{"id":40711,"date":"2017-10-23T08:37:37","date_gmt":"2017-10-23T06:37:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711"},"modified":"2017-10-23T08:37:37","modified_gmt":"2017-10-23T06:37:37","slug":"hinweise-des-tages-2985","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h01\">Sie hat doch gar nichts getan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h02\">&ldquo;Ultimaten sind eigentlich immer ein Zeichen von Schw&auml;che&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h03\">Innenminister klopft sich auf die Schulter V-Mann soll Amri zu Anschlag angestachelt haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h04\">Jamaika-Sondierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h05\">&ldquo;Panama Papers&rdquo;: Mord an Daphne Caruana Galizia &ndash; EU-Ausschuss prangert an &ndash; Ermittlungserfolge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h06\">Bundeswehr nimmt Ausbildung von Kurden im Nordirak wieder auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h07\">Die Kurden, Saudi-Arabien und das br&ouml;ckelnde US Empire<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h08\">&ldquo;Wir sind am Ende. Wir k&ouml;nnen nicht mehr&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h09\">Jeder sechste Todesfall durch Umweltverschmutzung verursacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h10\">Gegen das Schweinesystem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h11\">Blo&szlig; nicht Opfer sein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h12\">VPN-App-Rauswurf in China: US-Senatoren werfen Apple Zensur-Beihilfe vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h13\">Diskussion mit einem radikalen Wagenknecht-Kritiker &uuml;ber Grenzen f&uuml;r Kritik, offene Grenzen und offene Haust&uuml;ren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h14\">Ins Abseits gepokert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40711#h15\">Zu guter Letzt: Mitternachtsspitzen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Sie hat doch gar nichts getan<\/strong><br>\nDer spanische Ministerpr&auml;sident Mariano Rajoy hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass er Kataloniens Regierung entmachten und die Region von Madrid aus verwalten m&ouml;chte. Das erlaubt ihm zwar ein Artikel in der Verfassung, der aber in den vergangenen 40 Jahren noch nie angewandt wurde, was deutlich macht, wie ungew&ouml;hnlich der Schritt ist.<br>\nAm Freitag verlangte er Neuwahlen. W&auml;hrenddessen tagten in Br&uuml;ssel die Staats- und Regierungschefs der EU &ndash; und die meisten hatten dazu nichts zu sagen, was sie als h&ouml;here Einsicht ausgaben, was tats&auml;chlich aber wohl eher Ausdruck einer Eigenschaft ist, wie so typisch scheint f&uuml;r diese Generation von Berufspolitikern: Sie sind &uuml;berfordert. Sie wissen weder ein noch aus.<br>\nWie schon so oft hat sich die m&auml;chtigste Frau des Kontinents, Angela Merkel, dabei auch als die am offensichtlichsten &uuml;berforderte erwiesen. Die Verfassung sei einzuhalten, beschied die deutsche Bundeskanzlerin den Katalanen, und stellte sich bedingungslos auf die Seite der spanischen Regierung, die im Begriff ist, ihr Land zu zerst&ouml;ren.<br>\nWas machtvoll und entschieden wirkte, war nichts anderes als eine Kapitulation vor den Umst&auml;nden. Merkel glaubt wohl, sie k&ouml;nnte das aussitzen, was ohnehin ihre oberste Handlungsmaxime zu sein scheint, die sie zwar bisher an der Macht gehalten, aber in Europa und in Deutschland vor allem Ruinen hinterlassen hat. Manchmal m&uuml;ssen Politiker auch etwas tun, das Mut erfordert, Merkel tut nur etwas, wenn alle ihr sagen, was zu tun w&auml;re &ndash; und auch dann wartet sie, bis es zu sp&auml;t ist und ihr alle dies best&auml;tigen. (&hellip;)<br>\nAls Griechenland faktisch bankrott war, setzte Merkel zahllose Regeln ausser Kraft, auf die man sich einst geeinigt hatte, um den Euro zu einer tauglichen W&auml;hrung zu machen. Mit anderen Worten: Merkel oder die EU beugen die Regeln, wann immer es ihnen kommod erscheint, und die gleichen Politiker und Funktion&auml;re machen uns, oder den Briten oder den Katalanen dann Vorhaltungen, wenn wir schon nur dar&uuml;ber verhandeln m&ouml;chten, die Regel zu &auml;ndern.<br>\nDas alles wird Merkel bedauern. Aber Verantwortung wird sie nie daf&uuml;r &uuml;bernehmen. Denn sie hat ja gar nichts getan &ndash; d&uuml;rfte sie sagen, w&auml;hrend sie traurig auf die Ruinenlandschaften blickt, die sie den Europ&auml;ern hinterlassen hat. Sie hat ja gar nichts getan. Da hat sie allerdings recht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/bazonline.ch\/ausland\/europa\/sie-hat-doch-gar-nichts-getan\/story\/23198368\">Basler Zeitung<\/a>\n<p><strong>dazu: SWR Tagesgespr&auml;ch mit Fabio de Masi<\/strong><br>\nEs ist tragisch f&uuml;r Europa, dass prinzipiell keine Entscheidungen getroffen werden, die Frau Merkel nicht schmecken, meint Fabio De Masi im Gespr&auml;ch mit SWR2. Berlin zu entscheiden.<br>\nDer Europaabgeordnete der Linken im EU-Parlament, Fabio De Masi, hat den vermeintlichen Stillstand europ&auml;ischer Politik aufgrund der lang andauernden Verhandlungen zur Regierungsbildung in Deutschland kritisiert. Bereits vor der Bundestagswahl seien in Br&uuml;ssel kaum noch wichtige Entscheidungen getroffen worden. Im S&uuml;dwestrundfunk (SWR) sagte De Masi, wirklich tragisch f&uuml;r Europa sei, &bdquo;dass prinzipiell keine Entscheidungen getroffen werden, die Frau Merkel nicht schmecken. Es w&uuml;rde Europa besser gehen, wenn das anders w&auml;re.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fabio-de-masi.de\/de\/article\/1737.swr-tagesgespr%C3%A4ch-mit-fabio-de-masi.html\">Fabio De Masi<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>&ldquo;Ultimaten sind eigentlich immer ein Zeichen von Schw&auml;che&rdquo;<\/strong><br>\nDer Konfliktforscher Wolfgang Schreiber h&auml;lt wenig von Ultimaten in der Politik: &ldquo;Wenn ich eine Drohung mache und sie nicht umsetze, hei&szlig;t das, ich bin schwach&rdquo;. Das ist aber nicht das einzige Problem, das Spaniens Premier Rajoy unter Zugzwang setzt.<br>\nZwei Ultimaten hat die spanische Zentralregierung bereits gegen Katalonien ausgesprochen, beide hat die Regionalregierung verstreichen lassen.