{"id":4132,"date":"2009-08-17T09:28:48","date_gmt":"2009-08-17T07:28:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4132"},"modified":"2009-08-18T09:24:54","modified_gmt":"2009-08-18T07:24:54","slug":"hinweise-des-tages-955","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4132","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4132#h01\">Sebastian Dullien. Gef&auml;hrliche Angst vor der Inflation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h02\">Eekhoff: Deutschland trotz Erholung nach wie vor am Tiefpunkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h03\">Guttenberg will Mindestlohn kippen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h04\">Karl-Theodor zu Guttenberg, der Lobby-Baron des TSI-Kartells der Pleitebanken <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h05\">Jean-Paul Fitoussi, &bdquo;Profite und Verluste, die Bonus-Aff&auml;re&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h06\">HRE-Skandal: Die Verschleier-Aff&auml;re<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h07\">UBS gibt Konten von 5000 Steuerfl&uuml;chtlingen preis <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h08\">Insolvenzverwalter h&auml;lt Arcandor f&uuml;r ausgepl&uuml;ndert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h09\">Missbrauch Kurzarbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h10\">Auto-Experte: 2010 eine Million Autos weniger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h11\">Der gef&auml;hrliche Himmel &uuml;ber Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h12\">FDP und die &Auml;rzte &ndash; Wahlkampf im Wartezimmer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h13\">Behindert nach Aktenlage &ndash; Wie Langzeitarbeitslose aus der Statistik verschwinden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h14\">Post will bis 2011 alle eigenen Filialen schlie&szlig;en<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h15\">Das Ende der Post?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h16\">Atomkraftwerk trotz Bedenken aktiviert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h17\">Albtraum Atomkraft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h18\">Oskar Lafontaine: &bdquo;Die SPD ist keine Volkspartei mehr&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h19\">Wer &uuml;ber 50 ist, wird rausgemobbt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h20\">SP reicht Strafanzeige gegen Ospel und Kurer ein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h22\">Ex-SWR-Intendant Vo&szlig; wird Pr&auml;sident von PR-Hochschule<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h23\">Wahlen in Afghanistan: Die Methode Karsai<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h24\">Zu guter Letzt: Herr Oettinger, darf ich Sie kurz was fragen&hellip;?<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4132&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Sebastian Dullien. Gef&auml;hrliche Angst vor der Inflation<\/strong><br>\nW&auml;hrend die Preise in Deutschland zuletzt leicht fielen, ist eine Debatte um vermeintliche Inflationsgefahren entbrannt. Am konkretesten wurde dabei HWWI-Pr&auml;sident Thomas Straubhaar. Die gro&szlig;e Ausdehnung von Geldmenge und Notenbankkrediten der vergangenen Monate werde zu einer &bdquo;starken Inflation&ldquo; f&uuml;hren, wenn nichts getan werde. Aber &bdquo;selbst wenn rechtzeitig gegengesteuert wird&ldquo;, m&uuml;sse man &bdquo;nach dem Jahr 2010 Inflationsraten von &uuml;ber 5 Prozent&ldquo; erwarten. Auch Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck und DIW-Pr&auml;sident Klaus Zimmermann warnten vor einem Aufflammen der Inflation. Bei n&auml;herer Betrachtung jedoch sind alle derzeit angef&uuml;hrten Argumente f&uuml;r eine starke Inflation wenig stichhaltig. F&uuml;r die n&auml;chsten Jahre scheint immer noch eine deflation&auml;re Entwicklung das gr&ouml;&szlig;ere Risiko zu sein als eine kr&auml;ftige Inflation.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=2089&amp;blogId=10\">FTD-Blog Wirtschaftswunder<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Eekhoff: Deutschland trotz Erholung nach wie vor am Tiefpunkt<\/strong><br>\nDer K&ouml;lner &Ouml;konom Eekhoff sieht es zwar als &bdquo;sehr erfreulich&ldquo; an, dass der konjunkturelle Absturz in Deutschland vorerst beendet wurde, betont aber, die leichte Erholung der Wirtschaftsdaten bedeute trotzdem, dass sich Deutschland &ldquo;nach wie vor am Tiefpunkt&rdquo; befinde.\n<p>Positiver Effekt des Minimalaufschwungs sei vor allem, dass die Zeit der &uuml;berhasteten Ma&szlig;nahmen nun vorbei sei und Ruhe einkehren k&ouml;nne. Den Erfolg der Konjunkturpakete sch&auml;tzte Eekhoff immer noch als vernachl&auml;ssigbar ein. Zur weiteren Erholung der Binnenkonjunktur empfiehlt der Experte an erster Stelle &Auml;nderungen im Steuerrecht und die<br>\nAbschaffung des K&uuml;ndigungsschutzes, da sich nur so die durch die Verschuldung der letzten Monate angeh&auml;uften Probleme l&ouml;sen lie&szlig;en.<\/p>\n<p>Positiv f&uuml;r die Exportnation Deutschland sei allerdings die Entwicklung des Weltmarktes, so Eekhoff, der betonte, wirtschaftsstarke Nationen wie China habe es doch nicht so schlimm getroffen wie erwartet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/insm\/-ABLAGE-\/Services\/Reformnachrichten\/Eekhoff--Deutschland-trotz-Erholung-nach-wie-vor-am-Tiefpunkt.html\">INSM<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung J.A.:<\/strong> &ldquo;Zur weiteren Erholung der Binnenkonjunktur empfiehlt der Experte an erster Stelle &Auml;nderungen im Steuerrecht und die Abschaffung des K&uuml;ndigungsschutzes, da sich nur so die durch die Verschuldung der letzten Monate angeh&auml;uften Probleme l&ouml;sen lie&szlig;en.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p>Wie soll sich die Binnenkonjunktur verbessern, wenn durch die Abschaffung des K&uuml;ndigungsschutzes die L&ouml;hne noch weiter gesenkt werden?<\/p>\n<p>Wie lassen sich dadurch die &ldquo;durch die Verschuldung angeh&auml;uften Probleme (welche???) l&ouml;sen&rdquo;? Wie k&ouml;nnen &ldquo;&Auml;nderungen im Steuerrecht&rdquo; &ndash; sprich, bei Eekhoff: Senkung der Einkommensteuer, Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer &ndash; die Verschuldungssituation verbessern???<\/p>\n<p>Haneb&uuml;chener Wahnsinn, aber Hauptsache, ein (allseits als einer der unbelehrbarsten Neoliberalen bekannter) Professor hat sich im INSM-Sinne ge&auml;u&szlig;ert.