{"id":41340,"date":"2017-11-29T15:24:08","date_gmt":"2017-11-29T14:24:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41340"},"modified":"2017-12-15T11:14:58","modified_gmt":"2017-12-15T10:14:58","slug":"die-neuen-herren-der-weltwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41340","title":{"rendered":"Die neuen Herren der Weltwirtschaft"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171129_blackrock.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Viele von Ihnen werden sicher wissen, wer oder was JPMorgan Chase, BlackRock, die Credit Suisse oder die UBS sind. Aber nur die Allerwenigsten werden mit Namen wie State Street, Vanguard, Capital Group, Harris Associates, Natixis, Wellington, Fidelity, Dodge&amp;Cox oder Amundi etwas anfangen k&ouml;nnen. Dabei sind diese Unternehmen, deren Gesch&auml;ft man fr&uuml;her wohl etwas verkl&auml;rend als &bdquo;Verm&ouml;gensverwaltung&ldquo; umschrieben h&auml;tte, die neuen Herren der Weltwirtschaft. Es gibt kaum gro&szlig;e Aktiengesellschaften in den westlichen L&auml;ndern, bei denen keines dieser Unternehmen gr&ouml;&szlig;ter Einzelaktion&auml;r ist. Und in der Summe beherrschen diese &bdquo;institutionellen Investoren&ldquo; Wall Street, City of London und den Frankfurter Finanzdistrikt. Doch seltsamerweise sind uns nicht nur die Namen der neuen Herren unbekannt, auch ihr Treiben findet abseits der &Ouml;ffentlichkeit statt, da die gro&szlig;en Medien einen gro&szlig;en Bogen um dieses Thema machen und die Politik sich ebenfalls versteckt. Kein Wunder, wirft der Siegeszug der neuen Herren doch Fragen auf, wohin unser neoliberales System uns noch f&uuml;hren soll. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9551\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-41340-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171130_Die_neuen_Herren_der_Weltwirtschaft_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171130_Die_neuen_Herren_der_Weltwirtschaft_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171130_Die_neuen_Herren_der_Weltwirtschaft_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171130_Die_neuen_Herren_der_Weltwirtschaft_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=41340-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171130_Die_neuen_Herren_der_Weltwirtschaft_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"171130_Die_neuen_Herren_der_Weltwirtschaft_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Verm&ouml;gen und Besitz bedeuten immer auch Macht. Besonders klar wird dieser Zusammenhang, wenn es um die Besitzverh&auml;ltnisse von gro&szlig;en Unternehmen geht. Fr&uuml;her waren die operative Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung und die Besitzverh&auml;ltnisse meist in ein und derselben Hand. Doch die Krupps, die Brunels oder die Carnegies gibt es in dieser Form nicht mehr. Mit SAP gibt es nur ein einziges Unternehmen im Dax, bei dem die Unternehmensgr&uuml;nder &uuml;berhaupt noch etwas zu sagen haben und selbst die Erben samt ihrer Clans haben nur noch in wenigen gro&szlig;en Unternehmen wie BMW, Beiersdorf oder Henkel das Sagen. Bei den meisten gro&szlig;en Aktiengesellschaften haben sogenannte institutionelle Investoren das Sagen und dabei handelt es sich in fast allen F&auml;llen um gro&szlig;e Finanzunternehmen, die in der Regel