{"id":4104,"date":"2009-07-31T16:28:54","date_gmt":"2009-07-31T14:28:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4104"},"modified":"2009-07-31T16:28:54","modified_gmt":"2009-07-31T14:28:54","slug":"hinweise-des-tages-2-102","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4104","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>(WL\/AM)<\/p><p>Unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4104#h01\">Der Weltuntergang drohte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h02\">Axel Troost: Das HRE-Desaster fiel nicht vom Himmel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h03\">US-Senat l&auml;dt Deutsche Bank vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h04\">Der Mann, der zu viel wollte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h05\">Bankmanager-Boni: Spiel ohne Grenzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h06\">Sonderabgabe f&uuml;r die Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h07\">Kinder kosten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h08\">Atmosph&auml;re des Drucks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h09\">Sch&auml;dliche Sanktionen gegen Arbeitslose<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h10\">Regierung unterst&uuml;tzt Diskussion &uuml;ber Arbeitnehmerrechte im EU-Binnenmarkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h11\">Von der Leyen wirft Schmidt fehlendes Gesp&uuml;r vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h12\">Parteispenden im Juni<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h13\">Gesellschaftliche Folgen der Medienkonzentration <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h14\">Amerikas Zaubervogel mit lahmen Fl&uuml;geln<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4104&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Der Weltuntergang drohte<\/strong><br>\nBanken-Aufseher Sanio und Bundesbank-Chef Weber verteidigen die staatliche Rettung der HRE: Die Bundesbank hatte dort Milliarden angelegt &ndash; eine Pleite w&auml;re teuer geworden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1858551&amp;em_loc=31\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Was zun&auml;chst auff&auml;llt ist, dass Jochen Sanio eine starke, bildreiche Sprache liebt &ndash; sollte man meinen. Aber eigentlich ist das Schmierentheater, mit dem vom eigenen Versagen nat&uuml;rlich auch dem der Bafin selbst, der Bundesbank und der Regierung abgelenkt werden soll &ndash; vielleicht nicht einmal bewusst. Wenn Sanio das HRE-Management als einen &bdquo;Saustall&rdquo; bezeichnet, lenkt das doch nur von der Aufgabe ab, diesen zu reinigen. Wenn die Polizei einen Kriminellen nicht f&auml;ngt, kann sie sich ja auch nicht damit herausreden, dass dieser ein B&ouml;sewicht sei. Und so geht es weiter, da ist von &bdquo;Weltuntergang&ldquo;, von &bdquo;Todeszone&ldquo; die Rede. Aber in all dem Wortget&ouml;se verbirgt sich ein Widerspruch.<br>\nFrauke Menke, Abteilungsleiterin bei Bafin hatte bereits einger&auml;umt, dass der Kauf der Depfa im Oktober 2007 von der Bafin als Problem erkannt worden sei. Sanio best&auml;tigt, dass es &bdquo;eine stark latente Gefahr&ldquo; gegeben habe, &ldquo;die uns immer mit gro&szlig;er Sorge erf&uuml;llt hat&ldquo;. Als die HRE &nbsp;aufgrund ihre US-Engagements um die 300 Millionen Euro abschreiben musste, muss der HRE-Vorstand bei der Bafin beichten. Im Brief an damaligen Finanzstaatssekret&auml;r Thomas Mirow und dessen Abteilungsleiter J&ouml;rg Asmussen schreibt Sanio: &bdquo;Die Befragung des Vorstandes f&uuml;hrte zur Aufdeckung von Sachverhalten, die der Vorstand bisher nicht andeutungsweise aufgedeckt hatte&ldquo;, und betont &bdquo;eine m&ouml;glicherweise erschreckende Gr&ouml;&szlig;enordnung&ldquo; und kommt zudem Schluss, &bdquo;die Glaubw&uuml;rdigkeit der HRE&ldquo; sei &bdquo;vernichtet&ldquo;. Vor dem Ausschuss sagt Sanio, die Lage bei der HRE bereits im Januar 2008 &bdquo;existenzbedrohend&ldquo; gewesen. Wohlgemerkt, das war im Januar 2008, und hier liegt der Widerspruch. Im Grunde war schon damals bekannt, was Sanio zur Rettung der HRE am 29. September aussagt, dass die HRE um jeden Preis gerettet werden musste. &ldquo;Die Alternative w&auml;re so schrecklich gewesen, dass alles andere besser gewesen ist. Es h&auml;tte den Weltuntergang des Finanzsystem gegeben &hellip; Am Montagmorgen w&auml;ren Sie aufgewacht und Sie h&auml;tten sich in dem Film &lsquo;Apocalypse Now&rsquo; befunden.