{"id":4137,"date":"2009-08-20T09:32:20","date_gmt":"2009-08-20T07:32:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4137"},"modified":"2009-08-20T09:33:02","modified_gmt":"2009-08-20T07:33:02","slug":"hinweise-des-tages-958","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4137","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(RS\/WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4137#h01\">Heiner Flassbeck: Was sozial ist, schafft Arbeit!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h02\">Vor dem Aufschwung? ver.di Alternativen und Forderungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h03\">Asmussen: HRE-Rettungsaktion war &ldquo;kein fahrl&auml;ssiger Poker&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h04\">Jens Berger: Der Staat kapituliert vor den Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h05\">Offenbarungseid der Opposition<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h06\">Der Neoliberalismus verschwindet nicht von selbst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h07\">Zu Guttenberg: Nicht ohne meine Anw&auml;lte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h08\">&ldquo;Das System powert die Leute systematisch aus&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h09\">Deutschland, Land der Billigarbeiter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h10\">Hauptstadt der prek&auml;ren Besch&auml;ftigung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h11\">Mindestlohn Kommission<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h12\">Die Posse mit der Steuerfahndung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h13\">US-Kunden nennen Namen weiterer Schweizer Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h14\">Zumwinkel-Ankl&auml;gerin vollst&auml;ndig entlastet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h15\">Europa und die Krise der Linken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h16\">Medien: Umfeld f&uuml;r Werbebotschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h17\">Persiens historisches Jahr &ndash; eine zweite konstitutionelle Revolution?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h18\">Spanien: Auf Pump<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4137&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Heiner Flassbeck: Was sozial ist, schafft Arbeit!<\/strong><br>\nEs ist ein gro&szlig;es Ungl&uuml;ck &uuml;ber Deutschland gekommen. Eine globale Krise hat unseren Wohlstand auf eine Weise dezimiert, wie es das Land seit mehr als einem halben Jahrhundert nicht gesehen hat. Das gesamtwirtschaftliche Einkommen ist im ersten Quartal dieses Jahres genau auf den Wert zur&uuml;ckgefallen, den es im dritten Quartal 2005 schon erreicht hatte. Danach kam die gro&szlig;e Koalition und mit ihr der Aufschwung. Die Krise macht somit die Wachstums-Bilanz dieser vier Jahre sehr einfach: Null!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360\/Doc~E883F36486D784F5AB4A053AF120B0577~ATpl~Ecommon~Sspezial.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Vor dem Aufschwung? ver.di Alternativen und Forderungen <\/strong><br>\nEin kleines Plus von drei Promille beim Bruttoinlandsprodukt l&auml;sst Politiker kurz vor der Wahl vom Aufschwung tr&auml;umen. Wirtschaftsminister Guttenberg meint, der Einbruch sei nun &uuml;berstanden, lobt die Regierung und sich selbst: Mit schnellem und beherztem Eingreifen habe man die Wirtschaft stabilisiert. Das Wachstumsplus von 0,3 Prozent bezieht sich auf das zweite Vierteljahr 2009 gegen&uuml;ber dem ersten. In Euro ausgedr&uuml;ckt sind dies etwa drei Milliarden. Statistisch nicht signifikant hei&szlig;t eine so kleine &Auml;nderung in der Fachsprache. Die Wirtschaftsleistung liegt trotzdem sechs Prozent niedriger als vor einem Jahr. Vorl&auml;ufig ist es nur nicht weiter abw&auml;rts gegangen. Ob dies so bleibt ist h&ouml;chst unsicher.\n<p>Um eine lang anhaltende Phase von Stagnation oder schwachem Wachstum mit hoher Massenarbeitslosigkeit abzuwenden, muss in Deutschland eine grundlegend andere Wirtschafts- und Finanzpolitik eingeschlagen werden. K&uuml;nftiges Wachstum und neue gute Arbeitspl&auml;tze erfordern die St&auml;rkung der Binnennachfrage und deutlich mehr Besch&auml;ftigung in sozialen Dienstleistungen, sowie h&ouml;here Investitionen in Klimaschutz und &ouml;kologischen Umbau. Die konkreten Alternativen und Forderungen von ver.di liegen auf dem Tisch.4 Zun&auml;chst ein Konjunkturpaket III: 75 Milliarden Euro j&auml;hrlich f&uuml;r &ouml;ffentliche Zukunftsinvestitionen. 