{"id":41439,"date":"2017-12-06T08:39:24","date_gmt":"2017-12-06T07:39:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41439"},"modified":"2017-12-06T14:20:25","modified_gmt":"2017-12-06T13:20:25","slug":"des-linken-vorstands-strategischer-kampf-in-richtung-5-dazu-auch-die-erklaerung-von-andrej-hunko-zum-linken-beschluss-klare-kante-gegen-querfront","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41439","title":{"rendered":"Des Linken-Vorstands strategischer Kampf in Richtung 5 %. Dazu auch die Erkl\u00e4rung von Andrej Hunko zum Linken-Beschluss \u201eKlare Kante gegen Querfront\u201c."},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" width=\"150\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170419_hunko.jpg\" alt=\"Andrej Hunko\" title=\"Andrej Hunko\"><\/div><p>Genauso wie die SPD und lange Zeit die Gr&uuml;nen zerf&auml;llt die Linkspartei in mindestens zwei Fl&uuml;gel. Es war bei ihr wie zuvor bei der SPD und den Gr&uuml;nen wichtig, diese Fl&uuml;gel zusammen zu halten. Nur mit einer gewissen Vielfalt konnten einigerma&szlig;en gute Wahlergebnisse erreicht werden. Der Niedergang der SPD hat wesentlich damit zu tun, dass sich dort der konservative bis reaktion&auml;re Fl&uuml;gel um Netzwerker und Seeheimer durchgesetzt hat. Wollen Riexinger und Kipping der Linkspartei das gleiche Schicksal einbrocken? <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3261\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-41439-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171206_Andrej_Hunko_zum_Linken_Beschluss_Klare_Kante_gegen_Querfront_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171206_Andrej_Hunko_zum_Linken_Beschluss_Klare_Kante_gegen_Querfront_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171206_Andrej_Hunko_zum_Linken_Beschluss_Klare_Kante_gegen_Querfront_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171206_Andrej_Hunko_zum_Linken_Beschluss_Klare_Kante_gegen_Querfront_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=41439-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171206_Andrej_Hunko_zum_Linken_Beschluss_Klare_Kante_gegen_Querfront_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"171206_Andrej_Hunko_zum_Linken_Beschluss_Klare_Kante_gegen_Querfront_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Das w&auml;re verheerend und w&uuml;rde an der 5 %-Klausel enden. Die handelnden Personen sollten sich die folgende Tabelle mal anschauen: <\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171206-Hunko-01.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171206-Hunko-01-small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p><em>2) bis 2002: PDS (2005: Die Linke.PDS)<\/em><\/p><p>Die Linke, bis 2002 PDS, hatte 2002 nur 4 % erreicht. Das bis heute dann beste Ergebnis im Jahre 2009 mit 11,9 % ist auch ein Beleg f&uuml;r die hier vertretene These von der notwendigen Breite einer Partei, jedenfalls von der Notwendigkeit der Zusammenarbeit. Damals waren Gysi und Lafontaine, oder Lafontaine und Gysi die Aush&auml;ngeschilder der Linkspartei. Dass es 2017 mit 9,2 % noch einigerma&szlig;en gut ging, ist sehr wahrscheinlich auch der Zusammenarbeit zweier Fl&uuml;gel-Personen zu verdanken: Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch. Die Spitze der Partei Die Linke, heute mit Katja Kipping und Bernd Riexinger, hat davon offensichtlich nicht Notiz genommen. Sie haben offensichtlich nicht erkannt, welches Spiel hier mit ihrer Partei getrieben wird, oder sie sind sogar Teil der Doppelstrategie, die wir auf den NachDenkSeiten vor kurzem beschrieben haben: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41232\">Die Doppelstrategie gegen alles Linke: 1. bei Wahlen klein halten mithilfe der Medien. 