{"id":4088,"date":"2009-07-23T11:40:36","date_gmt":"2009-07-23T09:40:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4088"},"modified":"2014-01-27T11:28:51","modified_gmt":"2014-01-27T10:28:51","slug":"sind-kampagnen-der-meinungsbeeinflussung-wirklich-so-verbreitet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4088","title":{"rendered":"Sind Kampagnen der Meinungsbeeinflussung wirklich so verbreitet?"},"content":{"rendered":"<p>Bei unseren Recherchen f&uuml;r die Texte in den NachDenkSeiten wie auch bei den Arbeiten am Buch <a href=\"?page_id=4078\">&bdquo;Meinungsmache&ldquo;<\/a> begegnen wir immer wieder Menschen, die bezweifeln, dass es systematisch geplante Kampagnen der Beeinflussung und Manipulation gibt, und die beharrlich nach sachlichen Gr&uuml;nden f&uuml;r bestimmte Meinungen und Einstellungen suchen. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\nDas ist verst&auml;ndlich. Vermutlich neigt die Mehrheit von uns trotz wiederkehrender b&ouml;ser Erfahrungen dazu, anderen Menschen, auch Verb&auml;nden, Parteien und Medien zun&auml;chst einmal gute Absichten zu unterstellen. Und au&szlig;erdem haben viele die Sorge, in den Verdacht zu geraten, Verschw&ouml;rungstheorien aufzusitzen. <\/p><p>Vermutlich liegen diese Gutgl&auml;ubigen damit in der Regel falsch und vergeuden auf der Suche nach objektiven Hintergr&uuml;nden viel Kraft und Zeit. Jeden Tag k&ouml;nnen wir n&auml;mlich neu beobachten, wie Kampagnen der Meinungsbildung neu inszeniert oder weiter gedreht werden. Kampagnen &uuml;berlagern die Meinungsbildung und bestimmen &uuml;ber weite Strecken die politischen Entscheidungen. Zum Beispiel: <\/p><ul>\n<li>Eine von den siebziger Jahren bis vor einem Jahr laufende und immer noch virulente Kampagne gegen Konjunkturprogramme mit der Botschaft, diese seien Strohfeuer, hat uns gel&auml;hmt, rechtzeitig gegen die erkennbare Schw&auml;che der Binnenkonjunktur anzusteuern. Im Fr&uuml;hjahr 2008 war die Bundesregierung noch gegen Konjunkturprogramme, die sie dann im November und Januar darauf beschlossen hat. Die gepflanzten Vor-Urteile gegen Konjunkturprogramme haben auch dann noch gel&auml;hmt.<\/li>\n<li>Die Kampagnen zum Missbrauch sozialer Leistungen haben Hartz IV vorbereitet.<\/li>\n<li>Eine Dauerkampagne gegen Staat und B&uuml;rokratie f&uuml;hrte dazu, dass die &ouml;ffentlichen Leistungen immer mehr heruntergefahren wurden und selbst im Bildungswesen nicht mehr ausreichend investiert wurde. Die Folgen sind heute sichtbar.<\/li>\n<li>Die Finanzkrise wurde von interessierter Kreise andauernd und immer wieder begleitet mit der Botschaft, die staatlichen und &ouml;ffentlichen Banken w&auml;ren die eigentlichen Versager. Das stimmte in vielerlei Hinsicht nicht. Milliarden gehen an private Banken wie die HRE, Commerzbank und IKB. Und auch die h&auml;ufig zitierten Landesbanken verdankten ihren falschen Kurs der Tatsache, dass sie in den letzten Jahren immer mehr zu normalem unternehmerischem Verhalten und zum Eingehen hoher Risiken gedr&auml;ngt worden sind. Dennoch, die Kampagne l&auml;uft auch heute immer weiter und sch&uuml;tzt insbesondere die gro&szlig;en privaten Banken vor einem allzu kritischen Blick.