{"id":40767,"date":"2017-10-27T12:30:04","date_gmt":"2017-10-27T10:30:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40767"},"modified":"2026-01-27T11:23:57","modified_gmt":"2026-01-27T10:23:57","slug":"die-anstalt-gegenoeffentlichkeit-im-leitmedium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40767","title":{"rendered":"Die Anstalt: \u201eGegen\u00f6ffentlichkeit im Leitmedium\u201c"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171027_krauss.jpg\" alt=\"Dietrich Krauss\" title=\"Dietrich Krauss\"><\/div><p>Der Blick auf die soziale Gerechtigkeit scheint die Macher der ZDF-Satire-Sendung die Anstalt anzutreiben. Das wird auch im Interview deutlich, das die NachDenkSeiten mit <strong><a href=\"http:\/\/www.grimme-preis.de\/archiv\/2015\/preistraeger\/p\/d\/dietrich-krauss-max-uthoff-und-claus-von-wagner\/\">Dietrich Krauss<\/a><\/strong>, dem Macher <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/comedy\/die-anstalt\"><em>der Anstalt<\/em><\/a> gef&uuml;hrt haben. Krauss, der zusammen mit den Anstaltskabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner die Konzepte f&uuml;r die Sendungen ausarbeitet, betont im Interview: Soziale Gerechtigkeit sei ein Thema, das im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen m&uuml;sse, doch stattdessen k&ouml;nne man mitansehen, wie dieses gerade sowohl von Martin Schulz als auch von Journalisten unsichtbar gemacht werde. Ein Gespr&auml;ch &uuml;ber Politik, Medien und das Innenleben der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38346\">Anstalt<\/a>. Das Interview f&uuml;hrte <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9459\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-40767-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171027_Die_Anstalt_Gegenoeffentlichkeit_im_Leitmedium_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171027_Die_Anstalt_Gegenoeffentlichkeit_im_Leitmedium_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171027_Die_Anstalt_Gegenoeffentlichkeit_im_Leitmedium_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171027_Die_Anstalt_Gegenoeffentlichkeit_im_Leitmedium_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=40767-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171027_Die_Anstalt_Gegenoeffentlichkeit_im_Leitmedium_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"171027_Die_Anstalt_Gegenoeffentlichkeit_im_Leitmedium_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>F&uuml;r Krauss ist gerade der Tenor in den Medien: &bdquo;Schulz hat auf soziale Gerechtigkeit als Wahlkampfthema gesetzt, er hat die Wahl verloren, also reden wir jetzt &uuml;ber ein anderes Thema, zum Beispiel: Heimat, Fl&uuml;chtlinge. Wir reden pl&ouml;tzlich also nur noch &uuml;ber die Themen der Rechten. So betreibt man dann deren Gesch&auml;ft.&ldquo;<\/p><p><strong>Herr Krauss, wie gehen Sie vor, wenn Sie das Konzept f&uuml;r eine neue Sendung von der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=38346\">Anstalt<\/a> ausarbeiten?