{"id":4075,"date":"2009-07-20T09:42:29","date_gmt":"2009-07-20T07:42:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4075"},"modified":"2009-07-20T09:42:29","modified_gmt":"2009-07-20T07:42:29","slug":"hinweise-des-tages-935","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4075","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL\/AM)<\/p><p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4075#h01\">Carstensen gesteht unwahre Angaben &uuml;ber Boni<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h02\">Ex-Minister Marnette warnt vor neuem Milliardenloch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h03\">US-Demokraten planen Reichensteuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h04\">Deutschen St&auml;dten droht der Einnahmekollaps<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h05\">Steinbr&uuml;ck: Keine Moral &ndash; Schaden f&uuml;r alle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h06\">Nouriel Roubini: Die Krux mit der Arbeitslosigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h07\">Inwieweit kann sich die Entwicklung des Arbeitsmarktes von der Entwicklung des Wirtschaftswachstums abkoppeln?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h08\">FR-Serie: So sprachen sie vor der Krise &ndash; Ulrich Blum, Pr&auml;sident des Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung Halle: Mit berittener Polizei hinterm Rennwagen her<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h09\">Bundesbank: Alleing&auml;nge eines Pr&auml;sidenten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h10\">Ahnungslose &Ouml;konomen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h11\">Deutsche finden die Bundesrepublik ungerecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h12\">Wendelin Wiedeking: Leistung und L&uuml;ge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h13\">Die Privatrente ist ein gescheitertes Experiment<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h14\">Hilflose Patienten: Frisch operiert, nach Hause abgeschoben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h15\">Gesundheitswirtschaft: Die Unberechenbaren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h16\">Madeleine Schickedanz: &bdquo;Wir leben von 600 Euro im Monat&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h17\">Bis die Achse bricht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h18\">Hessen: Opposition will sich Minister vorkn&ouml;pfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h19\">Der Zigeuner geht um!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h20\">Der Axel-Springer-AG-Vorstandsvorsitzende Matthias D&ouml;pfner sitzt im Aufsichtsrat des von Bild und Welt hochgejubelten &ldquo;US-Investors&rdquo; RHJ<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h21\">Fair Radio<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h22\">ad sinistram: In eigener Sache: Belagern uns Ich-AGs?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h23\">BAf&ouml;G-Ausgaben 2008 gestiegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h24\">Thomas Barth: Korruption in der Wissenschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h25\">R&uuml;ckblick: Helmut Schmidt contra Tietmeyer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h26\">Zu guter Letzt: Ariel und die Mathematik<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4075&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Carstensen gesteht unwahre Angaben &uuml;ber Boni<\/strong><br>\nDer Druck auf Schleswig-Holsteins Regierungschef Carstensen w&auml;chst: Erstmals hat der CDU-Politiker zugegeben, unwahre Angaben zu den umstrittenen Millionenzahlungen an den HSH-Chef gemacht zu haben. Der Ministerpr&auml;sident erw&auml;gt jetzt, im Landtag die Vertrauensfrage zu stellen. (&hellip;)\n<p>Stegner griff Carstensen scharf wegen der HSH-Boni an. &ldquo;Man wei&szlig; gar nicht, was man merkw&uuml;rdiger finden soll: dass jemand dem Parlament die Unwahrheit sagt, oder aber dass er behauptet hat, dass er den Brief nicht richtig gelesen hat, der etwas mehr als eine Seite lang war&rdquo;, sagte Stegner der &ldquo;Berliner Morgenpost&ldquo;. &ldquo;Jemand, der die Koalition gesprengt und das Parlament belogen hat, sollte nicht daran denken, den Landtag aufzul&ouml;sen, sondern der sollte eher zur&uuml;cktreten&rdquo;, polterte der Chef des Landes-SPD.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-636990,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Die &uuml;bliche Asymmetrie auch hier. Der SPD Chef &bdquo;poltert&ldquo;. Das ist die zu besorgende Imagepr&auml;gung. Man stelle sich vor, Stegner h&auml;tte gelogen wie Carstensen. Er w&auml;re wie Andrea Ypsilanti oder Beck in der Luft zerrissen worden von diesen formidablen Medien.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ex-Minister Marnette warnt vor neuem Milliardenloch<\/strong><br>\n&ldquo;Carstensen hat versagt&rdquo;: Der ehemalige Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, Werner Marnette, greift Ministerpr&auml;sident Carstensen scharf an: Aus Wahltaktik verschweige der den B&uuml;rgern die dramatische Lage der HSH Nordbank &ndash; schon bald m&uuml;sse der Staat neue Milliarden in die Bank pumpen.\n<p>Der Regierungschef h&auml;tte Nonnenmacher klar machen m&uuml;ssen, dass nach der Rettung der Bank durch Steuergelder keine Millionengeh&auml;lter mehr gezahlt w&uuml;rden. Die Zahlung an Nonnenmacher sei &ldquo;unverantwortlich&rdquo;. &ldquo;Damit h&auml;tte auch das Kabinett befasst werden m&uuml;ssen&rdquo;, kritisierte Marnette. W&auml;re dies geschehen, k&ouml;nnten SPD und CDU sich jetzt nicht gegenseitig die Schuld zuweisen. &ldquo;Da hat Carstensen versagt&rdquo;, kritisierte Marnette.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,636741,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>US-Demokraten planen Reichensteuer<\/strong><br>\nDie US-Demokraten im Repr&auml;sentantenhaus planen zur Finanzierung der von Pr&auml;sident Barack Obama angestrebten Gesundheitsreform die Einf&uuml;hrung einer Reichensteuer. Wer mehr als eine Million Dollar im Jahr verdient, soll nach einem am Dienstag vorgelegten Vorschlag 5,4 Prozent zus&auml;tzlich an Abgaben entrichten, wie ein Kongressmitarbeiter sagte. \n<p>Der Steuersatz f&uuml;r Spitzenverdiener w&uuml;rde damit in den USA auf 45 Prozent klettern. Auch andere Gutverdiener wollen die Demokraten st&auml;rker zur Kasse bitten: Ein Prozent mehr Steuern sollen Paare mit einem Jahreseinkommen von mehr als 350.000 Dollar zahlen, ein Plus von 1,5 Prozent komme auf diejenigen zu, die mehr als eine halbe Million Dollar j&auml;hrlich verdienen. Eine weitere Anhebung wurde nicht ausgeschlossen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/0,2828,636202-6,00.html\">manger-magazin Krisenticker 15.07.09, 6.00Uhr<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sozialistische Republik Amerika?