{"id":4107,"date":"2009-08-04T09:08:36","date_gmt":"2009-08-04T07:08:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4107"},"modified":"2009-08-04T09:08:36","modified_gmt":"2009-08-04T07:08:36","slug":"hinweise-des-tages-946","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4107","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL\/AM)<br>\nHeute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4107#h01\">Debatte um Lohnverzicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h02\">Arbeit ganz unten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h03\">ALG II Bezieher haben mit Vorurteilen zu k&auml;mpfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h04\">Zahltag f&uuml;r wen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h05\">Staatsschulden machen die Banken reich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h06\">Heuschrecken droht 400-Milliarden-Loch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h07\">Schaeffler-Conti-Chaos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h08\">Deutsche Firmen dr&auml;ngen in die Schweiz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h09\">Steuerfahnderaff&auml;re in Hessen: Erfolgreich, kaltgestellt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h10\">&bdquo;Coaching f&uuml;r den Million&auml;r, klar kannste das absetzen!&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h11\">Das grosse Reflations-Experiment von 2009<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h12\">Einzelhandel f&auml;hrt deutliches Minus ein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h13\">Verpatzter Neustart &ndash; Die Deutsche Bahn unter Grube<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h14\">Neue Richtervereinigung: Bericht &uuml;ber die Situation der Menschenrechte in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h15\">Lucas Zeise &ndash; Was der HRE-Ausschuss gebracht hat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h16\">Die Selbstentm&uuml;ndigung der Parlamente<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h17\">SPD-Neustart mit der Agenda 2020<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h18\">Lafontaine und die groteske Kampagne der Medien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h19\">Zu guter Letzt: Auftakt nach Ma&szlig;<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4107&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Debatte um Lohnverzicht<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Lohnverzicht &ndash; Falsche Einmischung<\/strong><br>\nEs ist ein Krisenklassiker: Um ihren Unternehmen zu helfen, sollen Arbeitnehmer freiwillig eine geringere Bezahlung akzeptieren. Doch zurecht verbitten sich die Tarifpartner Einmischung: Schlie&szlig;lich gibt es den Lohnverzicht l&auml;ngst.<br>\nLohnverzicht! Fordert nicht nur Arbeitgeberpr&auml;sident Dieter Hundt, sondern auch &Ouml;konomen. Damit, so die Experten, lie&szlig;en sich Arbeitspl&auml;tze sichern.<br>\nDen Lohnverzicht gibt es l&auml;ngst, kann man da nur antworten. Oder wie nennt man das, wenn 1,3 Millionen Besch&auml;ftigte kurzarbeiten und damit weniger Lohn erhalten? Wer argumentiert, wer weniger arbeitet, verdient eben auch weniger, dem sei gesagt, dass sich das viele Besch&auml;ftigte nicht ausgesucht haben und manch einer seinen privaten Haushaltsplan daf&uuml;r ganz sch&ouml;n umstellen muss.<br>\nVergessen wird dabei auch, dass Dutzende Unternehmen, darunter viele gro&szlig;e Konzerne, noch oder erneut einen Tarifvertrag zur Besch&auml;ftigungssicherung haben, der Lohnverzicht beinhaltet: Durch l&auml;ngere Arbeitszeiten, weniger Urlaub oder K&uuml;rzung von Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld.<br>\nNicht zuletzt: Nachdem die Krise die Exportbranchen Deutschlands ins Wanken gebracht hat, sollte man der Binnennachfrage eine Chance geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Kommentar-Lohnverzicht-Falsche-Einmischung\/548419.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Bofinger warnt vor Lohnk&uuml;rzungen<\/strong><br>\nL&ouml;hne senken und Urlaubstage streichen, der Wirtschaftsweise Peter Bofinger h&auml;lt das f&uuml;r das falsche Rezept, um die Wirtschaft aufzup&auml;ppeln. Dementsprechend hart geht er mit Arbeitgeberpr&auml;sident Hundt ins Gericht, der genau das angeregt hatte.<br>\n&bdquo;Wir haben zu wenig Arbeit&ldquo;, betonte Bofinger. Wenn Arbeitnehmer l&auml;nger arbeiteten, w&auml;re dies kontraproduktiv zu den Bem&uuml;hungen, Menschen in Arbeit zu halten.<br>\nHundts Lohnsenkungsidee geh&ouml;re zu den &bdquo;unsinnigen Vorschl&auml;gen&ldquo;, meinte Bofinger. &bdquo;Herr Hundt sollte sich anschauen, wie die Krise 1930 in Deutschland bek&auml;mpft wurde: Mit Br&uuml;nings Sparpolitik und Lohnsenkungen.