{"id":4089,"date":"2009-07-24T09:06:32","date_gmt":"2009-07-24T07:06:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4089"},"modified":"2009-07-24T09:06:33","modified_gmt":"2009-07-24T07:06:33","slug":"hinweise-des-tages-939","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4089","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(MB\/WL)<br>\nHeute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4089#h01\">Was uns die Gro&szlig;e Koalition verheimlicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h02\">R&uuml;ffel aus Karlsruhe f&uuml;r Steinmeier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h03\">Weltweite Wut auf Banker-Boni<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h04\">Kreditkartenausfall klettert auf H&ouml;chststand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h05\">DIW: Verm&ouml;gensbesteuerung in Deutschland: Eine Ausweitung trifft nicht nur Reiche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h06\">Rudolf Hickel: Schwarz-gelber Steuersenkungspopulismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h07\">Jens Berger: Eat the Rich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h08\">Die n&auml;chste Runde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h09\">Nordbank-Skandal treibt Carstensen zur Eile<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h10\">Bankdaten-Check: EU will USA freie Hand geben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h11\">Mobbing ohne Arbeitsplatz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h12\">Quelle &ndash; Mit nichts abgefunden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h13\">Deutschland verliert im Kampf um kluge K&ouml;pfe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h14\">Zement auf die 67<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h15\">Zehn Jahre investiert und nichts verdient<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h16\">Gericht: Sippenhaftung ist nicht zul&auml;ssig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h17\">Opfer der Insolvenz: Blindes Verst&auml;ndnis f&uuml;r Lehman-Zertifikate <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h18\">Ex-Finanzsenator Sarrazin: Drei Millionen Euro verschenkt &ndash; zugunsten eines Golfclubs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h19\">Energiekonzerne: Die Politikeinfl&uuml;sterer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h20\">Journalist\/innen f&uuml;r INSM auf PR-Tour<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h21\">Lobbyisten auf Sendung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h22\">Duell der Lobbyisten: Einst regierten sie das rot-gr&uuml;ne Deutschland, heute sind sie Rivalen im Pipelinegesch&auml;ft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h23\">Oskar im M&uuml;ller-Land<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h24\">Steinmeiers kostenloser Neoliberaler<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h25\">Das Guttenberg-Dossier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h26\">Klemens Himpele: Vom Bildungsstreik zur Bewegung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h27\">Privatunis &ndash; vom Motor zur Bremse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h28\">Historikerverband lehnt Teilnahme an CHE-Ranking ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h29\">Dresdener Historiker: Aufforderung zur Reform der Reform<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h30\">Die Bundeswehr packt ihr Arsenal aus<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4089&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Was uns die Gro&szlig;e Koalition verheimlicht<\/strong><br>\nAuch wenn das Regierungsb&uuml;ndnis von Union und SPD im Bund sich langsam aufl&ouml;st, in einer Hinsicht sollte man die Gro&szlig;e Koalition nicht abschreiben: Die Macht ihres Schweigekartells ist ungebrochen. Mit stummer &Uuml;bereinkunft sorgen die beiden Volksparteien daf&uuml;r, dass &uuml;ber vieles gesprochen wird, nur nicht &uuml;ber das Wesentliche: die kommende Sanierung des Bundeshaushalts und der Sozialsysteme.<br>\nDabei haben Union wie SPD genau das als &ldquo;hidden agenda&rdquo;, als versteckten Plan. Wer immer regiert, er muss die Schr&ouml;der&rsquo;schen Sozialreformen fortschreiben, denn anders l&auml;sst sich die Handlungsf&auml;higkeit des Staates nicht sichern. Das steht im Zentrum der n&auml;chsten Legislatur, und nichts w&auml;re selbstverst&auml;ndlicher, als das Wahlvolk dar&uuml;ber abstimmen zu lassen. Welchen Sinn haben Wahlk&auml;mpfe und Wahlen als den, das Votum des Souver&auml;ns &uuml;ber die wirklich wichtigen Fragen einer Wahlperiode zu erm&ouml;glichen?<br>\nNach der Wahl werden die B&uuml;rger radikal rasiert werden. Deshalb sollten sie die Parteien jetzt zur Rede stellen: Die wollen den Regierungsauftrag, aber ihre Agenda verschweigen sie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/handelsblatt-kommentar\/was-uns-die-grosse-koalition-verheimlicht;2435243\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Fragen Sie doch ihre Kandidaten mal nach diesem versteckten Plan.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>R&uuml;ffel aus Karlsruhe f&uuml;r Steinmeier<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat mit ihren Beschr&auml;nkungen der Aufkl&auml;rungsarbeit im BND-Untersuchungsausschuss gegen das Grundgesetz versto&szlig;en.<br>\nDas Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat einer Organklage von FDP, Gr&uuml;nen und Linksfraktion &uuml;berwiegend stattgegeben.<br>\nDie eingeschr&auml;nkten Aussagegenehmigungen f&uuml;r Zeugen im Ausschuss sowie die teilweise Sperre von angeforderten Akten verletze das Informations- und Untersuchungsrecht des Bundestags, hei&szlig;t es in einem an diesem Donnerstag ver&ouml;ffentlichten Beschluss.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/891\/481363\/text\/\">SZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/pressemitteilungen\/bvg09-084.html\">Bundesverfassungsgericht &ndash; Eingeschr&auml;nkte Erteilung von Aussagegenehmigungen und Verweigerung der Herausgabe von Unterlagen an BND-Untersuchungsausschuss zum Teil Verfassungswidrig<\/a>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Gro&szlig;e Mehrheit braucht starke Untersuchungsaussch&uuml;sse<\/strong><br>\nDie zweitbeste Form der Herrschaft ist, einem weisen K&ouml;nig untertan zu sein, die beste, dieser K&ouml;nig selbst zu sein. Beide Varianten haben sich in moderner Zeit als alltagsfern erwiesen, weshalb der Mensch die Demokratie erfand. Und siehe da: Es ist die schwierigste und fragilste Herrschaft, die st&auml;ndig neu entwickelt und gest&uuml;tzt werden muss. Zuletzt geschah es gestern, mal wieder in Karlsruhe. Vordergr&uuml;ndig ging es um die Frage, was ein Untersuchungsausschuss darf. Aber eigentlich ging es darum festzustellen, dass eine demokratische Regierung sich nicht wie ein K&ouml;nig auff&uuml;hren darf. Niemals, selbst wenn sie noch so weise oder von noch so vielen Menschen gew&auml;hlt sein mag. K&ouml;nige erkennt man, wenn sie weder Krone noch Zepter mit sich f&uuml;hren, an ihren Gesten. Ihr seid das Volk, ich bin der Staat &ndash; mit dieser Attit&uuml;de tritt manch ein Regierungspolitiker vor parlamentarische Untersuchungsaussch&uuml;sse. Sie wollen sich nicht untersuchen lassen. H&ouml;chstens alle vier Jahre, und dann nach ihren eigenen Regeln, denen, die sie beherrschen und die landl&auml;ufig als Wahlkampf bezeichnet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kommentare\/Untersuchungsausschuss-Karlsruhe;art141,2855202?