{"id":4106,"date":"2009-08-03T20:49:10","date_gmt":"2009-08-03T18:49:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4106"},"modified":"2014-01-23T16:18:25","modified_gmt":"2014-01-23T15:18:25","slug":"asymmetrie-zu-lasten-der-spd-und-sie-wehrt-sich-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4106","title":{"rendered":"Asymmetrie zu Lasten der SPD \u2013 und sie wehrt sich nicht"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Nahles f&uuml;r Neuregelung der Dienstwagen-Verordnung&ldquo;, meldete dpa am 2.8.09. Das mag ja sinnvoll sein. Aber es ist eine defensive Reaktion auf die Dienstwagengeschichte der Gesundheitsministerin. Mal abgesehen davon, dass die Sozis nicht wissen, wie man mit den Medien umgeht, ist dieses Einknicken auch die Folge der hoffnungslosen Einseitigkeit der m&auml;chtigen Medien. Haben die Medien zum Beispiel beim Ski-Unfall von MP Althaus gefragt, wie der hinter Althaus fahrende Sicherheitsbeamte auf die Piste kam? Zu Fu&szlig; von Erfurt nach &Ouml;sterreich? Oder mit dem Dienstwagen? Haben sie gefragt, ob Althaus zurecht sicherheitsgef&auml;hrdeter ist als Schmidt? Ein bisschen Recherche w&uuml;rde Erkenntnisse und viele Fragen hinterlassen. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Althaus wird anders behandelt als Schmidt<\/strong><\/p><p><strong>Althaus hatte einen Sicherheitsbeamten mit beim Skilaufen<\/strong><br>\nIst der Ministerpr&auml;sident von Th&uuml;ringen beim Skilaufen in &Ouml;sterreich mehr gef&auml;hrdet als die Bundesgesundheitsministerin in Spanien? Welche Fahrzeuge waren mit den Sicherheitsbeamten und Althaus nach &Ouml;sterreich unterwegs? Wie lange und zu welchen Kosten?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3\/Doc~EAAE61DB7DF20455FB8DF4218CA556DAE~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/p><p>Althaus wurde selbstverst&auml;ndlich <a href=\"upload\/pdf\/20090803_01.pdf\">mit dem Dienstwagen von der Rehabilitation in Salem abgeholt [PDF &ndash; 348 KB]<\/a>. Ich w&uuml;rde pers&ouml;nlich das ja sogar noch f&uuml;r vern&uuml;nftig halten und f&uuml;r eine Zumutung gegen&uuml;ber den Steuerzahlern von Th&uuml;ringen, die man ertragen muss. Aber warum nicht bei Schmidt in Spanien? Warum die Einseitigkeit?<\/p><p><strong>Althaus durfte schon als Landesminister seinen Dienstwagen privat nutzen<\/strong><\/p><p>Die Recherchen im Fall Althaus w&uuml;rden auch noch ein sehr sch&ouml;nes anderes <a href=\"upload\/pdf\/20090803_02.pdf\">einschl&auml;giges Bonbon zu Tage f&ouml;rdern [PDF &ndash; 224 KB]<\/a>. Am 14. Oktober 1999 hat die Landesregierung von Th&uuml;ringen eine m&uuml;ndliche Anfrage des Abgeordneten Dittes beantwortet. Sie betraf eine Einlassung des damaligen Abgeordneten der CDU und fr&uuml;heren Mitglieds der Landesregierung, Dieter Althaus, zur Nutzung von Dienstwagen. Althaus meinte damals laut Th&uuml;ringer Allgemeinen vom 2. Oktober 1999: &bdquo;Wenn wir mal in den Urlaub wollen, darf ich den Dienst-BMW benutzen, das ist dann ein 7-er.&ldquo;<br>\nIn den Antworten auf die m&uuml;ndliche Anfrage wird klar, dass es in Th&uuml;ringen Usus war und vermutlich auch noch ist, dass auch Landesminister (nicht nur Ministerpr&auml;sidenten) ihren Dienstwagen auch im Urlaub benutzen.<br>\nWir erfahren au&szlig;erdem, dass eine Genehmigung der Nutzung des Dienstwagens f&uuml;r Privatreisen nach den Richtlinien des Freistaates Th&uuml;ringen grunds&auml;tzlich nicht erforderlich ist oder war..<\/p><p><strong>Warum geht die SPD so defensiv mit der einseitigen Behandlung in den Medien um?<\/strong><\/p><p>Was dem Landesminister Dieter Althaus gestattet war, d&uuml;rfte eigentlich bei der Bundesministerin Ulla Schmidt nicht zum Tage lang debattierten Skandal hochgespielt werden. Dass dies dennoch geschieht, hat damit zu tun, dass die Sozialdemokraten rundum zahnlos geworden sind und dass sie offenbar nicht begriffen haben, was ein Wahlkampf ist. Wenn der stellvertretenden Vorsitzenden Nahles nichts besseres einf&auml;llt, als neue Regeln zu fordern, womit sie die Behandlung des Themas verl&auml;ngert, statt es durch einen offensiven Schritt zu entsch&auml;rfen, dann kommt die SPD nicht aus der Defensive heraus.<\/p><p><strong>Die SPD hat offensichtlich ein grunds&auml;tzliches Problem im Umgang mit dem auch gegen sie gerichteten Kampagnenjournalismus.