&ldquo; Die L&ouml;hne f&uuml;r Facharbeiter seien damals um 20 Prozent gesenkt worden. &bdquo;Das Ergebnis dieser Politik ist bekannt&ldquo;, sagte Bofinger. &bdquo;Deutschland in den 30er Jahren ist ein eindrucksvolles Beispiel, wie man es nicht machen sollte&ldquo;, warnte das Mitglied im Wirtschaftsrat der Bundesregierung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:Unsinnige-Vorschl%E4ge-Bofinger-warnt-vor-Lohnk%FCrzungen\/548254.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>DGB-Chef&ouml;konom Hirschel: Lohnk&uuml;rzung versch&auml;rft die Krise<\/strong><br>\nWer hofft, dass die Betriebe in der Krise gesamtwirtschaftlich vern&uuml;nftig handeln, der baut auf Sand. Und auch die Widerstandskraft der Gewerkschaften hat ihre Grenzen.<br>\nDeswegen steht die Politik mehr denn je in der Verantwortung. Sie muss die Gefahren von Lohnverzicht und Deflation offen ansprechen. Die Lage ist noch nicht dramatisch, aber ernst. L&ouml;hne und Preise sinken bereits. Vorbeugung ist jetzt das Gebot der Stunde. Die Politik muss einen Damm gegen die Deflationsgefahren bauen.<br>\nDas Baumaterial besteht aus Mindestl&ouml;hnen, gleichem Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit in der Leiharbeit und der staatlichen F&ouml;rderung regul&auml;rer sozialversicherter Arbeit. Transferleistungen und die Geh&auml;lter im &ouml;ffentlichen Dienst m&uuml;ssen in der Krise stabil gehalten werden. Der Schutz der Arbeitslosenversicherung muss ausgebaut werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/1863062_DGB-Chefoekonom-Hirschel-Lohnkuerzung-verschaerft-die-Krise.html\">FR<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Arbeit ganz unten<\/strong><br>\nLohnabh&auml;ngige als &raquo;Unternehmer&laquo;: Wie Mindestl&ouml;hne durch Besch&auml;ftigung von Scheinselbst&auml;ndigen unterlaufen werden<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/08-04\/013.php?print=1\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>ALG II Bezieher haben mit Vorurteilen zu k&auml;mpfen<\/strong><br>\nNach Erkenntnissen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) behindern unbegr&uuml;ndete Vorurteile in vielen Firmen noch immer die Jobsuche von Hartz IV Empf&auml;ngern. Unter den Empf&auml;ngern von Arbeitslosengeld II sind viele gut qualifizierte und motivierte M&auml;nner und Frauen, die bei Stellenbesetzungen eine Chance verdienen&rdquo;, erkl&auml;rte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Dennoch gebe es auch f&uuml;r diese Gruppe von Arbeitslosen trotz der aktuellen Wirtschaftskrise &uuml;berraschenderweise noch gen&uuml;gend freie Stellen. Heinrich Alt machte deutlich, dass Vorurteile gegen&uuml;ber ALG Beziehern, wonach es sich bei dieser Personengruppe durchweg um Langzeitarbeitslose und Unqualifizierte handeln w&uuml;rde, unberechtigt seien. So zeigten BA-Statistiken, dass immer mehr Menschen nicht etwa wegen l&auml;ngerer Erwerbslosigkeit zum Hartz IV Empf&auml;nger w&uuml;rden, sondern weil sie wegen vorheriger Ausbildung oder zu kurzer Vorbesch&auml;ftigung keinen Anspruch auf das ALG I erworben h&auml;tten. Ferner verf&uuml;ge jeder Zweite Betroffene &uuml;ber eine abgeschlossene Ausbildung. Der BA-Vorstand dr&uuml;ckte seinen Missmut dar&uuml;ber aus, dass so manches Unternehmen Menschen mit Hartz IV Hintergrund schon bei der Vorauswahl von Bewerbungsunterlagen aussieben w&uuml;rde. &ldquo;Dabei zeigt es sich immer wieder: Menschen, die nach verzweifelter Suche eine Jobchance erhielten, sind oft die besten und treuesten Mitarbeiter&rdquo;, machte Alt deutlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialleistungen.info\/news\/02.08.2009-alg-ii-bezieher-haben-mit-vorurteilen-zu-kaempfen\/\">Sozialleistungen-Info<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Zahltag f&uuml;r wen?<\/strong><br>\nVon Null auf 100 in einem Jahr! 2008 war der Staatshaushalt fast ausgeglichen. F&uuml;r dieses Jahr sch&auml;tzt Finanzminister Steinbr&uuml;ck die neuen Schulden auf 110 und f&uuml;r das n&auml;chste auf 130 Milliarden Euro. Bis 2012 wird der Schuldenberg voraussichtlich auf 2.000 Milliarden Euro anwachsen. Heute liegt er noch bei 1.600 Milliarden. Das Geld f&uuml;r die Bankenrettung ist noch nicht dabei!<br>\nWo soll das Geld herkommen? Entweder gelten wirksame Steuererh&ouml;hungen f&uuml;r Reiche nicht l&auml;n-ger als Tabu. Oder Besch&auml;ftigte, Alte, Kranke und Arbeitslose werden erneut belastet. Das m&uuml;ssen wir verhindern!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wipo.verdi.de\/wirtschaftspolitik_aktuell\/data\/09_16-Zahltag.pdf\">ver.di Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 16\/2009 [PDF &ndash; 133 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Staatsschulden machen die Banken reich<\/strong><br>\nBanken weltweit verdienen an der &ouml;ffentlichen Hand &ndash; und rei&szlig;en sich darum, als Prim&auml;rh&auml;ndler bei der Emission von Staatsanleihen mitzuwirken. Jahrelang war das Gesch&auml;ft der Prim&auml;rh&auml;ndler eher uninteressant. Solche Firmen erwerben bei Schuldenauktionen des Staates Anleihen, die sie dann an Kunden weiterverkaufen. Sie stellen zudem als &bdquo;Market Maker&ldquo; Geld- und Briefkurse. Inzwischen hat sich die Situation jedoch radikal gewandelt. Wegen Konjunkturprogrammen und Bankenrettungspaketen ist der Refinanzierungsbedarf der L&auml;nder so hoch wie nie. Allein die Vereinigten Staaten werden dieses Jahr mehr als 2500 Mrd. $ an neuen Papieren begeben. Gleichzeitig fragen Investoren wieder sichere Anlagen nach, die Nachfrage nach Staatsanleihen ist deshalb hoch.