<\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung M.B.:<\/strong> Der Ex-Staatssekret&auml;r Eekhoff ist nicht nur bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft aktiv, sondern auch beim Kronberger Kreis der Stiftung Marktwirtschaft (Vorstand: Bernd Raffelh&uuml;schen), und er ist Policy Fellow beim Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA), wo sich auffallend viele einschl&auml;gige Politiker, Journalisten und Aktivisten der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft tummeln.<\/em><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.stiftung-marktwirtschaft.de\/main.html\/JTI2bmF2aWQlM0QyNzA1JTI2c2lkJTNEbjQ4MmExNjhlNTUxNDUlMjZiJTNE.html\">Stiftung Marktwirtschaft<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2005\/06\/stiftung-marktwirtschaft-bereitet-sich-auf-neue-bundesregierung-vor\/\">LobbyControl<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.iza.org\/index_html?lang=de&amp;mainframe=http%3A\/\/www.iza.org\/de\/webcontent\/personnel\/policy_fellows\/index_html&amp;topSelect=personnel&amp;subSelect=policyfellows\">IZA<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Guttenberg will Mindestlohn kippen<\/strong><br>\nBundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will die Befristungsregeln im Arbeitsrecht entsch&auml;rfen, die Mindestlohn-Gesetze der Koalition korrigieren und massive Steuerentlastungen f&uuml;r Unternehmen durchsetzen. \n<p>Das geht aus dem 52-seitigen Entwurf f&uuml;r ein &ldquo;Industriepolitisches Gesamtkonzept&rdquo; hervor, der unserer Redaktion vorliegt. Das Konzept (Stand Juli 2009) setzt Guttenberg dem vor zwei Wochen vorgestellten Deutschland-Plan von SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier entgegen.<\/p>\n<p>&ldquo;Mindestl&ouml;hne schr&auml;nken die notwendige Flexibilit&auml;t ein, verteuern die Arbeit und gef&auml;hrden so die Wettbewerbsf&auml;higkeit und Besch&auml;ftigung in den betroffenen Unternehmen&rdquo;, hei&szlig;t es. &ldquo;Erleichterungen&rdquo; verspricht der CSU-Politiker bei den Befristungsregeln im Arbeitsrecht.<\/p>\n<p>Eine umfassende Senkung des Einkommensteuertarifs sei weiterhin &ldquo;unumg&auml;nglich&rdquo;. Finanziert werden soll diese unter anderem durch den Abbau von &ldquo;bestimmten Steuerverg&uuml;nstigungen bei der Umsatzsteuer und Einkommensteuer&rdquo;. Damit zielt Guttenberg auf die erm&auml;&szlig;igten Mehrwertsteuers&auml;tze.<\/p>\n<p>Eine Reihe von Klima-Auflagen f&uuml;r Betriebe sollen gestrichen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/public\/article\/politik\/deutschland\/744951\/Guttenberg-will-Mindestlohn-kippen.html\">RP Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Nun w&uuml;ssten wir gerne, wer dieses Papier verfasst hat &ndash; die INSM?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das sind also die Pl&auml;ne von Deutschlands beliebtesten Politiker. Weiter mit dem Lohndumping, noch weiteren Abbau des K&uuml;ndigungsschutzes, Senkung der Umweltstandards, Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer und daf&uuml;r weitere Senkung der Unternehmenssteuern. Das ist &bdquo;Agenda 2010 plus&ldquo; &ndash; und die Deutschen lieben ihn:<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/guttenberg_mit_begleitung.jpg\" alt=\"Guttenberg mit Begleitung\"><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/2009\/08\/14\/us-praesident-barack-obama-und-karl-theodor-zu-guttenberg\/wieviel-obama-steckt-in-guttenberg-vergleich.html\">Das sch&ouml;nste Paar der deutschen Politik<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Karl-Theodor zu Guttenberg, der Lobby-Baron des TSI-Kartells der Pleitebanken <\/strong><br>\nDie TSI-GmbH, Verbriefungsplattform eines deutschen Bankenkartells ist eine strategische Zentrale f&uuml;r die Aufbl&auml;hung des spekulativen Finanzkapitals durch ABS-Kreditschrott. Das TSI-Verbriefungskartell betreibt au&szlig;erdem r&uuml;cksichtslos und scheinbar erfolgreich die Entsorgung des Kreditm&uuml;lls f&uuml;r die maroden Banken ihres Kartells, und zwar zu Lasten der Steuerzahler. Dazu beauftragte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die international agierende Lobby-Kanzlei des Finanzkapitals, Linklaters LLP, mit der Ausarbeitung eines Bundesgesetzes zur angeglichen Kontrolle der maroden deutschen Banken. Die Lobby-Kanzlei Linklaters LLP ist gleichzeitig Partner des deutschen TSI-Bankenkartells f&uuml;r die Verbriefung von Kreditm&uuml;ll. \n<p>Der Wirtschaftsminister aus adeligem Hause beauftragte also offenkundig zur Durchsetzung von Interessen des TSI-Bankenkartells und mit der Verfassung eines Entwurfes zur &Auml;nderung des Kreditwesengesetzes eine Lobby-Kanzlei, die ihrerseits Partner dieses Kartells f&uuml;r die Verbriefung von Schrottkrediten ist. BRAVO! Der edle Recke Freiherr Karl-Theodor von und zu Guttenberg mutierte im b&uuml;rgerlichen Leben als Bundeswirtschaftsminister also zum willf&auml;hrigen Diener des neoliberalen Finanzadels. Genau so stellen sich kritische und zornige Wahlb&uuml;rgerInnen unserer real-existierenden Demokratie deren Transformation in eine mediale &sbquo;Theodorkratie&rsquo; vor. Alter Volksmund formuliert das so: &bdquo;Wo die Tr&ouml;ge sind, sind auch die Schweine!&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/debatte\/showthread.html?t=1454\">FTD Debatte Ludger Klus<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Jean-Paul Fitoussi, &bdquo;Profite und Verluste, die Bonus-Aff&auml;re&ldquo;<\/strong><br>\nWesentliche Inhalte eines in der Pariser Tageszeitung Le Monde am 14. August 2009 auf Seite 2 erschienen Leitartikels. Autor: Jean-Paul Fitoussi, Originaltitel: &bdquo;Des profits et des pertes:&bdquo;l&rsquo;affaire des bonus&ldquo;. &Uuml;bertragen von Gerhard Kilper.\n<p>Das Besondere an der Sanierung des Finanzsystems war aus wirtschaftsgeschichtlicher Sicht, dass die von der irrationalen Blase haupts&auml;chlich profitierenden Gro&szlig;en der Finanzindustrie pl&ouml;tzlich von der Allgemeinheit, die mit den Finanzmarkt-Turbulenzen &uuml;berhaupt nichts zu tun hatte, Solidarit&auml;t einforderten. Vor der Krise hatte man noch Solidar-Instrumente wie Steuern und steuerliche Redistribution als schlimmste Hindernisse f&uuml;r die Entfaltung wirtschaftlicher Effizienz angesehen.<\/p>\n<p>Die Zur&uuml;ckdr&auml;ngung gesellschaftlicher Solidarit&auml;t zugunsten individueller, in Geldeinheiten gemessener &bdquo;Leistung&ldquo; l&ouml;ste historisch paradoxerweise eine positive gesellschaftliche Dynamik aus: die Demokratie befreite zun&auml;chst die Menschen, vereinzelte sie jedoch gleichzeitig (und lie&szlig; sie mit ihren Lebensrisiken allein). Mehr Freiheit \/ Autonomie brachte dem Einzelnen dann eine solidarisch-kollektive Ma&szlig;nahme, die Einrichtung des Systems Sozialer Sicherheit.