{"id":41482,"date":"2017-12-10T09:00:43","date_gmt":"2017-12-10T08:00:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41482"},"modified":"2017-12-08T11:09:58","modified_gmt":"2017-12-08T10:09:58","slug":"hinweise-der-woche-42","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41482","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41482#h01\">Freitag-Interview: &bdquo;Die sind doch bekloppt&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41482#h02\">Sahra und der Aufstand der Easy-Jetter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41482#h03\">Portugal: Mit links aus der Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41482#h04\">Arbeitsvolumen lag im dritten Quartal 2017 auf dem h&ouml;chsten Stand seit 25 Jahren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41482#h05\">Warum die Deutschen so fr&uuml;h in Rente gehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41482#h06\">Krank gespart<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41482#h07\">Eine B&uuml;rgerversicherung w&auml;re grundgesetzwidrig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41482#h08\">Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41482#h09\">BND installierte Spitzel bei Willy Brandt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41482#h10\">Internet-Alchemie<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Freitag-Interview: &bdquo;Die sind doch bekloppt&ldquo;<\/strong><br>\nFabio De Masi &uuml;ber die Machtk&auml;mpfe in der Linken, die GroKo, Fl&uuml;chtlingspolitik und die Zukunft der EU.<br>\nder Freitag: Herr De Masi, sind Sie froh, dass es nun wohl kaum zu Neuwahlen kommen wird und die Linke Zeit f&uuml;r die Beilegung eigener Konflikte bekommt?<br>\nFabio De Masi: Nein, ich kann die Gro&szlig;e Koalition nicht mehr sehen. Unsere Aufgabe ist es, so schnell wie m&ouml;glich die sozialen Verh&auml;ltnisse zu ver&auml;ndern. Und wenn uns eine Wahl die Chance dazu gibt, m&uuml;ssen wir sie nutzen. Aber klar, Neuwahlen w&uuml;rden die Linke fordern. Denn im Gegensatz zu FDP, AfD, Union, SPD und Gr&uuml;nen erhalten wir keine &uuml;ppigen Parteispenden von Konzernen. Und Wahlen machen nur einen Sinn, wenn es eine echte Wahl gibt. Dazu m&uuml;sste sich die SPD erneuern. Das ist bisher nicht zu erkennen.<br>\nNeulinge in der Linken-Fraktion, so ist zu h&ouml;ren, waren geschockt, wie erbittert dort Rivalit&auml;ten und Streit ausgetragen werden.<br>\nIch war nicht geschockt, aber ich verstehe, wenn viele sagen: Die sind doch bekloppt. Wir m&uuml;ssen die inhaltlichen Debatten auch f&uuml;hren &ndash; wenn es dabei nicht nur um Machtspiele geht. (&hellip;)<br>\nWir sind die Fluchtverhinderungspartei, weil wir Fluchtursachen wie Regime-Change-Kriege und unfaire Handelspolitik bek&auml;mpfen. Und wir wollen, dass der Staat sich um die, die hier sind, k&uuml;mmert. Nicht, dass er sich billige Arbeitskr&auml;fte f&uuml;r Unternehmen holt, um den Rest ins Industriegebiet zu schicken. Das ist asozial, ein Gesch&auml;ft mit der Not. Bei G20 hatten wir in Hamburg ja Berliner Polizisten, die waren f&uuml;r zwei Tage in einer Fl&uuml;chtlingsunterkunft untergebracht &ndash; und haben Party gemacht, weil es so trostlos war.<br>\nBraucht es linke Fl&uuml;chtlings- und Einwanderungsgesetze, wie das Linken-Abgeordnete aus ostdeutschen Landtagen fordern?<br>\nNein, ein Einwanderungsgesetz fordern der Bundesverband der Deutschen Industrie, FDP, Gr&uuml;ne, SPD und AfD. Warum m&uuml;ssen wir gezielt Fachkr&auml;fte abwerben? Was wir brauchen, ist ein echtes Integrationsgesetz, um den Leuten, die hier sind, Perspektiven zu geben. Einen starken, mitf&uuml;hlenden Staat. Wir wollen das Asylrecht verteidigen, da gibt es keinerlei Dissens. Aber eine Forderung nach offenen Grenzen f&uuml;r alle hilft uns nicht.<br>\nWarum nicht?