das Verm&ouml;gen von Kunden verwalten und selbst &uuml;ber keine nennenswerten Verm&ouml;gen verf&uuml;gen. Selbst &bdquo;Gr&uuml;nderunternehmen&ldquo; wie z.B. Facebook wandern meist sp&auml;testens dann in den Besitz der Finanzunternehmen, wenn sie an die B&ouml;rse gehen. So besitzt Mark Zuckerberg auch &bdquo;nur&ldquo; 28% an Facebook, w&auml;hrend der Rest fast ausschlie&szlig;lich im Besitz von Finanzunternehmen ist &ndash; Vanguard, BlackRock, Fidelity und State Street besitzen zusammen mehr Anteile an Facebook als der Unternehmensgr&uuml;nder.<\/p><p>Es kommt aber nur selten vor, dass eine dieser Verm&ouml;gensverwaltungen, die sich selbst lieber Investment Management oder Asset Management Firmen nennen, mehr als 10% an einem einzigen Unternehmen h&auml;lt. Aber das spielt keine gro&szlig;e Rolle, da diese Firmen in der Summe dieselben Strategien verfolgen und gemeinsam als Besitzer der Unternehmen der operativen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung Anweisungen erteilen. Bei 25 der 30 Dax-Unternehmen halten diese institutionellen Investoren mehr als 50% der Anteile und bestimmen direkt die Unternehmenspolitik. Und dies trifft ungef&auml;hr im gleichen Verh&auml;ltnis auf amerikanische, britische, franz&ouml;sische und nahezu alle Aktiengesellschaften der westlichen Welt zu. Die einzigen nennenswerten Ausnahmen bilden Russland und China, die beide einen protektionistischen Schutzschirm &uuml;ber ihre Wirtschaft aufgespannt haben.<\/p><p>Was bedeutet diese Macht konkret? Zu allererst schr&auml;nkt sie den Handlungsrahmen des angestellten Managements massiv ein. Der Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser ist bei der Siemens AG zwar ein wichtiger Mann &ndash; er ist und bleibt aber auch nur ein kaufm&auml;nnischer Angestellter, der vom Aufsichtsrat des Unternehmens bestellt wird , der wiederum auf der Hauptversammlung von den Aktion&auml;ren berufen wird. W&uuml;rde ein Joe Kaeser nun den Interessen der Gro&szlig;aktion&auml;re zuwider handeln, w&auml;re er die l&auml;ngste Zeit seines Lebens Vorstand eines gro&szlig;en Unternehmens gewesen. Gleiches gilt f&uuml;r s&auml;mtliche Vorst&auml;nde der gro&szlig;en Unternehmen. Die teils f&uuml;rstliche Bezahlung darf nicht dar&uuml;ber hinwegt&auml;uschen, dass wir hier von Angestellten sprechen, deren Handlungsspielraum vorgegeben ist &ndash; und zwar von den Besitzern der Unternehmen und dies sind eben meist genau diese institutionellen Investoren, von denen hier die Rede ist.<\/p><p><em>Lesen Sie dazu bitte auch: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41313\">Shareholder Value wird von einer noch schlimmeren Macht &uuml;berlagert: dem speziellen Einfluss einiger gro&szlig;er Fonds mit kleinen Aktienpaketen<\/a><\/em><\/p><p>Die Bedeutung der Verschiebung der Besitzverh&auml;ltnisse hin zu einigen wenigen, meist in den USA ans&auml;ssigen Verm&ouml;gensverwaltungsfirmen ist in G&auml;nze anscheinend noch nicht bis zur &Ouml;ffentlichkeit durchgedrungen. Um dies zu verdeutlichen, fangen wir mit einem Gegenbeispiel an. Der Henkel-Konzern ist zu 61% im Besitz der Erbendynastie des Unternehmensgr&uuml;nders Fritz Henkel. F&uuml;r die Familie nimmt Henkels Ur-Ur-Enkelin Simone Bagel-Trah die Funktion des Aufsichtsratsvorsitz wahr. Nomineller Chef des Unternehmens ist jedoch der