{"id":41544,"date":"2017-12-12T09:31:09","date_gmt":"2017-12-12T08:31:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41544"},"modified":"2019-03-31T12:36:09","modified_gmt":"2019-03-31T10:36:09","slug":"hiv-infektionen-und-aids-ein-vergleich-zwischen-subsahara-afrika-und-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41544","title":{"rendered":"HIV-Infektionen und AIDS &#8211; ein Vergleich zwischen Subsahara-Afrika und Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Anl&auml;sslich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember erreichte uns der folgende Beitrag.<br>\nHier beschreibt <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong> den derzeitigen Stand der Dinge beim Thema HIV\/AIDS am Beispiel Deutschlands und Afrikas s&uuml;dlich der Sahara. Er erl&auml;utert die gewaltigen Unterschiede, die hier bestehen.  Er macht deutlich, wie es dazu kam und was getan werden m&uuml;sste, um HIV\/AIDS weltweit zu bezwingen. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7631\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-41544-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171212_HIV_Infektionen_und_AIDS_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171212_HIV_Infektionen_und_AIDS_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171212_HIV_Infektionen_und_AIDS_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171212_HIV_Infektionen_und_AIDS_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=41544-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171212_HIV_Infektionen_und_AIDS_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"171212_HIV_Infektionen_und_AIDS_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>HIV-Infektionen und AIDS &ndash; ein Vergleich zwischen Subsahara-Afrika und Deutschland<\/strong><br>\n<em>Von Klaus-Dieter Kolenda<\/em><\/p><p>Im vorliegenden Artikel sollen die wichtigsten gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen von HIV-Infektionen und AIDS in Subsahara-Afrika beschrieben und mit der Situation in Deutschland verglichen werden, damit man verstehen kann, welche Katastrophe die HIV-Erkrankung f&uuml;r die Menschen in Afrika bedeutet. Dar&uuml;ber wird in der &Ouml;ffentlichkeit leider nur sehr selten und dann meist unvollst&auml;ndig berichtet.<\/p><p>Grundlagen des Artikels sind meine Erfahrungen als leitender Arzt einer Rehabilitationsklinik, die bereit war, auch Patienten mit einer HIV-Erkrankung zur Rehabilitation aufzunehmen. So wurden in der Zeit von 1990 bis 2006 neben anderen Krankheitsgruppen wie Herz-Kreislauf- und Atemwegs-Erkrankungen auch ca. 1200 mit HIV infizierte Patienten aller klinischen Schweregrade in unserer Klinik behandelt [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>][<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>][<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>][<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Darunter befanden sich auch Patienten, die sich in Subsahara-Afrika mit HIV infiziert hatten.<\/p><p>Auf zwei der dortigen L&auml;nder, Uganda und S&uuml;dafrika, werde ich besonders eingehen. 2013 konnte ich mich auf einer Reise nach Uganda &uuml;ber die Folgen von HIV\/AIDS in diesem Lande informieren und dort mit Menschen sprechen, die entweder selbst oder deren Familienangeh&ouml;rige von AIDS betroffen waren [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>][<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]. Auf die Situation in S&uuml;dafrika werde ich deshalb besonders eingehen, weil die Menschen in diesem Land wie auch den angrenzenden L&auml;ndern seit mehr als zwei Jahrzehnten unter den h&ouml;chsten Pr&auml;valenzraten (H&auml;ufigkeitsraten) von HIV-Infektionen in Afrika leiden. Davon Betroffene in S&uuml;dafrika haben ihr Schicksal aber nicht als unab&auml;nderlich hingenommen, sondern haben mit &ouml;ffentlichen Aktionen ihr Recht auf eine Behandlung mit wirksamen Medikamenten eingefordert und durchgesetzt.<\/p><p><strong>HIV und Aids &ndash; was ist das?<\/strong><\/p><p>HIV ist die Abk&uuml;rzung f&uuml;r Humanes Immunschw&auml;che Virus, das zum Typ der  Retroviren geh&ouml;rt. Ein Retrovirus besteht aus Ribonucleins&auml;ure-(RNA)-Partikeln, die, wenn sie in die Wirtszelle gelangen, Desoxyribonucleins&auml;ure-(DNA)-Kopien ihrer eigenen RNA herstellen und damit die Zelle in eine Fabrik f&uuml;r neue Viren umwandeln. Daran geht die Zelle schlie&szlig;lich zugrunde. Man unterscheidet zwischen dem HI-Virus-1, das f&uuml;r die mit gro&szlig;em Abstand meisten Infektionen zust&auml;ndig ist und in Zentralafrika, Ost- und dem s&uuml;dlichen Afrika vorkommt, und dem &bdquo;kleinen Bruder&ldquo;, dem HI-Virus-2, das vor allem in Teilen Westafrikas auftritt und als weniger b&ouml;sartig eingesch&auml;tzt wird [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>][<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>].