<br>\nWeil es das Asylrecht schw&auml;cht. Wir m&uuml;ssen unsere Ressourcen auf Menschen in Not konzentrieren. Und der Staat muss auch wissen, wer ins Land kommt, um seine Pflicht gegen&uuml;ber Menschen zu erf&uuml;llen. Schutzlose Minderj&auml;hrige etwa m&uuml;ssen zur Schule, in den Sportverein und Deutsch lernen. Wenn Menschen Staatsversagen als Kontrollverlust empfinden, dann sollte ich ihnen nicht gleich die Rassismus-Keule &uuml;ber den Kopf ziehen, sondern zuh&ouml;ren. Reden. Gespr&auml;che an Info-St&auml;nden laufen besser, wenn ich zuh&ouml;re.Und wenn ich frage: Dass der Syrer gegen&uuml;ber eine Wohnung hat &ndash; w&auml;re das noch ein Problem, wenn dein Lohn doppelt oder deine Miete halb so hoch w&auml;re? Dann antworten die meisten mit Nein und sprechen &uuml;ber ihre Probleme, nicht &uuml;ber Fl&uuml;chtlinge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fabio-de-masi.de\/de\/article\/1788.freitag-interview-die-sind-doch-bekloppt.html\">Fabio De Masi<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Sahra und der Aufstand der Easy-Jetter<\/strong><br>\nMachtkampf in der LINKEN: Die Kritik an Lafontaine und Wagenknecht ist zum Teil hysterisch und naiv<br>\nDie undurchdachte Easy-Jet-Philosophie ist keine linke Utopie, sondern eine neoliberale Dystopie. Sie klingt als Slogan verf&uuml;hrerisch, w&uuml;rde real aber in die soziale Katastrophe f&uuml;hren. Sie ist der Traum einer globalistischen Finanz- und Internetwirtschaft, die ideologie- und ortlos nirgendwo mehr Rechenschaft &uuml;ber ihre Gewinne ablegen m&ouml;chte. Bei einer Erosion der staatlichen Strukturen (wozu auch Grenzen geh&ouml;ren) kann der nichtprivilegierte B&uuml;rger nur verlieren. Ein j&uuml;ngeres Papier der LINKEN-Fraktion im Bundestag erkl&auml;rt darum auch richtig, dass das Konzept der Grenzenlosigkeit f&uuml;r einen finanziell gep&auml;ppelten Erasmus-Studenten v&ouml;llig anders klingt als f&uuml;r einen ausgepl&uuml;nderten Arbeitslosen.<br>\nKatja Kipping, Parteichefin der LINKEN, ist dennoch gro&szlig;e F&uuml;rsprecherin einer grenzenlosen Welt. Man will Frau Kipping keine neoliberale Katastrophensehnsucht unterstellen. Ihr sicherlich gut gemeinter Fokus liegt auf den Rechten der Gefl&uuml;chteten. Doch die daf&uuml;r genutzte grenzen- und staatsfeindliche Rhetorik ist geeignet, den Weg f&uuml;r gravierende und negative Umw&auml;lzungen zu ebnen. Darum erscheint Kippings Trommeln f&uuml;r eine diffuse weltweite Barrierefreiheit mindestens naiv.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1072479.linke-und-fluechtlinge-sahra-und-der-aufstand-der-easy-jetter.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Ein sehr lesenswerter Artikel.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Portugal: Mit links aus der Krise<\/strong><br>\nAuch sieben Jahre nach Beginn der Eurokrise warten fast alle s&uuml;deurop&auml;ischen Staaten weiter auf das Licht am Ende des Tunnels. Erhebliche Teile der Bev&ouml;lkerung leben in Armut oder prek&auml;ren Verh&auml;ltnissen. Selbst in Spanien, das in Br&uuml;ssel gern f&uuml;r sein wiedererstarktes Wirtschaftswachstum gelobt wird, verharrt die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau.<br>\nDie erstaunliche Ausnahme bildet ausgerechnet ein Land, das lange Zeit als das &auml;rmste Westeuropas galt: Portugal. Noch 2011 musste Lissabon Notkredite beantragen und stand danach f&uuml;r vier Jahre unter Kontrolle jener Gl&auml;ubiger-Troika, die auch Athen und Dublin ein Sparprogramm auferlegte. Seit zwei Jahren aber geht es aufw&auml;rts: Die Wirtschaft w&auml;chst stetig und die in der Krise massiv gestiegene Arbeitslosigkeit sinkt deutlich.<br>\nDas ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Portugal hat diesen Aufschwung zum einen deshalb geschafft, weil es den Empfehlungen der EU-Kommission gerade nicht gefolgt ist. Statt weiter zu sparen, hat Lissabon schrittweise mit der Austerit&auml;tspolitik gebrochen &ndash; aber eine Konfrontation mit Br&uuml;ssel vermieden. Zum anderen konnte der Rechtspopulismus in Portugal bis heute nicht Fu&szlig; fassen. Beide Entwicklungen sind eng verbunden mit der portugiesischen Linken, insbesondere mit der Regierung von Premierminister Ant&oacute;nio Costa. Seit dem 26. November 2015 f&uuml;hrt er ein sozialistisches Minderheitskabinett an, das sich im Parlament auf die Tolerierung durch zwei Linksparteien st&uuml;tzt.