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Weltweite Wut auf Banker-Boni<\/strong><br>\nMitten in der schwersten Finanzkrise seit 1929 haben einige Geldh&auml;user begonnen, sich mutma&szlig;liche Spitzenkr&auml;fte abzujagen, indem sie sehr hohe Geh&auml;lter zahlen.<br>\nGleichzeitig gibt es weiter hohe Boni, allein in Amerika f&uuml;r das Krisenjahr 2008 rund 18 Milliarden Dollar&hellip; Geldh&auml;user wie Citigroup, Deutsche Bank oder Nomura bieten den Bankern mehrj&auml;hrige Garantien an, wenn sie sie anheuern.<br>\nAuf dem n&auml;chsten Weltfinanzgipfel im September in Pittsburgh sollten die 20 gr&ouml;&szlig;ten Industrienationen (G20) diese Praxis zu stoppen.<br>\nZuvor hatte US-Pr&auml;sident Barack Obama das Verhalten an der Wall Street scharf kritisiert. &ldquo;Man hat nicht den Eindruck, dass bei den Leuten an der Wall Street irgendwelche Reue aufkommt f&uuml;r all diese Risiken, die sie eingegangen sind&rdquo;, sagte Obama. Daher seien die Vorschl&auml;ge zur Versch&auml;rfung der Finanzaufsicht so wichtig. Dadurch k&ouml;nnten Wall-Street-Unternehmen von &ldquo;wilden Risiken&rdquo; abgehalten werden, wie sie sie vor der Krise eingingen. Aktion&auml;re sollten ein Mitspracherecht haben, wenn es um hohe Bonus-Zahlungen f&uuml;r Manager gehe.<br>\nBereits vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass sich die Commerzbank mit fr&uuml;heren Mitarbeitern in der Schweiz au&szlig;ergerichtlich geeinigt hatte. Insgesamt liegen in London und Frankfurt mindestens 23 Klagen fr&uuml;herer Investmentbanker vor. Die Dresdner Bank hatte noch vor der &Uuml;bernahme durch die Commerzbank Boni im Volumen von 400 Millionen Euro zugesagt, die die Commerzbank sp&auml;ter strich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/67\/481537\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> &Uuml;ber die Boni mag man sich zu Recht emp&ouml;ren, noch schlimmer ist allerdings, dass der Casino-Betrieb so weiter geht, wie bisher.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Kreditkartenausfall klettert auf H&ouml;chststand<\/strong><br>\nSeit Monaten warnen Analysten vor riesigen Ausf&auml;llen im US-Gesch&auml;ft mit Kreditkarten. Nun sind sie da: Wegen der wachsenden Arbeitslosigkeit k&ouml;nnen viele Amerikaner ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Die Ausf&auml;lle steigen auf den h&ouml;chsten Stand seit 26 Jahren.<br>\nDen US-Kreditkartenanbietern drohen wegen den Zahlungsausf&auml;llen massive Abschreibungen. &ldquo;Die Situation verschlechtert sich zusehends. Der Abw&auml;rtstrend wird anhalten&rdquo;, sagte Walter Todd, Portfoliomanager bei Greenwood Capital Associates, der Nachrichtenagentur Reuters.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/boersen_maerkte\/:Arbeitslosigkeit-in-den-USA-Kreditkartenausfall-klettert-auf-H%F6chststand\/543748.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>DIW: Verm&ouml;gensbesteuerung in Deutschland: Eine Ausweitung trifft nicht nur Reiche<\/strong><br>\nIm internationalen Vergleich besteuert Deutschland die Verm&ouml;gen niedrig. Eine Ausweitung der Besteuerung auf das Durchschnittsniveau von OECD und EU k&ouml;nnte ein Steuermehraufkommen von gut einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts erzielen &ndash; das w&auml;ren gegenw&auml;rtig rund 25 Milliarden Euro. Bei der Grundsteuer besteht dringender Reformbedarf, da die Grundst&uuml;ckswerte v&ouml;llig veraltet sind. Eine Steuererh&ouml;hung w&uuml;rde aber die Wohnkosten erh&ouml;hen und damit die &auml;rmeren Haushalte relativ st&auml;rker treffen als die reichen. Mit Verm&ouml;gen- und Erbschaftsteuern soll die Belastung auf die Wohlhabenden konzentriert werden. Hohe Steuers&auml;tze k&ouml;nnen aber zu Ausweichreaktionen der Steuerpflichtigen f&uuml;hren. Ferner versch&auml;rfen sie die Wirkungen von Fehlbewertungen von Grundst&uuml;cken oder Unternehmen. Daher sollten die pers&ouml;nlichen Freibetr&auml;ge moderat sein, um niedrige Steuers&auml;tze und eine gleichm&auml;&szlig;igere Belastung zu erm&ouml;glichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/100298\/09-30-3.pdf\">DIW [PDF &ndash; 323 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die bisher nur der FTD vorliegende Studie zur Verm&ouml;gensbesteuerung von Stefan Bach ist nun allgemein zug&auml;nglich im neuesten Wochenbericht des DIW. Etwas verwirrend ist, dass in der &Ouml;ffentlichkeit meist nur die abgeschaffte allgemeine pers&ouml;nliche Verm&ouml;genssteuer diskutiert wurde. Andere verm&ouml;gensbezogene Steuern wie z.B. die Erbschaftssteuer wurden getrennt diskutiert. Stefan Bach r&auml;umt nun gerade der pers&ouml;nlichen Verm&ouml;genssteuer (Betriebs-, Grund- und Geldverm&ouml;gen), wenn sie hoch ausf&auml;llt keine gro&szlig;en Wirkung ein, weil hohe Steuers&auml;tze &bdquo;Ausweichreaktionen&ldquo; ausl&ouml;sen (Steuerflucht) und weil &bdquo;reiche Leute mit ihren Kapitalanlagen oder auch Unternehmer gewisse Gestaltungsm&ouml;glichkeiten haben, dieser Steuerbelastung zu entgehen&ldquo;. Man muss diese Auffassung nicht teilen, so k&ouml;nnte ich mir vorstellen, dass im Zuge einer st&auml;rkeren Kontrolle von Steueroasen, sich einiges ver&auml;ndern k&ouml;nnte. Speziell bei Entfall von Anreizen im deutschsprachigen Ausland, und der zunehmende Protest der Schweizer B&uuml;rger gegen die Sonderbehandlung von Schwerstreichen l&auml;sst hoffen, d&uuml;rfte sich das Ausweichverhalten deutscher Schwerstreicher reduzieren. Anstelle der pers&ouml;nlichen Verm&ouml;gensteuer setzt Bach eher auf eine Anhebung der Kapitaleinkommen- und Unternehmenssteuern, was besonders pikant ist, da genau diese Steuern durch Rot\/Gr&uuml;n und Rot-Schwarz gesenkt wurden.<br>\nWegen der genannten &nbsp;Ausweichreaktionen, favorisiert Bach eher die Anhebung der Grund- und Erbschaftsteuer, deren j&uuml;ngste Ausgestaltung in die &bdquo;falsche Richtung&ldquo; ginge. Siehe auch <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/90135\/08-45-3.pdf\">DIW-Wochenbericht 45\/2008 [PDF &ndash; 279 KB]<\/a>: Erbschaftsteuerreform: was lange w&auml;hrt, wird endlich schlecht). Skeptisch ist Bach bei Finanztransaktionssteuern, da sie &nbsp;international koordiniert werden m&uuml;ssten, was z.Z. unrealistisch sei. In Fu&szlig;note 16 wird darauf hingewiesen, dass in Modellrechnungen bereits ein Steuersatz von 0,1 Prozent ein Aufkommen von 35 Milliarden Euro bringen k&ouml;nnte, dabei eingerechnet, dass weniger kurzfristige spekulative Gesch&auml;fte get&auml;tigt werden. Dieser Effekt wird in der Diskussion um die Stabilisierung der Finanzm&auml;rkte meistens in den Vordergrund ger&uuml;ckt. &ndash; Nat&uuml;rlich formuliert das Bach nicht so, aber im Grunde ist seine Analyse eine vernichtende Kritik der Steuerpolitik von Rot\/Gr&uuml;n und Schwarz\/Rot.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Rudolf Hickel: Schwarz-gelber Steuersenkungspopulismus<\/strong><br>\nOb Steuersenkung oder Schuldenbremse: Betrachtet man die wirtschaftspolitischen Vorschl&auml;ge der vergangenen Wochen &ndash; die offenbar auch jene des Bundestagswahlkampfs sein werden &ndash;, kann man den Eindruck gewinnen, wir h&auml;tten die Krise bereits hinter uns. Nicht die Wirtschaftskrise wird zunehmend als Problem gesehen, sondern das Wachstum der Staatsschulden sowie die angeblich drohende Inflation. Doch weit gefehlt: Die eigentlichen Krisenfolgen werden uns erst nach den Wahlen erreichen. V&ouml;llig zur Unzeit wird gegenw&auml;rtig, insbesondere im CSU-gef&uuml;hrten Bundeswirtschaftsministerium, bereits an einer Exit-Strategie aus der unabdingbaren Staatsverschuldung gearbeitet. Dies k&ouml;nnte verheerende Folgen haben. Gerade ein Ende der Konjunkturpolitik mittels staatlicher Ausgaben lie&szlig;e die Schulden steigen. Ruhig bleiben, m&uuml;sste deshalb eigentlich die Devise lauten &ndash; aber die zunehmend populistischen Steuersenkungsparolen &uuml;berlagern derzeit alles.