<\/p><p>Die Abk&uuml;rzung AIDS steht f&uuml;r Aquired Immune Defiency Syndrom, das bedeutet &bdquo;erworbenes Immunschw&auml;che-Syndrom&ldquo;. Die franz&ouml;sische Abk&uuml;rzung f&uuml;r AIDS ist SIDA (Syndrome d`Immunodefience Acquise).<\/p><p>Bei der HIV-Erkrankung handelt es sich um eine chronische Infektion mit dem HI-Virus, die zu einem langsam fortschreitenden Immundefekt f&uuml;hrt, weil Immunzellen neben Nervenzellen bevorzugt von den HI-Viren angegriffen und zerst&ouml;rt werden. Nach erfolgter Infektion kommt es in der Regel zun&auml;chst zu einer langj&auml;hrigen Symptomfreiheit (Kategorie A). Die akute Infektion kann sich mit Symptomen eines vor&uuml;bergehenden grippalen Infektes bemerkbar machen. Anschlie&szlig;end kann es zu einer anhaltenden generalisierten Lymphknotenschwellung kommen [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]. 2 bis 4 Jahre nach der akuten HIV-Infektion treten meist leichtere Erkrankungen auf (Kategorie B). Diese weisen auf eine beginnende St&ouml;rung der Immunabwehr hin. Sie k&ouml;nnen zum Beispiel aus einem Herpes zoster (G&uuml;rtelrose) bestehen, der mehrere Segmente betrifft. 8 bis 10 Jahre nach der Infektion kommt es dann zum Auftreten von sogenannten AIDS-definierenden Erkrankungen (Kategorie C), an denen die Patienten ohne eine wirksame medikament&ouml;se Therapie in der Regel innerhalb weniger Jahre versterben.<\/p><p>Diese AIDS-definierenden Erkrankungen waren eine neuartige Erkrankungsgruppe, der ich Anfang der 1990er Jahre zum ersten Mal begegnet bin. Es handelte sich um schwerste Infektionen, sogenannte opportunistische Infektionen, zum Beispiel nicht therapierbare Lungenentz&uuml;ndungen, verursacht durch ansonsten harmlose Erreger, eine Tuberkulose, die nicht auf die Lunge beschr&auml;nkt bleibt, oder schwerste Pilzinfektionen der Atemwege. Weiterhin z&auml;hlen Krebserkrankungen der Lymphknoten oder seltene Krebserkrankungen der Haut wie zum Beispiel das Kaposi-Sarkom dazu. Diese Erkrankungen traten bei Patienten auf, die einen positiven HIV-Test aufwiesen, und f&uuml;hrten damals nach kurzer Zeit zum Tode.<\/p><p>Eine wirksame, effektive medikament&ouml;se Behandlung, die sogenannte antiretrovirale Therapie (ART), gibt es erst seit 1994\/1995. Sie besteht aus einer Kombination von mehreren verschiedenen virushemmenden Arzneimitteln mit unterschiedlichem Angriffspunkt und hat zu einem dramatischen R&uuml;ckgang von AIDS-bedingten Todesf&auml;llen gef&uuml;hrt. Unter einer ART kommt es meist zu einer ausreichenden Wiederherstellung des Immunsystems, so dass AIDS-definierende Erkrankungen ausheilen k&ouml;nnen. Die Wirksamkeit der Behandlung h&auml;lt aber nur so lange an, wie die ART weitergef&uuml;hrt wird. Eine Heilung der HIV-Erkrankung ist auch heute nicht m&ouml;glich. Eine effektive Impfung gegen das HI-Virus zur Verhinderung einer Infektion gibt es nicht und ist auch nicht in Sicht [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>].<\/p><p><strong>HIV\/ AIDS in Deutschland<\/strong><\/p><p>2014 waren in Deutschland 0,1 Prozent der Bev&ouml;lkerung mit dem HI-Virus infiziert, das sind etwa 83.000 Personen, davon waren ca. 68.400 M&auml;nner, ca. 15.100 Frauen und ca. 200 Kinder. Nach dem Infektionsrisiko war die Verteilung folgenderma&szlig;en:        Ca. 53.800 M&auml;nner hatten Sex mit M&auml;nnern gehabt, ca. 16.500 Menschen hatten sich &uuml;ber heterosexuelle Kontakte infiziert und ca. 7900 waren intraven&ouml;se Drogengebraucher. Weiterhin z&auml;hlten ca. 450 H&auml;mophile und Bluttransfusionsempf&auml;nger dazu. Ca. 400 Infizierte waren Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die sich vor, w&auml;hrend und nach der Geburt &uuml;ber ihre Mutter infiziert hatten [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>].<\/p><p>Weitere Informationen geben die neuesten statistischen Daten vom Robert-Koch-Institut f&uuml;r 2015: Zwei Drittel der infizierten M&auml;nner befinden sich im Alter von 25 bis 40 Jahren. Ca. 72 Prozent der infizierten Personen nehmen antiretrovirale Medikamente. Ungef&auml;hr 3.200 Menschen infizierten sich im Jahr 2015&nbsp;neu, das sind ebenso viele wie im Jahr zuvor.&nbsp;Die Zahl der Neuinfektionen ist seit 2006 weitgehend stabil. Rund 460&nbsp;Menschen starben 2014&nbsp;an den Folgen ihrer HIV-Infektion. 1.200 Menschen erhielten 2015&nbsp;ihre Diagnose erst, nachdem sie bereits schwer erkrankt waren. Ca. 12.600 Menschen mit HIV wissen nach Hochrechnungen nichts von ihrer Infektion. Und was die 90-90-90-Zielsetzung der UNAIDS hinsichtlich der HIV-Infektion betrifft (siehe dazu auch im n&auml;chsten Kapitel weiter unten): 2015 wurden in Deutschland 85 % der wahrscheinlich bestehenden HIV-Infektionen diagnostiziert, 84 Prozent der Diagnostizierten erhielten HIV-Medikamente und bei 93 Prozent davon war das HI-Virus nicht mehr nachweisbar [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>].