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Die Kampagne f&uuml;r die Fortsetzung der Reformpolitik<\/strong><\/p><p>Viele der Kampagnen sind lange vorbereitet und entfalten erst sp&auml;ter ihre Wirkung. Zurzeit l&auml;uft zum Beispiel eine Kampagne mit der Hauptbotschaft, dass wir trotz Krise oder auch wegen der Krise nicht vers&auml;umen sollten, die so genannte Reformpolitik fortzusetzen. Die Botschaft wird uns auf vielf&auml;ltige Weise und in Variationen nahe gebracht. Ich will das anhand von drei Ver&ouml;ffentlichungen in der &bdquo;Zeit&ldquo; sichtbar machen:<\/p><p><strong>Am 9.7.2009<\/strong> erschien unter der &Uuml;berschrift <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/29\/01-SPD\">&bdquo;Gerechtigkeit f&uuml;r die SPD! Eine Ehrenrettung&ldquo;<\/a> ein Beitrag von Matthias Geis (siehe Anlage 1). Dabei ging es &ndash; aus meiner Sicht vordergr&uuml;ndig &ndash; um die schlechten Chancen der SPD. Eine wesentliche Botschaft dieses Artikels steckt in dieser Passage:<\/p><blockquote><p>Dennoch ist die Vorstellung fast schon absurd, die SPD k&ouml;nnte im Herbst, trotz ihrer respektablen Regierungsbilanz, auf einen historischen Tiefpunkt abst&uuml;rzen. Immerhin hat sie die beiden entscheidenden politischen Weichenstellungen der vergangenen Jahre durchgesetzt. Ein Jahrzehnt nach der deutschen Vereinigung hat sie anerkannt, dass das Land seiner au&szlig;enpolitischen Verantwortung notfalls auch unter Beteiligung an einem Kriegseinsatz nachkommen muss. So schickte sie Soldaten in das Kosovo und nach Afghanistan. Und sie hat weitreichende sozialpolitische Reformen eingeleitet, um den deutschen Sozialstaat unter schwieriger gewordenen internationalen Konkurrenzbedingungen stabil zu halten.<\/p><\/blockquote><p>Die Leser sollen unter der Hand lernen, dass die eingeleiteten sozialpolitischen Reformen zentral und wichtig sind, und dass auch der 1999 begonnene Kriegseinsatz au&szlig;erhalb des NATO-Bereichs eine verdienstvolle Leistung ist. Nebenbei soll der Artikel noch eine Hilfe f&uuml;r die SPD sein. Ob er das mit der transportierten Hauptbotschaft sein wird, ist eine andere Frage.<\/p><p><strong>Am 15.7.2009<\/strong> erschien dann in derselben Zeitung ein Bericht des Londoner Zeit-Korrespondenten J&uuml;rgen Kr&ouml;nig &uuml;ber den Niedergang von Labour im besonderen und der Sozialdemokratie in Europa insgesamt, mit dem Titel <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/online\/2009\/29\/sozialdemokratie-europa\">&bdquo;Sozialdemokratie verdammt zur Opposition&ldquo;<\/a> (siehe Anlage 2). Schon im Einstieg war die Hauptbotschaft platziert: &bdquo;Die Sozialdemokraten befinden sich fast &uuml;berall in Europa im Niedergang. Umso mehr m&uuml;ssten sie auf die Mitte und <strong>weitere Reformen setzen<\/strong>.&ldquo; <\/p><p>Im Text geht es entsprechend weiter: <\/p><blockquote><p>Politiker wie Schmidt, Blair, Persson und Schr&ouml;der zogen daraus die Konsequenzen. Sie wussten stets, dass sich Mehrheiten nur in der Mitte finden lassen, und setzen einen solchen Kurs gegen maulig-nostalgische Anh&auml;nger und Funktion&auml;re durch. Heute besitzt diese Strategie geradezu existenzielle Bedeutung.