<br>\nEin wirklicher Ausstieg aus der Schuldenkrise ist deshalb nur m&ouml;glich, wenn man die Wirtschaftskrise nachhaltig bek&auml;mpft. Die beste Schuldenbek&auml;mpfung ist und bleibt jedoch die mittelfristige Generierung neuer Einnahmen. Die Wirtschaftskrise verlangt deshalb unkonventionellen Mut zu einer ad&auml;quaten Antikrisenstrategie. Denn wir sind noch lange nicht &uuml;ber den Berg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/artikel.php?pr=3142\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Jens Berger: Eat the Rich<\/strong><br>\nSeit&acute; an Seit&acute; schreiten seit heute die Linke und das als unternehmerfreundlich geltende Deutsche Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW). F&uuml;r die ungleichen Bettgenossen stellt die Verm&ouml;genssteuer ein sinnvolles fiskalisches Instrument zu einer gerechteren Lastenverteilung dar. Doch wer nun denkt, im DIW sei &uuml;ber Nacht der Sozialismus ausgebrochen, der irrt. Nur in Deutschland hat sich die neoliberale Irrlehre, hohe Einkommen und Verm&ouml;gen zu entlasten, bis heute beharrlich gehalten. Geh&ouml;ren deutsche Ingenieure zur internationalen Avantgarde, sind die deutschen Volkswirte in den 80ern stecken geblieben. Weltweit gilt es unter Top-&Ouml;konomen als Common Sense, dass eine gerechte Besteuerung hoher Einkommen und Verm&ouml;gen nicht nur zum sozialen Ausgleich beitr&auml;gt, sondern gesamtwirtschaftlich durchaus sinnvoll ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/582\/eat-the-rich\">Spiegelfechter<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Die Steuerpolitik der Neoliberalen zielt im Allgemeinen darauf ab, die sog. indirekten Steuern (Verbrauchsteuern, insbes. die Mehrwertsteuer) zu erh&ouml;hen und die sog. direkten Steuern (Einkommens-, Gewinn-, Verm&ouml;gens- und Erbschaftssteuern) zu senken.<br>\nDie indirekten Steuern f&uuml;hren zu einer anteilig zum Einkommen und Verm&ouml;gen st&auml;rkeren Belastung der Gering- und Durchschnittsverdiener, w&auml;hrend die direkten Steuern eine einkommens- und verm&ouml;gensanteilig st&auml;rkere Belastung der Spitzenverdiener nach sich ziehen. Vor diesem Hintergrund ist die Diskussion um die Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer und der bis zum heutigen Tag aus den Medien verbannten Diskussion um die Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;gensteuer zu sehen (die Forderung nach Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;gensteuer wird meist mit dem &ldquo;Neid&rdquo;-Vorwurf abgeb&uuml;gelt). Trotz Finanzkrise und den hierdurch ausgel&ouml;sten Belastungen f&uuml;r die Staatsfinanzen wurde von der Bundesregierung sogar eine Senkung der Erbschaftsteuer beschlossen. Und dies, obwohl hierzulande die staatlichen Einnahmen aus der Verm&ouml;gens-, Erbschafts- und Grundsteuer im internationalen Vergleich bereits heute ein sehr niedriges Niveau aufweisen.<br>\nNoch weist Schwarz-Gelb in seinen &ouml;ffentlichen Erkl&auml;rungen die Absicht einer Mehrwertsteuererh&ouml;hung nach den Bundestagswahlen von sich. Allzu sehr vertrauen sollte man auf diese &ldquo;Zusage&rdquo; jedoch nicht. Dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass die sonstigen indirekten Steuern (z.B. die Mineral&ouml;lsteuer unter dem Vorwand des &ldquo;Umweltschutzes&rdquo;) durchaus als alternative steuerpolitische Ma&szlig;nahmen zur Erh&ouml;hung der indirekten Steuern (unter dem Vorwand der &ldquo;Haushaltskonsolidierung&rdquo;) im Bereich des M&ouml;glichen liegen. Auch die erneute drastische Beschneidung der Pendlerpauschale (unter der vorgeschobenen Begr&uuml;ndung des &ldquo;Subventionsabbaus&rdquo;) geh&ouml;rt sicherlich zu den Optionen einer schwarz-gelben Bundesregierung.<br>\nIm Gegenzug gibt es im schwarz-gelben Lager Bestrebungen, die direkten Steuern wie z.B. die Unternehmens-, Einkommens- und Erbschaftsteuer weiter abzusenken (vorgeschobene Begr&uuml;ndung: &ldquo;Erh&ouml;hung der Leistungsanreize&rdquo;).<br>\nDie Senkung der direkten Steuern auf Einkommen und Verm&ouml;gen wird von den Neoliberalen gerne mit der im oben zitierten &ldquo;Spiegelfechter&rdquo;-Beitrag erw&auml;hnten &ldquo;Laffer-Kurve&rdquo; begr&uuml;ndet. Prof. Artur B. Laffer war ein fanatischer Propagandist der &ldquo;Reagonomics&rdquo;. Laffers &ldquo;theoretischer&rdquo; Zusammenhang, den er laut eigenen Angaben zum ersten Mal auf einer Serviette eines Washingtoner Restaurants skizzierte, wurde unter neoliberalen Angebots&ouml;konomen &auml;u&szlig;erst popul&auml;r.<br>\nDer Nobelpreistr&auml;ger Prof. Paul A. Samuelson schreibt in seinem Standardwerk &ldquo;Volkswirtschaftslehre&rdquo; (15. Auflage, 1998, Seite 376f):<br>\n&ldquo;Die sogenannte Laffer-Kurve zeigt die Beziehung zwischen Steuereinnahmen und Steuers&auml;tzen. Nach der theoretischen Laffer-Kurve m&uuml;sste ein Steuersatz von 50% zu maximalen Einnahmen f&uuml;hren. &hellip; Gr&uuml;ndliche empirische Studien kommen jedoch zu einer anders verlaufenden Kurve, die scharf nach rechts geneigt ist &hellip; .<br>\nDon Fullerton von der Univesity of Viginia unternahm mehrere &ouml;konomische Studien zur Reaktion der Bev&ouml;lkerung auf verschieden hohe Steuers&auml;tze in Form ihres jeweiligen Arbeitseinsatzes. &hellip; Nach Fullertons Ergebnissen liegt der Punkt der maximalen Staatseinnahmen weit rechts von den heutigen Steuers&auml;tzen.&rdquo;&hellip;<br>\nDer optimale Steuersatz auf Arbeitseinkommen (der Steuersatz f&uuml;r die Einkommensteuer) betr&auml;gt nach Fullertons Studien ca. 80 Prozent. Dieses 80%-Niveau liegt somit deutlich oberhalb der hiesigen Steuer- und Abgabenquote (Steuer- und Sozialversicherungsabgaben in Prozent vom Bruttoinlandsprodukt) in H&ouml;he von 39,5%. Und selbst der Spitzensteuersatz liegt mit 47,5% (inkl. &ldquo;Reichensteuer&rdquo; und Solidarit&auml;tszuschlag) deutlich unterhalb des 80%-Niveaus.<br>\nDie Neoliberalen streben &uuml;ber den Weg der Privatisierung &ouml;ffentlicher Leistungen, des Abbaus des Wohlfahrtsstaates und der Absenkung der direkten Steuern den abgemagerten Staat an.<br>\nDie Staatsfeindlichkeit der Neoliberalen (Stichwort: der &ldquo;gefr&auml;&szlig;ige Staat&rdquo;) wird in ihrer ganzen Extremit&auml;t vom US-Marktradikalen Grover Norquist verk&ouml;rpert (siehe Peter Bofinger (2009), Seite 15: Ist der Markt noch zu retten?):<br>\n&ldquo;Ich m&ouml;chte den Staat nicht abschaffen. Ich m&ouml;chte ihn lediglich auf ein Ma&szlig; reduzieren, dass ich ihn ins Badezimmer ziehen und in der Badewanne ertr&auml;nken kann.&rdquo; <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die n&auml;chste Runde<\/strong><br>\nF&uuml;r einen kurzen &shy;Moment sah es so aus, als &shy;w&uuml;rde der Kasinokapitalismus aus seinen Fehlern lernen. Das war ein Trugschluss.<br>\nEin sehr lukratives Gesch&auml;ft ist beispielsweise der Handel mit Staatsanleihen. Die hohe Bonit&auml;t dieser Papiere erlaubt es den Investmentbanken, diese Staatsanleihen mit einem gr&ouml;&szlig;eren Hebel aufzukaufen, das Geld daf&uuml;r gibt es von den Notenbanken beinahe zum Nulltarif. Es mutet schon seltsam an &ndash; die Banken verzocken sich, der Staat muss sie auf Kosten der Steuerzahler retten und mit den Schulden, die der Staat f&uuml;r diese Rettung aufnehmen muss, machen die Banken Gewinne. Es ist fast &uuml;berfl&uuml;ssig zu erw&auml;hnen, dass diese Gewinne nicht zur Minderung der Schulden eingesetzt werden, die den Steuerzahler auf Generationen hinweg belasten werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/0930-krise-turbokapitalismus-banken-finanzmarkt\">der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Nordbank-Skandal treibt Carstensen zur Eile<\/strong><br>\nDie SPD ist Schleswig-Holsteins Ministerpr&auml;sident los, den Streit &uuml;ber seinen Umgang mit der HSH Nordbank nicht. Die Krise der Bank wird den Wahlkampf dominieren.