{"id":41238,"date":"2017-11-24T09:01:16","date_gmt":"2017-11-24T08:01:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41238"},"modified":"2026-01-27T11:23:45","modified_gmt":"2026-01-27T10:23:45","slug":"medienkritik-das-grosse-staunen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41238","title":{"rendered":"Medienkritik: Das gro\u00dfe Staunen"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right;margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171124_poerksen.jpg\" alt=\"Bernhard P&ouml;rksen\" title=\"Bernhard P&ouml;rksen\"><\/div><p>Vor Kurzem hat sich der Medienwissenschaftler Bernhard P&ouml;rksen in einem Artikel auf Zeit Online unter der &Uuml;berschrift &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2017-10\/medienkritik-ideologie-journalismus-gesellschaft\/komplettansicht\">Das gef&auml;hrliche Raunen<\/a>&ldquo; &uuml;ber die Medienkritik dieser Tage beschwert. Der Tenor seines Beitrags lautet: bitte keine pauschale Systemkritik. Schnell wird deutlich: In der Sinnwelt des Artikels ist Realit&auml;tsverschleierung die zentrale Konstante. Der T&uuml;binger Medienwissenschaftler ignoriert die komplexen Beziehungen zwischen Herrschaft, Macht und Medien und pr&auml;sentiert stattdessen einen Schuldigen: die Gesellschaft. Diese lasse sich von Scheinproblemen, die Medienkritiker vortragen, &bdquo;faszinieren&ldquo;. Ansichten, wonach Medien <a href=\"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=990\">manipulieren<\/a>, seien &bdquo;Chiffren eines antiliberalen Denkens&ldquo;. Frage: Was machen eigentlich die Lordsiegelbewahrer in diesen Tagen?<br>\nEin Beitrag von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3500\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-41238-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171124_Medienkritik_Das_grosse_Staunen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171124_Medienkritik_Das_grosse_Staunen_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171124_Medienkritik_Das_grosse_Staunen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171124_Medienkritik_Das_grosse_Staunen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=41238-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171124_Medienkritik_Das_grosse_Staunen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"171124_Medienkritik_Das_grosse_Staunen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Wenn man die Debatte um den Zustand der Medien, den Journalismus und die Qualit&auml;t der Berichterstattung verfolgt, ist Folgendes festzustellen: Einem Tanzb&auml;ren gleich, dreht sich die Debatte auf der Stelle und ein Wandel hin zu einer kritischeren und vielf&auml;ltigeren Berichterstattung findet nicht statt.<\/p><p>Egal wie die Medienkritik auch ausf&auml;llt: Ob polemisch und mit wenig Substanz oder klug und dezidiert: Woche f&uuml;r Woche zeigen die politischen Talkshows wie Anne Will, Hart aber Fair, Maischberger oder Illner beispielhaft auf, wie es aussieht, wenn das Meinungsspektrum in den &Ouml;ffentlich-Rechtlichen auf den Durchmesser eines Strohhalms reduziert wird. Woche f&uuml;r Woche sind in den Print- und Onlineausgaben gro&szlig;er Verlagsh&auml;user dieselben eindimensionalen Deutungs- und Erkl&auml;rungsmuster f&uuml;r die gro&szlig;en und kleineren Krisen, Konflikte und Kriege unserer Zeit vorzufinden. Die Eint&ouml;nigkeit der Berichterstattung, zumindest dann, wenn es um gesellschaftliche und politische Themen geht, zieht sich wie ein scheinbar niemals endender Kaugummi durch nahezu alle gro&szlig;en Medien.<\/p><p>Die Schieflagen und Probleme in der Berichterstattung sind offensichtlich. Sie sind ein Grund daf&uuml;r, dass unterschiedliche B&uuml;rger, Akteure und Gruppen seit geraumer Zeit den gro&szlig;en Medien schwere Vorhaltungen machen. Doch immer wieder sind Versuche zu beobachten, dieser Kritik ihre Legitimit&auml;t abzugraben. Mehr oder weniger geschickt geht es darum, die Kritik an den Medien soweit abzuschw&auml;chen und soweit zu begrenzen, dass die Kritiker sich nur noch in jenen eng gesteckten Grenzen bewegen sollen, innerhalb derer sie ihre Hauptkritik nicht mehr vorbringen k&ouml;nnen.<\/p><p>Angemahnt werden darf, so w&uuml;nschen es sich zumindest die kritisierten Medien und diejenigen, die sich ihnen verbunden f&uuml;hlen, allenfalls punktuell. Doch jene Fundamentalkritik, die angebracht ist, um einer Berichterstattung beizukommen, die auf eine f&uuml;r eine Demokratie geradezu sch&auml;dliche Weise (weil unkritisch) die Komplizenschaft mit den M&auml;chtigen immer wieder offenbart, soll tunlichst als v&ouml;llig unangebracht abgetan werden.<\/p><p>Nun hat sich die Tage der Medienwissenschaftler Bernhard P&ouml;rksen zu Wort gemeldet. P&ouml;rksen, das sollte man wissen, geh&ouml;rt zu jenen Wissenschaftlern, die sich, wenn man so will, l&ouml;blicherweise nicht in ihrem Elfenbeinturm einschlie&szlig;en. P&ouml;rksen schaltet sich immer mal wieder zu medienpolitischen Debatten ein. Insbesondere die Kritik an den Medien besch&auml;ftigt ihn. Und so meldet er sich zu dem Thema in Talkshows, in <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/kultur\/netz-tv-kritik-medien\/medien\/journalismus-presse-besitzt-keine-lautstarke-lobby-a-1385273,0#artpager-1385273-0\">Print- und Onlinemedien<\/a> und bald auch mit einem Buch zu Wort (<em>Die gro&szlig;e Gereiztheit. Wege aus der kollektiven Erregung<\/em>). So weit, so gut.<br>\nUnter der &Uuml;berschrift &bdquo;Das gef&auml;hrliche Raunen&ldquo; beschwert sich der Medienwissenschaftler nun in der DER ZEIT bzw. auf Zeit Online &uuml;ber die Qualit&auml;t der Debatte im Hinblick auf den Zustand und die Zukunft der &Ouml;ffentlich-Rechtlichen sowie den Journalismus im Allgemeinen. &bdquo;Ideologische Grabenk&auml;mpfe&ldquo; will P&ouml;rksen entdeckt haben. Die Debatte werde zunehmend zu einem &bdquo;Spielfeld f&uuml;r populistische Forderungen&ldquo;.