2. unterwandern &ndash; sichtbar am Fall Lederer<\/a>.<\/p><p>Andrej Hunko, Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Parteivorstands der Linkspartei hat gestern eine pers&ouml;nliche Erkl&auml;rung zum strittigen Parteivorstandsbeschluss &bdquo;Klare Kante gegen Querfront&ldquo; abgegeben. Diese folgt hier im Anhang. <\/p><p>Vorweg noch eine Anmerkung zum Titel des Vorstandsbeschlusses. Damit macht sich der Vorstand der Linkspartei den Kampfbegriff ihrer Gegner und der Neoliberalen und Kriegsparteien gegen alles Linke zu eigen. Die Nutzung des Begriffes &bdquo;Querfront&ldquo; ist ein strategisch ausgedachter Schachzug, um kritische Geister zu etikettieren und wirkungslos zu machen. <\/p><p>Die NachDenkSeiten waren selbst schon einmal die Zielscheibe eines &auml;hnlichen Versuchs. Daher kennen wir diese Methode und wir solidarisieren uns auch deshalb eindeutig mit Ken Jebsen, der immer wieder das Opfer dieser Strategie wird.<\/p><p>Wenn die Linkspartei diese Strategie mitmacht und unterst&uuml;tzt, dann fallen wichtige Multiplikatoren und viele Menschen, die noch Mut haben, ihre Stimme zu erheben, weg. Deshalb ist die Prognose, dass diese Strategie die Pflastersteine auf dem Weg in Richtung 5 % liefert, nicht gewagt, sondern sehr realistisch.<\/p><p>Hier also nun die pers&ouml;nliche Erkl&auml;rung des Abgeordneten Hunko:<\/p><p><strong><a href=\"http:\/\/andrej-hunko.de\/start\/aktuell\/3848-persoenliche-erklaerung-zum-parteivorstandbeschluss-der-linken-klare-kante-gegen-querfront\">Pers&ouml;nliche Erkl&auml;rung zum Parteivorstandbeschluss der LINKEN: &sbquo;Klare Kante gegen Querfront&lsquo;<\/a><\/strong><\/p><p><em><strong>Von Andrej Hunko, Mitglied des Parteivorstands<\/strong> DIE LINKE, 05.12.2017<\/em><\/p><p>Am Sonntag, dem 3. Dezember 2017, beschloss der Parteivorstand (PV) der LINKEN nach heftiger und kontroverser Diskussion den Text mit dem Titel&nbsp;&sbquo;<a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/partei\/parteistruktur\/parteivorstand\/2016-2018\/beschluesse\/detail\/news\/klare-kante-gegen-querfront\/\">Klare Kante gegen Querfront<\/a>&lsquo;. Gegen die Behandlung des Textes votierten mindestens zehn der 30 anwesenden PV-Mitglieder, gegen den endg&uuml;ltigen und leicht ver&auml;nderten Text mindestens sieben Mitglieder. Es gab zahlreiche Enthaltungen. Der Vorgang selbst &ndash; die K&uuml;ndigung der R&auml;ume f&uuml;r eine Preisverleihung an den Journalisten Ken Jebsen auf Druck des Berliner Kultursenators Klaus Lederer und der angek&uuml;ndigte Protest dagegen &ndash; mag unbedeutend sein. Die dahinter stehenden methodischen und grunds&auml;tzlichen Fragen sind es nicht. Um es vorweg zu sagen: Ich habe den Text abgelehnt, werde das weiter tun, f&uuml;hle mich nicht daran gebunden und habe meine Dissidenz auf der PV-Sitzung auch zum Ausdruck gebracht.<\/p><p>Zun&auml;chst zur Form: PV-Antr&auml;ge werden in der Regel eine Woche vor der Sitzung eingebracht, damit die PV-Mitglieder Zeit haben, sich mit dem Antrag zu besch&auml;ftigen. Nat&uuml;rlich gibt es politische Ereignisse, die eine kurzfristigere Behandlung notwendig machen, zu denen sich der Vorstand verhalten sollte. Der Fristverzicht ist hier meist ebenso unstrittig, wie die Positionierung zu diesen Ereignissen. In diesem Fall handelte es sich allerdings um einen in der Partei hoch strittigen Vorgang, der bereits seit Wochen sehr kontrovers diskutiert wurde. Die Vorlage wurde Samstagnachmittag den PV-Mitgliedern zugestellt. Diejenigen, die nicht permanent online sind, bekamen sie am Sonntag als Tischvorlage. Allein dieser Vorgang begr&uuml;ndet eine Nichtbehandlung.