25 Milliarden Euro f&uuml;r Arbeitsmarktpolitik und Erwerbslose. Zus&auml;tzlich einmalig 100 Milliarden Euro f&uuml;r einen staatlichen Beteiligungsfonds, um Unternehmenszusammenbr&uuml;che zu verhindern.<\/p>\n<p>Ein &ouml;ffentliches Zukunftsinvestitionsprogramm w&uuml;rde zwei Millionen sinnvolle Arbeitspl&auml;tze schaffen und sichern: in Kinderbetreuung, Bildung, Gesundheits- und Sozialwesen, Verkehr und &ouml;kologischem Umbau. F&uuml;r die gerechte Finanzierung brauchen wir mehr Einnahmen durch h&ouml;here Besteuerung von Reichen, hohen Einkommen und finanzstarken Unternehmen. Die sozialen Leistungen d&uuml;rfen keinesfalls gek&uuml;rzt, sondern m&uuml;ssen verbessert werden, besonders f&uuml;r Erwerbslose. ver.di fordert au&szlig;erdem die Verl&auml;ngerung der Altersteilzeit. Die Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters auf 67 muss zur&uuml;ckgenommen und die Altersteilzeit verl&auml;ngert werden, um Auszubildende einzustellen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/wipo.verdi.de\/wirtschaftspolitische_informationen\/data\/09-03-Wie-weiter-in-der-Krise.pdf\">ver.di Wirtschaftspolitische Informationen 3\/2009 [PDF &ndash; 244 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Asmussen: HRE-Rettungsaktion war &ldquo;kein fahrl&auml;ssiger Poker&rdquo;<\/strong><br>\nNach &uuml;bereinstimmenden Aussagen von Jens Weidmann, dem Leiter der finanz- und wirtschaftspolitischen Abteilung im Kanzleramt, und von Finanz-Staatssekret&auml;r J&ouml;rg Asmussen hat die Bundesregierung Ende September 2008 den deutschen Banken den gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen finanziellen Beitrag zu einem 35-Milliarden-Euro-Paket zwecks Rettung der damals vor dem Beinahekollaps stehenden Hypo Real Estate (HRE) abgerungen. Vor dem Untersuchungsausschuss, der die Vorg&auml;nge um die HRE und deren irische Tochter Depfa aufkl&auml;ren soll, bezeichnete Weidmann am Mittwoch die beim ersten &bdquo;Rettungswochenende&ldquo; erzielte L&ouml;sung als &bdquo;vertretbar&ldquo;, wonach der Finanzsektor 8,5 Milliarden Euro beisteuern sollte. Mit dieser Summe sei die Belastbarkeitsgrenze der Banken, die zun&auml;chst nur bis zu zwei Milliarden Euro aufbringen wollten, erreicht gewesen. Bei den dramatischen Verhandlungen h&auml;tten alle Beteiligten &bdquo;einen guten Job gemacht&ldquo;, sagte Asmussen.\n<p>Den beiden Zeugen zufolge ging es an jenem Wochenende einerseits darum, unbedingt die Insolvenz der HRE zu verhindern, da in einem solchen Fall angesichts der enormen Bedeutung dieses Instituts dem gesamten Bankensystem Gefahr gedroht habe. Dann w&auml;re es zu einer &bdquo;Kernschmelze&ldquo; auf dem Finanzmarkt gekommen, sagte Weidmann, &bdquo;wir haben in den Abgrund geschaut&ldquo;. Andererseits habe die Regierung das Ziel verfolgt, die Beteiligung der Banken an der HRE-Rettung m&ouml;glichst hoch zu treiben, so Asmussen. Der Staatssekret&auml;r betonte, die zwischen Kanzleramt und Finanzministerium abgestimmte Verhandlungsstrategie am &bdquo;Rettungswochen-ende&ldquo; sei &bdquo;kein fahrl&auml;ssiger Poker gewesen&ldquo;. Damit widersprach er der Kritik aus den Reihen der Opposition, er sei schlecht vorbereitet in die Gespr&auml;che mit dem Bankenkonsortium unter F&uuml;hrung von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann gegangen und sei am Sonntag erst um 17 Uhr und damit zu sp&auml;t vor Ort zugegen gewesen. Wie Asmussen erkl&auml;rte auch Weidmann, die sp&auml;te direkte Einschaltung der Regierung in die Verhandlungen habe das Ziel verfolgt, den vom Finanzsektor zu leistenden Beitrag zur HRE-Stabilisierung &bdquo;voll auszureizen&ldquo;.<\/p>\n<p>FDP, Linkspartei und Gr&uuml;nen erhoben w&auml;hrend der Zeugenvernehmung den Vorwurf, das Finanzministerium habe Warnsignale zur krisenhaften Entwicklung der HRE, die schon vor der Pleite von Lehman Brothers Mitte September 2008 erkennbar gewesen seien, nicht zur Kenntnis genommen. Weidmann und Asmussen erkl&auml;rten dazu, bis zum Zeitpunkt des nicht vorhersehbaren Lehman-Fiaskos mit der folgenden Austrocknung des Interbankenmarkts habe es keine Hinweise auf eine existenzbedrohende Lage bei der HRE gegeben.