{"id":4145,"date":"2009-08-24T08:09:24","date_gmt":"2009-08-24T06:09:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4145"},"modified":"2009-08-24T08:09:25","modified_gmt":"2009-08-24T06:09:25","slug":"hinweise-des-tages-960","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4145","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/AM)<br>\nHeute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4145#h01\">Jobabbau: Kahlschlag kommt nach der Wahl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h02\">Insolvenzen: Die Welle rollt an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h03\">Der Preis f&uuml;r den Exportweltmeister: Niedrige L&ouml;hne und geringes Wirtschaftswachstum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h04\">Die St&auml;dte sollen klagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h05\">Ausgewogene Strukturpolitik: Die deutschen Sparkassen aus regional&ouml;konomischer Sicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h06\">Letzte Chance f&uuml;r die Sozialdemokraten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h07\">Schweizer Pensionskasse: Selbstbedienung an der 2. S&auml;ule<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h08\">Massenimpfung gegen Schweinegrippe: &raquo;Es wirkt wie ein unkontrollierter Massenversuch&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h09\">Last der Erinnerung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h10\">Der Cousin in der Ferne: Obama und die Bundestagswahlen <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h11\">USA verweigern Air France &Uuml;berflug<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h12\">Abgesagtes &ldquo;Tribunal&rdquo; mit 68ern. Springer hat die Idee einer Aussprache selbst begraben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h13\">Solarsubventionen sprengen Prognosen<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4145&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Jobabbau: Kahlschlag kommt nach der Wahl<\/strong><br>\nDie deutsche Industrie will Stellen im gro&szlig;em Umfang streichen &ndash; sobald die Bundestagswahl vor&uuml;ber ist. Eine Art Stillhalteabkommen zwischen Industrie und Regierung verhindert derzeit einen gr&ouml;&szlig;eren Arbeitsplatzabbau in Deutschland. Der Pakt gelte bis zur Bundestagswahl am 27. September, erfuhr die Financial Times von mehreren Spitzenmanagern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:Jobabbau-Kahlschlag-kommt-nach-der-Wahl\/557336.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Insolvenzen: Die Welle rollt an<\/strong><br>\nEine Welle an Unternehmensinsolvenzen d&uuml;rfte nach den Wahlen zum Bundestag die deutsche Wirtschaft &uuml;berfluten. Darin sind sich Experten einig. Treffen wird es dann auch kleine bis mittelgro&szlig;e Unternehmen, die unter anderem als Folge des rigiden Sparkurses vieler Gro&szlig;konzerne Auftr&auml;ge verlieren. Die Lage ist schon jetzt viel kritischer, als es die Prognosen signalisieren. So rechnet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform zwar mit einem m&auml;&szlig;igen Anstieg der Unternehmenspleiten um 14 Prozent auf etwa 35 000 F&auml;lle in diesem Jahr. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer w&auml;chst &uuml;berproportional. Deutlich wird das am rasanten Wachstum des Insolvenzgeld-Etats der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA): Bis Juli hatte die Beh&ouml;rde mit 800 Millionen Euro schon doppelt so viel Insolvenzgeld ausgezahlt wie im Vorjahreszeitraum. Bis Jahresende erwartet die BA mittlerweile Ausgaben von 1,4 Milliarden Euro &ndash; vermutlich wird auch das nicht reichen. Mit 173.000 Antr&auml;gen auf Insolvenzgeld hat die Zahl der neu von einer Pleite betroffenen Arbeitnehmer schon im Juni zwei Drittel des Jahres 2008 erreicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/Rezession-Insolvenzen;art271,2881402?