<\/p><p>Im Ursprungsantrag wurden Mitglieder der Partei &ndash; Diether Dehm, Wolfgang Gehrcke und Andreas Maurer &ndash; namentlich angegriffen, ohne dass sie die M&ouml;glichkeit gehabt hatten, zu dem Vorgang Stellung zu nehmen oder dass &uuml;berhaupt einmal nachgefragt wurde, ob sie an der vorgeworfenen Protestkundgebung teilnehmen wollen. Erst als ich auf der PV-Sitzung sagte, man m&ouml;ge dann bitte meinen Namen hinzuf&uuml;gen und sich mehrere anschlossen, wurden die Namen durch &sbquo;Mitglieder der LINKEN&lsquo; ersetzt. Kein b&uuml;rgerliches Gericht w&uuml;rde die Verletzung solcher Selbstverst&auml;ndlichkeiten wie &Uuml;berpr&uuml;fung des Vorwurfes oder Anh&ouml;rung akzeptieren.<\/p><p>Nun aber zum eigentlichen Kern der Auseinandersetzung: &bdquo;DIE LINKE distanziert sich unmissverst&auml;ndlich von Aktivit&auml;ten von Rechtspopulisten, Nationalisten, Verschw&ouml;rungstheoretikern und Antisemiten, die rechtspopulistische Welterkl&auml;rungsmuster und &sbquo;Querfront&lsquo;-Strategien salonf&auml;hig machen wollen.&ldquo; Mal abgesehen davon, dass diese Aussage in sich tautologisch ist, da Rechtspopulisten logischerweise rechtspopulistische Welterkl&auml;rungsmuster salonf&auml;hig machen wollen, bringt der Satz den eigentlichen Kern der Debatte zum Ausdruck: Die wabernde Unsch&auml;rfe und assoziative Vermengung der Begriffe &sbquo;Querfront&lsquo;, &sbquo;Nationalismus&lsquo;, &sbquo;Verschw&ouml;rungstheorie&lsquo; und &sbquo;Antisemitismus&lsquo;. Diese Begriffe werden inzwischen mit einer erschreckenden Leichtigkeit und oftmals ohne jede &sbquo;Beweisf&uuml;hrung&lsquo; verwendet, um politische Gegner zu diffamieren. Dabei verkommen sie immer mehr zu leeren Worth&uuml;lsen die, wenn dem nicht aktiv durch Definition und konkrete Begr&uuml;ndung entgegengewirkt wird, mit hegemoniellen Deutungsmustern gef&uuml;llt werden, die dadurch unkritisch &uuml;bernommen werden.<\/p><p>Begriffliche Unsch&auml;rfen bei Vorw&uuml;rfen k&ouml;nnen Zufall sein oder Inkompetenz, sie k&ouml;nnen aber auch eine gef&auml;hrliche repressive Wirkung entfalten &ndash; unabh&auml;ngig davon ob diese beabsichtigt ist oder nicht. Im Fall des Querfrontvorwurfs ist die Konsequenz Diffamierung und Delegitimierung von aktuellem oder k&uuml;nftigem Widerstand gegen (leider sehr real stattfindende) Kriegsvorbereitungen, wenn dieser nicht zugleich in allen wesentlichen gesellschaftlichen Fragen linke Grundpositionen vertritt. Praktisch bedeutet das die Ablehnung eines solchen Widerstandes &ndash; insbesondere weil diejenigen, die f&uuml;r sich beanspruchen, jene linken Grundpositionen zu verk&ouml;rpern, sich unwillens oder unf&auml;hig zeigen, den so notwendigen Widerstand gegen die Kriegspolitik zu organisieren. Es ist meines Erachtens kein Zufall, dass auf der PV-Sitzung von der Antragstellerin mehrfach und unwidersprochen die &sbquo;Friedensbewegung&lsquo; als solche, nicht nur ihr umstrittener Fl&uuml;gel, als potentieller Hort von &sbquo;Rassisten&lsquo; charakterisiert wurde (&bdquo;Nat&uuml;rlich sind in der Friedensbewegung nicht alles Rassisten&ldquo;).