<br>\nJetzt sei der Handlungsdruck auf Premier Rajoy gro&szlig;, meint der Konfliktforscher Wolfgang Schreiber von der Universit&auml;t Hamburg. Denn die spanische Verfassung sehe die Einheit des Landes vor. Au&szlig;erdem hei&szlig;e es in Artikel 155, dass die Zentralregierung bei Verst&ouml;&szlig;en handeln &ldquo;ich sage jetzt mal, soll&rdquo;, so Schreiber im Deutschlandfunk Kultur. &ldquo;Sie muss nicht unbedingt, aber klar ist, ein geschriebenes Gesetz ist nat&uuml;rlich auch nur dann irgendwie wirksam, wenn auch es im Zweifelsfall durchgesetzt wird. (&hellip;)<br>\nSchreiber h&auml;lt generell wenig von Ultimaten in der Politk. &ldquo;Normalerweise ist das Stellen von Ultimaten eigentlich immer ein Zeichen der Schw&auml;che, weil einem keine andere L&ouml;sung sozusagen einf&auml;llt als die Drohung&rdquo;, sagt er. Au&szlig;erdem setze ein Ultimatum auch denjenigen unter Zugzwang, der es stelle: &ldquo;Man kann es nicht einfach verstreichen lassen. Also wenn ich eine Drohung mache, wenn ich sie nicht umsetze, hei&szlig;t das, ich bin schwach.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/katalonien-konflikt-ultimaten-sind-eigentlich-immer-ein.1008.de.html?dram:article_id=398780\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><strong>dazu: Genug vom Mutterland<\/strong><br>\nKataloniens Abspaltungslust k&ouml;nnte auch andere Regionen ermutigen. Wer im europ&auml;ischen Raum alles nach Unabh&auml;ngigkeit strebt. 30 Beispiele.<br>\nKatalonien ist &uuml;berall. Die Unabh&auml;ngigkeitsbewegungen Europas wittern ihre Chance, Zulauf erhielten sie bereits in den letzten Jahren. Und sie scheuen sich nicht vor Konflikten mit den Zentralregierungen, insbesondere in Spanien, Grossbritannien, Belgien und Italien. In den norditalienischen Regionen Lombardei und Venetien finden am 22. Oktober 2017 Referenden &uuml;ber mehr Autonomie statt. Virulent verl&auml;uft der Katalonien-Konflikt. Madrid droht Barcelona mit harten Massnahmen, falls die katalanischen Abspaltungspl&auml;ne nicht ad acta gelegt werden. Immer noch bewaffnet ist der Konflikt in der Ostukraine. Seit 2014 herrscht Krieg im Donbass.<br>\n&laquo;Separatismus ist der Halbbruder von Nationalismus und Isolationismus&raquo;, kommentierte die &laquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&raquo;. &laquo;Alle drei Spielarten der Igel-Politik eint das tiefe Bed&uuml;rfnis nach Eigenst&auml;ndigkeit und Autarkie. Die Losl&ouml;sung von der &uuml;brigen Welt scheint etwas Tr&ouml;stliches zu bieten: Sicherheit, &Uuml;berschaubarkeit, Selbstbestimmung.&raquo; Ob separatische Bewegungen im Erfolgsfall ihre grossen Versprechungen tats&auml;chlich einl&ouml;sen k&ouml;nnten, ist allerdings alles andere als klar.<br>\nWir haben f&uuml;r Sie eine &Uuml;bersicht der wichtigsten Autonomiebewegungen und De-facto-Sezessionen im europ&auml;ischen Raum zusammengestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/interaktiv.tagesanzeiger.ch\/2017\/genug-vom-mutterland\/\">Tages-Anzeiger<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Innenminister klopft sich auf die Schulter V-Mann soll Amri zu Anschlag angestachelt haben<\/strong><br>\nWurde der Anis Amri von einem V-Mann zum Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt angestiftet? Das suggerieren Untersuchungserkenntnisse, die gestern bekannt wurden. Die Bundesregierung hatte zum neuen Dreh im Fall Amri heute wenig zu sagen. De Maizi&egrave;res Innenministerium wollte keine Details kommentieren, aber klopfte sich auf die eigene Schulter: Man habe sich &ldquo;sehr fr&uuml;hzeitig um maximale Transparenz bem&uuml;ht&rdquo; und deshalb sei das nun rausgekommen&hellip;<br>\nAusschnitt aus der BPK vom 20. Oktober 2017 &ndash; <a href=\"https:\/\/youtu.be\/oFHo9yfPLRM\">Komplett hier<\/a>.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/jungundnaiv\/videos\/1943965582282047\/\">Jung &amp; Naiv via Facebook<\/a>\n<p><strong>dazu: V-Leute-System endlich abschaffen<\/strong><br>\nEs ist ein ungeheuerlicher Verdacht. Ein V-Mann des nordrhein-westf&auml;lischen Landeskriminalamts soll laut Medienberichten gewaltbereite Islamisten, darunter auch den sp&auml;teren Attent&auml;ter vom Berliner Weihnachtsmarkt Anis Amri, zu Terroranschl&auml;gen in Deutschland ermuntert oder gar aufgefordert haben.<br>\nVon Andr&eacute; Hahn, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag und Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium f&uuml;r die Geheimdienste<br>\nDer ohnehin schreckliche Anschlag vom Dezember vergangenen Jahres erh&auml;lt &ndash; wenn die Medienberichte zutreffen &ndash; nochmal eine v&ouml;llig neue Dimension. Die im Raum stehenden Vorw&uuml;rfe sind ungeheuerlich und m&uuml;ssen umfassend aufgekl&auml;rt werden, politisch wie auch strafrechtlich.<br>\nPolitisch sind vor allem vor allem die jetzige und die vorherige Landesregierung in NRW gefordert, endlich aus der Deckung herauszukommen und alle ihr bekannten Informationen zu der dubiosen V-Person offen zu legen, nicht zuletzt gegen&uuml;ber dem im dortigen Landtag t&auml;tigen Untersuchungsausschuss.<br>\nAber auch auf Bundesebene m&uuml;ssen Konsequenzen gezogen werden. Der neue Fall zeigt einmal mehr, dass das seit langem umstrittene V-Leute-System endlich abgeschafft werden muss. Es bringt nicht mehr Sicherheit, sondern gef&auml;hrdet im Zweifelsfall sogar Leib und Leben von Menschen. Nachdem die Gro&szlig;e Koalition in der nun ablaufenden Wahlperiode sogar Straftaten von V-Leuten des Verfassungsschutzes ausdr&uuml;cklich legitimiert hat, stellt sich nunmehr die Frage, ob es &uuml;berhaupt irgendwelche roten Linien f&uuml;r bezahlte Spitzel gibt und falls ja, wer deren Einhaltung denn &uuml;berhaupt kontrolliert beziehungsweise kontrollieren kann.<br>\nZudem dr&auml;ngt sich die Frage auf: Was wusste die Bundesregierung, was wusste Innenminister De Maizi&egrave;re von den nun in Rede stehenden Vorg&auml;ngen?