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Der Preis f&uuml;r den Exportweltmeister: Niedrige L&ouml;hne und geringes Wirtschaftswachstum<\/strong><br>\nDen deutschen Arbeitsmarkt kennzeichnen seit vielen Jahren niedrige Lohnzuw&auml;chse bei teilweise sogar sinkenden Reall&ouml;hnen. Vor dem Hintergrund einer globalisierten Wirtschaft scheint dieser Prozess zur Wahrung der Wettbewerbsf&auml;higkeit unausweichlich. Bei h&ouml;heren Arbeitskosten drohen auf der Exportseite der Verlust von Ums&auml;tzen und Exportmarktanteilen und auf der Importseite die Substitution inl&auml;ndischer Produktion und damit der Verlust von Arbeitspl&auml;tzen. In Deutschland war das Ergebnis dieser Drohkulisse ein zeitweise sinkender Reallohn. Die damit einhergehende Verbesserung der deutschen Wettbewerbsf&auml;higkeit gegen&uuml;ber den wichtigsten Handelspartnern und ein zwangsl&auml;ufig wachsender Au&szlig;enhandels&uuml;berschuss gef&auml;hrden allerdings zunehmend die Stabilit&auml;t der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion. Gleichzeitig macht die Vernachl&auml;ssigung der Binnennachfrage Deutschland besonders anf&auml;llig f&uuml;r au&szlig;enwirtschaftliche Krisen. Wie im Folgenden gezeigt wird, werden in der Kombination von Exportboom und schwacher Binnennachfrage Wachstums- und Besch&auml;ftigungschancen vergeben. Das hat zudem zu einer immer disparateren Einkommens- und Wohlstandsverteilung gef&uuml;hrt. J&auml;hrliche Lohnzuw&auml;chse, die dem mittelfristigen Produktivit&auml;tspfad und der Zielinflationsrate der Europ&auml;ischen Zentralbank gefolgt w&auml;ren, h&auml;tten das Wirtschaftswachstum besser ausbalanciert. Besch&auml;ftigte und Transfereinkommensbezieher h&auml;tten sich dabei real deutlich besser gestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_study_4_2009.pdf\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung [PDF &ndash; 155 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die St&auml;dte sollen klagen<\/strong><br>\nFachanwalt Elster wirft der Deutschen Bank vor, ein Zerrbild gezeichnet zu haben.<br>\nSie sagen, die St&auml;dte h&auml;tten sich aus Unwissenheit an den riskanten Zinsgesch&auml;ften beteiligt. Waren die deutschen K&auml;mmerer naiv?<br>\n&ldquo;Nein, Sie wurden von den Banken schlecht beraten. Als K&auml;mmerer k&ouml;nnen sie doch nicht jedes Gesch&auml;ft &uuml;berblicken und verlassen sich auf die fachliche Kompetenz der Arrangeure. Wir haben Dutzende F&auml;lle untersucht: Immer war die Risikoanalyse der Deutschen Bank l&uuml;ckenhaft und selektiv. Das Institut hat ein viel zu optimistisches Bild der Deals gezeichnet. Da wurden Dinge als beherrschbar bezeichnet, die v&ouml;llig unabsehbar sind.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1894038&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Festzuhalten ist erstens: Viele Kommunen waren das Opfer systematisch betriebener Verarmung der staatlichen Stellen (siehe Kapitel 13 von Meinungsmache: <a href=\"?page_id=4080\">Die Verarmung des Staates als strategischer Hebel<\/a>). Zweitens: Die Vorstellung, durch Spekulation k&ouml;nne eine Gesellschaft gewinnen, erfasste auch den &ouml;ffentlichen Bereich. Das ist grotesk. Es ist drittens bemerkenswert, dass diese Mentalit&auml;t von den Spitzen des Staates nicht gebremst, sondern gef&ouml;rdert wurde. Die Kommunen selbst entwickelten offensichtlich keine eigenen Widerst&auml;nde und wurden wohl auch von ihren Verb&auml;nden wie dem St&auml;dtetag und Gemeinde- und St&auml;dtebund nicht gewarnt oder gebremst. Oder doch? Deren Mitverantwortung sollte auch mal gepr&uuml;ft werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Ausgewogene Strukturpolitik: Die deutschen Sparkassen aus regional&ouml;konomischer Sicht<\/strong><br>\nDie dezentral organisierten Sparkassen in Deutschland tragen dazu bei, den Finanzmarkt zu stabilisieren. Diesen Schluss zieht eine aktuelle Publikation des Instituts Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen, die soeben vom Europ&auml;ischen Sparkassenverband, Br&uuml;ssel, ins Englische &uuml;bersetzt und ver&ouml;ffentlicht wurde. Der Autor Dr. Stefan G&auml;rtner vom IAT ist f&uuml;r seine Arbeit 2008 mit dem ersten Preis des European Savings Bank Academic Award ausgezeichnet worden.