{"id":4148,"date":"2009-08-25T09:33:00","date_gmt":"2009-08-25T07:33:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4148"},"modified":"2009-08-25T09:34:46","modified_gmt":"2009-08-25T07:34:46","slug":"hinweise-des-tages-961","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4148","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4148#h01\">Joseph E. Stiglitz: Konjunktur ankurbeln oder sterben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h02\">Drei&szlig;ig nutzlose Jahre<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h03\">Ein Au&szlig;enwirtschaftlicher Stabilit&auml;tspakt f&uuml;r Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h04\">Beispiele f&uuml;r die Arbeitsbedingungen im HRE-Untersuchungsausschuss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h05\">&ldquo;Betrogen und enteignet&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h06\">Wie man mit Statistik t&auml;uschen kann: Die verschaukelte Bev&ouml;lkerung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h07\">Regierung bastelt an Abwrackpr&auml;mien-Ersatz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h08\">Begleitgesetzgebung zum Vertrag von Lissabon<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h09\">Portr&auml;t Tony Blair: Und wieder lockt die Macht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h10\">Osten hat eine &ldquo;Wohlstandsexplosion&rdquo; erlebt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h11\">Leiharbeiter pflegen in der Psychiatrie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h12\">Mieterbund: Verkauf schlimmer als bef&uuml;rchtet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h13\">Ursula Engelen-Kefer: &bdquo;Merkel und Westerwelle werden vielen wehtun&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h14\">Jens Berger: Wenn ich K&ouml;nig von Deutschland w&auml;r&acute;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h15\">Top-Verdiener zahlen weniger Steuern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h16\">Steuerflucht ist ein t&auml;glicher Skandal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h17\">Ackermanns Geburtstagsessen im Bundeskanzleramt <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h18\">Sind Zeitungen systemrelevant? Journalismus zwischen Morgen und Grauen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h19\">Unter Infokriegern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h20\">Der alte Traum von der Reform: Wieso es amerikanischen Pr&auml;sidenten so schwer f&auml;llt, das Gesundheitswesen zu erneuern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h21\">Kinderarbeit auf Tabakplantagen mit Hochrisiko<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h22\">Landkauf in Entwicklungsl&auml;ndern: Reiche Ernte<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4148&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Joseph E. Stiglitz: Konjunktur ankurbeln oder sterben<\/strong><br>\nDie Regierung Obama lag falsch, als sie ein zu kleines Konjunkturpaket forderte, vor allem nachdem sie politische Kompromisse eingegangen war, die es weniger wirksam machten, als es h&auml;tte sein k&ouml;nnen. Sie beging einen weiteren Fehler beim Schn&uuml;ren ihres Bankenrettungspakets: Diejenigen, die das Wirtschaftschaos &uuml;berhaupt erst herbeigef&uuml;hrt haben, bekamen zu viel Geld mit zu wenigen Einschr&auml;nkungen und zu g&uuml;nstigen Bedingungen &ndash; eine Strategie, die den Appetit der Steuerzahler auf mehr Ausgaben ged&auml;mpft hat.<br>\nDoch das ist Politik. Die Wirtschaftslehre ist eindeutig: Die Welt braucht die Verpflichtung aller hochentwickelten Industriel&auml;nder zu einer weiteren gro&szlig;en Runde realer Ausgaben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Das sollte eines der zentralen Themen beim n&auml;chsten G-20-Treffen in Pittsburgh sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/print_commentary\/stiglitz115\/German\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Drei&szlig;ig nutzlose Jahre<\/strong><br>\nKrugman diagnostiziert: &ldquo;Der Gro&szlig;teil der Makro&ouml;konomie der vergangenen 30 Jahre war im besten Fall spektakul&auml;r nutzlos und im schlimmsten Fall sch&auml;dlich.&rdquo;<br>\n&ldquo;Wir m&uuml;ssen wieder sagen: Lasst uns einfach mal gucken, was passiert ist&rdquo;, sagt Krugman. Er pl&auml;diert also f&uuml;r einen Typ von Wissenschaftler, der zun&auml;chst beobachtet, nicht interpretiert. Die Theoretiker, so suggeriert er, haben schon genug Schaden angerichtet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubB8DFB31915A443D98590B0D538FC0BEC\/Doc~E80D73077CBBE43EA9BE745EB3133768F~ATpl~Ecommon~Sspezial.html\">FAZ.Net<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Ein Au&szlig;enwirtschaftlicher Stabilit&auml;tspakt f&uuml;r Europa<\/strong><br>\nDie aktuelle Wirtschaftskrise hat zwei grunds&auml;tzliche Probleme in der Konzeption der europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion aufgezeigt. Das erste betrifft die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen in einer Reihe von Mitgliedsstaaten der Eurozone. Zweitens hat eine unzul&auml;ngliche Koordinierung der makro&ouml;konomischen Politik dazu gef&uuml;hrt, dass Divergenzen in der internationalen Wettbewerbsf&auml;higkeit der Eurol&auml;nder entstanden sind, wodurch die Existenz des Euros selbst bedroht ist.\n<p>Eine M&ouml;glichkeit, die mit den Staatsschulden verbundenen Probleme anzugehen und au&szlig;erdem die wirtschaftspolitische Koordinierung zu verbessern, besteht in einer einfachen Erweiterung der bestehenden Regeln: Ein &bdquo;Au&szlig;enwirtschaftlicher Stabilit&auml;tspakt&ldquo; k&ouml;nnte eingef&uuml;hrt werden, um das aktuelle EWU-Regelwerk zu erg&auml;nzen. Dieser Pakt w&uuml;rde die Leistungsbilanzungleichgewichte &uuml;berwachen und exzessive Defizite oder &Uuml;bersch&uuml;sse der Au&szlig;enbilanz mit einer Strafe belegen.