{"id":4117,"date":"2009-08-07T14:38:32","date_gmt":"2009-08-07T12:38:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4117"},"modified":"2014-01-23T16:11:37","modified_gmt":"2014-01-23T15:11:37","slug":"die-zumutungen-nehmen-ueberhand-finanzkrise-xxiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4117","title":{"rendered":"Die Zumutungen nehmen \u00fcberhand (Finanzkrise XXIV)"},"content":{"rendered":"<p>Wir k&ouml;nnten jeden Tag von neuen Skandalen berichten. Von Skandalen, in die die Finanzwirtschaft und ihre Manager wie auch die Politik eng verwoben sind. Eigentlich h&auml;lt man das nicht mehr aus. Aber zum Lachen ist es schon, wenn angesichts der Ohnmacht von uns B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern von Medienschaffenden emp&ouml;rt die Vermutung zur&uuml;ckgewiesen wird, <a href=\"?p=4101\">eine wirkliche Demokratie seien wir nicht mehr<\/a>. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\nDie Verwicklung von Bundesbank und Finanzaufsicht mit den Skandalen, die freim&uuml;tigen Milliarden Zahlungen auf unsere Kosten, die Verfilzung der politischen Spitzen von der Bundeskanzlerin bis zum Finanzminister mit der Finanzwirtschaft, die Zahlung von Boni und anderen Verg&uuml;tungen in Milliardenh&ouml;he von Seiten von Banken, die bankrott w&auml;ren, wenn wir Steuerzahler sie nicht gerettet h&auml;tten &ndash; dies alles bleibt ohne Sanktionen. Warum wohl? Weil wir Tag aus Tag ein massiver Propaganda ausgesetzt sind und so eine Mehrheit von uns stillgestellt wird.<br>\nDa die Zumutungen &uuml;berhandnehmen, fehlt manchmal die Kraft, immer wieder alles Berichtenswerte zu berichten und zu erkl&auml;ren. Im folgenden deshalb ohne gro&szlig;e Kommentare nur vier weitere von vielen m&ouml;glichen Texten:<\/p><p><strong>I. Axel Troost: HRE-Zwischenbericht entlarvt Regierung<\/strong><br>\nBerlin (ots) &ndash; &ldquo;Seit ihrer Gr&uuml;ndung war die HRE verd&auml;chtig, eine M&uuml;llhalde der Hypo Vereinsbank f&uuml;r faule Immobilienkredite zu sein. Der jetzt vorgelegte Zwischenbericht best&auml;tigt den Verdacht: Mit der HRE hat sich der Staat eine Bad Bank eingekauft&rdquo;, sagt der finanzpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Axel Troost. Da helfe es nichts, dass die SPD dies im HRE-Untersuchungsausschuss beharrlich zu leugnen versucht. Troost weiter:<\/p><blockquote><p>Mit einem Minus von &uuml;ber einer Milliarde Euro machen die &uuml;berwiegend aus Deutschland stammenden faulen Kredite den &uuml;bergro&szlig;en Teil aller Verluste aus. Die Folge: W&auml;hrend die Rettung der HRE im vergangenen Herbst mittlerweile ein risikoloses Zusatzgesch&auml;ft f&uuml;r die beteiligten Privatbanken geworden ist, wird die dilettantisch verstaatlichte HRE auf Jahre hinaus ein Milliardengrab f&uuml;r den Staatshaushalt sein.<\/p><\/blockquote><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/41150\/1453573\/die_linke\">Presseportal<\/a><\/p><p><strong>Anmerkung MM:<\/strong> Und das alles ist unter einem sozialdemokratisch gef&uuml;hrten Finanzministerium verursacht worden. Die CDU\/CSU kann sich getrost zur&uuml;cklehnen, da sich die Wut des Steuerzahlers haupts&auml;chlich auf die SPD niederschl&auml;gt. Asmussen und Steinbr&uuml;ck h&auml;tten der CDU keinen besseren Dienst erweisen k&ouml;nnen. Man k&ouml;nnte sie sogar f&uuml;r Doppelagenten halten.