{"id":41378,"date":"2017-12-02T11:00:20","date_gmt":"2017-12-02T10:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41378"},"modified":"2017-12-02T18:21:35","modified_gmt":"2017-12-02T17:21:35","slug":"leserbriefe-zum-artikel-die-neuen-herren-der-weltwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41378","title":{"rendered":"Leserbriefe zum Artikel \u201eDie neuen Herren der Weltwirtschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p>BlackRock und Co. interessieren auch unsere Leser. So war es keine gro&szlig;e &Uuml;berraschung, dass wir zahlreiche Leserzuschriften zum Artikel &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41340\">Die neuen Herren der Weltwirtschaft<\/a>&ldquo; bekamen, in dem ich das System der &bdquo;Verm&ouml;gensverwaltungsunternehmen&ldquo; unter die Lupe genommen und analysiert habe. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nZun&auml;chst macht uns unser Leser Werner Augustin auf einen sehr wichtigen Punkt aufmerksam: <\/p><blockquote><p>\nSehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\nSehr geehrter Herr Berger,<\/p>\n<p>danke f&uuml;r Ihren Beitrag zu Blackrock &amp; Co.. Ich m&ouml;chte Sie allerdings darauf hinweisen, dass der von Ihnen angegebene Anteil BlackRocks an Siemens, von 5,93%, wom&ouml;glich nicht einmal die halbe Wahrheit ist! <\/p>\n<p>Im Handelsblatt vom 18.\/19.\/20. November 2016 fand sich ein informativer und durchaus kritischen Artikel zum Thema. In die &bdquo;Die wahren Herren der Welt&ldquo; war zu lesen: &bdquo;Allein den neun Fonds von Blackrock geh&ouml;ren knapp 11 Prozent des Deutschen Aktienindex.&ldquo; <\/p>\n<p>Vom Autor des Artikels, Hans-J&uuml;rgen Jakobs, ist auch ein Buch erschienen: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/Wem-gehoert-die-Welt\/Hans-Juergen-Jakobs\/Knaus\/e501463.rhd\">Wem geh&ouml;rt die Welt? Die Machtverh&auml;ltnisse im globalen Kapitalismus<\/a>&ldquo;. Die von Ihnen angegebenen 5,93% sind nur die von der BlackRock, Inc. selbst gehaltenen Anteile. Daneben sind wohl noch die Anteile der einzelnen BlackRock-Fonds zu betrachten. Interessante Beispielrechnungen <a href=\"http:\/\/www.theintelligence.de\/index.php\/wirtschaft\/finanzen\/3859-ein-gespenst-geht-um-im-deutschen-aktienindex-blackrock.html\">finden Sie hier<\/a>.<\/p>\n<p>Hier Ausz&uuml;ge aus dieser Ver&ouml;ffentlichung vom 16. Januar 2012:<\/p>\n<p><em>&bdquo;[&hellip;] Es stimmt nur dann, wenn man ausschlie&szlig;lich die Firma &ldquo;BlackRock Inc.&rdquo; betrachtet. Wenn man aber BlackRock Holdco 2 Inc., BlackRock Financial Management Inc., BlackRock Advisors Holdings Inc., BlackRock International Holdings Inc., BlackRock Jersey International Holdings L.P., BlackRock Group Limited mit in die Rechnung einbezieht, sieht die Sache schon ganz anders aus.<\/em><br>\n<em>Beispielsweise gibt das Handelsblatt den Anteil von BlackRock an der Daimler AG zum 11.08.2011 mit 5,72% an. Korrekt, wenn man nur BlackRock Inc. betrachtet. Bezieht man jedoch die weiteren, in der Stimmrechtsmitteilung vom 18.08.2011 ebenfalls genannten, BlackRock-Firmen mit ein, dann ergibt sich ein v&ouml;llig anderes Bild:<\/em><br>\n<em>Neben BlackRock Inc. mit 5,72% ist BlackRock Holdco 2 Inc. mit 5,55%, BlackRock Financial Management Inc. ebenfalls mit 5,55%, BlackRock Advisors Holdings Inc. mit 3,64%, BlackRock International Holdings Inc. mit 3,48% sowie BlackRock Jersey International Holdings L.P. mit ebenfalls 3,48% an der Daimler AG beteiligt.