&rdquo;<br>\nBereits damals wurde also der drohende Zusammenbruch der Bank erkannt. Sp&auml;testens w&auml;hrend der anschlie&szlig;enden &Uuml;berpr&uuml;fung durch die Bundesbank, deren vernichtender Bericht im Juni vorlag, war die Systemrelevanz bekannt. Man fragt sich, warum denn Sanio oder Axel Weber nicht schon damals den Finanzminister bzw. die Kanzlerin vom drohenden systemrelevanten Zusammenbruch gewarnt haben. Sie h&auml;tten aufgrund der Rechtslage nichts unternehmen k&ouml;nnen: &bdquo;Die HRE lief weit in der Todeszone, wir liefen nebenan. Die HRE sa&szlig; in der Falle, wir sa&szlig;en nebenan.&rdquo; Das ist blanker Zynismus, der noch darin gipfelt, dem Ausschuss entgegen zu halten: &bdquo;&rdquo;Wenn Sie wollen, dass wir mehr machen, dann m&uuml;ssen sie eine neue Bafin konstruieren&rdquo; Wer sagt denn, dass die Bafin selbst h&auml;tte eingreifen m&uuml;ssen. Sie h&auml;tte die politisch Verantwortlichen informieren m&uuml;ssen, damit diese etwas untern&auml;hmen. Zu Recht hat der Gr&uuml;nen-Obmann Gerhard Schick BaFin und Bundesbank entgegen gehalten. &ldquo;Es ist eine billige Ausrede, sich auf eine fehlende rechtliche Grundlage zu berufen. Wir h&auml;tten jederzeit einem solchen Gesetzeserweiterung zugestimmt&rdquo;. &ndash;&nbsp; Zumindest h&auml;tte die Krisensitzung von Ende September schon viel fr&uuml;her abgehalten werden k&ouml;nnen. Aber nein, zur Schande von Bafin, Bundesbank und Regierung muss die Deutsche Bank in Gestalt von Josef Ackermann die Angelegenheit in die Hand nehmen. Erst nach einem Treffen von Steinbr&uuml;ck Sanio mit Ackermann und Commerzbank-Chef Blessing kommt es zur dreit&auml;tigen Gro&szlig;aktion, die in die vorl&auml;ufige Rettung der HRE m&uuml;ndet &ndash; ein Thema f&uuml;r sich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Axel Troost: Das HRE-Desaster fiel nicht vom Himmel<\/strong><br>\nBei jeder Sitzung des Untersuchungsausschusses und bei nahezu jedem vorgeladenen Zeugen tritt das konkrete Fehlverhalten und die Verantwortungslosigkeit von Vorst&auml;nden und Aufsichtsr&auml;ten der Banken, ihren gro&szlig;en Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaften, Aufsehern von Bundesbank und Bafin sowie dem zust&auml;ndigen Finanzministerium offener zu Tage. Mindestens genauso offenbar wird, dass &uuml;ber Jahrzehnte die Spielregeln auf den Finanzm&auml;rkten derart gelockert wurden, dass es im Krisenfalle wie der HRE eben nur auf ein vollst&auml;ndiges Systemversagen hinauslaufen konnte, f&uuml;r das die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler aufkommen m&uuml;ssen.<br>\nDie Verantwortlichen in Politik und Aufsicht rechtfertigen sich entweder damit, von allem nichts gewusst zu haben oder aber damit, dass auch bei bestem Krisenmanagement schon ab Januar 2008 die HRE dennoch zusammengebrochen w&auml;re. Das erste Argument ist keines, weil man viel mehr h&auml;tte wissen k&ouml;nnen, wenn man nur gewollt h&auml;tte.Das zweite Argument hingegen ist letztlich ein Offenbarungseid.