<\/p>\n<p>Ein solcher Pakt w&uuml;rde die Regierungen dazu verpflichten, mithilfe der Finanz- und Lohnpolitik sowie der Wirtschaftspolitik insgesamt auf ein au&szlig;enwirtschaftliches Gleichgewicht hinzuarbeiten. Er w&uuml;rde auch zu einer umfassenderen wirtschaftspolitischen Koordinierung f&uuml;hren, insbesondere im Hinblick auf die Lohnsetzung, denn die Regierungen w&auml;ren gezwungen, die Lohnpolitik durch nationale Gesetze und Lohnvereinbarungen im &ouml;ffentlichen Sektor so zu beeinflussen, dass Ungleichgewichte zwischen den Eurol&auml;ndern verringert w&uuml;rden. <\/p>\n<p>Ferner w&uuml;rde ein Au&szlig;enwirtschaftlicher Stabilit&auml;tspakt die Regierungen verpflichten, beim Ausarbeiten nationaler Wirtschaftsreformen die Folgen f&uuml;r andere Mitgliedsstaaten zu ber&uuml;cksichtigen. Wenn ein &bdquo;&Uuml;berschussland&ldquo; wie Deutschland die Lohnnebenkosten senken und die Mehrwertsteuer erh&ouml;hen wollte, um seine eigene Wettbewerbsf&auml;higkeit zu st&auml;rken, so m&uuml;sste es gleichzeitig eine expansive Fiskalpolitik einf&uuml;hren, um die negativen Effekte f&uuml;r den Au&szlig;enhandel seiner Partner zu kompensieren.<br>\nVon Sebastian Dullien and Daniela Schwarzer<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/print_commentary\/dullien2\/German\">Project Syndicate<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Beispiele f&uuml;r die Arbeitsbedingungen im HRE-Untersuchungsausschuss<\/strong><br>\nMdB Axel Troost hat auf seiner Homepage Ausz&uuml;ge aus der Befragung des Zeugen Bundesfinanzminister Peer Steinbr&uuml;ck am 20.8.09 ver&ouml;ffentlicht, die erkennen lassen, wie den Ausschussmitgliedern die Suche nach der Wahrheit durch Zeitnot erschwert wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.axel-troost.de\/article\/3814.beispiele-fuer-die-arbeitsbedingungen-im-hre-untersuchungsausschuss.html\">Homepage von Axel Troost<\/a>\n<p><em>Siehe auch: <\/em><\/p>\n<p><strong>Wortprotokolle der &ouml;ffentlichen Sitzungen des HRE-Untersuchungsausschusses<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.axel-troost.de\/article\/3780.wortprotokolle-der-oeffentlichen-sitzungen-des-hre-untersuchungsausschusses.html\">Axel Troost<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&ldquo;Betrogen und enteignet&rdquo;<\/strong><br>\nFast 1,5 Millionen Angestellte des &Ouml;ffentlichen Dienstes sind von einer deutlichen Rentenk&uuml;rzung betroffen. Nach einer Umstellung des Rentensystems m&uuml;ssen sie auf bis zu 70 Prozent ihrer Zusatzrente, der sogenannten VBL-Rente, verzichten. Von der Umstellung profitieren etwa 30.000 Spitzenverdiener.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/13\/0,1872,7616429,00.html\">Frontal21\/ZDF<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/download\/0,6753,7011877,00.pdf\">Frontal21- Gutachten im PDF-Format [PDF &ndash; 517 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wie man mit Statistik t&auml;uschen kann: Die verschaukelte Bev&ouml;lkerung<\/strong><br>\n&bdquo;Nicht nur die Zahlen sind wichtig, sondern die beabsichtigte Wirkung und der Mechanismus&ldquo; meinte Prof. Dr. Gerd Bosbach, Spezialist f&uuml;r Statistikmissbrauch.<br>\nVorgef&uuml;hrt hat Prof. Bosbach auch den Rechtsanwalt Prof. Dr. Meinhard Miegel, den die Nachdenkseiten als &bdquo;Running Gag&ldquo; bezeichnen und der seit Jahren als Experte f&uuml;r die Privatisierung der Rente im Fernsehen auftritt. Miegel hatte den Vorsitz f&uuml;r den privaten Think-Tank Institut f&uuml;r Wirtschaft und Gesellschaft (IWG) in Bonn, das in diesem Jahr aufgel&ouml;st wurde. Er beriet auch das Deutsche Institut f&uuml;r Altersvorsorge, das von der Deutschen Bank finanziert wird. Und Miegel hatte berechnet, was jemand, der 2040 geboren wird und bis zum Jahr 2130 lebt, in die gesetzliche Rente einzahlt und wie viel er sp&auml;ter rausbekommt. Im BILD-Jargon hie&szlig; es: &bdquo;Alte kassieren! Junge zahlen nur drauf!&ldquo; Danach bek&auml;men M&auml;nner pro 100 eingezahlte Euro 89 Euro an Rente, Frauen 111 Euro. Und dieser Unsinn werde in der Wissenschaft tats&auml;chlich als Fakten dargestellt. Bosbach: &bdquo;Das w&auml;re ungef&auml;hr so, als h&auml;tte der alte Bismarck 1878 gesagt, wie viel Rente wir heute bekommen. Das ist schon Schwachsinn an sich. Miegel hat auch noch nicht einmal den Produktivit&auml;tsfortschritt in seine Berechnung einbezogen, was er schlie&szlig;lich auch zugeben musste. Bei Juristen sollte man sich eben fragen, ob man ihren Zahlen glaubt, aber nicht unbedingt voraussetzen, dass sie damit auch umgehen k&ouml;nnen&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=13186\">NRHZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Regierung bastelt an Abwrackpr&auml;mien-Ersatz<\/strong><br>\nEine Verl&auml;ngerung des staatlichen Zuschusses f&uuml;r den Kauf eines Neuwagens schlie&szlig;en Politiker der Gro&szlig;en Koalition aus. Trotzdem will die Politik den Absatzeinbruch in der Autobranche abd&auml;mpfen, der nach Auslaufen der Pr&auml;mie in den n&auml;chsten Wochen droht. Union und SPD denken &uuml;ber &Auml;nderungen beim Verkauf von Jahreswagen nach.<br>\nIm Zentrum der &Uuml;berlegungen von SPD und CDU f&uuml;r eine sanfte Landung stehen Ver&auml;nderungen beim Kauf von Jahreswagen durch Werksangeh&ouml;rige. Umstritten ist dabei vor allem die steuerliche Behandlung.\n<p>Das Problem: Seit den 90er-Jahren m&uuml;ssen Werksangeh&ouml;rige die Rabatte, die ihnen ihr Unternehmen gew&auml;hrt, als geldwerten Vorteil versteuern. Zur Ermittlung der Steuer wird dem Sonderpreis f&uuml;r Werksangeh&ouml;rige der Listenpreis f&uuml;r den Handel gegen&uuml;bergestellt. Steuermindernd werden derzeit lediglich 50 Prozent der Rabatte ber&uuml;cksichtigt, die ein K&auml;ufer erzielen kann, der den Wagen im freien Handel einkauft.<\/p>\n<p>Doch diese 50-Prozent-Regel rechnet sich f&uuml;r Mitarbeiter beim Kauf eines Werkswagens h&auml;ufig nicht mehr.<\/p>\n<p>Die SPD hat sich bereits Gedanken gemacht, wie eine Neuregelung konkret aussehen k&ouml;nnte: Sie will erreichen, dass nur noch die echte Differenz zwischen dem Verkaufspreis im Handel inklusive der Rabatte und dem Preis f&uuml;r die Werksangeh&ouml;rigen versteuert werden muss.