<\/p>\n<p>Der Staatssekret&auml;r sagte, in den von der Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vor dem Ende von Lehman an das Finanzressorts &uuml;bermittelten Pr&uuml;fberichten sei die Situation der HRE als &bdquo;angespannt, aber beherrschbar&ldquo; beschrieben worden. Angesichts dieser Analyse habe es seinerzeit f&uuml;r die zust&auml;ndige Fachabteilung im Ministerium als Adressat der BaFin-Mitteilungen keinen Anlass gegeben, diese Berichte an die Leitungsebene des Ressorts und damit auch an ihn zu &uuml;bermitteln. W&auml;ren die BaFin-Pr&uuml;fungen der F&uuml;hrung des Ministeriums und dem Kanzleramt schon vor oder w&auml;hrend des Debakels der HRE bekannt gewesen, so h&auml;tte dies keinen Einfluss auf die Rettung des durch die Lehman-Pleite ins Trudeln geratene M&uuml;nchner Instituts gehabt, erl&auml;uterten Asmussen und Weidmann. Zu der vom FDP-Abgeordneten Volker Wissing erw&auml;hnten Aussage von BaFin-Chef Jochen Sanio vor dem Ausschuss, die HRE habe seit der &Uuml;bernahme der irischen Depfa im Herbst 2007 &bdquo;in der Falle&ldquo; gesessen und sich zu einem Schneeballsystem entwickelt, meinte Asmussen, derart habe sich Sanio gegen&uuml;ber dem Ministerium nie ge&auml;u&szlig;ert.<\/p>\n<p>Axel Troost (Linkspartei) kritisierte, dass sich Bankenaufsicht und Finanzressort nicht rechtzeitig mit dem Durchspielen von Risikoszenarien auf krisenhafte Situationen wie bei der HRE vorbereitet h&auml;tten. Dazu erkl&auml;rte Asmussen, in solche &Uuml;bungen h&auml;tte man einen Fall wie das Lehman-Fiasko gar nicht einbeziehen k&ouml;nnen, da dies nicht vorstellbar gewesen sei. Gerhard Schick von den Gr&uuml;nen stellte die Frage, wieso der deutsche Staat mit der Depfa, deren Schieflage in erster Linie das Desaster der HRE verursacht hat, eine irische Bank mit hiesigen Steuergeldern rette. Weidmann sagte dazu, mangels eines Privatkundengesch&auml;fts sei die Depfa nicht unter den Schutzschirm des irischen Staats gefallen. Im &Uuml;brigen sei es bei der Stabilisierung der Depfa und damit der HRE darum gegangen, Geldanlagen in Deutschland zu sichern, so der Berater von Kanzlerin Angela Merkel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2009\/26799433_2ua_hre_mittwoch\/index.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Haben Sie schon irgendwo einmal eine nachvollziehbare Begr&uuml;ndung daf&uuml;r gelesen, warum es bei einem Konkurs der HRE zu einer &bdquo;Kernschmelze&ldquo; h&auml;tte kommen k&ouml;nnen? Warum die 8,5 Milliarden das &Auml;u&szlig;erste waren, was der Finanzsektor zur Rettung beitragen konnte? Wie der Bankensektor bei k&uuml;nftigen Gewinnen noch zur Finanzierung herangezogen werden k&ouml;nnte?<\/em><\/p>\n<p>Wieder mal wird alles auf die Lehman-Pleite geschoben. Dass das ganze Casino eine kriminelle Veranstaltung war, ist offenbar bis heute nicht bewusst. Wenn es auch bei fr&uuml;herer Information &uuml;ber das bevorstehende Debakel der HRE keine Alternative zu dieser Art staatlicher Rettung gegeben h&auml;tte, dann belegt das ziemlich deutlich, wie sehr das ganze System ein Spiel ist, bei dem der Schwarze Peter dem Staat zugeschoben wird.<\/p>\n<p><em>Siehe zur <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:Investmentbanken-Die-deutsche-Lehman-L%FCge\/551263.html\">deutschen Lehman-L&uuml;ge nochmals<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Jens Berger: Der Staat kapituliert vor den Banken<\/strong><br>\nDas Finanzministerium hat in der Woche des Krisengipfels so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Man hat mit der Deutschen Bank und der Commerzbank zwei private Banken mit der Pr&uuml;fung der B&uuml;cher bei der HRE beauftragt. Die Privatbanken waren bei der gesamten Mission allerdings keine Verb&uuml;ndeten des Steuerzahlers, sondern dessen Konkurrenten. Eine Auffangl&ouml;sung, die dem Steuerzahler Geld gespart h&auml;tte, w&auml;re f&uuml;r die Privatbanken zwangsl&auml;ufig teuer geworden. Eine Auffangl&ouml;sung, die wiederum f&uuml;r die Privatbanken optimal w&auml;re, w&auml;re f&uuml;r den Steuerzahler zwangsl&auml;ufig suboptimal. Dieser Interessenkonflikt spielte allerdings f&uuml;r Steinbr&uuml;ck und Asmussen offensichtlich keine Rolle.<br>\nZum entscheidenden Krisengipfel am Sonntag erschien nicht etwa Steinbr&uuml;ck, sondern lediglich Staatssekret&auml;r Asmussen. Der kam dann auch noch zu sp&auml;t, ohne Rechtsbeistand, ohne eigene Zahlen und ohne eigenes Konzept. Die Privatbanken erschienen mit einer ganzen Armada von Anw&auml;lten und Wirtschaftspr&uuml;fern, hatten die genauen Zahlen und ein klares Konzept &ndash; der Staat m&uuml;sse die Risiken &uuml;bernehmen. Was der &Ouml;ffentlichkeit im nachhinein als harter Verhandlungspoker Asmussens und Steinbr&uuml;cks verkauft wurde, war eigentlich vielmehr ein trauriges Beispiel staatlicher Schw&auml;che, Desorganisation, Handlungsunf&auml;higkeit und blindem Vertrauen in die Privatbanken. Bis auf eine etwas h&ouml;here Haftung der Privatbanken, die eine Woche sp&auml;ter allerdings schon wieder vom Tisch war, unterschied sich die verabschiedete L&ouml;sung in keinem Punkt vom urspr&uuml;nglichen Konzept Ackermanns. Sicher, man stand unter Zeitdruck &ndash; allerdings ohne Not (&hellip;).