{"id":4123,"date":"2009-08-13T09:12:59","date_gmt":"2009-08-13T07:12:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4123"},"modified":"2009-08-13T09:13:00","modified_gmt":"2009-08-13T07:13:00","slug":"hinweise-des-tages-953","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4123","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL)<br>\nHeute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4123#h01\">Reall&ouml;hne in Deutschland &uuml;ber mehrere Jahre r&uuml;ckl&auml;ufig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h02\">Markus Sievers: Unter unseren Verh&auml;ltnissen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h03\">HRE-Bankenchef sahnte noch mal kr&auml;ftig ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h04\">Bank-Bilanzen drohen neue Milliarden-L&ouml;cher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h05\">Der Aufschwung kann Merkels Wiederwahl sichern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h06\">Wo die Politik bei den Banken versagt hat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h07\">Oskar Lafontaine zu Lehren aus der Bankenkrise: &bdquo;Sie haben ja Millionen vernichtet&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h08\">Schwedische Zentralbank beschlie&szlig;t Negativzinssatz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h09\">Leiharbeiter siegen nach Hungerstreik vor Gericht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h10\">Guter Rat zu teuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h11\">Das Guttenbergsche Gesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h12\">Die zunehmende Privatisierung des Strafvollzugs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h13\">Adressen zu verkaufen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h14\">Demokratie! Nein Danke?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h15\">Rezension: Richard M&uuml;nch: &ldquo;Globale Eliten &ndash; lokale Autorit&auml;ten&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h16\">27 private Hochschulen in NRW<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h17\">Obamas Abschussliste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h18\">Konkurrenz f&uuml;r Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h19\">F&uuml;nf Sender sind f&uuml;r Berlusconi nicht genug<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h20\">Zu guter Letzt: Terrorwarnungen zeigen Wirkung<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4123&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Reall&ouml;hne in Deutschland &uuml;ber mehrere Jahre r&uuml;ckl&auml;ufig<\/strong><br>\nDie Netto-Reall&ouml;hne sind in Deutschland seit Anfang der 90er Jahre kaum gestiegen. Von 2004 bis 2008 gingen sie sogar zur&uuml;ck, eine in der Geschichte der Bundesrepublik einmalige Entwicklung, denn nie zuvor ging ein durchaus kr&auml;ftiges Wirtschaftswachstum mit einer Senkung der realen Nettol&ouml;hne &uuml;ber mehrere Jahre einher. Ma&szlig;geblich hierf&uuml;r ist nicht etwa eine h&ouml;here Belastung der Lohneinkommen durch Steuern und Sozialabgaben, sondern die &ndash; auch im internationalen Vergleich &ndash; au&szlig;erordentlich schwache Steigerung der Entgelte. Dieser Befund ist umso bemerkenswerter, als sich die Qualifikation der besch&auml;ftigten Arbeitnehmer im Durchschnitt erh&ouml;ht hat, was f&uuml;r sich genommen einen deutlichen Anstieg der Verdienste h&auml;tte erwarten lassen. Im Gegensatz zur Lohnentwicklung sind die Einkommen aus selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit sowie aus Kapitalverm&ouml;gen in den vergangenen Jahren kr&auml;ftig gestiegen, sodass die Arbeitnehmerentgelte einen immer geringeren Teil des Volkseinkommens ausmachen.<br>\nDie bereinigte Lohnquote erreichte 2007 und 2008 mit rund 61 Prozent ein Rekordtief. Wie in fr&uuml;heren Rezessionen werden aber auch dieses Mal die Kapitaleink&uuml;nfte st&auml;rker als die L&ouml;hne unter Druck geraten.<br>\nIm letzten Aufschwung zeigte sich eine erstaunliche Konstellation: Die Besch&auml;ftigung nahm kr&auml;ftig zu, die Erwerbslosigkeit ging erstmals seit langer Zeit deutlich zur&uuml;ck, und die Raten des Wirtschaftswachstums waren beachtlich &ndash; alles Faktoren, die eigentlich die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer und ihrer Interessensvertretungen bei der Lohnfindung st&auml;rken sollten. Dennoch mussten die Arbeitnehmer Einbu&szlig;en bei den realen Nettol&ouml;hnen hinnehmen, die es in einem solchen Ma&szlig;e und &uuml;ber mehrere Jahre hinweg nie zuvor in der Bundesrepublik gegeben hat&hellip; Offenkundig haben die Gewerkschaften an Macht eingeb&uuml;&szlig;t.