<\/p>\n<p>&ldquo;Gerade um die deutsche Automobilindustrie langfristig zu f&ouml;rdern, ist eine steuerliche Optimierung beim Werkswagenkauf sinnvoll&rdquo;, sagte CSU-Generalsekret&auml;r Dobrindt. &ldquo;Damit w&uuml;rden wir vor allem Unternehmen wie Daimler und BMW helfen, die von der Abwrackpr&auml;mie kaum profitiert haben&rdquo;, erg&auml;nzt SPD-Mann Beckmeyer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/regierung-bastelt-an-abwrackpraemien-ersatz;2448116\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man kann ja die Unterst&uuml;tzung solcher Pl&auml;ne durch die Gewerkschaften verstehen. Das Hemd ist ihnen n&auml;her als der Rock. Dennoch handelte es sich bei diesen steuerlichen Neuregelungen des Werkwagenverkaufs um eine indirekte Subventionierung vor allem von BMW und Daimler, die von der Abwrackpr&auml;mie nicht sonderlich profitiert haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Begleitgesetzgebung zum Vertrag von Lissabon<\/strong><br>\nIn dieser Woche werden im Bundestag f&uuml;nf Gesetze im Rahmen der Begleitgesetzgebung zum Vertrag von Lissabon beraten. Sie sollen am 26. August in erster Lesung ins Parlament eingebracht werden. Dies war notwendig geworden, nachdem der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts am 30. Juni 2009 in seinem Urteil entschieden hatte, dass das urspr&uuml;ngliche Gesetz &uuml;ber die Ausweitung und St&auml;rkung der Rechte des Bundestages und des Bundesrates in Teilen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist. \n<p>Die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts werden im Wesentlichen durch das Integrationsverantwortungsgesetz (16\/13923) umgesetzt. Das Gesetz tr&auml;gt der Ma&szlig;gabe des Verfassungsgerichts Rechnung, dass der Bundestag eine besondere Integrationsverantwortung besitzt. Das neue Begleitgesetz soll sicherstellen, dass der Bundestag insbesondere bei den im Vertrag von Lissabon vorgesehenen Verfahren zur Vertrags&auml;nderung sowie bei Verfahren zur &Auml;nderung der Einzelheiten des Gesetzgebungsverfahrens ausreichend beteiligt wird. Dabei muss der Bundestag in einer Reihe von F&auml;llen seine Zustimmung geben zum Beispiel beim vereinfachten Vertrags&auml;nderungsverfahren (&sect; 2 IntVG) oder bei den besonderen Vertrags&auml;nderungsverfahren (&sect; 3 IntVG). Werden bei den Verhandlungen auf EU-Ebene sogenannte Br&uuml;ckenklauseln, mit denen der &Uuml;bergang von der Einstimmigkeit zu einer Mehrheitsentscheidung beschlossen werden kann, angewandt, darf der deutsche Vertreter im Europ&auml;ischen Rat nur zustimmen, wenn Bundestag und Bundesrat dazu ein Gesetz nach Artikel 23 Absatz 1 des Grundgesetzes erlassen haben. <\/p>\n<p>Das zweite Begleitgesetz (16\/13924) regelt die Umsetzung der Grundgesetz&auml;nderungen f&uuml;r die Ratifizierung des Vertrages von Lissabon. Aus rechtstechnischen Gr&uuml;nden muss es getrennt vom ersten Begleitgesetz verabschiedet werden, weil es erst ausgefertigt und verk&uuml;ndet werden kann, wenn der Vertrag von Lissabon in Kraft getreten ist. <\/p>\n<p>Die k&uuml;nftige Zusammenarbeit zwischen Bundestag und Bundesregierung in EU-Fragen wird in einem Gesetz &uuml;ber die Zusammenarbeit von Bundesregierung und Deutschem Bundestag in Angelegenheiten der Europ&auml;ischen Union (16\/13925) geregelt. Das Gesetz regelt, dass die Bundesregierung den Bundestag fr&uuml;hzeitig, fortlaufend und in der Regel schriftlich &uuml;ber alle Vorhaben im Rahmen der Europ&auml;ischen Union unterrichten muss. Auch die Unterrichtung &uuml;ber die Gemeinsame Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik sowie &uuml;ber die Europ&auml;ische Sicherheits- und Verteidigungspolitik werden darin nochmals gesondert geregelt. Der Gesetzentwurf sieht zudem vor, dass bei Verhandlungen auf europ&auml;ischer Ebene die Bundesregierung vor Festlegung ihrer Verhandlungsposition dem Bundestag die M&ouml;glichkeit gibt, eine Stellungnahme abzugeben, die die Bundesregierung ihren Verhandlungen zugrunde legt. Vor einer Entscheidung im Europ&auml;ischen Rat bem&uuml;ht sich die Bundesregierung, ein Einvernehmen mit dem Bundestag herzustellen. Au&szlig;erdem muss der Bundestag bei zwei weiteren F&auml;llen seine Zustimmung geben: bei der Aufnahme von Verhandlungen mit m&ouml;glichen Beitrittsl&auml;ndern und bei der Aufnahme von Verhandlungen zur Ver&auml;nderung der vertraglichen Grundlagen der Europ&auml;ischen Union. <\/p>\n<p>In einem vierten Gesetzentwurf wird die Zusammenarbeit von Bund und L&auml;ndern in Angelegenheiten der Europ&auml;ischen Union (EUZBLG) sowie in der Anlage eine Bund-L&auml;nder-Vereinbarung (BLV) (16\/13926) geregelt. <\/p>\n<p>Einen f&uuml;nften Gesetzentwurf zur &Auml;nderung des Grundgesetzes (16\/13928) hat die Fraktion Die Linke vorgelegt. Darin fordert sie unter anderem, dass bei Vertrags&auml;nderungen ein Volksentscheid durchgef&uuml;hrt werden muss. Zudem m&ouml;chte die Linksfraktion im Grundgesetz verankern, dass die Bundesregierung an Stellungnahmen des Bundestages prinzipiell gebunden ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2009_08\/2009_238\/02.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Kommentierung folgt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Portr&auml;t Tony Blair: Und wieder lockt die Macht<\/strong><br>\nGeld allein macht nicht m&auml;chtig. Als Redner und Berater verdient Tony Blair Millionen. Doch Gro&szlig;britanniens Ex-Premier strebt zur&uuml;ck in die gro&szlig;e Politik. Er will der erste Pr&auml;sident Europas werden<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1898381&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_poltop\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auszug aus der Er&ouml;ffnung der Irak-Debatte durch den britischen Premierminister, Tony Blair, am 18. M&auml;rz 2003 im britischen Parlament: &rdquo; &hellip; Es [das Unterhaus] wird bestimmen, wie Gro&szlig;britannien und die Welt die zentrale Sicherheitsbedrohung des 21. Jahrhundert angehen, es wird die Entwicklung der UN, die Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten, die Beziehungen innerhalb der EU und die Art und Weise bestimmen, wie die USA mit dem Rest der Welt umgehen. Es wird die Struktur der internationalen Politik f&uuml;r die n&auml;chste Generation bestimmen. &hellip;&rdquo; Wie recht der gute Mann doch hatte, ein idealer Mann f&uuml;r den Posten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Osten hat eine &ldquo;Wohlstandsexplosion&rdquo; erlebt<\/strong><br>\nBl&uuml;hende Landschaften, also doch? Das ist die Frage, die die arbeitgebernahe &bdquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&rdquo; von Wissenschaftlern des Forschungsverbundes SED-Staat an der Berliner Freien Universit&auml;t (FU) und des