{"id":4146,"date":"2009-08-24T17:30:49","date_gmt":"2009-08-24T15:30:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4146"},"modified":"2014-01-23T15:59:42","modified_gmt":"2014-01-23T14:59:42","slug":"betr-privatvorsorge-und-finanztest-kosten-fressen-einen-hohen-teil-der-eigenleistung-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4146","title":{"rendered":"Betr. Privatvorsorge und Finanztest: Kosten fressen einen hohen Teil der Eigenleistung auf"},"content":{"rendered":"<p>&Uuml;ber die zweifelhafte Rolle von Finanztest haben wir schon mehrmals berichtet. Jetzt macht uns der NDS-Freund E.H. auf ein neues St&uuml;ck aufmerksam: In der Ausgabe f&uuml;r September 2009 liest man <a href=\"upload\/pdf\/090824_FiTest09-1.pdf\">auf Seite 26 folgende neutral klingende Meldung [PDF &ndash; 512 KB]<\/a>:<br>\n&ldquo;Die Verluste der deutschen Privathaushalte in der Finanzkrise sind geringer, als es den meisten vorkommt&hellip; Das hat eine Studie des Deutschen Instituts f&uuml;r Altersvorsorge ergeben. Die gef&uuml;hlten Verluste seien sehr viel h&ouml;her, weil die meisten die gesetzliche Rente bei ihrer privaten Altersvorsorge nicht mitrechneten.&ldquo; Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\nUnd weiter: &bdquo;An der gesetzlichen Rentenversicherung geht die Krise bisher vorbei. Verluste und Wertkorrekturen melden aber die betrieblichen Pensionsfonds und die fondsgebundenen Riester-Vertr&auml;ge.&rdquo;<\/p><p>Unabh&auml;ngig davon, dass die Deutsche Bank AG ma&szlig;geblicher Gesellschafter der DIA ist und im Grunde genommen selbstkritisch ihre Produkte in Frage<br>\nstellt, bleibt Finanztest sehr cool. In einer Verbraucherzeitschrift, die vom Deutschen Bundestag gegr&uuml;ndet wurde und &ldquo;ausschlie&szlig;lich auf Basis der objektivierten Untersuchungsergebnisse&rdquo; berichten sollte, m&uuml;sste nach dieser Meldung  &ndash; objektiv &ndash; ein gro&szlig;es Fragezeichen (man kann auch ein rotes Ampelm&auml;nnchen nehmen) hinter b&ouml;rsenabh&auml;ngige Altersvorsorgeprodukte gemacht werden. Nichts davon geschieht.<br>\nAuch die bisher von Finanztest beworbenen privaten Produkte werden nicht durch diese, sondern durch die Produktgeber in Frage gestellt.<br>\nSchwache Verbrauchersch&uuml;tzer! <\/p><p>Weiterhin k&ouml;nnten sie die Altersvorsorgeprodukte rot anstreichen, die &ndash; <a href=\"upload\/pdf\/090824_FiTest09-2.pdf\">wie auf Seite 29 dargestellt [PDF &ndash; 968 KB]<\/a> &ndash; mit Investmentfonds best&uuml;ckt sind, deren Management Erfolgsgeb&uuml;hren kassieren. Denn &ldquo;die vier gro&szlig;en deutschen Fondsgesellschaften verlangen von ihren Anlegern f&uuml;r einige Fonds seit Kurzem erfolgsabh&auml;ngige Geb&uuml;hren &ndash; zus&auml;tzlich zu den festen Verwaltungsgeb&uuml;hren. Mit den neuen Geb&uuml;hren werden meist Aktienfonds belastet, mitunter aber auch Misch-, Renten- und Geldmarktfonds.&rdquo; DWS, Deka und Union Investment (also Deutsche Bank, Sparkassen und Volksbanken) zwacken bis zu 25 % (!!) von der &uuml;ber dem Vergleichsindex liegenden Wertsteigerung ab, die Allianz nimmt f&uuml;r den Global Investors immerhin noch 20 % (!). Viele dieser Fonds k&ouml;nnen -in Zukunft- in Riester- oder R&uuml;rup-Produkten stecken. <\/p><p>Manchmal schreibt Finanztest auch etwas richtiges: &ldquo;Die Verluste der Krise trafen die Anleger voll, jetzt sollen sie von der Kurserholung einen Teil abgeben.