<br>\nBereits seit langem wird den Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein vorgeworfen, sie w&uuml;rden die &Ouml;ffentlichkeit nur Bruchst&uuml;ckhaft &uuml;ber die Lage der Landesbank informieren, sie h&auml;tten nicht auf fr&uuml;hzeitige Warnungen &uuml;ber eine m&ouml;gliche Fehlentwicklung reagiert. Mit seinen nun wiederholten Vorw&uuml;rfen n&auml;hrt (der ehemalige Wirtschaftsminister Werner) Marnette den Verdacht, Carstensen k&ouml;nnte den Termin f&uuml;r den Bruch der Gro&szlig;en Koalition und f&uuml;r Neuwahlen vor allem aus wahltaktischen Gr&uuml;nden gew&auml;hlt haben. Bis zum regul&auml;ren Wahltermin im Fr&uuml;hjahr 2010 h&auml;tten weitere Hiobsbotschaften aus der Bank Carstensens Reputation besch&auml;digen k&ouml;nnen &hellip;<br>\nBereits Ende des Jahres k&ouml;nnte die Kernkapitalquote der Bank unter die von der Bankenaufsicht BaFin geforderte 4-Prozent-Marke sinken und die erneut in eine existentielle Krise geraten &hellip;<br>\nMit 30 Milliarden Euro Liquidit&auml;tsgarantien musste im November 2008 der Bankenrettungsfonds der Bundesregierung einspringen. Das Jahr schloss die Bank mit einem Verlust von 2,8 Milliarden Euro ab. Im Februar schlie&szlig;lich mussten die L&auml;nder Hamburg und Schleswig-Holstein frisches Eigenkapital in H&ouml;he von 3 Milliarden Euro sowie eine 10-Milliarden- B&uuml;rgschaft bereitstellen &hellip;<br>\nMinisterpr&auml;sident Carstensen geht dabei mit den vorgezogenen Neuwahlen ein hohes Risiko ein. Denn kommt nach dem 27. September heraus, dass bei der HSH Nordbank bislang nicht alle Verluste offen gelegt wurden, m&ouml;gliche neue Risiken verschleiert wurden, dann wird aus Carstensens Machtspiel eine Staatsaff&auml;re.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland\/Schleswig-Holstein-HSH-Nordbank-Carstensen;art122,2854832\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Bankdaten-Check: EU will USA freie Hand geben<\/strong><br>\nDie USA sollen auch in Zukunft auf europ&auml;ische Bankdaten zugreifen k&ouml;nnen. Die Botschafter der 27&nbsp;Euro-Staaten erteilten der EU-Kommission am Donnerstag in Br&uuml;ssel das Mandat, um mit den USA ein Abkommen auszuhandeln, wie Diplomaten in Br&uuml;ssel sagten.<br>\nNach einem Vorschlag der Kommission sollen die USA im Kampf gegen Terrorismus auch dann noch Zugriff auf Daten des Finanzdienstleisters Swift haben, wenn dessen Hauptserver nach Europa verlagert wird.<br>\nIn der Swift-Datenbank sind &Uuml;berweisungsdaten von 8000 Banken aus mehr als 200 L&auml;ndern gespeichert. Im Jahr 2006 war bekanntgeworden, dass der US-Geheimdienst CIA seit den Anschl&auml;gen vom 11. September 2001 auf diese Daten zugreift.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/bankdaten-check-eu-will-usa-freie-hand-geben%3B2436272\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung P.S.:<\/strong> Skandal&ouml;s ist, dass offensichtlich eine illegale Praxis der USA, d.h. des CIA und anderer Dienst nun mit dieser Regelung &ldquo;legitimiert&rdquo; werden soll. Die USA m&uuml;ssen nur dreist genug sein, und schon &ldquo;verkauft&rdquo; die EU ihr letztes Hemd, wenn es gefordert wird.&nbsp;M&uuml;sste sich hier der Datenschutzbeauftragte nicht vehement darum k&uuml;mmern, ist das nicht gar ein Fall f&uuml;r das Verfassungsgericht?<br>\nErg&auml;nzung WL: Wenn es um Steuerhinterziehung geht, ist nat&uuml;rlich das Bankgeheimnis eine heilige Kuh.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Mobbing ohne Arbeitsplatz<\/strong><br>\nHartzer denn je. Stress im Job war gestern. Jetzt gibt&rsquo;s auch ohne Arbeit Stress. Die Arbeitsagenturen machen immer mehr Druck auf Hartz-IV-Empf&auml;nger. Wer nicht spurt, wird sanktioniert. Es drohen K&uuml;rzungen bis 100&nbsp;Prozent. Dabei gibt es ohnehin kaum Arbeitspl&auml;tze. Reine Schikane? Nein. Die Jobcenter m&uuml;ssen Geld sparen im internen Wettbewerb. Erwerbslose versuchen, sich gegenseitig zu unterst&uuml;tzen, doch radikaler als der Widerstand ist das System der Arbeitsagenturen selbst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/inhalt\/\">Jungle World<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Quelle &ndash; Mit nichts abgefunden<\/strong><br>\nJob weg und Geld weg: Wer Quelle vor der Pleite freiwillig verlie&szlig;, geht nun leer aus. Die versprochene Abfindung ist nur noch eine von vielen Insolvenzforderungen.<br>\nPro Jahr sollten die Mitarbeiter helfen, 115 Millionen Euro zu sparen &ndash; wer bei Quelle auf seinen Job verzichtete, dem wurde eine Abfindung versprochen, die drei&szlig;ig Prozent h&ouml;her war als sonst dort &uuml;blich. 160 Mitarbeiter haben nach Angaben des Insolvenzverwalters Klaus Hubert G&ouml;rg unterschrieben.<br>\nAntwort des Justizministeriums: &ldquo;Schlie&szlig;en Arbeitnehmer in der Krise Aufhebungsvertr&auml;ge, laufen sie Gefahr, dass die vereinbarten Abfindungszahlungen nach Er&ouml;ffnung eines Insolvenzverfahrens lediglich Insolvenzforderungen darstellen, die mit der Insolvenzquote bedient werden.&rdquo; Anders gesagt: Der bisherige Mitarbeiter ist in dem Fall nur noch ein Gl&auml;ubiger von vielen seiner alten Firma.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/131\/481601\/text\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Deutschland verliert im Kampf um kluge K&ouml;pfe<\/strong><br>\nDie neuen Zahlen belegen es: Deutschland bleibt ein Abwanderungsland. Im vergangenen Jahr verlor die Bundesrepublik rund 56.000 Einwohner. Doch in der Wirtschaft mangelt es an kompetenten Fachkr&auml;ften. Die zieht es trotz der Lockerungen im deutschen Zuwanderungsgesetz in andere Industriel&auml;nder.<br>\nDeutschland ist nach wie vor ein Abwanderungsland. Zwar zogen laut Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr 682.000 Menschen nach Deutschland, darunter 574.000 ausl&auml;ndische Zuwanderer. Gleichzeitig verlie&szlig;en aber 738.000 Menschen die Bundesrepublik. Davon besa&szlig;en 563.000 keine deutsche Staatsangeh&ouml;rigkeit. Unter dem Strich verlor Deutschland damit rund 56.000 Einwohner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/zuwanderung116.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Der ausf&uuml;hrliche Beitrag enth&auml;lt keinen noch so knappen Hinweis darauf, dass die abwandernden Fachkr&auml;fte m&ouml;glicherweise wegen hoher Arbeitslosigkeit, schlechter Arbeitsbedingungen und niedriger L&ouml;hne unser &bdquo;sch&ouml;nes&ldquo; Deutschland verlassen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Zement auf die 67<\/strong><br>\nDie Bundesbank fordert die Rente mit 69 und st&ouml;&szlig;t dabei ins altbekannte demografische Horn. Wenn das so weitergeht, werden Arbeiter kaum noch ihre Rente erleben.<br>\nIn ihrer Begr&uuml;ndung st&ouml;&szlig;t die Bundesbank ins altbekannte demographische Horn und rechnet vor, dass die altersabh&auml;ngigen Staatsaufwendungen von heute 10,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2060 um 2,5 Prozent steigen werden, die derzeitige demographische Entwicklung und eine j&auml;hrliche Zuwanderung von 0,25 Prozent vorausgesetzt. Das Verh&auml;ltnis der Personen im erwerbsf&auml;higen Alter und der &uuml;ber 65-J&auml;hrigen versch&ouml;be sich dann immer weiter zu ungunsten der Beitragszahler.