{"id":40734,"date":"2017-10-24T12:28:20","date_gmt":"2017-10-24T10:28:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40734"},"modified":"2017-10-24T12:57:08","modified_gmt":"2017-10-24T10:57:08","slug":"nachtrag-zu-zwei-beitraegen-von-gestern-zur-politischen-verantwortung-fuer-in-lohn-ohne-brot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40734","title":{"rendered":"Nachtrag zu zwei Beitr\u00e4gen von gestern &#8211; zur politischen Verantwortung f\u00fcr \u201eIn Lohn ohne Brot\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der Autor des Beitrags <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40686\">In Lohn ohne Brot &#8210; Wenn Arbeit nicht vor Armut sch&uuml;tzt<\/a> Markus Kr&uuml;semann f&uuml;hlt sich zu Unrecht kritisiert durch den Artikel: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40718\">Der Niedriglohnsektor ist nicht vom Himmel gefallen. Aktive Besch&auml;ftigungspolitik m&uuml;sste zentraler Bestandteil der neuen Regierungspolitik sein.<\/a> Das tut mir ausgesprochen leid. Ich hatte jedoch den Hinweis auf die Verursacher der Erwerbsarmut vermisst. Offensichtlich habe ich zu kritisch reagiert. Das hat damit zu tun, dass es mir dringend notwendig erscheint, den &ouml;ffentlichen Druck f&uuml;r eine aktive Besch&auml;ftigungs- und Lohnpolitik gerade angesichts der Koalitionsverhandlungen zu erh&ouml;hen. &ndash; Es folgen eine Mail von Markus Kr&uuml;semann und eine Leser-Mail. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Markus Kr&uuml;semanns Mail<\/strong> an Heiner Flassbeck und Albrecht M&uuml;ller:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;wie schade, dass Sie meine Gedanken zur Erwerbsarmut in den falschen Hals bekommen haben. Das zumindest ist mein Eindruck, denn Ihre Kritik kann ich nicht nachvollziehen, wie ich auch Ihre Unterstellung nicht verstehen kann, ich sei in die TINA-Falle getappt.<\/p>\n<p>&bdquo;Heute k&ouml;nnen sp&auml;tkapitalistische L&auml;nder wie Deutschland nicht mal mehr die blo&szlig;e Existenzsicherung durch Arbeit garantieren&ldquo;, hatte ich geschrieben. Das hat Ihnen anscheinend &uuml;berhaupt nicht gefallen. Das wiederum verstehe ich nicht. Wieso handelt es sich hier, wie Sie sagen, nicht um eine objektive Gegebenheit, oder, mit anderen Worten, um keine empirisch nachweisbare Tatsache? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie den Begriff &lsquo;objektive Gegebenheit&rsquo; als Ausdruck f&uuml;r ein quasi naturgesetzliches Faktum verwenden. Ich tue das jedenfalls nicht. Gleichfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass Sie davon ausgehen, objektiv Gegebenes sei gleichbedeutend mit nicht ver&auml;nderbar. Ich tue das jedenfalls nicht (wie ich auch die Ausweitung des Niedriglohnsektors nicht als &bdquo;zwangsl&auml;ufig&ldquo; ansehe, lieber Albrecht M&uuml;ller, hatte ich doch von einem &bdquo;politisch aufgebl&auml;hten Niedriglohnsektor&ldquo; gesprochen, insofern f&auml;llt da mal nichts vom Himmel).<\/p>\n<p>Wenn du nicht einmal im Artikel den Teufel anprangerst, dann liegst du mit ihm im gleichen Bett? Ich wollte keine derartige Messe lesen, und dass der Artikel insgesamt weitgehend deskriptiv ist, macht ihn doch nicht automatisch zu einer Lobpreisung dessen, was ist. Ich fand es unter dem Leitmotiv &bdquo;die schlechte Jobqualit&auml;t als treibende Kraft in den Blick zu nehmen&ldquo; eher unpassend, die LeserInnen zum wiederholten Male mit der Nase auf die Verursacher f&uuml;r die gegenw&auml;rtige Lage zu sto&szlig;en. Denn nat&uuml;rlich gibt es f&uuml;r diese &bdquo;Tatsachen&ldquo; Ursachen und T&auml;ter. An vielen anderen Stellen (z.B. <a href=\"https:\/\/www.miese-jobs.de\/chroniken\/07-07-17\/\">hier<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1679\">hier<\/a>) habe ich l&auml;ngst Ross und Reiter genannt. Sie hier mal nicht zu nennen, macht mich in Ihren Augen anscheinend zu einem Apologeten des Bestehenden. Sie hier mal nicht zu nennen, das sollte den LeserInnen Raum geben, sich ihre eigenen Gedanken zu machen. Das zumindest hat bei Ihnen ja geklappt, auch wenn mich Ihre Konklusionen wundern.