<br>\nDie Finanzinstitute verdienen dabei nicht nur mit dem Staat, sondern auch mit den Notenbanken. Die US-Notenbank kauft Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere im Umfang von 1750 Mrd. $ auf. Da sie ihre Pl&auml;ne stets im Voraus bekannt gibt, bieten sich f&uuml;r die Wall Street automatisch Gewinnchancen: Vor dem Kauf durch die Notenbank steigen die Kurse, vor der Emission durch das Finanzministerium fallen sie. Beides ist gut f&uuml;r die Banken.&nbsp; &bdquo;Das ist der Preis, den wir bezahlen m&uuml;ssen. Man kann nicht das Finanzsystem retten, ohne dass es ein paar Menschen gibt, die davon profitieren&ldquo;, sagte Barney Frank, Leiter des Finanzausschusses im US-Repr&auml;sentantenhaus..<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:Geldmaschine-Rezession-Staatsschulden-machen-die-Banken-reich\/548317.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Da m&ouml;chte man doch Barney Frank entgegnen: M&uuml;ssen es aber gerade diejenigen sein, die das Finanzsytem zum Einsturz brachten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Heuschrecken droht 400-Milliarden-Loch<\/strong><br>\nDie Boomzeiten f&uuml;r Firmenk&auml;ufer sind vorbei. Weil Banken mit Krediten geizen, m&uuml;ssen sie sich nach anderen Geldquellen umsehen. Doch die Zeit dr&auml;ngt: Laut einer Analyse haben die gr&ouml;&szlig;ten Private-Equity-Gesellschaften Schulden in H&ouml;he von 400 Mrd. $, die bald f&auml;llig werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:Refinanzierung-Heuschrecken-droht-400-Milliarden-Loch\/548297.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Witzig ist an dieser Meldung allein, dass das Wort &bdquo;Heuschrecke&ldquo; inzwischen zum allgemeinen Sprachgebrauch der FTD geh&ouml;rt. Nicht weiter erw&auml;hnt wird in diesem Artikel, wie gro&szlig; angesichts dieser Situation der Druck der Private-Equity- Manager auf die &uuml;bernommenen Firmen sein muss, was hoffentlich neue Debatte &uuml;ber die Rolle der Heuschrecken ausl&ouml;sen wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Chaos<\/strong><br>\nMitten in der Automobilkrise ist Schaeffler darauf aus dem weit gr&ouml;&szlig;eren Wettbewerber Continental brachial seinen Willen aufzuzwingen. Kein Gegenargument z&auml;hlt. Kein Kollateralschaden ist zu gro&szlig;. Schaeffler hat gezockt, verloren und will nun die Konsequenzen nicht tragen. Das Erstaunliche ist, dass die Franken damit durchzukommen scheinen. Die Politik schielt nur noch auf die Bundestagswahl. Gewerkschaften scheuen den Konflikt, um nicht gerade Errungenes zu gef&auml;hrden. Ein Machtwort k&ouml;nnten die Gl&auml;ubigerbanken sprechen. Aber die sind zu sehr mit sich selbst besch&auml;ftigt oder sie neutralisieren sich gegenseitig. Das Schaeffler-Conti-Debakel ist ein Musterbeispiel daf&uuml;r, wie kurzsichtiger Egoismus bei allen Beteiligten geradewegs in einer Katastrophe m&uuml;ndet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1863418&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Deutsche Firmen dr&auml;ngen in die Schweiz<\/strong><br>\nUnternehmerfreundlich, &uuml;berschaubar, sicher: Die Schweiz lockt deutsche Firmen gleich reihenweise &uuml;ber die Grenze &ndash; trotz der Rezession. Das missf&auml;llt den deutschen Beh&ouml;rden. Deshalb schicken sie ihre Steuerfahnder sogar in die Info-Seminare der Eidgenossen.<br>\nDas deutsche Steuersystem wird bald um ein Gesetz reicher sein, denn der Deutsche Bundestag hat den Fiskus Anfang Juli bevollm&auml;chtigt, Steuerpflichtige, die Gesch&auml;ftsbeziehungen zu nicht kooperierenden &bdquo;Steueroasen&ldquo; unterhalten und dar&uuml;ber nicht Auskunft geben, mit Sanktionen zu belegen. Das &bdquo;Gesetz zur Bek&auml;mpfung der Steuerhinterziehung&ldquo; verlangt von solchen Firmen und Privatpersonen umfangreiche Auskunfts- und Nachweispflichten. Wer nicht mit den Steuerbeh&ouml;rden kooperiert, muss unter anderem damit rechnen, dass der Steuerabzug von Aufwendungen aberkannt wird, die in solchen L&auml;ndern anfallen.