{"id":4119,"date":"2009-08-10T09:13:17","date_gmt":"2009-08-10T07:13:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4119"},"modified":"2010-05-07T13:02:07","modified_gmt":"2010-05-07T11:02:07","slug":"hinweise-des-tages-950","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4119","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\nHeute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4119#h01\">Heribert Prantl: Guttenbergs Gro&szlig;kanzlei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h02\">HSH Nordbank: Polizei ermittelt wegen &ldquo;Untreue und Bilanzf&auml;lschung&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h03\">Hohe Boni in der Finanzindustrie sorgen f&uuml;r einen neuen Skandal in Frankreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h04\">Milliardengrab Landesbanken: Banker kassieren, Politiker schauen zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h05\">Lafontaine: Die Banken haben aus der Krise nichts gelernt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h06\">Der lange Weg zum Aufschwung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h07\">Gute Zeichen, schlechte Zeiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h08\">Das Konjunkturpaket II kommt nicht in Gang<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h09\">Regierung ordert 31 Limousinen f&uuml;r 8,6 Millionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h10\">Bahnchef Grube will Ex-Manager verklagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h11\">Bundeswehr: Jung will an die Verfassung ran<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h12\">Deutsche Bank plant Lobbyb&uuml;ro in Berlin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h13\">Lobbyismus und Rentenreform: Der Einfluss der Finanzdienstleistungsbranche auf die Teil-Privatisierung der Alterssicherung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h14\">Gebt den armen reichen Rentnern mehr Geld!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h15\">Diener zweier Herren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h16\">Aufgrund einer Unterlassungsverf&uuml;gung gel&ouml;scht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h17\">Vom Wert des Nachrichtenwerts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h18\">ZDF: &bdquo;Das Leben ist Hartz&ldquo; oder: Hartmut Schl&uuml;ter muss vor jeder Wahl herhalten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h19\">OSZE schickt Wahlbeobachter nach Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h20\">Parteigr&uuml;ndung in Hessen: SPD-Rebellen dementieren Plan <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h21\">J&uuml;rgen Walter: Links blinken, rechts abbiegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h22\">Steinmeiers Mittelstandsexperte Harald Christ l&ouml;scht seine Internetauftritte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h23\">Franz M&uuml;ntefering: Grundgesetz&auml;nderung f&uuml;r mehr Kooperation in der Bildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h24\">Fachkr&auml;ftemangel und Bildungsarmut &ndash; Die Krise des deutschen Berufsbildungssystems<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h25\">Business Schools in der Sinnkrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h26\">Keiner will Bruchsaler Studenten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h27\">Johan Galtung: Niemand will den Dialog f&uuml;hren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h28\">Hochrangige Juristen fordern Einschr&auml;nkungen des Bundesverfassungsgerichts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h29\">Eine hessische &uuml;berparteiliche Initiative zur Bundestagswahl 2009<br>\nLeute, geht w&auml;hlen! F&uuml;r einen Politikwechsel!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h30\">Zu guter Letzt: Wer zahlt die Schweinegrippeimpfung<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4119&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Heribert Prantl: Guttenbergs Gro&szlig;kanzlei<\/strong><br>\nBundeswirtschaftsminister Guttenberg hat das &ldquo;Gesetz zur Erg&auml;nzung des Kreditwesengesetzes&rdquo; von der britischen Gro&szlig;kanzlei Linklaters ausarbeiten lassen &ndash; und zwar komplett&hellip; Das &ldquo;Outsourcing&rdquo; der Gesetzesproduktion ist in j&uuml;ngerer Zeit durchaus Usus. Zuletzt hatte das Finanzministerium einen Rohling f&uuml;r das HRE-Enteignungsgesetz von der Kanzlei Freshfield ausarbeiten lassen. Aber bisher war es stets so, dass die Ministerien dies als Zuarbeit, als Arbeitsgrundlage verwendet haben. Dies wurde jedenfalls bei &ouml;ffentlicher Kritik so behauptet.<br>\nAn der Nutzung externen Sachverstands ist im Grunde nichts einzuwenden, solange &ldquo;die Legitimit&auml;t beim Minister bleibt&rdquo;, so der Hamburger Professor Ulrich Karpen, Vorsitzender der Gesellschaft f&uuml;r Gesetzgebung. Das hei&szlig;t: der Rohling darf nicht einfach als fertiger Text &uuml;bernommen werden.<br>\nDies ist aber offensichtlich beim Guttenberg&rsquo;schen Kreditwesengesetz geschehen; das Ministerium hat sich nicht einmal bem&uuml;ht, das zu kaschieren. Auf dem Text, der den anderen Ministerien zugeleitet wurde, steht nicht nur &ldquo;Entwurf, Stand 27. Juli 2009&rdquo;, sondern auch auf jeder der 28 Seiten oben das Signum &ldquo;Linklaters&rdquo;. Der Text ist anscheinend eins zu eins weitergeleitet worden. Das ist ein neues Kapitel im Buch &ldquo;Gro&szlig;kanzleien als Gesetzgeber&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/996\/483443\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es w&auml;re interessant, zu erfahren, wie viel Geld zu Guttenberg f&uuml;r die Fertigung dieses &bdquo;Gesetz&ldquo;-Entwurfes bezahlt hat. Letztlich sind das Wahlkampfkosten auf Kosten der Steuerzahler, denn dieser Entwurf dient einzig und allein dazu zu Guttenberg ein paar Schlagzeilen zu verschaffen.<br>\nDie Rechtsanwaltsfabrik Linklaters geh&ouml;rte &uuml;brigens zu den Gro&szlig;kanzleien, die beim Schattenbanking, also der Verlagerung von Finanzanlagen aus den Bilanzen der Banken und bei der Vermarktung toxischer Finanzprodukte &uuml;ber Off-Shore-Pl&auml;tze besonders viel Beratergeld kassiert hat. Nachdem dieser Markt augenblicklich nicht so gut l&auml;uft, wird jetzt das Gesch&auml;ftsfeld auf die Beratung beim Restrukturierungsgesch&auml;ft und bei der Konstruktion von Badbanks ausgedehnt. Man verdiente also beim Aufbau des Casinos und nun auch noch wieder beim Aufr&auml;umen. Das nennt man wohl &bdquo;Full Service&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>HSH Nordbank: Polizei ermittelt wegen &ldquo;Untreue und Bilanzf&auml;lschung&rdquo;<\/strong><br>\nDie Ermittlungen gegen die Verantwortlichen f&uuml;r die Schieflage der HSH Nordbank haben eine neue Dimension erreicht.