<br>\nRettung erw&auml;chst nicht aus einer Strategie &ldquo;Vorw&auml;rts in die Vergangenheit&rdquo;, auch wenn der Ruf nach einer entschieden linken Politik das Blut vieler Aktivisten in Wallung bringt. <strong>Der Kurs der Reformer muss noch entschiedener<\/strong>, um Erfahrungen und Lernprozesse erg&auml;nzt, <strong>fortgesetzt werden<\/strong>.<\/p><\/blockquote><p>Auch bei diesem Artikel geht es allenfalls nebenher um das Wohl der SPD. Es geht um den Transport der Botschaft, der Kurs der Reformer m&uuml;sse nach der Krise noch entschiedener fortgesetzt werden. <\/p><p>Dass es nicht um die SPD geht, kann man schon an der einf&auml;ltigen Empfehlung erkennen. In die Mitte zu r&uuml;cken war schon immer eine ziemlich dumme wahlstrategische Empfehlung, so g&auml;ngig sie auch ist. Im konkreten Fall ist die Empfehlung ziemlich absurd: mittiger, als der vergangene und jetzige Kurs der SPD-Spitze war und ist, geht es nicht. (F&uuml;r Interessierte verweise ich im Zusammenhang mit dem Niedergang der SPD und der Ursachenforschung auf einen &auml;lteren Beitrag in der Frankfurter Rundschau, den Sie hier finden: Titel: <a href=\"?p=30\">&bdquo;Sozialdemokraten haben sich als gestaltende Kraft verabschiedet&ldquo;<\/a>. Der Artikel war im Mai 2002 erschienen.)<\/p><p>In vielen anderen Beitr&auml;gen von Journalisten und auch von Einrichtungen wie der Europ&auml;ischen Zentralbank (<a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne-Thomas-Fricke-Und-Schuld-sind-immer-die-Anderen\/541180.html?mode=print\">zum Beispiel hier beschrieben<\/a>) wird &uuml;brigens die gleiche Botschaft (die Reformen fortsetzen) zurzeit intensiv transportiert. Die Kampagne dient offensichtlich der Vorbereitung weiterer sozialer Einschnitte und weiterer Steuerbelastung der unteren Einkommen nach dem Wahltermin. Die Kampagne ist so auch als Vorbereitung der Koalitionsverhandlungen angelegt.<\/p><p>Das in beiden Beitr&auml;gen erkennbare Trauern um den Niedergang der Wahlchancen der SPD ist eine geschickt verwobene Nebenbotschaft. Sie erh&ouml;ht die Glaubw&uuml;rdigkeit der Autoren beim sozialdemokratisch orientierten Publikum. Vermutlich merken viele gar nicht, wie vergiftet die Freundlichkeiten sind. Es wird n&auml;mlich gleichzeitig versucht, die T&uuml;r f&uuml;r eine wirklich erfolgreiche Strategie zuzuschlagen. Die SPD m&uuml;sste dringend in breiterer Formation antreten und sie m&uuml;sste dringend ihre noch verbliebenen Anh&auml;nger motivieren, wenn sie &uuml;berhaupt eine Chance zur Verbesserung ihres Wahlergebnisses haben will. Die Empfehlung, in die Mitte zu r&uuml;cken, ist das Gegenteil.<\/p><p><strong>Kampagnen zielen auch auf die innere Willens- und Entscheidungsfindung<\/strong><\/p><p>In beiden Beitr&auml;gen der &bdquo;Zeit&ldquo; kann man beobachten, dass Kampagnen der Meinungsbeeinflussung heute wie schon immer nicht nur darauf zielen, die Wahlchancen einer politischen Alternative zur neoliberalen Bewegung m&ouml;glichst klein zu halten. Diese Kampagnen zielen immer auch darauf ab, die innere Willensbildung der fortschrittlichen Parteien mitzubestimmen. Wir konnten dies massiv bei der Kampagne gegen Andrea