Dresdner Ablegers des Ifo-Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung hat untersuchen lassen. Die Antwort lautet in den Worten des FU-Politologen Klaus Schroeder: In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich in den neuen L&auml;ndern eine &bdquo;in der deutschen Geschichte beispiellose Wohlstandsexplosion&rdquo; ereignet. \n<p>Ein bemerkenswerter Befund. Nicht nur, dass sich damit jeder Funktion&auml;r der ostdeutschen &bdquo;Volkssolidarit&auml;t&rdquo; auf die Palme treiben lie&szlig;e. Er steht auch in scharfem Kontrast zu einer F&uuml;lle aktueller Daten &uuml;ber Arbeitsmarkt und Verm&ouml;gensverteilung, etwa dem unl&auml;ngst pr&auml;sentierten &bdquo;Armutsatlas&rdquo; des Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbandes, wo sich Dunkel-Deutschland auch nach zwanzig Jahren immer noch in den Grenzen der einstigen DDR abzeichnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/nachrichten\/wp\/2009\/8\/21\/news-130142325\/detail.html\">Der Westen<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Da haben sich die richtigen &bdquo;Experten&ldquo; zusammengetan, die INSM und der Forschungsverbund SED-Staat. Dass das INSM eine reine PR-Agentur ist, ist ja nicht neu. Und Klaus Schroeder und sein Forschungsverbund SED-Staat sind inzwischen bekannt f&uuml;r ihre geradezu reaktion&auml;ren Tendenzen. Schroeder hat unl&auml;ngst gegen&uuml;ber ZEIT online behauptet, dass Berichte &uuml;ber steigende Armut in Deutschland vor allem daran liegen, dass &bdquo;sich Armutsforscher wichtigtun wollen, indem sie ihr Thema &uuml;berbetonen.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p>Bevor Sie sich von einem von der konservativen Provokation lebenden Wichtigtuer ins Bockshorn jagen lassen, schauen Sie lieber in den gewiss ausgewogeneren <a href=\"http:\/\/www.bmas.de\/coremedia\/generator\/10070\/lebenslagen__in__deutschland__der__2__armuts__und__reichtumsbericht__der__bundesregierung.html\">2. Armuts- Reichtumsbericht der Bundesregierung<\/a> oder auf die <a href=\"?p=3940\">NachDenkSeiten<\/a>.<\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Perspektiven f&uuml;r Ost-Deutschland<\/strong><br>\nDass von einem wirklichen Aufholprozess keine Rede sein kann, zeigt sich an der Stagnation des Anteils der neuen Bundesl&auml;nder am gesamtdeutschen BIP. Dieser hat sich zwischen 2000 (11,4%) und 2008 (11,6%) kaum ver&auml;ndert. Bei zentralen Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt (BIP), Arbeitsproduktivit&auml;t, Investitionen, Arbeitslosigkeit findet seit Mitte der neunziger Jahre faktisch kein Ann&auml;herungsprozess an die alten Bundesl&auml;nder statt. Zudem verf&uuml;gt Ostdeutschland &uuml;ber einen ausgedehnten Niedriglohnsektor, eine etwa doppelt so hohe Arbeitslosenquote wie Westdeutschland und einen vergleichsweise hohen Anteil an Armut. Nahezu 20 Prozent der ostdeutschen Bev&ouml;lkerung ist von Armut bedroht. Bei einem &bdquo;weiter so&ldquo; droht dem Osten nicht nur Stagnation, sondern Schrumpfung aufgrund der demografischen Entwicklung im Verbund mit einer weiteren Abwanderung insbesondere von jungen Menschen, darunter besonders Frauen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/wipo.verdi.de\/dokumente\/data\/Entwicklung-Ostdeutschlands_August-2009.pdf\">ver.di [PDF &ndash; 544 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Leiharbeiter pflegen in der Psychiatrie<\/strong><br>\nSeit fast zwei Jahren weigert Alexander Spernau, Inhaber und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Lippischen Nervenklinik Dr. Spernau. sich beharrlich, mit den Besch&auml;ftigten der Klinik einen Tarifvertrag abzuschlie&szlig;en. Diese demonstrierten am Samstag erneut gegen Spernaus Verweigerungspolitik und gegen die Aussperrung von 38 Kolleginnen und Kollegen. Die 38 waren in den Streik getreten, um einen Tarifvertrag zu erk&auml;mpfen. Seit drei Wochen wird ihnen der Zugang zum Arbeitsplatz verweigert. Die Patienten werden stattdessen von 20 Leiharbeitern gepflegt. Abgesehen davon, dass deren Qualifikation gerade im Hinblick auf den Umgang mit psychisch Kranken fraglich ist, macht auch der Zahlenschl&uuml;ssel deutlich, dass die Versorgung so nicht gew&auml;hrleistet werden kann. Trotzdem sehen weder der Landrat noch die Bezirksregierung noch des Gesundheitsminister der Landes NRW einen Grund zum Eingreifen. Sie verlassen sich auf die Aussage des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers Spernau, dass die Patienten normal versorgt und betreut werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/08-25\/035.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Mieterbund: Verkauf schlimmer als bef&uuml;rchtet <\/strong><br>\nMehr als ein Jahr nach der umstrittenen Privatisierung der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) hat der Deutsche Mieterbund ein negatives Zwischenfazit gezogen. Der Verkauf an eine &ldquo;Heuschrecke&rdquo; habe zu Mieterh&ouml;hungen sowie dem Verzicht auf Modernisierungen und Instandhaltungen gef&uuml;hrt, sagte Mieterbund-Landeschef Bernhard von Gr&uuml;nberg am Montag in D&uuml;sseldorf. In LEG-Siedlungen wie in Bonn seien die Mieten um 20 Prozent angehoben worden, berichtete der Mietervertreter. Dass dies mit einem &ldquo;Sanierungsstopp&rdquo; verbunden worden sei, widerspreche den sozialpolitischen Zusagen von Ministerpr&auml;sident J&uuml;rgen R&uuml;ttgers (CDU). Auch in Dortmund, D&uuml;sseldorf, Duisburg, Hamm, Hilden, Neuss, Rheinberg, Unna und Wuppertal habe die LEG die Mieten erh&ouml;ht. Die LEG war im Juni 2008 an den Immobilienfonds der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs, Whitehall Real Estate Funds, verkauft worden. Der Gesamtkaufpreis f&uuml;r die LEG mit ihren 93 000 Wohnungen lag bei 787,1 Millionen Euro. Die Mieter und Besch&auml;ftigten der LEG sollen laut Landesregierung mit einer Sozialcharta mindestens zehn Jahre lang vor K&uuml;ndigungen gesch&uuml;tzt werden. Opposition und DGB hatten die Privatisierung abgelehnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1898643&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Ursula Engelen-Kefer: &bdquo;Merkel und Westerwelle werden vielen wehtun&rdquo;<\/strong>\n<p>Eine schwarz-gelbe Regierung w&auml;re Ihrer Ansicht nach eine Katastrophe. Wie bringen Sie das den W&auml;hlern bei?