<\/p><p>So weit ist es gekommen: Als ich im Jahre 2001, kurz nach Beginn des gegenw&auml;rtigen Kriegszyklus unter dem Label &sbquo;Krieg gegen den Terror&lsquo; zusammen mit dem &ouml;rtlichen VVN-Vertreter mein Amt als einer der Sprecher des &sbquo;Aachener B&uuml;ndnisses gegen rechts&lsquo; niederlegte, weil Teile dieses SprecherInnenrates mit der Zustimmung zum Afghanistanmandat den deutschen Eintritt in diesen Krieg bef&uuml;rworteten, folgte eine Mehrheit des Vorstandes dieses B&uuml;ndnisses meiner Entscheidung. Die Frage der Zustimmung oder Ablehnung zum Krieg war damals eine Frage der Kooperation oder Nichtkooperation. Heute spielt die Kriegsfrage in breiten linken Kreisen keine Rolle mehr. Es gibt keine Unvereinbarkeitsbeschl&uuml;sse mit Bef&uuml;rwortern von Milit&auml;reins&auml;tzen oder neuer Aufr&uuml;stung, keine Abgrenzung, keine &Auml;chtung mehr. Es ist zu bef&uuml;rchten (aber keineswegs zwangsl&auml;ufig), dass es unter diesen Bedingungen auch nur eine Frage der Zeit sein wird, wann die erste Zustimmung einer Linksfraktion zu einem Kriegseinsatz kommen wird.<\/p><p>Die methodische Unsch&auml;rfe und Dehnbarkeit insbesondere der Begriffe &sbquo;Querfront&lsquo; und &sbquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&lsquo; f&uuml;hrt zu Verunsicherung und Einsch&uuml;chterung. Dies wurde insbesondere auf dem H&ouml;hepunkt der Ukrainekrise deutlich. Die damals weitgehend spontan entstandenen &sbquo;Montagsmahnwachen&lsquo;, bei denen es in der Tat auch bewusst agierende rechtsextreme Kr&auml;fte gab, aber keineswegs mehrheitlich, wurden so in der LINKEN delegitimiert, obwohl nach einer&nbsp;<a href=\"https:\/\/protestinstitut.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/occupy-frieden_ipb-working-paper_web.pdf\">universit&auml;ren Studie<\/a>&nbsp;knapp 43% der Teilnehmer\/innen an den Berliner Montagsmahnwachen ein halbes Jahr zuvor bei der Bundestagswahl DIE LINKE gew&auml;hlt hatten.<\/p><p>Ich hatte den damaligen Unvereinbarkeitsbeschluss im Parteivorstand f&uuml;r falsch gehalten, konnte an der Abstimmung allerdings nicht teilnehmen, da ich in der Ukraine die Pr&auml;sidentschaftswahlen beobachtete. Ich kenne eine Reihe von Menschen aus Politik, Medien und Universit&auml;ten, die sich in der Ukrainekrise nicht trauten, sich &ouml;ffentlich zu &auml;u&szlig;ern, weil sie von der Wucht dieser Diffamierung abgeschreckt waren. Zum Vorwurf der &sbquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&lsquo; und &sbquo;Querfrontler&lsquo; kam damals noch der Putin- oder Russlandversteher, der das Ende einer politischen, journalistischen oder universit&auml;ren Existenz bedeuten konnte.<\/p><p>Es ist das Kennzeichen repressiver Systeme, existenzvernichtende Vorw&uuml;rfe so breit, dehnbar und unscharf zu fassen, dass ein gro&szlig;er Teil Oppositioneller darunter gefasst werden kann und Angst haben muss, selbst dazu zu geh&ouml;ren. Auf dem H&ouml;hepunkt des Stalinismus, den Moskauer Prozessen war es der Kontakt zu &sbquo;Trotzkisten&lsquo; oder eben auch, im Fall von Karl Radek, der &sbquo;Querfront&lsquo;-Vorwurf, der das Todesurteil bedeutete. In der McCarthy-&Auml;ra waren es Kontakte zu Kommunisten oder &sbquo;anti-amerikanische Umtriebe&lsquo;, die den zivilen Tod bedeuteten. Heute ist es in der T&uuml;rkei ein ins L&auml;cherliche gedehnter Terrorismusvorwurf, der in diesen Tagen den &sbquo;Akademikern f&uuml;r den Frieden&lsquo; oder Abgeordneten der HDP vor Gericht zum Vorwurf gemacht wird. Zurecht fordern EU und Europarat eine scharfe Definition und Eingrenzung des Terrorismus-Begriffs (auch wenn im Fall der EU diese der Forderung selbst nicht gerecht wird).<\/p><p>Nat&uuml;rlich ist die Situation in Deutschland und die innerhalb der Linken nicht gleichzusetzen mit den oben genannten Beispielen. Es&nbsp;ist die zugrunde liegende Methode, die meinen deutlichen Widerspruch hervorruft. Ersch&uuml;tternd auf der Vorstandssitzung war f&uuml;r mich, dass die Hinweise auf die Verwendung des Querfrontvorwurfs in den Moskauer Prozessen v&ouml;llig wirkungslos bei denjenigen abprallten, die sich die Aufarbeitung des Stalinismus auf die Fahnen schreiben. Ebenso ersch&uuml;tternd war die unwidersprochene Verwendung des Begriffs &sbquo;Umtriebe&lsquo; f&uuml;r die Aktivit&auml;ten der genannten Delinquenten, ein Begriff, der genau aus dem Vokabular jener repressiver Systeme kommt.