<br>\nDer Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) reagierte ver&auml;rgert auf die Vorlage. Zwar sei es grunds&auml;tzlich begr&uuml;&szlig;enswert, die Steuerhinterziehung weiter zu erschweren, r&auml;umte der BDI in einer gemeinsamen Stellungnahme mit anderen Wirtschaftsverb&auml;nden ein. Doch das geplante Gesetz schie&szlig;e &bdquo;weit &uuml;ber das Ziel hinaus&ldquo;. Der Vorschlag k&ouml;nne zu gravierenden Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten des Standorts Deutschlands f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,637578,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sie erinnern sich sicherlich noch. Gerade ein Jahr ist es her, dass die Steuerhinterziehungsaff&auml;re des damaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post Schlagzeilen machte und als eine CD mit Kundendaten der Liechtensteiner LTG-Bank Ermittlungen gegen einige hundert sog. &bdquo;Leistungstr&auml;gern&ldquo; ausl&ouml;ste, die im Verdacht stehen, <a href=\"?p=3070\">Steuern in H&ouml;he von mehreren hundert Millionen Euro hinterzogen zu haben<\/a>.<br>\nDamals war die Emp&ouml;rung gro&szlig; und alle &ndash; auch der Spiegel &ndash; forderten, dass energischer gegen Steuerhinterzieher vorgegangen werden m&uuml;sse. Das scheint alles schon wieder vergessen.<br>\nDie Unternehmensverb&auml;nde unterst&uuml;tzt von Medien, wie dem Spiegel, betreiben das &uuml;bliche Spiel: Abwarten bis sich die Situation wieder beruhigt hat und dann jeden gesetzgeberischen Versuch, Steuerhinterziehung zu bek&auml;mpfen, massiv bek&auml;mpfen. Auch das Argument ist immer das gleiche: Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten des Standorts Deutschlands &ndash; Steuerhinterziehung als Standortvorteil also.<br>\nEs ist ein Trauerspiel, dass sich der Spiegel wieder einmal als B&uuml;chsenspanner hergibt.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Steuerfahnderaff&auml;re in Hessen: Erfolgreich, kaltgestellt <\/strong><br>\nIn der Aff&auml;re um hessische Steuerfahnder liegen&nbsp; neue Dokumente vor, die zeigen, wie die Beamten aus dem Job gedr&auml;ngt wurden. Finanzminister Weimar war stets informiert. F&uuml;r Betr&uuml;ger muss es unangenehm gewesen sein, wenn Steuerfahnder Rudolf Schmenger vor der T&uuml;r stand. Schmenger lie&szlig; sich nicht beirren &ndash; auch nicht als er 1996 die m&auml;chtige Commerzbank wegen Tausender F&auml;lle von Steuerhinterziehung durchsuchen sollte. Das &bdquo;Einmarschieren&ldquo; der Fahnder finde man h&ouml;chst unangebracht, teilte damals der Vorstand der Bank mit. Man werde beim Ministerpr&auml;sidenten und auch beim Bundeskanzler protestieren. Man sei &bdquo;in Sorge um den Finanzplatz Deutschland&ldquo;, so Martin Kolhaussen, damaliger Vorstandssprecher der Commerzbank in einem Schreiben, dass der FR vorliegt. Steuerfahnder Schmengers Antwort, als er dennoch die Vorstandsetage der Bank durchsuchte, war: &bdquo;Dann sagen Sie dem Bundeskanzler sch&ouml;ne Gr&uuml;&szlig;e von der Steuerfahndung Frankfurt!&ldquo; Vieles spricht daf&uuml;r, dass Schmenger f&uuml;r sein Engagement in diesen und anderen F&auml;llen bitter bezahlen musste.<br>\nZun&auml;chst stellt sich der damalige hessische Finanzminister Karl Starzacher (SPD) hinter die Fahnder. Doch ab dem Jahr 2001 dreht sich f&uuml;r Schmenger und seine Kollegen der Wind. Zwischenzeitlich ist die CDU-FDP-Regierung ins Amt gekommen. Trotz anhaltend hervorragender Arbeit d&uuml;rfen die Fahnder gr&ouml;&szlig;ere Steuerhinterziehungs-F&auml;lle pl&ouml;tzlich nicht mehr verfolgen. Als sie protestieren, werden sie versetzt, mit Disziplinarma&szlig;nahmen &uuml;berzogen, zum Psychiater geschickt und schlie&szlig;lich mit Mitte Vierzig zwangspensioniert. Dabei herrscht in der Steuerfahndung gro&szlig;er Personalmangel.<br>\nSchmenger klagt gegen ein Disziplinarverfahren. Seine Personalakte sieht er mehrfach ein. Beim dritten Mal, vor Gericht, taucht pl&ouml;tzlich eine geheime Nebenakte auf, die nun der FR vorliegt: Dutzende Seiten mit diffamierenden Schrifts&auml;tzen seines Vorgesetzten. Nie hatte jemand mit Schmenger dar&uuml;ber gesprochen. Der Beamte gewinnt den Prozess gegen das Land Hessen auf ganzer Linie. Doch dann wird er zum Psychiater geschickt. Der FR liegen vier Gutachten des Psychiaters Thomas H. vor, in denen der Arzt im Auftrag des Landes den Steuerfahndern mit nahezu gleichlautenden Formulierungen &bdquo;paranoid querulatorische&ldquo; Entwicklungen und Anpassungsst&ouml;rungen bescheinigt, die zu lebenslanger Dienstunf&auml;higkeit f&uuml;hren sollen. Den Betroffenen selbst war teilweise nicht einmal klar, dass sie einen Psychiater antrafen, weil sie lediglich zu einer &bdquo;Fach&auml;rztlichen Untersuchung&ldquo; vorgeladen wurden. Jetzt ermittelt die &Auml;rztekammer und die Staatsanwaltschaft gegen den Frankfurter Psychiater.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1863345&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a>\n<p><em>Dazu auch noch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&raquo;Coaching f&uuml;r den Million&auml;r, klar kannste das absetzen!&laquo;<\/strong><br>\nReiche werden von den Finanz&auml;mtern systematisch geschont. Deutschland ist ein Steuerparadies f&uuml;r Gutverdienende. Ein Gespr&auml;ch mit Kim Otto.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/08-04\/035.