<br>\nDass Deutschland mit diesem prognostizierten Anstieg der Altersversorgungsquote EU-weit noch ziemlich gut dasteht, n&auml;mlich im unteren Drittel, ist das eine. Zum anderen ist die unterstellte Zuwanderung von 160.000 Personen j&auml;hrlich angesichts der globalen Wanderungsbewegungen ebenso fiktiv wie der relativ flache Anstieg der Erwerbsbeteiligung bis 2060. Wom&ouml;glich werden die tougheren und besser ausgebildeten Frauen in Zukunft n&auml;mlich die Erwerbsquote der M&auml;nner &uuml;berfl&uuml;geln, statt wie angenommen, bei rund 69 Prozent h&auml;ngen bleiben. Und der Anstieg der Arbeitsproduktivit&auml;t von j&auml;hrlich 1,7 untersch&auml;tzt m&ouml;glicherweise die k&uuml;nftige Innovationsf&auml;higkeit der Wirtschaft.<br>\nAber von den unsicheren Annahmen, auf die sich die Prognosen st&uuml;tzen, einmal ganz abgesehen: Die Rente mit 69 ist, wie gesagt, keine &ouml;konomische, sondern eine politische Forderung, die das beschlossene Renteneintrittsalter von 67 zementieren und die Bev&ouml;lkerung an Rentenabschl&auml;ge gew&ouml;hnen soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/0930-rente-69-eintrittsalter-demographie-erwerbsbeteiligung?searchterm=zement\">der Freitag<\/a>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Peter Ehrlich: Das k&ouml;nnen wir uns leisten<\/strong><br>\nDie Generationengerechtigkeit hat funktioniert und wird weiter funktionieren. Dass heutige Rentner mehr bekommen als k&uuml;nftige ist nur folgerichtig.<br>\nWer &uuml;ber die Rente diskutiert, sollte also nicht &uuml;ber das Prinzip, sondern &uuml;ber die Problemzonen reden. Also &uuml;ber die Frage, ob die L&ouml;hne hoch genug sind, ob die Mehrheit der Berufst&auml;tigen auf die n&ouml;tigen 40 Jahre sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung kommt. Es geht um Wachstum und seine Verteilung. In jeder Wirtschaftskrise, auch in der aktuellen, werden viele Menschen in die vorzeitige Rente gezwungen. Wichtig sind also neue Besch&auml;ftigungsmodelle f&uuml;r &Auml;ltere, auch M&ouml;glichkeiten f&uuml;r Rentner, nebenbei Geld zu verdienen.<br>\nWichtig ist auch, dass J&uuml;ngere nach der Ausbildung sozialversicherungspflichtige Jobs erhalten und nicht jahrelang durch Praktika oder andere prek&auml;re Jobs geschleust werden. Die Arbeitgeber, die sich gern &uuml;ber die H&ouml;he der Beitr&auml;ge beklagen, verhalten sich hier unsolidarisch gegen&uuml;ber dem Sozialstaat, wie sie es fr&uuml;her mit der Fr&uuml;hverrentung auf Staatskosten getan haben. Wichtig sind mehr Investitionen in Bildung, damit beim zu erwartenden Fachkr&auml;ftemangel die ordentlich bezahlten Arbeitspl&auml;tze auch besetzt werden k&ouml;nnen.<br>\nUnl&ouml;sbar ist keines dieser Probleme. Die Generation der derzeit Verantwortlichen sollte versuchen, f&uuml;r ein Wirtschaftssystem zu sorgen, in dem es stetige Produktivit&auml;tsgewinne gibt. Dann kann man sich sogar entscheiden, ob man, wie in den 70er- und 80er-Jahren, einen Teil dieser Gewinne f&uuml;r Arbeitszeitverk&uuml;rzungen verwendet &ndash; bei der Wochen- oder der Lebensarbeitszeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne-Peter-Ehrlich-Das-k%F6nnen-wir-uns-leisten\/543616.html\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Zehn Jahre investiert und nichts verdient<\/strong><br>\nWelch ern&uuml;chternde Zahlen: Wer vor zehn Jahren damit begann, Monat f&uuml;r Monat 100 Euro in einen Fonds mit deutschen Aktien zu investieren, muss heute einen j&auml;hrlichen Wertverlust von durchschnittlich 2,6 Prozent hinnehmen. Die absoluten Zahlen machen das Dilemma noch deutlicher: Aus 12.000 Euro wurden 10.555 Euro. Bei einem Fonds mit Aktien aus aller Welt sind es sogar nur 9112 Euro, minus 5,6 Prozent pro Jahr.<br>\nDa vergeht vielen Anlegern die Lust an der Altersvorsorge. Das Argument, dass Sparpl&auml;ne langfristig die beste M&ouml;glichkeit sind, zu einem gewissen Verm&ouml;genspolster f&uuml;r den Ruhestand zu kommen, greift offenbar nicht mehr. Selbst nach 20 Jahren bleiben laut Fondsverband BVI zum Stichtag 30. Juni kaum mehr als drei Prozent Rendite pro Jahr. Dies l&auml;sst sich nach Abzug der Inflation kaum als Verm&ouml;genszuwachs bezeichnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article4175769\/Zehn-Jahre-investiert-und-nichts-verdient.html?print=yes#reqdrucken\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nach den ern&uuml;chternden Zahlen wird nat&uuml;rlich wieder Werbung f&uuml;r Fondssparen gemacht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Gericht: Sippenhaftung ist nicht zul&auml;ssig<\/strong><br>\nBremen. Eine alleinerziehende Mutter, die mit ihrer minderj&auml;hrigen Tochter und ihrem 21-j&auml;hrigen Sohn in Bremen-Nord wohnt, hat jetzt vor dem Landessozialgericht (LSG) eine Grundsatzentscheidung gegen die Bagis erstritten: Die Hartz-IV-Beh&ouml;rde hatte dem 21-J&auml;hrigen alle Leistungen gestrichen, auch seinen Anteil f&uuml;r Miete und Nebenkosten. Das ist unzul&auml;ssig, stellte das Gericht klar. Grund: Die K&uuml;rzung traf nicht nur den jungen Mann, sondern auch Mutter und Schwester. Das Sozialrecht kenne aber keine &ldquo;Sippenhaftung&rdquo;. Nach den Worten von Herbert Thomsen, Berater beim Bremer Erwerbslosenverband (BEV), sind auch die Mutter und die kleine Schwester des 21-J&auml;hrigen Hartz-IV-Empf&auml;nger. Alle drei leben in einem Haushalt und gelten deshalb bei der Bagis als Bedarfsgemeinschaft. In solchen F&auml;llen werden die Kosten f&uuml;r Miete, Wasser und Heizung pro Kopf aufgeschl&uuml;sselt. Das bedeutet: Als die Bagis dem 21-J&auml;hrigen f&uuml;r drei Monate alle Leistungen strich, fehlte in der Haushaltskasse der Familie ein Drittel der Miete, etwa 200 Euro monatlich. Das f&uuml;hrte zu Problemen mit dem Vermieter: Er drohte angesichts der Mietr&uuml;ckst&auml;nde damit, der Familie die Wohnung zu k&uuml;ndigen. Die Bremerin zog vor Gericht, kassierte in erster Instanz aber eine Niederlage. Die Bremerin legte Beschwerde ein und bekam vor dem LSG recht (Aktenzeichen L 6 AS 335\/09 B ER).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weser-kurier.de\/20090723\/btag_1670.php?MeldungsID=2009072300707\">Weser-Kurier<\/a> <em>(Link aktuell nicht mehr erreichbar &ndash; 9:01 Uhr)<\/em><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Opfer der Insolvenz: Blindes Verst&auml;ndnis f&uuml;r Lehman-Zertifikate <\/strong><br>\nDie FTD hat die Lehman-Oma gefunden &ndash; die Symbolfigur der Lehman-Misere. Ruth K. als typische Oma zu bezeichnen w&auml;re aber falsch &ndash; sie ist eher eine Lehman-Uroma. Nun erh&auml;lt die blinde 85-J&auml;hrige 102.000 Euro zur&uuml;ck. Weil das Paar keine Kinder hat, muss sich Ruth K. nach dem Tod ihres Mannes selbst um ihr Geld k&uuml;mmern. Unterst&uuml;tzt wird sie von einem Mitarbeiter der Frankfurter Sparkasse, der auch ihren Mann immer beraten hat. Dann aber wird er ausgetauscht, und ein halbes Jahr sp&auml;ter, am 13. Februar 2008, taucht ein neuer Fraspa-Mann bei der Rentnerin auf. Wortreich erz&auml;hlt er von Ertragschancen von Zertifikaten &ndash; doch die alte Dame bleibt misstrauisch. Nach gut zweieinhalb Stunden bittet sie den Gast zu gehen. Ein schriftlicher Vertrag kommt nicht zustande. Wie auch, Ruth ist zu 100 Prozent sehbehindert. Dennoch f&uuml;hrt der Berater einen Tag sp&auml;ter die Order aus.