<br>\nSo positiv Costas Halbzeitbilanz ausf&auml;llt, so unsicher erschien seine politische Zukunft noch vor zwei Jahren. Eine geringon&ccedil;a nannten oppositionelle Konservative und Teile der Medien seine Regierung anfangs abf&auml;llig: ein schr&auml;ges Konstrukt, das nicht lange halten werde. Tats&auml;chlich &uuml;bernahmen die Sozialisten ein Land, das eine Schocktherapie hinter sich hatte.<br>\nPortugal hatte schon vor der globalen Wirtschaftskrise unter stagnierendem Wachstum und niedriger Produktivit&auml;t gelitten. In der Krise musste Lissabon den strauchelnden Finanzsektor des Landes mit Milliardenbetr&auml;gen st&uuml;tzen, und die Staatsschulden schossen durch die Decke. Als dann auch noch die Bundesregierung unter Angela Merkel Anfang 2010 die europ&auml;ische Antwort auf Griechenlands Finanzn&ouml;te verz&ouml;gerte, gerieten weitere Eurostaaten in den Fokus der nerv&ouml;sen Finanzmarktakteure &ndash; darunter auch Portugal. Die Ratingagenturen stuften das Land zwischen 2010 und 2011 mehrfach herab, bis der sozialistische Premierminister Jos&eacute; S&oacute;crates schlie&szlig;lich europ&auml;ische Hilfskredite beantragen musste. Im Gegenzug verpflichtete sich auch S&oacute;crates zur Austerit&auml;tspolitik. Und nach vorgezogenen Neuwahlen versch&auml;rften die siegreichen Konservativen diesen Kurs noch.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2017\/november\/portugal-mit-links-aus-der-krise\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Arbeitsvolumen lag im dritten Quartal 2017 auf dem h&ouml;chsten Stand seit 25 Jahren<\/strong><br>\nIm dritten Quartal 2017 arbeiteten die Erwerbst&auml;tigen in Deutschland insgesamt 15,36 Milliarden Stunden. Das sind 1,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. (&hellip;) Die Erwerbst&auml;tigkeit ist im dritten Quartal 2017 gegen&uuml;ber dem Vorjahresquartal mit 1,5 Prozent erneut kr&auml;ftig gestiegen und lag bei 44,5 Millionen Personen. &bdquo;Der Aufw&auml;rtstrend beim Arbeitsvolumen beruht auf der stark steigenden Zahl von Besch&auml;ftigten&ldquo;, sagte Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs &bdquo;Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iab.de\/de\/informationsservice\/presse\/presseinformationen\/az1703.aspx\">IAB<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Warum die Deutschen so fr&uuml;h in Rente gehen<\/strong><br>\nWenn die Deutschen nicht p&uuml;nktlich in Rente gehen wollen, k&ouml;nnen sie l&auml;nger arbeiten &ndash; aber kaum einer tut es. Ein Experiment von Universit&auml;t Mannheim und F.A.Z. zeigt Gr&uuml;nde daf&uuml;r. [&hellip;]<br>\nMehr als 3000 F.A.Z.-Leser wurden gefragt, unter welchen Bedingungen sie wie in Rente gehen w&uuml;rden. [&hellip;] Immer fragten die Forscher, ob die Leute lieber mit 63 oder mit 67 Jahren in Rente gehen w&uuml;rden und wie hoch der Rentenunterschied daf&uuml;r sein m&uuml;sste. Die H&auml;lfte der Leute aber wurde gefragt, ob sie mit 67 Jahren in Rente gehen w&uuml;rden und welche Abschl&auml;ge sie hinnehmen w&uuml;rden, um vier Jahre fr&uuml;her zu gehen. Die andere H&auml;lfte wurde gefragt, ob sie mit 63 Jahren in Rente gehen w&uuml;rden und wie weit die Rente steigen m&uuml;sste, damit sie erst vier Jahre sp&auml;ter gehen.