<\/p>\n<p>Ich sage ihnen, wie sich ihre Arbeits- und Lebensperspektiven mit Merkel und Westerwelle rapide verschlechtern w&uuml;rden. <\/p>\n<p>Das Leipziger Programm der Union ist doch Geschichte, die Union immer sozialdemokratischer geworden.<\/p>\n<p>Jetzt im Wahlkampf ist neoliberale Politik nat&uuml;rlich kein Thema, das hat Merkel 2005 gelernt. Aber nach der Wahl wird das wieder aus der Schublade gezogen. Weil sie ja keinen inhaltlichen Standort hat. Der Westerwelle hat das, und der wird sie beeinflussen.<br>\nMit welchem Ergebnis?<\/p>\n<p>Es wird um die Haushaltskonsolidierung gehen. Irgendwas in Sachen Steuersenkung werden sie machen m&uuml;ssen, weil sie das jetzt wie eine Monstranz vor sich hertragen. Um das zu finanzieren, muss man an die soziale Sicherung. Und das wird vielen Menschen wehtun. Ich sehe meine Aufgabe im Wahlkampf, dies immer wieder deutlich zu machen: Sparen bei der Gesundheit, h&ouml;here Eigenbeitr&auml;ge und noch mehr kapitalgedeckte, private Vorsorge. Da gibt es f&uuml;r Frau Merkel doch &uuml;berhaupt keine Haltelinie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/Ursula-Engelen-Kefer-DGB-SPD;art271,2881360\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Jens Berger: Wenn ich K&ouml;nig von Deutschland w&auml;r&acute;<\/strong><br>\nGuttenberg ist ein Produkt der Medien. Die ihm zugeschriebenen Kardinaltugenden sind beileibe kein Alleinstellungsmerkmal. Er sei jung und dynamisch und sehe besser aus als viele andere Politiker, so die S&uuml;ddeutsche. De gustibus non est disputandum &ndash; aber jung, dynamisch und gutaussehend ist auch Sahra Wagenknecht. Er sei besser angezogen und habe bessere Manieren als die meisten seiner Kollegen &ndash; sicherlich gl&auml;nzen einige SPD-Parven&uuml;s wie Schr&ouml;der oder Steinbr&uuml;ck nicht eben durch formvollendete Manieren, und ein Kurt Beck steht nicht gerade im Verdacht, das Cover eines Hochglanzmagazins fotogen auszuf&uuml;llen. Aber seit wann sind dies eigentlich die Kriterien, an denen man einen Politiker misst? Hatten Konrad Adenauer oder Helmut Kohl Manieren? Waren Willy Brandt oder Ludwig Erhardt gut gekleidet? W&auml;re Gerhard Schr&ouml;der ohne gef&auml;rbte Haare und Brioni ein schlechterer Kanzler gewesen? Ohne Kosovo und Agenda w&auml;re er sicher ein besserer Kanzler gewesen, aber wen interessieren schon Inhalte, wenn es um die Popularit&auml;t beim gemeinen Volk geht.<br>\nGuttenbergs einziges echtes Alleinstellungsmerkmal ist seine Zugeh&ouml;rigkeit zum Adel &ndash; dies ist in der Champions League der deutschen Politik selten und kommt beim gemeinen Volk nat&uuml;rlich an. Die konservative Mittelschicht konnte den Sozialdemokraten schlie&szlig;lich nie verzeihen, dass sie &bdquo;unseren Kaiser&ldquo; vertrieben haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/698\/welpenschutz-fur-den-neoliberalen-shootingstar\/print\/\">Spiegelfechter<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkungen unseres Lesers G.K.:<\/strong> Erg&auml;nzend zu den zahlreichen zutreffenden Charakterisierungen der Person des blaubl&uuml;tigen Barons von und zu Guttenberg, von dessen Politik und des medialen Umfeldes folgende Hinweise:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Die neoliberale Litanei aus dem Hause Guttenberg (das sog. &ldquo;Industriepolitische Konzept&rdquo;) beinhaltet &uuml;ber die von Jens Berger genannten Punkte hinaus den &ldquo;Abbau von bestimmten Steuerverg&uuml;nstigungen bei der Einkommenssteuer&rdquo; (erneuter Anlauf zur K&uuml;rzung der Pendlerpauschale? K&uuml;rzung oder Streichung der Steuerfreiheit f&uuml;r die Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschl&auml;ge?), den Abbau des K&uuml;ndigungsschutzes der Arbeitnehmer sowie den Abbau von Klimaauflagen f&uuml;r Unternehmen (so viel zum Thema &ldquo;Klimakanzlerin&rdquo;, ein von den Medien verliehener &ldquo;Titel&rdquo;, der zu keinem Zeitpunkt Berechtigung hatte).\n<\/li>\n<li>Zu dem Runterspielen des &ldquo;Industriepolitischen Konzepts&rdquo; durch Guttenberg nach dessen Bekanntwerden schreibt Jens Berger:<br>\n&ldquo;Die Medien jedenfalls glaubten dem &bdquo;strahlenden wei&szlig;en Ritter der deutschen Politik&ldquo; (SZ) und hakten nicht weiter nach.&rdquo;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich bin der Auffassung, dass der weit &uuml;berwiegende Teil der Medien (die rechtskonservativen und neoliberalen Medien) dieses Thema ganz bewusst sehr niedrig gehangen hat. Diesen Medien ist, ebenso wie den schwarz-gelben Politikern, der Bundestagswahlkampf des Jahres 2005 noch in sehr unguter Erinnerung. Seinerzeit trumpfte Schwarz-Gelb im Gef&uuml;hl des sicheren Wahlsieges mit neoliberalen Themen (Stichwort: Paul Kirchhof) auf und verprellte die W&auml;hler. <\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Top-Verdiener zahlen weniger Steuern<\/strong><br>\nTop-Verdiener m&uuml;ssen weltweit immer weniger Steuern zahlen. In den vergangenen sechs Jahren sank der Spitzensteuersatz weltweit im Schnitt von 31,2 Prozent auf 28,9 Prozent. Dies geht aus einer am Montag vorgelegten Studie der Beratungsgesellschaft KPMG zu den Steuers&auml;tzen in 86 L&auml;ndern hervor. Demnach haben 37 dieser L&auml;nder ihren Steuerh&ouml;chstsatz gesenkt. Mit den sinkenden Spitzensteuers&auml;tzen k&ouml;nnte allerdings bald Schluss sein. &bdquo;Angesichts der zahlreichen staatlichen Rettungspakete und der steigenden &ouml;ffentlichen Verschuldung erwarten wir steigenden Druck auf die Steuers&auml;tze&ldquo;, erkl&auml;rte KPMG-Experte Rosheen Garnon. Erste Anzeichen f&uuml;r diese Trendwende gebe es bereits. Nachdem Irland den Spitzensteuersatz schon in diesem Jahr um f&uuml;nf Prozent erh&ouml;ht habe, plane Gro&szlig;britannien eine Erh&ouml;hung ab 2010 um zehn Prozentpunkte. Auch in den USA erwarten viele eine Erh&ouml;hung der vergleichsweise niedrigen Spitzens&auml;tze.\n<p>Insgesamt liegt Deutschland damit auf Platz 20 aller untersuchten Staaten. Dies bedeutet, dass die Top-Verdiener hierzulande weniger Steuern und Abgaben zahlen als etwa in den skandinavischen L&auml;ndern, Frankreich, Belgien und den Niederlanden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/Spitzensteuer;art271,2882260?