<\/strong><\/p><p>In der Woche nach der Sendung treffen wir, also Max Uthoff, Claus von Wagner und ich, uns immer in M&uuml;nchen. Dann besprechen wir Grundlegendes f&uuml;r die n&auml;chste Sendung, also: Welche Themen greifen wir auf oder welche Lekt&uuml;re gilt es zu lesen? Dann arbeitet sich jeder zun&auml;chst ein und schlie&szlig;lich treffen wir uns wieder und fangen an, die Themen genauer auszuarbeiten. Wir &uuml;berlegen uns: Welche Fragestellungen werfen wir auf? Wie treiben wir diese weiter? Wie k&ouml;nnen wir das Thema szenisch darstellen? Also mit welchen Bildern und Figuren arbeitet man? Und wie bauen wir unsere G&auml;ste, die oft schon ein Jahr im Voraus gebucht sind, in die jeweilige Handlung ein? Dann gehen wir wieder auseinander, jeder arbeitet seinen Teil aus und wir treffen uns erneut mit dem Szenenger&uuml;st, das dann gemeinsam verfeinert und zu einem fortlaufenden Handlungsstrang zusammengef&uuml;gt wird<\/p><p><strong>Sie treffen sich also w&ouml;chentlich und arbeiten dann das Konzept sowohl alleine als auch gemeinsam von Woche zu Woche aus, bis es dann steht?<\/strong><\/p><p>Genau. Als erstes verschaffen wir uns einen &Uuml;berblick und dann gehen wir St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck vor. Wir haben immer eine Art Doppelaufgabe zu erledigen: Wir wollen einerseits interessante Informationen an das Publikum herantragen, und andererseits daf&uuml;r originelle satirische Formen finden.<\/p><p><strong>Ihnen geht es also darum, das Publikum auf satirische Weise zu informieren.<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich. Im Gegensatz zur Kom&ouml;die ist das im Kabarett ja schon immer so gewesen. Der Humor dient auch zur Aufkl&auml;rung.<\/p><p><strong>Aber die aufkl&auml;rerische Variante ist in Ihrer Sendung schon besonders stark ausgepr&auml;gt, oder?<\/strong><\/p><p>Ich komme aus dem Journalismus und auch Claus von Wagner hat schon journalistisch gearbeitet und das merkt man der Sendung wohl schon an. Wir verstehen unsere Sendung jetzt aber nicht so, als dass wir hier ein grundlegendes neues Kabarett auff&uuml;hren. Allerdings: Wir haben vielleicht einen besonderen Ehrgeiz, immer wieder auch dem Zuschauer Informationen zug&auml;nglich zu machen, die ihm noch nicht bekannt sind. &Uuml;ber das klassische Kabarett sagt man, dieses sei ein Spiel mit Wissenszusammenh&auml;ngen des Publikums. Wir haben Spa&szlig; daran, diese Wissenszusammenh&auml;nge zu erweitern. Wir wollen nicht nur das darstellen, was die Zuschauer eh bereits wissen.<\/p><p><strong>Wie erkl&auml;ren Sie sich den Erfolg dieses Formates? Treffen sie damit einen Nerv?<\/strong><\/p><p>Offenbar ja, insgesamt wird ja Satire &ndash; auch die Heute Show &ndash; vermehrt als Informationsmedium wahrgenommen Wobei wohl gilt: das mit dem Erfolg ist relativ. Die Vorg&auml;ngersendung hatte am Ende eine h&ouml;here Einschaltquote. Allerdings generieren wir sehr viele Klicks im Netz und haben &uuml;berdurchschnittlich junges Publikum.<\/p><p><strong>Sie haben also mehr junge Zuschauer?<\/strong><\/p><p>Ja, das sehen wir unter anderem an dem Publikum, das direkt in die Sendung kommt, aber auch an den lebhaften Reaktionen im Netz, vielfach von Menschen, die teilweise erst im Abituralter sind. Viele sagen tats&auml;chlich, dass sie &uuml;ber die Anstalt politisiert wurden<\/p><p><strong>Woran liegt das?<\/strong><\/p><p>Wir haben nie speziell versucht, j&uuml;ngere Zuschauer zu erreichen. Aber vielleicht liegt die Resonanz daran, dass wir versuchen, die Themen so zu behandeln, dass niemand ein Politik-Nerd sein muss, um zu verstehen, worum es geht. Die Bilder und Situationen, die wir entwerfen, erm&ouml;glichen es jedem, der sich etwas f&uuml;r Politik und Gesellschaft interessiert, zu verstehen, was wir sagen wollen. Mit den Instrumenten, die dem politischen Kabarett zur Verf&uuml;gung stehen, spitzen wir zu, vereinfachen sicherlich auch manches, aber durch all diese Mittel zusammengenommen werden oft grundlegende Zusammenh&auml;nge klarer. Offensichtlich kommt dies auch den j&uuml;ngeren Zuschauern entgegen.