<\/p><p><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Ich h&auml;tte mir gew&uuml;nscht, dass man im Untersuchungsausschuss z.B. auf die einschl&auml;gigen Aussageversuche des Zeugen Groh (<a href=\"?p=4054\">siehe Ziffer 2<\/a>) eingegangen w&auml;re, statt ihn abzuwiegeln.<\/p><p><strong>II. BESONDERER AUFSCHLAG<br>\nCommerzbank zahlt keine Boni &ndash; aber Pr&auml;mien<\/strong><br>\nBelohnung nach Commerzbank-Art: Weil sich die Mitarbeiter der staatlich gest&uuml;tzten Commerzbank bei der Dresdner-&Uuml;bernahme so verausgabt haben, sollen sie eine Pr&auml;mie zus&auml;tzlich zum Gehalt bekommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,641067,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/p><p><strong>Anmerkung:<\/strong> Es ist einfach nur noch lachhaft. Wenn die Mitarbeiter sich bei bzw. vor der &Uuml;bernahme der Dresdner Bank wirklich M&uuml;he gegeben h&auml;tten, h&auml;tte man erkannt, dass die Dresdner Bank die Commerzbank in den Abgrund rei&szlig;t und diese &Uuml;bernahme erst gar nicht get&auml;tigt. F&uuml;r eine solche weitsichtige Entscheidung h&auml;tten dann meinetwegen alle Mitarbeiter eine Pr&auml;mie bekommen k&ouml;nnen. Hier wird erneut einfach nur Missmanagement belohnt.<\/p><p><strong>III. Staat &uuml;berpr&uuml;ft Boni bei Goldman Sachs<\/strong><br>\nObwohl die US-Bank vom amerikanischen Steuerzahler finanziell gest&uuml;tzt werden musste, will das Institut &uuml;ber elf Mrd. $ an ihre Manager aussch&uuml;tten. Die Bev&ouml;lkerung ist entr&uuml;stet. Nun nimmt sich die Regierung der Sache an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/:Umstrittene-Zahlungen-Staat-%FCberpr%FCft-Boni-bei-Goldman-Sachs\/550045.html\">FTD<\/a><\/p><p><strong>IV. R&uuml;ckschau: EZB als Bad Bank<br>\nDas Milliarden-Risiko f&uuml;r die EU-B&uuml;rger<\/strong><\/p><p>Mail von Ludger Klus an AM von NDS:<\/p><blockquote><p>Am 4.8. brachte ARD-Fernsehen &lsquo;plusminus-M&uuml;nchen&rsquo; den folgenden Beitrag zur <a href=\"http:\/\/mediathek.daserste.de\/daserste\/servlet\/content\/2807458?pageId=487872&amp;moduleId=432744&amp;categoryId=&amp;goto=1&amp;show=\">Verschiebung von ABS-Schrott als Pfand f&uuml;r EZB-Gelder<\/a>. Dazu gibt es einen <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/plusminus\/beitrag_dyn~uid,er7r8ass2cibgb42~cm.asp\">Vorbericht<\/a>.<\/p>\n<p>Deswegen habe ich mir den&nbsp;Beitrag von plusminus-M&uuml;nchen angesehen.&nbsp;Er ist interessant und enth&auml;lt durchaus Wissenswertes f&uuml;r die NDS-LeserInnen. Dennoch&nbsp;zwei wichtige Anmerkungen dazu:&nbsp;&nbsp;<br>\nDie ARD-Sendung &sbquo;plusminus&rsquo; vom 4. August 2009 thematisierte die Rolle der EZB und der Nationalbanken bei der Verschiebung von ABS-Kreditschrott. Dazu zwei Anmerkungen:<\/p>\n<p>1. Nach &sbquo;plusminus-M&uuml;nchen&rsquo; nahm die EZB 2008 Asset-Backed Securities (ABS- Kreditschrott)&nbsp; als&nbsp; umetikettierte Wertpapiere in H&ouml;he von 442 Milliarden Euro als Sicherheiten f&uuml;r Refinanzierungsmittel (Offenmarktpolitik) der Banken&nbsp; an. Gegen&uuml;ber 2007 hat sich das Volumen der mit Kreditschrott besicherten Finanzierungsmittel der Banken bei der EZB&nbsp; mehr als verdoppelt. Zur Erkl&auml;rung (f&uuml;r Leser): Die EZB beh&auml;lt im Wege ihrer &sbquo;Offenmarktpolitik&rsquo; den ABS-Schrott solange als Pfand, bis die Banken ihre Verbindlichkeiten gegen&uuml;ber der EZB zur&uuml;ck gezahlt haben. Zum Kernbestand der&nbsp; EZB-Sicherheiten geh&ouml;ren mithin nicht verk&auml;ufliche &sbquo;Wertpapiere&rsquo;.