<br>\nEin Jahr sp&auml;ter landet die Sache vor dem Frankfurter Landgericht, wo schon in der ersten Verhandlung klar wird, dass es das telefonische Beratungsgespr&auml;ch nie gegeben hat. Die Fraspa will trotzdem keinen Vergleich. Sie argumentiert, Kundengespr&auml;che au&szlig;erhalb der Filiale w&uuml;rden intern stets als telefonische Beratung vermerkt, anderes lasse das EDV-System nicht zu. Beim Besuch sei jedoch ein g&uuml;ltiger Vertrag zustande gekommen. Blo&szlig;, der Berater schw&auml;chelt im Zeugenstand. Er gibt vage zu Protokoll, Ruth K. sei, &ldquo;sagen wir mal, einverstanden&rdquo; gewesen. Ob sie auch tats&auml;chlich diese hohe Summe anlegen wollte, wei&szlig; er nicht mehr. Der Anwalt sagt, die Bank habe bewusst auftragslose Buchungen ausgef&uuml;hrt und abgewartet, wie die Kunden reagieren. Das Gericht sieht es &auml;hnlich &ndash; und sprach Ruth K. Mitte dieser Woche 102.000 Euro Schadensersatz zu. Die Fraspa lehnt auf Anfrage eine Stellungnahme ab und will in Berufung gehen. Und das inzwischen wertlose Zertifikat? W&auml;re noch bis 2013 gelaufen. Ruth K. ist dann &uuml;ber 90.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:Opfer-der-Insolvenz-Blindes-Verst%E4ndnis-f%FCr-Lehman-Zertifikate\/544205.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nat&uuml;rlich ist man sprachlos ob der kriminellen Energie von Bank und Mitarbeiter, aber ein wenig lenkt der Fall der 85 Jahre alten blinden Frau ab. Denn sicherlich sind auch viel fittere Kunden in dieser und &auml;hnlicher Weise &uuml;bers Ohrgehauen worden. Was ich an diesem Fall nicht verstehe, ist, wie der Bankangestellte ohne Unterschrift t&auml;tig werden konnte und vor allem warum wurde keine Strafanzeige erhoben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Ex-Finanzsenator Sarrazin: Drei Millionen Euro verschenkt &ndash; zugunsten eines Golfclubs<\/strong><br>\nDer ehemalige Finanzsenator Thilo Sarrazin erm&ouml;glichte in seiner Amtszeit dem Golfclub Wannsee ohne zwingenden Grund einen g&uuml;nstigen Pachtvertrag und verzichtete dadurch auf drei Millionen Euro. Sarrazin sieht den Sachverhalt anders, wie er gegen&uuml;ber dem Tagesspiegel erkl&auml;rte.<br>\nEx-Finanzsenator Sarrazin erm&ouml;glichte Golfklub Wannsee g&uuml;nstigen Pachtvertrag, obwohl Verein 2010 die Gemeinn&uuml;tzigkeit verliert.<br>\nBei der Verpachtung eines landeseigenen Grundst&uuml;cks an den Golfclub Wannsee hat der damalige Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) auf Einnahmen von drei Millionen Euro verzichtet. Denn bei den Verhandlungen im Sommer 2008 &uuml;ber ein neues Erbbaurecht f&uuml;r 99 Jahre war absehbar, dass der Verein ab 2010 die Gemeinn&uuml;tzigkeit verliert. Damit h&auml;tte der Golfclub den Anspruch auf eine besonders g&uuml;nstige Pacht verloren, die f&ouml;rderungsw&uuml;rdigen Sportvereinen zusteht, und m&uuml;sste eigentlich den doppelten Pachtzins zahlen. Eine solche Nachbesserungsklausel steht aber nicht im Vertrag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/Landespolitik-Golfclub-Wannsee-Thilo-Sarrazin;art124,2854201\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bei Hartz IV-Empf&auml;ngern ist Sarrazin weniger gro&szlig;z&uuml;gig als bei Golfern, die f&uuml;r den Vereinseintritt 20.000 Euro auf den Tisch legen k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Die Politikeinfl&uuml;sterer<\/strong><br>\nDie &uuml;ber Jahrzehnte entstandene Verfilzung mit der Politik erm&ouml;glicht Energiekonzernen in Deutschland direkten Einflu&szlig; auf Volksvertreter &ndash; h&ouml;chste Zeit f&uuml;r die Zerschlagung dieser Monopole.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/07-23\/001.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Journalist\/innen f&uuml;r INSM auf PR-Tour<\/strong><br>\nDrei Journalist\/innen ziehen in diesen Tagen quer durch die Republik, um herauszufinden, wie sich die Soziale Marktwirtschaft im Alltag bemerkbar macht und was die Menschen von ihr halten. &Uuml;ber ihre Erlebnisse wollen sie dann ab August auf einer eigenen Webseite sowie in renommierten Medien berichten. Doch was wie ein journalistisches Projekt klingt, ist in Wahrheit eine von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) organisierte und finanzierte Kampagne.<br>\nDie Kampagne &ldquo;Deutschland 24\/30&rdquo; ist gut geplant. Als m&ouml;gliche Interviewpartner\/innen werden neben einem Taxifahrer und einer Altenpflegerin auch Kanzlerin Angela Merkel, Deutsche Bank Chef Josef Akermann oder Bild-Chefredakteur Kai Diekmann genannt &ndash; Menschen, die normalen Journalisten f&uuml;r Interviews nur im seltensten Fall zur Verf&uuml;gung stehen. Pr&auml;sentiert werden sollen die Erlebnisse nicht nur t&auml;glich auf den Internetseiten <a href=\"http:\/\/www.deutschland2430.de\">www.deutschland2430.de<\/a> und auf <a href=\"http:\/\/www.business-on.tv\">www.business-on.tv<\/a>. Auch &ldquo;Fernsehen (z.B. Anne Will, TTT), verschiedene Radio-Stationen und Printmedien (Neon, Zeit, Bild) sowie lokale Radiosender und Tageszeitungen berichten &uuml;ber die Aktion&rdquo;, hei&szlig;t es im Infoblatt.<br>\n&ldquo;Diese Vermischung von Journalismus und interessengeleiteter PR ist uns&auml;glich und mit journalistischen Grunds&auml;tzen nicht vereinbar&rdquo;, kritisiert Ulrich M&uuml;ller von LobbyControl.<br>\nWeitere Brisanz erh&auml;lt &ldquo;Deutschland 24\/30&rdquo; durch die Tatsache, dass zwei der drei von der INSM engagierten Reporter als Journalisten f&uuml;r den &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender rbb t&auml;tig sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2009\/07\/insm-kampagne-deutschland-2430\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Lobbyisten auf Sendung<\/strong><br>\nDie Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft kommt in der ARD h&auml;ufig zu Wort. Der Sender verheimlicht die N&auml;he der Talkg&auml;ste zur neoliberalen Lobbygruppe.<br>\nDie Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ist bekannt f&uuml;r ihre intransparente PR-Arbeit&hellip;Vehement wirbt die 2000 gegr&uuml;ndete Lobbyinitiative seitdem f&uuml;r Privatisierung, Steuersenkungen und weniger Sozialstaat. Ein wichtiger Bestandteil ihres PR-Instrumentariums sind die &ldquo;INSM-Botschafter&rdquo;. Unter ihnen finden sich prominente Namen wie Roland Berger oder Arend Oetker.<br>\nDas ARD-Magazin &ldquo;plusminus&rdquo; berichtete 2005, dass gleich drei INSM-Botschafter in einer Folge der ARD-Sendung &ldquo;Sabine Christiansen&rdquo; anwesend waren. Eine Tradition, die offenbar auch in der Nachfolgesendung &ldquo;Anne Will&rdquo; gepflegt wird. Zuletzt war im Juni der INSM-Berater Bernd Raffelh&uuml;schen zu Gast.<br>\nIm M&auml;rz lud man den Berater Oswald Metzger (CDU) und den Botschafter Arnulf Baring ein, im Dezember den INSM-Gr&uuml;nder Martin Kannegiesser. Am 2. November fanden sich unter den f&uuml;nf G&auml;sten mit Arend Oetker und F&ouml;rdervereinsmitglied Silvana Koch-Mehrin (FDP) zwei weitere INSM-Vertreter. Im gleichen Monat kamen auch die Botschafter Dominique D&ouml;ttling und Michael H&uuml;ther.<br>\nPikant daran: Anne Will moderierte den &ldquo;Kongress 2002&rdquo; der INSM und f&uuml;hrte unter anderem ein Interview mit dem damaligen BDI-Pr&auml;sidenten Michael Rogowski. Auf die Frage, welches Honorar sie hierf&uuml;r erhielt, sagte Nina Tesenfitz von der Will Media GmbH: &ldquo;Anne Will gibt generell keine Auskunft &uuml;ber ihre Einnahmen.&rdquo;<br>\nEin Problem in der geh&auml;uften Pr&auml;senz von INSM-Vertretern sieht man bei &ldquo;Anne Will&rdquo; nicht: &ldquo;Unsere G&auml;ste werden aufgrund ihrer Funktionen, Mandate und Positionen ausgew&auml;hlt, nicht aufgrund ihres Verh&auml;ltnisses zur INSM.