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Das grosse Reflations-Experiment von 2009<\/strong><br>\nSeit einiger Zeit r&auml;tseln Investoren, ob die Finanzkrise und die Rezession sowie die vielf&auml;ltigen Massnahmen zu ihrer Bek&auml;mpfung in eine Inflation oder in eine Deflation m&uuml;nden. Die richtige Antwort auf diese Frage ist f&uuml;r Anleger sowohl an den Bondm&auml;rkten als auch an den Aktienm&auml;rkten wichtig. Gegenw&auml;rtig befinden sich die Industriel&auml;nder wie auch aufstrebende L&auml;nder in einem &laquo;Experiment&raquo;, das Tony Boeckh (fr&uuml;herer Chef des an den M&auml;rkten beachteten &laquo;Bank Credit Analyst&raquo;) und Rob Boeckh als &laquo;The Great Reflation Experiment of 2009&raquo; bezeichnen.&nbsp; Dieses Reflations-Experiment, dessen Ausgang noch v&ouml;llig offen sei, habe &ndash; in den USA, aber auch anderswo &ndash; zwei Komponenten. Die eine Komponente sei der steile Anstieg der Defizite der Staatshaushalte, der Staatsverschuldung und der Eventualverpflichtungen. In vielen L&auml;ndern wird die Staatsverschuldung durch die Rettungs- und Ankurbelungsschritte ein f&uuml;r Friedenszeiten weitgehend unbekanntes Ausmass erreichen. Diese Verschlechterung der &ouml;ffentlichen Finanzen wird, in langfristiger Sicht, den Lebensstandard der Bev&ouml;lkerungen und die Entwicklung der Finanzm&auml;rkte beeintr&auml;chtigen. Die zweite Komponente sei die enorme Ausweitung der Bilanzen von Zentralbanken. Die Boeckhs bef&uuml;rchten, dass der Man&ouml;vrierraum der Notenbanken in Zukunft klein bis nichtexistent sein wird. Zwar seien die hohen Defizite und das Wachstum der Staatsschuld (bei einem Abbau der privaten Schuld) kurzfristig unumg&auml;nglich. Aber die hohe Staatsschuld setze die Zinsen einem steigenden Trend aus. Da die Wirtschaften auf l&auml;ngere Zeit nicht stark genug seien, um zinspolitische Schritte der Notenbanken und eine Normalisierung der Reserven der Gesch&auml;ftsbanken zu verkraften, seien der monet&auml;ren Politik enge Grenzen gesetzt.<br>\nW&auml;hrend die Explosion von Geldmenge und Staatsverschuldung auf massgebliche Inflationsgefahren deutet, sprechen vor allem zwei Aspekte dagegen. Zum einen wirkt der enorme Verm&ouml;gensverlust, den private Haushalte durch die gesunkenen Preise f&uuml;r Aktien und Immobilien und die geschrumpften Pensionsverm&ouml;gen erlitten haben, gegen einen m&ouml;glichen Inflationsschub. Auch hat die Risikobereitschaft gewaltig abgenommen. Zum anderen gehen von der Produktionsseite intensive preisd&auml;mpfende Effekte aus. Weltweit ist die &uuml;bersch&uuml;ssige Produktionskapazit&auml;t auf einem wohl seit den 1930er Jahren nicht erreichten Ausmass, was auch die Tatsache, dass in Rezessionen in der Regel Kapazit&auml;t abgebaut wird, nicht vollst&auml;ndig &auml;ndern wird. Fraglich ist, wie rasch die Industrie in den westlichen Staaten wieder in Schwung kommen wird und ob von China &ndash; und anderen aufstrebenden M&auml;rkten &ndash; als Folge seiner ausgepr&auml;gten Investitionst&auml;tigkeit und seines hohen Arbeitsangebots weiterhin inflationsd&auml;mpfende Effekte ausgehen werden. Die monet&auml;re Expansion kann sich allerdings relativ rasch auf die Preise von Verm&ouml;genswerten auswirken &ndash; ein Effekt, der in letzter Zeit bereits gut sichtbar gewesen ist. Die zus&auml;tzliche Liquidit&auml;t muss nicht in h&ouml;here G&uuml;terpreise fliessen, sondern kann die Bewertung von Aktien, Anleihen, Rohwaren und letztlich Immobilien erh&ouml;hen. Statt zu einer Inflation von G&uuml;terpreisen k&auml;me es dann wieder zu einer Inflation von Verm&ouml;genswerten &ndash; wie sie bis zur Finanzkrise geherrscht hatte. Allerdings kann der monet&auml;re Stimulus die Erholung der realen Wirtschaft sehr rasch in Schwung bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/boersen_und_maerkte\/das_grosse_reflations-experiment_von_2009_1.3262735.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der fr&uuml;here Wirtschaftskorrespondent der NZZ&nbsp; in London (jetzt Paris), Andreas Uhlig (Ug.), berichtet in der Artikelserie &bdquo;Der Eurobondmarkt&ldquo; regelm&auml;&szlig;ig von den Geld- und Kapitalm&auml;rkten. Nat&uuml;rlich sind die Aussagen von Analytikern des Finanzwesens h&auml;ufig interessengeleitet, aber Uhlig trifft h&auml;ufig eine bemerkenswerte Auswahl, die zum Nachdenken anregt. Er hat sich &uuml;ber die Zeit eine bemerkenswerte Freiheit gegen&uuml;ber der Heimatbasis in Z&uuml;rich bewahrt, die h&auml;ufig mit ihrem &uuml;berzogen Einsatz f&uuml;r freie M&auml;rkte immer noch einen&nbsp; ideologischen Kampf gegen den Staatsinterventionismus pflegt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Einzelhandel f&auml;hrt deutliches Minus ein<\/strong><br>\nDie GfK-Analysten hatten erst k&uuml;rzlich <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:GFK-Konsumbarometer-Konsumklima-hellt-sich-deutlich-auf\/545194.html\">&uuml;ber das exzellente Konsumklima gejubelt<\/a>, doch die Realit&auml;t sieht anders aus. Im ersten Halbjahr sank der Umsatz im Einzelhandel um mehr als zwei Prozent. Analysten warnen: Das war erst der Anfang.