<\/p>\n<p>Vereinzelung und Autonomie bewirken, dass die Menschen meinen, sie seien allein &ndash; im Guten wie im Schlechten &ndash; f&uuml;r ihr eigenes Schicksal verantwortlich. Doch der Einzelne ist nur aufgrund solidarisch-kollektiver Entscheidungen als Ergebnis demokratischer Diskussion frei und autonom geworden. Solidarisch-kollektive Entscheidungen erm&ouml;glichen also den allgemeinen Zugang zu &ouml;ffentlichen G&uuml;tern wie Bildung, Gesundheit u.s.w.<\/p>\n<p>Solidarit&auml;t wird als so abstrakt wahrgenommen, dass diejenigen, die im Leben &bdquo;erfolgreich&ldquo; sind, die Einrichtung &ouml;ffentlicher G&uuml;ter als Vorbedingungen ihres &bdquo;Erfolgs&ldquo; v&ouml;llig ausblenden, ihr Erfolg war und ist f&uuml;r sie allein ihr pers&ouml;nlicher Verdienst. Wenn dieser &bdquo;Verdienst&ldquo;, wie es neoliberale Ideologie (und nicht fundierte Theorie) glauben machen will, mit Geldeinheiten gemessen wird, entfallen ethische Grenzen f&uuml;r die H&ouml;he der Einkommen. Wenn ich tausendmal mehr verdiene als du, bin ich eben tausendmal mal mehr wert als du.<\/p>\n<p>Geld bekommt damit f&uuml;r das Individuum seinen &bdquo;wahren&ldquo; Wert, den seines Verdienstes bzw. seiner Kompetenz. Die menschliche Natur, Ego und \/ oder Arroganz tun ihr &Uuml;briges. Bevorzugter Ort, an dem die eigene Ego-&Uuml;bersch&auml;tzung auf &uuml;berhaupt keine Hindernisse st&ouml;&szlig;t, ist der Geldmarkt. Geld ist etwas Abstraktes, nach Hegel &bdquo;die Abstraktion der Abstraktion&ldquo;. Dies verleitet die im Finanzsektor T&auml;tigen dazu, jeden Bezug zur Realit&auml;t zu verlieren.<\/p>\n<p>Mit der Krise entdeckte man auch im Finanzsektor die gesellschaftliche Solidarit&auml;t wieder und verstand, dass in der Wirtschaft individuelle Autonomie illusorisch bzw. dass Interdependenz dem Wirtschaftsleben immanent ist. Aber zielte diese &bdquo;alt-neue Erkenntnis&ldquo; nicht nur darauf ab, Akzeptanz f&uuml;r die Hilfen der Steuerzahler zu schaffen?<\/p>\n<p>Dank der Milliarden der Steuerzahler betreiben die Banker heute wieder nach alter Gewohnheit ihre f&uuml;r sie selbst so lukrativen Gesch&auml;fte, die bei anderen so gro&szlig;en Schaden anrichten k&ouml;nnen. Schlimmer noch, sie tun so, als ob der Absturz der Wirtschaft und die Millionen zus&auml;tzlicher Arbeitslosen nichts mit der von ihnen ausgel&ouml;sten Krise zu tun haben.<br>\nIn der Krise wurde behauptet, Banken seien zu gro&szlig; und systemisch zu bedeutend, um sie insolvent gehen lassen zu k&ouml;nnen. Was sagt man heute, wo sie noch gr&ouml;&szlig;er und noch m&auml;chtiger als vor der Krise geworden sind?<\/p>\n<p>Banker wissen jedenfalls, dass ihre Institute noch weniger Risiken ausgesetzt sind. Sie sehen sich heute einer (Real-)Wirtschaft gegen&uuml;ber, die infolge der Wirtschaftskrise mehr denn je auf Kredite angewiesen ist. Der Verkauf dringend gebrauchter Medizin auf einem Markt mit geringer Konkurrenz ist f&uuml;r jede Branche ein unverhoffter Gl&uuml;cksfall und dass dann ein Teil der Gewinne an die Besch&auml;ftigten in Form von Boni weitergegeben wird, w&auml;re auch noch kein Problem.<\/p>\n<p>Zum Problem aber wird der Finanzsektor durch seine systemische Funktion als Geldversorger der Wirtschaft. Besonders durch diese Funktion dr&auml;ngt sich heute der Eindruck auf, dass die Bankprofite nicht durch sachgerechte Aufgabenerf&uuml;llung legitimiert sind. Was kann gegen das Gef&uuml;hl der Banker, zu Unrecht verachtet zu werden und gegen die verbreiteten Aversionen gegen das Bankenwesen getan werden?<\/p>\n<p>Die Hilfen an die Banken wurden von der Politik in aller Schnelle und ohne ausreichende Garantien (von Seiten der Banken) gew&auml;hrt. Daher sollte jetzt endlich die Reglementierung des Finanzsektors durch Gesetze, durch Kontroll- und Regulierungsvorgaben in Angriff genommen und dieser neu und besser organisiert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lemonde.fr\/opinions\/article\/2009\/08\/13\/des-profits-et-des-pertes-l-affaire-des-bonus_1228185_3232.html\">Le Monde<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>HRE-Skandal: Die Verschleier-Aff&auml;re<\/strong><br>\nVor der staatlichen &Uuml;bernahme wurden die H&ouml;he des Kreditbedarfs und die drohenden Verluste falsch eingesch&auml;tzt. Das Finanzministerium wusste aber vom hohen Kreditbedarf der HRE.<br>\nUmso dringender stellt sich die Frage, wer f&uuml;r die Fehleinsch&auml;tzung &uuml;ber die H&ouml;he des Kreditbedarfs und der drohenden Verluste verantwortlich war. Die Antwort ist nicht nur politisch brisant, sondern auch strafrechtlich bedeutsam. Denn die falsche Darstellung der Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse eines b&ouml;rsennotierten Unternehmens ist nach Aktienrecht strafbar und die Aktion&auml;re der HRE wurden zweifellos zun&auml;chst in die Irre gef&uuml;hrt. So jedenfalls sieht es der zust&auml;ndige M&uuml;nchner Ermittlungsrichter Andreas Forstner.\n<p>Gleichzeitig h&auml;tten der an den Verhandlungen beteiligte Staatssekret&auml;r J&ouml;rg Asmussen sowie die Chefs von Bundesbank und der Aufsichtsbeh&ouml;rde Bafin, Axel Weber und Jochen Sanio, durchaus wissen k&ouml;nnen, dass der Gesamtbedarf der HRE f&uuml;r neue Kredite weit h&ouml;her lag. Denn schon eine Woche vorher, das belegen Akten der Bafin, erhielt die M&uuml;nchner Niederlassung der Bundesbank eine pr&auml;zise Aufstellung &uuml;ber den Refinanzierungsbedarf der HRE. Demnach musste diese bis Ende 2008 Darlehen in H&ouml;he von insgesamt 104, 6 Milliarden Euro zur&uuml;ckzahlen und daf&uuml;r neue Kredite auftreiben. <\/p>\n<p>Diese Aufstellung ging per E-Mail sofort an die zust&auml;ndigen Beamten der Bafin in Bonn bis hin zur Exekutivdirektorin f&uuml;r Bankenaufsicht, Sabine Lautenschl&auml;ger. Von dort &uuml;bermittelte Abteilungsleiterin Frauke Menke die Daten auch an das Bankenreferat des Finanzministeriums. Insofern &bdquo;h&auml;tte es allen Grund gegeben, an der Darstellung des HRE&ndash;Managements zu zweifeln, dass 35 Milliarden Euro reichen w&uuml;rden&ldquo;, meint Axel Troost, der Obmann der Linksfraktion im Untersuchungsausschuss des Bundestages zur HRE-Rettung.