<\/p><p><strong>Sto&szlig;en Sie mit Ihrem Pr&auml;sentationsmodus vielleicht auch in eine L&uuml;cke rein?<\/strong><\/p><p>Wir haben einen gro&szlig;en Vorteil: Wir m&uuml;ssen uns nicht an der Tagesaktualit&auml;t orientieren. Wir k&ouml;nnen zur&uuml;cktreten und haben die Zeit und den Spielraum, grunds&auml;tzliche Fragen zu bestimmten Themen zu stellen, die so an anderer Stelle vielleicht nicht beantwortet werden. Von daher: Ja, wir bewegen uns schon in einer L&uuml;cke. Nehmen wir nur mal komplexe Themen wie Export&uuml;berschuss oder Leiharbeiter. Die haben wir beispielsweise in unserer Sendung auf eine spezielle Weise aufgearbeitet.<\/p><p><strong>Der Erfolg Ihrer Sendung setzt aber doch auch einen gewissen Hunger nach Informationen auf Seiten des Publikums voraus.<\/strong><\/p><p>Sicher. Wir bieten auch f&uuml;r den Zuschauer eine relativ unaufwendige Art sich zu informieren an. Wir sind wie eine Art Sammelstelle f&uuml;r Informationen und bereiten Informationen auf, die zwar irgendwo bereits vorhanden, aber nicht bei jedem im Bewusstsein sind. Auf einem so popul&auml;ren Sendeplatz haben wir die M&ouml;glichkeit, wichtige Themen vor einem Publikum von zweieinhalb Millionen pr&auml;gnant darzustellen. Das ist nochmal etwas anderes, als wenn sich die Zuschauer selbst im Internet oder an anderer Stelle diese Informationen und Zusammenh&auml;nge heraussuchen m&uuml;ssen.<\/p><p><strong>Wir reden jetzt &uuml;ber den Pr&auml;sentationsmodus und die Informationen, die sie aufgreifen. Aber mir scheint, es gibt da noch etwas, was beim Publikum Anklang findet. Sie pr&auml;sentieren immer wieder auch Lesarten, die sich von den Lesarten, wie sie im Mainstream der politischen Berichterstattung stattfindet, abheben.<\/strong><\/p><p>Das kann gut sein. Aber lassen Sie mich meiner Antwort etwas vorausschicken. Wenn wir &bdquo;die Medien&ldquo; kritisieren, dann muss ich erstmal sagen, dass die Berichterstattung in ihrer Gesamtheit durchaus vielf&auml;ltig ist. All die Informationen, auf die wir uns beziehen, wurden bereits irgendwo ver&ouml;ffentlicht. Unsere Arbeit steht auf den Schultern von Medien, Journalisten und Wissenschaftlern, die die Informationen, die wir pr&auml;sentieren, schon vor uns &ouml;ffentlich gemacht haben.<\/p><p><strong>Aber?<\/strong><\/p><p>Es gibt einen Flaschenhals, wo ein Mainstream entsteht.<\/p><p><strong>Flaschenhals?<\/strong><\/p><p>Ja, damit meine ich: In den wenigen gro&szlig;en Zeitungen und Hauptnachrichten verengt sich bei vielen Themen das Meinungsbild &ndash; diese Gleichf&ouml;rmigkeit haben ja auch bereits viele kritisiert, nicht nur die NachDenkSeiten, auch konservative Publizisten wie Gabor Steingart bis hin zu Regierungspolitikern wie Frank-Walter Steinmeier. Und an diesem Flaschenhals setzen wir mit unserer Sendung an. Oder wie Max mal sagte: Wir sind die Rache des Mainstreams an sich selbst. Quasi Gegen&ouml;ffentlichkeit im Leitmedium. Wir schauen: Welche Informationen schaffen es nicht durch den Flaschenhals.<\/p><p><strong>Um, wie Sie sagen, zu schauen, welche Informationen nicht durch den &bdquo;Flaschenhals&ldquo; kommen, m&uuml;ssen Sie sich also intensiv mit der Berichterstattung der gro&szlig;en Medien auseinandersetzen. Ertappen Sie sich denn manchmal selbst dabei, dass Sie denken, bei diesem und jenem Thema liegt eine Schieflage in der Berichterstattung vor? Und schlagen dann Ihre Detektoren als politischer Kabarettist an?