<\/p><p>Das kann man sicherlich so sehen. Schlie&szlig;lich: Wenn es um Themen von gesellschaftlicher und politischer Relevanz geht, ist es alles andere als ungew&ouml;hnlich, dass &bdquo;ideologische Grabenk&auml;mpfe&ldquo; zu beobachten sind und &bdquo;Populisten&ldquo;, wenn man den Begriff gebrauchen m&ouml;chte, in den Startl&ouml;chern stehen. Anders gesagt: Das ist eine banale Erkenntnis, die P&ouml;rksen ausspricht.<\/p><p>Doch der Medienwissenschaftler hat noch eine Beobachtung gemacht, die seines Erachtens die Banalit&auml;t der Erkenntnis aufhebt. Die ideologischen Grabenk&auml;mpfe und populistischen &Auml;u&szlig;erungen finden, so P&ouml;rksen, nicht nur &bdquo;wie traditionell &uuml;blich und historisch erwartbar, am &auml;u&szlig;ersten rechten oder linken Rand, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft&ldquo; statt.<\/p><p>Wer h&auml;tte das gedacht. Ideologie und auch noch Populismus in der gesellschaftlichen Mitte?<\/p><p>Man kann das gro&szlig;e Staunen f&ouml;rmlich vor sich sehen, das sich aufseiten derjenigen ausbreitet, die, selbstverst&auml;ndlich unbefangen von jedem ideologischen Verdacht, auf die ein oder andere Weise selbst zum Teil der gesellschaftlichen Mitte geh&ouml;ren und voller Emp&ouml;rung auf die vielen Meinungsabweichler aus ihren eigenen Reihen blicken. Grundsatzkritik an Politik, System und dann auch noch an den Medien: nicht von rechts oder links, sondern in unmittelbarer N&auml;he des Juste Milieu, dessen Mitglieder bekanntlich den unverzerrten Blick auf die Realit&auml;t gepachtet haben? Da h&ouml;rt jedes Verst&auml;ndnis auf, und die Bewahrer des Status Quo, die, wie es der franz&ouml;sische Soziologe Pierre Bourdieu einmal formuliert hat, nur innovieren wollen, um wirksamer zu konservieren, ergreifen das Wort.<\/p><p>Womit dann auch die Kritik an dem Beitrag von P&ouml;rksen beginnt. In dem &bdquo;Essay&ldquo; des T&uuml;binger Professors verdichten sich geradezu musterg&uuml;ltig gleich mehrere Probleme, die in der Debatte zur Qualit&auml;t der Berichterstattung gro&szlig;er Medien immer wieder zum Vorschein kommen. Falsche Diagnosen, Ignoranz und mangelnde Bereitschaft, der Realit&auml;t ins Auge zu sehen.<\/p><p>Da redet P&ouml;rksen von<\/p><ul>\n<li>einer &bdquo;zeitdiagnostischen Relevanz&ldquo;<\/li>\n<li>einem &bdquo;Polarisierungsschub&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Schm&auml;hvokabeln&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Ressentiments&ldquo;<\/li>\n<li>einer &bdquo;ver&auml;nderten Stimmungslage&ldquo;<\/li>\n<li>einem diffusen L&uuml;genpresse-Light-Milieu&ldquo;<\/li>\n<li>einem &bdquo;gemeinsamen Unbehagen&ldquo;<\/li>\n<li>Journalisten, die man sich als &bdquo;&uuml;berm&auml;chtige, autorit&auml;r agierende Gatekeeper&ldquo; vorstelle<\/li>\n<li>&bdquo;rostigen Kampagnentheorien&ldquo;<\/li>\n<li>einer vergangenen &bdquo;Medienepoche&ldquo;<\/li>\n<li>einer &bdquo;Erkennungsvokabel aggressiver Medienverdrossenheit&ldquo;<\/li>\n<li>einem Milieu, das mit einem &bdquo;gro&szlig;en Verdacht&ldquo; flirte<\/li>\n<li>einer &bdquo;offen pr&auml;sentierten Verschw&ouml;rungstheorie&ldquo;<\/li>\n<li>einer &bdquo;spielerisch vorgetragenen Manipulationstheorie, die sich der konkreten empirischen Pr&uuml;fung durch den pauschalen Angriff entzieht&ldquo;<\/li>\n<li>einem Rausch des &bdquo;Gef&uuml;hls eigener Radikalit&auml;t&ldquo;<\/li>\n<li>einer &bdquo;stabilen Anh&auml;ngerschar&ldquo;<\/li>\n<li>einer &bdquo;Mainstream-Kritik&ldquo;, die &bdquo;allm&auml;hlich selbst zum neuen Mainstream [wird], zu einem sich nonkonformistisch gebenden Konformismus, der panisch &uuml;berall Gesinnungsvorgaben w&auml;hnt und den eigenen Entrechteten-Mythos pflegt&ldquo;<\/li>\n<li>einem &bdquo;beklatschten Pauschalismus&ldquo;, der &bdquo;gleich doppelt fatal&ldquo; ist<\/li>\n<li>Akteuren, die das Feld der Medienkritik &bdquo;verminen&ldquo; und ein &bdquo;begr&uuml;ndetes Spezial-Misstrauen allm&auml;hlich in ein pauschales System-Misstrauen&ldquo; &bdquo;transformieren&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;kursierenden Theorien&ldquo;<\/li>\n<li>und schlie&szlig;lich von &bdquo;Chiffren, eines antiliberalen Denkens&ldquo;<\/li>\n<\/ul><p>und versucht so im professoralen Duktus, das Ph&auml;nomen einer massiven Medienkritik, die l&auml;ngst aus der Mitte der Gesellschaft kommt, lediglich als das Produkt falscher Vorstellungen dar&uuml;ber abzutun, wie Medien und Journalismus funktionieren. Doch das, was P&ouml;rksen da mit scheinbarer akademischer Tiefensch&auml;rfe im Ausdruck als Erkl&auml;rung anf&uuml;hrt ist: ein Blendwerk.<\/p><p>Der Reihe nach.<\/p><p>P&ouml;rksens Kritik zielt im Kern darauf ab, dass seit geraumer Zeit pauschal ein &bdquo;gro&szlig;er Verdacht&ldquo; gegen die Medien erhoben werde und sich ebenso eine &bdquo;pauschale Medienskepsis&ldquo; ausbreite, die davon ausgehe, dass gro&szlig;e Medien und Politik, um es salopp zu sagen: unter einer Decke stecken. Das sieht P&ouml;rksen anders. Die Frage ist: warum?<\/p><p>Man kann den Artikel nun nach Argumenten durchsuchen, doch das ist Zeitverschwendung. Harte Nachweise, warum der &bdquo;gro&szlig;e Verdacht&ldquo; und die &bdquo;pauschale Medienskepsis&ldquo; v&ouml;llig unangebracht sind, finden sich in dem Beitrag nicht. Stattdessen: aufgeblasene Begriffe und Formulierungen, die die inhaltliche Leere ausf&uuml;llen. Die vielf&auml;ltigen Beziehungszusammenh&auml;nge zwischen Macht, Herrschaft und Medien existieren in P&ouml;rksens Beitrag, der immerhin als Aufmacher auf Zeit Online pr&auml;sentiert wurde, nicht.