<br>\nWas die strafrechtliche Seite anbelangt, so teile ich ausdr&uuml;cklich die Position meiner Kollegin Martina Renner, dass hier dringend die Staatsanwaltschaft t&auml;tig werden muss. Wer zu Gewalt, Terror und im Zweifel zu Mordtaten aufruft, ist ein Fall f&uuml;r die Justiz und muss entsprechend hart bestraft werden. Wer hier Quellen- oder Informantenschutz vor Strafverfolgung stellen will, hat den Ernst der Lage nicht begriffen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/themen\/nachrichten\/detail\/v-leute-system-endlich-abschaffen\/\">Die Linke. im Bundestag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Jamaika-Sondierung<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Unionspolitiker sorgen sich um &ldquo;schwarze Null&rdquo;<\/strong><br>\nDas Abtasten hat begonnen: Nach der ersten Jamaika-Runde geben sich alle Seiten bem&uuml;ht optimistisch. Doch die Fachgespr&auml;che stehen erst an- und einige CDU-Politiker sehen die Milliardenw&uuml;nsche mit Skepsis.<br>\nIn den kommenden Wochen wird es bei den beteiligten Parteien der m&ouml;glichen Jamaikakoalition vor allem um eine Sache gehen: Kompromisse. Schlie&szlig;lich hat jede der vier Parteien milliardenschwere Vorstellungen und Ziele. Und die bereiten so manchem Unionspolitiker schon jetzt Magenschmerzen &ndash; besonders beim Thema Finanzen. Dabei hat die inhaltliche Debatte nach der ersten Verhandlungsrunde am Freitag noch nicht einmal begonnen.<br>\n&ldquo;Der Koalitionsvertrag ist kein W&uuml;nsch-dir-was&rdquo;, sagte der CDU-Haushaltspolitiker Eckardt Rehberg der &ldquo;Bild&rdquo;-Zeitung mit Blick auf die Zukunft der &ldquo;schwarzen Null&rdquo;. Nach Ansicht des Wirtschaftsfl&uuml;gels der Union sollten sich alle Jamaika-Koalitionspartner auf einen Schuldenabbau von bis zu zehn Milliarden Euro im Jahr verpflichten. Am Dienstag wollen CDU, CSU, FDP und Gr&uuml;ne in ihren Sondierungsgespr&auml;chen erstmals &uuml;ber Finanzen sprechen.<br>\nAus Teilnehmerkreisen verlautete, dass es in der ersten gro&szlig;en Verhandlungsrunde ein allgemeines Verst&auml;ndnis dar&uuml;ber gab, die &ldquo;schwarze Null&rdquo;, also einen Staatshaushalt ohne neue Schulden, nicht anzutasten.<br>\nFDP-Vize Wolfgang Kubicki best&auml;tigte das am Samstag. Ungeachtet ihrer Forderungen nach milliardenschweren Steuerentlastungen will die FDP im Bund ohne neue Schulden auskommen. Allerdings werde seine Partei zeigen, dass auch innerhalb des Bundeshaushalts noch gespart werden k&ouml;nne und beispielsweise durch den Verkauf von Beteiligungen weitere Mittel generiert werden k&ouml;nnten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/jamaika-sondierungen-unionspolitiker-sorgen-sich-um-schwarze-null-a-1174069.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Es finden also weder die Grenzen des Maastricht-Vertrags (3 Prozent vom BSP) Anwendung noch die fr&uuml;here bundesdeutsche Regel, nach der sich der Staat in H&ouml;he der Investitionen verschulden durfte. Nicht einmal die selbstgesetzten sehr engen Grenzen der deutschen Schuldenbremse (0,35 Prozent vom BSP als Neuverschuldung, also etwa 10 Milliarden Euro) d&uuml;rfen noch gelten, nicht einmal die &ldquo;Schwarze Null&rdquo;: nein, ein &Uuml;berschuss soll es sein, und zwar noch in Verbindung mit hohen Steuersenkungen. Mit rationaler Politik hat das schon lange nichts mehr zu tun, das ist pure Verr&uuml;cktheit &ndash; bzw. im Fall der FDP und des CDU-Wirtschaftsfl&uuml;gels wohl eher Klientelwirtschaft, weil allen Ernstes der Staat sein Tafelsilber (seine Beteiligungen) verkaufen soll, um Steuersenkungen f&uuml;r Superreiche zu finanzieren. Ich frage mich, ob die Bev&ouml;lkerung irgendwann einmal aufwacht, wenn die &ouml;ffentliche Hand in ein paar Jahrzehnten schuldenfrei ist, daf&uuml;r die Infrastruktur v&ouml;llig ruiniert, die Schulen schon lange privatisiert und f&uuml;r jede einzelne Leistung des Staates Geb&uuml;hren bezahlt werden m&uuml;ssen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Jobcenter 2018: Mittelk&uuml;rzungen &ndash; eine Groko-Vorlage f&uuml;r die &bdquo;Jamaika&ldquo;-Koalition<\/strong><br>\n246,9 Millionen Euro weniger als 2017 f&uuml;r &bdquo;SGB II-Eingliederungsleistungen&ldquo; (EGL), 68,5 Millionen Euro mehr f&uuml;r den Bundesanteil an den &bdquo;Verwaltungskosten&ldquo; (VWK) der Jobcenter. Das zeigt eine BIAJ-Auswertung der vom Bundesministerium f&uuml;r Arbeit und Soziales (BMAS) am 18. Oktober 2017 bekannt gemachten &bdquo;Orientierungswerte&ldquo; f&uuml;r die Mittelzuteilung an die einzelnen Jobcenter im kommenden Haushaltsjahr 2018. In Westdeutschland steht den geplanten Mittelk&uuml;rzungen bei den &bdquo;SGB II-Eingliederungsleistungen&ldquo; um 120,3 Millionen Euro ein Anstieg bei den Bundesmitteln f&uuml;r die &bdquo;Verwaltungskosten&ldquo; um 127,4 Millionen Euro gegen&uuml;ber. In Ostdeutschland w&uuml;rden nach diesen &bdquo;Orientierungswerten&ldquo; sowohl die Bundesmittel f&uuml;r &bdquo;SGB II-Eingliederungsleistungen&ldquo; als auch die Bundesmittel f&uuml;r die &bdquo;Verwaltungskosten&ldquo; gek&uuml;rzt &ndash; um 126,6 Millionen Euro (EGL) und 58,9 Millionen Euro (VWK). Die absolut gr&ouml;&szlig;ten Mittelk&uuml;rzungen w&auml;ren nach diesen &bdquo;Orientierungswerten&ldquo; in Sachsen (!) zu erwarten &ndash; 30,2 Millionen Euro (EGL) und 19,7 Millionen Euro (VWK). Wesentliche Grundlage der &bdquo;Orientierungswerte&ldquo; f&uuml;r 2018: Der am 28. Juni 2017 (!) beschlossene Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2018. Ob und wie eine &bdquo;Jamaika&ldquo;-Koalition diese GroKo-Vorlage verwandeln wird, ist z.Zt. noch unbekannt.<br>\nDie tabellarische BIAJ-Auswertung vom 21. Oktober 2017 mit allen 407 Jobcentern (zwei Tabellen) finden Sie hier:<br>\nTabelle 1: &bdquo;Leistungen zur Eingliederung nach dem SGB II&ldquo; &ndash; <a href=\"http:\/\/www.biaj.de\/images\/2017-10-21_sgb2-egl-egt-mittel-jobcenter-orientierung-2018.pdf\">Download_BIAJ20171021_1<\/a><br>\nTabelle 2: &bdquo;Verwaltungskosten&ldquo; (Bundesanteil) &ndash; <a href=\"http:\/\/www.biaj.de\/images\/2017-10-21_sgb2-vwk-bund-mittel-jobcenter-orientierung-2018.pdf\">Download_BIAJ20171021_2<\/a><br>\n(PDF: jeweils 14 Seiten mit Bundes- und L&auml;nderdaten auf Seite 1 und einige Erl&auml;uterungen auf Seite 14)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.biaj.de\/archiv-materialien\/989-jobcenter-2018-mittelkuerzungen-eine-groko-vorlage-fuer-die-jamaika-koalition.html\">BIAJ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Mit einer gewissen Spannung d&uuml;rften insbesondere die Aussagen der neuen Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Andrea Nahles (bis vor Kurzem noch Bundesministerin f&uuml;r Arbeit und Soziales) zu diesem Sachverhalt erwartet werden. Oder m&ouml;chte vor allem sie sich auch aus dieser Verantwortung stehlen?