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutschen St&auml;dten droht der Einnahmekollaps<\/strong><br>\nDie Einnahmen der gro&szlig;en St&auml;dte aus der Gewerbesteuer werden in diesem Jahr um bis zu 40 Prozent sinken. Das ergab eine Umfrage der Zeitung &ldquo;Welt am Sonntag&rdquo; unter 20 der gr&ouml;&szlig;ten St&auml;dte Deutschlands.\n<p>Die Gewerbesteuer ist traditionell die Haupteinnahmequelle von St&auml;dten und Gemeinden. Aber auch andere Einnahmen wie der kommunale Anteil an der Einkommensteuer gehen dem Bericht zufolge in oft zweistelliger Millionenh&ouml;he zur&uuml;ck. Die Kommunen m&uuml;ssen im kommenden Jahr mit weiteren Einbu&szlig;en rechnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,636921,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Damit werden die Kommunen entweder zu die Rezession beschleunigenden Investitionsk&uuml;rzungen gezwungen, also etwa bei der Sanierung von Schulen und Stra&szlig;en, oder die sozialen oder kulturellen Aufgaben m&uuml;ssen drastisch eingeschr&auml;nkt werden.<\/em><\/p>\n<p>Um die Einnahmen bei der Gewerbesteuer zu verstetigen, w&auml;re es n&ouml;tig gewesen, sie als &bdquo;Kommunale Betriebssteuer&ldquo; umzugestalten, die Gewerbebetriebe wie Freiberufler einbezieht und die gesamte Wertsch&ouml;pfung vor Ort zur Bemessungsgrundlage zu machen.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Steinbr&uuml;ck: Keine Moral &ndash; Schaden f&uuml;r alle<\/strong><br>\nAuch in Deutschland mehren sich die Nachrichten, dass es mit Sitte und Moral im Wirtschaftsleben nach wie vor nicht weit her ist. Ich finde es unglaublich, dass etwa der Chef der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, Bonus- und Altersvorsorgezahlungen von 2,9 Millionen Euro erhalten soll, obwohl es sein Institut ohne staatliche Hilfen in Milliardenh&ouml;he gar nicht mehr g&auml;be. Ein weiteres Beispiel ist Georg Funke, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der HRE.\n<p>Angesichts solcher Entgleisungen stelle ich mir schon die Frage, ob wir es nicht auch in Deutschland mit der Deregulierung zu weit getrieben haben. Selbstkritisch gebe ich zu, dass auch meine Partei jahrelang im Deregulierungszug sa&szlig;, wenn auch nie in der Lokomotive. Wir mussten dazulernen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/553\/481029\/text\/\">SZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Einsicht ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Nur wo bleiben jetzt die konkreten Schritte, die von Steinbr&uuml;ck vorangetriebene Deregulierung auch bei uns im Lande r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen? Noch sitzt er doch in der Regierung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Nouriel Roubini: Die Krux mit der Arbeitslosigkeit<\/strong><br>\nAus aktuellen Daten geht hervor, dass sich die Lage auf den Arbeitsm&auml;rkten der Vereinigten Staaten und anderer Industriel&auml;nder verschlechtert. In den USA wird die gegenw&auml;rtig bei 9,5 Prozent liegende Arbeitslosenrate bis zum Herbst wohl auf &uuml;ber zehn Prozent ansteigen. Irgendwann im Jahr 2010 sollte der H&ouml;hepunkt mit einer Arbeitslosenrate von elf Prozent erreicht sein und dann lange Zeit bei &uuml;ber zehn Prozent bleiben. Auch die meisten anderen Industriel&auml;nder werden &auml;hnliche Spitzenwerte erreichen. Allerdings stellen diese Zahlen die Schw&auml;che des weltweiten Arbeitsmarkts sogar noch untertrieben dar. Ber&uuml;cksichtigt man beispielsweise in den USA auch Teilzeitbesch&auml;ftigte und Arbeitnehmer, die die Jobsuche aufgegeben haben, liegt die Arbeitslosenrate bereits bei 16,5 Prozent. In den meisten L&auml;ndern haben geld- und konjunkturpolitische Ma&szlig;nahmen wenig bewirkt, um die Jobverluste einzud&auml;mmen. Dadurch fiel auch das Gesamtarbeitseinkommen &ndash; das Produkt aus Arbeitspl&auml;tzen mal geleisteten Arbeitsstunden mal durchschnittlichen Stundenlohn &ndash; dramatisch. Um die Zahl der Entlassungen einzud&auml;mmen, bitten viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter auch, Lohn- und Stundenk&uuml;rzungen hinzunehmen. So ersuchte British Airways beispielsweise seine Mitarbeiter um einen einmonatigen Lohnverzicht. Die gesamten Auswirkungen der Rezession auf Arbeitseinkommen sowie Lohn- und Stundenk&uuml;rzungen sind also noch viel drastischer. Hohe Arbeitslosigkeit und sinkende Einkommen wirken sich in mehrfacher Hinsicht negativ auf Wirtschaft und Finanzm&auml;rkte aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Gastkommentar-Die-Krux-mit-der-Arbeitslosigkeit\/541244.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man k&ouml;nnte Nouriel Roubini als Kassandra vom Dienst abtun, nur dass leider seine bisherigen Prognosen nicht falsch lagen. Leider lassen neben seiner Analyse auch seine Ratschl&auml;ge kaum Raum f&uuml;r Hoffnung: &ldquo;Um eine noch langwierigere Rezession zu vermeiden, erscheinen also weitere Konjunkturprogramme notwendig, die sich die Regierungen allerdings kaum leisten k&ouml;nnen: Wof&uuml;r sie sich auch immer entscheiden, sie haben keine Chance, es richtig zu machen.&rdquo; Nun k&ouml;nnte man einwenden, da das deutsche Konjunkturprogramm so mickrig ausgefallen sei, best&uuml;nde hierzulande noch Spielraum &ndash; nur dass bis zur Wahl und wahrscheinlich etliche Zeit danach nichts mehr passieren wird. Und dann kann es zu sp&auml;t sein bzw. je l&auml;nger die die Rezession bzw. Stagnation auf tiefem Niveau anh&auml;lt, desto teurer wird jede Intervention.&nbsp;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Inwieweit kann sich die Entwicklung des Arbeitsmarktes von der Entwicklung des Wirtschaftswachstums abkoppeln?