<br>\nWie die Staatsanwaltschaft gegen&uuml;ber dem Abendblatt erkl&auml;rte, hat die Abteilung &ldquo;Wirtschaftskriminalit&auml;t&rdquo; des Landeskriminalamts (LKA) eine zehnk&ouml;pfige Sondergruppe mit acht LKA-Beamten und zwei Staatsanw&auml;lten eingerichtet, die &ldquo;in Richtung Untreue und Bilanzf&auml;lschung&rdquo; ermitteln, sagte Sprecher Wilhelm M&ouml;llers. Die Ermittler seien auf &ldquo;Ans&auml;tze problematischen Risikomanagements&rdquo; und &ldquo;Hinweise f&uuml;r besonders verlustreiche Bankgesch&auml;fte&rdquo; gesto&szlig;en. Rund 5000 Seiten mit Pr&uuml;fberichten w&uuml;rden ausgewertet. Gegen &ldquo;namentlich Beschuldigte&rdquo; aus der HSH-F&uuml;hrungsetage laufen aber noch keine Ermittlungen, sagte M&ouml;llers.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/polizeimeldungen\/article1130890\/Polizei-ermittelt-wegen-Untreue-und-Bilanzfaelschung.html\">Hamburger Abendblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Hohe Boni in der Finanzindustrie sorgen f&uuml;r einen neuen Skandal in Frankreich<\/strong><br>\nWesentliche Inhalte eines in der frz. Tageszeitung Le Monde am 7.8.09 erschienen Artikels; Originaltitel &laquo;Les salaires dans la finance font &agrave; nouveau scandale&raquo; , Autorin Glaire Gatinois, &uuml;bertragen von Gerhard Kilper.<br>\nDie von der franz&ouml;sischen Bank BNP-Paribas an ihre Trader versprochenen Milliarden-Bonus-Zahlungen sorgen in Frankreich f&uuml;r einen neuen Skandal. Die Zahlungsversprechen sind f&uuml;r die franz&ouml;sische PS der Beweis daf&uuml;r, dass sich in der Finanzindustrie &uuml;berhaupt nichts ge&auml;ndert hat und f&uuml;r die Gewerkschaft CGT stehen mit dem Fall erneut die ma&szlig;losen Finanz-Geh&auml;lter zur Diskussion.<br>\nAm 5.August enth&uuml;llte die Tageszeitung Lib&eacute;ration, dass die BNP-Bank &ndash; der vom frz. Staat mit 5,1 Milliarden &euro; auf die Beine geholfen wurde &ndash; in diesem Jahr fast 1 Milliarde &euro;, d.h. 41 300 &euro; pro Mitarbeiter oder den Gegenwert von 30 Monaten Mindestlohn an ihre F&uuml;hrungskr&auml;fte als Boni auszahlen will.<br>\nKaum drei Monate nach dem G20 Gipfel in London, der dem Kapitalismus eigentlich moralische Fesseln anlegen wollte, zeigt der Fall, dass die f&uuml;r die Krise mitverantwortlichen exzessiven Geh&auml;lter in den Banken in gro&szlig;em Ma&szlig;e fortbestehen. Nach Meinung der Vereinigung kleiner Anleger hat die BNP mit den vom Staat erhaltenen 5,1 Milliarden Euro Riesen-Gewinne gemacht, die sie nun quasi zum Dank an ihre Trader verteilt.<br>\nDie BNP selbst verteidigt ihr Vorgehen. Sie respektiere die Vorgaben des G20 Gipfels, da sie ihre Bonuszahlungen zeitlich aufteile und keine festen Pr&auml;miengarantien gebe. Angesichts der &uuml;blichen Bonusbetr&auml;ge sieht sie ihre Zahlungsversprechen sogar als eher m&auml;&szlig;ig an. BNP-Generaldirektor Baudouin Prot erkl&auml;rte, es sei niemals die Rede davon gewesen, die Bonuszahlungen ganz einzustellen und wenn man in Frankreich Finanzaktivit&auml;ten haben wolle, m&uuml;sse man auch wettbewerbsf&auml;hig sein. Michel Sapin, Ex-Finanzminister und PS-Verantwortlicher f&uuml;r &Ouml;konomie &auml;u&szlig;erte die Meinung, auch Trader m&uuml;ssten wie normale H&auml;ndler eine variable Entlohnung haben. Das sei ihr Einkommen und man solle jetzt nicht in eine Anti-Bonus-Hysterie verfallen. Allerdings h&auml;lt er es f&uuml;r legitim, dass die BNP-Bank zuerst die vom Staat geliehenen Gelder zur&uuml;ckerstattet, bevor sie Gelder an eigene Leute verteilt.<br>\nThomas Piketty von der Pariser Wirtschaftshochschule meint, die Empfehlungen der Londoner G20 Konferenz seien nur sch&ouml;ne Worte. Der Staat sei aber nicht dazu da, Empfehlungen zu geben, sondern verbindliche Vorgaben als Regeln festzulegen. Zur Setzung von Grenzen habe der Staat die Fiskalpolitik, Steuergesetze seien die einzig wirklich wirksame Ma&szlig;nahme gegen exzessive Boni. Piketty schl&auml;gt vor, f&uuml;r Jahreseinkommen von mehr als 1 Million &euro; den Einkommensteuersatz bei 70% festzulegen. Er verweist dabei darauf, dass der Spitzensteuersatz in den USA unter Roosevelt f&uuml;r Jahreseinkommen von &uuml;ber 1 Million $ mehr als 90% betrug!<br>\nInsgesamt bringt die BNP-Paribas Aff&auml;re die franz&ouml;sische Regierung in eine peinliche Lage, versteht sich doch Sarkozy als &bdquo;leader&ldquo; bei der Moralisierung des Welt-Kapitalismus. In ersten Reaktionen forderten nun Industrieminister Estroi und Wirtschaftsministerin Christine Lagarde franz&ouml;sische Zentralbank und Bankenkommission auf, die BNP-Zahlungen anhand der definierten Bonuszahlungs-Kriterien zu &uuml;berpr&uuml;fen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lemonde.fr\/economie\/article\/2009\/08\/06\/les-salaires-dans-la-finance-font-a-nouveau-scandale_1226220_3234.html\">Le Monde<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Milliardengrab Landesbanken: Banker kassieren, Politiker schauen zu<\/strong><br>\nDie Rettung der Banken mit Steuergeldern sollte an strikte Regeln gekn&uuml;pft sein: keine Boni, nicht mehr als 500.000 Euro f&uuml;r die Manager. So ist es im Gesetz f&uuml;r Bundeshilfen geregelt, an dem sich mehrere Bundesl&auml;nder angeblich orientieren.<br>\nDoch Recherchen von Panorama zeigen: Wenn die L&auml;nder f&uuml;r ihre maroden Landesbanken zahlen, sind die Regeln viel weniger streng &ndash; und werden teilweise auch noch gebrochen. In Nordrhein-Westfalen etwa wurde die Bundesregelung gar nicht erst &uuml;bernommen. Obwohl an die WestLB Millionen Steuergelder flie&szlig;en, bezogen die Vorstandsmitglieder 2008 im Schnitt mehr als eine Million Euro Jahresgehalt. Beispiel Baden-W&uuml;rttemberg: Hier hat der Landtag zwar im M&auml;rz beschlossen, dass es keine Boni und kein Gehalt &uuml;ber 500.000 Euro geben soll, zumindest solange die Bank Verluste schreibt. Doch schon wenige Wochen nach dem Beschluss wird ein neuer Vorstandsvorsitzender eingestellt, mit einem Gehalt weit &uuml;ber der vereinbarten Grenze.