geld an, an dem auch Blut klebt. Im Gegenzug verteilt der Staat Jobs und Gef&auml;lligkeiten, auch das haben die Recherchen von Galizia gezeigt. In so einem Land muss man leider mit allem rechnen, auch mit Autobomben, die sich gegen Gegner dieses Systems richten.<br>\nZEIT ONLINE: Wie genau sieht diese Verstrickung zwischen Staat und Mafia aus?<br>\nDe Masi: Es ist kein Geheimnis, dass auf Malta zum Beispiel Mafia-Geld im Online-Gl&uuml;cksspiel gewaschen wird. Insgesamt macht der dabei generierte Umsatz bis zu zw&ouml;lf Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, das ist zehnmal h&ouml;her als im EU-Durchschnitt! Die italienische Mafia, vor allem die &lsquo;Ndrangheta, ist dementsprechend aktiv auf Malta, wozu auch Briefkastenfirmen geh&ouml;ren. Ich habe keine Belege daf&uuml;r, dass bestimmte Politiker direkt mit der Mafia arbeiten. Es gab aber in den vergangenen Jahren auf Malta Korruptionsf&auml;lle, in denen auch Regierungspolitiker verwickelt waren. Durch die Panama Papers konnten Minister in Zusammenhang mit Offshore-Konten gebracht werden. Sie sind immer noch in Amt und W&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2017-10\/malta-mafia-daphne-caruana-galizia-fabio-de-masi\">Zeit Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>DGB streitet um Positionierung zu Hartz IV<\/strong><br>\nBundesvorstand verhinderte Ver&ouml;ffentlichung eines Papiers der eigenen Rechtsabteilung, das die Sanktionspraxis deutlich kritisiert<br>\n&raquo;Der Deutsche Gewerkschaftsbund ist daher der Auffassung, dass das Sanktionsregime nicht nur das Grundgesetz verletzt, sondern auch aus sozialpolitischen Gr&uuml;nden verfehlt ist.&laquo; So deutlich wurde selten von Seiten des DGB die Sanktionspraxis gegen Hartz-IV-Empf&auml;nger_innen verurteilt. Doch obwohl die Stellungnahme der Rechtsabteilung des DGB bereits mehrere Monate alt ist, ist sie kaum bekannt. Schlie&szlig;lich hat der DGB-Bundesvorstand eine Ver&ouml;ffentlichung verhindert. Auch der Sozialhilfeverein Tacheles e.V. wurde gebeten, die Stellungnahme nicht zu ver&ouml;ffentlichen, wie deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Harald Thome gegen&uuml;ber &raquo;nd&laquo; best&auml;tigte. Mittlerweile ist die 23-seitige Stellungnahme allerdings auf der Onlineplattform LabourNet Germany zu finden.<br>\nDass es zu der Stellungnahme kam, ist einem Arbeitsrichter des Sozialgerichts Gera zu verdanken, der die Sanktionen f&uuml;r verfassungswidrig h&auml;lt und das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingeschaltet hatte. Wie &uuml;blich hat diese Instanz Stellungnahmen von sachkundigen Organisationen eingeholt, darunter der DGB. In der Stellungnahme der Rechtsabteilung finden sich s&auml;mtliche Argumente der Hartz-IV-Kritiker_innen. Sehr detailliert stellten die Verfasser_innen der Erkl&auml;rung klar, wie mit den Hartz-IV-Gesetzen ein politisch gewollter Niedriglohnsektor in Deutschland etabliert wurde, der die Rechte von Lohnabh&auml;ngigen einschr&auml;nkt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1067445.dgb-streitet-um-positionierung-zu-hartz-iv.