<\/p><p>Wie in den meisten L&auml;ndern mit hohem Einkommen ist es mit der Einf&uuml;hrung der antiretroviralen Kombinationstherapien auch in Deutschland seit 1996\/1997 zu einem starken R&uuml;ckgang von AIDS-definierenden Erkrankungen und Todesf&auml;llen gekommen. So hat schon die im Jahre 2000 ver&ouml;ffentlichte gro&szlig;e Euro-SIDA-Studie gezeigt, dass zwischen 1994 und 1998 sowohl Mortalit&auml;t und Morbidit&auml;t auf weniger als ein Zehntel gefallen sind [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>].<\/p><p>Bei den in unserer Rehabilitationsklinik betreuten HIV-Patienten kam dieser Fortschritt in der Behandlung zum Beispiel darin zum Ausdruck, dass es Anfang der 1990er Jahre sehr h&auml;ufig passierte, dass ich von MitarbeiterInnen die traurige Mitteilung erhielt, dieser oder jener unserer HIV-Patienten sei kurze Zeit nach der Entlassung verstorben. Das kam nach 1996 immer seltener vor, weil seit dieser Zeit immer mehr AIDS-Patienten mit einer ART effektiv behandelt wurden. Heute kann man davon ausgehen, dass bei uns in Deutschland AIDS-Patienten, wenn die Erkrankung rechtzeitig diagnostiziert wurde und effektiv behandelt wird, keine wesentlich erh&ouml;hte Sterblichkeit im Vergleich zu Normalpatienten aufweisen.   <\/p><p>Auch der k&ouml;rperliche und geistig-seelische Zustand unserer AIDS-Patienten war  nach 1996 gegen&uuml;ber der Zeit vorher in den meisten F&auml;llen stabil und deutlich gebessert. Das lie&szlig; sich zum Beispiel auch an den Ergebnissen der beruflichen Leistungsbeurteilung unserer HIV-Patienten ablesen, unter denen sich im Durchschnitt ca. 40 Prozent in der Kategorie C, im Stadium AIDS, befanden. Eine bei uns durchgef&uuml;hrte Untersuchung ergab, dass der Anteil der Patienten mit erhaltener Leistungsf&auml;higkeit f&uuml;r die letzte Berufst&auml;tigkeit von 54 Prozent (1995 bis 1997) auf 70 Prozent (2001 bis 2004) angestiegen war, und dazu kamen noch 7 Prozent der Patienten, die so eingesch&auml;tzt wurden, dass sie diese T&auml;tigkeit zwar nicht mehr vollschichtig, aber noch halbschichtig aus&uuml;ben konnten [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>][<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>][<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>].<\/p><p>Wenn auch die HIV-Infektion f&uuml;r die einzelnen Betroffenen ein schwerer Schicksalsschlag ist, bedeutet diese Diagnose heute nicht mehr die Ank&uuml;ndigung des baldigen Lebensendes wie in der Zeit vor 1994\/1995, sondern eher &bdquo;bedingte Gesundheit&ldquo;, solange eine effektive ART durchgef&uuml;hrt wird. Auch wenn die antiretroviralen Medikamente zu den teuersten Arzneimitteln geh&ouml;ren und die Behandlungskosten sich leicht auf 10.000 &euro; und mehr pro Krankheitsfall und Jahr belaufen k&ouml;nnen, sind die allermeisten bei uns betroffenen Patienten &uuml;ber ihre Mitgliedschaft in einer der gesetzlichen Krankenkassen finanziell abgesichert. Somit handelt es sich in Deutschland bei HIV\/AIDS heute eher um ein medizinisches Randproblem. <\/p><p>Das ist bei den sozialen und psychosozialen Auswirkungen von HIV\/AIDS jedoch anders zu beurteilen. Das gr&ouml;&szlig;te gesellschaftliche Problem ist nach Einsch&auml;tzung der Deutschen AIDS-Stiftung die Angst vor Diskriminierung und Stigmatisierung [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]. Wer ein HIV-positives Testergebnis bekommt, hat einerseits nat&uuml;rlich Angst um seine k&ouml;rperliche Unversehrtheit und um die Zukunft. Aber er ist meist auch unsicher, mit wem kann ich dar&uuml;ber sprechen, was bekomme ich f&uuml;r Reaktionen, was sagen mein Chef und meine Arbeitskollegen, wenn ich ihnen mitteile, ich bin &bdquo;HIV-positiv&ldquo;. Es ist immer noch so, dass viele denken, HIV-positiv-sein bedeutet automatisch &bdquo;Krankheit&ldquo; und dadurch bedingter st&auml;ndiger Arbeitsausfall. Wie bei vielen weiteren Stigmata, die Menschen mit HIV betreffen, handelt es sich hier jedoch um Vorurteile, denen mit Informationen, zum Beispiel &uuml;ber die oben berichtete berufliche Leistungsf&auml;higkeit von HIV\/AIDS-Patienten, entgegengewirkt werden kann.<\/p><p><strong>HIV\/AIDS in Subsahara-Afrika<\/strong><\/p><p>Nach Angaben von UNAIDS lebten 2014 weltweit ca. 37 Millionen Menschen mit dem HI-Virus, ca. 50 Prozent davon sind Frauen. Allein ca. 26 Millionen Erwachsene und Kinder lebten in Subsahara-Afrika, das am schwersten betroffen ist. Die HIV-Pr&auml;valenzrate lag hier bei durchschnittlich 4,7 Prozent der erwachsenen Bev&ouml;lkerung und war damit etwa 50-mal h&ouml;her als in Deutschland [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]. Dahinter verbergen sich jedoch erhebliche Unterschiede. W&auml;hrend die Pr&auml;valenzraten in Zentral- und Ost-Afrika einen Wert zwischen 5 und 10 Prozent der erwachsenen Bev&ouml;lkerung aufweisen, betragen sie in S&uuml;dafrika und weiteren angrenzenden L&auml;ndern des s&uuml;dlichen Afrikas ca. 20 Prozent und liegen in einigen Landesteilen sogar noch h&ouml;her. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem HI-Virus liegt in Deutschland bei ca. 3000\/Jahr, in Subsahara-Afrika jedoch bei 1,4 Millionen\/Jahr. Erfreulich ist, dass diese Zahl seit 2000 um 35 Prozent zur&uuml;ckgegangen ist [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>].   <\/p><p>AIDS ist in Subsahara\/Afrika zur h&auml;ufigsten Todesursache &uuml;berhaupt geworden. Jeder f&uuml;nfte Todesfall in Afrika ist inzwischen auf HIV\/AIDS zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, die Lebenserwartung ist in einigen L&auml;ndern um 20 Jahre gesunken. Weit &uuml;ber 10 Millionen Kinder wurden bereits zu Waisen. 2014 starben in Subsahara-Afrika ca. 790.000 Menschen an AIDS. Damit ist ein deutlicher R&uuml;ckgang der AIDS-bedingten Todesf&auml;lle um 42 Prozent seit 2005 zu verzeichnen, was auf einen breiteren Zugangs zur ART hindeutet [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>].<\/p><p>W&auml;hrend in Deutschland vor allem schwule M&auml;nner von HIV\/AIDS betroffen sind, ist der Haupt&uuml;bertragungsweg in Subsahara-Afrika der heterosexuelle Geschlechtsverkehr, wobei sich mehr Frauen als M&auml;nner infizieren. Ein gro&szlig;es Problem ist aber auch die Mutter-Kind-&Uuml;bertragung. Ohne ad&auml;quate Behandlung werden bis zu 40 Prozent der Kinder HIV-infizierter M&uuml;tter ebenfalls infiziert.<\/p><p>Mit einer effektiven antiretroviralen Behandlung l&auml;sst sich diese Quote auf unter 1 Prozent senken.<\/p><p>F&uuml;r die L&auml;nder mit niedrigem Einkommen in Subsahara-Afrika, den sogenannten armen L&auml;ndern, zu denen auch Uganda geh&ouml;rt, ist bedeutsam, dass antiretrovirale Medikamente immer noch sehr teuer sind und die f&uuml;r das Gesundheitswesen zur <\/p><p>Verf&uuml;gung stehenden Mittel dieser L&auml;nder weit &uuml;berschreiten. Deshalb sind die meisten dieser L&auml;nder auf Medikamentenspenden internationaler Organisationen angewiesen [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>].<\/p><p>In vielen L&auml;ndern Subsahara-Afrikas ist HIV\/AIDS das gr&ouml;&szlig;te gesundheitliche Problem noch vor Tuberkulose und Malaria [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]. Eine der wichtigen Ursachen daf&uuml;r ist, dass das HI-Virus wahrscheinlich schon in den 1920er bis 1930er Jahren des letzten Jahrhunderts in West-Afrika beim &Uuml;bergang des Simian Immunodefiency Virus (SIV) vom Schimpansen auf den Menschen entstanden ist [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]. &Uuml;ber mehrere Jahrzehnte konnte sich das HI-Virus bei den Menschen in Zentral- und Ostafrika unerkannt bis zur Erstbeschreibung von HIV\/AIDS Anfang der 1980er Jahre in den USA ausbreiten. Die &auml;lteste bekannte HIV-positive Probe stammt aus dem Jahre 1959 aus Kinshasa im Kongo.<\/p><p>UNAIDS, ein Projekt der UNO f&uuml;r die weltweite Bek&auml;mpfung von HIV\/AIDS, hat 2014 das 90-90-90-Ziel proklamiert. Danach sollten gro&szlig;e Anstrengungen unternommen werden, um zu erreichen, dass bis 2020 90 Prozent aller HIV-Infizierten diagnostiziert, 90 Prozent davon antiretroviral behandelt und bei 90 Prozent aller Behandelten eine Virussuppression (Unterdr&uuml;ckung des Virus) erreicht ist, so dass der HI-Virus nicht mehr nachzuweisen ist und dann keine Neuinfektionen mehr auftreten k&ouml;nnen. Dann k&ouml;nne AIDS bis 2030 weltweit ausgerottet sein.<\/p><p>Auch wenn in den letzten 10 Jahren weltweit sicherlich Fortschritte bei der Behandlung von HIV\/AIDS  erzielt worden sind, wird diese Zielsetzung in einer aktuellen Online-Publikation des renommierten &bdquo;British Medical Journal&ldquo; vom M&auml;rz 2017 als unrealistisch angesehen [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. Die heutige Situation wird so eingesch&auml;tzt: 2014\/2015 waren von den weltweit 37 Millionen Menschen mit HIV nur 54 Prozent diagnostiziert, 41 Prozent wurden mit einer ART behandelt und 32 Prozent wiesen eine Virussuppression auf, das hei&szlig;t, sie waren wahrscheinlich effektiv behandelt. Diese Zahlen zeigen, dass wir derzeit noch sehr weit davon entfernt sind, weltweit das 90-90-90-Ziel zu erreichen. Das gilt vor allem f&uuml;r die L&auml;nder mit niedrigem Einkommen in Subsahara-Afrika.<\/p><p><strong>HIV\/AIDS in Uganda<\/strong><\/p><p>Mitte der 1980er Jahre wurde in Uganda mit ca. 15 % eine der damals h&ouml;chsten Pr&auml;valenzraten f&uuml;r HIV in der erwachsenen Bev&ouml;lkerung (Alter 15 bis 49 Jahre) in Subsahara-Afrika festgestellt. Mit Unterst&uuml;tzung von UNAIDS wurde eine gro&szlig;e Pr&auml;ventionskampagne gestartet. Basis war die ABC-Regel, wobei A f&uuml;r Abstinence (Enthaltsamkeit), B f&uuml;r Be faithfull (Treue zum Partner) und C f&uuml;r Condomise (Kondombenutzung) steht. Mit dieser Kampagne, von der noch heute gro&szlig;e Plakate an den Hauptverkehrsstra&szlig;en Zeugnis ablegen und die unter anderem mit t&auml;glichen eindringlichen Appellen im Rundfunk begleitet wurde, soll es gelungen sein, die HIV-Pr&auml;valenzrate auf ca. 5 Prozent zu senken. Bei meinem Besuch im Fr&uuml;hjahr 2013 wurde uns berichtet, dass die Pr&auml;valenzrate aber in den letzten Jahren wieder angestiegen sei und bei 7,6 Prozent liege. Nach neuesten Berichten aus Uganda soll sie in den letzten Jahren noch weiter angestiegen sein und jetzt bei &uuml;ber 10 Prozent liegen.