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/090731_DokumentAxelTroost.pdf\">Axel Troost [PDF &ndash; 12 KB]<\/a>\n<p><em>Siehe auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>&ldquo;F&uuml;r den Steuerzahler war es teurer als n&ouml;tig&rdquo;<\/strong><br>\nErstens ist der Anteil (der Banken) von 8,5 Milliarden Euro ja viel kleiner, als es auf den ersten Blick erscheint. Immerhin musste die HRE mit Garantien und B&uuml;rgschaften vor dem Konkurs gerettet werden, die inzwischen mehr als 100 Milliarden Euro betragen. F&uuml;r den L&ouml;wenanteil davon steht der Bund gerade. Zweitens haben die Banken f&uuml;r ihr Engagement Geb&uuml;hren erhalten. Mir w&auml;re es aber lieber, dass die Steuerzahler Geb&uuml;hren erhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.badische-zeitung.de\/nachrichten\/wirtschaft\/fuer-den-steuerzahler-war-es-teurer-als-noetig\">Badische Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>US-Senat l&auml;dt Deutsche Bank vor<\/strong><br>\nDie Deutsche Bank und Goldman Sachs geraten in den Fokus eines gef&uuml;rchteten Ermittlungsausschusses: Der Untersuchungsausschuss des US-Senats will interne Dokumente beider Banken einsehen, um Betrugsvorw&uuml;rfen im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Hypothekenmarkts nachzugehen. Das schreibt das &ldquo;Wall Street Journal&rdquo;. Dabei geht es darum, ob Banker intern bereits Zweifel am Wert hypothekenbasierter Wertpapiere hatten, als sie diese &ouml;ffentlich noch als stabil anpriesen. Der Einbruch der Verbriefungsm&auml;rkte hatte 2008 wesentlich zur Eskalation der Finanzkrise beigetragen. Auch die inzwischen von JP Morgan &uuml;bernommene Sparkasse Washington Mutual habe ein solches Schreiben bekommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:Stress-mit-Verbriefungen-US-Senat-l%E4dt-Deutsche-Bank-vor\/547303.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Frage nach dem Wissen der Banker um die Schrottpapiere und Ihr Beratungsverhalten haben die NDS schon fr&uuml;h thematisiert.Umso erfreulicher, dass sich da endlich etwas Grunds&auml;tzliches tut. F&uuml;r die Deutsche Bank d&uuml;rfte es dann nicht so lustig werden wie f&uuml;r Herrn Ackermann vor dem Untersuchungsausschu&szlig; des Bundestags zur HRE. Man mag viel an US-Politikern zu kritisieren haben, aber die Senatsaussch&uuml;sse haben es in sich. Bei der Deutschen Bank d&uuml;rfte es vor allem f&uuml;r Greg Lippman, den Chef der Derivate-Abteilung New York, heikel werden, da er schon fr&uuml;hzeitig auf dem Kursverfall der der sch&ouml;nen neuen Produkte zu wetten begann. Und was hat er bzw. die Deutsche Bank&nbsp; in dieser Zeit&nbsp; Ihrer Kundschaft geraten. Es durfte ja keiner mitbekommen, dass Lippman auf&nbsp; Kursverfall setzte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Der Mann, der zu viel wollte<\/strong><br>\nEin Exbanker klagt Millionen ein und wird zum Symbol der Gier. Dabei folgt er nur dem Gesetz der Branche. Die von Neumann geleitete Sparte der Bank verbuchte vergangenes Jahr einen Verlust von 5,7 Milliarden Euro. Trotzdem hat er einen Bonus von drei Millionen kassiert. Jetzt klagt er noch anderthalb Millionen Euro Abfindung ein. So stehen sich vor dem Arbeitsgericht nun Neumann und die Bank gegen&uuml;ber. Oder: Neumann und der Steuerzahler. Denn die Commerzbank geh&ouml;rt zu 25 Prozent dem Staat. Der musste sie retten &ndash; auch wegen der hohen Verluste, f&uuml;r die Neumann mitverantwortlich war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/32\/Bad-Banker?page=1\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein feuilletonistischer Einblick in die Denkwelt der Zocker.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Ein Artikel mit interessanten Einzelheiten, vor allem &uuml;ber die Fortsetzung des Investmentbankings und die daf&uuml;r gezahlten Bleibepr&auml;mien. Nicht ber&uuml;hrt ist das Konversionsproblem, die Tatsache n&auml;mlich, dass man die im Text zitierten Herrschaften nicht halten m&uuml;sste, wenn die Branche begriffen h&auml;tte, dass sie weite Teile der spekulativen Gesch&auml;fte abbauen beziehungsweise streichen muss. Die Politik hat dies von ihr auch nicht verlangt sondern mit ihren St&uuml;tzungsma&szlig;nahmen in 480 Milliardenh&ouml;he die Fortsetzung der spekulativen Gesch&auml;fte gef&ouml;rdert und die Haltepr&auml;mien uns Steuerzahler zahlen lassen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bankmanager-Boni: Spiel ohne Grenzen<\/strong><br>\nMehr Boni als Gewinn. Die Bonuszahlungen haben bei einigen US-Banken im vergangenen Jahr die Gewinne &uuml;berstiegen, so das Ergebnis einer