<br>\nF&uuml;r die deutschen Einzelh&auml;ndler ist das erste Halbjahr unerwartet mit einem Umsatzr&uuml;ckgang zu Ende gegangen. Sie nahmen im Juni 1,6 Prozent weniger ein als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Bereinigt um Preisschwankungen (real) fiel das Minus mit 1,8 Prozent noch etwas gr&ouml;&szlig;er aus. Von Reuters befragte Experten hatten hier ein Wachstum von 0,5 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Juni 2008 sank der reale Umsatz mit 1,6 Prozent ebenfalls unerwartet. Beide Monate z&auml;hlten je 25 Verkaufstage.<br>\nVon Januar bis Juni setzte der Einzelhandel 2,3 und real 2,1 Prozent weniger um als vor einem Jahr. Auch f&uuml;r das Gesamtjahr erwartet der Branchenverband HDE ein Minus von etwa zwei Prozent, obwohl das von den GfK-Marktforschern ermittelte Konsumklima f&uuml;r August auf den h&ouml;chsten Stand seit Juni 2008 gestiegen war. Der HDE bef&uuml;rchtet vor allem im Herbst R&uuml;ckschl&auml;ge, sollte die Arbeitslosigkeit wie von den meisten Experten erwartet sp&uuml;rbar steigen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:Umsatzr%FCckgang-Einzelhandel-f%E4hrt-deutliches-Minus-ein\/548274.html\">FTD<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2009\/08\/PD09__289__45212,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Und regelm&auml;&szlig;ig werden die &bdquo;Konsumklimaforscher&ldquo; von der Realit&auml;t &uuml;berholt.<br>\nNoch am 27. Juli berichtet der Spiegel &uuml;ber die 7. GfK-Umfrage, danach steige der Konsumklimaindex zum vierten Mal in Folge und zwar <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,638422,00.html\">wesentlich st&auml;rker als erwartet<\/a>. Und wieder einmal wird gejubelt, dass der private Konsum als Konjunkturst&uuml;tze immer wichtiger werde. <\/em><br>\n<em>Siehe auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Warum das Konsumklima besser ist als die Realit&auml;t<\/strong><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,druck-638129,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Verpatzter Neustart &ndash; Die Deutsche Bahn unter Grube<\/strong><br>\nNach Mehdorns Abgang sollte alles besser werden: Doch dann kam das S-Bahn Chaos in Berlin. Seit Wochen ist der S-Bahn-Verkehr in Berlin durch Zugausf&auml;lle so gut wie lahm gelegt. Die Deutsche Bahn als Eigent&uuml;mer der S-Bahn hat bisher auf maximalen Profit gesetzt und die Wartung der Z&uuml;ge vernachl&auml;ssigt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/kontraste\/archiv\/kontraste_vom_30_07\/verpatzter_neustart.html\">ARD Kontraste (Text)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/etc\/medialib\/rbb\/rbb\/kontraste\/kontraste_20090730_bahn.asx.format_0001.1.asx\">ARD Kontraste (Video)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Neue Richtervereinigung: Bericht &uuml;ber die Situation der Menschenrechte in Deutschland<\/strong><br>\nWir konstatieren einen schleichenden Abbau des Rechtsstaats, der weitgehend partei&uuml;bergreifend von der Politik in Deutschland betrieben wird, wobei aus unserer Sicht insbesondere die Landesjustizminister &uuml;berwiegend eine eher negative Rolle spielen.\n<ol>\n<li>Verfassungswidriger Abbau der Ressourcen f&uuml;r die Gerichte und Staatsanwaltschaften<\/li>\n<li>Durchsetzung der Ressourcenreduzierung durch Druck auf Richter &ndash; Verletzung der Richterlichen Unabh&auml;ngigkeit<\/li>\n<li>Neuartige Verletzung der Richterlichen Unabh&auml;ngigkeit durch Gerichtspr&auml;sidenten in Deutschland<\/li>\n<li>&Uuml;berlange Verfahrensdauer und die Unt&auml;tigkeitsbeschwerde<\/li>\n<li>Abbau von Rechtsmitteln &ndash; Sogenannte &bdquo;Gro&szlig;e Justizreform&ldquo;<\/li>\n<li>Begrenzung der Prozesskostenhilfe<\/li>\n<li>Drohende Verschlechterung der Situation des Strafvollzugs<\/li>\n<li>Small Claims (neue Verfahrensregeln bei Geringf&uuml;gigkeit)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.nrv-net.de\/main.php?id=151&amp;vo_id=321&amp;lv_id=88&amp;fg_id=\">Neue Richtervereinigung<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Lucas Zeise &ndash; Was der HRE-Ausschuss gebracht hat<\/strong><br>\nDer Untersuchungsausschuss zur Skandalbank Hypo Real Estate hat nur eines gebracht: Die Erkenntnis, dass die Bankenaufsicht nicht funktioniert. Allerdings will die Regierung nichts daran &auml;ndern. Mit der Mehrheit der Banker vertreten SPD-Minister Steinbr&uuml;ck und CDU-Kanzlerin Merkel die Ansicht, erst die Pleite von Lehman Brothers habe den deutschen Finanzsektor besch&auml;digt. In Wahrheit k&ouml;nnen sie das nicht glauben. Denn als Lehman im September 2008 kippte, war die Finanzkrise schon mehr als ein Jahr alt, ebenso lange funktionierte der Geldmarkt nicht mehr, ebenso lang war die massive Fehlspekulation deutscher Banker bekannt. Der Zweck solcher