<\/p><p>HIV\/AIDS ist heute in Uganda eines der gr&ouml;&szlig;ten gesundheitlichen Probleme mit einer hohen Mortalit&auml;tsrate unter den j&uuml;ngeren Erwachsenen. Durch den fr&uuml;hzeitigen Tod der Eltern werden viele Kinder zu Waisen. In Uganda wird die Zahl der AIDS-Waisen auf 1,2 Millionen gesch&auml;tzt, die vor allem in den Familien der Angeh&ouml;rigen mit gro&szlig;gezogen werden m&uuml;ssen. Die meisten Familienv&auml;ter, mit denen ich bei meiner Reise Kontakt hatte, berichteten von 1 bis 2 Waisen, die zus&auml;tzlich zu den eigenen Kindern betreut werden m&uuml;ssen.<\/p><p>Anfang 2013 wurde ein Gesetz f&uuml;r eine obligate HIV-Testung aller Patienten, die in Krankenh&auml;usern behandelt werden, verabschiedet. Nach den Informationen, die wir damals in der Medizinischen Hochschule von Ishaka im Bezirk Bushenyi erhielten, stehen f&uuml;r die ART auf Grund von Spenden internationaler Organisationen in Uganda antiretrovirale Medikamente zur Verf&uuml;gung [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]. Die wenigsten Kranken in den l&auml;ndlichen Gebieten, in denen ca. 80 Prozent der Bev&ouml;lkerung lebt und es kaum eine medizinische Grundversorgung gibt, d&uuml;rften jedoch Zugang zu einer effektiven ART haben.<\/p><p>Auch die Pr&auml;vention der HIV-Infektion st&ouml;&szlig;t in Uganda weiterhin auf gro&szlig;e Barrieren. Kondome sind nur eingeschr&auml;nkt verf&uuml;gbar, zu teuer oder oft von schlechter Qualit&auml;t und werden dar&uuml;ber hinaus von vielen M&auml;nnern nicht akzeptiert. Die katholische Kirche, der etwa 40 Prozent der Bev&ouml;lkerung angeh&ouml;ren, und evangelikale Sekten aus den USA, die immer mehr Anh&auml;nger finden, sind strikt gegen den Kondomgebrauch. Bei M&auml;nnern sind parallele sexuelle Kontakte mit mehreren Partnerinnen gesellschaftlich akzeptiert. Auch die Polygamie ist noch teilweise anerkannt. Gro&szlig;e Bedeutung hat die Armutsprostitution, wobei viele Prostituierte HIV-infiziert sind. <\/p><p>Generell hat die untergeordnete gesellschaftliche Stellung der Frau zur Folge, dass die sexuelle Selbstbestimmung der Frauen eingeschr&auml;nkt ist. Eines der gr&ouml;&szlig;ten Probleme ist, dass HIV\/AIDS weiterhin stigmatisiert und tabuisiert ist und deshalb die Aufkl&auml;rung &uuml;ber die HIV-Erkrankung und deren Pr&auml;vention schwierig ist.<\/p><p><strong>HIV\/AIDS in S&uuml;dafrika<\/strong><\/p><p>In den 1980er und fr&uuml;hen 1990er Jahren waren die Pr&auml;valenzraten f&uuml;r HIV in der erwachsenen Bev&ouml;lkerung niedrig (unter 1 Prozent). Seit Mitte der 1990er Jahre ist es jedoch zu einem fulminanten Anstieg bis auf 20 Prozent und mehr in einigen Landesteilen gekommen.<\/p><p>Tragisch ist, dass unter der Pr&auml;sidentschaft von Thabo Mbeki, dem Nachfolger von Nelson Mandela, HIV\/AIDS von staatlicher Seite verleugnet wurde [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>][<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]. Eine Mitverantwortung daf&uuml;r tragen auch westliche AIDS-Dissidenten, von denen sich die s&uuml;dafrikanische Regierung damals beraten lie&szlig;. Die Folgen waren katastrophal: Obwohl S&uuml;dafrika (im Vergleich zu Uganda) &uuml;ber ein wesentlich h&ouml;heres Bruttosozialprodukt verf&uuml;gt und zu den L&auml;ndern mit mittlerem Einkommen, den sogenannten Schwellenl&auml;ndern, z&auml;hlt, gab es 10 Jahre lang keine staatliche Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die ART, keine medikament&ouml;se Prophylaxe f&uuml;r Neugeborene HIV-positiver M&uuml;tter, obwohl antiretrovirale Medikamente zur Verf&uuml;gung standen, und die Pr&auml;vention wurde vernachl&auml;ssigt, da von Regierungsseite in Frage gestellt wurde, ob die HIV-Infektion die Ursache von AIDS ist. <\/p><p>Seit etwa 2008 gibt es in S&uuml;dafrika aber eine neue HIV\/AIDS-Politik: Ein staatliches ART-Programm mit mehreren 100.000 behandelten AIDS-Patienten, die kostenlos antiretrovirale Medikamente erhielten, wurde aufgelegt, alle Schwangeren werden seit dieser Zeit auf HIV getestet, durch eine antiretrovirale Behandlung von HIV-positiven Schwangeren ist es zu einer deutlichen Verminderung der Neu-Infektionsrate bei Neugeborenen gekommen und gro&szlig;e Pr&auml;ventionskampagnen wurden gestartet.<\/p><p>2011 lebten in S&uuml;dafrika 5,6 Millionen Menschen, die HIV-positiv waren, das sind 17,6 Prozent der Bev&ouml;lkerung. Darunter waren 500.000 Kinder und 5,1 Millionen Erwachsene (15 bis 49 Jahre), davon 2,9 Millionen Frauen und 2,2 Millionen M&auml;nner. 2013 gab das s&uuml;dafrikanische Gesundheitsministerium eine erschreckende Statistik heraus, wonach 28 Prozent aller Sch&uuml;lerinnen (M&auml;dchen unter 15 Jahren) HIV-infiziert waren, dagegen nur 4 Prozent der m&auml;nnlichen Sch&uuml;ler [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>].