{"id":40970,"date":"2017-11-08T13:00:07","date_gmt":"2017-11-08T12:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40970"},"modified":"2017-11-09T07:51:45","modified_gmt":"2017-11-09T06:51:45","slug":"die-automobillobby-konterkariert-mit-hilfe-der-bundesregierung-den-klimaschutz-in-absurder-art-und-weise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40970","title":{"rendered":"Die Automobillobby konterkariert mit Hilfe der Bundesregierung den Klimaschutz in absurder Art und Weise"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171108_lobby1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Am Montag begann in Bonn die gro&szlig;e UN-Weltklimakonferenz. Sicher wird bis kurz vor Toresschluss am n&auml;chsten Freitag um einzelne Formulierungen im Abschlusskommuniqu&eacute; gerungen und am Ende werden die Medien Klimakanzlerin Merkel f&uuml;r ihren gottgleichen Einsatz f&uuml;r das Weltklima feiern. Was f&uuml;r eine absurde Show. Was von derlei Absichtserkl&auml;rungen in der Realit&auml;t zu halten ist, beweist die EU-Kommission am heutigen Tag. W&auml;hrend in Bonn Politik und Wissenschaft um niedrigere CO2-Emissionen feilschen und Grenzwerte aufstellen, werden diese Grenzwerte zeitgleich ad absurdum gef&uuml;hrt. Die EU-Kommission stellt n&auml;mlich heute ihre neuen Abgasvorschriften f&uuml;r die europ&auml;ische Autoindustrie vor und die werden Medienberichten zufolge nach massivem Lobbying durch VW, die deutsche Automobillobby und sogar die Bundesregierung selbst in einer Art und Weise ausgehebelt, dass ein Erreichen der Grenzwerte des Pariser Klimaschutzabkommens einem Wunder gleichk&auml;me. F&uuml;r was verhandelt man dann &uuml;berhaupt noch? Nur f&uuml;r die Show, die sch&ouml;nen Bilder und positive Schlagzeilen? Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5427\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-40970-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171108_Die_Automobillobby_konterkariert_den_Klimaschutz_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171108_Die_Automobillobby_konterkariert_den_Klimaschutz_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171108_Die_Automobillobby_konterkariert_den_Klimaschutz_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171108_Die_Automobillobby_konterkariert_den_Klimaschutz_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=40970-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171108_Die_Automobillobby_konterkariert_den_Klimaschutz_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"171108_Die_Automobillobby_konterkariert_den_Klimaschutz_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Vorgeschichte<\/strong><\/p><p>Wer die aktuellen Meldungen richtig einordnen will, der sollte sich ein paar Minuten Zeit nehmen und die Vorgeschichte sowie die Hintergr&uuml;nde der aktuellen Grenzwertdebatte verinnerlichen. Nach langem Ringen auf zahlreichen UN-Klimakonferenzen konnten sich die 195 UN-Staaten 2015 in Paris auf ein Klimaabkommen einigen, in dem &ndash; zum ersten Mal seit dem Kyoto-Protokoll aus den 90-ern &ndash; verbindliche Zahlen f&uuml;r die Reduktion von klimasch&auml;dlichen Emissionen beschlossen wurden. Bis 2050 sollen die Emissionen im Vergleich zu 1990 um 80 bis 95 Prozent sinken &ndash; 2020 und 2030 wurden Zwischenziele mit 20 bzw. 40 Prozent Reduktion vereinbart. Doch Deutschland w&auml;re nicht Deutschland, wenn es mit gro&szlig;en Worten diesen Plan nicht &uuml;bererf&uuml;llen wollte. Schon 2007 nahm sich die Bundesregierung verbindlich vor, die Treibhausemissionen bereits bis 2020 um 40 Prozent zu <a href=\"https:\/\/www.bmub.bund.de\/themen\/klima-energie\/klimaschutz\/nationale-klimapolitik\/aktionsprogramm-klimaschutz\/\">reduzieren<\/a>. <\/p><p>Doch hinter diesen gro&szlig;en Zielen steckt in der realen Politik erstaunlich wenig. Momentan ist Deutschland weit davon entfernt, diese Ziele auch nur im Ansatz zu erreichen.  