Untersuchung des New Yorker Staatsanwalts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.com\/2009\/07\/bankmanager-boni-spiel-ohne-grenzen.html\">ACEMAXX-ANALYTICS<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Sonderabgabe f&uuml;r die Banken<\/strong><br>\nEin Gro&szlig;teil der Banken w&auml;re heute ohne den staatlichen Schutzschirm insolvent. Jede Besserung der wirtschaftlichen Lage macht aus bisher toxischem Verm&ouml;gen werthaltiges. Belastet ist der Staat, aber auch Private, denen bereits heute erhebliche Nachteile drohen, etwa durch den kaum mehr vorhandenen Wertanstieg bei Lebensversicherungen. Der Druck im Arbeitsmarkt wird zunehmen &ndash; tariflich ist nichts zu verteilen. Die Schulden der Allgemeinheit aufzub&uuml;rden erscheint aus dieser Sicht mehr als aberwitzig.<br>\nEine entsprechende Sonderabgabe der Banken w&uuml;rde allein bei den 20 gr&ouml;&szlig;ten Instituten rund 10 Mrd. Euro pro Jahr mobilisieren. Die Abgabe w&auml;re unabh&auml;ngig von der Gewinnlage und m&uuml;sste greifen, sobald sich die wirtschaftliche Lage stabilisiert hat. Um zu verhindern, dass die Last auf Dritte abgew&auml;lzt wird, beispielsweise durch erh&ouml;hte Zinsen, wie aktuell bei Kontokorrenten zu beobachten, sind Preisspielr&auml;ume durch ein nachhaltiges Erh&ouml;hen der Wettbewerbsintensit&auml;t zu begrenzen.<br>\nDas gelingt durch mehr Transparenz, mehr Haftung und schlie&szlig;lich das Ber&uuml;cksichtigen systemischer Risiken. Basel II sollte so ausgestaltet werden, dass eine Bank mit zunehmender Gr&ouml;&szlig;e &uuml;berproportional mehr Eigenkapital vorhalten muss.<br>\nMehr Anbieter und damit mehr Wettbewerb w&uuml;rden Renditen der Produktivit&auml;t angleichen. Damit m&uuml;ssten die Verursacher des Debakels die Last aus ihren Gewinnen bezahlen, was auch eine angemessene Bescheidenheit erzwingt; das Bonuskarussell w&uuml;rde an Fahrt verlieren. Die Schw&auml;chsten der Gesellschaft w&uuml;rden gesch&uuml;tzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Gastkommentar-Sonderabgabe-f%FCr-die-Banken\/547305.html?p=1\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Autor, Ulrich Blum, Pr&auml;sident des Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung Halle, steht nun wirklich nicht im Verdacht linker Ideologien.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Kinder kosten<\/strong><br>\nDer Tarifabschluss f&uuml;r die Erzieherinnen zeigt: Die Politik hat immer noch nicht verstanden, dass eine moderne Familienpolitik nicht zum Nulltarif zu haben ist. Selbst in Zeiten, in denen die Politik gewohnt ist, st&auml;ndig mit Milliardenbetr&auml;gen zu hantieren, ist eine Summe von 500 Millionen Euro keine Kleinigkeit. 500 Millionen Euro, soviel soll der Tarifabschluss f&uuml;r die 220.000 Besch&auml;ftigten in den Kinderg&auml;rten die St&auml;dte und Gemeinden kosten. Das ist eine Summe, die sich sehen lassen kann. Dieser Meinung sind zumindest die kommunalen Arbeitgeber. Die Gemeinden, so die Botschaft, sind zwar arm; aber f&uuml;r eine angemessenere Bezahlung der Erzieherinnen gehen sie gerne an die Grenzen des finanziell Machbaren.<br>\nWenn man allerdings die 500 Millionen Euro auf die rund 12.000 Kommunen in diesem Land hochrechnet, dann kommt man auf eine durchschnittliche monatliche Belastung von weniger als 3.500 Euro pro Gemeinde. Anders gesagt: F&uuml;r die allermeisten Kommunen ist der Tarifabschluss ohne weiteres zu finanzieren. Es handelt sich also mitnichten um einen Kraftakt sondern um einen vergleichsweise niedrigen Preis, den die Arbeitgeber f&uuml;r die &shy;L&ouml;sung eines monatelangen harten Tarifkonflikts zahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/datenbank\/freitag\/2009\/31\/kinder-kosten-kita-tarifstreit\/print\">der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Atmosph&auml;re des Drucks<\/strong><br>\nN&uuml;rnberg meldet steigende Erwerbslosenzahlen &ndash; und nun? Kriesen und Wahlen haben oft Debatten &uuml;ber angeblichen Sozialmissbrauch befeuert. Die n&auml;chste kommt bestimmt. Der Pauschalverdacht des Missbrauchs von Sozialleistungen ist tief und fest in deutschen Gesetzen, Vorschriften und K&ouml;pfen verankert. 