Ausreden ist offensichtlich: Die Banken (und Versicherungen) sollen mithilfe von Steuergeld gest&uuml;tzt, saniert und hochgep&auml;ppelt werden. Von strafferen Regeln f&uuml;r den Finanzsektor ist nicht die Rede. Wenn in Br&uuml;ssel &uuml;ber h&ouml;here Eigenkapitalanforderungen f&uuml;r die Banken nachgedacht wird, kommt aus Deutschland ein klares Nein. Die notwendige Schrumpfung des &uuml;berdimensionierten Finanzsektors kommt als Konzept gar nicht vor. Kurzum, wir haben es mit einer Regierung zu tun, die in Krisensituationen wie im harmlosen Alltag aufs Wort das tut, was ihr Topbanker (und nat&uuml;rlich auch Versicherer) dringend empfehlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne-Zeise-Was-der-HRE-Ausschuss-gebracht-hat\/548687.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Die Selbstentm&uuml;ndigung der Parlamente<\/strong><br>\nDie Finanzkrise bringt von Zeit zu Zeit ans Tageslicht, dass die vermeintlich lukrativen Transaktionen des Cross-Border-Leasings, mit denen deutsche Kommunen &ouml;ffentliches Eigentum an US-Firmen ver&auml;u&szlig;ert und zur&uuml;ckgemietet haben, &uuml;berwiegend Verluste bringen und nicht die erhofften Gewinne. Die Gemeindeparlamente geben sich ahnungslos; sie kannten die Vertr&auml;ge nicht und haben blind zugestimmt &ndash; aus R&uuml;cksicht vor den Geheimhaltungsinteressen der Investoren. Mit derselben Begr&uuml;ndung laufen die Einzelheiten der Bankenst&uuml;tzung vollst&auml;ndig am Bundestag vorbei. J&uuml;ngst hat das Bundesverfassungsgericht den Ausverkauf parlamentarischer Rechte im Lissabon-Vertrag ger&uuml;gt. Eine informelle Allparteien-Koalition &ndash; mit Ausnahme der Linken &ndash; hatte den Vertrag ohne Skrupel durchgewunken; das hinderte dieselbe Koalition jedoch nicht, dem Verfassungsgericht zu applaudieren, als h&auml;tte sie&rsquo;s schon immer gewusst. Kurz zuvor hatte der Bundestag die k&uuml;nftige &ouml;ffentliche Kreditaufnahme in ein Korsett gezw&auml;ngt, das dem Handlungsspielraum k&uuml;nftiger Parlamente enge Grenzen setzt. Die &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; folgt dem Vorbild der Unabh&auml;ngigkeit von Bundesbank und Europ&auml;ischer Zentralbank (EZB): 1992 hatte der Gesetzgeber die Unabh&auml;ngigkeit der Notenbank, bisher nur durch einfaches Gesetz geregelt, zum Verfassungsgut erhoben und f&uuml;r die EZB zur Bedingung gemacht, dass diese &bdquo;unabh&auml;ngig ist und dem vorrangigen Ziel der Sicherung der Preisstabilit&auml;t verpflichtet&ldquo; (Art. 88, Satz 2 GG). Diese Auflage ist vollzogen und nunmehr im Lissabon-Vertrag nochmals besiegelt. Die Beispiele lie&szlig;en sich vermehren. Sie stehen f&uuml;r eine allgemeine Tendenz der parlamentarischen Selbstentm&uuml;ndigung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/artikel.php?pr=3140\">Bl&auml;tter<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>SPD-Neustart mit der Agenda 2020<\/strong><br>\nAls die Internetblase platzte und die Wirtschaft nach 2000 tief ins Minus rutschte, raffte sich Gerhard Schr&ouml;der auf, um das in den Boomjahren Vers&auml;umte nachzuholen. Seine reformpolitische Anpassung an die Wirklichkeit hie&szlig; &ldquo;Agenda 2010&rdquo;. Sie wird heute von der Union gelobt, kostete Schr&ouml;der aber erst den SPD-Parteivorsitz und dann die ganze Macht. Richtig war das Reformwerk trotzdem, denn es hat B&uuml;rgern und Wirtschaft geholfen. Dass dar&uuml;ber die SPD fast zerbrochen w&auml;re und heute noch unter den Sp&auml;tfolgen leidet, geh&ouml;rt allerdings auch zur Wirklichkeit.<br>\nVieles ist &auml;hnlich in der aktuellen Krise. Wieder ist eine schrille Party an den Finanzm&auml;rkten mit einem ohrenbet&auml;ubenden Knall zu Ende gegangen. Wieder verfolgen wir in Katerstimmung die rasante Abw&auml;rtsfahrt der Weltwirtschaft. Die Bundesregierung hat diesmal schneller reagiert als beim letzten Crash und dabei manches falsch, aber vor allem vieles richtig gemacht. Bemerkenswert ist jetzt im Wahlkampf, dass die Union mit diesem Ergebnis offenbar gut zurechtkommt, w&auml;hrend die SPD als fast gleichberechtigter Partner der Koalition &uuml;berhaupt nicht von der gemeinsamen Bilanz zehren kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/meinung\/_b=2440332,_p=28,_t=ftprint,doc_page=0;printpage\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Lauter festgezurrte Vorurteile: Die Agenda 2010 war notwendig; sie hat uns was gebracht, usw.. Alles auf Linie.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu auch noch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Interview mit Steinmeier im heute journal \/ Slomka<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/811136\">heute.de<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Ein recht gut gefragtes Interview. Ein Kandidat ohne Emotion. Ziemlich schrecklich. Nichts gelernt von Obama, der deutlich gemacht hat: Werte sind wichtiger als Programm.