<\/strong><\/p><p>Sie nutzt selbst diese perverse, undemokratische Art von Journalismus im Kampf gegen die Linkspartei. Da ist jedes Mittel recht. Sie &uuml;bersieht dabei, dass sie erstens ebenfalls Kampagnen ausgesetzt ist (siehe Dienstwagenaff&auml;re) und dass zweitens die Kampagnen gegen die Linkspartei auch ihr selbst schaden. Sie wird n&auml;mlich vom konservativen Teil der Gesellschaft und von der Mehrheit der Medien verd&auml;chtigt, im Notfall doch mit der Linkspartei zusammenzuarbeiten. Also &uuml;bertr&auml;gt sich das von der SPD gesch&uuml;rte Misstrauen und die Stigmatisierung der Linkspartei auch auf die SPD selbst.<br>\nIn jedem Fall wird das W&auml;hlerpotenzial links von Schwarz-gelb auf diese Weise dezimiert. So viel strategisches Unverm&ouml;gen war selten in Wahlk&auml;mpfen. <\/p><p><strong>Deshalb zwei Anregungen an Mitglieder und Freunde\/innen der SPD: <\/strong><\/p><ol>\n<li>Dr&auml;ngen Sie bei SPD-Mandatstr&auml;gern und Vorst&auml;nden darauf, dass diese daf&uuml;r sorgen, endlich die Medienbarriere zu thematisieren, die es auch gegen&uuml;ber der SPD gibt.<\/li>\n<li>Und werben Sie daf&uuml;r, dass die SPD ihren unsinnigen Kampf gegen alles Linke aufgibt. Wie ich h&ouml;re, ist sogar Gerhard Schr&ouml;der schon zu der Einsicht gekommen, dass die SPD ohne die Zusammenarbeit von Rot-Gr&uuml;n-Rot keine Machtperspektive mehr hat.<\/li>\n<\/ol><p><strong>Nachtrag mit zwei erg&auml;nzenden Artikeln zur Medienbarriere die Linke betreffend:<\/strong><\/p><p>Linkspartei: Mit rotem Kopf<br>\n<strong>Die Linkspartei sieht sich von den Medien ausgegrenzt &ndash; jetzt soll es dagegen sogar Mahnwachen geben.<\/strong><br>\nVon Matthias Meisner<br>\nBerlin &ndash; Meinungsmache, Diffamierung, systematische Ausblendung von Inhalten &ndash; mit diesen Vorw&uuml;rfen greift eine im Dienste der Linkspartei gegr&uuml;ndete W&auml;hlerinitiative jetzt massiv die Medien in Deutschland an. Die Aktivisten sehen Oskar Lafontaine und seine Partei ausgegrenzt, weil sich die Linke mit ihren Forderungen nach sozialer Sicherheit und gegen den Krieg in Afghanistan &bdquo;gegen die herrschende Meinung in den Medien und gegen die Interessen der Medieneigent&uuml;mer&ldquo; stelle, wie es im Aufruf hei&szlig;t. Als Schirmherren der Initiative treten auf: Peter Sodann, Schauspieler und j&uuml;ngst Bundespr&auml;sidentenkandidat der Linken, der Bildhauer Alfred Hrdlicka, der Musiker Manfred Maurenbrecher sowie der Kabarettist Dietrich Kittner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland\/LInkspartei-Linke;art122,2863195\">Tagesspiegel<\/a><\/p><p><strong>Erzengel und Belzebub<\/strong><br>\nRudolf Stumberger 03.08.2009<br>\nLafontaine und die groteske Kampagne der Medien<br>\n&ldquo;Einmal muss Schluss sein!&rdquo; Das hat sie, die Redakteurin der Frankfurter Rundschau (FR), ganz eigenverantwortlich beschlossen, &ldquo;ohne R&uuml;cksprache mit irgendeinem Vorgesetzten&rdquo;. Schluss mit was? Mit den inzwischen 14-Seiten-langen Kommentaren zu einem FR-Artikel &uuml;ber Maybritt Illners Sendung &ldquo;Illner Intensiv&rdquo; mit Politikern der Linken, darunter Oskar Lafontaine. Die Kommentare &auml;u&szlig;ern sich in der Regel kritisch zu dem Artikel und einige beklagen einen politischen Kurswechsel der Zeitung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30846\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Nahles f&uuml;r Neuregelung der Dienstwagen-Verordnung&ldquo;, meldete dpa am 2.8.09. Das mag ja sinnvoll sein. Aber es ist eine defensive Reaktion auf die Dienstwagengeschichte der Gesundheitsministerin. Mal abgesehen davon, dass die Sozis nicht wissen, wie man mit den Medien umgeht, ist dieses Einknicken auch die Folge der hoffnungslosen Einseitigkeit der m&auml;chtigen Medien. Haben die Medien zum<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4106\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[198,123,41],"tags":[513,511,1544,512],"class_list":["post-4106","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienanalyse","tag-althaus-dieter","tag-dienstwagen","tag-kampagnenjournalismus","tag-schmidt-ulla"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4106","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4106"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4106\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20243,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4106\/revisions\/20243"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}