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Bedarf es eines weiteren Beweises, dass die OECD-Welt von einer Plutokratie beherrscht wird?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Steuerflucht ist ein t&auml;glicher Skandal<\/strong><br>\nDen Steuerbeh&ouml;rden fehlen Pr&uuml;fer, sagt Sascha Adamek. Das ist politisch gewollt: &bdquo;Momentan fehlen &hellip; 3.000 Betriebspr&uuml;fer und 1.000 Steuerfahnder. Dabei w&uuml;rde jeder Pr&uuml;fer im Jahr etwa 1,5 Millionen Euro bringen. Die Finanz&auml;mter sind so &uuml;berlastet, dass sie immer wieder &ldquo;Durchwinkwochen&rdquo; einlegen m&uuml;ssen. Von der Amtsleitung hei&szlig;t es dann: &ldquo;Jetzt setzt euch mal die Sonnenbrille auf!&rdquo; Das hei&szlig;t, dass dann die Steuererkl&auml;rungen ungepr&uuml;ft abgesegnet werden. Davon profitieren dann vor allem wieder die Verm&ouml;genden und Selbst&auml;ndigen, denn bei den Arbeitnehmern wird die Lohnsteuer ja schon vorab vom Arbeitgeber abgezogen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2009%2F08%2F25%2Fa0045&amp;cHash=e91af9298b\/&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Ackermanns Geburtstagsessen im Bundeskanzleramt <\/strong><br>\nDer Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, durfte nach eigenen Aussagen, anl&auml;sslich seines 60. Geburtstags G&auml;ste ins Kanzleramt einladen. Bezahlt hat den Abend der Steuerzahler, wie aus einem dem Politikmagazin REPORT MAINZ vorliegenden Bericht des Bundeskanzleramtes vom Mai 2009 hervorgeht. Demnach sind f&uuml;r diese Veranstaltung Kosten f&uuml;r zus&auml;tzliches externes Servicepersonal in H&ouml;he von 2.100 Euro angefallen. Die Kosten des Abendessens konnten laut Bericht nicht ermittelt werden, &bdquo;da der kamerale Haushalt eine Kostenrechnung&ldquo; nicht zulasse. Die Aufwendungen seien &bdquo;aus den etatisierten Haushaltsans&auml;tzen f&uuml;r Personal- und Sachkosten &ndash; Bundeskanzlerin und Bundeskanzleramt &ndash; finanziert&ldquo;. Ackermann hatte am 11. August in einem Fernseh-Interview des ZDF Hinweise gegeben, die auf einen privaten Anlass der Veranstaltung schlie&szlig;en lassen. Ackermann w&ouml;rtlich: &bdquo;Sie (Anm.: Angela Merkel) hat mir damals gesagt, sie w&uuml;rde gerne etwas f&uuml;r mich tun. Ich solle doch einmal etwa 30 Freunde und Freundinnen einladen aus Deutschland und der Welt, mit denen ich gerne einen Abend zusammen sein w&uuml;rde im Kanzleramt. Und ich muss ihnen sagen, es war ein wundersch&ouml;ner Abend&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/report\/presse\/-\/id=1197424\/nid=1197424\/did=5286062\/1mipo3d\/index.html\">ARD Report Mainz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.B.:<\/strong> W&auml;hrend Ulla Schmidt in einem regelrechten Spie&szlig;rutenlauf durch die Medien fertig gemacht wird, darf Merkel vom privaten Syltflug zwecks privater Buchvorstellung im Regierungsjet bis hin zu Ackermanns 60. Geburtstag ungestraft auf Staatskosten ausrichten?<\/em><\/p>\n<p>Wenn f&uuml;r zus&auml;tzliches externes Servicepersonal Ausgaben in H&ouml;he von 2100 Euro anfielen, dann kann man sich nur zu gut vorstellen, was der Gesamtetat dieses Spektakels des Kl&uuml;ngels war! Diese politische Kungelei sprengt inzwischen alle Vorstellungen! Demokratie? Besser w&auml;re wohl &bdquo;Korporatokratie&ldquo;, wie es John Perkins in seinem Buch &bdquo;Bekenntnisse eines Economic Hit Man&ldquo; richtigerweise ausdr&uuml;ckte.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Sind Zeitungen systemrelevant? Journalismus zwischen Morgen und Grauen<\/strong><br>\n&Uuml;berzogene Gewinnerwartungen von Eigent&uuml;mern sind kein Ausdruck von Not, sondern von Kurzsichtigkeit und Dummheit.<br>\nEs ist ja bittesch&ouml;n nicht so, dass die Zeitungen in Deutschland rote Zahlen schreiben, es ist nicht so, dass sie seit Jahren in der Verlustzone drucken. Sie machen nur nicht mehr so hohe Gewinne wie zuvor. Das kommt in den besten Unternehmen vor, auch in den Unternehmen, f&uuml;r die es kein spezielles Grundrecht gibt. Die Verlage nutzen aber die angebliche Not f&uuml;r &uuml;berzogene Notwehr. Viele der sogenannten Restrukturierungsma&szlig;nahmen und K&uuml;ndigungswellen in deutschen Medienh&auml;usern sind Putativnotwehrexzesse &ndash; die zugleich, und das ist das wirklich Tragische, die Basis f&uuml;r k&uuml;nftiges Gedeihen der Presseunternehmen gef&auml;hrden. Von Heribert Prantl.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/artikel.php?pr=3148\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Unter Infokriegern<\/strong><br>\n&raquo;Faschismus 2.0&laquo;: Rechte Verschw&ouml;rungstheoretiker str&ouml;men in die &shy;&raquo;sozialen Netzwerke&laquo; im Internet. Neonazis haben von Anfang an das &raquo;Weltnetz&laquo; intensiv genutzt. Neu ist, dass die braunen Kameraden mittlerweile wie der ber&uuml;hmte Fisch im Wasser in einem virtuellen Biotop schwimmen. Es hat sich eine Allianz von klassischen Faschisten &uuml;ber paranoide Verschw&ouml;rungstheoretiker bis zu unpolitischen Esoterikj&uuml;ngern gebildet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/08-25\/007.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Der alte Traum von der Reform: Wieso es amerikanischen Pr&auml;sidenten so schwer f&auml;llt, das Gesundheitswesen zu erneuern<\/strong><br>\nBeim Kampf um eine Reform des amerikanischen Gesundheitswesens nehmen die schlechten Nachrichten f&uuml;r Barack Obama kein Ende. Laut neusten Umfragen lehnt die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung sein Vorgehen ab, weil sie von den derzeit diskutierten Pl&auml;nen eine Verschlechterung ihrer pers&ouml;nlichen Situation erwarten. 