<\/strong><br>\nEin Zusammenhang zwischen G&uuml;termarkt und Arbeitsmarkt wird immer bestehen, daher ist eine v&ouml;llige Entkopplung nicht realistisch (&hellip;)<br>\nEs muss daher um Ma&szlig;nahmen zur Verstetigung der Besch&auml;ftigung im Konjunkturverlauf und im langfristigen Trend gehen (&hellip;)\n<p>Alle Faktoren, die die Besch&auml;ftigung in den Unternehmen verstetigen, machen die Arbeitsm&auml;rkte unabh&auml;ngiger von den G&uuml;term&auml;rkten. Hierzu geh&ouml;ren Ma&szlig;nahmen, die Besch&auml;ftigung trotz schwankender G&uuml;ternachfrage im Unternehmen halten:<\/p>\n<ul>\n<li>innerbetriebliche Flexibilisierung: Kurzarbeit, Arbeitszeitkonten,<\/li>\n<li>hohe Qualifikationsniveaus.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dar&uuml;ber hinaus werden folgende wirtschaftspolitische Ma&szlig;nahmen vorgeschlagen:<\/p>\n<ul>\n<li>antizyklische Qualifikation: &ouml;ffentlich gef&ouml;rderte Weiterbildungsma&szlig;nahmen, d.h. Nutzung der Zeiten geringer Kapazit&auml;tsauslastung, um die Besch&auml;ftigungsf&auml;higkeit zu erhalten und zu erh&ouml;hen,\n<\/li>\n<li>ein Arbeitsmarkt-Sonderprogramm, das abschlussbezogene Qualifizierung unterst&uuml;tzt,<\/li>\n<li>&ouml;ffentlich gef&ouml;rderte Re-Qualifizierung,<\/li>\n<li>bildungspolitische Untermauerung der Erh&ouml;hung des Rentenalters,<\/li>\n<li>F&ouml;rderung des &uuml;berbetrieblichen Personaltauschs,<\/li>\n<li>Erleichterung der Umverteilung von Arbeit,<\/li>\n<li>Institutionalisierung l&auml;ngerfristiger Freistellungsanspr&uuml;che mit Arbeitsplatzgarantie.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die vorgetragene Argumentation legt die Schlussfolgerung nahe, dass &ndash; will man eine &bdquo;Verstetigung der Besch&auml;ftigung&ldquo; erreichen &ndash; ein Szenario von geringem K&uuml;ndigungsschutz<br>\nund daraus folgend niedrigen Einstellungsbarrieren insbesondere vor dem Hintergrund von Humankapital&uuml;berlegungen obsolet ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftsdienst.eu\/diskussion\/forum.php?aid=2186&amp;PHPSESSID=5bafe7754c3ab9507716dd5706e9f78a\">Wirtschaftsdienst<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>FR-Serie: So sprachen sie vor der Krise &ndash; Ulrich Blum, Pr&auml;sident des Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung Halle: Mit berittener Polizei hinterm Rennwagen her<\/strong><br>\nAuch heute spreche ich mich weiter f&uuml;r Deregulierung aus, weil man dem Staat in wirtschaftlichen Dingen h&auml;ufig nun wirklich nicht &uuml;ber den Weg trauen kann. Die Kalamit&auml;ten der Landesbanken oder der BaFin lassen gr&uuml;&szlig;en, aber auch die gegenw&auml;rtigen Rettungsversuche zugunsten von Unternehmen, die bereits vor dem vollen Durchbruch der Finanzkrise in Schwierigkeiten waren. Immer habe ich mich daf&uuml;r eingesetzt, parallel zur Deregulierung den Ordnungsrahmen zu st&auml;rken. Es ist geradezu abenteuerlich zu glauben, mit neuen Regulierungen k&ouml;nne man verhindern, dass Katastrophen wie die aktuelle wieder passieren. Das gleicht dem Versuch, mit der berittenen Polizei einem Rennwagen hinterherzujagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/leserbriefe_aus_der_zeitung\/1837246_Mit-berittener-Polizei-hinterm-Rennwagen-her.html\">FR<\/a>\n<p>\t<em><strong>Anmerkung unseres Lesers P.S.:<\/strong> Professor Blum beschwert sich hier, dass er quasi als unverbesserlich angesehen wird. Doch dann kommt der f&uuml;r einen Wissenschaftler bemerkenswerte Satz &ldquo;Auch heute spreche ich mich weiter f&uuml;r Deregulierung aus, weil man dem Staat in wirtschaftlichen Dingen h&auml;ufig nun wirklich nicht &uuml;ber den Weg trauen kann&rdquo; und er begr&uuml;ndet das mit dem Versagen der BaFin und der Landesbanken. Dabei haben ideologisch verblendete Politiker auf Gehei&szlig; ihrer Einfl&uuml;sterer diese Banken doch erst aus ihren traditionellen Rollen in das riskante Gesch&auml;ft und auf Renditejagd gedr&auml;ngt, und dass die BaFin zu schwach ist und ihre Aufgaben nicht erf&uuml;llen kann, zeigt doch gerade, dass eine funktionierende Finanzmarktaufsicht dringend geboten w&auml;re.<\/em><\/p>\n<p>Kein Wort zu Interessenlagen, kein Wort zu der gescheiterten Angebotstheorie und den sogenannten &ldquo;freien&rdquo; M&auml;rkten.<\/p>\n<p>Darf man im &uuml;brigen Herrn Professor Blum nicht die Frage stellen: Kann man denn den Privaten trauen?<\/p>\n<p>F&uuml;r mich ist der Beitrag von Prof. Blum&nbsp;ein &auml;u&szlig;erst bedauerliches Beispiel, wie man sich selbst demontiert, und es ist ein Beweis daf&uuml;r, dass Leute, die eine Verantwortung f&uuml;r&nbsp;die Krise tragen, nicht zur L&ouml;sung derselben geeignet sind.<\/p>\n<p><em>Siehe zu Professor Blum auch:<\/em> <a href=\"?p=2720\">Unbeantwortete Fragen an die Gegner des Mindestlohns<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Bundesbank: Alleing&auml;nge eines Pr&auml;sidenten<\/strong><br>\nOft sind es kleine Dinge, die das Fass zum &Uuml;berlaufen bringen. In der Bundesbank war es eine auf den ersten Blick eher unwichtige Personalie. Die Bundesbank teilte Anfang Juli knapp mit: Claus Tigges wird neuer Pr&auml;sident der Hauptverwaltung (HV) Berlin. Derzeit ist der 40-j&auml;hrige Tigges Korrespondent der &ldquo;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&rdquo; (FAZ) in Washington. Dass ein solcher Posten, ansonsten f&uuml;r &ldquo;verdiente Mitarbeiter&rdquo; reserviert, an einen &ldquo;Newcomer&rdquo; vergeben wird, schafft b&ouml;ses Blut. &ldquo;Das ist ein Tabu-Bruch &ndash; v&ouml;llig inakzeptabel&rdquo;, kritisieren Verantwortungstr&auml;ger in der Bundesbank. Angeblich hat sich auf die Stelle aber sonst niemand beworben. &ldquo;Wie auch?&rdquo; verlautet aus der Bundesbank. Die Stelle sei doch gar nicht ausgeschrieben gewesen. Bundesbankpr&auml;sident Axel Weber sei damit besch&auml;ftigt, Vasallen um sich zu scharen.\n<p>Kritiker sticheln, Weber sei bereits von einer zweiten Karriere beseelt. Er ziehe alle Register, um Jean-Claude Trichet als Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) zu beerben. Trichets Amtszeit l&auml;uft Ende Oktober 2011 aus. Deshalb schweige Weber lieber zu wichtigen Themen, die Merkel ver&auml;rgern k&ouml;nnten. Denn nur &uuml;ber sie kann sein Traum von der EZB-Spitze wahr werden. Viele sprechen von &ldquo;eklatanten Fehlurteilen&rdquo;, der Pr&auml;sident sei &ldquo;selbstherrlich&rdquo;, schlicht &ldquo;au&szlig;er Kontrolle&rdquo;, wollen sich aber nicht mit Namen zitieren lassen.