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/media\/panoramalandesbanken100.pdf\">ARD Panorama (PDF, ca. 31 KB)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/media\/panorama292.html\">ARD Panorama (Video, ca. 8 min.)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Die Herren Ministerpr&auml;sidenten scheinen es &uuml;berhaupt nicht mehr gewohnt zu sein, kritische Fragen im &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehen beantworten zu m&uuml;ssen. Landesvater <a href=\"http:\/\/www.pr-inside.com\/de\/oettinger-droht-journalistin-vor-laufender-r1427870.htm\">Oettinger will sich gar gleich beim Intendanten beschweren<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Lafontaine: Die Banken haben aus der Krise nichts gelernt<\/strong><br>\nNach der Rettung des Finanzsystems durch den Staat machen die Banken mit ihren riskanten Gesch&auml;ften weiter wie bisher. Das kritisiert Linke-Fraktionschef Oskar Lafontaine: &bdquo;Die Bundesregierung ist die Hehlerin der Steuerhinterziehung.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/6586356.html\">MDR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der lange Weg zum Aufschwung <\/strong><br>\nDie hiesigen Exporteure leben derzeit von den weltweit aufgelegten Konjunkturprogrammen. Deren Wirkung aber wird nachlassen. Die Politik darf nicht den Fehler wiederholen und einseitig auf den Au&szlig;enhandel bauen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1869080&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/kommentare\/&amp;em_ivw=fr_kommentar\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Gute Zeichen, schlechte Zeiten<\/strong><br>\n2010 wird schwierig f&uuml;r die Firmen. Und f&uuml;r die Verbraucher, denen die rasant steigende Arbeitslosigkeit die Konsumfreude verhagelt. Nach der Bundestagswahl werden viele Firmen ihre Zur&uuml;ckhaltung aufgeben und sich Entlassungen h&auml;ufen. Und dann? Noch ein Konjunkturprogramm? Besser nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/Titelseite-Konjunktur;art692,2867686?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist doch immer das Gleiche. Da wird die Lage einigerma&szlig;en treffend beschrieben, aber nachdem die Garantien und B&uuml;rgschaften f&uuml;r die Zocker stehen und ein wenig Geld f&uuml;r die durch diese Zocker verursachte realwirtschaftliche Krise in die Hand genommen wurde, wird mit H&ouml;he der Summe, die da auf uns zukommt, gegen weitere Ausgaben argumentiert. Dabei werden wir mit der steigenden Arbeitslosigkeit einen Nachfrageausfall zu verkraften haben, die nur der Staat &uuml;ber Schuldenaufnahme f&uuml;r &ouml;ffentliche Sachinvestitionen mildern kann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Das Konjunkturpaket II kommt nicht in Gang<\/strong><br>\nZehn Milliarden Euro hat die Bundesregierung den L&auml;ndern zur Ankurbelung der Konjunktur bereitgestellt. Doch abgerufen wurden gerade mal 200 Millionen Euro. Das Konjunkturpaket II kommt ein halbes Jahr nach seiner Verabschiedung nur &auml;u&szlig;erst schleppend in Gang. Die gesteckten Ziele sind kaum noch zu erreichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article4288181\/Das-Konjunkturpaket-II-kommt-nicht-in-Gang.html?print=yes#reqdrucken\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Und bald wird es wieder hei&szlig;en, Konjunkturprogramme bewirken nichts. Wo der Aufwand f&uuml;r Genehmigungsverfahren bei Sanierungen liegen soll, ist ziemlich unerfindlich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Regierung ordert 31 Limousinen f&uuml;r 8,6 Millionen<\/strong><br>\n31 gepanzerte Luxuskarossen von Mercedes, BMW und Audi hat die Bundesregierung zur Erneuerung ihrer Dienstwagenflotte bestellt. Das Geld f&uuml;r die Limousinen mit einem durchschnittlichen Preis von 275.000 Euro kommt aus dem Konjunkturpaket II. In einem Papier des Innenministeriums hei&szlig;t: &bdquo;Konjunkturpolitisch kann mit der Ma&szlig;nahme fehlende private Nachfrage kompensiert werden. Mithin k&ouml;nnen die vorhandenen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse an deutschen Standorten zumindest zeitweise gesichert werden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article4285985\/Regierung-ordert-31-Limousinen-fuer-8-6-Millionen.html?print=yes#reqdrucken\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Da lachen ja die H&uuml;hner.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Abwrackpr&auml;mie f&uuml;r Luxuskarossen. Wie sagte Trittin heute so richtig: Die Abwrackpr&auml;mie hat das Elektroauto kaputt gemacht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Bahnchef Grube will Ex-Manager verklagen<\/strong><br>\n&Uuml;berf&uuml;llte Z&uuml;ge, gestresste Fahrg&auml;ste &ndash; das Berliner S-Bahn-Desaster hat offenbar ein Nachspiel: Der neue Bahnchef will den Ex-Manager auf Schadenersatz verklagen. Denn die Probleme mit den Berliner Z&uuml;gen seien schon seit einigen Jahren bekannt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel_dienstleister\/:Wegen-S-Bahn-Chaos-Bahnchef-Grube-will-Ex-Manager-verklagen\/551142.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das Ma&szlig; der Dinge wird allerdings sein, ob R&uuml;diger Grube auch den Hauptverantwortlichen, seinen Vorg&auml;nger Hartmut Mehdorn belangen wird. In der Summe m&uuml;sste wegen konzernsch&auml;digenden Verhaltens mindestens die Abfindung zur&uuml;ckgefordert und eine fristlose K&uuml;ndigung pro forma nachgereicht werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Bundeswehr: Jung will an die Verfassung ran<\/strong><br>\nNach der &ldquo;Hansa Stavanger&rdquo;-Freilassung fordert Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung eine Grundgesetz&auml;nderung: &ldquo;Wir sollten &uuml;ber eine Verfassungs&auml;nderung nachdenken, die der Bundeswehr den Zugriff dann erm&ouml;glicht, wenn die Polizei nicht handeln kann, da sie beispielsweise gar nicht am Ort des Geschehens ist.