Ypsilanti und ihren Versuch, ein linkes B&uuml;ndnis in Hessen zu schmieden, beobachten. Auch in Schleswig-Holstein war der Versuch erkennbar, den Vorsitzenden Stegner zu stigmatisieren (&bdquo;Polterer&ldquo;). Schon immer haben Kr&auml;fte au&szlig;erhalb der SPD versucht, die innere Entwicklung der SPD dadurch zu bestimmen, dass sie einen Linksruck an die Wand gemalt haben. In der Auseinandersetzung und Diffamierung von Willy Brandt war dies die g&auml;ngige M&uuml;nze: Man unterstellt einen Linksruck, um nach rechts zu dr&uuml;cken.<\/p><p><strong>Die Rolle der Stichwortgeber<\/strong><\/p><p>Und immer ist bei diesen Kampagnen versucht worden, Zeugen aus den Reihen der attackierten politischen Gruppierungen gegen diese aufmarschieren zu lassen. Damals in den Siebzigern, bei der Auseinandersetzung in Hessen und jetzt bei der Diskussion um den Kurs der Linkspartei wurden und werden Personen aus diesen Parteien in den Zeugenstand gerufen. In Hessen waren es die vier Abgeordneten, bei der Linkspartei sind es heute Personen wie Andre Brie und sogar ziemlich Namenlose wie der so genannte Linken-Stratege Thomas Falkner:<\/p><p><strong>Am 14.7.2009<\/strong> erschien (auch) in der &bdquo;Zeit&ldquo; ein Interview des Zeitredakteurs Ludwig Greven mit dem fr&uuml;heren Leiter der Grundsatzabteilung der PDS und heutigen Referenten f&uuml;r Strategiefragen der Linken-Fraktion in Brandenburg. (Siehe Anlage 3) Titel: Linkspartei &ndash; <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/online\/2009\/29\/linkspartei\">&ldquo;Wir geben die falschen Antworten&rdquo;<\/a><\/p><p>Dieses Interview zu lesen lohnt aus sachlichen Gr&uuml;nden nicht. Es zeigt jedoch, wie eine Kampagne best&uuml;ckt wird und wie sie abl&auml;uft: <\/p><ul>\n<li>Die Hauptbotschaften sind deutlich erkennbar: die Linke r&uuml;ckt nach links, sie hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt, die Reformen m&uuml;ssen weitergehen.<\/li>\n<li>Der Zeit-Redakteur legt mit seinen Fragen dem Befragten die Antworten in den Mund. Er stellt keine Fragen, sondern formuliert Stichworte: &ldquo;populistische Oppositionslinie&ldquo;, &ldquo;veraltete linke Positionen im Westen der Linkspartei&ldquo;, &bdquo;vielfach extrem linke Str&ouml;mungen aus dem Westen&ldquo;, &ldquo;Auch sonst verfolgt die Partei unter F&uuml;hrung von Oskar Lafontaine sehr viele &uuml;berholte, zum Teil radikale Vorstellungen. Ist sie damit &uuml;berhaupt noch zukunfts- und politikf&auml;hig?&ldquo; &ndash; Das sind nicht die Antworten des Interviewten, das sind Aussagen des Interviewers in seinen Fragen. Sie zeigen deutlich den Auftrag, den der Redakteur hat.<\/li>\n<li>Der Angestellte der Linksfraktion aus Brandenburg bet&auml;tigt sich als Stichwortgeber f&uuml;r ganz andere Interessen, im konkreten Fall voll auf der Linie des neoliberalen Glaubens. Typisch daf&uuml;r das Stichwort, die F&uuml;hrung der Linkspartei betreibe Umverteilungspolitik. Der Stratege der Brandenburger Linksfraktion &bdquo;f&uuml;rchtet&ldquo;, dass es einen Wettbewerb zwischen SPD und Linkspartei darum geben wird, &bdquo;wer mehr umverteilen m&ouml;chte.