<\/p><p>Nochmal zur&uuml;ck zum leidigen Anlass selbst: Es ist ein Unterschied, ob ich eine Preisverleihung an einen Journalisten gut finde oder nicht. Es ist etwas anderes, ob ich mich dagegen &ouml;ffentlich &auml;u&szlig;ere oder sogar friedlich demonstriere. Es ist wiederum etwas anderes, ob ich sie physisch verhindern will. Und es ist etwas anderes, ob ich als Inhaber eines &ouml;ffentlichen Amtes Druck auf eine von &ouml;ffentlicher Finanzierung abh&auml;ngige Einrichtung aus&uuml;be, um die Veranstaltung zu verhindern. Letzteres als &sbquo;kritisches &Auml;u&szlig;erung&lsquo; zu bagatellisieren und genau diese Unterschiede zu verwischen, wie es der PV-Beschluss macht, ist f&uuml;r mich nicht tragbar.<\/p><p>Um Missverst&auml;ndnisse zu vermeiden: Ich teile vermutlich viele der auf der Preisverleihung gemachten Aussagen nicht und ich habe teils deutliche inhaltliche Differenzen zu den dort geladenen Redner\/innen und G&auml;sten. Ich kann nachvollziehen, dass verschiedene dort ge&auml;u&szlig;erte Positionen als befremdlich und inakzeptabel wahrgenommen werden. Aber au&szlig;erhalb der engen Grenzen einer neonazistischen Bedrohung und den Grenzen des b&uuml;rgerlichen Rechts gilt f&uuml;r mich die Meinungsfreiheit. Und: Ja, DIE LINKE bleibt f&uuml;r mich die einzige Antikriegspartei in Deutschland mit gesellschaftlichem Einfluss. Ansonsten gilt f&uuml;r mich, um nicht zum hundertsten Mal Rosa Luxemburg zu zitieren, die Haltung, die Voltaire zugeschrieben wird: Ich bin zwar nicht Ihrer Meinung, w&uuml;rde aber mein Leben daf&uuml;r einsetzen, dass sie sie &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen.<\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/andrej-hunko.de\/start\/aktuell\/3848-persoenliche-erklaerung-zum-parteivorstandbeschluss-der-linken-klare-kante-gegen-querfront\">Andrej Hunko<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" width=\"150\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/170419_hunko.jpg\" alt=\"Andrej Hunko\" title=\"Andrej Hunko\"\/><\/div>\n<p>Genauso wie die SPD und lange Zeit die Gr&uuml;nen zerf&auml;llt die Linkspartei in mindestens zwei Fl&uuml;gel. Es war bei ihr wie zuvor bei der SPD und den Gr&uuml;nen wichtig, diese Fl&uuml;gel zusammen zu halten. Nur mit einer gewissen Vielfalt konnten einigerma&szlig;en<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41439\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,195,170,11],"tags":[1120,2079,1238,1865,359,1534,682],"class_list":["post-41439","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-die-linke","category-friedenspolitik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-friedensbewegung","tag-hunko-andrej","tag-jebsen-ken","tag-meinungsfreiheit","tag-parteistroemungen","tag-querfront","tag-verschwoerungstheorie"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41439","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41439"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41439\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":41448,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41439\/revisions\/41448"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41439"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41439"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41439"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}