<br>\nSo hat der nominal nur schwache Anstieg der Entgelte ohne Zweifel die internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Unternehmen, insbesondere die der Industrie, enorm verbessert. Andererseits d&auml;mpft eine schwache Lohnentwicklung den privaten Verbrauch &ndash; beim Konsum blieb Deutschland gegen&uuml;ber anderen L&auml;ndern erheblich zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/100473\/09-33-1.pdf\">DIW [PDF &ndash; 1 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Diese Studie wird man sich merken m&uuml;ssen. Auch im internationalen Vergleich liegt Deutschland in der Entwicklung der Arbeitnehmerentgelte weit abgeschlagen.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Markus Sievers: Unter unseren Verh&auml;ltnissen<\/strong><br>\nKein anderes EU-Land hat seine Arbeitnehmer so gedr&uuml;ckt und die Kapitalbesitzer so gep&auml;ppelt wie Deutschland. Man muss kein Klassenk&auml;mpfer sein, um das deutsche Gesch&auml;ftsmodell f&uuml;r gescheitert, ja f&uuml;r krank zu erkl&auml;ren. Mit ihrer Gier nach noch mehr Verzicht und neuen Exportrekorden haben die Deutschen ihren Beitrag zur Finanzkrise geleistet. Gern mokieren sie sich &uuml;ber die Amerikaner, die &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse gelebt h&auml;tten. Wer permanent unter seinen Verh&auml;ltnissen lebt, ist aber ebenso f&uuml;r die gef&auml;hrlichen Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft verantwortlich. Deutschland muss das Gleichgewicht wiederfinden. Eine St&auml;rkung der Arbeitnehmer und h&ouml;here L&ouml;hne sind ein Gebot nicht nur der Gerechtigkeit, sondern auch der &ouml;konomischen Vernunft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1876381&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/kommentare\/&amp;em_ivw=fr_kommentar\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>HRE-Bankenchef sahnte noch mal kr&auml;ftig ab<\/strong><br>\nNeuer Wirbel um die marode Hypo Real Estate: Kurz vor der Verstaatlichung erhielt Vorstandschef Wieandt noch einmal eine Bonuszahlung. Die Bank nutzte daf&uuml;r offenbar eine Gesetzesl&uuml;cke.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/boerse\/finanzkrise\/hypo-real-estate-bankenchef-sahnte-noch-mal-kraeftig-ab_aid_425513.html\">Focus Money Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man kann es einfach nicht mehr kommentieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Bank-Bilanzen drohen neue Milliarden-L&ouml;cher<\/strong><br>\nFaule US-Eigenheimkredite haben das weltweite Finanzsystem ins Wanken gebracht. Nun geraten nach den Eigenheimdarlehen die Kredite f&uuml;r Gewerbe-Immobilien in Not. Nach Berechnungen des Internationalen W&auml;hrungsfonds k&ouml;nnte es zu gro&szlig;en Ausf&auml;llen kommen. Damit geraten Banken erneut unter Druck.<br>\nDas Gesamtvolumen aller in den USA ausgereichten Gewerbeimmobilienkredite veranschlagt die Federal Reserve mit 2500 Mrd. US-Dollar (1761 Mrd. Euro). Der Gro&szlig;teil dieser Darlehen wurde &ndash; wie bei den Eigenheimen &ndash; verbrieft und an Banken und Investoren in aller Welt weitergereicht. Jetzt schlagen Analysten des Internationalen W&auml;hrungsfonds Alarm: Nach ihren Berechnungen k&ouml;nnten bis 2010 Gewerbeimmobiliendarlehen im Wert von 410 Mrd. Dollar (288 Mrd. Euro) ausfallen. Das w&uuml;rde einem Drittel der Abschreibungen bei US-Eigenheimkrediten im Volumen von 1422 Mrd. Dollar entsprechen. &ldquo;Es droht eine neue Krise im Bankensystem&rdquo;, f&uuml;rchtet Analyst Richard Bove von der Brokerfirma Rochdale Securities.<br>\nDie H&auml;lfte der bis 2013 zu Neuverhandlungen anstehenden Darlehen im Gesamtwert von 1300 Mrd. Dollar (916 Mrd. Euro) sei nicht refinanzierungsf&auml;hig, sagt Deutsche-Bank-Analyst Richard Parkus. Sollte es zu Zwangsverwertungen im gro&szlig;en Stil kommen, w&uuml;rden die Preise weiter unter Druck geraten. Parkus: &ldquo;Es drohen Wertverluste von 45 Prozent oder mehr.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.morgenpost.de\/wirtschaft\/article1148977\/Bank_Bilanzen_drohen_neue_Milliarden_Loecher.html\">Berliner Morgenpost<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Der Aufschwung kann Merkels Wiederwahl sichern<\/strong><br>\nF&uuml;r die SPD ist es eine Hiobsbotschaft: Kurz vor der Bundestagswahl soll es wieder aufw&auml;rts gehen mit der deutschen Wirtschaft. Schon jetzt heben Experten ihre Prognosen und erste Daten sprechen f&uuml;r ein Ende der Rezession. Sollte die Konjunktur wirklich Fahrt aufnehmen, kann Merkel im Wahlkampf profitieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article4283445\/Der-Aufschwung-kann-Merkels-Wiederwahl-sichern.html\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL<\/strong>: Dieser Beitrag ist eigentlich belanglos. Wir weisen nur deshalb darauf hin, weil mit den H&auml;nden zu greifen ist, wie die konservative Welt nun ein Ende der Rezession herbei zu schreiben versucht, um Stimmung f&uuml;r Schwarz-gelb zu machen. Sie sollten diesen Beitrag mit den zu erwartenden Katastrophenmeldungen nach der Wahl vergleichen, wenn es dann darum gehen wird, die Sparprogramme zu Lasten des kleinen Mannes zu begr&uuml;nden. Ein typisches Beispiel von Meinungsmache.