&ldquo; Das ist meilenweit von der Realit&auml;t entfernt, aber es ist das f&uuml;r die Rechtskonservativen passende Stichwort. &ndash; Der Referent aus Brandenburg polemisiert auch dagegen, dass die Linken-F&uuml;hrung allein auf den Staat setze, &bdquo;der alles l&ouml;st&ldquo;. Das seien nicht die Antworten, auf die die Menschen heute warten. &ndash; Warten sie auf weitere Privatisierungen? Warten sie auf eine weitere Verarmung des Staates und auf weitere Entstaatlichung? Der Mann hat nicht verstanden, um was es heute geht. Will er die Finanzm&auml;rkte weiter deregulieren, den Banken Milliarden schenken und den Staat drau&szlig;en vor halten? Wer mit solchen &bdquo;Referenten f&uuml;r Strategiefragen&ldquo; gesegnet ist, dem ist vermutlich nicht zu helfen.<\/li>\n<\/ul><p>Mich erinnert dieses Interview sehr an die Geschichte der SPD mit G&uuml;nther M&uuml;ller. G&uuml;nther M&uuml;ller aus Bayern spielte ausgangs der Sechziger eine Rolle bei den Jusos, war SPD-Abgeordneter und landete dann in der CSU, nachdem er vorher &uuml;ber l&auml;ngere Zeit der Stichwortgeber der Kampagne gegen seine eigene Partei, die SPD, war. Mich w&uuml;rde nicht wundern, wenn der Referent f&uuml;r Strategiefragen der Linksfraktion in Brandenburg einen &auml;hnlichen Weg gehen w&uuml;rde.<\/p><p>Das waren nun einige Beispiele f&uuml;r Kampagnen zum Kernkomplex der Forderung nach Fortsetzung der so genannten Reformen. Vielleicht beobachten Sie das weitere Geschehen mit anderen Augen, vielleicht auch nicht.<\/p><p><strong>Anlage 1:<\/strong><\/p><p><strong>Wahlkampf<br>\nGerechtigkeit f&uuml;r die SPD!<\/strong><br>\n<em>Von Matthias Geis<\/em><br>\nDen Genossen droht bei der Wahl ein Debakel. Das haben sie nicht verdient. Eine Ehrenrettung<br>\nIn Gro&szlig;britannien steht die Labour-Partei vor einer historischen Niederlage. Sie hat das Land mit L&uuml;gen in einen falschen Krieg gef&uuml;hrt und ist nun hauptverantwortlich f&uuml;r eine Spesenaff&auml;re, die das politische System ersch&uuml;ttert. Cool Britannia war gestern, heute ist das Land in schlechter Verfassung. Der Absturz f&uuml;r Labour ist also plausibel und gerecht.<br>\nAuch der SPD droht im Herbst eine historische Niederlage. Die &Ouml;ffentlichkeit beginnt schon einen Haken zu machen hinter das Wahlergebnis, die Union diskutiert bereits &uuml;ber Ministerposten. Die Umfragen prognostizieren der SPD nicht nur den Machtverlust, sondern ein dem&uuml;tigendes Ergebnis, das schlechteste der Nachkriegsgeschichte. Selbst den Rang einer Volkspartei k&ouml;nnte sie verlieren. Das alles ist nicht plausibel und nicht gerecht, eher schon aberwitzig.<br>\nWeder hat die SPD Deutschland in das Irak-Abenteuer hineingezogen, noch hat sie sich durch eine Spesenaff&auml;re unm&ouml;glich gemacht. Im Gegenteil: Das Land, das sich anschickt, die Genossen in die Marginalisierung zu entlassen, ist nach elf Jahren sozialdemokratischer Regierung &ouml;kologischer, liberaler, moderner, &ouml;konomisch stabiler und entspannter als vor ihrem Machtantritt im Jahre 1998. Die Republik hat der SPD einiges zu verdanken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/29\/01-SPD\">ZEIT Online<\/a><\/p><p><strong>Anlage 2:<\/strong><\/p><p><strong>Sozialdemokratie<br>\nVerdammt zur Opposition<\/strong><br>\n<em>Von J&uuml;rgen Kr&ouml;nig, London<\/em><br>\nDie Sozialdemokraten befinden sich fast &uuml;berall in Europa im Niedergang. Umso mehr m&uuml;ssten sie auf die Mitte und weitere Reformen setzen.