\n<p>F&uuml;r die Privatbanken ging das Spiel auf. Der Staat sicherte durch Steuergelder nicht nur ihre Kredite an die M&uuml;nchner Pleitebank, er verschaffte ihnen durch die erstklassige Verzinsung und die erstklassigen Garantien auch eine erstklassige Gesch&auml;ftsm&ouml;glichkeit. In diesem Jahr werden die Privatbanken alleine rund 300 Millionen Euro Zinsgewinne mit den staatlich abgesicherten Notfallkrediten einfahren, wie der Tagesspiegel erfahren hat. Alleine die Deutsche Bank verbucht in diesem Jahr 100 Millionen Euro Zinsgewinne bei ihren &ndash; nicht eben uneigenn&uuml;tzigen &ndash; Notkrediten an die M&uuml;nchner. Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert &ndash; nun verdienen die Banken allerdings sogar noch an der Sozialisation der Verluste.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30917\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Man muss sich wirklich fragen, weshalb die Banken nicht bereit waren, alles aufzubringen, was sie hatten, um zu verhindern, dass das gesamte Bankensystem zusammenbricht. Entweder fanden sie die Lage so kritisch, wie sie immer behaupten. Oder sie wussten, der Staat wurde sich &uuml;ber den Tisch ziehen lassen. Wenn der Staat nicht mitgemacht h&auml;tte, w&uuml;rden die Banken die HRE fallen gelassen haben? Dann kann die Gefahr so schlimm doch nicht gewesen sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Offenbarungseid der Opposition<\/strong><br>\nDer Showdown im Untersuchungsausschuss zur Hypo Real Estate ist ausgeblieben: Staatssekret&auml;r J&ouml;rg Asmussen und Kanzlerinnenberater Jens Weidmann d&uuml;rfen ihre Sicht der Dinge unbehelligt ausbreiten.\n<p>Wer den Chefankl&auml;gern von FDP, Gr&uuml;nen und Linken in den vergangenen Tagen geglaubt hat, der muss sich heute verwundert die Augen reiben. Zum Hauptschuldigen der Finanzkrise hatten die Abgeordneten Volker Wissing, Gerhard Schick und Axel Troost den wichtigsten Mann von Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck (SPD) stilisiert. Immer wieder hatten sie Asmussens Entlassung gefordert. Und bei der Vernehmung im Ausschuss h&auml;tten sie den meistbesch&auml;ftigten Krisenmanager der Regierung am liebsten so in die Enge getrieben, dass er anschlie&szlig;end entnervt aufgibt. Das h&auml;tte sich auch im Wahlkampf nicht schlecht gemacht.<\/p>\n<p>Umso erstaunlicher, wie zahm die drei jetzt auftreten. Schick liefert sich lieber kleine Scharm&uuml;tzel mit dem Ausschussvorsitzenden Hans-Ulrich Kr&uuml;ger (SPD) um korrekte Zitate, als Asmussen zu attackieren. Wissing, der in fr&uuml;heren Sitzungen kleine Beamtinnen mit seiner schneidenden Art fast zum Weinen gebracht hatte, ist heute ein Musterbeispiel an Sachlichkeit. Und der Linke Troost f&auml;llt vor allem dadurch auf, dass er in vielen Runden auf sein Fragerecht verzichtet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:HRE-Untersuchungsausschuss-Offenbarungseid-der-Opposition\/555496.html\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der Neoliberalismus verschwindet nicht von selbst<\/strong><br>\nWir haben es aktuell nicht nur mit einer der immer wiederkehrenden zyklischen Krisen zu tun, sondern mit einer systemischen Krise des Kapitalismus. Da bisher keine (oder au&szlig;erhalb Lateinamerikas keine) relevanten gesellschaftlichen Kr&auml;fte den Kapitalismus in Frage stellen, d&uuml;rfte diese Krise nicht den Kapitalismus selbst, sondern nur sein bis zum Ausbruch der Krise praktiziertes Wachstums- oder Akkumulationsmodell beenden. So wie bisher kann dieses Modell, das wir uns angew&ouml;hnt haben, Neoliberalismus zu nennen, nicht mehr weitergef&uuml;hrt werden. Aber es geht auch nicht ganz von selbst zugrunde und wird nicht ganz von selbst von einem noch strahlenderen Kapitalismusmodell abgel&ouml;st. Zudem hat diese Krise wie jede die unangenehme Eigenschaft, das Leben der Menschen in ganz konkret-materieller Weise zu beeintr&auml;chtigen. Arbeitslosigkeit und Armut kommen zur ganz gew&ouml;hnlichen Plage der unsicheren Zukunft hinzu. Auswege aus der Krise m&uuml;ssen gesucht und gefunden werden. Dazu zun&auml;chst eine extrem kurze Skizze, wie die Weltwirtschaft in die aktuelle prek&auml;re Lage geraten ist. Von Lucas Zeise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/files\/pdf\/zeise.pdf\">Linksnet [PDF &ndash; 230 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Zu Guttenberg: Nicht ohne meine Anw&auml;lte<\/strong><br>\nWirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat erneut die Anwaltskanzlei Linklaters mit Arbeiten aus seinem Ministerium beauftragt. Dieses Mal lautet der Auftrag nach Informationen des Handelsblatts nicht, einen Gesetzentwurf zu erarbeiten, sondern ein Gesetz umzusetzen.