&rdquo; Sp&auml;testens nach der Bundestagswahl wolle er das Thema wieder auf die Tagesordnung setzen und die Diskussion &uuml;ber eine Grundgesetz&auml;nderung nicht nur mit Blick auf Eins&auml;tze im Ausland f&uuml;hren, sondern auch mit Blick auf bestimmte Situationen im Innern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1871262&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Einsatz der Bundeswehr &ldquo;mit Blick auf bestimmte Situationen im Innern&rdquo;. Franz Josef, mir graut&acute;s vor dir! Dass sich Abgr&uuml;nde hinter der Maske des Biedermanns auftun, ist f&uuml;r uns Deutsche nichts Neues. Wie kann ein Deutscher, und einige in der CDU versuchen das schon l&auml;nger, dem Staat solche Mittel zur Verf&uuml;gung stellen wollen? Und wahrscheinlich meinen es Leute wie Sch&auml;uble und Jung gar nicht b&ouml;se, aber schon Hanna Ahrendt schrieb etwas fassungslos, &ldquo;dass eine solche Realit&auml;tsferne und Gedankenlosigkeit in einem mehr Unheil anrichten k&ouml;nnen als alle die dem Menschen innewohnenden b&ouml;sen Triebe&rdquo;. Ich wei&szlig;, sie beschrieb einen Massenm&ouml;rder und weder Herr Jung noch Herr Sch&auml;uble geh&ouml;ren in diese Kategorie, aber sie m&uuml;ssten als Deutsche doch eine leise Ahnung versp&uuml;ren, was mit solchen Gesetzen m&ouml;glich ist. Es ist diese Phantasielosigkeit, diese Gedankenlosigkeit und nicht der wiedergekehrte Cesare Borgia, die einem Sorgen machen. Wir haben doch im Vorfeld von Heiligendamm erlebt, wie schnell die Bundesanwaltschaft unter dem Deckm&auml;ntelchen des Terrorparagraphen 129a in Aktion getreten ist und in einer landesweiten Razzia einen nicht vorhandenen Linksterrorismus gejagt hat. Da m&ouml;chte ich nicht erleben, wie die Bundeswehr bei wirklichen sozialen Unruhen agiert &ndash; vielleicht unter einer ordentlichen Rechtsregierung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Deutsche Bank plant Lobbyb&uuml;ro in Berlin<\/strong><br>\nDie Deutsche Bank erw&auml;gt, ihre Lobbyarbeit massiv auszubauen und eine Repr&auml;sentanz in Berlin zu er&ouml;ffnen. Bank-Chef Josef Ackermann hat dazu schon vor geraumer Zeit ein sogenanntes Hauptstadtkomitee eingerichtet, in dem neben dem pensionierten Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck beispielsweise auch Rainer Neske sitzt, der seit April Vorstandsmitglied des Geldhauses ist. Neske betreut das Projekt von Frankfurt am Main aus. Er ist der &Uuml;berzeugung, das Institut brauche einen Br&uuml;ckenkopf in die Politik. Der direkte Zugang von Bank-Chef Ackermann zu Kanzlerin Angela Merkel oder Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck reiche nicht aus. Hintergrund der &Uuml;berlegungen ist auch die Tatsache, dass der einst m&auml;chtige Bundesverband deutscher Banken (BdB) &ldquo;nur noch ein Schatten seiner selbst ist&rdquo;, wie ein Manager der Deutschen Bank spottet. Jedenfalls habe sich der BdB in den vergangenen Wochen und Monaten bei keinem der relevanten Finanzthemen Geh&ouml;r verschaffen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/vorab\/0,1518,641264,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Vielleicht sollte die Deutsche Bank f&uuml;r die Besetzung des B&uuml;ros noch den 27. September abwarten, da werden sicherlich ein paar gut &bdquo;verdrahtete&ldquo; M&auml;nner zur Verf&uuml;gung stehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Lobbyismus und Rentenreform: Der Einfluss der Finanzdienstleistungsbranche auf die Teil-Privatisierung der Alterssicherung<\/strong><br>\nMit der Teil-Privatisierung der Alterssicherung markiert die Rentenreform 2001 einen Systembruch in der deutschen Rentenpolitik. Zweifelsohne profitieren insbesondere Banken, Versicherungen und Investmentfonds von diesem rentenpolitischen Paradigmenwechsel. Deren Gewinnaussichten haben sich infolge der Leistungsk&uuml;rzungen bei der gesetzlichen Rente und der F&ouml;rderung der privaten &bdquo;Riester-Rente&ldquo; massiv verbessert, so dass sich unweigerlich die Frage nach dem Einfluss der Finanzdienstleistungsbranche im Politikfeld Alterssicherung stellt. Im Zentrum der vorliegenden Arbeit stehen der Zugang der zentralen Akteure der Finanzbranche zum rentenpolitischen Policy-Netzwerk sowie deren lobbyistischen Aktivit&auml;ten und Beziehungsstrukturen. Die empirischen Befunde zeigen den Einfluss privatwirtschaftlicher Verb&auml;nde und Gro&szlig;unternehmen auf und erkl&auml;ren, warum die Teil-Privatisierung der Alterssicherung in Deutschland &uuml;berhaupt politisch durch- und umgesetzt werden konnte.<br>\n&Uuml;ber die Autor(in): Diana Wehlau ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am artec | Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Universit&auml;t Bremen im Forschungsfeld Industrial Ecology, Technik und Konsum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vs-verlag.de\/index.php;do=show\/sid=8263785724a7f1e0c819ab013253960\/site=w\/book_id=17196\">VS Verlag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Gebt den armen reichen Rentnern mehr Geld!<\/strong><br>\nDie FTD hat sich wieder einmal f&uuml;r ein <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/boersen_maerkte\/aktien\/marktberichte\/:Vorsorgeatlas-Deutschland-Rentenl%FCcke-trifft-vor-allem-Reiche\/550136.html\">Werbeartikelchen f&uuml;r die private Altersvorsorge<\/a> einspannen lassen. Auf Weissgarnix findet sich ein angemessener Kommentar dazu von Thomas Strobl: &bdquo;August-Hitze trifft auf Sommerloch, die wirtschaftlich auf dem letzten Loch pfeifenden Verlagsh&auml;user sparen an den Klimaanlagen &ndash; eine teuflische Mischung, wie leider an viel zu vielen redaktionellen Ver&ouml;ffentlichungen sichtbar wird. Wie auch heute wieder in der Financial Times Deutschland. In deren Redaktion soll es ja besonders &ldquo;hei&szlig;&rdquo; hergehen, wir legen also zun&auml;chst eine kurze Schweigeminute ein, und lassen uns sodann von diesem Machwerk verbl&uuml;ffen &ndash; dessen Titel &ldquo;Rentenl&uuml;cke trifft vor allem Reiche&rdquo; schon die schrecklichste Vorahnung in uns aufsteigen l&auml;sst.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weissgarnix.de\/2009\/08\/07\/gebt-den-armen-reichen-rentnern-mehr-geld\/\">weissgarnix<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Diener zweier Herren<\/strong><br>\nDer Rat der f&uuml;nf sogenannten Wirtschaftsweisen ist ein hoch angebundenes Gremium. Seine Gr&uuml;ndung im Jahr 1963 basierte auf dem eigens verabschiedeten &raquo;Gesetz &uuml;ber die Bildung eines Sachverst&auml;ndigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung&laquo;. Darin ist die Rede von einem Rat von &raquo;unabh&auml;ngigen Sachverst&auml;ndigen&laquo;, der die &raquo;Urteilsbildung bei allen wirtschaftspolitisch verantwortlichen Instanzen sowie in der &Ouml;ffentlichkeit&laquo; erleichtern soll. Kritiker werfen dem Rat nun mangelnde Unabh&auml;ngigkeit vor. Der Vorsitzende des Gremiums, der Konstanzer Wirtschaftsprofessor Wolfgang Franz, steht der neoliberalen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) nahe. Franz &uuml;bt zwar kein offizielles Amt bei der INSM aus, wirbt aber seit geraumer Zeit in einem &ldquo;Pl&auml;doyer&rdquo; auf der Webseite der Lobbyorganisation f&uuml;r eine Reform des K&uuml;ndigungsschutzes und daf&uuml;r, das Arbeitslosengeld II soweit zu senken, &ldquo;wie es aus verfassungsrechtlicher Sicht m&ouml;glich ist&rdquo;.