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/leben\/medien\/artikel\/1\/lobbyisten-auf-sendung-bei-ard\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Duell der Lobbyisten: Einst regierten sie das rot-gr&uuml;ne Deutschland, heute sind sie Rivalen im Pipelinegesch&auml;ft<\/strong><br>\nDeutschlands fr&uuml;herer Kanzler Schr&ouml;der und sein ehemaliger Vize Fischer haben beide im Gasgesch&auml;ft angeheuert &ndash; bei Konkurrenzprojekten. Schr&ouml;der hat die besseren Karten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/duell_der_lobbyisten_1.3086822.html?printview=true\">Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Oskar im M&uuml;ller-Land<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,637713,00.html\">Spiegel Online<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Im ganzen Artikel findet sich kein einziges sachliches oder fachliches Argument, das es sich zu merken lohnte. Der sachliche Nachrichtenwert ist gleich Null. Es ist wieder ein typisches Beispiel f&uuml;r asymmetrischen Kampagnenjournalismus. Zwei Abs&auml;tze despektierliches &uuml;ber M&uuml;ller im Rest des Beitrags, werden die immer gleichen festgestanzten Vorurteile gegen&uuml;ber Lafontaine wiederholt:<br>\n&bdquo;Hat sich ja schon einmal aus dem Staub gemacht&ldquo;; &bdquo;Lafontaines Gesicht &uuml;ber dem sehr wei&szlig;en Hemdkragen wird noch eine Spur roter&ldquo;; &bdquo;Er spult das ganze Programm herunter&ldquo;; &bdquo;Vor kurzem, beim Sommerinterview im ZDF, wirkte die Linken-Galionsfigur d&uuml;nnh&auml;utig und aggressiv. Auf Bez&uuml;ge zu seinem Abgang als Finanzminister raunzte er da, man solle &ldquo;nicht so d&auml;mlich von hinschmei&szlig;en reden&rdquo;; &ldquo;Napoleon von der Saar&ldquo;; &bdquo;die Linke wirkt reichlich angeschlagen. Bundesweit sind die Aufl&ouml;sungserscheinungen kaum noch zu &uuml;bersehen&ldquo;; &bdquo;Der Traum von einer rot-roten Regierungsmehrheit unter linker F&uuml;hrung schien zumindest damals ausgetr&auml;umt&ldquo;; &bdquo;Ansonsten fl&uuml;chtet sich der Linke-Chef vor dem Missmut mal in Ironie, mal in wilde Zahlenspiele &ndash; und mal in Plattit&uuml;den&ldquo;.<br>\nDas ist der Kampagnenstil eines Blattes, das sich &bdquo;Nachrichten-Magazin&ldquo; nennt.<br>\nSelbst die gewiss CDU-freundliche Welt kommt da zu einem ganz anderen Fazit: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article4172942\/Froehlicher-Lafontaine-streitet-mit-verzagtem-Mueller.html\">Fr&ouml;hlicher Lafontaine streitet mit verzagtem M&uuml;ller<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Steinmeiers kostenloser Neoliberaler<\/strong><br>\nFrank-Walter Steinmeier ist zwar &uuml;berhaupt nicht in der Gefahr in Deutschland Kanzler zu werden &ndash; eher w&uuml;rde der Mond rot angestrichen &ndash; aber er muss ja zumindest so tun, als ob er Wahlkampf machen w&uuml;rde. Das macht er auch und er hat dazu prominente Hilfe von Markus Klimmer, der Partner bei McKinsey &amp; Company Deutschland war und dort den Bereich &ldquo;Public Sector&rdquo;, also die Abzocke im &ouml;ffentlichen Bereich leitete.<br>\nAber es kommt noch viel besser: Klimmer ist auch Policy Fellows des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), das der Steuerbetr&uuml;ger Zumwinkel gegr&uuml;ndet hat um die Arbeitnehmer nach streng &ldquo;wissenschaftlichen&rdquo; Regeln und Begr&uuml;ndungen noch leichter ausnehmen zu k&ouml;nnen. Klimmer dient dem IZA, durch seine Beziehungen, also als Beeinflussungsagent und Lobbyist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.duckhome.de\/tb\/archives\/6903-Steinmeiers-kostenloser-Neoliberaler.html#extended\">Duckhome<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Und auch bei den Policy Fellows des IZA sind auff&auml;llig viele Aktivisten der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft vertreten.<\/em><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"?p=3318\">Nachdenkseiten &ndash; Hinweise des Tages vom 04.07.2008 (Punkt 6)<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Das Guttenberg-Dossier<\/strong><br>\nAls uns vor kurzem der neuen Wirtschaftsminister Karl-Theodor von und zu Guttenberg pr&auml;sentiert wurde, stellte sich bald ziemlich alles, was &uuml;ber seine angebliche Erfahrung in der &bdquo;freien Wirtschaft&ldquo; berichtet wurde, als falsch heraus. Aus den Medien war und ist au&szlig;er nachweislichen Falschinformationen und Plattit&uuml;den kaum etwas Sachdienliches zu erfahren. Wer aber ist zu Guttenberg wirklich, woher kommt er? Und wof&uuml;r steht er? ZeitGeist-Autorin Friederike Beck begab sich auf Spurensuche und fand erstaunlich Brisantes. Ihr Beitrag gibt aber auch Einblick in eine Form des investigativen Journalismus, die man eigentlich von den gro&szlig;en Nachrichtenmagazinen zu erwarten h&auml;tte &hellip; Aufgrund der F&uuml;lle des Materials wird das &bdquo;Guttenberg-Dossier&ldquo; in mehreren Teilen ver&ouml;ffentlicht &ndash; exklusiv auf ZeitGeist Online.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeitgeist-online.de\/special24.html\">Zeitgeist online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Klemens Himpele: Vom Bildungsstreik zur Bewegung?<\/strong><br>\nIm Juni demonstrierten hunderttausende Studentinnen und Studenten, Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler in der gesamten Bundesrepublik gegen die anhaltende Misere im Bildungssystem. Ihre Botschaft: Sie wollen nicht unter dem Signum der &bdquo;Besch&auml;ftigungsf&auml;higkeit&ldquo; lernen, sondern das Recht auf umfassende Bildung zur&uuml;ckerobern. Die Proteste richteten sich gegen die Bedingungen im Bildungssystem, die den Druck auf Sch&uuml;ler und Studenten in den letzten Jahren kontinuierlich weiter erh&ouml;ht haben. So wurde das Lerntempo drastisch erh&ouml;ht &ndash; sowohl durch die Verk&uuml;rzung des Schulbesuchs bis zum Abitur vielerorts auf zw&ouml;lf Jahre, als auch durch die Einf&uuml;hrung des sechssemestrigen Bachelors als Regelabschluss. Zudem hat die Einschr&auml;nkung des Zugangs zum Master-Studium die Konkurrenz um gute Noten an den Hochschulen massiv verst&auml;rkt &ndash; f&uuml;r Bildung im eigentlichen Sinn ist kaum noch Platz. 1 Studiengeb&uuml;hren f&uuml;hren den Studierenden vor Augen, dass Bildung heute als Investition verstanden wird und sich daher auch in Form von h&ouml;heren Einkommen rechnen muss. Hinzu kommen versch&auml;rfte Zulassungsbestimmungen und ein tendenziell immer schlechter ausgestattetes BAf&ouml;G.<br>\nDer wachsende Druck im Bildungssystem ist immer st&auml;rker auch in den Schulen zu sp&uuml;ren. Viel zu gro&szlig;e Klassen, soziale Selektion und wachsender Leistungsdruck machen Schule f&uuml;r immer mehr junge Menschen zu einer verhassten Pflichtveranstaltung, in der sie immer weniger gef&ouml;rdert werden.<br>\nWas folgt nun aus dem massenhaften Protest? Gegenw&auml;rtig scheinen eine, wenn auch sicher begrenzte, Reform der Studienstruktur und eine Entr&uuml;mpelung der gymnasialen Oberstufe im Bereich des M&ouml;glichen zu liegen. Sollte dies gelingen, handelte es sich zweifelsohne um einen Erfolg der Bewegung.<br>\nAllerdings droht dem Bildungsstreik andererseits zugleich das Schicksal seiner Vorg&auml;nger: Die schlimmsten Spitzen werden entfernt, an der grundlegenden Ausrichtung des Bildungssystem &auml;ndert sich aber nichts. In diese Richtung deutet auch das Verhalten von SPD und Gr&uuml;nen, die sich mit dem Streik solidarisierten, gleichzeitig jedoch mit einer Grundgesetz&auml;nderung (&bdquo;Schuldenbremse&ldquo;) die M&ouml;glichkeit h&ouml;herer &ouml;ffentlicher Ausgaben torpedieren.<br>\nOb die beginnende Debatte um ein Menschenrecht auf Bildung fruchtbar gemacht werden kann, wird auch davon abh&auml;ngen, ob bzw. wie sich die Streikenden auch nach der Sommerpause einmischen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/artikel.php?pr=3143\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h27\"><\/a><strong>Privatunis &ndash; vom Motor zur Bremse<\/strong><br>\nIn den 90er-Jahren wurden sie als Motoren einer neuen Bildungspolitik gefeiert &ndash; jetzt stehen immer mehr private Universit&auml;ten vor der Pleite. J&uuml;ngstes Opfer: die International University in Bruchsal. Der Investor Educationtrend zieht sich aus diesem Millionenverlustgesch&auml;ft zur&uuml;ck.