\n<p>Es geht um die geplante &ldquo;Nationale Akkreditierungsstelle&rdquo;. Unter dem Dach dieses &ldquo;Deutschland-T&uuml;vs&rdquo; sollen k&uuml;nftig alle Zertifizierungsstellen des Bundes, der L&auml;nder und der Wirtschaft vereint werden, die etwa G&uuml;tesiegel f&uuml;r Produkte vergeben. Linklaters soll die entsprechenden Vertr&auml;ge erarbeiten. Laut einer EU-Verordnung muss Deutschland die Beh&ouml;rde bis Anfang 2010 aufbauen. Entsprechend knapp ist die Zeit f&uuml;r die Beamten im Wirtschaftsministerium.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/zu-guttenberg-nicht-ohne-meine-anwaelte;2446425\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was werden da nur f&uuml;r Gesetze verabschiedet, f&uuml;r deren Umsetzung man Rechtsanwaltsfabriken wie Linklaters beauftragen muss? Wenn es aber so komplex sein sollte, dass selbst Fachleute aus den Ministerien nicht mehr durchblicken, wie sollte dann noch jemand beurteilen k&ouml;nnen, ob der Rat der Berater richtig ist. Es ist die Auslieferung der politischen Kontrolle und damit die Auslieferung der Demokratie an eine anonyme Pseudo-Expertokratie.<\/em><\/p>\n<p>Wer &uuml;bernimmt die (politische und juristische) Verantwortung daf&uuml;r, wenn die Umsetzungsempfehlungen an der Wirklichkeit scheitern?<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&ldquo;Das System powert die Leute systematisch aus&rdquo;<\/strong><br>\nDumpingl&ouml;hne, keine Tarifvertr&auml;ge, kein K&uuml;ndigungsschutz: Gewerkschaften prangern den Missbrauch von Leiharbeit an. Der Arbeitssoziologe Klaus D&ouml;rre erkl&auml;rt die Folgen prek&auml;rer Besch&auml;ftigung.\n<p>Deutsche Unternehmen nutzen Leiharbeit nicht mehr zum kurzfristigen Ausgleich personeller Engp&auml;sse, sondern, so die IG Metall, &ldquo;als Instrument einer kurzfristigen Absicherung der Kapitalrendite oder der Profitabilit&auml;t&rdquo;. Die Gewerkschaft gr&uuml;ndet diese Einsch&auml;tzung auf die von ihr in Auftrag gegebene Studie &ldquo;Funktionswandel von Leiharbeit&rdquo;. Klaus D&ouml;rre, Professor f&uuml;r Arbeitssoziologie an der Universit&auml;t Jena, hat die Untersuchung wissenschaftlich begleitet. Im Interview erl&auml;utert er die zentralen Ergebnisse.<\/p>\n<p>D&ouml;rre: &bdquo;Dieser Klebeeffekt ist ein Mythos. Bei &ldquo;normalen&rdquo; Arbeitslosen ist die Quote derer, die eine Arbeit finden, genauso hoch wie bei Leiharbeitern. Arbeitsmarktpolitisch macht es also keinen Unterschied, ob die Menschen vorher an eine Firma ausgeliehen wurden oder nicht. Und gesellschaftlich ist der Einsatz von Zeitarbeitern eine Katastrophe: Werden sie als Reservearmee in Betrieben vorgehalten, verliert eine komplette Gruppe den Anschluss an weite Teile der Gesellschaft. Ihre Lohneinbu&szlig;en liegen zwischen 20 und 30 Prozent, die Schere zwischen Arm und Reich &ouml;ffnet sich immer weiter. Ganze Regionen fallen zur&uuml;ck, weil dort die Kaufkraft sinkt.&ldquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/jobkarriere\/297\/484730\/text\/\">SZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.igmetall.de\/cps\/rde\/xbcr\/internet\/docs_ig_metall_xcms_149477__2.pdf\"> IG Metall: &bdquo;Funktionswandel von Leiharbeit&ldquo;, Studie im Auftrag der Otto Brenner Stiftung [PDF &ndash; 46 KB]<\/a> <\/p>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Deutschland, Land der Billigarbeiter<\/strong><br>\nIn der Rezession sank die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland &ndash; demn&auml;chst d&uuml;rfte sie wieder deutlich steigen, hei&szlig;t es in einer Studie. Auch das Statistische Bundesamt fand heraus: Es gibt immer weniger &ldquo;klassische&rdquo; Jobs hierzulande.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:Kritik-an-Leih-und-Teilzeitjobs-Deutschland-Land-der-Billigarbeiter\/555574.html\">FTD<\/a>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Hauptstadt der prek&auml;ren Besch&auml;ftigung<\/strong><br>\nF&uuml;nf Wochen vor der Bundestagswahl wollen die Gewerkschaften ver.di und NGG das Thema Niedrigl&ouml;hne einer breiteren &Ouml;ffentlichkeit ins Bewu&szlig;tsein r&uuml;cken. Zwar ist das geplante &raquo;Niedriglohn-Barometer bundesweit angelegt, Berlin wird aber eine besondere Rolle spielen. Dort sind nach Angaben der beiden Gewerkschaften rund 116500 Erwerbst&auml;tige trotz Arbeit auf staatliche Zusch&uuml;sse angewiesen, um ihren Lebensunterhalt sichern zu k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/08-20\/026.php?print=1\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist unbegreiflich, warum die SPD das Thema Mindestlohn nicht zum Wahlkampfschlager gemacht hat, wenn selbst 72 Prozent der CDU-W&auml;hler die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn unterst&uuml;tzen. Wahrscheinlich haben die deutschen Politeliten die Legende vom Arbeitsplatzvernichter Mindestlohn so verinnerlicht, dass diese Arbeitgeber-M&auml;r gar nicht mehr dekonstruiert werden kann. <\/em><\/p>\n<p><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung RS:<\/strong> Ich habe die Stimme Angela Merkels (und anderer) vor einigen Jahren noch im Ohr, als sie daf&uuml;r pl&auml;dierte, den Niedriglohn-Sektor auszubauen. Das ist nunmehr geschehen &ndash; und jetzt sind die Deutschen dabei, Merkel und andere Verfechter dieser Politik wieder in die Regierung zu w&auml;hlen.<\/p>\n<p>Zum verwandten Thema Mindestlohn:<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Mindestlohn Kommission: Mindestlohn entzweit Union und FDP<\/strong><br>\nIm Windschatten des Wahlkampfes treiben Union und SPD ihre gemeinsame Mindestlohnpolitik weiter voran &ndash; und irritieren damit die FDP: Weniger als sechs Wochen vor Ende der Legislaturperiode will das Bundeskabinett unter F&uuml;hrung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch eine neue siebenk&ouml;pfige Mindestlohn-Kommission berufen. FDP-Fraktionsvize Rainer Br&uuml;derle r&uuml;gt das als &bdquo;Wahlkampfhilfe f&uuml;r die SPD&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/mindestlohn-entzweit-union-und-fdp;2446342\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em>Zur Mindestlohnkommission nimmt die die Linksfraktion Stellung:<\/em><\/p>\n<p><strong>Klaus Ernst: Mindestlohn-Kommission ist eine Farce<\/strong><br>\nDie Mindestlohn-Kommission ist eine Farce. Schon der Name ist irref&uuml;hrend. Lohndumping-Beirat w&auml;re richtiger. Denn Lohndumpinganh&auml;nger haben die Mehrheit in dem Gremium. Wolfgang Franz singt seit Jahren Loblieder auf Hungerl&ouml;hne und will das Arbeitslosengeld II noch unter das jetzige Niveau absenken. Klaus von Dohnanyi, bekennender Neoliberaler mit SPD-Parteibuch, will Mindestl&ouml;hne allenfalls auf niedrigstem Niveau und noch dazu mit geringeren S&auml;tzen f&uuml;r Ostdeutschland.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit den Arbeitgeber-Vertretern, denen jeder Euro Lohn einer zu viel ist, gibt es so eine Sperrmehrheit gegen existenzsichernde Mindestl&ouml;hne. Wer Mindestl&ouml;hne von Lohndumpinganh&auml;ngern festsetzen l&auml;sst, kann es auch gleich bleiben lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/41150\/1459944\/die_linke\/rss\">Presseportal<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bei der Zusammensetzung der Kommission h&auml;tte die SPD beweisen k&ouml;nnen, ob sie wirklich einen vern&uuml;nftigen Mindestlohn will. Sie hat ihn unter Rot-Gr&uuml;n nicht durchgesetzt, sie hat ihn in der Gro&szlig;en Koalition nur unzul&auml;nglich durchgesetzt (obwohl eine Mehrheit im Parlament daf&uuml;r vorhanden gewesen w&auml;re), und jetzt setzt sie eine Kommission ein, deren Zusammensetzung allenfalls eine Mindestlohnh&ouml;he erwarten l&auml;sst, die kaum h&ouml;her als die tats&auml;chlich bezahlten Hungerl&ouml;hne liegen d&uuml;rften.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Posse mit der Steuerfahndung<\/strong><br>\nAuf der legend&auml;ren Daten-CD, die Klaus Zumwinkel zum Verh&auml;ngnis wurde, stand auch der Name des Topbeamten Karl Michael Betzl. Doch anders als beim Ex-Postchef wurde dessen Steuerverfahren still und leise eingestellt. Auf m&ouml;gliche Beweise verzichtete Bayerns Justiz.\n<p>Wieder einmal sorgt der Steuerskandal in Liechtenstein f&uuml;r gro&szlig;e Aufregung. Das Verfahren gegen den Topbeamten Karl Michael Betzl, zweiter prominenter Deutscher nach Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel, der Geld nach Liechtenstein geschafft hat, wird eingestellt, und das auf eine solche Art. Ein Verdacht dr&auml;ngt sich auf, der mehr als ein Geschm&auml;ckle hat: Hat Bayerns Justiz voreilig gehandelt und darauf verzichtet, m&ouml;gliche Beweise zu ber&uuml;cksichtigen? &ndash; &ldquo;Das Verfahren ist eingestellt. Aus!&rdquo;, sagt Betzl heute. Er will nicht mehr &uuml;ber den Fall reden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:Agenda-Die-Posse-mit-der-Steuerfahndung\/555312.html?p=1\">FTD<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine spannend zu lesende obskure Geschichte.