<br>\nAuch die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro, Professorin f&uuml;r Volkswirtschaftslehre in Mainz, steht der INSM nahe. Weder di Mauro sitzt dar&uuml;ber hinaus im Aufsichtsrat der ERGO-Versicherungsgruppe. Die Tochterfirmen dieses Konzerns, wie die Hamburg-Mannheimer, bieten Altersvorsorgeprodukte an, die direkt abh&auml;ngig sind von der Rentenpolitik der Bundesregierung &ndash; die auch von Weder di Mauro beraten wird. Daneben sitzt die Italo-Schweizerin seit 2006 im Verwaltungsrat des Schweizer Pharmakonzerns Roche. Laut dem Roche-Gesch&auml;ftbericht 2008 erhielt Weder di Mauro, die dem Gremium noch bis 2010 angeh&ouml;ren wird, f&uuml;r ihre Dienste im abgelaufenen Jahr insgesamt 300000 Schweizer Franken (ca. 196000 Euro) &raquo;Entsch&auml;digung&laquo; und weitere 60000 Franken &raquo;Aufwandsentsch&auml;digung&laquo; f&uuml;r die Mitgliedschaft in Unteraussch&uuml;ssen des Verwaltungsrats. Dem Bericht zufolge hielt die Wirtschaftsweise Roche-Aktien im Wert von &uuml;ber 20000 Euro. Weder di Mauros Engagement bei Roche ist deshalb problematisch, weil sich der Sachverst&auml;ndigenrat auch zu gesundheitspolitischen Fragestellungen &auml;u&szlig;ert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/08-08\/059.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong><em>Aufgrund einer Unterlassungsverf&uuml;gung gel&ouml;scht<\/em><\/strong><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Vom Wert des Nachrichtenwerts<\/strong><br>\nZiffer sieben des Pressekodexes &raquo;gebietet, dass redaktionelle Ver&ouml;ffentlichungen nicht durch (&hellip;) pers&ouml;nliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden&laquo;. Ziffer 15 nennt die &raquo;Annahme von Vorteilen jeder Art, die geeignet sein k&ouml;nnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeintr&auml;chtigen&laquo;, mit dem &raquo;Ansehen, der Unabh&auml;ngigkeit und der Aufgabe der Presse unvereinbar&laquo;. Dabei sind Journalisten durchaus f&uuml;r Organisationen t&auml;tig, &uuml;ber die sie berichten. Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer moderierte am 2.Juni eine Podiumsdiskussion auf einer Veranstaltung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) im Hotel Adlon in Berlin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/08-06\/019.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>ZDF: &bdquo;Das Leben ist Hartz&ldquo; oder: Hartmut Schl&uuml;ter muss vor jeder Wahl herhalten<\/strong><br>\nAm 5. August 2009 zog ZDF-Autorin Anette Hoth mal wieder eine <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/30\/0,1872,7611838,00.html\">Reformbilanz<\/a> zu den Hartz-Gesetzen. Als Beispiel f&uuml;r einen arbeitsscheuen &bdquo;Dr&uuml;ckeberger&ldquo; und wurde dabei ein Hartz IV-Empf&auml;nger namens Hartmut Schl&uuml;ter dargestellt.<br>\nDieselbe Autorin durfte unter dem Titel <a href=\"http:\/\/reporter.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/11\/0,1872,2369163,00.html\">&bdquo;Druck auf Dr&uuml;ckeberger&ldquo;<\/a> schon am 31. August 2005, also sicher rein zuf&auml;llig auch damals ein paar Wochen vor der Bundestagswahl, ein Loblied auf Hartz im ZDF singen. Den Beispielsfall gab damals ab: Hartmut Schl&uuml;ter.<br>\nAuch auf 3sat diente Hartmut Schl&uuml;ter am 20. September 2005 in der <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/dynamic\/sitegen\/bin\/sitegen.php?tab=2&amp;source=\/specials\/82939\/index.html\">&bdquo;ZDF.reportage: Hartz IV und das wirkliche Leben&ldquo;<\/a> nur wenige Tage vor der Wahl als Beleg daf&uuml;r, wie richtig der &bdquo;Druck auf Dr&uuml;ckeberger&ldquo; durch Hartz IV ist.<br>\nHat das ZDF keinen anderen &bdquo;Dr&uuml;ckeberger&ldquo; gefunden? Oder ist Hartmut Schl&uuml;ter Darsteller einer einschl&auml;gigen Hartz IV-Serie f&uuml;r Vorwahlzeiten?<br>\nHoffentlich h&auml;lt Hartmut Schl&uuml;ter seine Dr&uuml;ckebergerei bis 2013 durch &ndash; wie sollte das ZDF sonst f&uuml;r die &uuml;bern&auml;chste Wahl seinen Wahlkampfspot f&uuml;r die ach so erfolgreiche &bdquo;Reform&ldquo;-Politik drehen k&ouml;nnen?<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>OSZE schickt Wahlbeobachter nach Deutschland<\/strong><br>\nDas gab es noch nie: Die europ&auml;ische Organisation f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit wird zum ersten Mal Wahlbeobachter nach Deutschland entsenden &ndash; um den korrekten Ablauf der Bundestagswahl zu &uuml;berpr&uuml;fen. Grund: Die umstrittene Ablehnung mehrerer Kleinparteien.<br>\nDer Staatsrechtler Martin Morlok warnt im SPIEGEL davor, dass die Entscheidungen des Bundeswahlausschusses eine Wiederholung der Wahl nach sich ziehen k&ouml;nnten. Das Gremium h&auml;tte bei seiner entscheidenden zweiten Sitzung am vergangenen Donnerstag &ldquo;nicht nur das Recht, sondern die Pflicht gehabt, eine erkennbar falsche Entscheidung zu revidieren&rdquo;.<br>\nBei der Ablehnung der Freien Union etwa, bei der es um einen Formfehler der Vorsitzenden Pauli ging, habe der Ausschuss den &ldquo;wesentlichen rechtlichen Aspekt &uuml;berhaupt nicht diskutiert&rdquo;: Paulis fehlende Unterschrift h&auml;tte im Prinzip auch nach Fristablauf noch nachgeholt werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,641353,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Vielleicht sollten sich die OSZE-Wahlbeobachter zun&auml;chst einmal das einschl&auml;gige Bundesverfassungsgerichtsurteil ansehen. Danach findet die n&auml;chst Bundestagswahl auf der Grundlage eines verfassungswidrigen Wahlgesetzes statt, dessen &Auml;nderung die Gro&szlig;e Koalition verschlampt hat. Es k&ouml;nnte dazu kommen, dass Schwarz-gelb nicht aufgrund einer Mehrheit der W&auml;hlerstimmen, sondern deswegen zustande kommt, <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wahl-2009\/aktuell\/:Streit-%DCberhangmandate-Eine-Kraftprobe-Genossen\/704821.html\">weil die Union &uuml;berm&auml;&szlig;ig von &Uuml;berhangmandaten profitiert<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Parteigr&uuml;ndung in Hessen: SPD-Rebellen dementieren Plan <\/strong><br>\nDie beiden hessischen SPD-Rebellen J&uuml;rgen Walter und Carmen Everts wollen entgegen einem Zeitungsbericht keine neue Partei gr&uuml;nden.