2008 wurden gegen Erwerbslose so viele Strafma&szlig;nahmen verh&auml;ngt wie nie zuvor. In &uuml;ber 740.000 F&auml;llen wurde die Auszahlung des Arbeitslosengeldes zeitweise gesperrt. Missbrauch? Mitnichten. Meist handelt es sich um so genannte Meldevers&auml;umnisse, die schon begeht, wer nicht wei&szlig;, dass man sich schon arbeitslos melden muss, wenn man dies noch gar nicht ist. Die N&uuml;rnberger Bundesagentur sch&auml;tzt &ndash; nach zweifellos gro&szlig;z&uuml;giger Auslegung von Tatbest&auml;nden &ndash; selbst ein, dass der Anteil der Menschen, die missbr&auml;uchlich Hartz-IV-Leistungen beziehen, in der Realit&auml;t bestenfalls zwei Prozent ausmacht. Bei seit Jahren sinkender Tendenz und steigender Aufkl&auml;rungsquote. Immerhin kommt gegen&uuml;ber den Betroffenen das Instrument des Datenabgleichs zwischen Beh&ouml;rden zur Anwendung, den man sonst vor allem aus dem Kampf gegen den Terrorismus kennt.<br>\nIm Juni dieses Jahres kam das Hallenser Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung, linker Grundhaltung unverd&auml;chtig, an der Erkenntnis nicht vorbei, dass viele der verh&auml;ngten Strafen kaum etwas mit fehlender Arbeitsbereitschaft zu tun hatten, wie es gern unterstellt wird. &bdquo;Die Hauptwirkung der Sanktionen besteht jedoch vermutlich darin&ldquo;, so die Wissenschaftler, &bdquo;eine allgemeine Atmosph&auml;re des Drucks zu erzeugen, in der die Konzessionsbereitschaft von Arbeitslosen gegen&uuml;ber potenziellen Arbeitgebern erh&ouml;ht wird.&ldquo; Zu diesem Druck tragen auch die regelm&auml;&szlig;igen Faulheitsdebatten bei. Das Berliner Wissenschaftszentrum f&uuml;r Sozialforschung hat bei der Analyse solcher Kampagnen ein wiederkehrendes Muster entdeckt: Die Debatten wurden jeweils ein bis anderthalb Jahre vor einer Bundestagswahl initiiert und korrespondierten zumeist mit Rezession und hoher Arbeitslosigkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/0931-arbeitsmarkt-missbrauch-sozialleistungen\">der Freitag<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Sch&auml;dliche Sanktionen gegen Arbeitslose<\/strong><br>\n&bdquo;Nach internen Vorgaben werden Chefs von Jobcentern dazu vergattert, 30 bis 40 Prozent der Hartz IV-Empf&auml;nger mit Sanktionen zu belegen. Diese Quote soll erbracht werden unabh&auml;ngig davon, wie sich die Arbeitslosen konkret verhalten&ldquo;, teilte vor wenigen Wochen das Radiomagazin &bdquo;Politikum&ldquo; mit (WDR 2009). Sonst berichten gro&szlig;e Teile der Medien zu diesem Thema meistens unter dem Motto: &bdquo;Arbeitsunwillige Hartz IV-Empf&auml;nger werden verst&auml;rkt sanktioniert.&ldquo; Es gibt also reichlich Anlass, sich n&auml;her mit diesen umstrittenen Ma&szlig;nahmen zu befassen.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/090731_sanktionen_gegen_arbeitslose.pdf\">Helmut Scheimann [PDF &ndash; 96 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wir halten zwar den Ansatz, dass die Produktivit&auml;tsgewinne Ursache f&uuml;r die Arbeitslosigkeit seien, f&uuml;r zu kurz gegriffen. Produktivit&auml;tsgewinne k&ouml;nnen auf der Unternehmerseite zu neuen Investitionen f&uuml;hren, sie k&ouml;nnten auch als h&ouml;here L&ouml;hne zu h&ouml;herer Nachfrage f&uuml;hren oder sie k&ouml;nnen die Kosten und die Preise senken in allen F&auml;llen k&ouml;nnte es zu Mehrarbeit f&uuml;hren. Wichtig w&auml;re die Einhaltung einer innovationsfreundlichen Verteilungsregel<br>\n(Siehe Flassbeck\/Spiecker, Das Ende der Massenarbeitslosigkeit).<br>\nDennoch ist die Beschreibung des Umgangs und der Behandlung von Arbeitslosen durch die Arbeitsvermittlung leider ziemlich realistisch und deshalb eines Hinweises Wert. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Regierung unterst&uuml;tzt Diskussion &uuml;ber Arbeitnehmerrechte im EU-Binnenmarkt<\/strong><br>\nDie Bundesregierung begleitet die aktuellen Diskussionen &uuml;ber die Wahrung der Balance von Wirtschaft und Sozialem im Rahmen der europ&auml;ischen Integration aktiv. Das schreibt sie in ihrer Antwort (16\/13781) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen (16\/13568). Die Gr&uuml;nen hatten auf j&uuml;ngste Urteile des Europ&auml;ischen Strafgerichtshofs (EuGH) verwiesen, denen zufolge die Balance zwischen den sozialen Grundrechten und den Binnenmarktfreiheiten in der EU unausgewogen sei. In der Rechtssache &ldquo;Laval&rdquo; habe der EuGH entschieden, dass die vier Binnenmarktfreiheiten gegen&uuml;ber den sozialen Rechten aus den europ&auml;ischen Vertr&auml;gen abgewogen werden m&uuml;ssen. Das Gericht habe diese Abw&auml;gung zu Lasten der Arbeitnehmer beantwortet und g&uuml;nstigere Regelungen au&szlig;er Kraft gesetzt. Die Gr&uuml;nen wollten wissen, welche Konsequenzen die Bundesregierung aus diesen Urteilen ziehe.<br>\nDie Regierung erwidert in ihrer Antwort, sie habe bereits vor den genannten Entscheidungen entschieden, das Arbeitnehmer-Entsendegesetz weiterzuentwickeln und f&uuml;r weitere Branchen zu &ouml;ffnen sowie das Gesetz zur Festsetzung von Mindestarbeitsbedingungen zu modernisieren. So sei das neugefasste Arbeitnehmer-Entsendegesetz am 24. April 2009 in Kraft getreten und erm&ouml;gliche Mindestl&ouml;hne in insgesamt neuen Branchen. Das Mindestarbeitsbedingungsgesetz sei am 28. April 2009 in Kraft getreten. Die Regierung verweist darauf, dass sich das Laval-Urteil auf das schwedische Modell beziehe, das sich grundlegend vom deutschen unterscheide. Daher stelle das Urteil die Erstreckung tarifvertraglich vereinbarter Mindestl&ouml;hne nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz nicht in Frage.<br>\nFerner verweist die Regierung darauf, dass die Europ&auml;ische Kommission, der das Initiativrecht zusteht, zum gegenw&auml;rtigen Zeitpunkt keinen Legislativvorschlag zur &Auml;nderung der Entsenderichtlinie plane. Das Europ&auml;ische Parlament spreche sich in einer Entschlie&szlig;ung vom 22. Oktober 2008 daf&uuml;r aus, dass bei Pr&uuml;fung der Auswirkungen des Binnenmarktes auf die Arbeitnehmerrechte und Tarifverhandlungen durch die Kommission &ldquo;eine teilweise &Uuml;berarbeitung der Entsenderichtlinie nicht ausgeschlossen werden sollte&rdquo;. Die Bundesregierung h&auml;lt diese Diskussion &ldquo;f&uuml;r wichtig und notwendig&rdquo; und betont in diesem Zusammenhang, dass sie sich nachdr&uuml;cklich f&uuml;r ein m&ouml;glichst rasches Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages einsetze. Soziale Grundrechte und Werte w&uuml;rden durch den Vertrag zus&auml;tzlich aufgewertet, betont sie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2009\/2009_226\/04.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Bundesregierung &bdquo;begleitet aktiv&ldquo; die aktuellen Diskussionen, der EU-Kommission steht das Initiativrecht zu, das EU-Parlament spricht sich daf&uuml;r aus, dass eine &Uuml;berarbeitung der Entsenderichtlinie &bdquo;nicht ausgeschlossen werden sollte&ldquo;&hellip; Da merkt man richtig welcher Druck in Richtung auf ein sozialeres Europa da ausge&uuml;bt wird!<br>\nDie lange Bank wartet. Und wenn dann die Bundesregierung behauptet durch den Lissabon Vertrag w&uuml;rden &bdquo;soziale Grundrechte aufgewertet&ldquo;, dann ger&auml;t die Antwort der Bundesregierung vollends zur Groteske. Erinnern Sie sich noch an die Wahlkampfparolen von einem sozialen Europa?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Von der Leyen wirft Schmidt fehlendes Gesp&uuml;r vor<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,639410,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es geh&ouml;rt schon ein geh&ouml;rig Ma&szlig; an Chuzpe dazu, dass Gerade von der Leyen ihrer Kollegin fehlendes Gesp&uuml;r vorh&auml;lt.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe:<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Familienministerin verweigert weiter eine Offenlegung ihrer Fahrtenb&uuml;cher<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30832\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was g&auml;be es f&uuml;r einen Skandalrummel, wenn von der Leyen in der SPD oder gar in der Linken w&auml;re?