<\/p><p>Wer das Essay des Medienwissenschaftlers liest, bekommt den Eindruck: Die Impulse, die sowohl von au&szlig;en als auch aus dem Innern des Mediensystems selbst kommen und zu einer Berichterstattung f&uuml;hren, die einen herrschaftskritischen Journalismus oft genug bereits im Keim ersticken, sind so fern jeder Realit&auml;t, dass man nicht einmal ihre Existenz in Betracht ziehen sollte. Nochmal die Frage: Warum verliert P&ouml;rksen kein Wort &uuml;ber jene Gr&uuml;nde, die einen zu der Auffassung kommen lassen, Medien sind Teil eines Herrschaftssystems?<\/p><p>Es ist jener gef&auml;llige Geist, der in P&ouml;rksens Essay zum Vorschein kommt, der sich schon seit langem &uuml;ber die Gesellschaftswissenschaften gelegt hat. Herrschaft, Macht und Medien in einem Atemzug zu nennen, also ganz so, wie es viele kritische Geisteswissenschaftler in unz&auml;hligen Arbeiten &uuml;ber einen langen Zeitraum getan haben, ist diesem Geist v&ouml;llig fremd.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Herrschaft, Macht, Medien: Ich bitte Sie: Wir leben doch in einer Demokratie. Alle Macht geht vom Volk aus. Wenn hier einer herrscht, dann ist es das Volk. Und Medien sind die vierte Gewalt. Sie kontrollieren die Regierenden durch ihren kritischen Journalismus.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Auf diese Weise spricht der Geist, der ohne den Hauch von Systemkritik immer wieder der akademischen Arbeit unserer Zeit seinen Stempel aufdr&uuml;ckt. Und dieser Geist durchzieht auch den Beitrag von P&ouml;rksen.<\/p><p>&bdquo;Macht und Einfluss&ldquo;, schreibt P&ouml;rksen in Bezug auf jene Medienkritiker, die Journalisten als Gatekeeper betrachten, &bdquo;werden hier in Gestalt von rostigen Kampagnentheorien aus einer vergangenen Medienepoche strikt vordigital gedacht, isoliert, personalisiert, orientiert an klar identifizierbaren Monopolen der Meinungsbildung.&ldquo;<br>\nDas ist eine bequeme Denke. So sieht Komplexit&auml;tsreduktion aus.<\/p><p>Richtig ist: In der vordigitalen Zeit hatten Medien eine klare Monopolstellung, was die massenhafte Verbreitung von Informationen an einen breiten Kreis an Rezipienten angeht. Heute, durch das Internet, wo bekanntlich jeder mit wenig Aufwand eine &lsquo;Ein-Mann-Zeitung&rsquo; aus dem Boden stampfen kann, ist dieses Meinungsmonopol aufgebrochen. Wer Informationen verbreiten m&ouml;chte, braucht nicht die gro&szlig;en Medien. Er kann sie selbst mit ein paar Mausklicks &ouml;ffentlich machen.<\/p><p>Und doch ist dies nur die halbe Wahrheit. Auch wenn heute die &bdquo;Gatekeeper&ldquo; bzw. die Torw&auml;chterfunktion von Journalisten ausgehebelt werden kann, hei&szlig;t das noch lange nicht, dass das Problem der wirkungsvollen Verbreitung von Informationen nicht mehr existent ist. Es besteht, und das unterschl&auml;gt P&ouml;rksen, ein gro&szlig;er Unterschied darin, ob eine der Wahrheit entsprechende, wichtige Information von politischer Tragweite auf irgendeinem kleinen Internetportal erscheint oder ob sie zur besten Sendezeit in den Hauptnachrichten der gro&szlig;en Fernsehsender dauerhaft gebracht wird.<\/p><p>Die brisanteste und wichtige Information kann die Macht, die in ihr liegt, in aller Regel nur dann richtig entfalten, wenn sie mit dem Siegel des &bdquo;Offiziellen&ldquo; versehen wird. Sie bedarf der Anerkennung durch, ja, sprechen wir es doch aus: die Herrschenden und die, die ihnen nahestehen.<\/p><p>Und an dieser Stelle f&auml;ngt die Erz&auml;hlung einer Medienwelt, in der Herrschaft, Macht und Journalismus partout nicht gemeinsam nebeneinander vorkommen sollen, an zu zerfallen. Auch wenn das Internet die Monopolstellung der traditionellen Medien aufgebrochen hat, so hei&szlig;t das nicht, dass die Macht der Medien v&ouml;llig gebrochen ist und die Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten der Wirklichkeitsproduktion au&szlig;er Kraft gesetzt sind.<\/p><p>Noch immer existiert das, was sich als die legitime, die rechtm&auml;&szlig;ige Bestimmung der Wirklichkeit bezeichnen l&auml;sst. Anders gesagt: Das, was &bdquo;Wahrheit&ldquo; und &bdquo;Wirklichkeit&ldquo; ist, wird auch in Zeiten des Internets noch immer h&auml;ufig genug von denjenigen festzementiert, die aufgrund der politischen und gesellschaftlichen Anerkennungsverh&auml;ltnisse &uuml;ber die Macht der &bdquo;rechtm&auml;&szlig;igen Wirklichkeitssetzung&ldquo; verf&uuml;gen &ndash; und zwar wohlgemerkt in voller Missachtung alternativer Wirklichkeitsauffassungen, wie sie beispielsweise oft von kleineren Medien vertreten werden.<\/p><p>Mit Einschr&auml;nkungen gilt: Nat&uuml;rlich sind es noch immer die Eliten der Gesellschaft, die mit aller ihnen zur Verf&uuml;gung stehenden Macht versuchen, die Wirklichkeit zu bestimmen. Allen voran Politiker. Und Journalisten. Und Vertreter aus dem akademischen Feld. Und, aufgepasst: Manchmal sitzen alle drei Gruppen sehr nahe zusammen &ndash; verd&auml;chtig nah. Aber dazu gleich mehr.<\/p><p>Oder ist das falsch? Verf&uuml;gt in unserer Gesellschaft der Blogger mit seinen 500 Stammlesern oder die Tagesschau &uuml;ber die gr&ouml;&szlig;ere Macht, festzulegen, was politische Wirklichkeit ist und was nicht? Orientieren sich Politik und beispielsweise die Mehrheit der Lehrer an den Schulen eher an der politischen Wahrheit eines einfachen, freien B&uuml;rgerjournalisten aus Altwarmb&uuml;chen, der auf seinem YouTube-Kanal &uuml;ber seine Sicht der politischen Wirklichkeit informiert, oder orientieren sie sich an den Titelbl&auml;ttern der gro&szlig;en Zeitungen und Magazine (insbesondere dann, wenn Redaktionen mal wieder &uuml;bergreifend einer Meinung sind)?