<\/em><\/p>\n<p><em>Im Gegensatz dazu:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>US-Kunden nennen Namen weiterer Schweizer Banken<\/strong><br>\nIm Zusammenhang mit dem Verfahren der US-Steuerbeh&ouml;rden IRS gegen die UBS bzw. dem laufenden Steueramnestieprogramm sind in den USA weitere Banken genannt worden. Reiche US-B&uuml;rger haben laut einem Bericht des &laquo;Wall Street Journal&raquo; (WSJ) den US-Beh&ouml;rden offenbar die Namen von rund zehn europ&auml;ischer und Schweizer Banken genannt, bei welchen sie Konten angelegt hatten. Darunter figurieren die Credit Suisse, Julius B&auml;r, die Z&uuml;rcher Kantonalbank (ZKB) und die Union Bancaire Priv&eacute;e (UBP). Die Namen der europ&auml;ischen Banken wurden nicht genannt. Laut eingeweihten Kreisen k&ouml;nnte der IRS damit eine neue Front gegen potenzielle Steuervergehen er&ouml;ffnen.\n<p>Die Nennung der erw&auml;hnten Institute muss aber in keinster Weise f&uuml;r ein Fehlverhalten sprechen, sondern bedeutet lediglich, dass US-B&uuml;rger Geld bei diesen Banken liegen haben und dies dem US-Fiskus nun im Rahmen des Amnestieprogramms mitgeteilt haben. Eine Bank macht sich erst strafbar, wenn sie einem Kunden aktiv bei der Steuerhinterziehung hilft, wie dies die UBS in den USA getan hatte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/us-kunden_nennen_namen_weiterer_schweizer_banken_1.3371089.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wie lange will die NZZ, die in ihrer Auslandsberichterstattung eine ganz hervorragende Zeitung ist, die Realit&auml;t ignorieren. Nat&uuml;rlich ist die UBS kein Einzelfall. Wie aus dem<a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/us-justiz_ubs-steueraffaere_1.3354808.html?printview=true\"> Gest&auml;ndnis des UBS-Kunden John MacCarthy<\/a> zu ersehen ist, konnte dieser auf eine eingespielte Infrastruktur zur&uuml;ckgreifen, die nicht auf eine einzelne Bank verweist.<\/em><\/p>\n<p>Im Februar war die NZZ schon einmal ehrlicher bzw. weiter. Sie <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/zeitenwende_im_banking_1.2003564.html\">titelte<\/a>: &ldquo;Zeitenwende im Banking. F&uuml;r das klassische Schweizer Private Banking, das auf Steuerhinterziehung abzielt, wird es eng. Viele Banken bereiten sich auf die Zeit danach vor.&rdquo;<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Zumwinkel-Ankl&auml;gerin vollst&auml;ndig entlastet<\/strong><br>\nAls Staatsanw&auml;ltin war sie die J&auml;gerin, dann wurde Margrit Lichtinghagen selbst zur Gejagten. Bu&szlig;gelder sollte sie abgezweigt, Verfahren verschleppt haben. Nun kann sie aufatmen. Die Ermittler verneinten jeden Anfangsverdacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/koepfe\/:Keine-Ermittlungen-Zumwinkel-Ankl%E4gerin-vollst%E4ndig-entlastet\/555746.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Aber zur Aufgabe wurde sie dennoch gezwungen. Im Ergebnis hat man eine unliebsame und erfolgreiche Ankl&auml;gerin gegen Steuerhinterzieher kalt <\/em>gestellt.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Europa und die Krise der Linken<\/strong><br>\nAuch wenn Wahlen zum Europ&auml;ischen Parlament traditionell ein Schattendasein fristen und in der Regel schnell vergessen sind: Der j&uuml;ngste Urnengang war eine Z&auml;sur. Und zwar ironischerweise zun&auml;chst in nationaler Hinsicht. Noch 1979, bei den ersten Europawahlen, erreichte die SPD &uuml;ber 40 Prozent; seither hat sich ihr Stimmenanteil halbiert. Doch viel zu sehr war der Wahlkampf auf den eigenen Kanzlerkandidaten zugeschnitten, als dass man ernsthaft von &bdquo;blo&szlig;&ldquo; europapolitischer Bedeutung sprechen k&ouml;nnte. Im Gegenteil: Das Desaster f&uuml;r die Sozialdemokratie &ndash; &bdquo;SPD in Insolvenz&ldquo; titelte treffend die &bdquo;tageszeitung&ldquo; &ndash; verschafft in erschreckender Weise Klarheit hinsichtlich der kommenden Bundestagswahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/24780\">Linksnet<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Medien: Umfeld f&uuml;r Werbebotschaften<\/strong><br>\nStudie: &Ouml;konomischer Druck auf Journalisten nimmt zu<br>\nMehr Arbeitsdruck und weniger Zeit f&uuml;r Recherche, zunehmende Abh&auml;ngigkeit von Werbekunden und der Trend hin zu Unterhaltung &ndash; das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Universit&auml;t M&uuml;nster zum Arbeitsalltag in den Redaktionen. &ldquo;Eines steht aus Journalistensicht fest: Medienunternehmen werden noch st&auml;rker prim&auml;r wirtschaftliche Ziele verfolgen&rdquo;, lautet das Fazit der Wissenschaftler. Sie hatten am Institut f&uuml;r Kommunikationswissenschaft unter der Leitung von Prof. Bernd Bl&ouml;baum 15 Nachrichtenredaktionen, darunter die der &ldquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&rdquo;, &ldquo;Bild&rdquo; und &ldquo;taz&rdquo;, untersucht. &ldquo;Wandel bei aktuellen Massenmedien: Journalismus in ver&auml;nderten Medienkontexten&rdquo; lautet der Titel der Studie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/30\/30936\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Persiens historisches Jahr &ndash; eine zweite konstitutionelle Revolution?