<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich. Das passiert. Das Interessante und Sch&ouml;ne an unserer Arbeit ist, dass ich, also als einer, der selbst Journalist ist und sich eigentlich f&uuml;r &uuml;berdurchschnittlich informiert h&auml;lt, bei der Vorbereitung auf ein Thema, Sachverhalte, Perspektiven und Zusammenh&auml;nge entdecke, die mir unbekannt waren. Ich frage mich dann: Warum wei&szlig; ich, der doch die Berichterstattung intensiv verfolgt, das nicht? Und dann ist da der Ehrgeiz, dass wir dem Publikum nun ausf&uuml;hrlich aufzeigen wollen, was wir recherchiert haben. Schlie&szlig;lich haben wir die M&ouml;glichkeit, zu diesem und jenem Thema dann auch mal eine ganze Sendung zu machen. Bestes Beispiel in der letzten Sendung: Dass das bundesdeutsche Staatsb&uuml;rgerschaftsrecht einen v&ouml;lkischen Kern hat, ma&szlig;geblich gepr&auml;gt von dem Kommentator der N&uuml;rnberger Rassengesetze und sp&auml;terem Kanzleramtchef Globke; dass die Russlanddeutschen, die &uuml;berdurchschnittlich die v&ouml;lkische AFD w&auml;hlen, im Grunde von einem v&ouml;lkischen Verst&auml;ndnis von Deutsch sein profitieren; dass sie bei der Einb&uuml;rgerung ihren russischen Pass behalten d&uuml;rfen, was bei t&uuml;rkischst&auml;mmigen B&uuml;rgern immer als Problem gesehen wird, sind Aspekte, die wir bei der Vorbereitung auf die letzte Sendung erfahren haben und dann in der Anstalt verarbeiten<\/p><p><strong>Etwas anderes: Die Wahlen liegen schon wieder einige Wochen zur&uuml;ck. Wie blicken Sie auf den Wahlausgang und auf das, was nun vor uns liegt?<\/strong><\/p><p>Sie haben es ja vermutlich in unserer letzten Sendung gesehen: Wir halten f&uuml;r sehr interessant, wie das gro&szlig;e Thema soziale Gerechtigkeit mehr oder weniger einfach so nach der Wahl verschwinden konnte. Dieses Thema, das aus unserer Sicht im Zentrum der politischen Aufmerksamkeit stehen m&uuml;sste, wurde unsichtbar gemacht. Dass Angela Merkel soziale Ungleichheit nicht gro&szlig; thematisiert, geschenkt. Aber, dass sowohl Martin Schulz als auch Journalisten dieses Thema nun auf die Seite schieben, ist doch bemerkenswert. Als Quintessenz dieser Wahl hei&szlig;t es, soziale Gerechtigkeit ist kein Thema, das die Deutschen umtreibt und eine Wahl entscheidet. Der Tenor ist: Schulz hat auf soziale Gerechtigkeit als Wahlkampfthema gesetzt, er hat die Wahl verloren, also reden wir jetzt &uuml;ber ein anderes Thema, zum Beispiel: Heimat, Fl&uuml;chtlinge. Wir reden pl&ouml;tzlich also nur noch &uuml;ber die Themen der Rechten. So betreibt man dann deren Gesch&auml;ft.<\/p><p><strong>Die Situation ist doch hochgradig schizophren. Es hei&szlig;t, Schulz habe das Thema soziale Gerechtigkeit zum Wahlkampfthema gemacht. Davon war aber nicht viel zu sehen. Die Agenda 2010 blieb unber&uuml;hrt.<\/strong><\/p><p>Ich erinnere an eine Kernszene, die in der Spiegelreportage zu Martin Schulz, &uuml;ber die gerade viel geredet wird, vorkommt.<\/p><p><strong>Was meinen Sie?<\/strong><\/p><p>In der Szene tr&auml;gt der ehemalige Chef des Meinungsforschungsinstituts Infratest Martin Schulz vor, wer diese W&auml;hler waren, die ihn am Anfang die guten Umfrageergebnisse beschert haben und wo diese W&auml;hler dann hingegangen sind und warum.<\/p><p><strong>Und?<\/strong><\/p><p>Und dann wird es f&uuml;r die SPD sehr peinlich.<\/p><p><strong>Warum?