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<p><strong>dazu: Wenn eine Gewerkschaft nicht frei von politischen Str&ouml;mungen \/ Einfl&uuml;ssen ist<\/strong><br>\nWas wir brauchen sind Gewerkschaften, die unabh&auml;ngig vom Erwerbsstatus oder eben Nicht-Erwerbsstatus f&uuml;r ihre Mitglieder einstehen und frei von politischen Einfl&uuml;ssen sind. Auch, wenn sich die Gewerkschaften aus Arbeiterbewegungen gebildet haben und sich bis heute f&uuml;r ArbeitnehmerInnen einsetzen, gilt: Jede\/r ArbeitnehmerIn kann morgen erwerbslos sein. Von daher w&auml;re es durchaus angenehm, wenn die Gewerkschaften die Erwerbslosen im Blick h&auml;tten. Mir ist bekannt, dass es &ndash; zum Gl&uuml;ck &ndash; durchaus viele aktive Landesverb&auml;nde gibt, aber eben auch ein Bundesvorstand, der eher passiv bis ignorant ist. Das geht gar nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/IngeHannemann1\/posts\/909136309234986\">Inge Hannemann via Facebook<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Worauf Air-Berlin-Piloten bei Eurowings verzichten m&uuml;ssen<\/strong><br>\nEine Studie gibt interessante Einblicke in die Gehaltsstruktur deutscher Fluglinien f&uuml;r Piloten. Wer von Air Berlin zu Eurowings wechselt, muss demnach drastische Einbu&szlig;en in Kauf nehmen.<br>\nKeine guten Aussichten f&uuml;r die Piloten von Air Berlin: Die Fluggesellschaft Eurowings zahlt die niedrigsten Pilotengeh&auml;lter unter deutschen Ferienfliegern. Wer also von der insolventen Airline, die im Vergleich zu anderen touristisch ausgerichteten Anbietern immer noch besser zahlt, zur Lufthansa-Tochter wechseln will, muss sich nach den Vorstellungen der Eurowings-Gesch&auml;ftsleitung auf Gehaltseinbu&szlig;en von &uuml;ber 40 Prozent einstellen. Das geht aus einer internen Studie der Pilotenvereinigung Cockpit hervor, die im September 2017 ein &bdquo;Benchmarking ausgew&auml;hlter deutscher Airlines&ldquo; vorgenommen hat. Ein vertraulicher Tarifvertragsentwurf der Eurowings-Gesch&auml;ftsleitung vom 17. Oktober belegt, wie die Gesellschaft die Geh&auml;lter der Air-Berlin-Piloten dr&uuml;cken will. Beide Dokumente liegen der WELT vor.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article169819725\/Worauf-Air-Berlin-Piloten-bei-Eurowings-verzichten-muessen.html\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Air Berlin hat also relativ gut bezahlt, ist aber in der Konkurrenz zum Lohndumper Eurowings insolvent geworden. Die Lufthansa dagegen verdient auf dem R&uuml;cken ihrer Angestellten Jahr f&uuml;r Jahr Milliarden Euro und verteilt sie freigiebig an die Aktion&auml;re. Asoziale Marktwirtschaft und definitiv nicht &ldquo;ein Deutschland, in dem ich gut und gerne lebe&rdquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Berlin ist dabei, in die &Ouml;PP-Falle zu laufen<\/strong><br>\nBerlin steht mit seinen Bezirken als Schultr&auml;ger vor &auml;hnlichen Problemen wie andere Kommunen auch, die Erhalt oder gar Ausbau ihrer Schulinfrastruktur in den vergangenen Jahrzehnten gem&auml;&szlig; der Ideologie des &bdquo;schlanken Staates&ldquo; und des Leitprinzips &bdquo;Privat vor Staat&ldquo; str&auml;flich vernachl&auml;ssigt haben. Da die kurz- und mittlerweile auch die langfristigen Folgen dieser Politik bei der Bev&ouml;lkerung zunehmend auf Widerstand sto&szlig;en, erhielten Rekommunalisierungs-Konzepte immer mehr Zustimmung. Um diesen den Wind aus den Segeln zu nehmen und zu verhindern, dass Staat und Kommunen &uuml;ber den klassischen Weg der Staatsanleihen, Kommunalobligationen oder anderer Formen staatlicher Fonds zur Rettung der Infrastruktur gehen, wurde &uuml;ber den europ&auml;ischen Fiskalpakt und insbesondere die Einf&uuml;hrung der &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; dieser Weg weitgehend versperrt. Stattdessen werden wesentlich teurere und intransparentere Verschuldungsformen geduldet und propagiert, die Staat, Kommunen und letztlich die Bev&ouml;lkerung auf Jahrzehnte in die Abh&auml;ngigkeit von Banken und Versicherungen bringen, damit diese die niedrigen Zinsen mit erheblichen Gewinnmargen umgehen k&ouml;nnen. Die Rede ist von PPP &ndash; Public Private Partnerships, deutsch &Ouml;ffentlich Private Partnerschaften.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.gemeingut.org\/berlin-ist-dabei-in-die-oepp-falle-zu-laufen\/\">Gemeingut in B&uuml;rgerInnenhand<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Soll der Staat bei Bildung, Gesundheit und Sozialem k&uuml;rzen? Austerit&auml;tspolitik seit der Finanzkrise im Vergleich<\/strong><br>\nDie K&uuml;rzung von Staatsausgaben ist seit dem Ausbruch der Finanzkrise ein zentrales Element der europ&auml;ischen Krisenpolitik. Nicht so in &Ouml;sterreich. Hierzulande entwickelten sich die &ouml;ffentlichen Ausgaben f&uuml;r Bildung, Gesundheit und Soziales robust. Dank seines Sozialstaates ist &Ouml;sterreich relativ glimpflich durch die Krise gekommen. Die s&uuml;dlichen Peripheriel&auml;nder hingegen k&uuml;rzten auch in diesen Bereichen in gro&szlig;em Ausma&szlig;. Damit wurde nicht nur kurzfristig die Krise versch&auml;rft, sondern die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung auch langfristig beeintr&auml;chtigt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/soll-der-staat-bei-bildung-gesundheit-und-sozialem-kuerzen-austeritaetspolitik-seit-der-finanzkrise-im-vergleich\/\">Blog Arbeit und Wirtschaft<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.K.:<\/strong> Kluge Analyse. Leider total unpolitisch. Die Austerit&auml;tspolitik scheint naturgegeben wie Regen aus den Wolken gefallen zu sein.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Griechenland: Teure R&uuml;stung<\/strong><br>\nSchon vor einigen Jahren kam die sehr lesenswerte Studie Guns, Debt and Corruption. Military spending and the EU crisis heraus, die &uuml;berzeugend darlegte, dass hohe R&uuml;stungsausgaben eine wichtige Rolle f&uuml;r die Krise in mehreren EU-Staaten, darunter Griechenland, gespielt haben. Den griechischen Ministerpr&auml;sidenten Tsipras, einst Hoffnungstr&auml;ger (nicht nur) der griechischen Linken, ficht das augenscheinlich aber nicht an, er ging n-tv zufolge j&uuml;ngst gro&szlig; R&uuml;stungsg&uuml;ter einkaufen: &bdquo;Die US-Regierung hat kurz nach dem Staatsbesuch des griechischen Ministerpr&auml;sidenten Alexis Tsipras in Washington einen milliardenschweren Exportantrag zur Lieferung von R&uuml;stungstechnologie nach Griechenland genehmigt. [&hellip;] Der Gesamtwert des geplanten Gesch&auml;fts liegt bei 2,4 Milliarden Euro.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2017\/10\/20\/griechenland-teure-ruestung\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gl&uuml;ckliche Soja-Barone in Bras&iacute;lia<\/strong><br>\nBrasiliens Regierung hat die Kontrolle sklaverei&auml;hnlicher Arbeit erschwert. Nun jubeln Unternehmer und Menschenrechtler sind emp&ouml;rt.