<br>\nEine Eliteuni, eine Kaderschmiede f&uuml;r die regionale IT-Branche sollte sie werden. Am Ende blieben 170 Studierende und 12 Professoren, die nun von der Schlie&szlig;ung der International University in Bruchsal betroffen sind.<br>\nDie Kritik richtet sich zum einen gegen den Hamburger Investor Educationtrend &ndash; eine Firma, die erst im Fr&uuml;hjahr die Hanseuniversit&auml;t in Rostock abgewickelt hatte &ndash; zum anderen aber auch gegen die Landesregierung von Baden-W&uuml;rttemberg: Nicht zuletzt wegen der zahlungsunf&auml;higen Privatuni in Bruchsal ger&auml;t nun Wissenschaftsminister Peter Frankenberg unter Druck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/campus\/1003808\/\">DLF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wozu auch noch Privatunis, wo doch die staatlichen Hochschulen funktionell privatisiert wurden? Warum sollte ein Investor noch in private Hochschule investieren, wo er sich doch viel risikofreier und billiger bei &ouml;ffentlichen Hochschulen einkaufen kann?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h28\"><\/a><strong>Historikerverband lehnt Teilnahme an CHE-Ranking ab<\/strong><br>\nDer Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands hat es abgelehnt, sich am Ranking der deutschen Geschichtswissenschaft durch das CHE zu beteiligen, da das Verfahren keine akzeptablen Informationen &uuml;ber die Leistungsf&auml;higkeit der deutschen historischen Seminare erm&ouml;glicht. Zahlreiche Seminare haben folgerichtig ihre Teilnahme am Ranking abgelehnt bzw. &uuml;berlegen, dies zu tun. Dazu z&auml;hlen bisher:\n<ul>\n<li>Historisches Seminar der Goethe-Universit&auml;t Frankfurt am Main<\/li>\n<li>istorisches Institut der Technischen Universit&auml;t Dresden<\/li>\n<li>Historisches Institut der Universit&auml;t Paderborn<\/li>\n<li>Historisches Seminar der LMU M&uuml;nchen<\/li>\n<li>Historisches Institut der Universit&auml;t Duisburg-Essen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.historikerverband.de\/\">Historikerverband<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h29\"><\/a><strong>Dresdener Historiker: Aufforderung zur Reform der Reform<\/strong><br>\nNun kann man zwar der Meinung sein, das Reformwerk sei in einer Allianz von Wissenschaftsb&uuml;rokratie, &ouml;konomistischem Lobbyismus (dessen vorgebliche Erfolgsgarantie zur Zeit auf den M&auml;rkten dieser Welt besichtigt werden kann), Hochschulberatungsgremien wie dem Centrum f&uuml;r Hochschulentwicklung und selbsternannten Stimmen der Hochschulen wie der Hochschulrektorenkonferenz oktroyiert worden &ndash; aber die Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer bleiben gleichwohl die Vollzugsbeamten und Vollstrecker eines Systems, das sie nicht gut finden und das nach &Uuml;berzeugung vieler weder dem Ausbildungsziel wissenschaftlicher und berufsbef&auml;higender Kompetenz dient noch dem wissenschaftlichen Standard ihres Faches entspricht. Wer dann seine Unzufriedenheit nur in sich hineinfrisst oder nur intern &auml;u&szlig;ert, &ouml;ffentlich indes schweigt, handelt unverantwortlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.historikerverband.de\/\">Historikerverband<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h30\"><\/a><strong>Die Bundeswehr packt ihr Arsenal aus<\/strong><br>\nDas Wort Krieg h&auml;lt Verteidigungsminister Franz-Josef Jung f&uuml;r die Ereignisse in Afghanistan noch immer f&uuml;r unangemessen. Inzwischen hat er sich mit seinem Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan offensichtlich auf die Formulierung &ldquo;asymmetrische Bedrohung&rdquo; geeinigt. So bezeichneten die beiden in ihrer Bilanzpressekonferenz &uuml;ber die jetzt zu Ende gehende Legislaturperiode die &ldquo;kriegs&auml;hnlichen Auseinandersetzungen&rdquo; &ndash; auch das darf man im Ministerium sagen -, an denen die Bundeswehr in Afghanistan beteiligt ist. Ehrlicher und richtiger w&auml;re der Begriff des &ldquo;asymmetrischen Krieges&rdquo;, denn das ist es, was am Hindukusch stattfindet. Kriege sind heute fast schon per Definition asymmetrische Kriege, in denen staatlich organisierte Armeen gegen extremistische Aufstandsbewegungen oder gegen Terroristen k&auml;mpfen, manchmal sogar gro&szlig;e Fregatten gegen Piratenboote mit f&uuml;nf Mann und Panzerfaust. Darum ist es richtig, vom Krieg in Afghanistan zu sprechen. Wenn die Bundeswehr nun mit Sch&uuml;tzenpanzern, M&ouml;rsern und amerikanischer Luftunterst&uuml;tzung in einer Gro&szlig;offensive mit insgesamt weit &uuml;ber 1000 Soldaten gegen die Taliban vorgeht, dann ist das eine Eskalationsstufe, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht erreicht worden ist. Es ist auch die h&ouml;chste Eskalationsstufe eines asymmetrischen Krieges: Die Armee packt ihr Arsenal an schweren Waffen aus, um die Aufst&auml;ndischen zu bek&auml;mpfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Kommentar-Die-Bundeswehr-packt-ihr-Arsenal-aus\/543489.html?mode=print\">Financial Times Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung O.P.:<\/strong> Die Jung best&auml;tigende Auffassung von Joachim Zepelin, dass sich die deutsche &Ouml;ffentlichkeit kaum f&uuml;r den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr interessiere, kann ich nicht teilen. Allein, dass sein Artikel 115 Mal bewertet wurde, zeigt doch, dass selbst in einer Wirtschaftszeitung das Leserinteresse f&uuml;r Afghanistan hoch ist. Ein Krankenhausaufenthalt meinerseits best&auml;tigte mir in etlichen Gespr&auml;chen sowohl das Interesse am Thema als auch die Ablehnung des Krieges. Die Patienten in Krankenhaus bildeten eine gute Mischung von Bildleser bis zum FAZ-Leser, obwohl sie wegen der Altersklasse (ab 40) keine ideale Stichprobe abgeben.- Richtig ist allerdings, dass wir &uuml;ber die Lage in Afghanistan von offizieller Seite schlecht bis gar informiert werden &ndash; auch das ein Zeichen, dass wir uns im Krieg befinden.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(MB\/WL)<br \/> Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4089#h01\">Was uns die Gro&szlig;e Koalition verheimlicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h02\">R&uuml;ffel aus Karlsruhe f&uuml;r Steinmeier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h03\">Weltweite Wut auf Banker-Boni<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h04\">Kreditkartenausfall klettert auf H&ouml;chststand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h05\">DIW: Verm&ouml;gensbesteuerung in Deutschland: Eine Ausweitung trifft nicht nur Reiche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h06\">Rudolf Hickel: Schwarz-gelber Steuersenkungspopulismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h07\">Jens Berger: Eat the Rich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4089#h08\">Die n&auml;chste<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4089\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4089","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4089","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4089"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4089\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4089"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4089"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4089"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}