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Parteispenden im Juni<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/16\/138\/1613828.pdf\">Deutscher Bundestag [PDF &ndash; 118 KB]<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wes Brot ich ess &hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Gesellschaftliche Folgen der Medienkonzentration<\/strong><br>\nDie abnehmende Zahl wirtschaftlich unabh&auml;ngiger Medien bei gleichzeitigem Wachstum der Unternehmen vergr&ouml;&szlig;ert allerdings die Einflussm&ouml;glichkeiten von Eigent&uuml;mern und Anteilseignern. Die Einflussnahme kann wirtschaftlich oder politisch begr&uuml;ndet sein. Medienbesitz ist verf&uuml;hrerisch, da er Macht, Einfluss und Prestige suggeriert und ein erfolgreiches Mittel darstellen kann, um in den gesellschaftlichen Diskurs einzugreifen. Medienbarone zeichnen sich dadurch aus, dass sie die eigenen, meist partikularen wirtschaftlichen sowie gesellschaftspolitisch konservativen Zielsetzungen in den Vordergrund r&uuml;cken und unternehmerische Strukturen schaffen, welche &ndash; intern und extern &ndash; die Herausbildung von Medien- und Meinungsvielfalt erschweren. Die selektive Auswahl des F&uuml;hrungspersonals und die forcierte Durchsetzung von Loyalit&auml;t im Arbeitsalltag f&uuml;hren zu einer durch Medienbesitz gesteuerten Pressefreiheit, die der modernen Demokratie massiven Schaden zuf&uuml;gt &hellip;<br>\nJe mehr Medienkonzerne durch Aufk&auml;ufe und Fusionen wachsen, desto attraktiver erscheinen sie potentiellen Investoren und desto eher kommt es zu &Uuml;bernahmen &hellip;<br>\nAuch die Aushandlung und Gestaltung der Medienpolitik erfolgt immer st&auml;rker im Interesse von dominanten Medienunternehmen und weniger im Sinne der &Ouml;ffentlichkeit bzw. einer demokratischen Gesellschaft. Im Gegensatz zu anderen Branchen k&ouml;nnen Medienunternehmen &uuml;ber ihre Verb&auml;nde bzw. Mitglieder st&auml;ndig eine interessegeleitete Publizit&auml;t herstellen. Durch konzertierte medienpolitische Einflussnahme gelingt es den Branchenvertretern immer wieder, sowohl ordnungspolitische Rahmenbedingungen als auch staatliche Ma&szlig;nahmen im Mediensektor ma&szlig;geblich zu beeinflussen. Keine Regierung kann Medienpolitik gegen die Medien, sondern nur zusammen mit diesen durchsetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/publikationen\/WJA3NK,1,0,Gesellschaftliche_Folgen_der_Medienkonzentration.html#art1\">Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Demokratiezerst&ouml;rende Meinungsmacht hier einmal in der zur&uuml;ckhaltenden Sprache der Wissenschaft.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Amerikas Zaubervogel mit lahmen Fl&uuml;geln<\/strong><br>\nIn keiner anderen Metropole der USA sind die H&auml;userpreise so stark eingebrochen wie in Phoenix, der Hauptstadt Arizonas. Der Immobilienboom hat dort ein j&auml;hes Ende gefunden, mit ernsten Folgen f&uuml;r viele Hausbesitzer. Im Unterschied zu dem mythischen Vogel, nach dem die Stadt benannt ist, f&auml;llt Phoenix der Neuaufschwung aus der Krise schwer.Keine andere st&auml;dtische Agglomeration der USA hat einen &auml;hnlichen Einbruch der H&auml;userpreise erlebt wie diese. Laut dem Case-Shiller-Index fielen die Verkaufspreise von Einfamilienh&auml;usern in Phoenix und Umgebung in den letzten drei Jahren durchschnittlich um 54 Prozent. Im Vergleich dazu beliefen sich die Einbussen im Raum New York &laquo;nur&raquo; auf 21 Prozent. Die Baut&auml;tigkeit, zuvor ein zuverl&auml;ssiger Motor der regionalen Wirtschaft, ist praktisch zum Erliegen gekommen.