Das Bundesumweltministerium <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/klimawandel-deutschland-hinkt-seinem-klimaziel-hinterher-1.3702329\">rechnet aktuell<\/a> kleinlaut eher mit 31,7 bis 32,4 Prozent. Schuld daran ist die schleppend verlaufende Energiewende und auch der Stra&szlig;enverkehr, immerhin stammen rund 12% der Kohlendioxidemissionen von Personenkraftwagen.<\/p><p>CO2-Grenzwerte f&uuml;r Neuwagen gibt es in der EU trotz massiver Lobbyarbeit schon seit l&auml;ngerem. So konnte sich die EU-Kommission <a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:140:0001:0015:de:PDF\">2009<\/a> nach einem fast 13 Jahre dauernden Kampf gegen die Lobbyisten durchringen, die UN-Klimakonvention von 1993 umzusetzen und f&uuml;r 2015 durchschnittliche Emissionen von 130g CO2 pro Kilometer festzulegen; der Wert sollte bis 2021 auf 95 g\/km abgesenkt werden. Kohlendioxid (CO2) ist ein direktes Reaktionsprodukt, das bei der Verbrennung von fossilen Energietr&auml;gern entsteht. Daher h&auml;ngt der CO2-Aussto&szlig; direkt mit dem Kraftstoffverbrauch eines Autos zusammen. Je weniger Kraftstoff ein Auto verbraucht, desto niedriger der CO2-Austo&szlig;. Um die Grenzwerte einzuhalten, m&uuml;sste die Automobilindustrie also ganz einfach leichtere, effizientere, geringer motorisierte, sprich spritsparendere Autos verkaufen. Wie wir alle wissen, ist jedoch das exakte Gegenteil der Fall.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171108_a3.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Ein aktuelles Auto, wie der h&auml;ufig verkaufte C180 von Mercedes st&ouml;&szlig;t im realen Einsatz bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 8,11 Liter pro 100 Kilometer jedoch nicht die 130g CO2 aus, die er laut EU-Richtlinie aussto&szlig;en sollte, sondern liegt bei stolzen 189g CO2 &ndash; mehr als doppelt so viel, wie 2021 &ndash; also in nicht einmal vier Jahren &ndash; erlaubt sein sollte. Nun schrillten die Alarmglocken bei der Automobilindustrie und die Lobbyisten wurden munter.<\/p><p>Der erste gro&szlig;e Etappensieg der Automobillobby war die Verhinderung eines &bdquo;Kompromisses&ldquo;, der im Juni 2013 zwischen dem EU-Parlament und dem EU-Rat geschlossen wurde. Es ging dabei um das Kleingedruckte in der entsprechenden EU-Richtlinie und die Frage, ob und ab wann Grenzwert&uuml;berschreitungen sanktioniert werden. Drei Tage nach der Einigung scheiterte das Unterfangen jedoch: Vertreter des deutschen Kanzleramtes lie&szlig;en die Abstimmung &uuml;ber die Richtlinie von der Tagesordnung verschwinden und verhinderten damit eine Abstimmung der Richtlinie im EU-Rat. Hinter dieser Blockade verbargen sich die Interessen der alarmierten Autolobby mit VDA-Pr&auml;sident Matthias Wissmann an der Spitze. Schon im Mai hatte dieser sich in einem privaten Brief an Merkel (adressiert an die &bdquo;liebe Angela&ldquo;) gegen sch&auml;rfere Grenzwerte und f&uuml;r mehr Flexibilit&auml;t der Konzerne in Sachen CO2-Aussto&szlig; ausgesprochen. Matthias Wissmann ist Mitglied der CDU und war von 1993 bis 1998 Bundesverkehrsminister. Heute ist er Pr&auml;sident des Autolobbyverbandes VDA und damit oberster Autolobbyist im Lande.