Manager Hans Van Bylen, der die Henkel AG als Vorstandsvorsitzender f&uuml;hrt. Van Bylen ist jedoch &bdquo;nur&ldquo; Angestellter, der seine Unternehmenspolitik mit Frau Bagel-Trah abstimmen muss. Diese traditionelle Struktur gestattet einen gro&szlig;en unternehmerischen Spielraum. Henkel m&uuml;sste beispielsweise kein Werk in Deutschland schlie&szlig;en, nur weil die Energie- oder Lohnkosten oder auch die Umweltrichtlinien in einem anderen Land g&uuml;nstiger f&uuml;r das Unternehmen sind. Wenn Frau Bagel-Trah im Namen des Clans sagt, wir wollen die Werke &ndash; aus welchem Grund auch immer &ndash; erhalten, so ist Herr Van Bylen an diese Weisung gebunden.<\/p><p>Ganz anders sieht es bei einem Konzern aus, der im Besitz der Verm&ouml;gensverwaltungsfirmen ist. Nehmen wir die Bayer AG als Beispiel. Ob die &Uuml;bernahme des Glyphosat-Herstellers Monsanto eine so kluge unternehmensstrategische Frage ist, hat Vorstand Werner Baumann nicht zu entscheiden, auch wenn es die Finanzpresse <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/magazin\/artikel\/werner-baumann-portraet-des-bayer-chefs-der-monsanto-kaufen-will-a-1089179.html\">meist so darstellt<\/a>. Baumann ist Angestellter. Der Bayer-Konzern geh&ouml;rt heute zu 93% institutionellen Investoren. Gr&ouml;&szlig;ter Einzelaktion&auml;r ist BlackRock mit 7,12%, dahinter kommen die Capital Group, die zwei Schweizer Verm&ouml;gensverwalter UBS und Credit Suisse, die Soci&eacute;t&eacute; G&eacute;n&eacute;rale aus Frankreich und Morgan Stanley aus den USA. Diese Firmen haben Werner Wenning zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Bayer AG bestimmt, wo er auf ihre Anweisung hin die Leitplanken f&uuml;r die Unternehmenspolitik setzt. Ob die Bayer AG f&uuml;r stolze 66 Milliarden Euro Monsanto &uuml;bernimmt, entscheiden aber nicht der Vorstand Baumann und auch nicht der Aufsichtsrat Wenning, sondern die gro&szlig;en Anteilseigner; allen voran BlackRock, die im konkreten Fall besonderes Interesse haben, da sie mit 5,6% auch gr&ouml;&szlig;ter Einzelaktion&auml;r von Monsanto sind. <\/p><p>Mit Demokratie, Shareholder oder auch Stakeholder Value hat dieser Prozess nichts zu tun. Vor allem wir, als &Ouml;ffentlichkeit, sollten lieber gar nicht erst so tun, als h&auml;tten wir da ein Mitspracherecht. Das haben wir n&auml;mlich nicht und ob wir nun Finanzfirmen wie BlackRock, Vanguard oder State Street gut oder schlecht finden oder ob wir ihnen vertrauen oder misstrauen, spielt f&uuml;r diese Unternehmen &uuml;berhaupt keine Rolle. Es ist noch nicht einmal bekannt, nach welchen Kriterien BlackRock und Co. Entscheidungen treffen. BlackRocks Strategien werden beispielsweise nicht von grauhaarigen Herren in gem&uuml;tlichen Clubsesseln bei einer Zigarre und einem guten Glas Single Malt getroffen, sondern von einem Computer namens Aladdin. Wobei der Begriff Computer hier doch sehr verniedlichend ist; Aladdin ist ein Cluster aus 6.000 Hochleistungsrechnern, der als gr&ouml;&szlig;te &bdquo;Risikobewertungsmaschine&ldquo; der Welt gilt und die Anlagen von 30.000 Portfolios, darunter 170 Pensionsfonds, mit einem Gesamtvolumen von 15 Billionen Euro verwaltet &ndash; das sind 10% der weltweiten Verm&ouml;genswerte. Oder um es anders zu sagen: Aladdin ist der Superlativ im Finanzwesen schlechthin.