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wo die Politik bei den Banken versagt hat<\/strong><br>\nStaatsanleihen, Ratingagenturen, Verstaatlichung. Ein knappes Jahr nach dem Beinahe-Kollaps des Finanzsystems zeigt sich, dass die Regierung mit den Banken zaghaft umgeht und viele Chancen zum Neuanfang verpasst hat. Das k&ouml;nnte sich r&auml;chen, so schwant es auch dem Bundesfinanzminister Peer Steinbr&uuml;ck: &ldquo;Es ist einiges in Gang gekommen, was ich vor der Krise nicht f&uuml;r m&ouml;glich gehalten h&auml;tte. Ich sehe allerdings erste Tendenzen, sich davon wieder zu verabschieden &ndash; die Lobbys sind sehr stark.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/plusminus\/beitrag_dyn~uid,k6j6n7v9k54j09j0~cm.asp\">ARD plusminus<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wenn Steinbr&uuml;ck B&ouml;ses schwant, fragt man sich: Wer ist eigentlich gegenw&auml;rtig noch Finanzminister? <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Oskar Lafontaine zu Lehren aus der Bankenkrise: &bdquo;Sie haben ja Millionen vernichtet&ldquo;<\/strong><br>\nDer Vorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine, fordert eine umfassende Regulierung der Finanzwirtschaft durch eine staatliche Kontrolle der Banken.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/1015221\/\">Deutschlandradio (Text)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2009\/08\/12\/dlf_20090812_0717_761812c8.mp3\">Deutschlandradio (Audio-Podcast)<\/a>\n<p><em><strong>Statt einer Anmerkung:<\/strong> <a href=\"http:\/\/lwi2009.wordpress.com\/2009\/08\/12\/wieviel-verdient-ein-deutschlandfunk-moderator-dass-er-eine-borsenumsatzsteuer-und-eine-regulierung-des-bankensektors-wie-die-linke-es-vorschlagt-fur-schreckgespenster-halt\/\">Wie viel verdient ein Deutschlandfunk-Moderator, dass er eine B&ouml;rsenumsatzsteuer und eine Regulierung des Bankensektors wie DIE LINKE es vorschl&auml;gt f&uuml;r &ldquo;Schreckgespenster&rdquo;&nbsp;h&auml;lt?<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Schwedische Zentralbank beschlie&szlig;t Negativzinssatz<\/strong><br>\nDie schwedische Reichsbank hat ihren Zinssatz von 0,5 auf 0,25 Prozent gesenkt. Zus&auml;tzlich will sie einen internen negativen Zinssatz von minus 0,25 Prozent erheben, wenn die Banken ihr Geld bei der Reichsbank liegen lassen. Das sei eine Ohrfeige f&uuml;r die Banken, schreibt die Tageszeitung Sydsvenska Dagbladet: &ldquo;Die Zinssenkung signalisiert, dass die Reichsbank die Finanzkrise noch nicht als &uuml;berstanden betrachtet. Aber das wichtigste Signal war gestern nicht die Zinssenkung an sich. Die Reichsbank beschloss, ihren eigenen Sparzins auf minus 0,25 Prozent zu senken. Jetzt kostet es die Banken etwas, ihr Geld bei der Reichsbank &uuml;bernachten zu lassen. Der Chef&ouml;konom der Danske Bank, Roger Josefsson, sagte, dass dieser Vorgang einzigartig und die Botschaft des Negativzins deutlich sei: &lsquo;Das Geld soll raus ins System&rsquo;. Die Reichsbank betreibt eine konstruktive Geldpolitik, und die Mitteilung von gestern war mehr als ein erhobener Zeigefinger gegen&uuml;ber dem schwedischen Bankwesen. Sie war mehr ein Tritt vors Schienbein.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.eurotopics.net\/de\/presseschau\/archiv\/article\/ARTICLE53438-Schwedische-Zentralbank-beschliesst-Negativzinssatz\">euro topics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Leiharbeiter siegen nach Hungerstreik vor Gericht<\/strong><br>\nZehn VW-Leiharbeiter, die f&uuml;r ihre Weiterbesch&auml;ftigung in den Hungerstreik getreten waren, haben vor Gericht einen Sieg errungen. Die befristeten Arbeitsvertr&auml;ge von neun Kl&auml;gern wurden verl&auml;ngert, einer erreichte sogar einen unbefristeten Vertrag. Das teilte das Arbeitsgericht Hannover am Mittwoch mit und best&auml;tigte Medienberichte. Nach Auffassung der Richter hatte die Firma gezielt diejenigen Arbeiter nicht weiterbesch&auml;ftigt, die gegen das Auslaufen ihrer Vertr&auml;ge