<br>\nDie <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1\/Doc~E75C12C0260654D42BDCDAE34B30AE3FF~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">&ldquo;Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung&rdquo; (&ldquo;FAS&rdquo;)<\/a> hatte zuvor berichtet, dass ein Teil der vier hessischen SPD-Rebellen nach der Bundestagswahl die Gr&uuml;ndung einer neuen Partei erw&auml;ge.<br>\nIn der &ldquo;FAS&rdquo; hatte es au&szlig;erdem gehei&szlig;en, auch der fr&uuml;here SPD- Spitzenpolitiker Wolfgang Clement solle f&uuml;r die neue Partei gewonnen werden. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister, der im vergangenen November die SPD verlassen hatte, wies dies am Sonntag ebenfalls zur&uuml;ck.<br>\n&ldquo;Ich habe derzeit nichts im Sinn damit&rdquo;, sagte Clement der &ldquo;Financial Times Deutschland&rdquo; (Montag). Er best&auml;tigte jedoch Kontakte zu den vier SPD-Rebellen. Clement war parteiintern wegen seiner Kritik an Ypsilanti ger&uuml;gt worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1870912&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_topnews\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Zun&auml;chst einmal bleibt festzuhalten: Der von der Frankfurter Rundschau wiedergegebene dpa-Beitrag behauptet, &ldquo;Clement war parteiintern wegen seiner Kritik an Ypsilanti ger&uuml;gt worden.&rdquo;<br>\nAuch der dpa d&uuml;rfte bekannt sein, dass die SPD-R&uuml;ge in Richtung Clement nicht wegen dessen Kritik an Frau Ypsilanti erfolgte, sondern wegen der unmissverst&auml;ndlichen Aufforderung Clements an die W&auml;hler, Schwarz-Gelb und damit Roland Koch zu w&auml;hlen.<br>\nNun wird die von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung behauptete Absicht eines Teils der vier hessischen SPD-Abweichler, eine &ldquo;rechte SPD&rdquo; zu gr&uuml;nden, zwar dementiert. Jedoch: Schon das Hochkochen dieses Themas bietet den zahlreichen rechtskonservativen bzw. neoliberalen Medien und Schwarz-Gelb einmal mehr die wohl bewusst beabsichtigte Gelegenheit, das Ammenm&auml;rchen zu verbreiten, die in den vergangenen 10 Jahren nach rechts abgedriftete SPD sei angeblich nach links ger&uuml;ckt.<br>\nDer SPD-Rechtsschwenk l&auml;sst sich an konkreten Gesetzes&auml;nderungen unter sozialdemokratischer Regierungsverantwortung festmachen:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Erh&ouml;hung des Drucks auf Besch&auml;ftigte und Arbeitslose, Arbeit zu nahezu jedem Preis und zu nahezu jeder Bedingung zu akzeptieren. Hartz IV wurde eingef&uuml;hrt, das Arbeitslosengeld 1 wurde verschlechtert.<\/em><\/li>\n<li><em>&ldquo;Rente mit 67&rdquo;.<\/em><\/li>\n<li><em>Einstieg in die Privatisierung der Altersvorsorge und der damit verbundenen einseitigen Belastung der Arbeitnehmer bei gleichzeitiger Entlastung der Unternehmen.<\/em><\/li>\n<li><em>Starke Absenkung des Spitzensteuersatzes (von 53 Prozent auf 42 Prozent; die sog. &ldquo;Reichensteuer&rdquo; (3 Prozent) kennt viele Ausnahmen und greift erst ab sehr hohen Einkommen).<\/em><\/li>\n<li><em>Absenkung der Erbschaftsteuer f&uuml;r gro&szlig;e Verm&ouml;gen.<\/em><\/li>\n<li><em>Mehrmalige Absenkung der Unternehmenssteuern.<\/em><\/li>\n<li><em>Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer um 3 Prozentpunkte (diese trifft &uuml;berdurchschnittlich stark kleine und mittlere Einkommen).<\/em><\/li>\n<li><em>Deregulierung der Finanzm&auml;rkte.<\/em><\/li>\n<li><em>Starke Ausweitung der Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr, auch unter Inkaufnahme des Bruchs des V&ouml;lkerrechts.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Die SPD h&auml;lt unver&auml;ndert an diesem Rechtsschwenk fest (gelegentlich &ldquo;linke&rdquo; Aktzente sind, analog den B&uuml;ndestagswahlk&auml;mpfen der Jahre 2002 und 2005, lediglich dem aktuellen Bundestagswahlkampf geschuldet).<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>J&uuml;rgen Walter: Links blinken, rechts abbiegen<\/strong><br>\n&Uuml;ber die &bdquo;Kunst, Politik zu machen&ldquo;, hat J&uuml;rgen Walter oft und gern gesprochen. Haupts&auml;chlich bestand sie darin, nichts mit dem zu tun zu haben, was man selber angezettelt hat, seine Absichten zu verbergen, andere f&uuml;r sich handeln zu lassen. Seine Wahl zum Fraktionsvorsitzenden 2003 mit Hilfe der SPD-Linken und den anschlie&szlig;enden Schwenk nach rechts erkl&auml;rte er so: &bdquo;Links blinken und rechts abbiegen.&ldquo; Ein anderes Kunstst&uuml;ck: &bdquo;Ich treibe jemanden aufs Dach und nehme dann die Leiter weg.&ldquo; Vielleicht hat Walter das von Roland Koch gelernt, der die SPD 1999 mit seiner Unterschriftenkampagne aufs Dach trieb, wo sie dann die n&auml;chsten Jahre zubrachte. Im Wahlkampf 2008 hatte die SPD dasselbe mit ihm gemacht.<br>\nVolker Zastrow, verantwortlich f&uuml;r den Politikteil der FAS, hat ein Buch &uuml;ber die Geschichte der vier hessischen SPD-Abgeordneten geschrieben, die sich im November 2008 der Wahl ihrer Parteivorsitzenden Andrea Ypsilanti zur Ministerpr&auml;sidentin verweigerten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1\/Doc~EE3F5B55C921D444195CF1DEAE83564CB~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ.Net<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wenn nur einiges davon zutrifft, so wirft das Buch einen bezeichnenden Blick auf die Gewissenshelden der hessischen SPD.