<\/p><p>Wer f&uuml;ttert Aladdin, wer programmiert die Algorithmen, die die Welt beherrschen? Nicht nur die besten Informatiker, Mathematiker oder Ingenieure, sondern auch und vor allem die besten Biologen, Chemiker und sogar die besten Mediziner, die jedes Jahr eine der weltber&uuml;hmten Ivy-League-Universit&auml;ten verlassen, bekommen heutzutage erst mal f&uuml;rstlich dotierte Angebote aus der Finanzbranche, um die Algorithmen zu perfektionieren. Wer bei BlackRock und Co. an Cowboys mit breiten Hosentr&auml;gern &aacute; la Gordon Gekko (gespielt von Michael Douglas in Wall Street) denkt, ist schief gewickelt. Die flei&szlig;igen und genialen Bienen im globalen Finanzsystem tragen Flip Flops und Shorts und haben mit BWL oder Jura so viel zu tun wie BlackRock mit der Heilsarmee.  Gesellschaftlich liegt das Problem der Algorithmen vor allem darin begr&uuml;ndet, dass sie komplett intransparent sind und selbst die Politik nicht einmal ahnt, wie die Herren der Weltwirtschaft auf Regulierungen oder Gesetze reagieren werden. Klar ist, dass mittel- bis langfristig die Rendite das oberste Ziel der Algorithmen ist; aber wie Aladdin dies erreichen will, steht f&uuml;r uns Normalsterbliche in den Sternen.<\/p><p>Ein Alfred Krupp hatte noch Kontakt zu seinen Arbeitern. Ein Hugo Stinnes hatte seinen eigenen Masterplan, um sein Stahlimperium aufzubauen. Und selbst die zeitgen&ouml;ssischen Clans der Schaefflers, Porsches, Piechs oder Quandts und Klattens haben wenigstens ein Gesicht und eine Telefonnummer, unter der man sie erreichen kann. Vor allem im Mittelstand sind sehr viele Unternehmerfamilien ohnehin eher an einer langfristigen Entwicklung interessiert, die sich in einem positiven gesellschaftlichen Rahmen abspielt. Die Rendite ist zwar auch wichtig, wird aber nicht als Zielwert definiert. Dass Aladdin wei&szlig;, was gut f&uuml;r die Gesellschaft ist und ob sein Algorithmus mit Parametern wie Gl&uuml;ck, Umwelt, Freiheit, Gleichheit, Angst und Zukunft &uuml;berhaupt etwas anfangen kann, darf getrost bezweifelt werden. Ohne pathetisch werden zu wollen: Dass die Macht &uuml;ber die gro&szlig;en Konzerne der Welt heute von intransparenten Verm&ouml;gensverwaltungen ausge&uuml;bt wird, deren Schnittstelle zum Menschen aus noch intransparenteren Algorithmen besteht, ist zutiefst verunsichernd. Und wir reden hier ja nicht &bdquo;nur&ldquo; &uuml;ber Klebstoff- und Chemikalienhersteller, sondern auch &uuml;ber Apple, Google, Microsoft, Facebook und Co, die allesamt in der Hand institutioneller Anleger sind. Alleine BlackRock ist bei Apple, Microsoft, Chevron, Shell, General Electrics, Nestl&eacute; und Exxon Mobil gr&ouml;&szlig;ter Aktion&auml;r. <\/p><p>Wenn Besitz gleich Macht ist; wem geh&ouml;rt eigentlich BlackRock? Wer sich diese Frage stellt, endet schnell in einem System der &Uuml;berkreuzbeteiligungen und Querverbindungen, die einen schlicht in den Wahnsinn treiben. BlackRock geh&ouml;rt nahezu komplett &hellip; institutionellen Investoren, darunter an oberster Stelle PNC, Barclays, Wellington, Vanguard, State Street usw. usf. . Und wem geh&ouml;ren diese Unternehmen? Raten sie mal. Die Antwort &uuml;berrascht jetzt nicht mehr: Die hier genannten institutionellen Investoren geh&ouml;ren allesamt institutionellen Investoren. Wir haben es mit einem selbsttragenden und selbsterhaltenden System zu tun, in dem die Verwalter des Verm&ouml;gens dem Verm&ouml;gen selbst geh&ouml;ren.