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Zwei Lesermails zu den beiden Beitr&auml;gen von gestern:<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>vielleicht ein klein wenig polemischer. Sie schreiben:<\/p><p>&mdash; Wenn die sich in Berlin formierende Koalition wollte und bei Sinnen w&auml;re, &hellip; &mdash;<\/p><p>Das Problem ist, dass die Damen und Herren sehr wohl &ldquo;bei Sinnen&rdquo; sind.<\/p><p>Es sind keine Schwachsinnigen oder leiden an einer sonstwie gearteten Krankheit. Nein, diese Menschen handeln in vollem Bewu&szlig;tsein. Hier hilft auch nicht, die in Deutschland sehr beliebte, Ausrede &ldquo;Trunkenheit&rdquo;.<\/p><p>Diese Menschen fahren diese Gesellschaft in vollem Bewu&szlig;tsein gegen die Wand. In vollem Bewu&szlig;tsein! Genau das, ist das Ersch&uuml;tternde an diesem Handeln. Es gibt keinerlei mildernde Umst&auml;nde.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJan Skalla<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Zu &bdquo;In Lohn ohne Brot&ldquo;:<\/strong><\/p><p>Ein ja durchaus lesenswerter Text, der die Auswirkungen eines Teilaspektes inhumaner Gesetze in der Bundesrepublik trefflich beschreibt. Es gibt im SGB so unglaublich viele Facetten eines Unrechtsystems, die weit in faschistische Ideologien reichen; da w&auml;ren die illegalen Zwangsmassnahmen zu nennen, oder vors&auml;tzlich falsche Beratung durch Beh&ouml;rdenmitarbeiter oder Informationsverweigerung. Ich kann Ihnen als mit 57 Jahren chronisch erkrankter ein Lied davon singen, wie erniedrigend nach 42 Jahren Berufst&auml;tigkeit die Tatsache ist, dass die soziale H&auml;ngematte solch grosse Maschen hat, dass man bequem durchschl&uuml;pft und ziemlich hart auf dem Boden asozialer Realit&auml;t aufschl&auml;gt.<\/p><p>Es w&auml;re allerdings f&ouml;rderlich, wenn nicht nur die Anamnese erkl&auml;rt w&uuml;rde, sondern dann auch die menschenrechtlich unzul&auml;ssigen Verfahren oder Anwendungen, die grundgesetzwidrig sind.<\/p><p>Im dritten Schritt w&uuml;rden etliche zehntausend Entrechtete davon profitieren, wenn die&nbsp;Handlungsanweisungen zu Verf&uuml;gung gestellt w&uuml;rden, sich gegen Unrecht, Ausbeutung und Zwangsrekrutierung zu wehren.&nbsp; So ganz trauen sich die Apologeten des Hungersektors noch nicht, die Unterst&uuml;tzung den Bed&uuml;rftigen vollends zu entziehen.&nbsp;<\/p><p>Es w&auml;re t&ouml;richt, anzunehmen, dieses verrottete System kann man mit Aufkl&auml;rung und Gesetzesinitiativen bek&auml;mpfen. Daf&uuml;r funktioniert die Obrigkeitsh&ouml;rigkeit und das Beamtentum zu reibungslos, ziviler Ungehorsam ist nun einmal die deutsche Sache nicht. Da muss jeder f&uuml;r sich alleine k&auml;mpfen. Und&nbsp;das geht nur, indem man den Apparat mit den eigenen Waffen schl&auml;gt, dem B&uuml;rokratismus und dem Formularwahn. &hellip;<\/p><p>Wie w&auml;re es denn, wenn alle Erwerbslosen &hellip; sich auf s&auml;mtliche auf dem Server des Arbeitsamtes befindlichen Jobangebote mittels Serienbrief online bewerben (die NSA wird sich freuen)? Oder jeder einen Beistand zu Gespr&auml;chen bei Agenturen oder Bewerbungen mitbringt, wie es Konzernleiter selbstverst&auml;ndlich auch machen via Fachanwalt. Oder sich die Unterlagen aush&auml;ndigen lassen zur Pr&uuml;fung bei juristisch versierten Personen? Sich AU schreiben lassen aufgrund der entw&uuml;rdigenden und psychisch zerst&ouml;renden Umst&auml;nde?<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e aus dem Gro&szlig;raum Bremen,<br>\nG&uuml;nter Radys&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Autor des Beitrags <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40686\">In Lohn ohne Brot &#8210; Wenn Arbeit nicht vor Armut sch&uuml;tzt<\/a> Markus Kr&uuml;semann f&uuml;hlt sich zu Unrecht kritisiert durch den Artikel: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40718\">Der Niedriglohnsektor ist nicht vom Himmel gefallen. Aktive Besch&auml;ftigungspolitik m&uuml;sste zentraler Bestandteil der neuen Regierungspolitik sein.<\/a> Das tut mir ausgesprochen leid. 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