<\/p>\n<p>Ob letztlich auch Staatssekret&auml;r Asmussen und Minister Steinbr&uuml;ck daf&uuml;r verantwortlich sind, soll deren Befragung im Ausschuss am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche zeigen. Dabei werden sie vor allem erkl&auml;ren m&uuml;ssen, warum Asmussen ohne vorherige und unabh&auml;ngige Pr&uuml;fung der tats&auml;chlichen Lage der HRE-Gruppe in eine Verhandlungsrunde ging, die letztlich zu Milliardenlasten f&uuml;r die Steuerzahler f&uuml;hrte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/HRE;art271,2874183?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Harald Schumann benennt eine der Ungeheuerlichkeiten: Wir Steuerzahler retten die HRE zugunsten der Gl&auml;ubiger wie Allianz und Deutsche Bank und letztere beziehen Zinseinkommen auf die Guthaben, die verloren w&auml;ren, wenn wir als Steuerzahler nicht eingesprungen w&auml;ren. Das ist unglaublich. Wenn es noch gerecht zuginge, w&uuml;rden sie alle zur Verantwortung gezogen: Asmussen, Weber, Sanio, Steinbr&uuml;ck, der damalige HRE-Vorstand und &ndash;Aufsichtsrat, etc. Aber im Filz w&auml;rmt man sich gegenseitig.<\/em><\/p>\n<p><em>Und noch einer geh&ouml;rt dazu:<\/em><\/p>\n<p>Das Nachrichtenmagazin &ldquo;Der Spiegel&rdquo; berichtete, Trichet habe in der entscheidenden Nacht in Telefonaten mit Steinbr&uuml;ck und dem Wirtschaftsberater von Merkel, Jens Weidmann, auf eine Rettung der HRE um jeden Preis gedr&auml;ngt. Sollte sich die Bundesregierung verweigern, werde der Interbankenmarkt am folgenden Tag unweigerlich zusammenbrechen und damit das gesamte europ&auml;ische Finanzsystem, warnte er laut &ldquo;Spiegel&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/public\/article\/wirtschaft\/news\/745417\/Ermittlungen-gegen-HRE-Kontrolleure-gefordert.html\">RP Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>UBS gibt Konten von 5000 Steuerfl&uuml;chtlingen preis<\/strong><br>\nNach dem Vergleich im Steuerstreit zwischen der Schweiz und den USA um die Herausgabe von Kundendaten der UBS werden nach einem Zeitungsbericht 5000 geheime Schweizer Konten offengelegt. Dabei gehe es um die Bankdaten mutma&szlig;licher Steuers&uuml;nder.\n<p>Die US-Steuerbeh&ouml;rde IRS hatte UBS auf die Herausgabe der Datens&auml;tze von 52.000 Kunden verklagt, die in Amerika der Steuerflucht verd&auml;chtigt werden. In der vergangenen Woche hatten die Parteien einen au&szlig;ergerichtlichen Vergleich erzielt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,643107,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein solches Vorgehen der Finanzbeh&ouml;rden wie in den USA w&uuml;rde man sich f&uuml;r Deutschland auch w&uuml;nschen. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Insolvenzverwalter h&auml;lt Arcandor f&uuml;r ausgepl&uuml;ndert<\/strong><br>\nDer Insolvenzverwalter von Arcandor ist ersch&uuml;ttert &uuml;ber das, was er bei dem Pleite-Konzern vorgefunden hat. &bdquo;In diesem Hause gibt es wirklich nichts, was nicht anderen Leuten geh&ouml;rt&rdquo;, sagte Klaus Hubert G&ouml;rg der &ldquo;Welt am Sonntag&rdquo;. Nun pr&uuml;ft er rechtliche Schritte gegen Ex-Vorst&auml;nde wie Thomas Middelhoff.\n<p>Offenbar wurde im Konzern seit Jahren trotz schleppend laufender Gesch&auml;fte auffallend viel Geld ausgegeben. &bdquo;Der dienstliche Aufwand des Vorstandes war sehr hoch. Jedenfalls sehr hoch f&uuml;r ein Unternehmen in der wirtschaftlichen Verfassung wie Arcandor. Ein Vorstandsvorsitzender sollte Vorbild sein; ich habe sparsamere erlebt&ldquo;, sagte G&ouml;rg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article4327815\/Insolvenzverwalter-haelt-Arcandor-fuer-ausgepluendert.html\">Welt Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Missbrauch Kurzarbeit<\/strong><br>\n&Uuml;ber eine Million Menschen waren seit dem Fru&#776;hjahr als Kurzarbeiter gemeldet. Die gro&szlig;e Koalition in Berlin feiert das Instrument als gro&szlig;en Erfolg. Unternehmen und Arbeitnehmer k&ouml;nnten so durch die Wirtschaftskrise gerettet werden. &Uuml;ber die Schattenseiten redet dagegen kaum einer gerne. Nach Westpol-Recherchen wird bei der Kurzarbeit getrickst, betrogen und doppelt kassiert. Die Arbeitsagenturen sind meist machtlos und mit Kontrollen u&#776;berfordert.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/westpol\/sendungsbeitraege\/2009\/0816\/kurzarbeit.jsp\">WDR Westpol Text<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/themen\/global\/webmedia\/webtv\/getwebtvextrakt.phtml?p=10&amp;b=233&amp;ex=2\">Video<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Auto-Experte: 2010 eine Million Autos weniger<\/strong><br>\n2010 d&uuml;rfte eine Million weniger Autos als in diesem Jahr verkauft werden, ergab eine Studie des CAR-Centers von Prof. Ferdinand Dudenh&ouml;ffer an der Uni Duisburg-Essen und der Unternehmensberatung Struktur Management Partner. In Deutschland w&uuml;rden damit nur noch 2,7 Millionen Autos verkauft. Im Vergleich zum Jahr 2008 w&auml;re das ein R&uuml;ckgang von &uuml;ber zw&ouml;lf Prozent.\n<p>Auch auf die Auslandsm&auml;rkte sollten sich die deutschen Autobauer im kommenden Jahr keine gro&szlig;en Hoffnungen machen, warnte Dudenh&ouml;ffer. &laquo;Stabile Wachstumsmuster liegen derzeit nur in China vor und China steht f&uuml;r 13 Prozent der weltweit verkauften Autos.&raquo; Zudem h&auml;tten die Abwrackpr&auml;mien in Deutschland und anderen L&auml;ndern die Verbraucher an niedrigere Autopreise gew&ouml;hnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/newsticker.welt.de\/?module=dpa&amp;id=22111252\">Die Welt, Online News Ticker um 18.10 Uhr<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wer wunderte sich auch dar&uuml;ber, dass im Jahr nach der Abwrackpr&auml;mie weniger Autos verkauft werden? Die Abwrackpr&auml;mie war ein typisches Beispiel f&uuml;r die Subvention eines einzelnen Industriezweigs, die zwar auf einem Wirtschaftssektor eine vor&uuml;bergehende Nachfrage ausgel&ouml;st hat, die aber eine viel zu geringe Multiplikatorenwirkung erzeugte und jedenfalls keine Investition in die Zukunft darstellte. <\/em><\/p>\n<p>Bald wird man wieder h&ouml;ren, Konjunkturprogramme seien &bdquo;Strohfeuer&ldquo;, dabei ging es nur um ein von der Automobillobby angesto&szlig;enes Subventionsprogramm.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Der gef&auml;hrliche Himmel &uuml;ber Deutschland<\/strong><br>\n&Uuml;ber den Umweg Europa droht nun die Privatisierung der deutschen Flugsicherung.\n<p>Um die Verwaltung der Flugsicherung &uuml;ber deutschem Hoheitsgebiet in ein europ&auml;isches Rahmenkonzept einzubinden und sie zu teilprivatisieren, haben Bundestag und Bundesrat kurz vor der Sommerpause eilends zwei Gesetzentw&uuml;rfe und eine &Auml;nderung des Grundgesetzes verabschiedet.