&nbsp;Das allein ist schon ein mittlerer Skandal. Dennoch: &nbsp;Die Banken erhalten nach R&uuml;ckzahlung ihrer Verbindlichkeiten gegen&uuml;ber der EZB ihren&nbsp; dort als Pfand zwischengelagerten ABS-M&uuml;ll allerdings zur&uuml;ck. Doch ganz so harmlos ist das Zwischenlagern der Risken des bei der EZB deponierten Kreditm&uuml;lls nicht, wie &sbquo;plusminus-M&uuml;nchen&rsquo; das&nbsp; in einem erg&auml;nzenden Bericht zur Sendung darstellt.&nbsp; Dort wird das &sbquo;Ausfallrisiko&rsquo; mit dem Risiko eines Autoh&auml;ndlers verglichen, der einem Kaufinteressenten einen teures Auto f&uuml;r eine Ausfahrt am Wochenende ausleiht und als Pfand dessen &sbquo;Schrottlaube&rsquo; auf dem Hofe&nbsp; stehen hat. Entscheidend sei doch nur , so Prof. Dr. Hans-Peter Burghof von der Universit&auml;t Hohenheim,&nbsp; dass der Autoh&auml;ndler seinen&nbsp;&nbsp; teueren&nbsp; Leihwagen wohlbehalten zur&uuml;ck bekomme. Das Risiko auf der unverk&auml;uflichen Schrottlaube sitzen zu bleiben, sei also &sbquo;im Grunde zweitrangig&rsquo;.<br>\n&nbsp;<br>\nDieser scheinbar wissenschaftliche Vergleich ist ein typisches Beispiel f&uuml;r eine volkst&uuml;melnde Banalisierung der organisierten Verhinderung f&uuml;r die Anwendung des allgemeinen Verursacherprinzips&nbsp;bei der &Uuml;bernahme der Haftung f&uuml;r die Sch&auml;den der sogenannten Finanzkrise.. Denn bei einem Leihwagen ist&nbsp; das Risikos seines &sbquo;Untergangs&rsquo; und dessen Folgen (Personensch&auml;den, Umweltsch&auml;den usw.) ein grunds&auml;tzlich versicherbares Risiko. Im Normalfall ist ein derartiges Risiko auch versichert. Kommt es tats&auml;chlich zum Crash, zahlt die Versicherung dem Autoh&auml;ndler oder einem gesch&auml;digten&nbsp; Dritte gew&ouml;hnlich den entstandenen Schaden.&nbsp; Auf den &sbquo;Verkaufswert&rsquo; des Schrottlauben-Pfands&nbsp; kommt es in der Tat nicht an. Hingegen liegen hinter einem ABS-Pfand im Normalfall stark risikobehaftete Kredite f&uuml;r Spekulationsgesch&auml;fte, f&uuml;r Gl&uuml;cksspiele, Schrottimmobilien &nbsp;und Wetten. Das sind Risiken, die dem Grunde nach nicht versicherbar sind.&nbsp; Kommt es nun zu einem Crash, der Zahlungsunf&auml;higkeit der Schuldnerbank, ist die EZB ausschlie&szlig;lich auf die Verwertung ihres ABS-Pfands angewiesen. Letztlich schaut die&nbsp; EZB im Falles eines Crashs also in die R&ouml;hre. Sie muss&nbsp; ihre Forderung gegen ihre Schuldnerbank abschreiben. Ihr Gewinn f&auml;llt entsprechend geringer aus. Der Gewinnausfall f&uuml;hrt zu einem Einnahmeverlust im Bundeshalt. Kurzum: Der Steuerzahler haftet und zahlt f&uuml;r den Kreditausfall eines mit ABS besicherten Kredits der EZB. Sie ist also eine Bad Bank.