<br>\nAllein dieser Unterschied in der Frage &auml;nderte die Antworten fundamental: Wenn sie &bdquo;fr&uuml;her&ldquo; in Rente gehen w&uuml;rden, w&uuml;rden sie f&uuml;r die vier Jahre einen Rentenunterschied von durchschnittlich 327 Euro im Monat f&uuml;r angemessen halten. Wenn es aber darum geht, &bdquo;sp&auml;ter&ldquo; in Rente zu gehen, sind die vier Jahre in ihren Augen pl&ouml;tzlich 764 Euro wert &ndash; ziemlich genau das Doppelte. [&hellip;]<br>\nDie Studienautoren empfehlen dem Staat, schon mal die Rentenauskunft neutraler zu gestalten und die Deutschen besser &uuml;ber Zu- und Abschl&auml;ge zur Rente zu informieren. Sp&auml;ter in Rente zu gehen &ndash; dar&uuml;ber steht auf dem Brief &uuml;berhaupt nichts. Doch die Ergebnisse der Studie legen noch etwas anderes nahe: Vielleicht m&uuml;sste der Rentenabschlag f&uuml;r Fr&uuml;hrentner noch kr&auml;ftiger werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/oecd-kritisiert-flexirente-warum-sie-so-wenig-genutzt-wird-15325792.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Willkommen in der Parallelwelt der FAZ-Wirtschaftsredaktion. In Zeiten, in denen viele Arbeitgeber ohnehin Mitarbeiter &uuml;ber 50 Jahren lieber heute als morgen auf die Stra&szlig;e setzen w&uuml;rde, kramt Patrick Bernau den angestaubten Homo Oeconomicus aus der Schublade abglegter Ideologien und stellt die Frage des Renteneintrittsalters als freiwillige Entscheidung der Arbeitnehmer dar, die einzig und allein von finanziellen Boni und Mali im Rentensystem abh&auml;ngt. Und dann bringt er auch noch absurde Zahlen ins Spiel. 764 Euro Rentenbonus pro Monat f&uuml;r &bdquo;Sp&auml;tverrentete&ldquo;? Das sind nur 23 Euro weniger als die durchschnittliche komplette Altersrente in Westdeutschland. Typisch FAZ auch die &bdquo;Lektion&ldquo; am Ende des Artikels. K&uuml;rzungen als Allheilmittel f&uuml;r die Sozialsysteme. Patrick Bernau ist &uuml;brigens Jahrgang 1981, also zarte 36 Jahre alt. Vielleicht sollte er einfach mal eine Woche ein Praktikum als Krankenpfleger, Bauarbeiter oder Landschaftsg&auml;rtner machen, um zumindest einmal grob Einblick in die echte Welt zu bekommen, die mit der Parallelwelt der FAZ nur recht wenig zu tun hat.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Altersarmut muss nicht sein<\/strong><br>\nPensionistin m&uuml;sste man sein, in &Ouml;sterreich! Das denkt sich so manche deutsche Ruhest&auml;ndlerin mit Blick auf ihren kargen Rentenbescheid. Denn es hat sich herumgesprochen, dass die Renten in der Alpenrepublik deutlich h&ouml;her liegen als in Deutschland. Grundlage f&uuml;r gute Altersbez&uuml;ge sind in beiden L&auml;ndern Beitragszahlungen, die gute Erwerbsbiografen widerspiegeln. Aber fahren blo&szlig; Besch&auml;ftigte, die lange und viel eingezahlt haben, in &Ouml;sterreich besser? Oder gilt das auch f&uuml;r diejenigen, die nur geringe Anspr&uuml;che gesammelt haben? Dem sind Florian Blank vom WSI und Erik T&uuml;rk von der Arbeiterkammer Wien nachgegangen. Sie haben die deutsche &bdquo;Grundsicherung im Alter&ldquo; mit dem &ouml;sterreichischen System der &bdquo;Ausgleichszulagen&ldquo; und &bdquo;Mindestsicherung&ldquo; verglichen und beide Arrangements auf ihre &bdquo;Armutsfestigkeit&ldquo; untersucht. Ergebnis: Staatliche Programme in &Ouml;sterreich leisten einen &bdquo;gr&ouml;&szlig;eren Beitrag zur Milderung von Altersarmut&ldquo;. Das hei&szlig;t zwar nicht, dass es in &Ouml;sterreich keine Altersarmut g&auml;be. Allerdings liegt die Armutsquote &Auml;lterer dort merklich niedriger als in Deutschland. (&hellip;) Politisch m&uuml;sse es in Deutschland nun darum gehen, die &bdquo;strukturelle Armutsfestigkeit&ldquo; des &ouml;ffentlichen Rentensystems wiederherzustellen. Das Beispiel &Ouml;sterreich zeige einen m&ouml;glichen Weg auf.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/111601_111608.htm\">B&ouml;ckler Impuls<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Seit vielen Jahren ist das Thema Rente ein Schwerpunkt-Anliegen der NachDenkSeiten. Bitte lesen Sie dazu z.B. erneut:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2898\">Es ist h&ouml;chste Zeit die gesetzliche Rente wieder armutsfest zu machen<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=37710\">Wer den von der Anstalt belegten Ausverkauf bei Rente und Autobahn begriffen hat, versteht nicht mehr, dass CDU, CSU und SPD &uuml;berhaupt noch W&auml;hler haben<\/a><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Krank gespart<\/strong><br>\nWund gelegen, nicht gef&uuml;ttert, Pillen zu sp&auml;t gegeben: ZEIT ONLINE und &bdquo;Report Mainz&ldquo; liegen interne Dokumente vor, die die Gefahr fehlender Pfleger in Kliniken zeigen.