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&ldquo;Panama Papers&rdquo;: Mord an Daphne Caruana Galizia &ndash; EU-Ausschuss prangert an &ndash; Ermittlungserfolge<\/strong><br>\nDie &ldquo;Panama Papers&rdquo; werden uns noch lange besch&auml;ftigen, das zeigt die vergangene Woche:\n<ul>\n<li>Die tragische Nachricht ging die letzten Tage um die Welt, dass die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia mit einer Autobombe ermordet wurde. Obwohl nicht Teil des engen Journalisten\/innen-Teams um die &ldquo;Panama Papers&rdquo;, hat sie doch intensiv mit den Daten gearbeitet und &ndash; auch gest&uuml;tzt auf eigene Zuspielungen &ndash; hohe maltesische Regierungsmitglieder und deren Verwandte der Korruption bezichtigt. Noch ist nicht sicher, was genau der Hintergrund der Ermordung ist und ob sie mit den &ldquo;Panama Papers&rdquo; bzw. Steuerflucht zu tun hat. Galizias Sohn Matthew spricht jedenfalls davon, hohe maltesische Politiker seien &ndash; zumindest durch Unt&auml;tigkeit &ndash; &ldquo;Komplizen&rdquo; des Mordes und &ldquo;verantwortlich&rdquo; daf&uuml;r gewesen. Die EU muss nun sicherstellen, dass alle Ermittlungen sauber ablaufen, am besten mit eigenen Ermittlungen neben denen der maltesischen Beh&ouml;rden, die wom&ouml;glich l&auml;ngst durch eine &ldquo;Kultur der Straflosigkeit&rdquo; (Matthew Caruana Galizia) korrumpiert sind, was f&uuml;r einen Schattenfinanzplatz wie Malta (siehe z.B. hier, hier oder hier) nicht &uuml;berraschend w&auml;re. &ndash; In Berlin findet am Freitag, 20.10. um 18:30 Uhr eine Gedenkwache vor der maltesischen Botschaft statt (Klingelh&ouml;ferstr. 7, 10785 Berlin)<\/li>\n<li>Der Untersuchungsausschuss des Europ&auml;ischen Parlaments f&uuml;r Geldw&auml;sche, Steuervermeidung und Steuerhinterziehung (PANA) hat gestern mehrheitlich seinen Abschlussbericht zu den &ldquo;Panama Papers&rdquo; verabschiedet. Die Ergebnisse und Empfehlungen m&uuml;ssen noch im Dezember vom Plenum best&auml;tigt werden, wobei die Empfehlungen auch noch ver&auml;ndert werden k&ouml;nnen. Sven Giegold, Europaabgeordneter der Gr&uuml;nen\/EFA- Fraktion, erwartet hier noch gro&szlig;e Kontroversen, bewertet den Bericht aber als &ldquo;knallhart&rdquo;. Er weist insbesondere darauf hin, dass die Verantwortung der Regierungen von Malta, Luxemburg, Zypern und Gro&szlig;britannien bei Geldw&auml;sche und Steuerdumping angeprangert werden. Die Christdemokraten h&auml;tten bei den Empfehlungen die Selbstkontrolle von Anw&auml;lten\/innen, Steuerberatern\/innen und Notaren\/innen erhalten wollen, konnten sich jedoch nicht durchsetzen. Laut Giegold ist auch die EU-Kommission ihrer Rolle als &ldquo;H&uuml;terin der Vertr&auml;ge&rdquo; nicht nachgekommen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich hier. <\/li>\n<li>Laut Medienberichten haben die &ldquo;Panama Papers&rdquo; inzwischen zu ersten Ermittlungserfolgen gef&uuml;hrt. Eines von zehn laufenden Verfahren beim Bundeskriminalamt (die inzwischen auch im Besitz der Daten sind) habe zur Sicherstellung von zwei Millionen Euro bei der Commerzbank gef&uuml;hrt, die ein ehemaliger Siemensmanager in S&uuml;damerika veruntreut haben soll.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/steuergerechtigkeit.blogspot.de\/2017\/10\/panama-papers-mord-daphne-caruana.html\">blog steuergerechtigkeit<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Bundeswehr nimmt Ausbildung von Kurden im Nordirak wieder auf<\/strong><br>\nDie Wiederaufnahme der Ausbildung teilte die Bundeswehr knapp auf ihrer Webseite* mit:\n<blockquote><p>\nAm Sonntag, den 22. Oktober 2017, hat das deutsche Einsatzkontingent die Ausbildung im Rahmen der Ausbildungsunterst&uuml;tzung Nord-Irak wieder aufgenommen.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Verteidigungsministerium hatte bereits am vergangenen Freitag angek&uuml;ndigt, dass die unterbrochenen Kurse f&uuml;r die Peshmerga im Kampf gegen ISIS ab Sonntag weitergef&uuml;hrt werden sollten. Nach Informationen von Ministerium und Bundeswehr habe sich die Lage in der Region wieder beruhigt; beide Seiten bem&uuml;hten sich um eine politische L&ouml;sung.<br>\nAllerdings gab es auch am Wochenende weitere Berichte &uuml;ber Auseinandersetzungen zwischen Kurden und der Zentralregierung, die nicht auf eine Beruhigung der Lage hindeuten. Zum Beispiel von der New York Times:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/augengeradeaus.net\/2017\/10\/bundeswehr-nimmt-ausbildung-von-kurden-im-nordirak-wieder-auf\/\">Augen geradeaus!<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Kurden, Saudi-Arabien und das br&ouml;ckelnde US Empire<\/strong><br>\nDie Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse im Nahen Osten verschieben sich<br>\nRund um die Ereignisse des Unabh&auml;ngigkeitsreferendums der Kurden im Nordirak zeigt sich das falsche Spiel Saudi-Arabiens und seiner Verb&uuml;ndeten, die die kurdischen Bestrebungen als Spielball ihres Machtpokers missbrauchen. Die USA stehen bei all dem an der Seitenlinie &ndash; im Herzen des Nahen Osten br&ouml;ckelt vor unseren Augen die Macht des US Empire.<br>\nVon dem Moment an, als der Pr&auml;sident der Autonomen Region Kurdistan, Massoud Barzani, sein Unabh&auml;ngigkeitsreferendum ausrief, war es klar, welche Gruppe von L&auml;ndern sich zusammentun w&uuml;rde, um ein unabh&auml;ngiges Kurdistan im Keim zu ersticken.<br>\nMit 30 Millionen ethnischen Kurden, die in einer vier L&auml;nder umspannenden Region leben, hatten die T&uuml;rkei, der Iran und der Irak ein gro&szlig;es Interesse daran, den im Entstehen begriffenen Staat noch in den Geburtswehen abzuw&uuml;rgen &ndash; obwohl dies f&uuml;r Ankara bedeuten w&uuml;rde, den einzigen kurdischen Verb&uuml;ndeten aufzugeben, von dem es im Kampf gegen die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) zu Hause und gegen die Partei der Demokratischen Union (PYD) in Syrien abh&auml;ngig ist.