demonstriert hatten. Dies sei ein Versto&szlig; gegen das gesetzliche Ma&szlig;regelungsverbot. Die Hungerstreikenden hatten im Fr&uuml;hjahr tagelang vor dem Werkstor von VW Nutzfahrzeuge in Hannover gesessen und protestiert. Wegen des drastischen Nachfrageeinbruchs waren die ausgelaufenen Vertr&auml;ge von 213 Leiharbeitern zun&auml;chst nicht verl&auml;ngert worden. Schlie&szlig;lich wurden 88 dieser Leiharbeiter im VW-Stammwerk Wolfsburg &uuml;bernommen &ndash; darunter allerdings nicht diejenigen, die den Hungerstreik organisiert hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arbeitsrecht.de\/arbeitsrecht\/ticker\/ticker.php?script=\/arbeitsrecht\/ticker\/wScripts\/nachricht_anzeigen.ws&amp;ID=1169293313&amp;navid=1\">Arbeitsrecht-Newsticker<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Guter Rat zu teuer<\/strong><br>\n&Uuml;ber externe Berater und Sachverst&auml;ndige der Bundesregierung hat Kanzleramtschef Thomas de Maizi&egrave;re k&uuml;rzlich geurteilt: Meist seien sie nicht sehr sachverst&auml;ndig und schon gar nicht unabh&auml;ngig. Dennoch werden h&auml;ufig Gutachten f&uuml;r die Regierung extern erstellt &ndash; in vielen F&auml;llen ist das &uuml;berfl&uuml;ssig &hellip;<br>\nSie verdienen jedes Jahr Millionen an den Auftr&auml;gen, die sie von der Regierung und den vielen untergeordneten Bundesbeh&ouml;rden bekommen. Mindestens 40 Millionen Euro waren es 2008, wie der Bundesrechnungshof in einer Untersuchung &uuml;ber das Beraterwesen der Bundesregierung im letzten Jahr herausfand und dem Haushaltsausschuss des Bundestages Mitte Juni schrieb. Wobei in Wirklichkeit wohl noch mehr Geld floss. Denn erstens melden die Ministerien nur die externen Auftr&auml;ge, deren Einzelwert &uuml;ber 50 000 Euro liegt. Eine Rechtsberatung, etwa f&uuml;r das Justizministerium, &uuml;ber 49 900 Euro w&uuml;rde damit statistisch gar nicht mehr erfasst.<br>\nGanz oben auf der Liste der Beratervertr&auml;ge, die im letzten Jahr vergeben wurden, stehen Bundesfinanzminister Peer Steinbr&uuml;ck (SPD) mit rund 12,5 Millionen Euro, Bundesinnenminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) mit zehn Millionen Euro und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) mit rund acht Millionen Euro. Wobei der L&ouml;wenanteil der Vertr&auml;ge, die dem Tiefensee- Ministerium zugeschrieben werden, nicht von den Beamten des Hauses selbst vergeben wurden, sondern von den Bundesbeh&ouml;rden, die dem Verkehrsministerium unterstehen.<br>\nEines des f&uuml;r den Bund teuersten &ndash; und wegen seines Ausgangs wohl auch pikantesten &ndash; Beratungsprojekte ist 2008 zweifellos die Bahn AG&nbsp;gewesen. Deren Privatisierung ist gegen Ende des Jahres zwar wegen der weltweiten Finanzkrise abgesagt worden. Die verschiedenen Bundesministerien haben allerdings allein 2008 rund 2,6 Millionen Euro f&uuml;r externe Beratung im Zusammenhang mit der Privatisierung ausgegeben.<br>\nDas Urteil des Rechnungshofes &uuml;ber die Beraterpraxis in den Ministerien liest sich wie ein Lexikon der Unzul&auml;nglichkeiten und Schludrigkeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/art771,2871622?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wir haben schon immer dazu gerate, bei allen politischen Entscheidungen danach zu fragen, wer daran verdient.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Weitere Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Etwas irritierend ist die Differenz zwischen der gestern gemeldeten Zahl von der Bundesregierung von&nbsp; knapp 2,5 Millionen Euro f&uuml;r externe Berater von 2006 bis 2009 und der Berechnung des Bundesrechnungshofes: 40 Millionen f&uuml;r 2008. Etwas seltsam mutet auch der Abgriff von SPD-Justizministerin Brigitte Zypries auf Karl-Theodor zu Guttenberg an, denn Wirtschafts- und Justizministerium liegen fast gleichauf mit rund 650.000 Euro f&uuml;r externe Beratung. Auch wenn zu Guttenberg die Privatisierung der Gesetzgebung auf die Spitze getrieben hat, so hat die SPD am freiwilligen Kompetenzabbau von Parlament, Regierung und Ministerialb&uuml;rokratie t&uuml;chtig mitgewirkt.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe auch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Das Guttenbergsche Gesetz<\/strong><br>\nEntschlossener als Guttenberg hat noch kein Minister demonstriert, dass Parlament und Regierung ihre Gesetzgebungskompetenz offenbar nicht aus eigener Kraft ausf&uuml;llen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1876380&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_poltop\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die zunehmende Privatisierung des Strafvollzugs<\/strong><br>\nVon der &Ouml;ffentlichkeit kaum beachtet entsteht in Deutschland ein &ldquo;Markt f&uuml;r Justizdienstleistungen&rdquo;, wie es ihn anderswo l&auml;ngst gibt. Der englische Kriminologe Stephen Nathan untersucht das Ph&auml;nomen schon seit den 80er-Jahren.