<\/p><p>Und wer oder was ist dieses Verm&ouml;gen? Ganz oben auf der Kundenliste von BlackRock stehen die &Ouml;l- und Devisenfonds von erd&ouml;lproduzierenden Staaten und Staaten mit chronischen Devisen&uuml;bersch&uuml;ssen wie China. Gleich dahinter kommen die gro&szlig;en Pensionsfonds und Versicherer. Alleine die 300 gr&ouml;&szlig;ten Pensionsfonds der Welt verwalten rund 13 Billionen Euro &ndash; Geld, das sie ihrerseits Verm&ouml;gensverwaltern wie BlackRock, Vanguard oder State Street anvertrauen und dabei die Macht, die mit dem Verm&ouml;gen verbunden ist, an die Verm&ouml;gensverwalter &uuml;bertragen. <\/p><p>J&auml;hrlich flie&szlig;en weitere 3,6 Billionen Euro als Beitr&auml;ge in Sach- und Lebensversicherungen. Lebensversicherungen und auch private Krankenversicherungen sowie fast alle Altersvorsorgeprodukte funktionieren nach dem Prinzip, dass die Beitr&auml;ge auf den Kapitalm&auml;rkten angelegt werden und sp&auml;ter die verzinste Rendite die Leistungen erbringt. Abgesehen davon, dass dies langfristig nicht funktionieren kann, hat diese Privatisierung der Daseinsvorsorge nat&uuml;rlich dazu gef&uuml;hrt, dass die Summe der verwalteten Verm&ouml;gen immer weiter stieg. Ein Produkt dieser Entwicklung ist BlackRock. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnen Sie auch als Privatkunde ein Teil des BlackRock-Reichs werden. Jedoch sollten sie schon schlappe 50 Millionen Euro mitbringen &ndash; das ist die Mindestanlagesumme bei BlackRock. <\/p><p>Wurden wir fr&uuml;her und werden wir auch heute noch von Tycoon, Oligarchen und Magnaten regiert, die aufgrund ihres Verm&ouml;gens &uuml;ber Macht verf&uuml;gten, so droht uns schon bald die Macht der Algorithmen, die sich auf Unsummen von &bdquo;Verm&ouml;gen&ldquo; gr&uuml;ndet, das vornehmlich aus der Privatisierung der Daseinsvorsorge und staatlichen Reserven stammt. Dann werden &bdquo;die M&auml;rkte&ldquo; als Sammelbegriff f&uuml;r die Interessen des Gro&szlig;kapitals Realit&auml;t; dann gibt es keinen Ansprechpartner mehr, an den man sich in Sachen Mitarbeiterinteressen, Umweltschutz oder gesellschaftlicher Verantwortung wenden kann. Denn Computer-Cluster &aacute; la Aladdin sprechen weder mit Hans Mustermann noch mit Angela Merkel. Und dieser Dystopie kommen wir von Tag zu Tag n&auml;her und merken es noch nicht einmal, da dieses Thema interessanterweise im gesellschaftlichen Diskurs keine Rolle spielt. Dabei g&auml;be es sehr wohl politische Ma&szlig;nahmen, um die Entwicklung zu entsch&auml;rfen. Probleme k&ouml;nnen aber nur bek&auml;mpft und schlussendlich vielleicht gel&ouml;st werden, wenn man sie kennt. <\/p><p><em>Wenn Sie das Thema interessiert, dann schauen Sie sich doch ruhig auch noch <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41159\">die Folien an<\/a>, die ich f&uuml;r einen Vortrag zum Thema &bdquo;BlackRock und Co.&ldquo; erstellt habe.<\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/433a123d78434dcbbef44d0261df668e\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171129_blackrock.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Viele von Ihnen werden sicher wissen, wer oder was JPMorgan Chase, BlackRock, die Credit Suisse oder die UBS sind. 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