<\/strong><br>\nDas Jahr 2009 ist f&uuml;r den Iran von historischer Bedeutung. Nicht nur weil der Widerstand in der iranischen Gesellschaft p&uuml;nktlich zum 30. Geburtstag der islamischen Revolution offen ausgebrochen ist, sondern auch genau 100 Jahre nach der konstitutionellen Revolution von 1909. Iranische Historiker bezeichnen die gegenw&auml;rtige Freiheitsbewegung deshalb bereits als die zweite konstitutionelle Revolution &ndash; wie z.B. Mohammad Amini. Er legt in seinem Essay &ldquo;Die zweite konstitutionelle Revolution&rdquo; dar, dass es unverkennbare Parallelen der aktuellen Bewegung zu den Ereignissen zu Beginn des 20. Jahrhunderts gibt &hellip; und nicht zuletzt die desastr&ouml;se Volkswirtschaft : (&hellip;) so ist es in der heutigen Zeit die Wirtschaftspolitik der Islamischen Republik, die sich unter Ahmadinedschad zu einem besonders gro&szlig;en Desaster entwickelte. Populistische Geldgeschenke haben die Staatskassen des Landes geleert und die Inflationsrate angeheizt. Dass ein Land mit den zweit- und drittgr&ouml;&szlig;ten &Ouml;l- und Gasreserven der Welt eine Armutsquote von mindestens 60 % hat, verdeutlicht den katastrophalen Zustand der iranischen Volkswirtschaft (&hellip;) Und die Autorin kommt zu dem Schluss, dass diese Parallele zu 1909 durchaus eine vertretbare Analyse der gegenw&auml;rtigen Protestbewegung ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=me&amp;dig=2009%2F08%2F19%2Fa0002&amp;cHash=c801301c13\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Spanien: Auf Pump<\/strong><br>\nEs ist nicht so, dass die Krise offensichtlich w&auml;re in den Stra&szlig;en von Madrid &ndash; obwohl Spanien eines der von der weltweiten Rezession am h&auml;rtesten betroffenen L&auml;nder ist. Arbeiter, die nach Werkschlie&szlig;ungen ihre Jobs verloren haben, oder auch Leute mit Zeitvertr&auml;gen, die nicht verl&auml;ngert wurden, machen schon mal ihrem &Auml;rger Luft, aber ansonsten geht das Leben weiter wie zuvor. Allerdings haben die Leute den G&uuml;rtel ein paar L&ouml;cher enger geschnallt. In den Superm&auml;rkten werden 70 Prozent weniger Waren verkauft. Nur No-Name-Produkte seien st&auml;rker gefragt, erz&auml;hlt ein Angestellter im Einkaufszentrum. Die Bars sind zur Stunde des Aperitivo nicht ganz so voll wie fr&uuml;her, die Terrassen am Abend weniger laut und die langen madrilenischen N&auml;chte nicht mehr ganz so bunt. Ein un&uuml;bersehbares Zeichen der Krise sind allerdings die Schilder &ldquo;Zu verkaufen&rdquo;, von denen immer mehr an den Balkonen der H&auml;user auftauchen. Und ein Blick in die Auslage irgendeiner beliebigen Immobilienagentur reicht aus, um festzustellen, dass die Wohnungspreise tats&auml;chlich um rund 30 Prozent gesunken sind, wie die offizielle Statistik behauptet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2009\/07\/10.mondeText.artikel,a0043.idx,15\">Monde-Diplomatique<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(RS\/WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4137#h01\">Heiner Flassbeck: Was sozial ist, schafft Arbeit!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h02\">Vor dem Aufschwung? ver.di Alternativen und Forderungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h03\">Asmussen: HRE-Rettungsaktion war &ldquo;kein fahrl&auml;ssiger Poker&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h04\">Jens Berger: Der Staat kapituliert vor den Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h05\">Offenbarungseid der Opposition<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h06\">Der Neoliberalismus verschwindet nicht von selbst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4137#h07\">Zu Guttenberg: Nicht ohne meine<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4137\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4137","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4137","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4137"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4137\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4137"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4137"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4137"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}