<\/p><p>Es ist offensichtlich: Wenn eine Vielzahl von Alpha-Journalisten gemeinsam mit f&uuml;hrenden Vertretern aus dem politischen Feld der Ansicht ist, dass, um es vereinfacht auszudr&uuml;cken, der Euro &bdquo;gut&ldquo;, die Agenda 2010 &bdquo;im Prinzip richtig&ldquo; war und Russland ein &bdquo;Aggressor&ldquo; ist, dann richtet sich an diesen &lsquo;Wahrheiten&rsquo; die Politik aus. Und sie werden, weil &uuml;berall pr&auml;sent, zumindest von einem Teil der Bev&ouml;lkerung noch immer &uuml;bernommen.<\/p><p>Hier tritt das Interesse von Politikern an den Medien zur Durchsetzung ihrer Politik offen zu Tage. Auch im digitalen Zeitalter ist es offensichtlich, dass Politiker alles daransetzen werden, Macht durch und mit der Hilfe von Medien auszu&uuml;ben. Schlie&szlig;lich geht es immer auch darum, die Bev&ouml;lkerung hinter ihre Politik zu bringen &ndash; und dabei spielt nat&uuml;rlich die Berichterstattung der Medien eine gro&szlig;e Rolle.<\/p><p>Die Frage, die sich nun stellt, die P&ouml;rksen aber erst gar nicht aufgreift, ist: Wie entsteht der subtile Teil der Machtaus&uuml;bung in einer Demokratie unter Mitwirkung der Medien?<\/p><p>Zun&auml;chst ein Blickwinkel, der die Komplexit&auml;t der Verh&auml;ltnisse sichtbar macht:<br>\nDer Kommunikationswissenschaftler <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Medien-in-der-Filterblase-Das-ist-nicht-nur-eine-Gefahr-sondern-eine-Tatsache-3830955.html\">Siegfried Weischenberg<\/a> hat in seiner grundlegenden Studie (&bdquo;Die Souffleure der Mediengesellschaft: Report &uuml;ber die Journalisten in Deutschland&ldquo;) aus dem Jahr 2005 zur sozialen Herkunft von Journalisten nachgewiesen, dass diese haupts&auml;chlich aus der Mittelschicht stammen (nur 8,6 Prozent der Journalisten kommen aus einem Arbeiterhaushalt). Und die Sozialwissenschaftlerin Klarisa Lueg hat in ihrer Untersuchung festgestellt, dass 71 Prozent der Sch&uuml;ler an Journalistenschulen ein Elternteil haben, das studiert hat.<\/p><p>Frage: Ist es m&ouml;glich, dass die klassen- und schichtspezifische Sozialisation, die Journalisten aufweisen, sich mit einer grunds&auml;tzlichen Systemkritik sehr schwer tut? Ist es vielleicht so, dass ihre Herkunft (aus relativ &ouml;konomisch stabilen Verh&auml;ltnissen, Bildungsgewinner usw.) zumindest in der Tendenz dazu f&uuml;hrt, dass im journalistischen Feld eine Atmosph&auml;re vorherrscht, die alles andere als dazu geeignet ist, das Handeln und die Interessen der M&auml;chtigen grunds&auml;tzlicher zu hinterfragen, als es der Fall ist? Ist es vielleicht sogar so, dass viele Journalisten &uuml;ber eine Wahrnehmung der politischen und gesellschaftlichen Wirklichkeit verf&uuml;gen, die in einem hohen Ma&szlig;e mit den Wirklichkeitsauffassungen, wie sie bei den Akteuren aus dem politischen Feld anzutreffen sind, kompatibel ist?<\/p><p>Wenn dem so ist &ndash; und vieles, ja sehr vieles spricht daf&uuml;r &ndash; dann ist auf einmal klar, woher die &bdquo;Parteilichkeit&ldquo; kommt, die so viele Mediennutzer glauben aufseiten der Journalisten zu erkennen. Im journalistischen Feld findet sich ein Dispositiv, eine, vereinfacht ausgedr&uuml;ckt, &bdquo;Voreinstellung&ldquo;, die daf&uuml;r sorgt, dass mit den Entscheidungen der politischen Eliten tendenziell eher sympathisiert als opponiert wird.<\/p><p>Was diese Feststellung f&uuml;r den Zusammenhang von Herrschaft, Macht und Medienberichterstattung bedeutet, l&auml;sst sich leicht erschlie&szlig;en: Herrschaft und Macht, die auch in einer Demokratie au&szlig;erhalb der sch&ouml;ngezeichneten Realit&auml;t von der &lsquo;Herrschaft des Volkes&rsquo; vorkommen, werden als solche oft nur noch auf eine unterkomplexe Weise wahrgenommen. Politische Macht hat so die M&ouml;glichkeit, sich ganz ohne eigenes Zutun, sozusagen auf &lsquo;nat&uuml;rliche&rsquo; Weise, innerhalb der Medien zu entfalten. Vereinfacht ausgedr&uuml;ckt: Politik muss Journalisten nicht &uuml;berzeugen. Sie sind bereits &uuml;berzeugt.<\/p><p>Und an dieser Stelle wird es interessant: Eine &bdquo;systemische Korruption&ldquo; schimmert durch, die weit &uuml;ber die Vorw&uuml;rfe der individuellen Korruption, die so mancher Medienkritiker Journalisten (oft f&auml;lschlicherweise) immer wieder unterstellt, hinausgeht. In einem journalistischen Feld, in dem Journalisten aus freien St&uuml;cken und aus voller &Uuml;berzeugung heraus herrschafts- und systemkritische Fragen nicht mehr stellen, entstehen schwere Wucherungen in der Demokratie (die gerade immer deutlicher zum Vorschein kommen). Jedenfalls: Die vielen angeblichen Interventionen aus Berlin in den Redaktionen der Leitmedien, um direkt &bdquo;von oben&ldquo; politisch zu intervenieren und die Medienkritiker immer wieder unterstellen, sind unter den gegebenen Bedingungen in den Medien im Grunde genommen &uuml;berhaupt nicht notwendig &ndash; was aber nicht hei&szlig;t, dass es keine Versuche gibt, Berichterstattung vonseiten der Politik zu lenken. Stichwort: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/vertrauliche-gespraeche-geheimdienst-zu-auskunft.2907.de.html?dram:article_id=400552\">Hintergrundgespr&auml;che<\/a>.<\/p><p>So betrachtet wird auf einmal klar, was es mit dem &bdquo;gro&szlig;en Verdacht&ldquo;, von dem Medienkritiker sprechen, auf sich hat: Die Vorstellung, dass Journalisten mit den M&auml;chtigen unter einer Decke stecken, ist beileibe nicht so abwegig, wie so mancher Medienwissenschaftler es sich offensichtlich vorstellt. Nur ist die oftmals herrschaftsunkritische Berichterstattung, die Medienkritiker immer wieder anprangern, eben nicht das Resultat einer Medienverschw&ouml;rung. Sie ist vor allem das Produkt einer sozialen Verbundenheit zu den politischen Eliten. Machtaus&uuml;bung, also in dem Sinne, dass die Wirklichkeitsvorstellungen aus dem politischen Feld in den Medien auf eine &uuml;beraus wohlwollende Weise pr&auml;sent sind, um zu einem Verst&auml;ndnis der Bev&ouml;lkerung f&uuml;r die entsprechende Politik zu f&uuml;hren, bedarf unter den gegebenen Umst&auml;nden oftmals nicht der harten Form des Einflusses von oben.