<br>\nEs war jedoch weniger klar, welche Gruppe von L&auml;ndern Barzanis Ambitionen abnicken und begr&uuml;&szlig;en w&uuml;rden &ndash; mit Israel als einzigem Player in der Region, der dies offen tat. Israel &bdquo;unterst&uuml;tzt die legitimen Bem&uuml;hungen des kurdischen Volkes, einen eigenen Staat zu errichten,&ldquo; erkl&auml;rte Premierminister Benjamin Netanjahu.<br>\nObwohl Israel die PKK als Terrororganisation einstuft, sagte mit Yair Golan ein ehemaliger stellvertretender Generalstabschef der israelischen Armee auf einer Konferenz in Washington, er pers&ouml;nlich w&uuml;rde dies nicht so sehen. &bdquo;Wenn man sich den Iran im Osten anschaut, wenn man die Instabilit&auml;t in der Region betrachtet, ist ein stabiles und geeintes kurdisches Gebilde inmitten dieses Sumpfes keine schlechte Idee.&ldquo;<br>\nG&auml;nzlich fremd war Golans Argumentation auch einer anderen Regionalmacht nicht, die ein Interesse daran hat, die Kurden zu benutzen, um der T&uuml;rkei, dem Iran und dem Irak die Fl&uuml;gel zu stutzen: Saudi-Arabien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/justicenow.de\/die-kurden-saudi-arabien-und-das-broeckelnde-us-empire\/\">JusticeNow!<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&ldquo;Wir sind am Ende. Wir k&ouml;nnen nicht mehr&rdquo;<\/strong><br>\nDie Strafkammern des Berliner Landgerichts sind fast komplett &uuml;berlastet. Ein Hilferuf der Pr&auml;sidentin st&ouml;&szlig;t beim Senator bislang auf Desinteresse.<br>\nDer Brief wirkt zun&auml;chst harmlos, doch steckt in ihm politische Brisanz. Im Kern steht drin, dass die gro&szlig;en Strafkammern keine Verfahren mehr bearbeiten k&ouml;nnen, au&szlig;er Haftsachen, und auch diese nicht in den rechtlich vorgeschriebenen Zeitr&auml;umen. &bdquo;Das ist ein ausgesprochen dramatisches Schreiben. Es bedeutet: Wir sind am Ende. Wir k&ouml;nnen nicht mehr&ldquo;, kommentiert ein Staatsanwalt.<br>\nDen Brief vom 28. September 2017 hat der Vizepr&auml;sident des Landgerichts, Christoph Mauntel, in Vertretung der Gerichtspr&auml;sidentin Gabriele Nieradzik an die Justizverwaltung geschickt; auch der Kammergerichtspr&auml;sident, der Pr&auml;sident des Amtsgerichts Tiergarten und die Staatsanwaltschaft bekamen ihn. Er liegt dem Tagesspiegel vor. (&hellip;)<br>\n&bdquo;Belastung der gro&szlig;en Strafkammern&ldquo; steht in der Betreffzeile. &bdquo;Zum 15. September waren bereits 17 von 21 allgemeinen gro&szlig;en Strafkammern von der turnusm&auml;&szlig;igen Verteilung neu eingehender Haftverfahren ausgenommen&ldquo;, schreibt Mauntel. Von den vier verbliebenen Kammern h&auml;tten sodann zwei weitere &Uuml;berlastung angezeigt, eine weitere hat &Uuml;berlastung angek&uuml;ndigt. &bdquo;Wir wissen nicht, wie wir die Eing&auml;nge verteilen sollen&ldquo;, hei&szlig;t es dazu aus dem Gericht.<br>\nGro&szlig;e Strafkammer, das bedeutet, es handelt sich um schwere Taten mit einer Strafandrohung von mehr als vier Jahren, also Kapitaldelikte, Wirtschaftsstrafverfahren, auch Sexualstraftaten, deren Zahl infolge des neuen Rechts stark gestiegen ist. Die Staatsanwaltschaft schreibt immer mehr Kammeranklagen, also Anklagen, die bei einer gro&szlig;en Strafkammer erhoben werden statt vor dem Sch&ouml;ffengericht oder dem Strafrichter. (&hellip;)<br>\nAm Mittwoch habe der Justizsenator den Inhalt des Briefs noch nicht gekannt, hei&szlig;t es in der Justizverwaltung. Am Freitag sagte Justizsenator Behrendt dem Tagesspiegel, die in dem Brief beschriebenen Engp&auml;sse seien &bdquo;keine neue Erkenntnis&ldquo;, und sie besorgten ihn. &bdquo;Seit Jahren ist es ein &Auml;rgernis, dass die Verfahren l&auml;nger und komplizierter werden.&ldquo; Fehlende Verhandlungss&auml;le und fehlendes Personal seien bekannte Probleme.<br>\nIn der Justizverwaltung schiebt man der CDU die Schuld zu. &ldquo;Herr Dr. Mauntel (&hellip;) verweist zurecht auf den desastr&ouml;sen Zustand, den die CDU in der Berliner Justiz hinterlassen hat&ldquo;, sagte Behrendts Sprecher Sebastian Brux. &bdquo;Deshalb kommt nun die Trendwende&ldquo;, sagte der Justizsenator mit Blick auf den verhandelten Haushalt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/brandbrief-aus-dem-berliner-landgericht-wir-sind-am-ende-wir-koennen-nicht-mehr\/20482300.html\">Der Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die Folgen der neoliberalen K&uuml;rzungen werden in immer mehr Bereichen sp&uuml;rbar und machen auch vor der Justiz nicht halt. Warum auch? Die Bef&uuml;rworter des Neoliberalismus sehen im Staat und seinen Institutionen keine Chance und Vorteile, sondern lediglich Ballast.<\/em><br>\n<em>Mag sein, dass es im Land Berlin in diesem Bereich eine &bdquo;Trendwende&ldquo; geben wird. Bundesweit &ndash; sowie in vielen Kommunen und zahlreichen Sektoren &ndash; d&uuml;rfte das wohl nicht der Fall sein. Zu bef&uuml;rchten ist vielmehr, dass die neue &bdquo;Jamaika&ldquo;-Bundesregierung das &bdquo;K&uuml;rzungs- bzw. Streichkonzert&ldquo; weiter forcieren wird. Oder meinen Sie, die &bdquo;schwarze Null&ldquo; und sog. Schuldenbremse sind nun &uuml;berwunden?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Jeder sechste Todesfall durch Umweltverschmutzung verursacht<\/strong><br>\nUmweltverschmutzung fordere weltweit 15 Mal mehr Todesopfer als Krieg und Gewalt. Zu diesem Ergebnis ist eine im britischen Fachmagazin &ldquo;The Lancet&rdquo; ver&ouml;ffentlichte Studie gekommen. &ldquo;Das Hauptproblem ist Feinstaub&rdquo;, sagt Johannes Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut f&uuml;r Chemie in Mainz.