<br>\nF&uuml;r viele ist Weber der am st&auml;rksten angepasste Pr&auml;sident, den die Bundesbank je hatte. Verglichen damit wird selbst der regierungsnahe Hans Tietmeyer als ausgesprochen kantig angesehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/handelsblatt-kommentar\/alleingaenge-eines-praesidenten;2434336\">Handelsblatt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Ahnungslose &Ouml;konomen<\/strong><br>\nDie BIZ hatte schon seit Jahren vor den Gefahren der &ldquo;Great Moderation&rdquo; gewarnt und darauf hingewiesen, dass sich kreditgetriebene Blasen an den M&auml;rkten f&uuml;r Aktien, Immobilien, Unternehmensanleihen und Rohstoffe gerade dann bilden, wenn alles hervorragend l&auml;uft, wenn also die Wachstumsraten relativ stabil und hoch, die Inflation niedrig und die Staatshaushalte im Gleichgewicht sind. Da alle Blasen irgendwann platzen, d&uuml;rfen sie nicht zu gro&szlig; werden. Je gr&ouml;&szlig;er sie sind, desto h&ouml;her sind die Folgekosten. Die Politik sollte fr&uuml;hzeitig etwas gegen &uuml;berhitzte M&auml;rkte tun &ndash; &ldquo;leaning against the wind&rdquo;.\n<p>Insgesamt ist das Finanzsystem um L&auml;ngen komplexer als irgend jemand vermutet hatte. Es ist auch viel zu gro&szlig;, gemessen am Anteil an den Besch&auml;ftigten, oder seinem Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt. Dass die nationalen Aufseher, Regulierer, Gesetzgeber und auch die Notenbanken total &uuml;berfordert waren, ist leider zu verstehen, dass es aber auf akademischer Seite nur ein unterentwickeltes Problembewusstsein gab, ist kaum verst&auml;ndlich.<\/p>\n<p>Die Krise hat deutlich gemacht, dass neue Ans&auml;tze her m&uuml;ssen, dass Makro und Mikro nicht getrennt voneinander gesehen werden d&uuml;rfen, dass Risiko nicht vor allem aus den Schwankungen der Marktkurse besteht, und dass die nationale Sicht nur einen beschr&auml;nkten Wert hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/07\/16\/ahnungslose-okonomen_909\">Zeit Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe zu diesem Lob der Bank f&uuml;r internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) aber auch Bank der Zentralbanken: <a href=\"?p=4028\">Alle sind schuld, alle sind Opfer, keiner konnte die Finanzkrise erahnen und niemand ist verantwortlich<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Deutsche finden die Bundesrepublik ungerecht<\/strong><br>\nDie deutliche Mehrheit der Deutschen empfindet das Leben in der Bundesrepublik als ungerecht. Das hat eine aktuelle Umfrage des N&uuml;rnberger Meinungsforschungsinstituts GfK im Auftrag der &bdquo;Welt am Sonntag&ldquo; ergeben. Die Forscher fragten eine repr&auml;sentative Gruppe von mehr als 1000 Befragten die aktuelle Frage des Monats: &bdquo;Glauben Sie, dass es in Deutschland im Gro&szlig;en und Ganzen gerecht zugeht?&ldquo; Drei Viertel der Befragten (75,1 Prozent) beantworteten die Frage mit Nein, lediglich 24,9 Prozent sagten Ja. \n<p>Besonders deutlich fiel das Votum bei den ostdeutschen Teilnehmern der Umfrage aus. Dort gaben fast 83 Prozent der Befragten an, Deutschland f&uuml;r ungerecht zu halten. &bdquo;Es besteht offenbar ein leichter Zusammenhang zwischen dem Gerechtigkeitsempfinden und dem wirtschaftlichen Wohlstand der Region, in der die Befragten leben&ldquo;, sagte GfK-Experte Klaus Hilbinger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article4144197\/Deutsche-finden-die-Bundesrepublik-ungerecht.html\">Welt Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Drei Viertel finden, dass es in Deutschland ungerecht zugeht, und dennoch w&uuml;rden die H&auml;lfte aller Deutschen nach einer <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article4143494\/Mehrheit-der-Buerger-will-Ende-der-grossen-Koalition.html\">aktuellen Umfrage<\/a> die Union (36%) und die FDP (14%) w&auml;hlen. Parteien also, die nun gewisse nicht daf&uuml;r stehen, dass es unter ihrer Regierung gerechter zuginge. Dieser Widerspruch belegt die mangelnde politische Aufkl&auml;rung in Deutschland.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Leistung und L&uuml;ge<\/strong><br>\nNoch hat Wendelin Wiedeking seinen Job. Keinen guten vielleicht, aber einen lukrativen. In der &Ouml;ffentlichkeit gilt der Vorstandschef des Autoherstellers Porsche allerdings bereits als Mann von gestern. Als Trostpreis f&uuml;r den Zweitplazierten im Wettrennen um die Macht bei Europas gr&ouml;&szlig;tem Automobilkonzern, wird Wiedeking eine 100-Millionen-Euro-Abfindung in Aussicht gestellt. Nein, jetzt kommt nicht der Vergleich zwischen Wiedeking, dem Porsche-Arbeiter, einem Niedriglohnjobber in Cottbus und einer Hartz-IV-Empf&auml;ngerin aus Gelsenkirchen. Den hat jeder der bei Verstand ist ohnehin im Kopf, wenn das Thema Managergeh&auml;lter auf der Tagesordnung steht. Interessant ist eher, dass das Thema extrem h&auml;ufig auf die gesellschaftspolitische Agenda dr&auml;ngt. Und das ist kein Verdienst der Medien, sondern letztlich Folge der kollektiven Schlechtleistung solcher hochbezahlter Individuen wie Wiedeking, die gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise deutlich wird. Hundert Millionen Euro f&uuml;r einen Menschen, der das Unternehmen, an dessen Spitze er steht, an den Rand des Ruins gef&uuml;hrt hat, widersprechen jeglicher Logik von Leistung, Gegenleistung und pers&ouml;nlicher Verantwortung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/07-18\/061.php?print=1\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die Privatrente ist ein gescheitertes Experiment<\/strong><br>\nMit Rot-Gr&uuml;n 1998 kam die Rentenwende, sagt der ehemalige Arbeitsminister Norbert Bl&uuml;m. Er l&auml;sst auch kein gutes Haar an den j&uuml;ngsten Eingriffen ins Solidarsystem. Es gelte das Motto: &ldquo;Auf jeden Fall vertuschen.