<\/p><p>Doch die Zusammenh&auml;nge von Herrschaft, Macht und Journalismus werden auch auf weniger abstrakten Ebenen, wie der hier aufgezeigten, sichtbar. Seitdem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31990\">Uwe Kr&uuml;ger<\/a> seine <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17471\">Doktorarbeit zu dem Einfluss von Eliten auf Alpha-Journalisten ver&ouml;ffentlicht hat<\/a>, ist viel die Rede von transatlantischen Netzwerken und bekannten Journalisten, die darin eingebunden sind. W&auml;re es nicht, wenn man sich als Wissenschaftler mit der Medienkritik dieser Tage auseinandersetzt, angebracht, auf die Verbindungen von Journalisten zu Eliten und <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Machteliten-Sie-wollen-doch-nur-das-Beste-fuer-den-Planeten-3380019.html\">Machteliten<\/a> einzugehen?<\/p><p>Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass P&ouml;rksen gerade in DER ZEIT bzw. auf Zeit Online seine &lsquo;Kritik an der Medienkritik&rsquo; ver&ouml;ffentlicht hat. Erinnern wir uns: &Uuml;ber viele Jahre haben f&uuml;hrende Redakteure der ZEIT an einem hochgradig machtelit&auml;ren Treffen hinter verschlossenen T&uuml;ren teilgenommen, ohne &uuml;ber diese Zusammenkunft der Weltenlenker zu berichten. Die Rede ist von der <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Bilderberg-Konferenz-Das-ist-eine-absolut-vordemokratische-Veranstaltung-3224775.html\">Bilderberg-Konferenz<\/a>, jenes seit 1954 j&auml;hrlich stattfindende Treffen, bei dem sich die M&auml;chtigen dieser Welt f&uuml;r drei bis vier Tage ein komplettes Hotel mieten und unter Ausschluss der &Ouml;ffentlichkeit &uuml;ber die gro&szlig;en Themen dieser Welt reden.<\/p><p>Was genau wird gesagt, wenn sich der Chef der NSA, der Chef von Google, der Vorstandsvorsitzende von Airbus, die Verleger gro&szlig;er Medien, hochreputierte Wissenschaftler, Mitglieder des Adels, Politiker aus den westlichen L&auml;ndern (Deutschland inbegriffen) und Alpha-Journalisten zusammenkommen? Die Zeit h&auml;tte die M&ouml;glichkeit gehabt, dem journalistischen Auftrag nachzukommen und &Ouml;ffentlichkeit herzustellen. Oder findet man allen Ernstes nichts Berichtenswertes daran, wenn 120-140 der f&uuml;hrenden Pers&ouml;nlichkeiten aus zentralen gesellschaftlichen Teilbereichen unserer Gesellschaft im Geheimen konferieren?<\/p><p>Doch es kommt noch schlimmer. Nicht nur, dass f&uuml;hrende Journalisten an diesem &bdquo;diskreten Treffen&ldquo; teilgenommen und nicht berichtet haben. Redakteure der ZEIT waren sogar im Lenkungsausschuss der Gruppe vertreten. Und das hei&szlig;t: Die Mitglieder des Lenkungsausschusses setzen nicht nur die Themen, sie <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/die-verschwoerungstheorie-ueber-die-bilderberg-konferenzen-a-862961.html\">schlagen auch noch, wie Spiegel Online nach Jahren der Nichtberichterstattung schrieb, auch die Teilnehmer der Konferenzen vor<\/a>. Und das sagte auch 2012 auf eine Nachfrage des Online-Magazins <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Ist-es-nicht-eine-echte-Sauerei-dass-in-einer-Demokratie-Interessen-verfolgt-werden-3394493.html\">Telepolis<\/a> der Gr&uuml;nen-Politiker J&uuml;rgen Trittin: &bdquo;Eingeladen wurde ich durch den Internationalen Korrespondenten der Wochenzeitung &ldquo;Die Zeit&rdquo;, Matthias Nass.&ldquo;<\/p><p>Klar ist: Wenn Journalisten selbst zu Playern werden und Politiker handverlesen einladen, um an einem der exklusivsten Treffen dieser Welt teilzunehmen, dann muss man von einer schweren journalistischen Grenz&uuml;berschreitung sprechen. Aber: Von all dem schreibt P&ouml;rksen, der unter anderem zum &bdquo;Medienwandel im digitalen Zeitalter&ldquo; forscht, kein Wort in seinem Essay. Stattdessen hei&szlig;t es im Hinblick auf die aktuelle Medienkritik:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es w&auml;re falsch, all diese Vorw&uuml;rfe einfach nur pauschal zur&uuml;ckzuweisen. &Uuml;ber das Programm und die Marktmacht der &Ouml;ffentlich-Rechtlichen muss debattiert und gestritten werden genauso wie &uuml;ber Fehler und Fehlleistungen einzelner Zeitungen oder Netzportale.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Was soll man von diesen Zeilen halten? Kritik im Schonwaschgang? So sieht Beschwichtigung aus.<\/p><p>Ja, <em>alle<\/em> Vorw&uuml;rfe sollte man nicht &bdquo;pauschal zur&uuml;ckweisen&ldquo;. Und ja: Es muss &bdquo;debattiert und gestritten werden&ldquo;.<\/p><p>Ein kleines Gedankenexperiment an dieser Stelle. Man stelle sich vor, P&ouml;rksen h&auml;tte geschrieben: Alle Vorw&uuml;rfe m&uuml;ssen pauschal zur&uuml;ckgewiesen werden. Und: &Uuml;ber das Programm und die Marktmacht der &Ouml;ffentlich-Rechtlichen muss nicht debattiert und gestritten werden, genauso <em>nicht<\/em> wie &uuml;ber Fehler und Fehlleistungen einzelner Zeitungen oder Netzportale <em>geredet werden sollte<\/em>.<\/p><p>So betrachtet wird schnell deutlich, wie inhaltsleer P&ouml;rksens Aussagen an dieser Stelle sind.<br>\nEs muss diskutiert werde.<br>\nEs muss debattiert werden.<br>\nVorw&uuml;rfe darf man nicht pauschal zur&uuml;ckweisen.<\/p><p>Erweitern k&ouml;nnte man die Reihe mit den Anmerkungen:<br>\nDer Hunger in der Welt muss bek&auml;mpft werden.<br>\n&Uuml;ber die Kriege dieser Welt muss diskutiert werden.<\/p><p>All das ist richtig. Aber: Die Aussagen, die P&ouml;rksen anf&uuml;hrt, haben letztlich den Charakter von<br>\nLeerformeln. Sie erinnern an Politiker-Sprech. Anstatt dass P&ouml;rksen anspricht, dass man diskutieren und debattieren m&uuml;sse, h&auml;tte er nat&uuml;rlich auch selbst &uuml;ber die angesprochenen Themen debattieren, diskutieren und auf die angesprochenen Fehler und Fehlleistungen eingehen k&ouml;nnen. Dazu w&auml;re es allerdings n&ouml;tig gewesen, mit Fakten und Argumenten zu arbeiten.