54 Prozent der Amerikaner bef&uuml;rchten eine zu gro&szlig;e staatliche Einflussnahme auf ihre Gesundheitsversorgung und trauen dem Pr&auml;sidenten nicht zu, dass er die explodierenden Gesundheitskosten unter Kontrolle bringt. Auch die Geschichte gibt Obama wenig Hoffnung auf ein Gelingen seiner Gesundheitsreform. Seit 100 Jahren versuchen US-Pr&auml;sidenten vergebens, das Gesundheitssystem (siehe Kasten) zumindest so weit auszubessern, dass alle B&uuml;rger durch eine Krankenkasse abgesichert sind. Nach einem ersten Anlauf Theodore Roosevelts Anfang des letzten Jahrhunderts schob Franklin D. Roosevelt sp&auml;ter die Einf&uuml;hrung eines &ouml;ffentlichen Gesundheitswesens auf, um zun&auml;chst das staatliche Rentensystem (Social Security) zu etablieren. Danach konnte sich Roosevelt nicht gegen die &Auml;rzteverb&auml;nde durchsetzen, die staatliche Kontrollen vehement ablehnten. Auch Pr&auml;sident Lyndon B. Johnson konzentrierte sich deshalb 1965 auf die Einf&uuml;hrung von Medicare und Medicaid, die staatlichen Versicherungen f&uuml;r Pension&auml;re und Arme. \n<p>Seit Johnson ist der Anteil der Gesundheitskosten am Bruttosozialprodukt der USA dramatisch gestiegen. Lag dieser 1960 noch bei 5,2 Prozent, so wurden 1990 bereits 12,3 Prozent erreicht. Als sich Bill Clinton 1993 zu Beginn seiner Amtszeit der Reform des Gesundheitswesens annahm, war die Quote auf 13,7 Prozent gestiegen. Wie heute Obama hatte Clinton eine Gesundheitsreform in den Mittelpunkt seines Wahlprogramms gestellt und ein &ouml;ffentliches System ausgeschlossen. Gleichwohl scheiterte das von der damaligen First Lady Hillary Clinton unter strenger Geheimhaltung entwickelte Reformpaket am Widerstand der Lobbys der demokratischen Mehrheit im Kongress. Bis zum Jahr 2007 erreichten die Gesundheitskosten dann sogar 16,2 Prozent des Bruttosozialproduktes. Diese Zahlen lassen eigentlich eine Reform des Gesundheitswesens mehr als dringlich erscheinen. Dass es Obama so schwer f&auml;llt, sie umzusetzen, hat einen Grund: Er hat aus dem Scheitern von Clintons Reform die falschen Lehren gezogen. Obama wollte beide Parteien f&uuml;r eine Reform gewinnen. Dabei hat er den Demokraten im Kongress die Initiative &uuml;berlassen und bis heute selbst keine detaillierten Vorstellungen publik gemacht. Die Republikaner nutzten die Gelegenheit, die Reform zu blockieren, um Obama eine saftige Niederlage zu bereiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/der_alte_traum_von_der_reform_1.3394874.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Kinderarbeit auf Tabakplantagen mit Hochrisiko<\/strong><br>\nDie in London ans&auml;ssige Kinderhilfsorganisation Plan International sch&auml;tzt, dass in dem armen afrikanischen Land Malawi gegen 80&rsquo;000 Kinder, manche von ihnen erst f&uuml;nf Jahre alt, jeden Tag bis zu zw&ouml;lf Stunden auf Tabakplantagen arbeiten. Weil entsprechende Schutzkleidung fehle, n&auml;hmen sie &uuml;ber ihre Haut bis zu 54 Milligramm Nikotin pro Tag auf &ndash; das entspricht dem Rauch von etwa 50 Zigaretten, wie es in einem am Montag ver&ouml;ffentlichten Bericht heisst. Die betroffenen Kinder zeigen laut der Studie typische Symptome einer Nikotinvergiftung, beispielsweise starke Kopf- und Bauchschmerzen, Muskelschw&auml;che, Husten und Atemnot. Ausserdem f&uuml;hre die Vergiftung zu lange andauernden Ver&auml;nderungen in der Struktur und Funktion des Gehirns. Einige der Symptome k&ouml;nnten auch von Pestiziden verursacht werden, denen die Kinder bei der Plantagenarbeit ausgesetzt seien.<br>\nEin Verbot der Kinderarbeit auf den Plantagen sei unrealistisch, r&auml;umte ein Sprecher von Plan International in Malawi ein. Die Armut in dem Land zwinge schon die J&uuml;ngsten, Geld zu verdienen. Die Organisation appelliert deshalb an die Arbeitgeber, den Kindern die erforderliche Schutzkleidung zur Verf&uuml;gung zu stellen. In Malawi verdienen vier F&uuml;nftel der Bev&ouml;lkerung ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt in der Tabakindustrie. &ndash; Der Tabakkonzern Philip Morris erkl&auml;rte, er kaufe Tabak von Lieferanten in Malawi auf, besitze dort selbst aber keine Plantagen. Lieferanten m&uuml;ssten zusagen, keine Mitarbeiter unter 15 Jahren oder dem jeweils g&uuml;ltigen Mindestarbeitsalter zu besch&auml;ftigen. British American Tobacco erkl&auml;rte, das Unternehmen besch&auml;ftigte keine Kinder und sei gegen Kinderarbeit. Die Plantagen w&uuml;rden aber nicht kontrolliert. Man werde dem Bericht der Organisation nachgehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/kinderarbeit_tabakplantagen_malawi_plan_international_1.3406654.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Bei Konzernen wie Philip Morris oder British American Tobacco wei&szlig; man, woran man ist, viel tiefer liegt der &Auml;rger &uuml;ber unsere gro&szlig;en internationalen Organisationen wie die Weltbank. Ausbeutung ist eine Seite, die andere fragt nach Entwicklungskonzepten. Es ist f&uuml;r jede Volkswirtschaft mehr als ungesund, wenn ca. 80 Prozent der Devisen &uuml;ber Tabak erwirtschaftet werden. &ndash; Auf Druck von IWF und Weltbank hatte Malawi Mitte der 90er endlich die Subventionierung seiner Landwirtschaft eingestellt, &ndash; die M&auml;rkte regeln sich ja von selbst. Was folgte war der Zusammenbruch der Produktion und eine Hungerkatastrophe im Jahre 2005. Unter der neuen Regierung, Bingu wa Mutharika, wurde &uuml;ber Coupons subventionierter D&uuml;nger zur Maisproduktion Verf&uuml;gung gestellt, Mais ist das Grundnahrungsmittel im Lande. Und siehe da, die Produktion wurde derartig gesteigert, dass Mais nach Simbabwe exportiert und dem &bdquo;World Food Programm&ldquo; der UNO Mais bereitgestellt werden konnte. Das Subventionsprogramm die malawische Regierung kostete 74 Mio. Dollar und brachte etwas das Doppelte an zus&auml;tzlichem Ernteertrag. &ndash; Die Frage stellt sich, warum eigentlich unsere hochbezahlten Experten von der Weltbank, aber auch von der GTZ nicht auf solche Ideen kommen, sondern in einzelnen Projekten im Bildungs- oder Gesundheitsbereich &ldquo;rumwursteln&rdquo;, aber keine Konzepte entwickeln, um elementare gesamtwirtschaftliche Weichen aufzuzeigen.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2007\/12\/02\/world\/africa\/02malawi.html?WT.mc_id=NYT-E-I-NYT-E-AT-1205-L4&amp;WT.mc_ev=click&amp;_r=1&amp;ei=5087&amp;en=42a9860e273e664c&amp;ex=1212296400&amp;excamp=NYT-E-I-NYT-E-AT-1205-L4&amp;pagewanted=print\">&ldquo;Ending Famine, Simply by Ignoring the Experts&rdquo;<\/a> <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Landkauf in Entwicklungsl&auml;ndern: Reiche Ernte<\/strong><br>\nIndustriel&auml;nder kaufen in Afrika die &Auml;cker der Armen auf. Weil ihr Hunger auf fruchtbare B&ouml;den uners&auml;ttlich scheint, ist bereits die Rede von Neo-Kolonialismus. Denn der Landkauf dient ganz bestimmten Zielen. Ausl&auml;ndische Investoren verleiben sich dort fruchtbare B&ouml;den ein &ndash; um den Hunger in ihren Heimatl&auml;ndern zu stillen. Die K&auml;ufer &ndash; Konzerne, Fonds, Banken und Regierungen &ndash; scheinen uners&auml;ttlich. Experten sch&auml;tzen, dass in Afrika seit 2006 rund 20 Millionen Hektar an ausl&auml;ndische K&auml;ufer gingen. Die Deals werden meist streng geheim gehalten, die Beteiligten zu Stillschweigen ausdr&uuml;cklich verpflichtet.