<\/p><p>Was Wissmann und Co. erreicht haben, war u.a. Folgendes:<\/p><ol>\n<li>Der zugrunde liegende Kraftstoffverbrauch wird nicht ermittelt, sondern vom Hersteller auf Basis eines absolut realit&auml;tsfernen Pr&uuml;fzyklus namens NEFZ angegeben. Eine aktuelle <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/autos\/artikel\/ICCT-Studie-Hohe-Abweichnung-beim-Verbrauch-3879575.html\">Studie des ICCT<\/a> beziffert die Abweichung &ndash; die von Jahr zu Jahr gr&ouml;&szlig;er wird &ndash; zwischen realem und angegebenem Verbrauch mit 42%. Das muss man sich mal bildlich vorstellen. Die Automobillobby schafft es alleine durch einen einzigen Rechentrick, auf dem Papier 42% weniger CO2 auszusto&szlig;en als in der Realit&auml;t. Beim oben genannten C180 liegt die Abweichung sogar bei 61% und damit sinkt der CO2-Aussto&szlig; durch den Rechentrick von realen 189g\/km bereits auf offizielle 116g\/km und mit dieser Phantasiezahl kommt Mercedes dem EU-Flottenverbrauch schon n&auml;her. Der bezieht sich ja auf den Durchschnitt und die hochmotorisierten Spritfresser im Luxus-, Sport- und Gel&auml;ndewagensegment sto&szlig;en nat&uuml;rlich ein Vielfaches dieses Durchschnitts aus. Diese Zahlen zeigen &uuml;brigens die Absurdit&auml;t der gesamten Debatte. <strong>Offiziell sind die CO2-Emissionen aus dem Stra&szlig;enverkehr gegen&uuml;ber 1990 nicht um 40% gesunken, sondern um 20% gestiegen. Rechnet man nun noch die Differenz zwischen den offiziellen und den realen Werten hinzu, kommt man auf ein Plus von stolzen 70%!<\/strong> Und parallel rechnet man sich in Bonn die Welt sch&ouml;n und behauptet auch noch frech, das Klima retten zu wollen.\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171108_a2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171108_a2-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><\/li>\n<li>Der Begriff &bdquo;Durchschnitt&ldquo; wurde aufgeweicht. Die 130g\/km bzw. 95g\/km gelten nat&uuml;rlich nicht f&uuml;r alle Automobilhersteller und schon gar nicht f&uuml;r die deutschen. Schlie&szlig;lich m&uuml;sse man ja auch ber&uuml;cksichtigen, welcher Hersteller gro&szlig;e und kleine Autos baut. Das wurde getan und nun hat jeder Hersteller seine eigenen Durchschnittszielwerte. Seltsamerweise liegen nun jedoch alle deutschen Hersteller weit &uuml;ber dem offiziellen Zielwert. F&uuml;r Mercedes gilt beispielsweise ab 2021 nicht etwa der Grenzwert von 95g\/km, sondern ein Wert von 101,6g\/km.<\/li>\n<li>Es wurden im Kleingedruckten unz&auml;hlige M&ouml;glichkeiten eingef&uuml;hrt, wie man den errechneten Durchschnittswert manipulieren kann. So wurden beispielsweise &bdquo;Supercredits&ldquo; eingef&uuml;hrt, mit denen besonders sparsame Hybrid- und Elektroautos, die noch gar nicht gebaut und verkauft sind, schon jetzt in die Durchschnittszahlen mit eingehen &ndash; und dies nicht normal, sondern faktoriert, also gleich mehrfach. So k&ouml;nnen Mercedes, VW und Co. k&uuml;nftig prognostizierte, aber komplett unrealistische Verkaufszahlen hypothetischer Elektromobile schon heute in ihren offiziellen Flottenverbrauch mit einrechnen. Hybride und Elektrofahrzeuge werden &uuml;brigens als emissionsfrei berechnet &ndash; obgleich die Herstellung des Stroms f&uuml;r diese Fahrzeuge nat&uuml;rlich auch CO2-Emissionen mit sich gebracht hat. Elektrofahrzeuge sind nicht emissionsfrei, sie haben ihren Auspuff lediglich im Schlot der Kohlekraftwerke. Dieser Umstand bleibt jedoch bei der EU-Flottenverbrauchs-Berechnung unber&uuml;cksichtigt.