<\/p>\n<p>Das Gesetz, das ausl&auml;ndischen Flugsicherungsorganisationen die Arbeit in deutschem Hoheitsgebiet gestattet, wird nun von Bundespr&auml;sident K&ouml;hler gr&uuml;ndlich gepr&uuml;ft. Einen fr&uuml;heren Gesetzesentwurf zur Privatisierung der deutschen Flugsicherung wies er wegen verfassungsrechtlicher Bedenken bereits vor zwei Jahren ab. Wenn K&ouml;hler diesmal das Gesetzespaket unterschreibt, wird sich das Bundesverfassungsgericht der Sache annehmen m&uuml;ssen. Politiker aus Baden-W&uuml;rttemberg weigern sich beharrlich, einen Teil des s&uuml;ddeutschen Luftraums durch das skandaltr&auml;chtige Schweizer Unternehmen Skyguide &uuml;berwachen zu lassen. Doch dies ist nur der Anfang &ndash; ab 2012 soll es einen einheitlichen Luftraum f&uuml;r Zentraleuropa geben und dann w&auml;re auch Skyguide mit im Boot.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/641\/der-gefahrliche-himmel-uber-deutschland\">Spiegelfechter<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>FDP und die &Auml;rzte &ndash; Wahlkampf im Wartezimmer<\/strong><br>\nWenn &Auml;rzte fr&uuml;her protestierten, konnten sie sicher sein, einen gro&szlig;en Teil der Bev&ouml;lkerung hinter sich zu wissen. Doch das hat sich ge&auml;ndert, seit die Forderungen der Mediziner immer ma&szlig;loser wurden. Wir erinnern uns: Anfang des Jahres machten viele Arztpraxen f&uuml;r einige Tage dicht, weil die niedergelassenen Mediziner erhebliche Honorareinbu&szlig;en bef&uuml;rchteten. Aber dann kam es ganz anders: In diesem Jahr legten die Arzthonorare entgegen allem Wehgeschrei deutlich zu &ndash; um bis zu 20 Prozent. Trotzdem wollen viele &Auml;rzte ihren Protest jetzt versch&auml;rfen. Aus der Bundestagswahl wollen sie quasi eine Urabstimmung &uuml;ber die Gesundheitspolitik der Bundesregierung machen. Dass sie dabei massive Unterst&uuml;tzung von der FDP bekommen, das verwundert wenig. Mehr schon, mit welcher Macht die Liberalen den Wahlkampf jetzt in die Wartezimmer treiben wollen. Was deren Politik vor allem f&uuml;r Kassenpatienten bedeutet, das erkl&auml;ren Ihnen jetzt Lutz Polanz und Jan Schmitt. Wahlkampf unter Gro&szlig;verdienern.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/sendungen\/2009\/0813\/fdp.php5\">ARD Monitor<\/a><br>\nQuelle 2: Interview mit Prof. Gerd Glaeske, Zentrum f&uuml;r Sozialpolitik Gesundheits&ouml;konomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung der Universit&auml;t Bremen, zum Thema Wahlkampf im Wartezimmer und zur Honorarreform f&uuml;r niedergelassene &Auml;rzte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/\/extra\/interviews\/glaeske.php5\">Monitor<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Behindert nach Aktenlage &ndash; Wie Langzeitarbeitslose aus der Statistik verschwinden<\/strong><br>\nDoris Kruse ist ein K&auml;mpfertyp. Sie ist stolz darauf, dass ihre beiden T&ouml;chter, die sie allein gro&szlig; gezogen hat, einen Arbeitsplatz haben. Genau den hat sie nicht. Beim Einkaufen muss sie deshalb immer genau auf die Preise gucken. Arbeitslos ist sie schon seit vielen Jahren. Nach etlichen 1-Euro-Jobs schreibt sie immer wieder neue Bewerbungen. Doch damit soll sie jetzt aufh&ouml;ren, meint ihre Agentur f&uuml;r Arbeit, und das, obwohl sie noch gar keinen neuen Job hat. Vor sechs Wochen bekam sie pl&ouml;tzlich einen Bescheid. Darin teilt ihr die Arbeitsagentur mit, sie sei ab jetzt &ldquo;dauerhaft geistig behindert&rdquo; &ndash; laut Gutachten nach Aktenlage.\n<blockquote><p><strong>Reporter:<\/strong> Was &auml;ndert sich denn jetzt, wenn Frau Kruse als geistig Behinderte in einer Werkstatt arbeiten w&uuml;rde?<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>Wolfgang Lenze, Agentur f&uuml;r Arbeit Magdeburg:<\/strong> Dann w&uuml;rde sie einmal Leistungen &hellip; Lohn bekommen, entsprechend den Leistungen, die sie dort hat. Und dann w&uuml;rde sie erg&auml;nzende Leistungen zum Arbeitslosengeld II bekommen.<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>Reporter:<\/strong> Sprich, der Topf f&uuml;r ALG II w&uuml;rde eingespart?<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>Wolfgang Lenze, Agentur f&uuml;r Arbeit Magdeburg:<\/strong> W&uuml;rde dementsprechend entlastet, ja.<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/sendungen\/2009\/0813\/behindert.php5\">ARD Monitor<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das ist zwar skandal&ouml;s, aber typisch f&uuml;r das hinter Hartz IV stehende Menschenbild: Wer arbeitslos ist, der ist entweder faul oder unf&auml;hig und da ist der Schluss zur geistigen Behinderung nicht mehr weit. Wenn Arbeitslosigkeit nicht mehr als ein wirtschaftliches Problem betrachtet wird und es nicht mehr um den Sachverhalt geht, dass zu wenig Arbeitspl&auml;tze angeboten werden, dann bleibt eben nur die Verlagerung der Schuld auf diejenigen, die arbeitslos sind. Dieses Beispiel belegt einmal mehr die inhumane Logik, die hinter Hartz steht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Post will bis 2011 alle eigenen Filialen schlie&szlig;en<\/strong><br>\nDer Vorstandschef der Deutschen Post zieht sein Sparprogramm durch. Bundesweit sollen alle 475 eigenen Postfilialen geschlossen werden. Die Dienste sollen k&uuml;nftig von &ldquo;Partnern&rdquo; wie Einzelh&auml;ndler &uuml;bernommen werden, best&auml;tigte der Hamburger Postsprecher J&ouml;rg Koens.\n<p>Die Umwandlung st&ouml;&szlig;t bei der Gewerkschaft auf heftige Kritik. &ldquo;Die Post verabschiedet sich damit komplett aus der station&auml;ren Filialversorgung&rdquo;, kritisiert der Landesfachbereichsleiter f&uuml;r Postdienste, Wolfgang Abel. Leidtragende seien nicht nur die Besch&auml;ftigten, sondern vor allem die Kunden, die immer weniger fachgerechte Beratung erhielten. <\/p>\n<p>Abel bezeichnet das Vorgehen des Konzerns als &ldquo;Crashkurs&rdquo;. Obwohl die Post auch in der Krise noch 557 Millionen Euro Gewinn eingefahren habe, &ldquo;stellt Vorstandschef Appel den Konzern &ouml;ffentlich so dar, als w&auml;re die Briefpost ein Sanierungsfall. Doch das stimmt nicht&rdquo;, hebt Abel hervor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/wirtschaft\/article1140485\/Post-will-bis-2011-alle-eigenen-Filialen-schliessen.html\">Hamburger Abendblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung R.E.:<\/strong> &ldquo;Postpoint&rdquo; kommt von &ldquo;Postpointe&rdquo;, also ein nachgesetzter (post) Schlusseffekt (pointe), der einige &Uuml;berraschungen f&uuml;r den Betrachter in sich birgt. Das Schluss-&rdquo;e&rdquo; ist inzwischen entfallen. Dies gilt auch f&uuml;r &ldquo;Servicepoint&rdquo;. Auch hier wei&szlig; man nicht, was man zum Schluss geboten bekommt.