<br>\n&ldquo;Der Markt Strafjustiz ist Milliarden Dollar, Milliarden Euro schwer. Wenn man die Ausgaben f&uuml;r die Justiz der verschiedenen L&auml;nder zusammenz&auml;hlt und ber&uuml;cksichtigt, dass es den Firmen nicht nur um Gef&auml;ngnisse, sondern um das ganze Justizsystem geht, das ist ein riesiger Markt. Und wenn Regierungen Vertr&auml;ge mit Laufzeiten von f&uuml;nfundzwanzig Jahren abschlie&szlig;en, bedeutet das einen garantierten Ertrag f&uuml;r Generationen.&rdquo;<br>\nVon der &Ouml;ffentlichkeit kaum beachtet entsteht in Deutschland ein &ldquo;Markt f&uuml;r Justizdienstleistungen&rdquo;, wie es ihn anderswo l&auml;ngst gibt. Der englische Kriminologe Stephen Nathan untersucht das Ph&auml;nomen schon seit den 80er-Jahren.<br>\n&ldquo;Der Markt Strafjustiz ist Milliarden Dollar, Milliarden Euro schwer. Wenn man die Ausgaben f&uuml;r die Justiz der verschiedenen L&auml;nder zusammenz&auml;hlt und ber&uuml;cksichtigt, dass es den Firmen nicht nur um Gef&auml;ngnisse, sondern um das ganze Justizsystem geht, das ist ein riesiger Markt. Und wenn Regierungen Vertr&auml;ge mit Laufzeiten von f&uuml;nfundzwanzig Jahren abschlie&szlig;en, bedeutet das einen garantierten Ertrag f&uuml;r Generationen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/hintergrundpolitik\/1015659\/\">DLF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser J.K.:<\/strong> Wie vielleicht bekannt, wurde im hessischen H&uuml;nfeld vor vier Jahren das erste teilprivatisierte Gef&auml;ngnis in Deutschland er&ouml;ffnet. Das Land Hessen schloss damals einen Vertrag mit dem internationalen Dienstleistungskonzern Serco. Nun wird eine weitere Justizvollzugsanstalt in Offenburg er&ouml;ffnet in der das Land Baden-W&uuml;rttemberg mit der privaten Sicherheitsfirma K&ouml;tter Security zusammenarbeitet.<br>\nDabei gibt es f&uuml;r eines der Hauptargumente der neoliberalen Ideologen, dass privatisierte bzw. teilprivatisierte &ouml;ffentliche Einrichtungen billiger arbeiten, gerade im Bezug auf den Strafvollzug keinerlei belastbare Belege. Im Gegenteil: Im vergangenen Jahr wurde eine Aufstellung des hessischen Justizministeriums &ouml;ffentlich, der zufolge die Tageshaftplatzkosten in der JVA H&uuml;nfeld 2007 sogar h&ouml;her waren als die in einer vergleichbaren Anstalt. Wundern muss einen das nicht, geht es doch beim Markt f&uuml;r Justizdienstleistungen um ein Milliarden schweres Gesch&auml;ft.<br>\nWesentlich kritischer aber ist, dass die Vertr&auml;ge zwischen den L&auml;ndern und den Sicherheitsunternehmen f&uuml;r die demokratischen Kontrollorgane nicht einsehbar sind und somit Teile des Strafvollzugs der demokratischen Kontrolle entzogen werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Adressen zu verkaufen!<\/strong><br>\nEs ist genau ein Jahr her, seit bei der Verbraucherzentrale in Schleswig-Holstein eine CD mit 17.000 Kundendaten und Bankverbindungen aufgetauchte. Der Skandal um den Missbrauch von Millionen sensibler Kundendaten nahm seinen Anfang. Selbst die Politik reagierte umgehend mit einem neuen Datenschutzgesetz. Recherchen von NDR Info ergaben jedoch: Es ist immer noch unglaublich einfach, an massenweise Kundendaten heranzukommen. Ein paar e-mails gen&uuml;gten, um tausende Adressen und Bankverbindungen aufzutreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ndrinfo.de\/nachrichten\/datenklau120.html\">NDR-info<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Demokratie! Nein Danke?<\/strong><br>\nW&auml;hlen gehen &ndash; ich doch nicht? Umfragen zufolge waren selten so viele Menschen wenige Wochen vor einer Bundeswahl noch v&ouml;llig unsicher, wo sie ihr Kreuzchen machen &ndash; und ob sie &uuml;berhaupt an der Wahl teilnehmen sollen. Wahlrecht als erste B&uuml;rgerpflicht &ndash; das scheint pass&eacute;. Und l&auml;ngst sind es nicht nur die &ldquo;bildungsfernen Schichten&rdquo;, die sich von ihren B&uuml;rgerrechten verabschieden. Vielmehr ist der Verdruss an der Praxis der parlamentarischen Demokratie in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das erschrickt nicht nur die, die sich zur Wahl stellen. Im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung hat der Politologe Serge Embacher versucht herauszufinden, wie die politischen Akteure mit diesem Verdruss umgehen k&ouml;nnen &ndash; und wie er letztlich &uuml;berwunden werden kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/neugier-genuegt\/sendungsdetailseite.html?tx_wdr5ppfe_pi1[showUid]=4742320&amp;tx_wdr5ppfe_pi1[beitragsUid]=24431&amp;cHash=2332e71fb9\">wdr5 Podcast  (13,2 MB)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Rezension: Richard M&uuml;nch: &ldquo;Globale Eliten &ndash; lokale Autorit&auml;ten&rdquo;<\/strong><br>\nJa, wenn man das sehr kritisch sieht, dann kann man sagen, das wird so etwas wie ein globales McDonalds im Bildungssystem, sowohl in der Sekundarbildung als auch in der Hochschulbildung, das hei&szlig;t alles, was da gemacht wird, wird in kleine Einheiten, so genannte Module gesteckt, die Sch&uuml;ler und Studenten sehen keinen gr&ouml;&szlig;eren Zusammenhang mehr, sie sind nur noch damit besch&auml;ftigt, Pr&uuml;fungen zu bew&auml;ltigen. Das war fr&uuml;her nicht der Fall, da konnten die noch etwas freier studieren, die Zeitr&auml;ume der &Uuml;berpr&uuml;fungen waren l&auml;nger, und dadurch hatte man die Freiheit, sich auch mit gr&ouml;&szlig;eren Zusammenh&auml;ngen zu besch&auml;ftigen &hellip;<br>\nEs ist besser, man hat in einem Fach 30 Universit&auml;ten, die miteinander konkurrieren, als dass man nur zehn hat, und die sind &uuml;berausgestattet und alle anderen sind unterausgestattet &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/andruck\/939042\/\">DLF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>27 private Hochschulen in NRW<\/strong><br>\nIn Nordrhein-Westfalen kann ab dem kommenden Wintersemester an vier weiteren privaten Fachhochschulen studiert werden. Ihre Zahl steigt damit auf 27, wie Wissenschaftsminister Pinkwart in D&uuml;sseldorf mitteilte. Nordrhein-Westfalen sei damit das Land mit den meisten privaten Hochschulen in Deutschland. Die staatliche Anerkennung erhielt die &ldquo;Mathias Hochschule&rdquo; in Rheine, die Studieng&auml;nge in den F&auml;chern Gesundheit und Pflege anbietet. Neu sind auch eine Hochschule f&uuml;r Management in D&uuml;sseldorf, die Cologne Business School und die Hochschule Neuss. Von den derzeit knapp 480.000 Studierenden im Land sind mehr als 36.000 an privaten Hochschulen eingeschrieben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/nachrichten\/wdr5-nachrichten.html?news5034140\">wdr5<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Mal wieder eine Jubelmeldung &uuml;ber Privathochschulen, dabei studieren weniger als 8 % an diesen kleinen Klitschen. &Uuml;ber die Qualit&auml;t wollen wir gar nicht erst reden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Obamas Abschussliste<\/strong><br>\nDie USA haben einem Zeitungsbericht zufolge 50 afghanische Drogenh&auml;ndler mit Verbindungen zu den radikalislamischen Taliban auf eine Fahndungsliste gesetzt und zur gezielten T&ouml;tung freigegeben. Wie die &ldquo;New York Times&rdquo; am Sonntagabend (Ortszeit) unter Berufung auf eine Vorlage des US-Kongresses berichtete, stellt die Anordnung des Pentagons ein Umschwenken im Anti-Drogen-Kampf der USA in Afghanistan dar. Dem Bericht zufolge haben Vertreter der US-Armee den Kongress dar&uuml;ber informiert, dass die Strategie mit nationalem und internationalem Recht vereinbar sei. Es gehe darum, mit dem Drogenhandel eine der wichtigsten Einnahmequellen der Taliban zu bek&auml;mpfen. Zwei US-Gener&auml;le sagten demnach vor dem Ausw&auml;rtigen Ausschuss im US-Senat, die Drogenbosse mit nachgewiesen Verbindungen zu den Taliban seien auf eine Fahndungsliste gesetzt worden, auf der sonst haupts&auml;chlich Rebellenf&uuml;hrer stehen. Sie k&ouml;nnen damit jederzeit gefangengenommen oder get&ouml;tet werden. Unter den 367 Gesuchten seien 50 Drogenh&auml;ndler, hei&szlig;t es in dem Bericht, der laut &ldquo;New York Times&rdquo; im Laufe der Woche ver&ouml;ffentlicht werden soll.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1872559&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_poltop\">FR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2009\/08\/10\/world\/asia\/10afghan.html\">New York Times<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wir haben uns schon daran gew&ouml;hnt, dass die USA gezielt Talibanf&uuml;hrer t&ouml;tet, wie zuletzt Baitullah Mehsud und seine Frau durch eine Drohne, aber eine Todesliste von 367 Menschen. Damit sind die USA endg&uuml;ltig in Vietnam angekommen. Offizielles Ziel des ber&uuml;chtigten Phoenix- Programm in Vietnam&nbsp; war auch die Gefangennahme oder T&ouml;tung von Mitgliedern oder Unterst&uuml;tzern des Vietkong, wobei viele Gefangene die anschlie&szlig;ende Folter nicht &uuml;berlebten. Der CIA-Agent K. Barton Osborn hat dar&uuml;ber ausf&uuml;hrlich vor dem Kongress und in einigen <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2004\/21\/04210802.php\">Interviews berichtet<\/a>.