&rdquo; Die Riester-Rente, auf die Gerhard Schr&ouml;der so stolz ist, h&auml;lt er f&uuml;r einen S&uuml;ndenfall:\n<blockquote><p>Der S&uuml;ndenfall Riester-Rente: Die Riester-Rente senkt das Rentenniveau auch f&uuml;r jene, die gar keine Riester-Rente abschlie&szlig;en. Die Schw&auml;cheren zahlen die Rechnung f&uuml;r Leistungen, die St&auml;rkere erhalten. Das ist Solidarit&auml;t f&uuml;r Geisterfahrer. Eine solche Rentenformel gab es noch nie. Mit der Riester-Rente ist das Kunstst&uuml;ck gelungen, dass ein niedrigeres Gesamtrentenniveau (also staatliche plus Riester-Rente) schon 2021 entstanden sein wird und gleichzeitig h&ouml;here Gesamtbeitr&auml;ge (zur Rente plus Riester-Rente) notwendig werden. Also: &bdquo;Weniger f&uuml;r mehr Geld&ldquo; ist das originelle Reformergebnis &ndash; ein Unikat. Man glaubt es kaum. M&ouml;glich wurde dieser Trick, weil der Arbeitgeberanteil bei der Riester-Rente entf&auml;llt und die Arbeitnehmer alleine bezahlen. Au&szlig;erdem ist die Privatversicherung teurer und ihr Absicherungsumfang schmaler. Verlierer dieser Reform sind Rentner und Beitragszahler, also Alt und Jung. Es gibt nur zwei Gewinner: die Arbeitgeber und die Privatversicherung. (Eine &ldquo;Goldquelle&ldquo; nannte Maschmeyer, AWD, die Riester-Rente.)\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article4126810\/Die-Privatrente-ist-ein-gescheitertes-Experiment.html?print=yes#reqdrucken\">Welt<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Madig gemacht<\/strong><br>\nNorbert Bl&uuml;m im Interview mit dem Soester Anzeiger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/aktuell.soester-anzeiger.de\/frames\/PDFErstellen.aspx?pages=337515&amp;issue=8835\">Soester Anzeiger<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Hilflose Patienten: Frisch operiert, nach Hause abgeschoben<\/strong><br>\nFrisch operiert und schon zu Hause. Immer fr&uuml;her werden Patienten aus Kliniken und Krankenh&auml;usern entlassen &ndash; mit heftigen Nebenwirkungen. Denn vor allem &auml;ltere Patienten sind nach einem Eingriff oft viel zu schwach, um sich zu Hause allein zu versorgen. H&auml;usliche Hilfe w&auml;re dringend n&ouml;tig. Doch die gesetzlichen Krankenversicherungen scheint das wenig zu k&uuml;mmern. Wenn ein Patient um Unterst&uuml;tzung bittet, k&ouml;nnen sie einfach &ldquo;nein&rdquo; sagen. Denn sie m&uuml;ssen keine Hilfe bewilligen, der Gesetzgeber hat sie dazu nicht verpflichtet. &ldquo;Eine unglaubliche Versorgungsl&uuml;cke&rdquo;, kritisieren Experten. W&auml;hrend Kliniken, Krankenh&auml;user und die Krankenkassen fr&ouml;hlich sparen &ndash; zahlt der Patient die Rechnung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/media\/panorama276.html\">ARD-Panorama (Video)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Das ist gesetzlich legitimierte K&ouml;rperverletzung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Gesundheitswirtschaft: Die Unberechenbaren<\/strong><br>\nDie neuen Medikamente der Pharmakonzerne werden immer teurer und die Krankenkassen immer misstrauischer. Wo kommen die hohen Preise wirklich her?\n<p>Um hierzulande die Zulassung f&uuml;r ein neues Medikament zu erhalten, muss ein Pharmaunternehmen lediglich nachweisen, dass das Mittel wirkt. Daf&uuml;r, ob es besser oder gleich gut ist wie ein &auml;lteres Pr&auml;parat, interessiert sich die Zulassungsbeh&ouml;rde nicht. <\/p>\n<p>Mit der weltweit einzigartigen Freiheit der Pharmahersteller, den Preis f&uuml;r ein neu entwickeltes Medikament in Deutschland selbst festlegen zu k&ouml;nnen, geht es langsam zu Ende. Fast &uuml;berall sonst m&uuml;ssen sie bereits verhandeln &ndash; etwa mit einer Zulassungsbeh&ouml;rde. <\/p>\n<p>Versuche, die freie Preisbildung zu beschr&auml;nken, etwa durch so genannte Positivlisten scheiterten in Deutschland regelm&auml;&szlig;ig, meist begr&uuml;ndet mit den Forschungskosten der Hersteller. Dass die deutsche Politik oft stark auf die Industrie R&uuml;cksicht nehme, versteht etwa der Heidelberger Pharmakologe Ulrich Schwabe nicht: &ldquo;Viele der deutschen Firmen sind doch l&auml;ngst durch internationale Konzerne aufgekauft worden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/gesundheitswirtschaft\/:Gesundheitswirtschaft-Die-Unberechenbaren\/541326.html?mode=print\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Madeleine Schickedanz: &bdquo;Wir leben von 600 Euro im Monat&ldquo;<\/strong>\n<p><em>&bdquo;Mein Karstadt\/Quelle-Aktienpaket war in der Spitze 3 Milliarden Euro wert. Heute sind es gerade noch 27 Millionen.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>&bdquo;Wir leben von 500 bis 600 Euro im Monat. Wir kaufen auch beim Discounter. Gem&uuml;se, Obst und Kr&auml;uter haben wir im Garten. Ich spare, wo ich kann. Wir reduzieren unsere pers&ouml;nlichen Ausgaben &ndash; von den Lebensmitteln bis zu Kosmetik und Kleidung&ldquo;<\/em>, sagt die Million&auml;rin mit Ferienh&auml;usern in Frankreich, Spanien und der Schweiz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2009\/07\/20\/quelle-erbin-madeleine-schickedanz\/jammert-ihren-milliarden-nach.html\">Bild.de<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Armut ist in der Oberschicht angekommen. Schickedanz lebt auf Basis der Grundsicherung. Schaeffler musste den Pelz ablegen und tr&auml;gt Windjacke. Merckle wirft sich vor den Zug.<\/em><\/p>\n<p>Interessant ist, die unterschiedliche Tonart von BILD und <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2009\/07\/19\/schickedanz\/wir-leben-von-600-euro-im-monat-teil-1.html\">BILD am Sonntag<\/a>. W&auml;hrend man nach dem Beitrag in der BamS sich geradezu aufgerufen sah, einen Spendenaufruf zu verfassen, malt BILD das Bild eines Jammerlappens.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Bis die Achse bricht<\/strong><br>\nNach ICE und Berliner S-Bahn geraten G&uuml;terwaggons ins Visier des Eisenbahnbundesamts. Technikexperte kritisiert gef&auml;hrliche Praktiken vieler Unternehmen. Ausl&ouml;ser f&uuml;r einen aktuellen Vorsto&szlig; des Eisenbahnbundesamtes (EBA) &ndash; der Aufsichtsbeh&ouml;rde f&uuml;r die Sicherheit des Schienenverkehrs &ndash; ist die Katastrophe Ende Juni im italienischen Viareggio. In dem Flammeninferno nach dem Bruch einer Radsatzwelle an einem Fl&uuml;ssiggas-Kesselwagen waren 22 Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche Geb&auml;ude zerst&ouml;rt worden. Das EBA hatte am Montag unter Verweis auf Viareggio und &auml;hnliche Ungl&uuml;cke infolge von Radsatzbr&uuml;chen ein Anh&ouml;rungsverfahren eingeleitet. Damit soll allen Eisenbahnunternehmen und Fahrzeughaltern Gelegenheit gegeben werden &raquo;darzustellen, wie sie im Rahmen ihrer gesetzlichen Betreiberverantwortung die Instandhaltung von Radsatzwellen gew&auml;hrleisten&laquo;. Die geh&auml;uften Ungl&uuml;cke der vergangenen Monate deuteten darauf hin, &raquo;dass die Instandhaltung von G&uuml;terwagen nicht in ausreichendem Ma&szlig;e erfolgt&laquo;, erkl&auml;rte EBA-Sprecherin Bettina Baader. So f&uuml;hrt das Amt eine Liste von sieben Radsatzwellenbr&uuml;chen in den letzten f&uuml;nf Jahren allein in Deutschland, &Ouml;sterreich und der Schweiz an. Entsprechende Ungl&uuml;cke h&auml;tten sich in Merzig. Gelsenkirchen,Thun, Aarau, Salzburg-Gingl, Brig und M&uuml;hlehorn ereignet.