&rdquo;<\/p><p>Auf derselben Seite wird ein Vermittler der N&uuml;rnberger aufs Korn genommen, ohne zu ahnen, dass er objektiv recht hat. Der Vermittler hat nur den Fehler begangen, dass er verschwieg, dass seine Riester-Fondspolicen auch nicht besser sind als die von der von ihm kritisierten DWS. In dem Brief des Vermittlers an seine Kundin stand, dass die DWS &ldquo;keinerlei Garantie &uuml;ber die H&ouml;he der Rente ausspricht&rdquo;. Dumm ist nur, dass es bei der N&uuml;rnberger auch nicht anders ist. Und noch d&uuml;mmer ist, dass das wohl f&uuml;r alle (Riester-)Fondspolicen gilt. Bei der Allianz z.B. hei&szlig;t es &ldquo;Der oben genannte Faktor kann unter Umst&auml;nden ge&auml;ndert werden.&rdquo; <\/p><p>Dabei muss man wissen, dass ein Versicherer zwar das ausgewiesene Garantiekapital bei Rentenbeginn bereitstellen muss, dass der Rentenfaktor, also die Rente, aber niedriger ausfallen kann, als schriftlich angegeben.<\/p><p>Man findet in schriftlichen Fonds-Angeboten niemals das Wort &ldquo;Garantierente&rdquo;, sondern nur das uninteressante &ldquo;Garantiekapital&rdquo;, das ein Rentner n niemals vollst&auml;ndig abrufen kann. Man sieht, hier wird getrixt. <\/p><p>Diese &Auml;u&szlig;erung sollte jeder Riester-Fondssparer ruhig durchdenken &ndash; und dann ganz schnell handeln. Folgendes muss man wissen: <\/p><p>Bei fondsgebundenen Riester-Vertr&auml;gen kann man von einer Kostenfalle sprechen: <\/p><ul>\n<li>fixe Kosten des Versicherers <\/li>\n<li>variable Kosten des Versicherers <\/li>\n<li>variable Kosten des Fonds (bis zu 2,2% pro Jahr) <\/li>\n<li>Transaktionskosten des Fonds (bis zu 1,4% pro Jahr) <\/li>\n<li>und h&auml;ufig noch die oben erw&auml;hnten Erfolgsgeb&uuml;hren. <\/li>\n<\/ul><p>Falls ein 30 Jahre alter Leser der Nachdenkseiten im 1. Halbjahr 2008 bei der Allianz einen Riester-Fonds abgeschlossen hat und mit dem Templeton Growth (Euro) Fund unterlegt hat, dann betr&auml;gt die gesamte Kostenquote etwa 44%, wenn die durchschnittliche Wertsteigerung bei 3% lag, etwa 62% bei 6% Wertsteigerung p.a. und etwa 92% bei 9% Wertsteigerung p.a. seiner geleisteten Einzahlung. <\/p><p>Bei utopischen 9% Wertsteigerung in 37 Jahren fressen die Kosten fast seine gesamte Eigenleistung auf, nur 8% davon und die staatlichen Subventionen erbringen die sp&auml;tere Riester-Rente. &ndash; Mittlerweile hat die Allianz f&uuml;r Neuabschl&uuml;sse die Kosten etwas heruntergefahren, soll aber nur als Randnotiz mitgeteilt werden. <\/p><p>Somit sind Riester-Fondsanbieter klar &uuml;bers Ziel hinausgeschossen.<br>\nEin rotes Ampelm&auml;nnchen ist gerechtfertigt.<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nE. H. <\/p><p><strong>Erg&auml;nzung AM: <\/strong> Neben der Tatsache, dass Finanztest die DIA zitiert, als w&auml;re es eine neutrale Quelle, ist es schon sehr erstaunlich, dass jetzt die gesetzliche Rente als etwas Stabilisierendes erw&auml;hnt wird und zugleich kein deutlich kritisches Wort zur Privatvorsorge f&auml;llt. Und besonders erstaunlich ist, dass Finanztest seine fr&uuml;here einschl&auml;gige Fehlberatung mit keinem Wort erw&auml;hnt. Auf eines der dreistesten St&uuml;cke will ich nochmals hinweisen, auf unseren Beitrag vom 19. November 2007: <a href=\"?p=2777\">&bdquo;Wer sich bei der Privatvorsorge auf FINANZtest verl&auml;sst, spielt mit einem hohen Risiko&ldquo;<\/a>. Im Heft 11\/2007 hatte FINANZtest den Privatvorsorgern Riester-Fondssparpl&auml;ne mit einer voraussichtlichen Rendite von 9% bis zum Jahr 2035 empfohlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&Uuml;ber die zweifelhafte Rolle von Finanztest haben wir schon mehrmals berichtet. 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