<\/li>\n<\/ol><p>Nachdem man dies verinnerlicht hat, wird man kaum glauben, dass die Automobilhersteller trotz dieser von den Lobbyisten diktierten und von der &bdquo;Klimakanzlerin&ldquo; durchgesetzten Manipulationen immer noch deutlich &uuml;ber den Vorgaben liegen. Der VW-Konzern wird nach eigenen Berechnungen unter Nutzung s&auml;mtlicher legaler und illegaler Rechentricks 2021 auf einen Flottenverbrauch von 98,8 g\/km CO2-Emissionen kommen, d&uuml;rfte jedoch nur auf 95,9 g\/km kommen. Nach urspr&uuml;nglicher Vorlage w&uuml;rde diese Abweichung ab 2021 f&uuml;r VW sehr teuer werden. Eigentlich waren Strafzahlungen in H&ouml;he von 95 Euro f&uuml;r jedes zus&auml;tzliche Gramm vorgesehen &ndash; pro Auto wohlgemerkt! Der VW-Konzern stellt pro Jahr rund 10 Millionen Autos her. Eine Abweichung von 2,9 g\/km w&uuml;rde den Konzern also j&auml;hrlich 2,8 Milliarden Euro kosten. Wie hoch diese Zahl ohne Tricksereien w&auml;re, ist kaum vorstellbar. Verst&auml;ndlich, dass man da seine Lobbyisten mobilisiert. Denn die Alternative hie&szlig;e ja, spritsparende, umweltfreundliche Autos zu bauen. Und das geht ja gar nicht.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171108_a4.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p><strong>Willkommen im Hier und Jetzt<\/strong><\/p><p>Aktuell wird in Br&uuml;ssel &uuml;ber die Fortf&uuml;hrung der aktuellen EU-Verordnungen &uuml;ber das Jahr 2021 hinaus verhandelt. Hier war urspr&uuml;nglich auf Basis des Pariser Klimaschutzabkommens eine weitere Reduktion von 25 Prozent bis 2025 bzw. 35 Prozent bis 2030 geplant (jeweils auf Basis des 2021-Wertes von 95 g\/km) und wohl auch innerhalb der EU-Kommission schon ausgemacht. Es ist v&ouml;llig klar, dass solche Werte &ndash; so manipulativ und irreal sie auch sein m&ouml;gen &ndash; ohne den massiven Umstieg auf Elektromobilit&auml;t kaum zu erreichen sind. Aber das wussten die Automobilhersteller ja auch seit vielen Jahren. Doch was schon fr&uuml;her geklappt hat, funktioniert auch heute noch. Anstatt umweltfreundlichere Autos zu produzieren, greift man lieber zum Gro&szlig;angriff der Lobbyisten.<\/p><p>Wie die S&uuml;ddeutsche heute <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/lobbyisten-in-bruessel-ausgerechnet-vw-torpediert-haertere-abgasziele-1.3738874\">exklusiv meldet<\/a>, waren es vor allem die Lobbyisten aus dem VW-Konzern, die ganz massiv in den letzten Tagen auf die EU-Kommissare eingewirkt haben. Ziel waren offenbar die Kommissare Oettinger (Deutschland), Hahn (&Ouml;sterreich) und Moedas (Portugal); aber ein internes Papier spricht auch von den Kommissaren aus Tschechien, Ungarn und Spanien, in deren L&auml;ndern der Volkswagen-Konzern gro&szlig;e Standorte betreibt. Parallel dazu hat wieder einmal Matthias Wissmann gezeigt, dass er sein Geld wert ist. Ein Telefonat beim Kabinettchef von Jean-Claude Juncker sollte offenbar letzte Klarheit verschaffen. Massiver Druck wurde jedoch anscheinend auch von der Bundesregierung ausge&uuml;bt. Niemand anderes als Sigmar Gabriel warnte erst vor wenigen Tagen eindr&uuml;cklich vor &bdquo;zu scharfen Vorgaben&ldquo; &ndash; sehr zum &Auml;rger seiner Kollegin Hendricks aus dem Umweltressort.<\/p><p>Dieser geballte Einsatz scheint erfolgreich gewesen zu sein. Laut SZ werden die Grenzwerte von 25 bzw. 35 Prozent f&uuml;r 2025 und 2030 nun auf 15 bzw. 30 Prozent abgesenkt. Urspr&uuml;nglich vorgesehene Quoten f&uuml;r Elektrofahrzeuge sind auch vom Tisch und mit ihnen die Sanktionsdrohungen gegen Hersteller, die sich nicht an die Vorgaben halten. Auch dies ist offenbar auf Matthias Wissmanns Interventionen <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/wirtschaft\/vda-wissmann-interveniert-gegen-sanktionen-a-1379795\">zur&uuml;ckzuf&uuml;hren<\/a>. Hinzu kommt ein weiteres gigantisches Einfallstor f&uuml;r Manipulationen.  