<br>\n&nbsp;<br>\nDie Frage, in welcher H&ouml;he es bei der&nbsp; EZB&ndash;Bad Bank in 2007, 2008 und zuvor aufgrund nicht verwertbarer ABS-Sicherheiten zu Verlusten kam, wurde von &sbquo;plusminus-M&uuml;nchen&rsquo; nicht beantwortet. Nach der Pleite der deutschen Tochter der Lehman Bank und Pleiten anderer Banken, standen diese&nbsp; 2008, so der plusminus-Bericht, mit &uuml;ber 10 Milliarden Euro bei der EZB in der Kreide. Die Sicherheiten daf&uuml;r waren praktisch nicht verk&auml;ufliche ABS-Papiere. F&uuml;r m&ouml;gliche Verluste&nbsp; soll die EZB&nbsp; 5,7 Milliarden Euro zur&uuml;ckgelegt haben.&nbsp; Das entspr&auml;che einem kalkulatorischen Ausfallrisiko von immerhin rund 50 Prozent (!). Bei einem angenommenen Ausfallrisiko in dieser H&ouml;he&nbsp; ist die EZB auch noch ihrer Selbsteinsch&auml;tzung offenkundig eine Bad Bank.&nbsp; Wie viel die EZB zwischenzeitlich f&uuml;r die Entsorgung des Kreditm&uuml;lls der Banken zahlte, d&uuml;rfte doch in Wahlkampfzeiten wohl zu kl&auml;ren sein!<\/p>\n<p>2. Die EZB kalkulierte die ABS-Sicherheiten 2008 also noch&nbsp; mit einem Ausfallrisiko von rund 50 Prozent. Vor einigen Monaten f&uuml;hrte&nbsp; die EZB allerdings einen generellen Risikoabschlag von 12 Prozent f&uuml;r ABS-Papiere ein. Danach offerierte die EZB den Banken&nbsp; einen Jahrestender(!), Zuteilung: 24. Juni 2009, Verfallstag: 1. Juli 2010,&nbsp; mit einem Volumen von mehr als 442 Milliarden Euro und zu einem Festzinssatz von einem Prozent.. Angesichts dieser billigen und&nbsp; gro&szlig;en Geldmenge sieht Prof. Dr. Hans-Peter Burghof von der Universit&auml;t Hohenheim, nun jedoch eine ganz andere Gefahr: Inflation:&nbsp; &ldquo;Die EZB kann ja in dem Sinne nicht pleite gehen. Sie sitzt ja an der Quelle. Sie kann selber Geld schaffen. Das Problem ist nur, wenn man zuviel Geld schafft, in dem Augenblick sinkt der Wert des Geldes der Menschen&rdquo;, erkl&auml;rt Prof. Burghof gegen&uuml;ber plusminus. Er verkennt jedoch, dass &sbquo;die Menschen&rsquo; (der Konsumg&uuml;term&auml;rkte) gar keine Verf&uuml;gungsgewalt &uuml;ber dieses zus&auml;tzliche und billige Geld erlangen.<br>\n&nbsp;<br>\n&Uuml;berdies hat die deutsche Plattform f&uuml;r die Verbriefung von Risiko- und Spekulationskrediten, die TSI &ndash; GmbH,&nbsp; nach eigenem Bekunden seit Oktober 2008 &ouml;ffentlich keinen ABS-Schrott&nbsp; plaziert. Andererseits erfinden die Kreativabteilungen&nbsp; der Banken des TSI-Kartells weiterhin munter &sbquo;innovative&rsquo; Finanzprodukte f&uuml;r kreditfinanzierte Spekulationen auf den diversen Rohstoff-, Lebensmittel-, Devisen- und sonstigen Spekulationsm&auml;rkten. Die Kredite f&uuml;r ihre Spekulanten finanzieren die Banken offenkundig aus dem relativ langfristigen und billigen 442-Milliarden-Tender der EZB. Diese neuen bzw. fortgesetzten Kredite zur Finanzierung der Spekulationsprojekte (Eigengeld der Kreditnehmer ungef&auml;hr 10 Prozent) werden &uuml;ber eine Zweck-GmbH des TSI-Bankenkartells verbrieft&nbsp; und von den Banken (ohne &ouml;ffentliche Platzierung)&nbsp; als v&ouml;llig intransparente Wertpapiere der EZB als Pfand zur Besicherung ihrer Tender-Billig-Kredite vorgelegt. Mit einem Risikoabschlag von 12 Prozent werden von der EZB als Sicherheit ABS-Papiere&nbsp; akzeptiert, die zuvor noch billige Bankkredite aus EZB-Mitteln waren.&nbsp; F&uuml;r eine Tranche in H&ouml;he von beispielsweise&nbsp; 100 Millionen Euro aus dem Jahrestender der EZB muss eine Gl&auml;ubigerbank also lediglich rund 114 Millionen Euro ABS-Papiere als Pfand bei der EZB hinterlegen. Hingegen kalkulierte die EZB bis 2008 noch mit einem Verlustrisiko in H&ouml;he von rund 50 Prozent f&uuml;r derartig dubiose Sicherheiten.