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Das Ende der Post?<\/strong><br>\nDie absurde Ank&uuml;ndigung der Deutschen Post AG, bis 2011 die verbliebenen 475 eigenen Filialen aufzugeben, lohnt einen Blick in die Privatisierungsdebatten des Deutschen Bundestags im Jahre 1994. Der Gesetzgeber hat sich 1994 kaum Gedanken &uuml;ber die Zukunft der Infrastruktur gemacht &ndash; sie war ja auch noch da!\n<p>Wie man der Lekt&uuml;re des Plenarprotokoll der 237. Sitzung des 12. Deutschen Bundestag vom 29. Juni 1994 ab Seite 20804 entnehmen kann, findet sich nichts in den Reden der Bef&uuml;rworter der damals in der Postreform II mit den Stimmen von CDU\/CSU, FDP, der Mehrheit der SPD sowie Teilen der GR&Uuml;NEN beschlossenen Privatisierung von Post, Telekom und Postbank, noch im Gesetzentwurf selbst. Es fehlt eine substantielle Aussage dar&uuml;ber, wie die fl&auml;chendeckende Versorgung in privatwirtschaftlicher Form auch auf dem Lande dauerhaft aufrechterhalten werden kann. Es gibt sie lediglich als abstrakte Verpflichtung des Staates im damals neu eingef&uuml;hrten Artikel 87f des Grundgesetzes.<\/p>\n<p>Die Politik hat einstmals teils im Kundeninteresse und Allgemeinwohl zu Recht als ineffizient angesehene Strukturen der Deutschen Bundespost durch von ausschlie&szlig;lichem Profitinteresse von Topmanagern und &ldquo;Investoren&rdquo; im Sinne von Kundeninteresse und Allgemeinwohl gleicherma&szlig;en ineffiziente private, monopol&auml;hnliche Strukturen ersetzt. Sie hat den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Diese dienen nur noch individueller Selbstbereicherung und der Auspl&uuml;nderung der Allgemeinheit. Das kann so nicht bleiben. Der n&auml;chste Bundestag wird handeln m&uuml;ssen, soll eine Postversorgung f&uuml;r jedermann sichergestellt bleiben.<\/p>\n<p>Und konsequenterweise muss auch die ideologische Politik von EU und GATT bzw. WTO, die dies so erm&ouml;glicht, ge&auml;ndert werden. &Uuml;brigens: Weder die Franzosen, noch die USA(!) haben ihre Post je privatisiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.t-blog.de\/blog\/das-ende-der-post\">T-Blog<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Atomkraftwerk trotz Bedenken aktiviert<\/strong><br>\nDas Kernkraftwerk Kr&uuml;mmel ging im Juni trotz Sicherheitsbedenken wieder ans Netz. Laut einem Medienbericht erlaubte die Atomaufsicht trotz zahlreicher M&auml;ngel die Aufnahme des Betriebes.\n<p>Nach dem Trafo-Brand am 28. Juni 2007 hatte das f&uuml;r die Atomaufsicht zust&auml;ndige Sozialministerium Experten des &Ouml;ko-Instituts beauftragt, die Aufarbeitung des Ereignisses durch den Betreiber Vattenfall zu bewerten. Diese monierten dem Bericht zufolge eine generell mangelhafte Lernbereitschaft beim Kraftwerkspersonal.<\/p>\n<p>Vor allem in Bereich &ldquo;Organisation und Kommunikation&rdquo; gebe es gravierende Defizite. Insgesamt m&uuml;sse man davon ausgehen, &ldquo;dass bisher der Erfahrungsr&uuml;ckfluss und die Erfahrungsauswertung im Kernkraftwerk Kr&uuml;mmel unzureichend gepflegt&rdquo; wurden, berichtet das Magazin und zitiert: &ldquo;Dies kann ma&szlig;geblichen Einfluss auf die Sicherheitslage haben.&rdquo;<br>\nAm 19. Juni ging das Kernkraftwerk Kr&uuml;mmel dennoch wieder ans Netz. Nach mehreren Problemen wurde der Reaktor schlie&szlig;lich am 4. Juli wegen einer St&ouml;rung in einem der beiden Maschinentransformatoren per Schnellabschaltung vom Netz genommen und ist bis heute abgeschaltet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/atomkraftwerk-trotz-bedenken-aktiviert;2445264\">Handelsblatt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Albtraum Atomkraft<\/strong><br>\nBilliger und sauberer Strom &ndash; der Traum von Politik, Wirtschaft und Verbrauchern. In NRW sollten Hochtemperaturreaktoren den Traum Wirklichkeit werden lassen. Doch die Technik hat nicht funktioniert. In Ju&#776;lich und Hamm sind die Anlagen nach Pannen l&auml;ngst stillgelegt. Die Kosten fu&#776;r Ru&#776;ckbau und Entsorgung explodieren. Trotzdem wirbt die Landesregierung weiter daf&uuml;r, die Technik ins Ausland zu exportieren.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/westpol\/sendungsbeitraege\/2009\/0816\/albtraum_atomkraft.jsp\">WDR Westpol Text<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/themen\/global\/webmedia\/webtv\/getwebtvextrakt.phtml?p=10&amp;b=233&amp;ex=5\">video<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Oskar Lafontaine: &bdquo;Die SPD ist keine Volkspartei mehr&ldquo;<\/strong><br>\nWenn wir die durchschnittliche Steuer- und Abgabenquote Europas h&auml;tten, h&auml;tten wir 100 Milliarden mehr in den &ouml;ffentlichen Kassen. Wenn wir die d&auml;nische Steuer- und Abgabenquote h&auml;tten, w&uuml;rde die &ouml;ffentliche Hand in Deutschland 350 Milliarden Euro mehr einnehmen.\n<p>Wir sind die einzige Partei, die nachvollziehbare Finanzierungsvorschl&auml;ge macht. Wir scheuen uns nicht, deutliche Steuersenkungen f&uuml;r die Arbeitnehmer und f&uuml;r die kleinen und mittleren Betriebe mit kr&auml;ftigen Steuererh&ouml;hungen f&uuml;r Gutverdienende und Verm&ouml;gende zu verbinden. Million&auml;rssteuer, B&ouml;rsenumsatzsteuer, eine h&ouml;here Steuer auf gro&szlig;e Erbschaften, eine Anhebung des Spitzensteuersatzes und eine h&ouml;here Unternehmensbesteuerung bringen Steuergerechtigkeit und das notwendige Geld in die &ouml;ffentlichen Kassen.<\/p>\n<p>Warum profitiert die Linke dann in den Umfragen nicht? <\/p>\n<p>Weil viele Medien Vorurteile und Klischees &uuml;ber die Linke verbreiten, die in ihren Fragen enthalten waren. <\/p>\n<p>Da kann ich nur Elisabeth Noelle-Neumann zitieren: <\/p>\n<blockquote><p><em>Bei gleichgeschalteter Publizistik sind die Abwehrmechanismen au&szlig;er Kraft gesetzt und das Individuum kann sich der Beeinflussung durch Massenmedien nicht entziehen<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Der Springer-Verlag, der nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden die Linken mit allen Mitteln bek&auml;mpfen will, steht damit nicht alleine.