<br>\nOsborn hat des weiteren berichtet, dass es kaum Beweise f&uuml;r die Zusammenarbeit der Ermordeten mit dem Vietkong gab. Denunziationen war h&auml;ufig die Basis f&uuml;r Entscheidung, jemanden zu &ldquo;neutralisieren&rdquo;. Ich empfinde es als Skandal, dass diese &ldquo;neue&rdquo; Strategie der USA&nbsp; in Deutschland&nbsp; &uuml;berhaupt nicht diskutiert wird. Mallorca ist in aller Munde, aber dass wir an einem Krieg beteiligt sind, in dem der Hauptverb&uuml;ndete dazu &uuml;bergeht, schwerste Menschenrechtsverletzungen in Kauf zu nehmen, interessiert nicht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Konkurrenz f&uuml;r Europa<\/strong><br>\nWeil die EU der T&uuml;rkei keine Perspektive gibt, treibt sie das Land in Richtung Russland. Bei der EU kann die T&uuml;rkei trotz der seit 2005 laufenden Beitrittsgespr&auml;che nicht landen. Die offen feindselige Haltung des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Nicolas Sarkozy und anderer Skeptiker zur t&uuml;rkischen EU-Bewerbung sorgt bei der t&uuml;rkischen Regierung f&uuml;r Frust. Und so wendet sich Ankara anderen Partnern zu. Obwohl die T&uuml;rkei erst im vergangenen Monat mithalf, das EU-unterst&uuml;tzte Gasprojekt Nabucco aus der Taufe zu heben, gab sie in der vergangenen Woche auch den Weg frei f&uuml;r das russische Konkurrenzvorhaben South Stream. Moskau ist zum bedeutendsten einzelnen Handelspartner der T&uuml;rkei aufgestiegen: Rund 40 Milliarden Dollar betrug das j&auml;hrliche Handelsvolumen zwischen beiden Staaten zuletzt, wie Premier Recep Tayyip Erdogan vergangene Woche beim Besuch von Wladimir Putin in Ankara stolz verk&uuml;ndete.<br>\nAu&szlig;enminister Ahmet Davutoglu sieht sein Land als eigenst&auml;ndige Regionalmacht mit geostrategisch wichtiger Lage, der auf dem Balkan ebenso zugeh&ouml;rt wird wie im Kaukasus oder im Nahen Osten, die mit den USA eine besondere strategische Partnerschaft pflegt und gleichzeitig eng mit Russland kooperieren kann. Das schlie&szlig;t die Fortsetzung der t&uuml;rkischen EU-Bewerbung nat&uuml;rlich keineswegs aus. Doch konkurrenzlos wichtig ist Europa f&uuml;r die T&uuml;rkei nicht mehr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kommentare\/EU-Tuerkei-Russland-EU-Beitritt;art141,2871560?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine ziemlich alberne Argumentation, die wohl darauf hinauslaufen soll, dass die EU die T&uuml;rkei schleunigst aufnehmen sollte, sonst kommen die Russen. Warum sollte Erdogan stolz ein Handelsvolumen von 40 Mrd. mit Russland verk&uuml;nden, k&uuml;nden diese Zahlen doch nur von der&nbsp; Rohstohhabh&auml;ngigkeit der T&uuml;rkei&nbsp; (Erd&ouml;l, Erdgas, Kohle). Die Importe der T&uuml;rkei aus Russland hatten 2008 etwa einen Wert von 32 Mrd. USD, w&auml;hrend die Exporte nach Russland ca.7 Mrd. USD betrugen. In Wirklichkeit ist die EU ist der gr&ouml;&szlig;te Handelspartner der T&uuml;rkei, vor allem aber exportiert die T&uuml;rkei in die EU weit mehr, womit sie tendenziell ihre Importe bezahlen kann. Beim Export nach L&auml;ndern liegt die Bundesrepublik Deutschland mit 13 Mrd. USD&nbsp; an der Spitze, gefolgt von Gro&szlig;britannien mit 8,1 Mrd.USD, Italien mit 7,8 Mrd. USD , Frankreich mit 6,6 Mrd. USD. Wirtschaftlich ist die EU, jenseits der generellen Frage der Aufnahme der T&uuml;rkei, f&uuml;r diese konkurrenzlos wichtig. &ndash; Im &Uuml;brigen gibt es keine europ&auml;ische Energiepolitik, genauso gut k&ouml;nnte man sagen, Italien orientiere sich weg von der EU in Richtung Russland, denn der Artikel verschweigt, dass Southstream ein russisch-italienisches Konsortium ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>F&uuml;nf Sender sind f&uuml;r Berlusconi nicht genug<\/strong><br>\nIn seiner Bilanzpressekonferenz &uuml;ber 14 Monate Regierungszeit hat der italienische Ministerpr&auml;sident Berlusconi das staatliche Fernsehen Radio Televisione Italiana (RAI) daf&uuml;r ger&uuml;gt, dass dessen dritter Kanal, RAI 3, ihn kritisiert habe. Es sei unertr&auml;glich, dass die von Steuergeldern getragene RAI 3 die Regierung angreife. Er meinte auch, &Auml;hnliches w&auml;re in keinem andern Land m&ouml;glich, was die noch nicht dem Akklamationsritus oder dem D&auml;mmerschlaf verfallenen italienischen Zeitungen prompt widerlegten. Berlusconi kam eben von einem Treffen mit Putin zur&uuml;ck und hatte vielleicht an den Zust&auml;nden in Russland Mass genommen. Die Turiner Zeitung &laquo;La Stampa&raquo; rief ihn in die westliche Realit&auml;t zur&uuml;ck. In Grossbritannien und in Deutschland ist Kritik an der Regierung an der Tagesordnung, in Frankreich und in Spanien ist sie weniger verbreitet, in den mittleren und kleinen Staaten des alten Kontinents haben die Politiker l&auml;ngst lernen m&uuml;ssen, mit ihr zu leben. In den Vereinigten Staaten sind die Verh&auml;ltnisse anders; die Aufgabe und der Wirkungsbereich der &ouml;ffentlichrechtlichen Sender sind begrenzt.