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Lafontaine und die groteske Kampagne der Medien<\/strong><br>\n&ldquo;Einmal muss Schluss sein!&rdquo; Das hat sie, die Redakteurin der Frankfurter Rundschau (FR), ganz eigenverantwortlich beschlossen, &ldquo;ohne R&uuml;cksprache mit irgendeinem Vorgesetzten&rdquo;. Schluss mit was? Mit den inzwischen 14-Seiten-langen Kommentaren zu einem FR-Artikel &uuml;ber Maybritt Illners Sendung &ldquo;Illner Intensiv&rdquo; mit Politikern der Linken, darunter Oskar Lafontaine. Die Kommentare &auml;u&szlig;ern sich in der Regel kritisch zu dem Artikel und einige beklagen einen politischen Kurswechsel der Zeitung.<br>\nMan muss weder Oskar Lafontaine pers&ouml;nlich m&ouml;gen, noch die Linkspartei irgendwie sympathisch finden, um diese als eine Art publizistischer Hinrichtung zu kritisieren. Der Mann hat weder Kinder gesch&auml;ndet noch ist sonstig strafrechtlich verurteilt, was man nicht von jedem Politiker sagen kann. Doch einen ehemaligen Ministerpr&auml;sidenten und Parteivorsitzenden, der immerhin ein Attentat &uuml;berlebt hat, als &ldquo;Saarkaspar&rdquo; zu bezeichnen, l&auml;sst neben jeden b&uuml;rgerlichen Anstandsregeln auch jeden Funken an sachlicher Auseinandersetzung vermissen und ist schon nicht mehr Hinrichtung, sondern Totschlag.<br>\nWarum der 66-J&auml;hrige zum Lieblingshassobjekt der Medien wurde, ist auch auf dem Hintergrund der Situation der SPD zu sehen. Dass Medien aus dem b&uuml;rgerlich-rechten Lager dem Linkspolitiker keinen Lorbeerkranz flechten, ist offensichtlich. Dass &ouml;ffentlich-rechtliche Sender aber ebenso gerne an diesem publizistischen Haberfeldtreiben teilnehmen, hat &ndash; auch darauf hat Lafontaine hingewiesen &ndash; mit dem Einfluss der Parteien auf diese Sender zu tun. F&uuml;r die SPD ist die Linkspartei die permanente Erinnerung an ihren gr&ouml;&szlig;ten S&uuml;ndenfall seit 1945 &ndash; die Schr&ouml;dersche Agenda 2010 mit Hartz IV. Und Lafontaine wiederum mit seiner sozialdemokratischen Politik, die nichts anderes ist als die Politik der Vor-Schr&ouml;der-SPD, erscheint so als der Erzengel Michael der Hartz IV-Gesch&auml;digten. Und weil es f&uuml;r die SPD unertr&auml;glich ist, permanent an ihren S&uuml;ndenfall und politisches Selbstmordprojekt erinnert zu werden, muss der Erzengel zum Belzebub werden. Und so geschah es, dass der Politiker Lafontaine in den Medienerzeugnissen nicht mehr als reale Person, sondern als Zerrbild dargestellt wird&hellip;<br>\nDoch das Feld des Journalismus, um mit dem Soziologen Pierre Bourdieu zu reden, ist wahrscheinlich subtiler strukturiert. Jeder, der ein Volontariat bei einer Zeitung hinter sich hat, k&ouml;nnte wissen: Es geht dabei nicht zuv&ouml;rderst um die Ein&uuml;bung in die handwerklichen Techniken des Berufes. Sondern um die Ein&uuml;bung und das Einatmen der ungeschriebenen Spielregeln, wonach zu entscheiden ist, was dissident und was legitim, was schreibbar und was tabu ist. Und die F&auml;higkeit, diese Spielregeln aufzustellen, nennt man Macht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30846\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><em>Zu guter Letzt:<\/em><br>\n<strong>Auftakt nach Ma&szlig;<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_daten\/_hermes\/2009\/07\/29\/090729_2201_pol_plassmann.jpg\" alt=\"Steinmeier\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_multifunktion\/?em_art=galery&amp;em_loc=3317&amp;em_cnt=1256926\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL\/AM)<br \/> Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4107#h01\">Debatte um Lohnverzicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h02\">Arbeit ganz unten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h03\">ALG II Bezieher haben mit Vorurteilen zu k&auml;mpfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h04\">Zahltag f&uuml;r wen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h05\">Staatsschulden machen die Banken reich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h06\">Heuschrecken droht 400-Milliarden-Loch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h07\">Schaeffler-Conti-Chaos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h08\">Deutsche Firmen dr&auml;ngen in die Schweiz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h09\">Steuerfahnderaff&auml;re in Hessen: Erfolgreich, kaltgestellt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4107#h10\">&bdquo;Coaching<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4107\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4107","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4107","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4107"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4107\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4107"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4107"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4107"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}