<br>\nSeine Studie zeigt u.a., dass regionale Banken, die die Kapitalmobilit&auml;t bremsen und ihren Kunden &uuml;ber langfristige Beziehungen verpflichtet sind, Finanzm&auml;rkte stabilisieren. Durch die aktuelle Finanzmarktkrise, die dieses Ergebnis im Bezug auf Deutschlands Sparkassen best&auml;tigt hat, hat dieser Aspekt eine besondere Relevanz bekommen. Sparkassen stehen seit langem in der Kritik der Europ&auml;ischen Kommission, da sie als regional begrenzt agierende Akteure der Binnenmarkt-Ideologie und Finanzmarktintegration zugegen stehen.<br>\nSeit der Finanzkrise zeichnet sich allerdings ein Umdenken ab. So hinterfragt der Januar 2009 vorgelegte European Financial Integration Report der europ&auml;ischen Kommission erstmalig diese Philosophie: &ldquo;The financial crisis has offered a live demonstration that financial globalisation may indeed amplify the original financial shock&rdquo;. Die quantitativen empirischen Analysen belegen in der Tat, dass die Risiken der dezentral aufgestellten Sparkassen gering sind und regionale Banken die Finanzm&auml;rkte stabilisieren k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news330151\">Informationsdienst Wissenschaft e.V.<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Letzte Chance f&uuml;r die Sozialdemokraten<\/strong><br>\nDas Saarland hat gerade einmal eine Million Einwohner. Und dennoch werden die Landtagswahlen, die in einer Woche dort abgehalten werden, spannender als die Bundestagswahlen vier Wochen sp&auml;ter sein. Nirgendwo sonst wird die Linkspartei personell so stark dominiert von alten Sozialdemokraten wie im Saarland, nirgendwo sonst stehen sich SPD und Linkspartei auch inhaltlich so nahe. Die SPD k&ouml;nnte im Westen wieder einen CDU-Landesf&uuml;rsten abl&ouml;sen, nach 18 langen Jahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2009%2F08%2F22%2Fa0086&amp;cHash=46da11c2aa\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Vorsicht. Eine Kombination mit Schwarz-Gr&uuml;n scheint mir ziemlich wahrscheinlich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Schweizer Pensionskasse: Selbstbedienung an der 2. S&auml;ule<\/strong><br>\nBanker, Berater und Versicherer verdienen an der zweiten S&auml;ule mit. Die Zeche zahlt jeder einzelne der 4,45 Millionen Versicherten: im Schnitt weit &uuml;ber 1000 Franken im Jahr.<br>\nHerbert Br&auml;ndli, Stiftungsratspr&auml;sident der &shy;Profond-Vorsorgeeinrichtung: &bdquo;Die Anlageberater &uuml;bernehmen keine Verantwortung, ihre Gutachten sind meist austauschbar und beruhen oft auf &uuml;berholten theoretischen Grundlagen. Vieles ist reine Alibi&uuml;bung und dient &shy;&uuml;berforderten Stiftungsr&auml;ten als &shy;Persilschein. Manche Berater, Makler und Broker tun nichts anderes, als st&auml;ndig Anlagegelder umzuverteilen. Dabei kassieren sie von Banken und Versicherern Entsch&auml;digungen und Verg&uuml;tungen in vielf&auml;ltiger Form &ndash; da ist vieles nicht zu kontrollieren. Die berufliche &shy;Vorsorge erscheint mir heute als staatlich gesch&uuml;tzte Werkstatt f&uuml;r eine wachsende Vorsorgeindustrie.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.beobachter.ch\/geld-sicherheit\/pensionskasse\/artikel\/pensionskasse_selbstbedienung-an-der-2-saeule\/\">Der Beobachter, Schweizer Konsumenten- und Beratungszeitschrift<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Mehr zum Schweizer Drei-S&auml;ulen-System <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drei-S%C3%A4ulen-System_(Schweiz)#2._S.C3.A4ule\">siehe Wikipedia<\/a>.