<\/p><p>Und hier wird der Grund deutlich, warum sich die Debatte, wie eingangs dieses Artikels erw&auml;hnt, wie ein Tanzb&auml;r auf der Stelle dreht: Diejenigen, gegen die sich die Medienkritik richtet, aber auch die, die die Medien verteidigen, lassen sich nur selten auf eine Diskussion nach den Prinzipien von Argument und Gegenargument ein. Mit reichlich Meinung ersetzen sie Argumente, mit Leerformeln sabotieren sie die konstruktive Diskussion.<\/p><p>Dass sich nun diese Entwicklung auch in dem Beitrag von P&ouml;rksen fortsetzt, muss man ihm vorwerfen. Auch wenn, das darf man so sehen, seine Ausf&uuml;hrungen auf ihrer &sbquo;inhaltlichen Ebene&rsquo; von einer ziemlichen Naivit&auml;t gepr&auml;gt sind, sollte man nicht dem Verdacht erliegen, P&ouml;rksen verf&uuml;ge nicht &uuml;ber die M&ouml;glichkeiten, die Schieflagen im Mediensystem mit einem kritischen Auge zu betrachten. Als Professor der Medienwissenschaft d&uuml;rfte er kritische Medientheorien und andere kritische sozialwissenschaftliche Auseinandersetzungen mit den Medien aus dem Stand vor und zur&uuml;ck deklinieren k&ouml;nnen (zumindest darf man das erwarten). Anders gesagt: P&ouml;rksen verf&uuml;gt zweifelsfrei &uuml;ber das Handwerkszeug, der Mediendebatte einen kritischen Stempel aufzudr&uuml;cken.<\/p><p>Stattdessen versucht er aber in dem Beitrag Medienkritiker unter einem Begriff, der die Subtilit&auml;t einer Kettens&auml;ge besitzt, zusammenzupferchen und ihre Kritik abzuwerten. Da redet P&ouml;rksen von einem L&uuml;genpresse-light-Milieu, das gepr&auml;gt sei von einem gemeinsamen &bdquo;Unbehagen am etablierten Journalismus&ldquo;. Die Akteure in diesem Milieu lehnten zwar den Begriff &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo;, den P&ouml;rksen als &bdquo;Erkennungsvokabel aggressiver Medienverdrossenheit&ldquo; bezeichnet, &bdquo;als &uuml;berzogene Attacke ab&ldquo;, flirteten &bdquo;jedoch andererseits nach Kr&auml;ften mit dem gro&szlig;en Verdacht&ldquo;, wonach Medien zwar nicht direkt l&uuml;gen, aber &bdquo;doch die Wahrheit systematisch&ldquo; beugen.<\/p><p>So schnell kann es gehen. Da werden also pl&ouml;tzlich gem&auml;&szlig;igte Medienkritiker, die den Begriff L&uuml;genpresse ablehnen, doch noch zu L&uuml;genpresse-Rufern &ndash; wenn auch nur in der &bdquo;Light-Version&ldquo;.<\/p><p>Klar ist: Der Ausdruck &bdquo;L&uuml;genpresse-light-Milieu&ldquo; dient der sprachlichen Stigmatisierung der Medienkritiker. Sie werden durch den Begriff direkt auf die Seite derjenigen ger&uuml;ckt, die auf den Stra&szlig;en L&uuml;genpresse skandieren. Die Formulierung &bdquo;Light-Milieu&ldquo; soll nicht ernsthaft, wie sie vorgibt, den Ausdruck abschw&auml;chen. Das w&auml;re genauso, als w&uuml;rde man eine Person als Nazi oder als Nazi light bezeichnen. Nazi bleibt Nazi. Ob light oder nicht light. Das Bild eines L&uuml;genpresse-Rufers bleibt haften.<\/p><p>Und gewiss, das ist auch der Zweck dieser Formulierung: Hinter ihr steckt die Absicht, das Feld der legitimen Diskussion abzustecken, frei nach dem Motto: Was und wie kritisiert werden darf, bestimme ich. Und wer sich nicht daran h&auml;lt, wird rasch als Teil eines &bdquo;L&uuml;genpresse-light-Milieus&ldquo; abqualifiziert. Verr&auml;terisch auch folgende Aussage von P&ouml;rksen:  <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Gelegentlich, aber dies ist selten, st&ouml;&szlig;t man im L&uuml;genpresse-light-Milieu auch auf die offen pr&auml;sentierte Verschw&ouml;rungstheorie.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Da ist er also wieder, der Kampfbegriff Verschw&ouml;rungstheorie, den P&ouml;rksen gerne <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-131147816.html\">einwirft<\/a>. Man h&ouml;rt aus den Zeilen f&ouml;rmlich das Entsetzen oder, um einen der Lieblingsbegriffe von P&ouml;rksen zu gebrauchen, die Emp&ouml;rung, dass es Akteure gibt, die es doch tats&auml;chlich wagen, Verschw&ouml;rungstheorien &bdquo;offen&ldquo; zu &bdquo;pr&auml;sentieren&ldquo;.<\/p><p>Frage: Was soll an einer offen pr&auml;sentierten Verschw&ouml;rungstheorie ein Problem sein? Richtig: Ein Problem sind offen pr&auml;sentierte Verschw&ouml;rungstheorien offensichtlich f&uuml;r diejenigen, die nicht bereit sind, die Komplexit&auml;t der Wirklichkeit zu erfassen. Verschw&ouml;rungstheorien k&ouml;nnen selbstverst&auml;ndlich v&ouml;llig legitime Erkl&auml;rungsmuster f&uuml;r Ereignisse sein, die man auch genauso selbstverst&auml;ndlich offen pr&auml;sentieren darf. Denn: Die Tatsache, dass reale Verschw&ouml;rungen stattgefunden haben, vermutlich gerade stattfinden und genauso auch aller Voraussicht nach zuk&uuml;nftig stattfinden werden, f&uuml;hrt selbstverst&auml;ndlich auch dazu, dass &Uuml;berlegungen in Richtung einer Verschw&ouml;rung v&ouml;llig legitim sind.<\/p><p>Das Problem: Verschw&ouml;rungstheorien leuchten oft auch in jene vor der &Ouml;ffentlichkeit verborgenen Dunkelstellen, die Herrschaft und Macht (man denke an den Tiefen Staat, als Stichworte z.B.: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=29105\">Gladio<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=yXavNe81XdQ\">Stay behind<\/a>) zu verdecken versuchen. Und genau das st&ouml;&szlig;t jene Vertreter einer politischen Wirklichkeit, die sich weigern, die schmutzigen Instrumente staatlicher Machtaus&uuml;bung, die selbstverst&auml;ndlich auch in Demokratien vorhanden sind, auch nur ansatzweise in ihre Analysen mit einzubeziehen, mehr als unangenehm auf.