K&uuml;nftig werden die Verbrauchswerte und damit auch die CO2-Emissionen nicht mehr nach dem komplett realit&auml;tsfernen NEFZ, sondern nach dem von der EU und Japan entwickelten realit&auml;tsn&auml;heren WLTP ermittelt. Was eigentlich l&ouml;blich ist, birgt jedoch eine Steilvorlage f&uuml;r die Hersteller, da die urspr&uuml;nglichen Flottenverbrauchswerte ja auf NEFZ-Basis &bdquo;ermittelt&ldquo; wurden und nun auf WLTP-Basis umgerechnet werden m&uuml;ssen. Wie dies konkret geschieht, wird sicher noch von den Lobbyisten mitgeteilt werden. Wundern wir uns also nicht, wenn schon bald der spritfressende Cayenne, mit dem die Unternehmergattin ihre Kinder in die Schule bringt, auf dem Papier als wahres &Ouml;kowunder durchgeht und die Lehrerin sich f&uuml;r ihre alte kleine Dreckschleuder aus S&uuml;dkorea sch&auml;men muss. Willkommen in der repr&auml;sentativen Elitendemokratie.<\/p><p>Dass der Lobbyerfolg von Wissmann, Gabriel und Co. mit dem gro&szlig;en Bonner UN-Klimagipfel zusammenf&auml;llt, ist mehr als eine Koinzidenz. Die Autolobby zeigt der &Ouml;ffentlichkeit vielmehr schamlos, wer im Europ&auml;ischen Haus die Hosen anhat. Lass die Latzhosen doch in Bonn verhandeln, wir machen unsere eigenen Regeln. Vielleicht kann Sigmar Gabriel ja den Eisb&auml;ren bei seinem n&auml;chsten Besuch in der Arktis erkl&auml;ren, warum ihr Fr&uuml;hableben n&ouml;tig ist, um den Garanten f&uuml;r Arbeitspl&auml;tze und Wachstum nicht zu bel&auml;stigen. Daf&uuml;r werden die Eisb&auml;ren sicher Verst&auml;ndnis haben.  <\/p><p><img decoding=\"async\" width=\"500px\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171108_gab.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/5666709770dc42ff91f7a8e7b9208cb0\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171108_lobby1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Am Montag begann in Bonn die gro&szlig;e UN-Weltklimakonferenz. Sicher wird bis kurz vor Toresschluss am n&auml;chsten Freitag um einzelne Formulierungen im Abschlusskommuniqu&eacute; gerungen und am Ende werden die Medien Klimakanzlerin Merkel f&uuml;r ihren gottgleichen Einsatz f&uuml;r das Weltklima feiern. Was f&uuml;r eine absurde Show.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40970\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,127,179,73],"tags":[1565,1502,2126,615,711,401,1711,1768,343,315,2206,1371,1766],"class_list":["post-40970","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-schadstoffe","category-verkehrspolitik","tag-automobilindustrie","tag-daimlermercedes","tag-elektromobilitaet","tag-eu-kommission","tag-eu-richtlinie","tag-gabriel-sigmar","tag-klimaabkommen","tag-klimagipfel","tag-luegen-mit-zahlen","tag-merkel-angela","tag-vda","tag-volkswagen","tag-wissmann-matthias"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40970","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40970"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40970\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40977,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40970\/revisions\/40977"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40970"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40970"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}