<br>\nRAI 1 und RAI 2 stehen unter dem mehr oder weniger ausgepr&auml;gten Einfluss der Regierung, das finanziell schlechter dotierte, weniger attraktive und weniger empfangene RAI 3 unter jenem der Opposition. Den direkten Anlass f&uuml;r den grossen Zorn Berlusconis bildete ein auf offiziellen Statistiken beruhender Bericht, wonach das Bruttoinlandprodukt Italiens im laufenden Jahr um 6 Prozent zur&uuml;ckgehen werde. Nach Berlusconi hingegen hat Italien gute Chancen, als erster Staat aus der Wirtschaftskrise herauszukommen. So sahen es offenbar auch die beiden Sender RAI 1 und RAI 2, jedenfalls wurden sie nicht kritisiert. Und in den Chor der Zustimmung zum Regierungschef fielen nicht ganz zuf&auml;llig auch die drei Sender Rete 4, Canale 5 und Italia 1 ein, die beinahe die H&auml;lfte des Fernsehpublikums erreichen und sich in Berlusconis Besitz befinden. Der Regierungschef besitzt eine Medien&uuml;berlegenheit von f&uuml;nf zu eins (Zeitungen nicht eingerechnet), doch sie scheint ihm nicht zu gen&uuml;gen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/fuenf_sender_sind_fuer_berlusconi_nicht_genug_1.3321387.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wir d&uuml;rfen zwar kritisieren, aber tun wir es? Im Grunde ersch&ouml;pft sich hiesige Kritik h&auml;ufig auf die Wiedergabe der Kritik der Opposition, aber auch das nur,&nbsp; milde formuliert, proportional zu Ihrer Repr&auml;sentanz im Bundestag. Ausnahmen best&auml;tigen die Regel. Man sollte meinen, dass eine gro&szlig;e Koalition die Kritikbereitschaft der Medien herausfordert h&auml;tte und vor allem die Regierungsspitze mit Argusaugen beobachtet w&uuml;rde. Die g&auml;ngige Kritik gegen&uuml;ber Angela Merkel, dass sie sich kaum festlegt, h&ouml;chstens gegen&uuml;ber dem Papst, f&uuml;hrt am Wesentlichen vorbei. Sie hat die Richtlinienkompetenz und wenn in der Finanzkrise zu sp&auml;t und falsch reagiert wurde, f&auml;llt das letztlich in ihre Kompetenz.- Nat&uuml;rlich&nbsp; d&uuml;rfen wir uns gl&uuml;cklich sch&auml;tzen, dass wir bei keinem unserer Politiker eine solche Medienmacht versammelt sehen wie in Italien, aber bei grundlegende Ansichten&nbsp; herrscht bei uns statt Meinungsvielfalt ein nicht gerade durch Mut und Originalit&auml;t sich hervorhebender neoliberaler Einheitsbrei.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><em>Zu guter Letzt:<\/em><br>\n<strong>Terrorwarnungen zeigen Wirkung<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" width=\"475\" src=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_daten\/_multicom\/2009\/08\/12\/090812_plassmann.jpg\" alt=\"Terrorwarnungen zeigen Wirkung\" title=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_multifunktion\/?em_client=fr&amp;em_art=galery&amp;em_loc=3317&amp;em_cnt=1256926&amp;em_src=719610\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL)<br \/> Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4123#h01\">Reall&ouml;hne in Deutschland &uuml;ber mehrere Jahre r&uuml;ckl&auml;ufig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h02\">Markus Sievers: Unter unseren Verh&auml;ltnissen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h03\">HRE-Bankenchef sahnte noch mal kr&auml;ftig ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h04\">Bank-Bilanzen drohen neue Milliarden-L&ouml;cher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h05\">Der Aufschwung kann Merkels Wiederwahl sichern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h06\">Wo die Politik bei den Banken versagt hat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4123#h07\">Oskar Lafontaine zu Lehren aus<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4123\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4123","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4123","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4123"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4123\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4123"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4123"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4123"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}