<br>\nDie Hilferufe sind kurz und sachlich. Doch was die Formulare erz&auml;hlen, klingt bedrohlich: &bdquo;Gef&auml;hrdung des Personals durch eingeschr&auml;nkte Hygiene&ldquo;, hei&szlig;t es in einem von ihnen. In einem anderen Dokument steht: &bdquo;Zeitnahe Medikamenten-Gabe nicht m&ouml;glich.&ldquo; Oder gar: &bdquo;Pat. postoperativ kollabiert, Pr&auml;senz beim ersten Aufstehen konnte nicht gew&auml;hrleistet werden, &rarr; Rea.&ldquo; Was bedeutet, dass ein frisch operierter Patient zusammengebrochen war und wiederbelebt werden musste, weil niemand bei ihm war, als er versuchte, das erste Mal selbst&auml;ndig aufzustehen.<br>\nDie S&auml;tze stammen aus internen Dokumenten deutscher Krankenh&auml;user. Es sind sogenannte &Uuml;berlastungs- oder Gef&auml;hrdungsanzeigen. Jeder Arbeitnehmer ist verpflichtet, seinen Arbeitgeber darauf hinzuweisen, wenn er sich &uuml;berlastet f&uuml;hlt oder ihm Gefahren drohen. Verzweifelte Pflegekr&auml;fte beschreiben darin ihren frustrierenden Alltag und immer wieder auch lebensbedrohliche Situationen. Ob Unfallchirurgie, Psychiatrie oder Intensivstation &ndash; das Problem ist &uuml;berall das gleiche: Zu wenige Krankenschwestern und Pfleger m&uuml;ssen sich hierzulande um zu viele Patienten k&uuml;mmern. Solche schriftlichen Gef&auml;hrdungsanzeigen sind ihr Versuch, ihre Arbeitgeber auf das t&auml;gliche Drama hinzuweisen. Sie fordern endlich Hilfe, f&uuml;r sich und f&uuml;r ihre Patienten.<br>\nNormalerweise verschwinden diese Hilferufe in den Schubladen der Klinikleitungen. ZEIT ONLINE hat mehr als 100 solcher &Uuml;berlastungsanzeigen aus einem Dutzend Kliniken ausgewertet und zusammen mit dem ARD-Magazin Report Mainz die Situation recherchiert. Egal ob das entsprechende Krankenhaus einem privaten Tr&auml;ger geh&ouml;rt, kirchlich oder kommunal organisiert ist, &uuml;berall ist das Missverh&auml;ltnis zwischen Pflegepersonal und Patienten so gro&szlig;, dass Pfleger und Krankenschwestern nahezu gezwungen sind, die Patienten und sich selbst in Gefahr zu bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/arbeit\/2017-11\/pflege-krankenhaus-pflegekraefte-mangel\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Eine B&uuml;rgerversicherung w&auml;re grundgesetzwidrig<\/strong><br>\nEine B&uuml;rgerversicherung w&auml;re grundgesetzwidrig<br>\nRupert Scholz argumentiert auf Basis verfassugnsrechtlicher Argumente, warum eine B&uuml;rgerversicherung grundgesetzwidrig sei:<br>\n&bdquo;Wenn eine solche gesetzliche &bdquo;B&uuml;rgerversicherung&ldquo; tats&auml;chlich eingef&uuml;hrt werden sollte, so w&uuml;rde dies &ndash; zumindest schrittweise &ndash; das Aus beziehungsweise den wirtschaftlichen Ruin der privaten Krankenversicherungsunternehmen bedeuten. Zugleich w&uuml;rde in massiver Weise in die auch sozialrechtlich relevante Vertragsfreiheit bisher privat versicherter Personenkreise eingegriffen.<br>\nIhnen w&uuml;rde die ebenso freiheitliche wie eigenverantwortliche Entscheidung &uuml;ber die Gestaltung ihrer Gesundheitsvorsorge schlagartig genommen &ndash; zugunsten staatlicher beziehungsweise &ouml;ffentlich-rechtlicher Bevormundung. Alles dies wirft nicht nur eine F&uuml;lle wirtschafts- und sozialpolitischer Probleme auf, es wirft vor allem auch verfassungsrechtliche Fragen von gr&ouml;&szlig;ter Bedeutung auf.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article171265257\/Eine-Buergerversicherung-waere-grundgesetzwidrig.