\n<p>Der Radtechnikexperte Vatroslav Grubisic sagte dem K&ouml;lner Stadt-Anzeiger (Freitagausgabe), die m&ouml;glicherweise bevorstehende Zwangsuntersuchung aller G&uuml;terwaggons &raquo;w&uuml;rde ein Desaster und wahnsinnig teuer&laquo;. Er nannte das Verfahren eine Folge der bisherigen Arbeitsweise im G&uuml;terverkehr. &raquo;Es wurde verheimlicht, was sich da abspielt.&laquo; Viele Waggons w&uuml;rden mit Belastungen fahren, die bei der Zulassung nicht vorgesehen waren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/07-18\/064.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Opposition will sich Minister vorkn&ouml;pfen<\/strong><br>\nUnheilbare &ldquo;paranoid-querulatorischen Entwicklung&rdquo;: Mit dieser fragw&uuml;rdigen Diagnose wurden in Hessen unliebsame Steuerfahnder aus dem Dienst gedr&auml;ngt. Jetzt will die Opposition nach SPIEGEL-Informationen mehrere Minister zu dem Fall vernehme<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-636918,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der ansonsten so flotte &ldquo;Spiegel&rdquo; wagt nicht, Stellung zu beziehen. Zwar wird die hessische Landes&auml;rztekammer zitiert, die diese Diagnosen als &ldquo;Gef&auml;lligkeitsbegutachtung&rdquo; einsch&auml;tzt, aber der entscheidenden&nbsp; Frage, wem diese Gef&auml;lligkeit erwiesen wurde, verweigert sich der Spiegel. Da war die Frankfurter Rundschau schon weiter. <\/em><\/p>\n<p><em>Siehe:<\/em> <a href=\"?p=4070#h16\">NDS vom 16. Juli, Punkt 16<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Der Zigeuner geht um!<\/strong><br>\nNun, viele Jahre sind vergangen, seitdem Sinti und Roma in den Konzentrationslagern dieses Landes j&auml;mmerlich krepierten, darf die Maske der Zur&uuml;ckhaltung abgelegt werden. Es darf gehetzt, es darf der St&uuml;rmer herangezogen, es darf bis ins Blut aufgestachelt werden. Wenn auch der Inhalt des Schmierenst&uuml;cks mehr als l&auml;cherlich ist, seine Wirkung verfehlt es nicht. Zigeuner, so steht da dick und fett zwischen den Worten, sind allesamt Bettler. Was da an Kommentaren zu lesen ist, ist die zur Schrift gewordene Niedertracht des Stra&szlig;enmobs.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2009\/07\/der-zigeuner-geht-um.html\">Ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Der Axel-Springer-AG-Vorstandsvorsitzende Matthias D&ouml;pfner sitzt im Aufsichtsrat des von Bild und Welt hochgejubelten &ldquo;US-Investors&rdquo; RHJ<\/strong><br>\nSpringer-Chef Matthias D&ouml;pfner zeigt gerade, wie man sich in Zeiten einer Zeitungskrise diversifiziert. Nach Informationen des Tagesspiegel ist er n&auml;mlich auch Aufsichtsratsmitglied der Firma RJH (&ldquo;Ripplewood&rdquo;). &Uuml;ber die ist wenig bekannt &ndash; au&szlig;er, dass sie in der letzten Woche h&auml;ufig als angeblich vielversprechender Investor f&uuml;r Opel genannt wurde. Und zwar vor allem in Bl&auml;ttern des Axel-Springer-Verlages.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/142197\">Telepolis<\/a>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Freunde f&uuml;r Opel<\/strong><br>\nIm Kampf um &Uuml;bernahme des Opel-Mutterkonzerns GM sieht &ldquo;Bild&rdquo; den Finanzinvestor RHJ vor Konkurrent Magna. Dass Springer-Chef Mathias D&ouml;pfner im RHJ-Aufsichtsrat sitzt, schreibt die Zeitung nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/medien-news\/Springer-Mathias-Doepfner-Opel-Leonhard-Fischer-RHJ;art15532,2850544?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Fair Radio<\/strong><br>\nWer das Radio einschaltet, glaubt Authentisches zu h&ouml;ren. Mitunter klafft jedoch eine L&uuml;cke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Oft wird etwas vorgegaukelt! Die Fair Radio Initiative sammelt Beispiele: \n<p>Die Deutsche Bahn AG schickte &uuml;ber den Werbezeitenvermarkter RMS einen Brief mit genauen Angaben an die Sender, wie denn eine positive Bahn-Berichterstattung auszusehen habe, wenn man das Angebot des Vermarkters f&uuml;r die Schaltung von Werbung im Radio annehme. Wie &bdquo;unsere Mitk&auml;mpfer&ldquo; blogmedien.de auflisten, folgte zum Beispiel der Kommerzradiosender Radio Hamburg mit Freude. Ein Moderator schilderte eine Fahrt mit dem Autozug nach Bozen und bedankte sich dann f&uuml;r den tollen Bahn-Service.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mmm.verdi.de\/archiv\/2009\/06-07\/rundfunk\/fair_radio\">ver.di<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>ad sinistram: In eigener Sache: Belagern uns Ich-AGs?<\/strong><br>\nIch kann nur f&uuml;r mich sprechen, bin aber relativ sicher, dass von mir gesch&auml;tzte Kollegen, die ihre Energien ebenso aufwenden, sich des Wahnsinns unserer Zeit schreibend entgegenzustellen, &auml;hnliche Erfahrungen in den letzten Wochen gemacht haben. Seit geraumer Zeit kommentieren hier Leute, die im aggressiven Tone am Inhalt meines Schreibens Ansto&szlig; nehmen.\n<p>Doch was sich aber seit Tagen und Wochen hier immer wieder ergie&szlig;t, ist ein aggressiver Ton der Beschwichtigung, der alle Inhalte, all meine Emp&ouml;rung &uuml;ber Mi&szlig;st&auml;nde, meine ehrliche Entr&uuml;stung am real Gegebenen, zu einer &Uuml;bertreibung herabmindern will. Weder w&uuml;rden Arbeitslose so leiden, noch w&uuml;rde die Bundeswehr unehrenhaft handeln und auch der Roma w&uuml;rde weniger angstvoll leben m&uuml;ssen, wie man das gemeinhin wahrnimmt, wie ich das gemeinhin wahrnehme. Besonders infam unterstellt man mir &ldquo;Hetze von der anderen Seite&rdquo;, weil ich eigentlich lebenswerte Zust&auml;nde in Grund und Boden schr&uuml;be, wenngleich nat&uuml;rlich wenig talentiert und stilistisch zum Haareraufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2009\/07\/in-eigener-sache-belagern-uns-ich-ags.html\">ad sinistram<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch: <\/em><\/p>\n<p><strong>Leserbrief f&uuml;r die Atomlobby<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2009\/07\/leserbriefe-fur-die-atomlobby\/\">LobbyControl<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Auch