<\/em><br>\n<em>In Summe ergibt sich eine Beteiligung der BlackRock-Gruppe an der Daimler AG von 27,42 Prozent. Somit erreicht die BlackRock-Gruppe die sog. Sperrminorit&auml;t, was aktienrechtlich weitreichende Folgen hat. Im Klartext hei&szlig;t das: Bei wesentlichen Entscheidungen im Konzern geht ohne BlackRock nichts [&hellip;]<\/em><\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nWerner Augustin\n<\/p><\/blockquote><p>Herr Augustin und seine Quellen haben nat&uuml;rlich vollkommen Recht. Wie genau sich die Anteile der &bdquo;institutionellen Investoren&ldquo; zusammensetzen ist nicht pr&auml;zise zu sagen, da auch wir nat&uuml;rlich nur die &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Daten kennen und die stammen von der BaFin aus den &bdquo;Meldeschwellen&ldquo;. &Uuml;berschreitet der Stimmanteil eines Investors drei, f&uuml;nf, zehn, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte, so muss er dies der betreffenden Aktiengesellschaft und der BaFin mitteilen. Wenn sich nun diese Anteile auf verschiedene Einheiten ein- und derselben Firma verteilen, wird es kompliziert. Hier muss nur dann aggregiert werden, wenn es einen gemeinsamen Entscheider gibt. Ob dies bei unterschiedlichen Fonds aus einem Hause der Fall ist, wird sicher strittig sein. Aber das spielt schlussendlich auch keine gro&szlig;e Rolle, da diese Fonds und Verm&ouml;gensverwalter ohnehin von ein und derselben Ideologie angetrieben werden.<\/p><p>Unser Leser M.R. schreibt uns &hellip;<\/p><blockquote><p>\nGuten Morgen Herr Berger<\/p>\n<p>Ihr Bericht zu den &ldquo;Neuen Herren der Weltwirtschaft &rdquo; ist wie immer fundiert und &uuml;berzeugend geschrieben. Was mir pers&ouml;nlich aber fehlt und das ich f&uuml;r mindestens genauso wichtig und gef&auml;hrlich hallte wie den Supercomputer Aladin, ist: Mit dem, ja Zwang von politischer Seite aus Privat vor zu sorgen, geben wir&nbsp;Besch&auml;ftigten von kleinen und mittleren Einkommen diesen &ldquo;Herren&rdquo; genau das Geld in die Hand, mit denen Sie uns, dann zum Wohle einiger Weniger, den Arbeitsplatz weg rationalisieren.<\/p>\n<p>Es ist schon fast paradox, das ich f&uuml;r meine Vorsorge damit rechnen muss , meinen Arbeitsplatz, der mir es erst erm&ouml;glicht diese Vorsorge zu betreiben zu Verlieren, weil ja die Rendite f&uuml;r die Herren mit&nbsp;einem Einlagevolumen von 50 Millionen Euro erwirtschaftet werden muss.<\/p>\n<p>Konkret gesagt zahle ich in eine Vorsorge Versicherung welcher Art auch immer einen mir jetzt Weh tuenden Betrag ein, verliere in 5 Jahren Dank Aladin&nbsp;meinen Arbeitsplatz und bekomme eine Mini Mini R&uuml;ckzahlung im Alter. Im Prinzip rationalisiere ich mich selbst weg. Und um so mehr das tun, um so schlimmer wird der Druck, da ja alle eine Rendite erwarten. Aber wo soll Sie herkommen ? Von diesen Herren gewiss nicht, den diese Produzieren nichts, nein ganz im Gegenteil sie entziehen genau den Firmen die Produzieren und an denen Sie gro&szlig;e Anteile haben die Ums&auml;tze. Ich kann meinen Euro nur einmal ausgeben, entweder f&uuml;r die Vorsorge oder f&uuml;r den jetzigen Konsum. Hinzu kommt, das nicht nur das Geld der 50 Millionen-Kunden nicht in Umlauf ist , sondern auch noch zig Milliarden von uns kleinen und mittleren Einkommen . All dieser Gelder fehlen doch im Wirtschaftskreislauf, was Aladin dazu bewegt die Firma xy zu einem besseren Ertrag durch Werksschlie&szlig;ung und Einsparungen zu zwingen.