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers Jens Breitenbach:<\/strong> So liest sich ein Gef&auml;lligkeitsgutachten. Bei Licht betrachtet ist n&auml;mlich keines von Scholzens Argumenten stichhaltig. Art. 74 GG bezieht sich n&auml;mlich auf die Gesetzgebungskompetenz von Bund und L&auml;ndern. Private Sozialversicherungen sind nicht explizit erw&auml;hnt; &bdquo;privatrechtliches Versicherungswesen&ldquo; steht genauso f&uuml;r Haftpflicht- oder Hausratversicherungen, aber eben nicht zwingend privatrechtliche SOZIALversicherungen. Da Scholz hierauf seine ganze Argumentation aufbaut, bekommt diese t&ouml;nerne F&uuml;&szlig;e.<\/em><\/p>\n<p><em>Dar&uuml;ber hinaus: Inwieweit die bisherige faktische Zweiklassenversicherung mit dem Gleichheitsgrundstz vereinbar sein sollte, dar&uuml;ber schweigt Scholz sich aus. Ebenso f&auml;llt f&uuml;r ihn unter den Tisch, da&szlig; die &bdquo;eigene beziehungsweise eigenverantwortlich gehandhabte Versicherungsfreiheit, [&hellip;] die verfassungsrechtlich ebenfalls gesch&uuml;tzt ist&ldquo; offenbar nur f&uuml;r f&uuml;r diejenigen gelten soll, die &uuml;ber das n&ouml;tige Einkommen verf&uuml;gen, sich die Freiheit leisten zu k&ouml;nnen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl<\/strong><br>\nZwei Journalisten haben herausgefunden, wie der fr&uuml;here Bundeskanzler die &Ouml;ffentlichkeit in der Spendenaff&auml;re Ende der Neunziger get&auml;uscht hat: Doch wof&uuml;r setzte Kohl das Geld ein?<br>\nWenige Monate nach den Staatsakten des Abschiednehmens von Helmut Kohl, sorgen die Journalisten Stephan Lamby und Egmont R. Koch f&uuml;r eine gro&szlig;e Irritation. Sie haben zu den schwarzen Kassen recherchiert, welche die CDU seit den siebziger Jahren und zu Zeiten des Bundeskanzlers und CDU-Parteivorsitzenden Kohl unterhielt. Was die Journalisten herausgefunden haben, l&auml;sst den Staatsmann Kohl in einem anderen Licht erscheinen.<br>\nDen Ansatzpunkt f&uuml;r die Enth&uuml;llung lieferte Wolfgang Sch&auml;uble. In dem Portr&auml;t, das der Dokumentarfilmer Stephan Lamby 2015 &uuml;ber ihn drehte, sagte Sch&auml;uble auf die Frage, wer Helmut Kohls vier oder f&uuml;nf Spender seien: Die habe es gar nicht nicht gegeben.<br>\nDie anonymen Spender h&auml;tten als Pappkameraden gedient, um den Blick auf schwarze Kassen aus der Flick-Zeit der siebziger Jahre zu verstellen: &bdquo;Es gibt keine anonymen Spender. Es gab aus der Zeit von Flick schwarze Kassen&ldquo;, sagte Sch&auml;uble.<br>\nMit seinem &bdquo;Ehrenwort&ldquo; und der Weigerung, die Spender zu benennen &ndash; so die Recherchen -, legte Helmut Kohl 1999 in der sogenannten Spendenaff&auml;re also eine falsche Spur. Es h&auml;tte nur wenig gefehlt und es w&auml;re zu einer Amnestie gekommen, von der besonders derjenige profitiert h&auml;tte, der mit Millionenbetr&auml;gen jahrzehntelang politische Landschaftspflege betrieben hatte: Der fr&uuml;here Flick-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Eberhard von Brauchitsch (1926 &ndash; 2010). Er gab erst kurz vor seinem Tod Auskunft und war erz&uuml;rnt &ndash; weil Kohl nicht geliefert habe, was von ihm erwartet worden sei.<br>\nZu den Erkenntnissen, die Lamby und Koch zutage f&ouml;rdern, z&auml;hlt, dass Rainer Barzel, der gescheiterte Kanzlerkandidat von 1972, Unions-Fraktionschef im Bundestag und Parteivorsitzende, nach seiner Niederlage und Abl&ouml;sung aus seinen &Auml;mtern nicht zu einem &bdquo;Sozialfall&ldquo; werden sollte.<br>\nDurch die Vermittlung Kurt Biedenkopfs (der dar&uuml;ber die Auskunft verweigert) und Eberhard von Brauchitschs sei Barzel nach dem Verzicht auf den Parteivorsitz zugunsten Helmut Kohls mit j&auml;hrlich 250.000 DM zufrieden gestellt worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/spendenaffaere-die-schwarzen-kassen-des-helmut-kohl-15322693.html#void\">FAZ<\/a>\n<p><strong>dazu: Bimbes &ndash; Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl<\/strong><br>\nVor zwei Jahren sorgte Wolfgang Sch&auml;uble mit einer Behauptung zu Helmut Kohls Spendenaff&auml;re von 1999\/2000 f&uuml;r Aufsehen. In einer SWR\/ARD-Dokumentation von Stephan Lamby behauptete Sch&auml;uble: &bdquo;Es gibt keine anonymen Spender. Es gab aus der Zeit von Flick schwarze Kassen.