<br>\nDer steinreiche Soja-Baron Blairo Maggi strahlt: Endlich habe die Willk&uuml;r bei den Betriebskontrollen ein Ende. &bdquo;Niemand sollte Sklavenarbeit guthei&szlig;en. Aber Strafe zahlen aufgrund ideologischer Fragen oder weil der Inspekteur schlecht gelaunt ist, das ist ungerecht&ldquo;, sagte Maggi, der seit dem Machtwechsel in Brasilien im vergangenen Jahr auch Agrarminister ist. Und begl&uuml;ckw&uuml;nschte Pr&auml;sident Michel Temer zu dessen j&uuml;ngstem Schachzug.<br>\nZu Wochenbeginn hatte Temer eine neue Richtlinie erlassen, mit der Kontrollen und die Verfolgung von sklaverei&auml;hnlichen Arbeitsverh&auml;ltnissen erheblich erschwert werden. Menschenrechtler, Gewerkschafter und die Internationale Arbeitsorganisation ILO sind emp&ouml;rt. Obwohl das neue Gesetz bereits in Kraft ist, k&ouml;nnte die Regelung noch kippen. Als Erstes meldeten sich die Bundesstaatsanwaltschaft und die f&uuml;r Arbeitsrecht zust&auml;ndige Staatsanwaltschaft zu Wort. Das Arbeitsministerium solle die Richtlinie &uuml;berdenken, da sie im Widerspruch zu internationalen Normen und dem brasilianischen Strafgesetzbuch stehe, argumentierten die Staatsanw&auml;lte.<br>\nAuch mehrere Abgeordnete beantragten die sofortige Aussetzung der Richtlinie und versuchen jetzt, eine Parlamentsdebatte &uuml;ber das strittige Thema zu erzwingen. &bdquo;Es handelt sich um einen enormen R&uuml;ckschritt f&uuml;r Arbeits- und Menschenrechte&ldquo;, kritisierte Jos&eacute; Guimar&atilde;es, Bundesabgeordneter der Arbeiterpartei PT.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Sklavereiaehnliche-Arbeit-in-Brasilien\/!5453983\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die Truppen des F&uuml;hrers<\/strong><br>\nAusl&auml;nderfeindlichkeit und reaktion&auml;res Volkstumsdenken sind kein neues Ph&auml;nomen. Erstaunlich ist nur, wie schnell es sich angeblich in den letzten Jahren verbreitet hat. Sind pl&ouml;tzlich &uuml;ber 12% der Deutschen rechtsextrem?<br>\nDas mit dem Zurechtbiegen ist so eine Sache. Manche Dinge lassen sich einfacher biegen, als andere. Theorien waren, da hat mein gesch&auml;tzter Kollege Roland Pauli recht, schon immer hei&szlig;e Eisen, an denen man arbeiten muss, um eine gewisse Plausibilit&auml;t oder Stringenz zu erreichen. Das liegt zum einem an der Begrenztheit menschlichen Wissens, zum anderen daran, dass der Mensch &ndash; ob er will oder nicht &ndash; perspektivisch wahrnimmt. Man biegt oder feilt also an der eigenen Theorie, immer mit dem Handicap perspektivischer Wahrnehmung und begrenztem Wissen. Das kann man daher auch mir vorwerfen.<br>\nAuf d&uuml;nnen Eis steht man damit gleichwohl, wenn der Vorwurf auf dem Fundament einer groben Simplifizierung beruht. Man l&auml;sst also das ganze Theoretisieren gleich und hilft sich mit einem Schnellschuss, einer affekthaften Behauptung weiter. Genau das tut Pauli &ndash; und mit ihm, zumindest gef&uuml;hlt, die H&auml;lfte der Linkspartei.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/10\/die-truppen-des-fuehrers\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Wieder alles ganz normal nach dem Rechtsruck<\/strong><br>\nMut und Ehrgeiz sollen reichen, um gegen die AfD Haltung zu bewahren? Wenn das alles sein soll, sieht es tr&uuml;be aus.