die NachDenkSeiten bekommen nat&uuml;rlich Mails, deren Inhalte den Verdacht interessengeleiteter Beeinflussung erwecken. Bei uns h&auml;lt sich das aber in Grenzen. Das liegt nat&uuml;rlich auch daran, dass wir kein Forum haben. Und wir haben deshalb kein Forum, weil wir schlicht nicht die Arbeitskapazit&auml;t haben, die hunderte von Eing&auml;ngen zu moderieren. Wir m&uuml;ssten jedoch moderieren, schon allein um nicht gegen die Netiquette zu versto&szlig;en. Uns wird ein anderes Ph&auml;nomen zur&uuml;ckgemeldet, n&auml;mlich dass Leserbriefe, die auf Beitr&auml;ge oder Argumente der NachDenkSeiten Bezug nehmen &ndash; manchmal sogar mit dieser Begr&uuml;ndung &ndash; von den Moderatoren der Foren etwa der Rundfunkanstalten oder von Zeitungen blockiert werden (&hellip;)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>BAf&ouml;G-Ausgaben 2008 gestiegen<\/strong><br>\nIm Jahr 2008 erhielten 822.000 Personen in Deutschland Leistungen nach dem Bundesausbildungsf&ouml;rderungssetzt (BAf&ouml;G). Das waren 16.000 &ndash; und damit zwei Prozent &ndash; mehr als im Vorjahr. Die Ausgaben f&uuml;r das BAf&ouml;G sind um sechs Prozent gestiegen. &bdquo;Die Ergebnisse sprechen f&uuml;r sich&ldquo;, kommentierte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) die Zahlen des Statistischen Bundesamts. Die Zahl der BAf&ouml;G-Empf&auml;ngerInnen sei wieder im Aufwind und werde noch weiter steigen, freute sich die Ministerin.\n<p>Unterschiede zeigen sich zwischen der F&ouml;rderung von Sch&uuml;lerInnen und Studierenden. W&auml;hrend die Zahl der Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler, die BAf&ouml;G erhielten, gleich blieb, bekamen mehr Studierende die Bildungsf&ouml;rderung (+3%). Etwas &uuml;ber die H&auml;lfte der BAf&ouml;G-Empf&auml;ngerInnen erhielt den maximalen F&ouml;rderbetrag (52%), 48 Prozent eine Teilf&ouml;rderung. Die Zahl der Vollgef&ouml;rderten ist um zehn Prozent gestiegen, die der Teilgef&ouml;rderten um sechs Prozent gesunken. Die Steigerung der BAf&ouml;G-Gef&ouml;rderten ist vor allem auf das 22. BAf&ouml;G-&Auml;nderungsgesetz vom 1. August 2008 zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, das h&ouml;here Freibetr&auml;ge und Bedarfss&auml;tze vorsieht.<\/p>\n<p>Kai Gehring, hochschulpolitischer Sprecher der Gr&uuml;nen im Bundestag, kritisierte, das Eigenlob der Bundesbildungsministerin: <em>&bdquo;Schavan verkauft ein laues L&uuml;ftchen als Aufwind&ldquo;<\/em>. In ihrem &bdquo;unverbesserlichen Irrglauben an &sbquo;Privat vor Staat&rsquo;&ldquo; wandele Schwarz-Gelb weiterhin auf dem &bdquo;Studiengeb&uuml;hren- und Studienkredit-Irrweg&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zwd.info\/index.php?cat=5&amp;group_id=102100001&amp;id=8626&amp;content_id=74\">Zweiwochendienst<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Thomas Barth: Korruption in der Wissenschaft<\/strong><br>\nManche sehen eine Korruption der Wissenschaft auch schon dann gegeben, wenn Forschung nicht zur reinen Erkenntnis oder zum Nutzen des Allgemeinwohls betrieben wird, sondern sich in den Dienst von Machtinteressen stellt &ndash; und seien es auch die der eigenen Regierung oder der Europ&auml;ischen Union. Vor allem letzteres wird dem drittmittelfinanzierten Sonderforschungsbereich (SFB) 700 &ldquo;Governance in R&auml;umen begrenzter Staatlichkeit: Neue Formen des Regierens&rdquo; vorgeworfen. Argwohn erregt dabei z.B., wie diese &ldquo;embedded science&rdquo; den (vom Westen erkl&auml;rten) &ldquo;failed states&rdquo; ihre staatliche Souver&auml;nit&auml;t aberkennt.\n<p>Der SFB-Kritiker Peer Heinelt betrachtet in seinem Aufsatz &ldquo;Herrschaftswissen. SFB 700: Ein Institut an der FU Berlin liefert Informationen und Strategiekonzepte f&uuml;r bundesdeutsche Gro&szlig;machtpolitik&rdquo; besonders argw&ouml;hnisch den Ansatz von Juniorprofessor Sven Chojnacki, einem der Projektleiter des SFB 700. Der Politologe Chojnacki arbeite an einem &ldquo;Datenbankprojekt&rdquo;, das Informationen zu &ldquo;Akteurskonstellationen, Strukturbedingungen und Gewaltdynamiken inner- und substaatlicher Kriege nach 1990&rdquo; bereitstellen solle. Sein erkl&auml;rtes Ziel sei dabei die &ldquo;pr&auml;zise Erfassung von gewaltsamen Konflikthandlungen auf Ereignisbasis&rdquo; und die Kartierung &ldquo;lokaler, regionaler oder transnationaler Konfliktformationen&rdquo;. Damit sei m&ouml;glich, einen &ldquo;systematischen Einblick&rdquo; in &ldquo;Eskalations- und Deeskalationsdynamiken&rdquo; zu gewinnen. Neben Angaben zu den &ldquo;milit&auml;rischen und finanziellen M&ouml;glichkeiten der involvierten Akteure&rdquo; solle die Datenbank auch &ldquo;Informationen zu milit&auml;rischen Handlungen&rdquo; enthalten und &ldquo;H&auml;ufigkeiten und Charakteristika externer Steuerungsversuche (milit&auml;rische Intervention)&rdquo; ber&uuml;cksichtigen.<\/p>\n<p>Auf der Basis der Untersuchung der Modalit&auml;ten vergangener B&uuml;rger- und Interventionskriege w&uuml;rden also, so Kritiker Heinelt, Informationen &uuml;ber zuk&uuml;nftige Interventionsgebiete umfassend geb&uuml;ndelt und ausgewertet, wobei das Interesse vor allem rohstoffreichen L&auml;nder des S&uuml;dens gelte. <\/p>\n<p>Im Forschungsprojekt &ldquo;Theoretische Grundlagen&rdquo; des SFB 700 wird laut Peer Heinelt unter anderem der Frage nachgegangen, wie internationale Institutionen und NGOs (Non-Governmental-Organizations) eine so genannte &ldquo;Good Governance&rdquo; verdeckt steuern k&ouml;nnen und inwieweit externe Eingriffe und Aufbauhilfen notwendig w&auml;ren.<\/p>\n<p>Ob die ethische Seite solcher Forschungen wirklich ausreichend gekl&auml;rt ist, d&uuml;rfte zweifelhaft sein. Die Studien sind nicht so angelegt, dass sie Opfern von Ausbeutung und Unterdr&uuml;ckung Hilfe anbieten, sondern scheinen eher die Methoden kolonialistischer Herrschaft perfektionieren zu wollen.