<br>\nUnter Europas Sozialdemokraten breitet sich Resignation aus. &Uuml;berall bieten sie ein Bild des Jammers. In zwei Jahren k&ouml;nnte es keine einzige Regierung der linken Mitte mehr geben. Dabei hatten sich viele Sozialdemokraten von der Krise des Kapitalismus Auftrieb erhofft. Besonders in ihrem linken Fl&uuml;gel herrschte zeitweilig unverhohlene Genugtuung. Pass&eacute; schienen endg&uuml;ltig Neue Mitte, Dritter Weg und all die sozialen Reformprogramme mitsamt ihrem Glauben, es lie&szlig;en sich Marktprinzip und soziale Gerechtigkeit miteinander vereinbaren.<br>\n(&hellip;)<br>\nPolitiker wie Schmidt, Blair, Persson und Schr&ouml;der zogen daraus die Konsequenzen. Sie wussten stets, dass sich Mehrheiten nur in der Mitte finden lassen, und setzen einen solchen Kurs gegen maulig-nostalgische Anh&auml;nger und Funktion&auml;re durch. Heute besitzt diese Strategie geradezu existenzielle Bedeutung.<br>\nRettung erw&auml;chst nicht aus einer Strategie &ldquo;Vorw&auml;rts in die Vergangenheit&rdquo;, auch wenn der Ruf nach einer entschieden linken Politik das Blut vieler Aktivisten in Wallung bringt. Der Kurs der Reformer muss noch entschiedener, um Erfahrungen und Lernprozesse erg&auml;nzt, fortgesetzt werden.<br>\n(&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/online\/2009\/29\/sozialdemokratie-europa\">ZEIT Online<\/a><\/p><p><strong>Anlage 3:<\/strong><\/p><p><strong>Linkspartei<br>\n&ldquo;Wir geben die falschen Antworten&rdquo;<\/strong><br>\nDer Linken-Stratege Thomas Falkner wirft seiner Partei und dem Vorsitzenden Lafontaine vor, an &uuml;berholten Positionen festzuhalten und in der Krise nur auf den Staat zu setzen. Interview<br>\n<em>Thomas Falkner war Leiter der Grundsatzabteilung der PDS und ist heute Referent f&uuml;r Strategiefragen der Linken-Fraktion in Brandenburg. Er geh&ouml;rt zum Reformerfl&uuml;gel der Partei<\/em><br>\n<strong>ZEIT ONLINE:<\/strong> Herr Falkner, Sie gehen in einem Aufsatz in der Zeitschrift Berliner Republik sehr hart mit ihrer Partei ins Gericht. Bei der Europawahl hat nicht nur die SPD ein Debakel erlebt, auch die Linke hat eher entt&auml;uschend abgeschnitten, f&uuml;r die Bundestagswahl zeichnet sich &auml;hnliches ab. Wieso steht die Linke insgesamt im Moment so schlecht da, obwohl ihr die Krise doch eigentlich in die H&auml;nde spielen m&uuml;sste?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/online\/2009\/29\/linkspartei\">ZEIT Online<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei unseren Recherchen f&uuml;r die Texte in den NachDenkSeiten wie auch bei den Arbeiten am Buch <a href=\"?page_id=4078\">&bdquo;Meinungsmache&ldquo;<\/a> begegnen wir immer wieder Menschen, die bezweifeln, dass es systematisch geplante Kampagnen der Beeinflussung und Manipulation gibt, und die beharrlich nach sachlichen Gr&uuml;nden f&uuml;r bestimmte Meinungen und Einstellungen suchen. 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