<\/p><p>Mit dieser Bemerkung sind wir am Kern des Problems angelangt. Die Auseinandersetzung zwischen Medien und ihren Kritikern ist im Wesentlichen ein Kampf um unterschiedliche Wahrnehmungen, Vorstellungen und Interpretationen der Wirklichkeit. In diesem Kampf geht es sehr stark um fundamentale &Uuml;berzeugungen und Weltbilder. Im Grunde genommen ist diese Auseinandersetzung uralt und eine Konstante in der Geschichte. Orthodoxe (rechtgl&auml;ubige, herk&ouml;mmliche) und heterodoxe (abweichende) Wirklichkeitsvorstellungen prallen aufeinander, da sie nicht miteinander vereinbar sind. Entweder dreht sich die Sonne um die Erde oder die Erde um die Sonne. Beides geht nicht.<\/p><p>Zumindest ein gewisser Teil der Medien und ihrer Journalisten samt ihren Vorzeigeakademikern handeln, als m&uuml;ssten sie die Rolle der Lordsiegelbewahrer &uuml;bernehmen. Sie erkl&auml;ren ihre Kritik an den Kritikern ihrer Arbeit als einen moralischen Akt im Kampf zur Verteidigung von Staat, Demokratie und Liberalismus. Eine geradezu Orwellsche Verdrehung der Realit&auml;t kommt zum Vorschein. Sie, also diejenigen, die &uuml;ber viele Jahre schwere und schwerste politische und systemische Schieflagen unter Trommelwirbel mitgetragen und, das ist die bittere Wahrheit: durch ihre Kritiklosigkeit und ihren verkl&auml;rten Blick auf die Wirklichkeit, erst erm&ouml;glicht haben, schlie&szlig;en nun die Reihen, wenn einer sagt: Der Kaiser ist nackt.<\/p><p>Sie, die w&auml;hrend und nach der Wiedervereinigung die Illusion von den rasch bl&uuml;henden Landschaften im Osten des Landes mit gro&szlig;em Einsatz wider der Realit&auml;t mitgezeichnet haben und dabei viele Menschen und B&uuml;rger in den neuen Bundesl&auml;nder bitter get&auml;uscht haben, sind es nun, die zum Raunen ansetzen und nicht verstehen, das gut informierte Mediennutzer ihre Berichterstattung als unzul&auml;nglich abtun.<\/p><p>Sie, die, w&auml;hrend ein paar wackere Professoren vors Bundesverfassungsgericht gezogen sind und vor den gro&szlig;en Gefahren des Euros warnten, gemeinsam mit Politikern zu Jubelarien angesetzt haben, k&ouml;nnen nun nicht genug betonen, wie qualitativ hochwertig ihre Berichterstattung war und ist.<\/p><p>Sie, die durch ihre unkritische Berichterstattung zu Zeiten des Kosovo-Krieges den Weg f&uuml;r Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr mitge&ouml;ffnet haben und auch heute nicht laut genug einer interventionistischen Au&szlig;enpolitik das Wort reden k&ouml;nnen, erwarten das Vertrauen einer Bev&ouml;lkerung, die Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr mehrheitlich kritisch gegen&uuml;bersteht.<\/p><p>Sie, die regelm&auml;&szlig;ig bei Terroranschl&auml;gen in der Bundesrepublik an den Lippen der Beh&ouml;rden h&auml;ngen und eine Berichterstattung zum Besten geben, die den Namen nicht verdient (man denke nur an das Oktoberfestattentat, den Fall <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39496\">Buback<\/a> oder die Ignoranz in Sachen NSU), erwarten, dass Mediennutzer sie f&uuml;r kritische Journalisten halten.<\/p><p>Sie, die nicht erst seit der Ukraine-Krise einen Journalismus in Sachen Russland abliefern, der von journalistischen Verst&ouml;&szlig;en (man denke nur an die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Stoppt-Putin-jetzt-Cover-war-nur-halbschlimm-2389838.html\">Missbilligung<\/a>, die der Presserat im Zusammenhang mit dem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23000\">Spiegel-Titelblatt Stoppt Putin jetzt<\/a> ausgesprochen hat), Einseitigkeiten, Hetze und auch von den viel gescholtenen Verschw&ouml;rungstheorien gepr&auml;gt ist (Stichwort: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Is-Donald-Trump-a-Manchurian-Candidate-3654424.html\">Renaissance der politischen Paranoia<\/a>), echauffieren sich &uuml;ber alternative Medien, die ihnen ihre Fehler vorhalten.<\/p><p>Diese Aufz&auml;hlung, die sich lange fortsetzen lie&szlig;e, verdeutlicht: In zu vielen F&auml;llen haben Medien &ndash; auch wenn sie sich in der Rolle w&auml;hnen &ndash; nicht Demokratie und Staat verteidigt, sondern den Willen einer Politik, die weit davon entfernt ist, das Wohl aller Menschen im Land als oberste Priorit&auml;t zu betrachten. Handlungsleitend f&uuml;r ihren Journalismus und ihre Analysen zu den Krisen unserer Zeit ist ein fest ausgepr&auml;gter und tiefsitzender Hang, Herrschaftsverh&auml;ltnisse anzuerkennen und sch&ouml;nzumalen.<\/p><p>Viele Gralsh&uuml;ter der Demokratie haben die naive Erz&auml;hlung von einem <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Machteliten-Von-der-grossen-Illusion-des-pluralistischen-Liberalismus-3265780.html\">pluralistischen Liberalismus<\/a> fest verinnerlicht, wonach die Macht in einer Gesellschaft zumindest ansatzweise gleich auf alle Menschen verteilt ist, und sind blind gegen&uuml;ber den komplexen Machtmechanismen im Windschatten demokratischer Strukturen. W&auml;hrend sie ihr naives Demokratieverst&auml;ndnis zum Besten geben und die Weichenstellungen der M&auml;chtigen unaufh&ouml;rlich beklatschen, werden die Demokratien von schweren Ersch&uuml;tterungen getroffen.<\/p><p>Ob Trump, Brexit, AfD, &hellip; : W&auml;hrend diejenigen, die den Verlust ihres Deutungsmonopols bejammern und in ihren Analysen versuchen, die Illusion weiter aufzublasen, ist die Realit&auml;t l&auml;ngst mit einer Dampfwalze unterwegs. W&auml;hrend also dringend &uuml;ber das Versagen eines gesellschaftskritischen Journalismus diskutiert werden m&uuml;sste, setzt P&ouml;rksen in seinem Essay die Akzente etwas anders. Er sieht den Schwarzen Peter bei &bdquo;der Gesellschaft&ldquo; (was auch immer er damit meint) und beklagt sich dar&uuml;ber, wie wenig Gedanken sich die B&uuml;rger dar&uuml;ber machten, wie finanziell angeschlagenen Medien zu helfen w&auml;re.