&ldquo;<br>\nSchwarze Kassen? Flick-Zeit? Hatte Helmut Kohl 1999 gelogen, als er &ouml;ffentlich erkl&auml;rte &bdquo;zwischen 1993 und 1998 bis zu zwei Millionen DM von Spendern entgegen genommen zu haben&ldquo;? War das legend&auml;re &bdquo;Ehrenwort&ldquo; des Altkanzlers, &bdquo;die Namen der Spender nicht zu nennen&ldquo;, erfunden? Seit eineinhalb Jahren recherchieren Stephan Lamby und Egmont R. Koch in Kooperation mit dem SPIEGEL, was es mit dem Ehrenwort von Helmut Kohl wirklich auf sich hatte. Sie stie&szlig;en auf entlarvende Dokumente und sprachen mit vielen Zeitzeugen, auch nach Helmut Kohls Tod. Die Recherche der Autoren f&uuml;hrte bis in die 60er und 70er Jahre zur&uuml;ck, als deutsche Konzerne ein weit verzweigtes, illegales Spendensystem anlegten &ndash; ein System, von dem Helmut Kohl so sehr profitierte wie kein anderer Politiker.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/programm.ard.de\/TV\/Themenschwerpunkte\/Politik\/Aktuelle-Reportagen\/Startseite\/?sendung=28106386335588\">ARD<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dies liefert wieder ein bezeichnendes Bild nicht nur auf das Politik- und Demokratieverst&auml;ndnis von Kohl, sondern auf das der Konservativen generell, die sich schon immer prim&auml;r als Sachwalter der Interessen der deutschen Oligarchie verstanden und verstehen. Es stellt sich auch die Frage ob es sich bei der Bundesrepublik nicht schon immer um eine gelenkte Demokratie gehandelt hat. Gleichzeitig ist die Reportage ein herausragendes Beispiel f&uuml;r guten Journalismus. Selbstverst&auml;ndlich sendet die ARD dieses journalistische Meisterst&uuml;ck erst um 22:45 Uhr.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>BND installierte Spitzel bei Willy Brandt<\/strong><br>\nDer ehemalige SPD-Chef Willy Brandt wurde in seiner Zeit als Vizekanzler und Au&szlig;enminister vom Bundesnachrichtendienst (BND) geheimdienstlich umfangreicher &uuml;berwacht als bislang bekannt. Um ihn und andere f&uuml;hrende Sozialdemokraten auszuspionieren, wurde ein Spitzel in der Parteizentrale platziert. Dies belegen Dokumente aus einem bislang geheimen Nachlass des ersten BND-Chefs Reinhard Gehlen, die der S&uuml;ddeutschen Zeitung vorliegen.<br>\nDas umfangreiche und zu einem gro&szlig;en Teil bislang unver&ouml;ffentlichte Material zeigt das Ausma&szlig;, in dem der eigentlich nur f&uuml;r die Auslandsaufkl&auml;rung zust&auml;ndige BND unter F&uuml;hrung des fr&uuml;heren Wehrmachtsgenerals Gehlen jahrelang im Inland Spitzenpolitiker ausspioniert hat &ndash; allen voran solche der SPD. Die Dokumente belegen, dass SPD-Informationschef Fried Wesemann, ein f&uuml;hrendes Mitglied im Parteiapparat, seit den 1950er-Jahren sowohl f&uuml;r den BND als auch den US-Geheimdienst CIA arbeitete.<br>\nVor allem im sp&auml;teren Bundeskanzler Willy Brandt, der als Sozialist 1933 aus Nazideutschland emigriert war, sah Gehlen einen Vaterlandsverr&auml;ter. Sp&auml;testens seit 1961 wurde der SPD-Politiker vom BND nicht nur beobachtet; es wurde auch versucht, ihn mit Ger&uuml;chten &uuml;ber Frauengeschichten und &uuml;ber seine Rolle im Spanischen B&uuml;rgerkrieg zu verleumden.<br>\nDer &Uuml;berwachungseifer lie&szlig; auch nicht nach, als der Berliner Regierende B&uuml;rgermeister 1966 in der ersten gro&szlig;en Koalition unter CDU-Kanzler Kurt Georg Kiesinger Au&szlig;enminister und damit eines der wichtigsten Regierungsmitglieder wurde. Als Brandt und andere f&uuml;hrende Sozialdemokraten 1968 in Rom Vertreter der Kommunistischen Partei Italiens zu vertraulichen Gespr&auml;chen trafen, um sie im Zuge der Entspannungspolitik als diskrete Vermittler zur DDR und der UdSSR zu gewinnen, lie&szlig; Gehlen den Minister und seine Begleiter &uuml;berwachen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/deutsche-geschichte-bnd-installierte-spitzel-bei-willy-brandt-1.3773913\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> &bdquo;eklig&ldquo; &ndash; das ist der Kommentar eines nds-Lesers. Kurz und