<\/p>\n<p>Danach beginnt alles von vorn.<\/p>\n<p>Vielen Dank<br>\nM.R.\n<\/p><\/blockquote><p>Martin Scheuringer schreibt uns &hellip;<\/p><blockquote><p>\nVielen Dank f&uuml;r diesen Beitrag!<\/p>\n<p>Es freut mich, dass durch diesen Beitrag vielleicht Verst&auml;ndnis daf&uuml;r generiert wird, dass die anonymen Marktkr&auml;fte sich schon seit ihrem fl&auml;chendeckenden Bestehen als eigenst&auml;ndige Wesen gegen die Menschen verselbstst&auml;ndigt haben. Fr&uuml;her in Form von Denkschablonen und exekutiert von den Eliten aber auch von uns als Arbeiter und Konsumenten. Diese Schablone nennt man in der VWL &bdquo;rationaler Agent&ldquo;, der ja eine Fiktion ist, wie kulturelle Anthropologie und Soziologie gut darlegen k&ouml;nnen. Heute nehmen diese sich verselbstst&auml;ndigten Marktkr&auml;fte tats&auml;chlich materielle Form an und treten uns als Subjekt gegen&uuml;ber &ndash; obwohl in Form eines Netzes von Algorithmen. Freilich spiegelt diese Subjekt uns selbst, die wir zu &bdquo;rationalen Agenten&ldquo; sozialisiert wurden. Wir bet&auml;tigen durch Arbeit, Kaufen, Sparen, Kosten-Nutzen-Kalk&uuml;l dieses System, das eigene Zwecke verfolgt (Verwertung von Kapital), die hinter dem Horizont unserer Handlungen liegen. Das schlimme ist, dass uns diese Handlungen als &bdquo;nat&uuml;rlich&ldquo; erscheinen, obwohl sie im Prozess der Geschichte entstanden sind und bei vielen Kulturen nicht gefunden werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Das Fetischismuskapitel im Kapital von Karl Marx &ndash; wird vielleicht durch diese Entwicklung besser verstanden. Und der Ansatzpunkt f&uuml;r den Aufbau einer anderen Gesellschaft wird sich wenn das verstanden wird, nicht an Institutionen klammern, die mit diesem System verbunden sind, sondern jenseits davon.<br>\n&nbsp;<br>\nDanke f&uuml;rs Recherchieren!<br>\nMfg Martin Scheuringer\n<\/p><\/blockquote><p>Und unser Leser Udo Wellh&ouml;fer schreibt uns <\/p><blockquote><p>\nLieber Genosse(*) Berger,<br>\nganz, ganz gro&szlig;er Journalismus!!!<\/p>\n<p>Vor rund zwanzig Jahren sagte ich mal einem (damaligen) Arbeitskollegen der als &ldquo;Ossi&rdquo; demnach auch ca. 6 bis7 Jahre Westluft atmen durfte und&nbsp; immernoch glaubte&nbsp; &ldquo;clever &rdquo; zu sein und auch (popeliger) &ldquo;Aktion&auml;r&rdquo; war das man sich seiner eigenen, na nennen wir es auch &ldquo;Freiheit&rdquo;, beraubt wenn man dem &ldquo;System&rdquo; die Spargroschen (mit der erweckten Gier)&nbsp; anvertraut, also auch kein Interesse mehr haben kann wieder ein solidarisches Gemeinwesen zu schaffen und sich dadurch zu einer willf&auml;hrigen Marionette herabstuft und sich selber in der Hoffnung, den eigenen A&hellip; an die Wand zu kriegen, versklavt.<\/p>\n<p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en. Bekannterma&szlig;en. <\/p>\n<p>PS: * ist keine Verunglimpfung oder Sarkasmus!\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock und Co. interessieren auch unsere Leser. So war es keine gro&szlig;e &Uuml;berraschung, dass wir zahlreiche Leserzuschriften zum Artikel &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41340\">Die neuen Herren der Weltwirtschaft<\/a>&ldquo; bekamen, in dem ich das System der &bdquo;Verm&ouml;gensverwaltungsunternehmen&ldquo; unter die Lupe genommen und analysiert habe. 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