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Steinmeiers Mittelstandsexperte Harald Christ l&ouml;scht seine Internetauftritte<\/strong><br>\nHarald Christ, SPD-Mittelstandsbeauftragter im Kompetenzteam des Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier, irritiert Parteifreunde mit einer gro&szlig; angelegten S&auml;uberungsaktion im Internet. Seit der Nominierung des Multimillion&auml;rs Ende Juli galt die Webseite www.belair-constantia.com unter Genossen als Geheimtipp f&uuml;r gehobensozialdemokratische Lebensart. Dort offerierte der Multimillion&auml;r seine in den H&uuml;geln &uuml;ber Kapstadt in S&uuml;dafrika gelegene Villa f&uuml;r &ldquo;kleine kulinarische Events&rdquo; und &ldquo;formelle Empf&auml;nge&rdquo; oder als Feriendomizil &ldquo;mit Butler-Service&rdquo;. Auch als Location f&uuml;r Werbeaufnahmen sei der weitl&auml;ufige Besitz mit &ldquo;tropischem Garten&rdquo; bestens geeignet. Kurze mit Lounge-Music unterlegte Videos zeigten exklusive R&auml;umlichkeiten, in denen afrikanische Diener in wei&szlig;en Handschuhen Champagner umhertragen. Seit vergangenen Donnerstag aber erscheint auf der Seite nur noch ein stilisierter gelber Notizzettel, auf dem &ldquo;&hellip; under construction&rdquo; &ndash; im Umbau &ndash; steht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/vorab\/0,1518,641247,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eigentlich haben wir nichts gegen erfolgreiche reiche Leute, wenn sie die richtigen politischen Ziele vertreten. Dar&uuml;ber w&uuml;rde man gerne auf der Internetseite von Harald Christ oder sonstwo etwas lesen oder h&ouml;ren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Franz M&uuml;ntefering: Grundgesetz&auml;nderung f&uuml;r mehr Kooperation in der Bildung<\/strong><br>\nBILD: &hellip;mit dem Thema Bildung zieht doch jede Partei im Wahlkampf &uuml;ber die D&ouml;rfer. Dabei hat der Bund da doch gar nichts zu sagen &ndash; oder?<br>\nM&uuml;ntefering: Bildung ist Menschenrecht, erstens. Und der Arbeitsplatz der Zukunft braucht immer besser ausgebildete Menschen. Um diese Ziele zu erreichen, m&uuml;ssen Bund, L&auml;nder und Gemeinden endlich an einem Strang ziehen. Es darf nicht sein, dass diese wichtige Frage im Kompetenzgerangel zerredet wird. Gute Kooperation ist unverzichtbar. Von der Krippe bis zur Hochschule. Wir wollen im Grundgesetz die Voraussetzung daf&uuml;r schaffen, dass eine solche Kooperation m&ouml;glich ist. Die Zeit ist reif.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/2009\/08\/08\/bild-interview-mit-franz-muentefering\/wie-kommt-die-spd-aus-dem-umfrageloch.html\">Bild.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sie erinnern sich sicherlich noch gut daran: Erst vor drei Jahren, Ende 2005, wurde die &bdquo;Mutter aller Reformen&ldquo;, die F&ouml;deralismusreform, verabschiedet. Ein wichtiger Bestandteil dieser Reform, war, dass die Rahmengesetzgebungs-Kompetenz des Bundes im Bildungs- und Hochschulwesen noch weiter aufgeweicht und zugunsten der L&auml;nderzust&auml;ndigkeit weitgehend abgeschafft wurde. Es war der Systemwechsel vom kooperativen F&ouml;deralismus zum Wettbewerbsf&ouml;deralismus, <a href=\"?p=267\">siehe u.a. hier<\/a>.<br>\nAls Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Vermehrung der L&auml;nderzust&auml;ndigkeiten h&ouml;rte man landauf landab, dass mehr Deregulierung mehr Wettbewerb zwischen den L&auml;ndern erm&ouml;gliche und dass dies unser gesamtes Land &ndash; endlich &ndash; voranbr&auml;chte. Schon vier Jahre sp&auml;ter muss man aber nun erkennen, dass der Wettbewerb zu Partikularismus, z.B. zu einem Verlust der Vergleichbarkeit der Abschl&uuml;sse und zu einem Chaos bei den Zugangsbedingungen f&uuml;hrte und dass nationale Standards und Rahmensetzungen unumg&auml;nglich sind.<br>\nWir erleben mittlerweile im Wochentakt, wie sich Bund und L&auml;nder in Bildungsfragen nicht einigen k&ouml;nnen und am Ende mit einer schlichten Vertagung der kritischen Punkte verbleiben.<\/em><\/p>\n<p><em>H&auml;tte doch M&uuml;ntefering, statt nun eine aussichtslose &Auml;nderung des Grundgesetzes zu fordern, ein einziges Mal gesagt, wir haben damals einen Fehler gemacht und wir wollen ihn jetzt korrigieren, dann w&auml;re sein Vorschlag glaubw&uuml;rdiger. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Fachkr&auml;ftemangel und Bildungsarmut &ndash; Die Krise des deutschen Berufsbildungssystems<\/strong><br>\nWir sitzen auf einer seit Jahren tickenden Zeitbombe, denn jeden siebten jungen Erwachsenen oder knapp 1,5 Mio. junge Menschen schicken wir ohne eine Berufsausbildung ins Erwerbsleben bzw. mit hoher Wahrscheinlichkeit in Hartz IV. In Ostdeutschland wird sich der rapide R&uuml;ckgang der Ausbildungs-Jahrgangsst&auml;rken bis 2010 fortsetzen, in Westdeutschland geschieht dies schrittweise bis 2025.<br>\nDie Annahme ist weitverbreitet, dass sich die Ausbildungskrise durch die demografische Entwicklung quasi von selbst erledigen wird. Die Demografie wird diese Zeitbombe aber keineswegs entsch&auml;rfen, denn es handelt sich nicht nur um eine quantitative, sondern auch qualitative Krise.<br>\nWie kommt es zu diesem Widerspruch zwischen vorhandener Ausbildungskrise und den Erfolgsmeldungen seitens der Wirtschaft und Politik?<br>\nSeit 1977 werden in der Ausbildungsbilanz als Nachfrager nur jene Ausbildungssuchende betrachtet, die am 30.9. eines Jahres einen Ausbildungsplatz haben oder bei der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit als noch &bdquo;unversorgt&ldquo; gelten. Jugendliche, die eine Ma&szlig;nahme im &bdquo;&Uuml;bergangssystem&ldquo;, ein Praktikum, eine Erwerbst&auml;tigkeit aufgenommen haben oder die jobben, gelten hingegen als &bdquo;versorgt&ldquo; und werden nicht zu den Nachfragern gez&auml;hlt. Diese Ausbildungsbilanzierung untersch&auml;tzt jedoch systematisch und wissentlich die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage erheblich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/wsimit_2009_08_kommentar.pdf\">WSI Mitteilungen 8\/2009 [PDF &ndash; 87 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Business Schools in der Sinnkrise<\/strong><br>\nKritik am MBA ist keine Sache von wirtschaftsfeindlichen Weltverbesserern mehr &ndash; die Schulen selbst stellen ihre Ausbildung infrage. &bdquo;Gierige Absolventen ohne moralischen Kompass&ldquo; h&auml;tten sie hervorgebracht, bem&auml;ngelt etwa Michael Czinkota, Professor an der Graduate School of Business der Georgetown-Universit&auml;t. Die Finanzkrise ist zu einer Sinnkrise vieler Business Schools geworden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/karriere\/business-schools-in-der-sinnkrise-386844\/print\/\">wiwo<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Sch&ouml;n, wenn MBA-Studenten zuk&uuml;nftig auch Lektionen in Moral erhalten. Doch ein Ersatz f&uuml;r mehr Regulierung ist das nicht. Entscheidend sind die Ziele, die diesem Personal von den Arbeitgebern gesetzt werden. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Keiner will Bruchsaler Studenten<\/strong><br>\nDie insolvente International University (IU) in Bruchsal hat nach Informationen der FTD offenbar gro&szlig;e Schwierigkeiten, die noch verbleibenden rund 70 Studierenden zum Wintersemester an anderen Hochschulen unterzubringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/forschung_bildung\/bildung\/:Insolvente-Privatuni-Keiner-will-Bruchsaler-Studenten\/550415.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Schein und Sein privater Universit&auml;ten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h27\"><\/a><strong>Niemand will den Dialog f&uuml;hren<\/strong><br>\nIn der Welt der Friedensforschung wird Johan Galtung wie ein Heiliger verehrt. Der 78-j&auml;hrige Norweger ist Mitbegr&uuml;nder des Fachs und hat in den letzten vierzig Jahren nicht nur detaillierte Theorien &uuml;ber Konfliktl&ouml;sungen formuliert, sondern auch in mehr als 40 Konflikten in der Welt vermittelt. Woran es dabei heute am meisten fehlt, meint Galtung, ist die Einsicht, dass jede beteiligte Partei berechtigte Interessen hat: &bdquo;Es gibt zwei Kriterien f&uuml;r eine Konfliktl&ouml;sung: Sie soll vern&uuml;nftig und nachhaltig sein. Vor allem anderen aber ist Respekt f&uuml;r beide Seiten n&ouml;tig.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/art771,2868908?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h28\"><\/a><strong>Hochrangige Juristen fordern Einschr&auml;nkungen des Bundesverfassungsgerichts<\/strong><br>\nK&uuml;nftig soll der Gesetzgeber das Bundesverfassungsgericht darauf verpflichten, Verfahren zu europarechtlichen Fragen zuerst dem Europ&auml;ischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg vorzulegen; das fordern 30 Juristen, vor allem hochrangige Hochschullehrer und Richter. Hintergrund f&uuml;r die von ihnen verfasste Denkschrift ist das Urteil des Verfassungsgerichts zum EU-Vertrag von Lissabon. Dem entnehmen die Unterzeichner, dass das Verfassungsgericht bereits in K&uuml;rze &ldquo;auf einen Justizkonflikt mit dem EuGH zusteuert&rdquo;. Die Folgen einer solchen Konfrontation w&auml;ren aus Sicht der Juristengruppe &ldquo;au&szlig;erordentlich fatal&rdquo;: Denn die EU-Kommission m&uuml;sste in diesem Fall ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten &ndash; und das dann zu erwartende Urteil des EuGH w&auml;re &ldquo;mit einschneidenden Finanzsanktionen&rdquo; verbunden. Die Zahlungen h&auml;tte Deutschland sogar &ldquo;dauerhaft zu entrichten&rdquo;, da der Gesetzgeber an der Entscheidung des Verfassungsgerichts nichts &auml;ndern k&ouml;nne. Der drohende Justizkonflikt lie&szlig;e sich deshalb nur entsch&auml;rfen, indem das Verfassungsgericht gesetzlich dazu verpflichtet wird, die Verfahren vor der eigenen Entscheidung beim EuGH vorzulegen. Unterzeichnet wurde die Denkschrift unter anderen von den beiden Bevollm&auml;chtigten des deutschen Bundestags im Lissabon- Verfahren, den Juraprofessoren Ingolf Pernice und Franz Mayer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/vorab\/0,1518,641250,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Vorschlag &bdquo;hochrangiger Juristen&ldquo; das Bundesverfassungsgericht per Gesetz zum &bdquo;Landgericht&ldquo; herabzustufen, ist eigentlich nur konsequent. Karlsruhe hat den Lissabon-Vertrag passieren lassen und nur f&uuml;r zuk&uuml;nftige Kompetenzabtretungen an Br&uuml;ssel mehr demokratische Beteiligung von Bundestag und Bundesrat verlangt.<br>\nWenn der Lissabon-Vertrag in Kraft tritt, wird er h&ouml;herrangiges Recht gegen&uuml;ber dem Grundgesetz, und &uuml;ber die Auslegung des europ&auml;ischen Rechts entscheidet der Europ&auml;ische Gerichtshof. Wenn das Bundesverfassungsgericht bei einer solchen Entscheidung das Grundgesetz verletzt s&auml;he und ein entsprechendes Urteil f&auml;llen w&uuml;rde, w&auml;re in der Tat die Bundesregierung an das Karlsruher Urteil gebunden und w&uuml;rde damit wiederum gegen europ&auml;isches Recht versto&szlig;en.<br>\nDie &bdquo;hochrangigen Juristen&ldquo; decken also nur schonungslos die L&uuml;cke auf, &uuml;ber die sich das Bundesverfassungsgericht hinwegzumogeln versuchte. Mit der Zustimmung zum Lissabon-Vertrag hat Karlsruhe seine Rolle als H&uuml;ter des Grundgesetzes verloren, und es hat sich damit selbst zum Untergericht des EuGH gemacht. Siehe dazu auch <a href=\"?p=4032\">Nachtw&auml;chter &uuml;ber den Nachtw&auml;chterstaat<\/a>. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h29\"><\/a><strong>Eine hessische &uuml;berparteiliche Initiative zur Bundestagswahl 2009<\/strong><br>\nLeute, geht w&auml;hlen! F&uuml;r einen Politikwechsel!<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/090810_ueberparteiliche_wahlinitiative.pdf\">Die Initiative [PDF &ndash; 84 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h30\"><\/a><em>Zu guter Letzt:<\/em><br>\n<strong>Wer zahlt die Schweinegrippeimpfung<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" width=\"475\" src=\"http:\/\/stuttmann.de\/karikaturen\/kari_20090807_Egal.gif\" alt=\"Wer zahlt die Schweinegrippeimpfung\" title=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/stuttmann.de\/archivseq.php?id=3235\">Stuttmann<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br \/> Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4119#h01\">Heribert Prantl: Guttenbergs Gro&szlig;kanzlei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h02\">HSH Nordbank: Polizei ermittelt wegen &ldquo;Untreue und Bilanzf&auml;lschung&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h03\">Hohe Boni in der Finanzindustrie sorgen f&uuml;r einen neuen Skandal in Frankreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h04\">Milliardengrab Landesbanken: Banker kassieren, Politiker schauen zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h05\">Lafontaine: Die Banken haben aus der Krise nichts gelernt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4119#h06\">Der lange<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4119\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4119","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4119"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4119\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5477,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4119\/revisions\/5477"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}