<br>\nIn Deutschland d&uuml;rften Banker, Berater und Versicherer an der privaten Altersvorsorge in &auml;hnlichem Umfang mitverdienen. Doch w&auml;hrend man sich hierzulande noch eines Besseren besinnen und sein Geld f&uuml;r sinnvollere Dinge ausgeben kann, als Provisionen f&uuml;r Versicherungsverk&auml;ufer zu finanzieren, ist die &bdquo;zweite S&auml;ule&ldquo; in der Schweiz f&uuml;r Berufst&auml;tige l&auml;ngst obligatorisch.<br>\nEinen solchen, f&uuml;r die Finanzwirtschaft paradiesischen Zustand auch in Deutschland herbeizuf&uuml;hren, ist der Sinn sogenannter &bdquo;Studien&ldquo; &uuml;ber die Rentenversicherung, wie sie beispielsweise von der Fondsgesellschaft Union Investment bei dienstbarem Personal wie beispielsweise dem Professor Bernd Raffelh&uuml;schen in Auftrag gegeben werden. Das dem Auftrag gen&uuml;gende <a href=\"?p=4105#h19\">Ergebnis<\/a> enth&auml;lt dann regelm&auml;&szlig;ig Aussagen wie diese: &bdquo;Er (Raffelh&uuml;schen, KR) pl&auml;diert daher daf&uuml;r, sechs bis acht Prozent des Lohnes in die private Vorsorge zu stecken. Notfalls m&uuml;sse die Politik die Menschen dazu zwingen.&ldquo;<br>\nIn Wahrheit tr&auml;gt die private Altersvorsorge nichts, aber auch gar nichts dazu bei, angemessen auf die demographischen Ver&auml;nderungen zu reagieren. Sie dient nur und ausschlie&szlig;lich dem Erwerbsinteresse Weniger.<br>\nWer die NachDenkSeiten schon etwas l&auml;nger liest, m&ouml;ge uns an dieser Stelle den wiederholten Hinweis auf das <a href=\"?p=2798\">Mackenroth-Theorem<\/a> verzeihen: <a href=\"?p=247\">&bdquo;Denkfehler 7: &ldquo;Jetzt hilft nur noch private Vorsorge&rdquo;&ldquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Massenimpfung gegen Schweinegrippe: &raquo;Es wirkt wie ein unkontrollierter Massenversuch&laquo;<\/strong><br>\nEine besondere Gef&auml;hrlichkeit der &raquo;Schweinegrippe&laquo; bislang nicht belegt. Gespr&auml;ch mit Wolfgang Becker-Br&uuml;ser, Herausgeber des pharmakritischen Arznei-Telegramms: &bdquo;Die sogenannte Pandemie verl&auml;uft nach wie vor sehr milde, sowohl was die Verbreitung betrifft als auch den Krankheitsverlauf, der dem einer normalen Grippe &auml;hnelt. Die Art und Weise, wie diese Massenimpfung vorangetrieben wird, halte ich f&uuml;r unverantwortlich. Der Impfstoff, der hierzulande gespritzt werden soll, ist in meinen Augen unzureichend erprobt.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/08-22\/017.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Last der Erinnerung<\/strong><br>\nDie Slowakei erkl&auml;rt Ungarns Pr&auml;sidenten zur Unperson &ndash; nur ein Beispiel f&uuml;r die Renationalisierung Mittel- und Osteuropas. Es sollte ein symboltr&auml;chtiger Moment werden. Wenn da nur nicht dieses schlechte Timing gewesen w&auml;re. Oder war der als &bdquo;privat&ldquo; deklarierte Besuch des ungarischen Pr&auml;sidenten Laszlo Solyom im slowakischen Komarno bewusst auf den 21. August gelegt worden? Solyom wollte an diesem Tag eine Statue des ungarischen K&ouml;nigs Stephan I. einweihen &ndash; ein Zeichen der Zugeh&ouml;rigkeit des Ostens der Slowakei zum Mutterland. Dort lebt eine gro&szlig;e ungarische Minderheit. Schon dieser offenbar mit staatlichen Stellen in Bratislava nicht abgestimmte Plan kam einer Provokation gleich. Man denke nur daran, was in Polen geschehen w&uuml;rde, wenn Bundespr&auml;sident Horst K&ouml;hler bei einem unangemeldeten Besuch bei der deutschen Minderheit in Schlesien ein Bismarck-Denkmal einweihen w&uuml;rde. Das geplante Datum f&uuml;r Solyoms Besuch brachte schlie&szlig;lich die Eskalation im historisch belasteten Verh&auml;ltnis beider Staaten: Am 21. August 1968 j&auml;hrt sich der Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei. Ungarn hatte sich 1968 an dem Einmarsch beteiligt, und zwar ausgerechnet in dem Teil der Slowakei, den Ungarn 1938 annektiert hatte. Das slowakische Au&szlig;enministerium erkl&auml;rte Solyom schlie&szlig;lich zur Unperson und verhinderte damit eine Einreise des Pr&auml;sidenten &ndash; ein in der Europ&auml;ischen Union einzigartiger Vorgang.