<\/p>\n<p>Herr Lafontaine, Umfragewerte von 22 Prozent f&uuml;r die SPD &ndash; &uuml;berwiegt die Freude oder der Schmerz? <\/p>\n<p>Ich kann mich dar&uuml;ber nicht freuen. Wenn die SPD so schwach bleibt, triumphieren Merkel und Westerwelle. <\/p>\n<p>Was passiert, wenn die SPD tats&auml;chlich unter 25 Prozent landet? <\/p>\n<p>Ich bin kein Prophet. Aber jede Partei, deren Wahlergebnis sich im Laufe von zehn Jahren fast halbiert, w&uuml;rde sagen: Wir m&uuml;ssen etwas &auml;ndern &ndash; inhaltlich und personell. Eine Volkspartei ist f&uuml;r mich nur eine Partei, die die Interessen der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung vertritt. Und das ist derzeit bei der SPD eindeutig nicht der Fall. Da m&uuml;ssen Sie sich nur die Fakten anschauen: fallende L&ouml;hne, fallende Renten, fallende soziale Leistungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland\/wahlen2009\/Oskar-Lafontaine-Linke-SPD;art20195,2874163\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Wer &uuml;ber 50 ist, wird rausgemobbt<\/strong><br>\nWeil junge Mitarbeiter billiger sind, versuchen immer mehr Unternehmer, &auml;ltere Arbeitskr&auml;fte loszuwerden. Sie werden schikaniert &ndash; bis sie freiwillig k&uuml;ndigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/wer-ueber-50-ist-wird-rausgemobbt\/?type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>SP reicht Strafanzeige gegen Ospel und Kurer ein<\/strong><br>\nDie SP reicht Strafanzeige gegen die fr&uuml;heren UBS-Verwaltungsratspr&auml;sidenten Marcel Ospel und Peter Kurer ein. Noch ist der Inhalt des Vergleichs zwischen der Bank und den USA nicht bekannt. F&uuml;r die SP ist aber schon jetzt klar, dass die UBS Gesetze gebrochen hat. Gem&auml;&szlig; Angaben von Staatssekret&auml;r Michael Amb&uuml;hl basiere das Abkommen auf geltendem Schweizer Recht, erkl&auml;rte SP-Pr&auml;sident Christian Levrat am Freitag vor den Medien. Wenn die Schweiz gest&uuml;tzt darauf tats&auml;chlich mehrere tausend Kundennamen offenlege, k&ouml;nne dies nur bedeuten, dass die UBS nach Schweizer Recht Steuerbetrug begangen habe. &laquo;Dies sind keine isolierten F&auml;lle, das ist systematische Rechtsverletzung&raquo;, sagte Levrat. Davon m&uuml;sse die oberste F&uuml;hrung der Bank, insbesondere Verwaltungsratspr&auml;sident Ospel und der damalige Chefjurist Kurer, gewusst haben. Und doch seien sie bisher weder zivilrechtlich noch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen worden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/schweiz\/sp_reicht_strafanzeige_gegen_ospel_und_kurer_ein_1.3340619.html?printview=true\">NZZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/static.nzz.ch\/files\/2\/2\/6\/sp_brief_staatsanwalt_d_1.3341226.pdf\">NZZ [PDF &ndash; 135 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man stelle sich einmal vor, die SPD w&uuml;rde einen solchen Schritt wagen &ndash; ist das &uuml;berhaupt noch vorstellbar?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Ex-SWR-Intendant Vo&szlig; wird Pr&auml;sident von PR-Hochschule<\/strong><br>\nIn Berlin entsteht eine PR-Hochschule &ndash; unter Beteiligung hochrangiger Journalisten. Nach Information des SPIEGELs wird der Ex-SWR-Intendant Peter Vo&szlig; die Pr&auml;sidentschaft &uuml;bernehmen. Kritiker bef&uuml;rchten eine weitere Aufweichung der Grenze zwischen Journalismus und PR.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,642990,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Wahlen in Afghanistan: Die Methode Karsai<\/strong><br>\nDie Vorw&uuml;rfe gibt es seit Jahren. Nun ist Wali Karsai laut einem Bericht des Magazins Stern sozusagen auf frischer Tat ertappt worden. Britische Eliteeinheiten h&auml;tten demnach &ldquo;tonnenweise Rohopium&rdquo; auf einem Geh&ouml;ft des Mannes beschlagnahmt. Eine brisante Information, denn Wali Karsai ist der Halbbruder von Pr&auml;sident Hamid Karsai, er gilt im S&uuml;den des Landes als dessen rechte Hand und er ist Vorsitzender des 15-k&ouml;pfigen Provinzrates von Kandahar im S&uuml;den. (&hellip;)\n<p>Seit Beginn der US-Offensive in der benachbarten Provinz Helmand sind nach Erkenntnissen der internationalen Schutztruppe Isaf rund 2000 Talibank&auml;mpfer in der Umgebung der s&uuml;dafghanischen Stadt aufgetaucht. <\/p>\n<p>Umso wichtiger ist die Rolle von Wali Karsai bei der Stimmenbeschaffung f&uuml;r seinen Halbbruder. Er k&ouml;derte w&auml;hrend der vergangenen Wochen als Vorsitzender des Provinzrats Stammes&auml;lteste und Dorfchefs mit einer Methode,die auch die Noorzai, ein Paschtunenstamm mit sechs Millionen Mitgliedern, auf die Seite des Pr&auml;sidenten brachte.Hamid Karsai h&ouml;chstpers&ouml;nlich hatte dem Parlamentsabgeordneten Aref Noorzai einen Ministerposten versprochen, falls dessen Stamm ihn w&auml;hle. (&hellip;)<\/p>\n<p>Im benachbarten Kundus gibt sich die Wahlbeobachterkommission der &ldquo;Unabh&auml;ngigen Menschenrechtsorganisation von Afghanistan&rdquo; ebenfalls keinen Illusionen hin. &ldquo;Hier arbeiten alle, auch der Polizeichef, f&uuml;r die Wiederwahl von Karsai&rdquo;, sagt eine Frau aus der Gruppe,die ihren Namen lieber nicht nennen will. Auch das Fernsehen nutzt Krasai nach Kr&auml;ften. 70 Prozent der Wahlberichterstattung im staatlichen TV, so ermittelten Beobachter, kommen ihm zugute. <\/p>\n<p>Bei den privaten Kan&auml;len sieht es kaum anders aus, zumal der Karsai-Sippe Hewat geh&ouml;rt, einer der gr&ouml;&szlig;eren Sender des Landes. Das Wahlkampfteam des Pr&auml;sidenten schreckt auch nicht vor Irref&uuml;hrung der W&auml;hler zur&uuml;ck. So verbreitete die Wahlkommission ein Plakat, in dessen Mitte deutlich sichtbar eine Waage abgebildet war &ndash; Karsais Symbol auf dem Wahlzettel. Schon bei den Vorbereitungen zu den letzten Wahlen im Jahr 2004 setzten Karsais Leute den Trick ein. <\/p>\n<p>Auch wenn unklar ist, ob das verfing &ndash; einen Versuch scheint es allemal wert. In der Hauptstadt Kabul haben sich die Vertreter der westlichen Staaten l&auml;ngst eine Sprachregelung gefunden, die den fragw&uuml;rdigen Umst&auml;nden dieser Wahl Rechnung tr&auml;gt. Sie sprechen inzwischen nicht mehr von &ldquo;fairen und freien Wahlen&rdquo;, sondern sie begn&uuml;gen sich inzwischen mit dem Attribut &ldquo;glaubw&uuml;rdig&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/1880018_Wahlen-in-Afghanistan-Die-Methode-Karsai.html\">FR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> In einem heutigen Radiobeitrag des SWR 1 anl&auml;sslich des heutigen Anschlages in Afghanistan wurde der Eindruck erweckt, als handele es sich bei den kommenden Wahlen in Afghanistan um unabh&auml;ngige und faire Wahlen, denen die Mehrheit der Afghanen entgegenfiebert. Auf die schmutzigen Tricks der in Afghanistan herrschenden &ldquo;Elite&rdquo; wies