<\/strong><\/p><p>Die Ergebnisse offenbarten: Diese W&auml;hler, die zun&auml;chst angegeben haben, f&uuml;r Schulz zu stimmen, waren Leute, die nach der Agenda 2010 der SPD den R&uuml;cken gekehrt haben, dann aber kurzfristig, nachdem Schulz als Kanzlerkandidat angetreten war, die Hoffnung hatten, die Politik der SPD w&uuml;rde sich wieder grundlegend &auml;ndern. Das hei&szlig;t: Die SPD wei&szlig; im Grunde genommen genau, welcher Hebel angesetzt werden m&uuml;sste, um die Partei wieder attraktiver f&uuml;r W&auml;hler zu machen. Und trotzdem passiert es nicht. Was sagt dieses Verhalten &uuml;ber eine Partei aus, die den Anspruch erhebt, die Regierung stellen zu wollen?<\/p><p><strong>So wird man vermutlich die Entwicklung hin zu noch weniger W&auml;hlern weiter verst&auml;rken. Seit 1998, also seit dem Gewinn der Bundestagswahl durch Gerhard Schr&ouml;der, haben sich &uuml;ber 10 Millionen W&auml;hler von der SPD <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40114\">abgewandt<\/a>. Da k&ouml;nnte man als Partei doch mal auf den Gedanken kommen, dass da schwerwiegende Fehler gemacht wurden und noch weiter gemacht werden.<\/strong><\/p><p>Absolut. Man muss schon bis 1890 zur&uuml;ckgehen, um ein noch deutlich schlechteres Ergebnis der SPD zu finden (<em>1932\/1924 war die SPD ungef&auml;hr genauso schwach wie unter Schulz<\/em>). Und trotzdem herrscht in der SPD eine gespenstische Ruhe.<\/p><p><strong>Sie d&uuml;rften sich jetzt gerade wieder in der Themenfindung f&uuml;r die n&auml;chste Sendung befinden. Gibt es schon eine gro&szlig;e Richtung?<\/strong><\/p><p>Unter anderem wollen wir uns damit besch&auml;ftigen, warum so naheliegende Ma&szlig;nahmen gegen die Ungleichheit wie eine h&ouml;here Erbschaftssteuer immer wieder ausgebremst werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171027_krauss.jpg\" alt=\"Dietrich Krauss\" title=\"Dietrich Krauss\"\/><\/div>\n<p>Der Blick auf die soziale Gerechtigkeit scheint die Macher der ZDF-Satire-Sendung die Anstalt anzutreiben. Das wird auch im Interview deutlich, das die NachDenkSeiten mit <strong><a href=\"http:\/\/www.grimme-preis.de\/archiv\/2015\/preistraeger\/p\/d\/dietrich-krauss-max-uthoff-und-claus-von-wagner\/\">Dietrich Krauss<\/a><\/strong>, dem Macher <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/comedy\/die-anstalt\"><em>der Anstalt<\/em><\/a> gef&uuml;hrt haben. Krauss, der zusammen mit den Anstaltskabarettisten Max Uthoff<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40767\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,35,209,41,146,191],"tags":[1550,1998,1255,499,369,2594,1156,1193,687,1525,1524],"class_list":["post-40767","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-interviews","category-medienanalyse","category-soziale-gerechtigkeit","category-spd","tag-agenda-2010","tag-anstalt","tag-einschaltquote","tag-handelsbilanz","tag-kabarett","tag-krauss-dietrich","tag-leiharbeit","tag-schulz-martin","tag-ungleichheit","tag-uthoff-max","tag-von-wagner-claus"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40767","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40767"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40767\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":89410,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40767\/revisions\/89410"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40767"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40767"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40767"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}