<br>\nDer ungarisch-slowakische Streit ist nur eines von mehreren Beispielen f&uuml;r eine Renationalisierung in Ostmitteleuropa. Dabei spielt auch die slowakische Regierung eine problematische Rolle. Regierungschef Robert Fico, ein sozialdemokratischer Populist und Bewunderer des deutschen Ex-Kanzlers Gerhard Schr&ouml;der, l&auml;sst sich von der ungarnfeindlichen, rechtsradikalen slowakischen Nationalpartei (SNS) tolerieren. Seitdem w&auml;chst der Druck auf die ungarische Minderheit, immer wieder kommt es zu Schl&auml;gereien zwischen nationalistischen Jugendlichen und Ungarn oder zu &Uuml;bergriffen auf sie. &bdquo;Der Polarisierung von ,links&lsquo; und ,rechts&lsquo; sowie ,Radikalen&lsquo; und ,Moderaten&lsquo; f&auml;llt zusehends die politische Mitte zum Opfer&ldquo; &ndash; zu diesem Ergebnis kommt auch Kai-Olaf Lang, Osteuropaexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Beobachter der Region warnen angesichts von Wahlerfolgen populistischer Parteien und sich durch die Wirtschaftskrise versch&auml;rfenden sozialen Problemen vor einer Versch&auml;rfung nationaler Auseinandersetzungen, die wie im Falle der Slowakei und Ungarns, Sloweniens und Kroatiens bis in die EU getragen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/international\/Slowakei;art123,2880615?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Genauso wie beim &ouml;konomischen Entwicklungsgef&auml;lle, das die europ&auml;ische Eliten meinten, in einem Europ&auml;ischen Binnenmarkt &uuml;berwinden zu k&ouml;nnen, zeigt sich die Ungleichzeitigkeit westlicher und &ouml;stlicher Verfasstheit in der Virulenz ethno- nationalistischer Befindlichkeiten. Selbst im oben genannten Musterland Slowenien sind nationalistische T&ouml;ne so neu nicht. Dieses Slowenien setzte im Vorfeld der Separation ebenso wie die anderen Teilrepubliken Jugoslawiens auf v&ouml;lkische Rhetorik und propagierte den Kampf gegen das pro-asiatischen und pro-afrikanischen Jugoslawien. Der langj&auml;hrige Weg der &Uuml;berwindung tiefsitzender Nationalismen in Westeuropa l&auml;sst sich nicht ersatzweise durch wirtschaftspolitischen Aktionismus &uuml;ber Nacht auf Osteuropa &uuml;bertragen. Jetzt, wo sich die &ldquo;wohlstand-schaffenden&rdquo; Binnenmarktmechanismen des europ&auml;ischen Globalisierungsprojekts in ihr Gegenteil zu verkehren drohen, sind hinter die gemeinsame europ&auml;ische Wertegemeinschaft etliche Fragzeichen zu setzen. Die Osterweiterung ist von einer seltsamen Geschichtslosigkeit begleitet; frei nach dem Motto Handel bringt Wandel wird die Integration Europas einer kalten &ouml;konomischen Mechanik anvertraut. Sollte Europa von einer l&auml;ngeren wirtschaftlichen Stagnation heimgesucht werden, wird dies gewiss zu einem au&szlig;erordentlichen Stresstest f&uuml;r die europ&auml;ische Integration, und innerhalb bestimmter L&auml;nder besteht die Gefahr, dass mit ethno-nationalistischen Parolen gez&uuml;ndelt wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Der Cousin in der Ferne: Obama und die Bundestagswahlen<\/strong><br>\nDer amerikanische Pr&auml;sident ist beeindruckt von Angela Merkel. Deutschland interessiert ihn derzeit trotzdem nicht.<br>\nAls die Bundeskanzlerin Ende Juni das Wei&szlig;e Haus besuchte, lobte unser Pr&auml;sident sie mit Worten, die selbst der Presseabteilung im Kanzleramt &uuml;bertrieben vorgekommen sein d&uuml;rften. So pries er ihre &ldquo;Weisheit&rdquo;, nicht nur ihren Pragmatismus. Er soll sogar spontan vorausgesagt haben, dass Merkel die Wahl erneut gewinnen wird. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=me&amp;dig=2009%2F08%2F22%2Fa0138&amp;cHash=71127711b9\/&amp;type=98\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>USA verweigern Air France &Uuml;berflug<\/strong><br>\nDer Luftraum wurde gesperrt, weil sich ein Mitarbeiter des EU-Parlaments an Bord befand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/144087\">telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Wenn das stimmt, w&auml;re eine Reaktion der EU angebracht. Aber der Einfluss der USA reicht auch dorthin.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Abgesagtes &ldquo;Tribunal&rdquo; mit 68ern. Springer hat die Idee einer Aussprache selbst begraben<\/strong><br>\nDie Neuauflage eines &ldquo;Springer-Tribunals&rdquo; ist gescheitert &ndash; und Verlagschef D&ouml;pfner gibt den fr&uuml;heren 68ern die Schuld. Peter Schneider, Bernhard Blanke und Daniel Cohn-Bendit wehren sich auf SPIEGEL ONLINE gegen diesen Vorwurf und betonen: Der &ldquo;Bild&rdquo;-Verlag hat den Dialog nie ernsthaft gewollt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,druck-644510,00.html\">SPON<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Solarsubventionen sprengen Prognosen<\/strong><br>\nAuf Deutschlands Stromverbraucher kommen Mehrkosten von 7 bis 11 Mrd. Euro zu. Das ergaben Berechnungen der FTD und des Rheinisch-Westf&auml;lischen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (RWI).<br>\nInsgesamt w&uuml;rden so laut RWI bis 2013 rund 77 Mrd. Euro an F&ouml;rdergeldern f&uuml;r die Fotovoltaik zusammenkommen. Diese Solarschulden m&uuml;ssen &uuml;ber 20 Jahre abgetragen werden. Zurzeit erzeugen Sonnenkraftwerke nur 0,7 Prozent des deutschen Stroms.<br>\nDie ausufernden Kosten stellen die bisherige Praxis der Solarf&ouml;rderung infrage. Zurzeit garantiert das Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) Erzeugern von Sonnenstrom, dass sie diesen 20 Jahre lang unbegrenzt ins Netz einspeisen d&uuml;rfen, zu Preisen von bis zu 43 Cent pro Kilowattstunde &ndash; mehr als sechsmal so viel, wie Strom an der Leipziger Energieb&ouml;rse kostet. Die garantierte Einspeiseverg&uuml;tung half der deutschen Solarbranche in der Vergangenheit, sich eine f&uuml;hrende Position zu erarbeiten. Mittlerweile ist ihre Wettbewerbsf&auml;higkeit jedoch gef&auml;hrdet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel_dienstleister\/:Energiewirtschaft-Solarsubventionen-sprengen-Prognosen\/557329.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Ob dieser Artikel Teil einer PR-Aktion zugunsten der klassischen Energiewirtschaft ist, kann ich nicht beurteilen. <\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/AM)<br \/> Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4145#h01\">Jobabbau: Kahlschlag kommt nach der Wahl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h02\">Insolvenzen: Die Welle rollt an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h03\">Der Preis f&uuml;r den Exportweltmeister: Niedrige L&ouml;hne und geringes Wirtschaftswachstum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h04\">Die St&auml;dte sollen klagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h05\">Ausgewogene Strukturpolitik: Die deutschen Sparkassen aus regional&ouml;konomischer Sicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h06\">Letzte Chance f&uuml;r die Sozialdemokraten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4145#h07\">Schweizer Pensionskasse: Selbstbedienung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4145\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4145","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4145"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4145\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}