treffend! Typen wie Gehlen und Adenauer haben den Beginn der Bundesrepublik bestimmt und versaut. Ich werde in einem Beitrag &uuml;ber Foschepoths neues Buch &bdquo;Verfassungwidrig&ldquo; auf Macht und politisches Wirken der Rechten und Nazis in den Anf&auml;ngen der BRD zur&uuml;ckkommen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Internet-Alchemie<\/strong><br>\nIst Bitcoin das Versprechen auf eine Zukunft ohne m&auml;chtige Banken und g&auml;ngelnde Staaten &ndash; oder das j&uuml;ngste Spekulationsobjekt der Finanzm&auml;rkte? Einblicke in eine unbekannte Szene. [&hellip;]<br>\nAn Mahnern mangelt es dabei nicht: Die Liste reicht von Finanzaufsichten &uuml;ber Zentralbanken zu Bankern und Wirtschaftsnobelpreistr&auml;gern. Der bekannteste Kritiker ist wohl Jamie Dimon: Mit der Digitalw&auml;hrung &bdquo;wird es nicht gut ausgehen&ldquo;, sagte der JP Morgan-Chef auf einer Konferenz im September. &bdquo;Bitcoin ist ein einziger Betrug&ldquo;, und es sei &bdquo;schlimmer als die Tulpenblase&ldquo;. [&hellip;] Auch Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein spricht von einer Bitcoin-Blase. Star-Investor Warren Buffet riet den Leuten, die Finger von Bitcoin zu lassen, da sie nur eine Illusion seien.<br>\nNun k&ouml;nnte man Bankern und Gesch&auml;ftemachern wie Buffet, Blankfein und Dimon Gesch&auml;ftsinteressen unterstellen. Doch selbst der linksliberale Wirtschaftsnobelpreistr&auml;ger Joseph Stiglitz forderte ein Verbot, da die Digitalw&auml;hrung &bdquo;keinerlei sinnvolle soziale Funktion erf&uuml;llt&ldquo;. Die Bundesbank warnt vor dem spekulativen Charakter, die Finanzaufsicht Bafin vor einem Totalverlust, &auml;hnlich wie die Europ&auml;ische Zentralbank. Die chinesische Zentralbank hat den Handel in Yuan verboten. Und die amerikanische Zentralbank Fed mahnt: Bitcoin k&ouml;nne das Finanzsystem destabilisieren. [&hellip;]<br>\nDer Enthusiasmus der Szene, die sich &uuml;berall auf der Welt verabredet, ist vergleichbar mit dem der Bef&uuml;rworter eines bedingungslosen Grundeinkommens. Wie dort fokussiert sich in einer zentralen Idee ein gesellschaftliches Heilsversprechen. Ein Instrument werde Fortschritt bringen, so der Glaube. [&hellip;]<br>\nDie ersten Pioniere haben sich jedenfalls abgewendet. Rick Falkvinge, der Gr&uuml;nder der schwedischen Piratenpartei und Vordenker der Szene, hat in dieser Woche einen Text auf seine Internetseite gestellt, in dem er sich von Bitcoin lossagt. &bdquo;Niemand, den ich kenne, benutzt Bitcoin noch f&uuml;r irgendetwas, weil es Stunden dauert, eine Transaktion zu beenden, und sie mehr als 20 Dollar kostet&ldquo;, schreibt er. Ihn habe im Jahr 2011 an Bitcoin fasziniert, dass Transaktionen frei, verl&auml;sslich und unmittelbar waren. Heute sei er ein Spekulationsobjekt, das noch dazu sehr viel Strom verbraucht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/digital-bezahlen\/einblick-in-die-szene-der-bitcoin-geschaefte-15319779.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0\">FAZ<\/a>\n<p><em>Lesen Sie dazu bitte auch auf den NachDenkSeiten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41366\">&ldquo;Der Bitcoin-Hype und die Verantwortung der Medien&rdquo;<\/a>.<\/em><br>\n<em>Die FAZ hebt sich mit ihrer Berichterstattung zum Bitcoin &uuml;brigens positiv von ihren Mitbewerbern ab.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41482\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-41482","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41482","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41482"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41482\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":41484,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41482\/revisions\/41484"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41482"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41482"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41482"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}