\n<p>Der Frankfurter Rundschau liegt jetzt ein Vertrag aus Madagaskar vor, der die Kritiker best&auml;tigt. Investor ist in diesem Fall das indische Unternehmen Varun Agriculture Sarl, Tochterfirma von Varun International in Bombay. Der am 26. Januar dieses Jahres mit 13 Landlords geschlossene &ldquo;Farming Contract&rdquo; sichert Varun rund 231.000 Hektar in der madagassischen Provinz Mahjanga f&uuml;r den Anbau von Grundnahrungsmitteln zu. Mit ausdr&uuml;cklicher Exportklausel. Danach darf Varun 100 Prozent der angebauten H&uuml;lsenfr&uuml;chte ausf&uuml;hren.<\/p>\n<p>Laufzeit des Vertrages: 50 Jahre, mit einseitigem K&uuml;ndigungsrecht f&uuml;r Varun und der Option, den Kontrakt in beiderseitigem Einvernehmen auf 99 Jahre zu verl&auml;ngern.<br>\nEine neue madagassische Landgesetzgebung aus dem Jahr 2007 macht solche Pachtvertr&auml;ge mit ausl&auml;ndischen Unternehmen m&ouml;glich. Die Europ&auml;ische Union und die USA h&auml;tten diese Liberalisierung &uuml;ber ihre Mitsprache bei der Weltbank gef&ouml;rdert, kritisiert Ulrike Bickel, Referentin der katholischen Entwicklungshilfeorganisation Miseror. &ldquo;Kontinuierlich wurde Druck auf die madagassische Regierung ausge&uuml;bt, ihre Gesetzgebung zu modernisieren und an die Anforderungen von Investoren anzupassen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1898828&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_topnews\">FR<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu auch: <\/em><\/p>\n<p><strong>China erfindet Globalisierung neu<\/strong><br>\nDie Regierungen in Pakistan, Sudan und einigen anderen afrikanischen L&auml;ndern bekommen in diesen Wochen h&auml;ufig Besuch: Mal sind es saudische Regierungsvertreter und Gesch&auml;ftsleute. Mal sprechen Emiss&auml;re der Regierungen Chinas, Katars, aber auch Libyens vor. Und alle wollen nur das eine &ndash; Land. Sie sind die Vorboten eines sich beschleunigenden globalen Rennens um Agrarfl&auml;chen, das erheblichen politischen und wirtschaftlichen Sprengstoff birgt. Denn mehr als ein Dutzend Regierungen wasserarmer oder bev&ouml;lkerungsreicher, vor allem aber kapitalstarker L&auml;nder versucht derzeit, sich in gro&szlig;em Ma&szlig;stab in Entwicklungsl&auml;ndern fruchtbare Anbaugebiete zu sichern &ndash; zur exklusiven Versorgung der Investorenl&auml;nder.<\/p>\n<p>L&auml;nder wie China verfolgen teilweise eine andere Strategie. Denn seit den Unruhen in Madagaskar sind Regierungen in Entwicklungsl&auml;ndern vorsichtiger bei Gro&szlig;projekten geworden. Daf&uuml;r kauft sich China nun unterhalb der internationalen und oft auch nationalen Wahrnehmungsschwelle in einzelne Farmen etwa im ostafrikanischen Land Mosambik ein &ndash; und bringt zur Bewirtschaftung oft gleich noch chinesische Bauern mit. Die Folgen k&ouml;nnen dramatisch sein. Mittlerweile hat der Landkauf solche Ausma&szlig;e angenommen, dass die Weltern&auml;hrungsorganisation FAO und Nichtregierungsorganisationen wie die Welthungerhilfe von einem &bdquo;Neo-Kolonialismus&ldquo; sprechen. Der Uno-Sonderbeauftragte f&uuml;r Nahrung, Olivier de Schutter, hatte bereits im Mai bei einem Auftritt im Bundestag gewarnt, die Landk&auml;ufe seien zudem Vorboten f&uuml;r weltweit steigende Nahrungsmittelpreise &ndash; doch diese Aussicht lockt eben zus&auml;tzlich auch Konzerne wie Daewoo und Finanzinvestoren in das Rennen um Land. Aber letztlich heizen auch Biosprit-Importeure aus Deutschland, Gro&szlig;britannien oder den USA die Konkurrenz an, weil sie gro&szlig;e Anbaugebiete f&uuml;r energiereiche Pflanzen suchen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/_b=2445947,_p=6,_t=ftprint,doc_page=0;printpage\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es versteht sich von selbst, dass der Chef des Food Policy Research Institute (IFPRI), das der Weltbank unterstellt ist, die reine Lehre hochh&auml;lt und Sache streng marktwirtschaftlich angeht: &ldquo;Dabei m&uuml;sste sich gerade eine Handelsnation wie Deutschland viel deutlicher zu Wort melden. Denn &bdquo;land grabbing&ldquo; ist ein fataler Versuch der Selbstversorgung, der auch den Freihandel unterl&auml;uft. Es darf keine Schule machen, sich bilateralen Handel durch Investitionen zu kaufen.&rdquo; &ndash; Spannend wird es nat&uuml;rlich, wenn es z.B. in Mosambik zu Hungerrevolten kommen sollte und es sich dann herausstellt, dass nicht nur chinesische Arbeiter das Land bearbeiten, sondern auch chinesische Soldaten, pardon, chinesisches Sicherheitspersonal, noch besser Personal von Blackwater das Land verteidigt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4148#h01\">Joseph E. Stiglitz: Konjunktur ankurbeln oder sterben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h02\">Drei&szlig;ig nutzlose Jahre<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h03\">Ein Au&szlig;enwirtschaftlicher Stabilit&auml;tspakt f&uuml;r Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h04\">Beispiele f&uuml;r die Arbeitsbedingungen im HRE-Untersuchungsausschuss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h05\">&ldquo;Betrogen und enteignet&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h06\">Wie man mit Statistik t&auml;uschen kann: Die verschaukelte Bev&ouml;lkerung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h07\">Regierung bastelt an Abwrackpr&auml;mien-Ersatz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4148#h08\">Begleitgesetzgebung zum Vertrag von<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4148\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4148","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4148","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4148"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4148\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4148"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4148"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4148"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}