<br>\nUmweltverschmutzung sei weltweit f&uuml;r jeden sechsten vorzeitigen Todesfall verantwortlich, hei&szlig;t es in der im britischen Fachmagazin &ldquo;The Lancet&rdquo; ver&ouml;ffentlichten Studie. Allein im Jahr 2015 seien neun Millionen Menschen an Krankheiten gestorben, die durch Umweltverschmutzung verursacht wurden &ndash; 16 Prozent aller krankheitsbedingter Todesf&auml;lle. Das seien drei Mal mehr als durch Aids, Tuberkulose und Malaria zusammen und 15 Mal mehr als durch Kriege und andere Formen der Gewalt. (&hellip;)<br>\nHauptgefahr sei laut der Studie vor allem die Luftverschmutzung &ndash; nicht nur durch Industrie- und Autoabgase drau&szlig;en, sondern auch durch das Heizen und Kochen mit Holz oder Kohle in R&auml;umen. &ldquo;Das Hauptproblem ist Feinstaub&rdquo;, sagt Johannes Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut f&uuml;r Chemie in Mainz. Etwa 95 Prozent der in der Studie aufgef&uuml;hrten Todesf&auml;lle seien auf die Kleinstpartikel zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Diese w&uuml;rden letztlich die gleichen Erkrankungen verursachen, die auch durch Rauchen entstehen. Durch Masken k&ouml;nne man sich nicht vor den Kleinstteilchen sch&uuml;tzen, so Lelieveld. Letztlich m&uuml;sse bei den Ursachen angesetzt werden, beispielsweise bei dem Umbau von Kohlekraftwerken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/internationale-umwelt-studie-jeder-sechste-todesfall-durch.1008.de.html?dram:article_id=398752\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Auch hierzulande wird &ndash; zumindest scheinbar &ndash; viel unternommen, um den Gefahren des &bdquo;Terrors&ldquo; zu begegnen. Aber warum wird offensichtlich so wenig unternommen gegen die viel gr&ouml;&szlig;ere Gefahr durch Luftverschmutzung? Das h&auml;ngt doch wohl nicht u.a. mit den Verflechtungen von Politik und Konzernen &ndash; beispielsweise der Automobilbranche &ndash; zusammen, oder?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Gegen das Schweinesystem<\/strong><br>\nZwei M&auml;nner und eine Frau begehen Hausfriedensbruch und werden daf&uuml;r von der Justiz belobigt &ndash; so ist es geschehen an diesem Mittwoch in Magdeburg, wo das Landgericht als Berufungsinstanz einen Freispruch des Amtsgerichts Haldensleben best&auml;tigte. Das Handeln der Angeklagten sei nicht nur zu rechtfertigen, es sei ausdr&uuml;cklich zu begr&uuml;&szlig;en, sagte der Vorsitzende Richter Ulf Majstrak in seiner Urteilsbegr&uuml;ndung.<br>\nWeitgehend unstrittig war in beiden Verfahren der Hergang der zu verhandelnden Strafsache. Zwei M&auml;nner verschafften sich demnach im Sommer 2013 nachts Zugang zu einer Schweinemastanlage in Sandbeiendorf im Landkreis B&ouml;rde in Sachsen-Anhalt. Sie kamen in Einwegkleidung und mit desinfizierten Kameras, um die Anlage nicht zu verunreinigen und auch keine Keime einzutragen. Ziel der Tiersch&uuml;tzer war es, jene Zust&auml;nde zu filmen, von denen eine Informantin ihnen vorher berichtet hatte. [&hellip;]<br>\nEiner der Angeklagten f&uuml;hrte am Mittwoch aus, er habe in 25 Jahren Tierschutz die Erfahrung machen m&uuml;ssen, dass gegen solche Widrigkeiten am Ende nur Videoaufnahmen und in der Folge &ouml;ffentlicher Druck etwas bewirken k&ouml;nnten.<br>\nDarin bestand die alltagssprachliche Variante des in Paragraf 34 Strafgesetzbuch formulierten &ldquo;rechtfertigenden Notstands&rdquo;: Wer eine Tat begeht (etwa Hausfriedensbruch), um Gefahr von anderen (etwa Schweinen) abzuwenden, darf dies unter zwei Bedingungen tun. Im Widerstreit der Interessen muss das eine Rechtsgut (Tierwohl) das andere (Hausfrieden) &ldquo;wesentlich &uuml;berwiegen&rdquo; &ndash; und die Tat muss zudem ein &ldquo;angemessenes Mittel&rdquo; darstellen, die Gefahr abzuwenden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/panorama\/tierschutz-gegen-das-schweinesystem-1.3704174\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Blo&szlig; nicht Opfer sein<\/strong><br>\nSexuelle Diskriminierung, Bel&auml;stigung, Vergewaltigung: Trotz aller Debatten und Gesetzes&auml;nderungen gilt es noch immer als Tabu, sich als Betroffene zu outen. Auch, um nicht in die Opferrolle zu rutschen. Christiane Florin kommentiert eine Hashtag-Diskussion und ihre L&uuml;cken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/sexismus-debatte-metoo-bloss-nicht-opfer-sein.720.de.html?dram:article_id=398799\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><strong>dazu: &ldquo;Sexismus ist Alltag&rdquo;<\/strong><br>\nFamilienministerin Barley hat angesichts der Debatte unter dem Hashtag #MeToo h&auml;rtere Strafen gegen sexuelle Gewalt gefordert. SPD-Fraktionschefin Nahles berichtet von wiederholten Erfahrungen mit Sexismus in der Politik.<br>\nIn die Debatte um Sexismus und sexuelle Gewalt haben sich auch f&uuml;hrende SPD-Politikerinnen eingeschaltet. So berichtet SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles von wiederholten Erfahrungen mit Sexismus in ihrer politischen Karriere. &ldquo;Eine typische Sexismus-Erfahrung ist, dass Frauen nicht ernst genommen werden. Ich habe in meinem Leben unglaublich oft geh&ouml;rt: Die kann das nicht. Oder: Sie ist noch nicht so weit&rdquo;, sagte Nahles der &ldquo;Bild am Sonntag&rdquo;. Bei Frauen werde sogar noch die Qualifikation angezweifelt, wenn sie bereits sehr erfolgreich im Leben st&uuml;nden. &ldquo;Ich kenne nichts Vergleichbares bei M&auml;nnern&rdquo;, sagte Nahles. Bei Frauen stehe auch viel zu oft das Aussehen im Vordergrund. &ldquo;Angenehm ist das nicht, aber ich habe da ein dickes Fell, sonst k&ouml;nnte ich den Job nicht machen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/nahles-barley-sexismus-101.html\">Tagesschau<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Ohne das Thema verharmlosen zu wollen. Aber sind &bdquo;h&auml;rtere Strafen&ldquo; hierzulande tats&auml;chlich notwendig &ndash; werden sie wirklich Abhilfe schaffen? Zum Vergleich: Deutschland &bdquo;leistet&ldquo; sich immer noch eines der liberalsten Gesetze &ndash; zumindest angeblich &ndash; zum Schutz von Frauen in der Prostitution. Nicht selten w&auml;re der Begriff &bdquo;Zwangsprostitution&ldquo; wohl angemessen. Auch minderj&auml;hrige Frauen k&ouml;nnten nach wie vor betroffen sein. Wird hier mit zweierlei Ma&szlig; gemessen?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>VPN-App-Rauswurf in China: US-Senatoren werfen Apple Zensur-Beihilfe vor<\/strong><br>\nApples Entfernung von vielen VPN-Apps aus dem chinesischen App Store hat ein politisches Nachspiel: Die US-Senatoren Ted Cruz und Patrick Leahy haben Konzernchef Tim Cook nun in einem Brief zur Beantwortung von mehreren Fragen rund um den Rauswurf der Apps aufgefordert: Man sei besorgt, dass Apple dadurch Zensurma&szlig;nahmen und Internet&uuml;berwachung der chinesischen Regierung st&uuml;tzt. Wenn Apple sich derartigen Anweisungen von Chinas F&uuml;hrung beugt, werde die Redefreiheit von Nutzern gehindert.