&nbsp; Die neue und&nbsp; sehr &sbquo;optimistische&rsquo; Bewertung der ABS-Sicherheiten folgt offenbar der Tatsache, dass die EZB und die Nationalbanken als &sbquo;systemrelevante&rsquo; Banken nicht bankrott gehen k&ouml;nnen. Ihre Sicherheitsrisiken tr&auml;gt vollumf&auml;nglich und garantiert die Allgemeinheit der Steuerzahler. Andererseits &uuml;bertragen die Akteure der Finanzm&auml;rkte die Risiken ihrer Machenschaften &uuml;ber den Umweg EZB komplett auf den &sbquo;Staat&rsquo;. Gleichzeitig haben die Akteure der Finanzm&auml;rkte die &sbquo;klassischen&rsquo; Instrumente der &sbquo;staatlichen&rsquo; Geldpolitik zur Regulierung der Geldmenge f&uuml;r die sogenannte &sbquo;Realwirtschaft&rsquo; vollst&auml;ndig&nbsp; ausgehebelt und so&nbsp;au&szlig;erdem &sbquo;staatliches&rsquo; Geld in ihre Spekulationsm&auml;rkte gelenkt. Eine geordnete und halbwegs funktionierende Geldpolitik f&uuml;r die &sbquo;Realwirtschaft&rsquo; ist mit den herk&ouml;mmlichen Mitteln praktisch nicht mehr m&ouml;glich. Diese fatale Aushebelung der EZB-Geldpolitik durch die Banken ist die konkrete und bereits eingetretne Gefahr f&uuml;r die &sbquo;Realwirtschaft&rsquo;. Die gebetsm&uuml;hlenartige Beschw&ouml;rung der Inflationsgefahr hat mit den Realit&auml;ten nichts zu tun und lenkt von den Verantwortlichkeiten des ganzen Desasters ab.&nbsp;&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nDenn angesichts traumhafter Renditeerwartungen f&uuml;r spekulativ eingesetzte und &uuml;berwiegend&nbsp; fremdfinanzierte&nbsp; Gelder in der &sbquo;unrealen&rsquo; Spekulationswirtschaf gibt es im Hinblick&nbsp; auf eine vergleichsweise&nbsp; bescheidene Renditeerwartung f&uuml;r Investitionen in der &sbquo;Realwirtschaft&rsquo; f&uuml;r eine pro aktive Kreditvergabe zugunsten der &sbquo;Realwirtschaft&rsquo;&nbsp; seitens der Banken kaum eine Motivation.&nbsp; Die &sbquo;ganz andere Gefahr&rsquo;, ist also nicht die von Prof. Burghof bef&uuml;rchtete Inflation. Denn &uuml;ber die billigen EZB-Gelder&nbsp; k&ouml;nnen die Konsumenten gar nicht verf&uuml;gen. Die &sbquo;ganz andere Gefahr&rsquo; ist die real-konkrete Aushebelung der klassischen Lenkungsinstrumente einer wesentlich monet&auml;r gelenkten Marktwirtschaft durch die unproduktiven und parasit&auml;ren Akteure der Spekulationsm&auml;rkte. Diese werden &uuml;ber die Banken&nbsp; bei geringem Eigenrisiko&nbsp; mit billigem Geld der EZB versorgt. Dort k&ouml;nnen die Banken au&szlig;erdem f&uuml;r die Dauer eines Jahres v&ouml;llig kostenfrei ihren ABS-M&uuml;ll zwischenlagern. W&auml;hrend dieser Zeit tr&auml;gt die Allgemeinheit das gesamte Ausfallrisiko. Sp&auml;testens nach der Bundestagwahl werden die n&auml;chsten Spekulationsblasen platzen. Daher sollte jetzt gekl&auml;rt werden, welche Banken in welchem Umfang bei der EZB und bei der Bundesbank ABS-Papiere oder vergleichbaren Kreditm&uuml;ll als &lsquo;Pfand&rsquo; zwischengelagert haben.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir k&ouml;nnten jeden Tag von neuen Skandalen berichten. 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