<br>\nFast vier Wochen nach der Bundestagswahl ist &ndash; trotz noch immer ungewisser Regierungskoalition &ndash; Normalit&auml;t eingekehrt. Was so viel hei&szlig;t wie: Man ist wieder dazu &uuml;bergegangen, die AfD als isoliertes Ph&auml;nomen auf dem politischen Parkett zu betrachten. Keiner scheint mehr zu wissen, woher sie kommt, aus welchen Motiven sie ihre Prozentst&auml;rke bezog. Dieser Kniff erlaubt es freilich wiederum, dass man die AfD-W&auml;hlerinnen und -W&auml;hler ganz alleine f&uuml;r den Rechtsruck verantwortlich machen kann. Ganz so, als h&auml;tten die etablierten Parteien so gar nichts damit zu tun. Huch, was f&uuml;hlen sie sich jetzt von dieser Entwicklung &uuml;berrumpelt! In diesem Geiste steht fest: Die Teufel des Augenblicks ist die AfD-W&auml;hlerschaft. Das ist problematisch, denn diese Leute sind W&auml;hler, das hei&szlig;t: Man kann um sie buhlen. Man muss es sogar tun. Doch diejenigen, die neoliberale Konzepte etablierten, denken gar nicht dran.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1067416.wieder-alles-ganz-normal-nach-dem-rechtsruck.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Eine Lesermail zum <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40659#h12\">Hinweis Nummer 12 von gestern<\/a> auf &bdquo;Der halbe Schleyer&ldquo;<\/strong><br>\nGuten Tag,\n<p>ich las gestern (19.10.) den Artikel von Josef Otto Freudenreich &uuml;ber Schleyer, worin er sich auf die Biographie von Lutz Hachtmeister bezieht. <\/p>\n<p>Ich freue mich, dass Schleyers Rolle in der NS-Zeit endlich mal thematisiert wird, aber m.E. wird sie deutlich bagatellisiert, er war keineswegs blo&szlig; ein Teil der &ldquo;mittleren NS-Elite&rdquo;. Er war Alter K&auml;mpfer, Angeh&ouml;riger von SS und SD und besa&szlig; Verbindungen bis ins Vorzimmer von Heinrich Himmler, der auch seine Ehe mit der Tochter des M&uuml;nchner Altnazis und Ariseurs Ketteler genehmigte. Schleyer beteiligt sich pers&ouml;nlich an der brutalen antij&uuml;dischen Vertreibungs- und Arisierungspolitik, in Innsbruck und in Prag, und vieles mehr. Ich empfehle die &uuml;beraus lesenswerte Rezension des <a href=\"http:\/\/www.disskursiv.de\/2010\/09\/30\/ich-bin-alter-nationalsozialist-und-ss-fuhrer-hanns-martin-schleyers-prager-jahre\/\">Buches von Erich Sp&auml;ter<\/a>.<\/p>\n<p>Einer seiner besten Freunde, bis zu seinem Tod, war &uuml;brigens der ehem. NS-Studentenf&uuml;hrer, SD- und SS-F&uuml;hrer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gustav_Adolf_Scheel\">Gustav Adolf Scheel<\/a>. <\/p>\n<p>Mehr als irref&uuml;hrend ist die nebenbei eingestreute Bemerkung, Bernt Engelmann habe, als er die Rolle Schleyers schon in den 1970er Jahren beschrieb und sie offenbar &uuml;berh&ouml;hte, &ldquo;mit Stasi-Unterlagen&rdquo; gearbeitet &ndash; als seien seine Befunde deswegen unglaubw&uuml;rdig oder unredlich. Es handelte sich bei diesen &ldquo;Unterlagen&rdquo; um Archivmaterialien, die aufgrund der deutschen Teilung f&uuml;r westliche Historiker unzug&auml;nglich waren, die die Stasi aber aus leicht nachvollziehbaren Gr&uuml;nden Autoren wie Engelmann gerne zur Verf&uuml;gung stellte. Seit Jahrzehnten drehten und drehen konservative PolitikerInnen dem mittlerweile verstorbenen Engelmann, der sich erfolgreich juristisch gegen alle IM-Vorw&uuml;rfe gewehrt hat, daraus einen Strick. Diesem Affen sollte in den &ldquo;Nachdenkseiten&rdquo; kein Zucker gegeben werden.\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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