<br>\nDie Freiheitsbedrohung durch Chinas Internetzensur &auml;hnele der Berliner Mauer, schreiben die Senatoren &ndash; solange die Great Firewall bestehe und durch US-amerikanische IT-Firmen gest&uuml;tzt werde, bleibe die Internetfreiheit in China bedroht. (&hellip;)<br>\nDie Senatoren wollen von Apple unter anderem wissen, ob der Konzern zu bestimmten chinesischen Cybersecurity-Gesetzesvorlagen Stellung bezogen hat und ob Apple der geforderten Entfernung der VPN-Apps formell widersprochen habe. Auch soll der iPhone-Konzern die genaue Zahl der rausgeworfenen VPN-Dienste nennen und erkl&auml;ren, ob es Bestrebungen gibt, diese wieder zuzulassen.<br>\nUnter Verweis auf Cooks Ehrung mit dem Newseum 2017 Free Expression Award fordern die Senatoren au&szlig;erdem Informationen, ob Apple sich bereits aktiv und &ouml;ffentlich f&uuml;r die Redefreiheit in China eingesetzt &ndash; und die Zensurma&szlig;nahmen der Regierung verurteilt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/mac-and-i\/meldung\/VPN-App-Rauswurf-in-China-US-Senatoren-werfen-Apple-Zensur-Beihilfe-vor-3866203.html\">heise online<\/a>\n<p><strong>dazu: G7: Mit Internet-Konzernen gegen Terror-Propaganda im Netz<\/strong><br>\nUm diesem Missbrauch entgegenzuwirken, m&uuml;ssten Regierungen, der Privatsektor und Akteure aus der Zivilgesellschaft kooperieren, hei&szlig;t es in einem abschlie&szlig;enden Papier der G7-Innenminister.<br>\nDie G7-Gruppe westlicher Industrienationen will ihre Zusammenarbeit mit f&uuml;hrenden Internet-Konzernen im Kampf gegen den Terrorismus ausweiten. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Al-Kaida und andere terroristische und gewaltt&auml;tige extremistische Organisationen nutzten das Internet weiterhin, um Propaganda zu verbreiten, um K&auml;mpfer zu rekrutieren, um zu Gewalt anzustiften und zu Attacken aufzurufen, hei&szlig;t es in dem abschlie&szlig;enden Papier des G7-Innenministertreffens, das am Freitag auf der italienischen Insel Ischia zu Ende ging. Um diesem Missbrauch entgegenzuwirken, m&uuml;ssten Regierungen, der Privatsektor und Akteure aus der Zivilgesellschaft kooperieren.<br>\n&ldquo;Heute haben wir damit begonnen, die ersten Schritte hin zu einer gro&szlig;en Allianz zwischen den Regierungen und den gro&szlig;en Anbietern zu machen&rdquo;, sagte der italienische Innenminister und Gastgeber Marco Minniti nach dem Treffen mit seinen Ressortkollegen aus Deutschland, Frankreich, Gro&szlig;britannien, den USA, Japan und Kanada. An dem Treffen hatten auch Vertreter von Google, Microsoft, Facebook und Twitter teilgenommen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/G7-Mit-Internet-Konzernen-gegen-Terror-Propaganda-im-Netz-3866739.html\">heise online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Betreibt der Westen hier &ndash; im konkreten Fall die USA &ndash; Politik mit zwei Ma&szlig;st&auml;ben?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Diskussion mit einem radikalen Wagenknecht-Kritiker &uuml;ber Grenzen f&uuml;r Kritik, offene Grenzen und offene Haust&uuml;ren<\/strong><br>\nTelepolis-Autor Thomasz Konicz, den ich in meinem vorangegangenen Beitrag &bdquo;Deutschlands &uuml;belsten Schmierfink&ldquo; nannte, fragt, ob man Frau Wagenknechts Fl&uuml;chtlingspolitik nicht kritisieren d&uuml;rfe, und wenn ja wie. Ich erkl&auml;re es ihm und will abschlie&szlig;end wissen, ob er sein Haus f&uuml;r die Obdachlosen seiner Stadt ge&ouml;ffnet h&auml;lt oder auch ein Nazi und Rassist ist. Er antwortet ausf&uuml;hrlich und ich beklage mich (kurz), dass auch er meiner Frage ausgewichen sei. Ich finde die Position des Herrn Konicz zwar extrem aber doch typisch f&uuml;r den Fl&uuml;gel, der sich derzeit auf Wagenknecht einschie&szlig;t.<br>\nSehr geehrter Herr Konicz,<br>\nSie wollen wissen, wie Sie Ihre Kritik an Wagenknecht meiner Ansicht nach &auml;u&szlig;ern sollen\/d&uuml;rfen, ohne sich derart angreifbar zumachen. Das will ich Ihnen gerne sagen. Tun Sie es, ohne die &Uuml;berschrift &bdquo;Nationalsozial in den Wahlkampf?&ldquo;, gefolgt von den Passagen &bdquo;Fischen im braunen Sumpf&ldquo; und Bezeichnung von Wagenknecht und Co. als &bdquo;national-sozialen Fl&uuml;gel der Linkspartei&rdquo;, und ohne zu behaupten, sie habe mit einer Aussage &bdquo;den gro&szlig;en nationalsozialistischen Trennstrich&ldquo; gezogen und eine Frontstellung aufgebaut, die &bdquo;charakteristisch f&uuml;r nationalsozialistische Neidpropaganda&ldquo; ist. Tun Sie es, ohne Ihr f&auml;lschlich zu unterstellen, sie benutze die Naziterminologie des &bdquo;raffenden Kapitals&ldquo; und ihre Kritik am Finanzmarkt &bdquo;nationalsozialistisch verk&uuml;rzt&ldquo; zu nennen, alles Beispiel aus Ihrem Beitrag von Ende 2016.<br>\nNachdem sie selbst so die infame Bezeichnung &bdquo;nationalsozial&ldquo; eingef&uuml;hrt und immer wieder auf Wagenknecht angewendet haben, garniert mit vielen Nennungen von &bdquo;nationalsozialistisch&ldquo;, dann wirkt es &auml;u&szlig;erst unredlich, wenn Sie nun die Bezeichnung &bdquo;nationalsozial&ldquo; f&uuml;r Wagenknecht erneut mehrfach in einen Artikel einstreuen, garniert mit Anf&uuml;hrungszeichen und dem Zusatz (Lessenich), weil ihr Geistesverwandter und vermutlich guter Bekannter die diffamatorische Bezeichnung von Ihnen &uuml;bernommen hat. &Uuml;ber diese manipulative Art zu diffamieren machte ich mich lustig, als ich mein eigenes Zitat von vor einem Jahr, Sie seien der &bdquo;&uuml;belste Schmierfink Deutschlands&ldquo; in Anf&uuml;hrungszeichen wiederholte, so als w&uuml;rde ich nur jemand glaubw&uuml;rdigen Dritten zitieren, der das gesagt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/903-diskussion-konicz\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<p><strong>dazu: Ein neuer &bdquo;Kulturkampf&ldquo;?<\/strong><br>\nSieben Thesen zur Kontroverse &uuml;ber die AfD, Fl&uuml;chtlingspolitik und W&auml;hlerwanderung in der LINKEN.<br>\nDie kritische Reaktion von Oskar Lafontaine auf bestimmte Wahlergebnisse der Partei DIE LINKE bei den Bundestagswahlen 2017 und die darauffolgenden Reaktionen (in der Tageszeitung Neues Deutschland) f&uuml;hren zu mehreren Fragestellungen: [&hellip;]<br>\nF&uuml;r die Integration von Fl&uuml;chtlingen m&uuml;ssen umfangreiche zus&auml;tzliche Investitionen in die soziale Infrastruktur (Bildung, Wohnen, Verkehr) finanziert werden. Hier gibt es bereits einen hohen Nachholdbedarf. Fakt ist, dass die Bundesregierung bis heute diesen Aufgaben nicht nachgekommen ist und dadurch selbst Schranken der Zuwanderung gesetzt hat. Das verst&auml;rkt die mit der Zuwanderung verbundenen sozialen Risiken und Ausgrenzungen. Hier muss eine linke politische Kritik ansetzen.