<\/p>\n<p>Sichtbar werden dabei auch neue Steuerungsmodelle, die Herrschenden auch hierzulande helfen k&ouml;nnten: Wie man mittels NGOs (Bertelsmann Stiftung) und internationalen Organisationen (EU, Lissabon-Vertrag) eine im Sinne der so steuernden Akteure &ldquo;gute Regierung&rdquo; praktiziert, k&ouml;nnen wir gerade erleben<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30714\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>R&uuml;ckblick: Helmut Schmidt contra Tietmeyer<\/strong><br>\nSehr geehrter Herr Tietmeyer, Sie haben sich auch fr&uuml;her schon bisweilen &ouml;konomisch und politisch geirrt. Irren ist menschlich; niemand, der keine Irrt&uuml;mer begangen h&auml;tte. Immerhin sollten drei Ihrer Irrt&uuml;mer Sie zur &Uuml;berpr&uuml;fung Ihrer Positionen anregen:\n<p><strong>Erstens:<\/strong> Sie haben 1982 das sogenannte Lambsdorff-Papier entworfen, das den Zweck hatte, &uuml;ber eine zugespitzte &ouml;konomische Kontroverse innerhalb der regierenden Koalition diese zu beenden und die CDU\/CSU an die Regierung zu bringen. Tats&auml;chlich ist seither die &ouml;ffentliche Gesamtverschuldung auf das Vierfache gestiegen, die Steuer- und Abgabenlast ist h&ouml;her als jemals, vor allem hat die Arbeitslosigkeit ein unerh&ouml;rtes Ma&szlig; erreicht &ndash; lediglich die Inflationsrate ist geringer als 1982, als sie infolge der beiden Opec-&Ouml;lpreisexplosionen vor&uuml;bergehend h&ouml;her war. M&uuml;&szlig;ten Sie nicht zugeben, da&szlig; Ihre und Lambsdorffs Erwartungen keineswegs eingetroffen sind?<\/p>\n<p><strong>Zweitens:<\/strong> Sie trugen im Fr&uuml;hjahr 1990 als pers&ouml;nlicher Berater des Kanzlers f&uuml;r Fragen der Wirtschafts- und W&auml;hrungsgemeinschaft mit der DDR hohe Mitverantwortung f&uuml;r schwere Fehler und utopische Versprechungen. M&uuml;&szlig;ten Sie nicht heute zugeben, da&szlig; die mehr als hundertprozentige Aufwertung der Mark Ost eine der Hauptursachen f&uuml;r den Zusammenbruch der alten DDR-Industrie war? Oder da&szlig; das Versprechen, keinerlei Steuererh&ouml;hungen w&uuml;rden n&ouml;tig werden, bodenloser Unfug war? Und ebenso die Verhei&szlig;ungen &ldquo;bl&uuml;hender Landschaften&rdquo; und westdeutscher L&ouml;hne im Osten binnen vier Jahren?<\/p>\n<p><strong>Drittens:<\/strong> Sie waren f&uuml;hrend beteiligt an den Zinserh&ouml;hungen der Bundesbank, die nach 1990 den Geldmengensto&szlig; wieder einfangen sollten. Sie waren beteiligt an der regelwidrigen Verweigerung einer dadurch notwendig gewordenen Anhebung der D-Mark-Wechselkurse innerhalb des Europ&auml;ischen W&auml;hrungssystems (EWS), an dessen totaler Verw&auml;sserung, indem die zul&auml;ssigen Bandbreiten f&uuml;r Wechselkursschwankungen auf das mehr als Sechsfache erweitert wurden. Damit waren Sie zugleich beteiligt daran, da&szlig; dem Maastrichter Kriterium &ldquo;Einhaltung der normalen Bandbreiten des EWS&rdquo;, gerade erst beschlossen, die Grundlage entzogen wurde. M&uuml;ssen Sie nicht heute zugeben, da&szlig; damit der Ecu de facto abgeschafft wurde, welcher an den Finanzm&auml;rkten der Welt gut eingef&uuml;hrt und f&uuml;r die W&auml;hrungsunion hervorragend geeignet war? Ein b&ouml;ser Fehler!<\/p>\n<p>Die Bundesbank, deren Direktorium Sie seit Anfang 1990 zugeh&ouml;ren, hat die Formulierung der Maastrichter Konvergenzkriterien stark beeinflu&szlig;t. Aber weder die Bundesbank noch das Finanzministerium hat jemals &ouml;ffentlich begr&uuml;ndet, warum die Gesamtschuld eines Teilnehmerstaates nicht h&ouml;her sein soll als sechzig Prozent seines laufenden Sozialproduktes. Wieso funktioniert denn aber bereits seit den fr&uuml;hen zwanziger Jahren die W&auml;hrungsunion zwischen Belgien und Luxemburg, und wieso ist der Wechselkurs des belgischen Franc relativ stabil gegen&uuml;ber der Welt, obschon Belgiens Gesamtverschuldung heute bei dem Doppelten und diejenige Luxemburgs bei nur einem Zehntel des Kriteriums liegt?<\/p>\n<p>Ebenso ist das andere schuldenrelevante Kriterium &ouml;konomisch nicht begr&uuml;ndet, nach dem die j&auml;hrliche Kreditaufnahme eines Teilnehmerstaates nicht h&ouml;her sein soll als drei Prozent seines Sozialproduktes. Wenn ein Staatsvolk viel spart, dann kann der Staat durchaus h&ouml;here Kredite aufnehmen, ohne damit die Finanzierung privatwirtschaftlicher Investitionen zu behindern; wenn aber ein Volk wenig oder gar &uuml;berhaupt nichts spart, dann sind drei Prozent als Grenze f&uuml;r staatliche Kreditaufnahme viel zu hoch!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/text\/1996\/46\/hans.txt.19961108.xml\">Die Zeit 1996<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sie erinnern sich: Tietmeyer ist Kuratoriumsvorsitzender der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und war zuletzt Mitglied im Aufsichtsrat der HRE. Er ist mitverantwortlich dass der Steuerzahler diese Bank mit hundert Milliarden Euro st&uuml;tzen muss. Und dennoch wollte ihn Merkel zum Vorsitzenden der Expertengruppe zur Erarbeitung von Vorschl&auml;gen f&uuml;r eine neue Weltfinanzordnung machen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Zu guter Letzt:<\/strong><br>\n<strong>Ariel und die Mathematik<\/strong><br>\nWie man in der Politik die Arbeitslosigkeit berechnet, rechnen die jetzt auch dem Verbraucher F&uuml;llmengen vor. Frecher geht es nicht! Von J.L.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/20090720_ariel_und_die_mathematik.pdf\">Ariel und die Mathematik [PDF &ndash; 2.4 MB]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL\/AM)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4075#h01\">Carstensen gesteht unwahre Angaben &uuml;ber Boni<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h02\">Ex-Minister Marnette warnt vor neuem Milliardenloch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h03\">US-Demokraten planen Reichensteuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h04\">Deutschen St&auml;dten droht der Einnahmekollaps<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h05\">Steinbr&uuml;ck: Keine Moral &ndash; Schaden f&uuml;r alle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h06\">Nouriel Roubini: Die Krux mit der Arbeitslosigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4075#h07\">Inwieweit kann sich die Entwicklung des Arbeitsmarktes von<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4075\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4075","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4075","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4075"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4075\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4075"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4075"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4075"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}