dieser Bericht mit keiner Silbe hin. <\/em><\/p>\n<p>Zu der hiesigen Afghanistan-Berichterstattung im Allgemeinen und der Afghanistan-Berichterstattung des ZDF im besonderen &auml;u&szlig;erte sich der ehemalige ZDF-Korrespondent Ulrich Tilgner (ist heute f&uuml;r das Schweizer Fernsehen t&auml;tig) bereits im Jahre 2008 in einem Interview mit dem Tagesspiegel (&Uuml;berschrift: &ldquo;Da wird es einem zu viel&rdquo;) sehr kritisch: <\/p>\n<p>Frage: Jetzt wird es f&uuml;r 200 Soldaten der Bundeswehr ernst: Sie haben im Norden von Afghanistan die Norweger als schnelle Eingreiftruppe abgel&ouml;st. Was bedeutet das f&uuml;r Sie als Journalist? <\/p>\n<p>Ulrich Tilgner: Diese Truppe &uuml;bernimmt Heikles wie Eins&auml;tze gegen Terroristen und Aufst&auml;ndische, alles Dinge, die nicht fernseh&ouml;ffentlich sein werden, und wo die Bundeswehr keine Journalisten &bdquo;embedden&ldquo; wird. Das zeigt aber, dass sich die Bundeswehr immer mehr zu einer Kampftruppe entwickelt.<\/p>\n<blockquote><p><strong>F:<\/strong> Sie behaupten, der Neutralit&auml;tsstatus der Schweiz macht Ihnen Ihre Arbeit leichter als in Deutschland. Inwiefern?<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>UT:<\/strong> Die Schweiz hat nicht den Formierungszwang eines Nato-Staates. Wenn die Nato-Staaten in Afghanistan kollektiv eingreifen, wollen sie ihr Auftreten dort in ein entsprechendes Licht stellen. Weil die Schweiz nicht in diesem Verbund ist, kann sie die Situation neutraler beschreiben.\n<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>F:<\/strong> Wie wirkt sich das auf die journalistische Arbeit aus?<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>UT:<\/strong> F&uuml;r mich ist es politisch viel einfacher, weil die Schweiz auch Ver&auml;nderungen, zum Beispiel, in Afghanistan offener gegen&uuml;ber steht und zudem eher bereit ist, Fehler westlicher Politik zu erkennen. Ich kann berichten, ohne vergleichbare Skepsis auszul&ouml;sen wie in Deutschland. (&hellip;)\n<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>F:<\/strong> Und das lie&szlig; das Fass &uuml;berlaufen?<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>UT:<\/strong> Die eigene Redaktion, das ZDF, begriff &uuml;berhaupt nicht, was solche Arbeitsumst&auml;nde bedeuten. Im Gegenteil. Die kritisieren einen Kollegen sogar noch, weil man Berichte anders gemacht hat, als sie es erwarteten, und erkl&auml;ren, der Konkurrenzsender habe die Geschichte auch anders gesehen. Da wird es einem dann zu viel.\n<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>F:<\/strong> Konkret ging es zum Beispiel um Folgendes: Sie haben nach der Befreiung entf&uuml;hrter Deutscher in Afghanistan nicht diese Tat gefeiert, sondern nachgefragt, an welchen Stellen die afghanische Polizei Fehler gemacht hat.\n<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>UT:<\/strong> Ja. Und ich m&ouml;chte weiterhin &uuml;ber die Wirklichkeit berichten. Ich will keine Berichte liefern, die beliebig sind. Ich m&ouml;chte sagen, was ich denke. Daf&uuml;r stehe ich gerade und f&uuml;r sachliche Richtigkeit. Ich m&ouml;chte keinem redaktionellen Druck nachgeben, der Konzessionen bedeutet, die ich nicht mehr eingehen mag. Diese Grenze ist beim ZDF an einigen Punkten verschwommen.\n<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>F:<\/strong> Ist die Skepsis der Redaktion gegen&uuml;ber Ihrer Kritik eine Art vorauseilender Gehorsam der deutschen Politik gegen&uuml;ber? <\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>UT:<\/strong> Es geht in die Richtung. Ich habe die Mitverantwortung Deutschlands dargestellt und mit Zahlen belegt, dass zu wenig Geld f&uuml;r den Polizeiaufbau in Afghanistan bereitgestellt wurde. Es wurde viel zu wenig in Ausr&uuml;stung und Ausbildung investiert, obwohl eine m&ouml;glichst nicht korrupte, gut ausgebildete Polizei eine Schl&uuml;sselrolle hat beim Wiederaufbau eines Landes. Da wurden Fehler gemacht. Solche Kritik werten selbst die eigenen Kollegen zu leicht als N&ouml;rgelei, statt sie aufzugreifen und verst&auml;rkt f&uuml;r das Programm zu nutzen. <\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/medien-news\/art15532,2568375\">Tagesspiegel<\/a><\/p>\n<p>Auch das ZNet-Interview mit der Vertreterin der Revolution&auml;ren Vereinigung der Frauen Afghanistans zeigt, wie kritisch das Auftreten der Nato-Truppen zu werten ist.<br>\nDie unabh&auml;ngige Frauenorganisation Revolution&auml;re Vereinigung der Frauen Afghanistans (RAWA) wurde 1977 gegr&uuml;ndet. Sie k&auml;mpft f&uuml;r Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit in Afghanistan. RAWA stellte sich sowohl gegen die sowjetische Invasion und Besetzung Afghanistans von 1979 &ndash; 1989, als auch gegen die darauf folgenden Regierungen der Mujahedeen und der Taliban. Sie unterhielten im Untergrund Schulen f&uuml;r afghanische M&auml;dchen, ver&ouml;ffentlichten eine Zeitschrift und starteten humanit&auml;re Projekte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/zmag.de\/artikel\/interview-mit-der-revolutionaeren-vereinigung-der-frauen-afghanistans\">ZNet<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Herr Oettinger, darf ich Sie kurz was fragen&hellip;?<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/panor106.html\">ARD Panorama<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4132#h01\">Sebastian Dullien. Gef&auml;hrliche Angst vor der Inflation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h02\">Eekhoff: Deutschland trotz Erholung nach wie vor am Tiefpunkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h03\">Guttenberg will Mindestlohn kippen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h04\">Karl-Theodor zu Guttenberg, der Lobby-Baron des TSI-Kartells der Pleitebanken <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h05\">Jean-Paul Fitoussi, &bdquo;Profite und Verluste, die Bonus-Aff&auml;re&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h06\">HRE-Skandal: Die Verschleier-Aff&auml;re<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4132#h07\">UBS gibt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4132\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4132","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4132","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4132"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4132\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4132"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4132"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}