<br>\nPolitisch gibt es gegen diesen Prozess der Integration nicht zu untersch&auml;tzende Widerst&auml;nde. Ein Teil der staatlichen Apparate wird ihn zu blockieren versuchen. Reaktion&auml;re politische Bewegungen werden mobilisiert, die dann durch die AfD parlamentarisch vertreten werden. Auch hier ist die Frage, wie Staat und Zivilgesellschaft mit solchen Protesten umgehen, nicht gekl&auml;rt. Innerhalb der Regierungen, zwischen den Parteien und auch in den Parteien selbst bestehen unterschiedliche Auffassungen, die sich zu kulturellen K&auml;mpfen, die durch Gef&uuml;hle, Stimmungen und Ressentiments bestimmt werden, verdichten k&ouml;nnen. In einer solchen Perspektive ist die &ouml;ffentlich wirksame Intervention von Lafontaine im besten Fall ungl&uuml;cklich. Sie entspricht aber seinem Stil, politische Auseinandersetzungen zu f&uuml;hren.<br>\nAus den Reihen der &bdquo;Open Borders&ldquo;-Bewegung wird massive Kritik an den Positionen von Wagenknecht und Lafontaine ge&uuml;bt. Ihren Tiefpunkt findet diese Kritik im Vorwurf einer rassistischen Ausgrenzung von Fl&uuml;chtlingen.  Beispiele sind die Kommentare von Stephan Lessenich, Thomas Seibert und der unter dem Zeichen von Occupy verfasste offene Brief. Das hier praktizierte Denken in einfachen Freund-Feind-Polarisierungen, mit denen Differenzen in der Frage der Zuwanderung als offene Feindschaft ausgetragen werden, markiert einen bemerkenswerten Verfall der Diskussionskultur unter der politischen Linken. Bei dem Soziologen Lessenich und dem Philosophen Seibert kann diese Reaktion nicht als Dummheit oder Naivit&auml;t verharmlost werden, sondern zeigt eine hohe emotionale Radikalit&auml;t in der moralischen Verdammung anders Denkender.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2017\/10\/ein-neuer-kulturkampf\/\">Makroskop<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ins Abseits gepokert<\/strong><br>\nNichts geht mehr in Niedersachsen. Die vorgezogene Landtagswahl hat mitnichten zu jenen stabilen Verh&auml;ltnissen gef&uuml;hrt, die sich alle Beteiligten erhofften, nachdem sie sich ohne mit der Wimper zu zucken in vorgezogene Neuwahlen st&uuml;rzten, nur weil eine pers&ouml;nlich beleidigte Abgeordnete die Seiten wechselte. Nun ist zu lesen, dass die Liberalen ja eine rot-gr&uuml;ne Minderheit tolerieren k&ouml;nnten, wenn sie schon nicht zu einer Koalition bereit sind. Abenteuerlich.<br>\nAn dieser Stelle sei noch einmal an das Wahlergebnis erinnert. Zwei Sitze fehlen Rot-Gr&uuml;n zu einer Mehrheit, vor dem Neuwahl-Coup war es nur einer und, ganz wichtig, die Regierung war im Amt und w&auml;re es vermutlich auch geblieben, weil sich Schwarz-Gelb ein Misstrauensvotum nicht zutraute. CDU-Spitzenmann Althusmann erkl&auml;rt immer wieder, man sei schlie&szlig;lich mit der Entscheidung zu Neuwahlen den verfassungsm&auml;&szlig;ig korrekten Weg gegangen und habe auf das scharfe Schwert des Misstrauensvotums verzichtet. (&hellip;)<br>\nDas ist eine reine Schutzbehauptung, bei der mit den Regeln der Verfassung Ping Pong gespielt wird, um die eigene fehlende Courage zu verdecken. Ich schrieb es schon mehrere Male. Das Selbstaufl&ouml;sungsrecht des Parlaments ist nicht das erste Mittel, sondern das Letzte (daher auch Zweidrittelmehrheit notwendig), wenn keine konstruktive Arbeit des Parlaments mehr m&ouml;glich oder aber die Regierung zerbrochen ist. Beides war nicht der Fall. Die Regierung war und ist intakt und die Arbeitsf&auml;higkeit des Parlaments gew&auml;hrleistet.<br>\nW&uuml;rde man die schwache Argumentation von SPD, CDU, Gr&uuml;nen und FDP zur Neuwahlentscheidung zum Ma&szlig;stab nehmen, m&uuml;ssten die gleichen Fraktionen im Angesicht dieses Wahlergebnisses wieder die Aufl&ouml;sung des Landtags fordern, da keine genehme Mehrheit zustande zu kommen scheint, die nun aber notwendig ist, um einen Regierungschef zu w&auml;hlen. Doch so lange w&auml;hlen zu lassen, bis es passt, ist kaum vermittelbar. Doch genau dieser Eindruck ist auch mit der vorgezogenen Landtagswahl ein weiteres Mal bedient worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taublog.de\/171022ins-abseits-gepokert\">TauBlog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Mitternachtsspitzen<\/strong><br>\nZu Gast bei J&uuml;rgen Becker: Martin Zingsheim, Hagen Rether und Till Reiners<br>\nEine Jamaika-Koalition im Bund? Eine Ampelkoalition in Niedersachsen? Auch in der Politik sorgt der Herbst f&uuml;r ein buntes Farbenspektrum. H&ouml;chste Zeit also f&uuml;r eine satirische Analyse von J&uuml;rgen Becker und seinem Thinktank Wilfried Schmickler, Uwe Lyko und Susanne P&auml;tzold. Unterst&uuml;tzt werden sie von Martin Zingsheim, Hagen Rether und Till Reiners. (&hellip;)<br>\nHagen Rether blickt zur&uuml;ck in die Geschichte und setzt sich angesichts der Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;me mit den Grundlagen unseres Wohlstands auseinander: &ldquo;Uns fliegen jetzt 600 Jahre Kolonialismus um die Ohren. Und wir m&uuml;ssen das irgendwie mit Anstand &uuml;ber die B&uuml;hne bringen, ohne dabei zu verrohen, ohne dabei wie unsere Vorfahren zu werden.&rdquo; (&hellip;)<br>\nBeim &ldquo;&Uuml;bersch&auml;tzten Paar der Weltgeschichte&rdquo; geschieht Wundersames: Erich Honecker (Uwe Lyko) sucht Angela Merkel (Wilfried Schmickler) heim. Mit einer spektakul&auml;ren Live-Reportage meldet sich ARD-Korrespondentin Sabine Rau (Susanne P&auml;tzold). Sie berichtet von dramatischen Ereignissen an der deutsch-bayerischen Grenze.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/programmvorschau\/wdrfernsehen\/sendung\/2017-10-21\/42693518\/mitternachtsspitzen.html\">WDR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die komplette Sendung k&ouml;nnen Sie <a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/video\/sendungen\/mitternachtsspitzen\/video-mitternachtsspitzen-im-oktober-106.html\">hier sehen<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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