<br>\nWoher der n&auml;chste Impuls kommen soll, der die Entwicklung wieder in Schwung bringt, ist vorerst jedoch unklar. Der &Ouml;konom Butler &auml;ussert sich dazu auffallend skeptisch. Eine Stadt k&ouml;nne nur wachsen, wenn sie Arbeitspl&auml;tze anbiete; woher diese kommen sollten, sei ihm nicht klar. Butler bezweifelt daher, dass Phoenix je wieder derselbe Magnet wie fr&uuml;her sein wird. Doch dies sind Zukunftsgedanken; die Gegenwart ist f&uuml;r die Einwohner schon schwierig genug. Laut dem Verband der Hypothekarbanken hat die Krise etwa 15 Prozent der Hausbesitzer in ernste Schwierigkeiten gebracht &ndash; sei es, dass sie mit dem Schuldendienst in Verzug gerieten, sei es, dass sie ihre Zahlungsunf&auml;higkeit erkl&auml;rten und ihr Haus durch einen Zwangsverkauf verloren. Doch die Krise trifft noch viel breitere Kreise. Der mittlere Verkaufspreis eines Einfamilienhauses ist laut Erhebungen der Arizona State University seit 2007 von 260 000 auf 120 000 Dollar gefallen. Da die Amerikaner ein Volk von Wohneigent&uuml;mern sind, haben mit anderen Worten viele einen stattlichen Teil ihres Verm&ouml;gens verloren. Es wird angenommen, dass die meisten Besitzer mittlerweile &laquo;under water&raquo; sind, also mehr an Hypotheken schulden, als ihr Haus noch wert ist. Solange sie ihre Zinsen weiter bezahlen, bleiben sie unbehelligt, aber wer beispielsweise durch eine Entlassung in eine Notlage ger&auml;t, kann rasch das eigene Dach &uuml;ber dem Kopf verlieren. Rund die H&auml;lfte aller H&auml;userverk&auml;ufe in Phoenix erfolgt gegenw&auml;rtig im Zusammenhang mit einer Zwangsvollstreckung durch die Gl&auml;ubiger; das sind jeden Monat Tausende.<br>\nSozial&auml;mter vermelden einen markanten Anstieg der Obdachlosigkeit. Eine Kirchenmitarbeiterin beklagt, dass viele Staatsstellen im Bildungs- und Sozialwesen bedroht seien. Tats&auml;chlich sieht sich die &ouml;ffentliche Hand einem dramatischen R&uuml;ckgang der Einnahmen aus Liegenschaften- und Konsumsteuern gegen&uuml;ber. Ein Ende der Misere aus Defiziten, Arbeitsplatzabbau und sinkenden Immobilienpreisen ist vorl&auml;ufig nicht in Sicht; auch das Hilfsprogramm Pr&auml;sident Obamas zugunsten notleidender Hausbesitzer hat bisher in Arizona keine erkennbare Wirkung gezeigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/amerikas_zaubervogel_mit_lahmen_flgeln_1.3244822.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So deprimierend es ist, so gut ist es, die Situation vor Ort zu konkretisieren. &ndash; &Uuml;brigens wie w&auml;re es, die H&auml;user zu verstaatlichen und die Bewohner darin wohnen zu lassen, und wenn sie dann einen Job h&auml;tten, eine Sozialmiete zu kassieren mit der Option die Resthypothek abzahlen zu k&ouml;nnen. Oder auch eine art &lsquo;bad real-estate company&rsquo; f&uuml;r diese Objekte mit derselben Option einzurichen, gehalten von allen (&uuml;berlebenden) Finanzinstitutionen, die mit Verbriefungen&nbsp; gewettet haben, in denen Kreditrisiken geb&uuml;ndelt weiterverkauft wurden.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL\/AM)<\/p>\n<p>Unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4104#h01\">Der Weltuntergang drohte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h02\">Axel Troost: Das HRE-Desaster fiel nicht vom Himmel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h03\">US-Senat l&auml;dt Deutsche Bank vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h04\">Der Mann, der zu viel wollte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h05\">Bankmanager-Boni: Spiel ohne Grenzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h06\">Sonderabgabe f&uuml;r die Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h07\">Kinder kosten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h08\">Atmosph&auml;re des Drucks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h09\">Sch&auml;dliche Sanktionen gegen Arbeitslose<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4104#h10\">Regierung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4104\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4104","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4104","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4104"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4104\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}