<\/p><p>Aber man sollte sich den gesamten Schlussabschnitt des Textes von P&ouml;rksen ansehen. In ihm konzentriert sich die verzerrte Betrachtung deutlich. Der Medienwissenschaftler schreibt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Zum anderen blockieren die L&uuml;genpresse-light-Vorw&uuml;rfe eine Debatte, die tats&auml;chlich, auch unabh&auml;ngig von der aktuellen Diskussion um die Zukunft von ARD und ZDF, n&ouml;tig ist. Sie handelt von der Frage, welchen Wert guter Journalismus f&uuml;r die Gesellschaft hat und wie er sich in Zeiten, in denen die Einnahmen wegbrechen, die Anzeigen in Richtung der Digital-Giganten abwandern und manche Zeitung um ihre Existenz k&auml;mpft, finanzieren l&auml;sst.<\/p>\n<p>Auf diese Frage hat die Gesellschaft keine Antwort, ja, sie sucht sie nicht einmal; dies eben auch deshalb, weil sie sich zunehmend von dem Pseudoproblem faszinieren l&auml;sst, dass uns angeblich &uuml;berm&auml;chtige Medienmacher die falsche Weltsicht antrainieren und der breiten Masse die Richtung vorgeben. Kurzum: Die gegenw&auml;rtig kursierenden Theorien der Entm&uuml;ndigung und der Manipulation, Chiffren eines antiliberalen Denkens und einer heimlichen Sehnsucht nach der Revolte, helfen niemand. Und sie ruinieren das Vertrauensklima, das guter Journalismus br&auml;uchte, gerade jetzt und gerade heute.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>So sieht es aus, wenn versucht wird, die Realit&auml;t aus dem Wege zu r&auml;umen.<\/p><p>Es ist nicht etwa so, dass Medien &uuml;ber einen sehr langen Zeitraum, zu oft dann, wenn es darauf angekommen ist, einen Journalismus abgeliefert haben, der seine eigenen hochgesteckten Anspr&uuml;che verraten hat. In der Sinnwelt des Zeit-Artikels ist es nicht etwa so, dass sich zun&auml;chst einmal dezidiert mit den schweren Vorw&uuml;rfen der Medienkritiker auseinandergesetzt werden m&uuml;sste. Vielmehr soll gerade dieser notwendige Schritt &uuml;bergangen werden, um zur &bdquo;finanziellen Frage&ldquo; &uuml;berzugehen. Das w&auml;re in etwa so, als w&uuml;rde man einem Autofahrer, der mit 100 Km\/h durch eine Ortschaft gerast und einen Unfall verursacht hat, durchgehen lassen, nicht &uuml;ber seine &lsquo;Grenz&uuml;berschreitung&rsquo; zu reden, sondern &uuml;ber den mangelhaften Ausbau der Stra&szlig;e, die es nicht erm&ouml;glicht, die Kurve mit 100 Sachen zu durchfahren.<\/p><p>Ankn&uuml;pfend an diese Realit&auml;tsverdrehung findet sich dann auch noch eine z&uuml;nftige Portion Abgehobenheit in den angef&uuml;hrten Zeilen. Die Gesellschaft, so findet P&ouml;rksen, sei einem Scheinproblem verfallen, das die Medienkritiker herbeigeredet haben.<\/p><p>Da tritt sie also nun offen zu Tage: die Haltung der &Uuml;berlegenheit. &bdquo;Die Gesellschaft&ldquo;, das hei&szlig;t, Menschen aller Klassen, Schichten, Bildungshintergr&uuml;nde usw., l&auml;sst sich kollektiv t&auml;uschen. Der Mechaniker von der Werkstatt um die Ecke, die Frau vom Kiosk genauso wie der Abiturient, der Buchh&auml;ndler, der Student oder der Arzt und Rechtsanwalt liegen falsch mit dem Verdacht, dass Medien Weltsichten verbreiten (und sogar noch die falschen). All diese Menschen liegen falsch, wenn sie glauben, dass Medien &uuml;ber eine eigene Macht verf&uuml;gen und in der Lage sind, zu <a href=\"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=990\">manipulieren<\/a>. Wie gut, dass noch die erhabene Stimme der reinen Intelligenz aus dem akademischen Feld existiert, die &lsquo;der Gesellschaft&rsquo; erkl&auml;ren kann, was richtig und falsch ist. Sie versteht, dass die Hinterfragung von Herrschaft, Macht und Medien Bestandteil eines antiliberalen Denkens ist.<\/p><p>Es ist Zeit zum gef&auml;hrlichen Raunen, Pardon: zum gro&szlig;en Staunen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right;margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171124_poerksen.jpg\" alt=\"Bernhard P&ouml;rksen\" title=\"Bernhard P&ouml;rksen\"\/><\/div>\n<p>Vor Kurzem hat sich der Medienwissenschaftler Bernhard P&ouml;rksen in einem Artikel auf Zeit Online unter der &Uuml;berschrift &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2017-10\/medienkritik-ideologie-journalismus-gesellschaft\/komplettansicht\">Das gef&auml;hrliche Raunen<\/a>&ldquo; &uuml;ber die Medienkritik dieser Tage beschwert. Der Tenor seines Beitrags lautet: bitte keine pauschale Systemkritik. Schnell wird deutlich: In der Sinnwelt des<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41238\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,126,129,182,183,11],"tags":[313,431,374,2175,854,575,2219,954,1191,259,408,827,682,244,457],"class_list":["post-41238","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-lobbyorganisationen-und-interessengebundene-wissenschaft","category-medienkonzentration-vermachtung-der-medien","category-medienkritik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-oerr","tag-bilderberger","tag-eliten","tag-interventionspolitik","tag-mittelschicht","tag-ostdeutschland","tag-poerksen-bernhard","tag-politische-blogs","tag-populismus","tag-russland","tag-soziale-herkunft","tag-stigmatisierung","tag-verschwoerungstheorie","tag-vierte-gewalt","tag-zeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41238","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41238"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41238\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52069,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41238\/revisions\/52069"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41238"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41238"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41238"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}