<\/p><p>Die zuletzt angef&uuml;hrten ersch&uuml;tternden Zahlen sprechen daf&uuml;r, dass f&uuml;r die AIDS-Katastrophe in S&uuml;dafrika neben dem Verlust von 10 Jahren der Aufkl&auml;rung und Behandlung durch die Politik der AIDS-Leugnung und den schon oben im Abschnitt Uganda aufgef&uuml;hrten Ursachen weitere Gr&uuml;nde anzuf&uuml;hren sind, zum Beispiel, dass in der Provinz Ostkap M&auml;dchen gezwungen wurden, &auml;ltere HIV-positive M&auml;nner zu heiraten, da manche M&auml;nner daran glaubten, dass Sex mit Jungfrauen sie heilen k&ouml;nne [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>].<\/p><p><strong>Auswirkungen der HIV-Epidemie in Subsahara-Afrika<\/strong><\/p><p>Es lassen sich demographische, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen der HIV-Epidemie in Subsahara-Afrika unterscheiden.<\/p><p>In demographischer Hinsicht ist AIDS die wichtigste Todesursache noch vor Tuberkulose und Malaria und f&uuml;r jeden 5. Todesfall verantwortlich [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]. Von AIDS betroffen sind vor allem junge Erwachsene im Alter von 25 bis 34 Jahren. In den L&auml;ndern mit den h&ouml;chsten HIV-Pr&auml;valenzraten hat die Erkrankung zu einer dramatischen Senkung der durchschnittlichen Lebenserwartung gef&uuml;hrt (siehe Abbildung).<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171212-Kolenda-01.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171212-Kolenda-01-small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Betrug sie dort in den 1980er und zu Beginn der 1990er Jahre des letzten Jahrhunderts noch etwa 60 Jahre, so ist sie f&uuml;r den Zeitraum 2005 bis 2010 auf etwa 40 Jahre abgesunken [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]. Zu diesen L&auml;ndern mit der niedrigsten Lebenserwartung geh&ouml;ren neben S&uuml;dafrika Swasiland, Lesotho, Namibia, Botswana, Sambia, Simbabwe und Malawi. Laut UNAIDS soll allerdings in S&uuml;dafrika in den letzten 10 Jahren die durchschnittliche Lebenserwartung wieder deutlich angestiegen sein [<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>].<\/p><p>Zu besonders katastrophalen sozialen Auswirkungen ist es im Bildungsbereich und im Gesundheitswesen gekommen, da hier viele gut ausgebildete j&uuml;ngere  Besch&auml;ftigte an AIDS gestorben oder deswegen vorzeitig ausgefallen sind [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>][<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]. Daneben sind hohe soziale Belastungen durch die AIDS-Waisen entstanden. Man sch&auml;tzt ihre Gesamtzahl auf ca. 10 Millionen in Subsahara-Afrika. Das sind fast 20 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren. Ein Viertel aller Familien hat AIDS-Waisen aufgenommen. <\/p><p>Nicht zuletzt sind verheerende wirtschaftlichen Auswirkungen zu verzeichnen. Durch den vorzeitigen Tod beziehungsweise Ausfall vieler Menschen im produktiven Alter durch HIV\/AIDS erlitt die Wirtschaft massive Einbr&uuml;che und es ist zu einem R&uuml;ckgang der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion und des Wachstums um etwa ein Drittel gekommen [<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>].<\/p><p><strong>28 Lebensgeschichten von Menschen mit HIV\/AIDS in Afrika<\/strong><\/p><p>2007 erschien die englische Originalausgabe und im selben Jahr die deutsche &Uuml;bersetzung des herausragenden Buches von Stephanie Nolen mit dem Titel &bdquo;28 stories &uuml;ber aids in afrika&ldquo; [<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]. Die kanadische Journalistin, die lange Jahre im s&uuml;dafrikanischen  Johannesburg gelebt und von dort viele Reisen kreuz und quer durch Subsahara-Afrika unternommen hat, erz&auml;hlt von 28 Frauen, M&auml;nnern und Kindern, und jede der Geschichten steht f&uuml;r etwa 1 Million Menschen in Subsahara-Afrika, die dort um ihr Leben k&auml;mpfen. <\/p><p>In dem Buch begegnen wir Frauen und M&auml;nnern, aber auch Jugendlichen wie zum Beispiel Tigist Haile Michael, einer 14-j&auml;hrigen Waise aus &Auml;thiopien, die sich und ihren kleinen Bruder in den Slums von Addis Abeba durchbringt, oder Alice Kadzanja, einer infizierte Krankenschwester aus Malawi, wo jeder Sechste HIV-positiv ist und die Lebenserwartung 36 Jahre betr&auml;gt, oder Zackie Achmat, dem s&uuml;dafrikanischen Helden im Kampf gegen HIV\/AIDS. <\/p><p>Zackie ist seit seiner Jugend ANC-Mitglied und Polit-Aktivist, der 1998 die Treatment Action Campaign (TAC) in S&uuml;dafrika gegr&uuml;ndet hat. Diese k&auml;mpfte mit zahlreichen &ouml;ffentlichkeitswirksamen Kampagnen f&uuml;r die Zulassung von kosteng&uuml;nstigen antiretroviralen Medikamenten (Generika) gegen die Macht der internationalen Pharmakonzerne, die sich auf die internationalen Patentschutz-Abkommen f&uuml;r ihre (&uuml;berteuerten) Arzneimittel beriefen, aber auch gegen die unverantwortliche AIDS-Politik der s&uuml;dafrikanischen Regierung.    <\/p><p>Zu den Menschen, denen wir in dem Buch begegnen, geh&ouml;rt auch Nelson Mandela, der 2005 in Johannesburg eingeladenen Medienvertretern bekannt gab: &bdquo;Wir haben sie heute zusammengerufen, um Ihnen mitzuteilen, dass mein Sohn an AIDS verstorben ist&ldquo;. Es war sein letzter noch lebender Sohn gewesen. Weiter sagte er: &bdquo;Lasst uns die Krankheit &ouml;ffentlich machen und sie nicht verstecken, denn offen mit ihr umzugehen und zu sagen, dass jemand an AIDS gestorben ist, ist die einzige M&ouml;glichkeit, sie als normale Krankheit wie Tuberkulose und Krebs anzusehen&ldquo;. <\/p><p>Nelson Mandela hatte erst mit einiger Versp&auml;tung das schreckliche Ausma&szlig; der Epidemie in seinem Land erkannt. Er hat dann aber nach dem R&uuml;ckzug vom Amt des Staatspr&auml;sidenten mit seiner ganzen Autorit&auml;t gegen die Stigmatisierung der Menschen mit HIV\/AIDS gek&auml;mpft, aber auch gegen die Verleugnung der Krankheit und f&uuml;r die Finanzierung einer effektiven antiretroviralen Therapie f&uuml;r alle betroffenen S&uuml;dafrikaner. 2002 hatte er Zackie Achmat vor laufenden Fernsehkameras umarmt und trug dabei ein T-Shirt mit der Aufschrift &bdquo;HIV-POSITIV&ldquo;.    <\/p><p>Auch wenn die Erstver&ouml;ffentlichung des ergreifenden Buches von Stefanie Nolen schon 10 Jahre zur&uuml;ckliegt, ist es weiterhin hochaktuell. Es erz&auml;hlt, wie das Virus funktioniert, wie es sich ausbreitet und wie es t&ouml;tet. Es erkl&auml;rt den fatalen Zusammenhang zwischen HIV\/AIDS und Konflikten wie Hungerepidemien und dem Kollaps vieler afrikanischer L&auml;nder. Wir sehen aber auch, wie leicht AIDS sich behandeln l&auml;sst, wenn man das Gl&uuml;ck hat, wirksame Medikamente zu bekommen, und wie der Kampf ums &Uuml;berleben f&uuml;r diejenigen aussieht, die nicht behandelt werden.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><ol>\n<li>HIV\/AIDS ist in Deutschland auf Grund der relativ geringen Zahl der Betroffenen und der Erfolge der antiretroviralen Therapie eher ein medizinisches Randproblem geworden. Viele Betroffene leiden jedoch in psychosozialer Hinsicht unter Diskriminierungen und Stigmata.<\/li>\n<li>HIV\/AIDS hat sich in den letzten Jahrzehnten von Zentralafrika &uuml;ber Ostafrika in das s&uuml;dliche Afrika ausgebreitet, wo derzeit die h&ouml;chsten HIV-Pr&auml;valenzraten festzustellen sind.<\/li>\n<li>Obwohl es seit ca. 20 Jahren eine effektive medikament&ouml;se Behandlung f&uuml;r HIV\/AIDS gibt, steht diese auch heute f&uuml;r einen gro&szlig;en Teil der Betroffenen in Subsahara-Afrika nicht zur Verf&uuml;gung.<\/li>\n<li>F&uuml;r die am meisten von HIV\/AIDS betroffenen L&auml;nder in Subsahara-Afrika gilt: Keine &Ouml;konomie der Welt kann den Verlust von einem Viertel bis einem Drittel der arbeitsf&auml;higen Bev&ouml;lkerung bei gleichzeitiger Zunahme der sozialen Lasten f&uuml;r Kranke und Waisen allein aus eigener Kraft tragen.<\/li>\n<li>Es wird Zeit, HIV\/AIDS als einen Faktor anzuerkennen, der in Subsahara-Afrika v&ouml;llig neue soziale und wirtschaftliche Bedingungen geschaffen hat.<\/li>\n<li>Deshalb reicht der &bdquo;Selbsthilfeansatz&ldquo; in der Entwicklungspolitik f&uuml;r die in starkem Ma&szlig;e von HIV\/AIDS betroffenen L&auml;nder nicht aus. Mehr Solidarit&auml;t von Seiten der europ&auml;ischen L&auml;nder ist dringend geboten. Das betrifft nicht nur die (kostenlose) Zurverf&uuml;gungstellung von effektiven antiretroviralen Medikamenten, sondern auch die Unterst&uuml;tzung beim Aufbau einer modernen medizinischen Grundversorgung vor allem f&uuml;r die l&auml;ndliche Bev&ouml;lkerung in den &auml;rmsten L&auml;ndern, ohne die eine fl&auml;chendeckende erfolgreiche medizinische Behandlung von HIV\/AIDS eine Illusion bleibt.<\/li>\n<li>Zu fordern ist dar&uuml;ber hinaus, dass eine praktizierte Solidarit&auml;t im obigen Sinne sich verbinden muss mit einer Politik, die die Konzerne der westlichen Welt zwingt, faire Wirtschaftbeziehungen mit den afrikanischen L&auml;ndern zu entwickeln, damit sich der Ressourcen-Reichtum von Subsahara-Afrika f&uuml;r die Mehrheit der dortigen Bev&ouml;lkerung nicht weiterhin zum Fluch entwickelt. Zu dieser Thematik verweise ich auf das aktuelle Afrika-Buch von Tom Burgis mit dem Titel &bdquo;Der Fluch des Reichtums&ldquo; [<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>].<\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Zum Autor:<\/strong> <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>, Jahrgang 1941, Prof. Dr. med., Facharzt f&uuml;r Innere Medizin und Facharzt f&uuml;r Physikalische und Rehabilitative Medizin, war von 1985 bis 2006 Chefarzt einer Rehabilitationsklinik. Er ist weiterhin als medizinischer Sachverst&auml;ndiger t&auml;tig. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Artikel und eine Reihe von Fach- und Sachb&uuml;chern &uuml;ber die Pr&auml;vention chronischer Krankheiten verfasst. Zuletzt hat er sozialmedizinische, sozialpolitische und friedenspolitische Beitr&auml;ge in verschiedenen alternativen Online-Medien und Websites ver&ouml;ffentlicht. (Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Kolenda \/ E-Mail: <a href=\"mailto:klaus-dieter.kolenda@gmx.de\">klaus-dieter.kolenda(at)gmx.de<\/a>)<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Kolenda KD, Hoffmann C. Rehabilitation, sozialmedizinische Beurteilung und Beratung bei HIV-infizierten Patienten. Die Rehabilitation 2006; 45: 102-109<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Kolenda KD. HIV und Rehabilitation. In: Hofmann\/J&auml;ger (Hrsg.): HIV\/AIDS. Wunschwelt &ndash; Heilung. Evidenz f&uuml;r Fortschritt oder Stillstand. Druck: Kessler, Boblingen 2006, S. 269-270<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Johnsen K, Kolenda KD. Rehabilitation bei HIV-infizierten Patienten. Schlesw Holst &Auml;rztebl 1\/2009; 62: 49-55; zugleich: Schattenblick (elektronische Zeitschrift) AIDS\/739<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Hoffmann C, Kolenda KD: HIV-Infektion und AIDS. In: Sozialmedizinische Begutachtung f&uuml;r die gesetzliche Rentenversicherung. Springer Verlag Berlin-Heidelberg, 7. Auflage 2011, S. 259- 268<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Kolenda KD: Uganda setzt auf obligatorische HIV-Tests, Heiler und viel Tatkraft. Schlesw Holst &Auml;rztebl 4\/2013; 67: 46-47<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Kolenda KD. HIV\/AIDS in Subsahara-Afrika. 1. Teil: Mehr Solidarit&auml;t f&uuml;r die von AIDS betroffenen L&auml;nder erforderlich. Schlesw Holst &Auml;rztebl 11\/2014; 67: 54- 56<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Hoffman C, Rockstroh JK. HIV 2016\/2017, <a href=\"http:\/\/www.hivbuch.de\">hivbuch.de<\/a>, Medizin Fokus Verlag, Hamburg 2016, S. 2-13; https:\/\/hivbuch.files.wordpress.com\/2017\/04\/hiv2016-17_fix.pdf<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/index.php?id=37267\">HIV-2 &ndash; Im Schatten des gro&szlig;en Bruders<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.aidshilfe.de\/hiv-statistik-deutschland-weltweit\">HIV-Statistik in Deutschland und weltweit<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Mocroft A, et al. AIDS across Europe, 1994-1998: the Euro SIDA Study. Lancet 2000; 356: 291-296<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Carstensen K, et al. The impact of highly active antiviral therapy on sociomedical assessment in HIV-infected patients undergoing rehabilitation measures: a monocentric study of more than 800 patients. Oral presentation V11, 10. Deutsch-&Ouml;sterreicherischer AIDS-Kongress, Wien, June 1.- 4., 2005. Eur J Med Res2005, 10 (Suppl II): 28<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.sputniknews.com\/german.ruvr.ru\/2013_12_02\/Der-AIDS-Welttag-Das-gro-te-Problem-bei-HIV-Positiven-ist-Angst-vor-Diskriminierung-9050\/\">Der AIDS-Welttag: &ldquo;Das gr&ouml;&szlig;te Problem bei HIV-Positiven ist Angst vor Diskriminierung&rdquo;<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Camp R: 6.13. Global Access to HIV-Treatment. In: HIV 2015\/2016, <a href=\"http:\/\/www.hivbook.com\">hivbook.com<\/a>. Edited by Hoffmann C and Rockstroh JK, Medizin Fokus Verlag, Hamburg 2015, S. 272-280<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC5435269\/\">UNAIDS 90&ndash;90&ndash;90 targets to end the AIDS epidemic by 2020 are not realistic: comment on &ldquo;Can the UNAIDS 90&ndash;90&ndash;90 target be achieved? A systematic analysis of national HIV treatment cascades&rdquo;<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Kalichman S: Denying AIDS. Conspiracy Theories, Pseudoscience, and Human Tragedy. Springer Science and Business Media, 2009<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Cameron E. Tod in Afrika. Mein Leben gegen AIDS. Verlag CH Beck, M&uuml;nchen 2007<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Spiegel-online vom 23.3.2013. AIDS in Afrika. Fast ein Drittel aller Schulm&auml;dchen ist HIV-positiv.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.unaids.org\/en\/resources\/documents\/2015\/MDG6_15years-15lessonsfromtheAIDSresponse\">How AIDS changed everything &mdash; MDG6: 15 years, 15 lessons of hope from the AIDS response<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Goldberg J. &Uuml;berleben im Goldland: Afrika im globalen Kapitalismus. Papy Rossa, K&ouml;ln 2008<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Nolen S. 28 stories &uuml;ber aids in Afrika. Piper, M&uuml;nchen- Z&uuml;rich, 2007<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Burgis T. Der Fluch des Reichtums. Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Pl&uuml;nderung Afrikas. Westend Verlag GmbH, Frankfurt\/Main, 2016<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl&auml;sslich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember erreichte uns der folgende Beitrag.<br \/> Hier beschreibt <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong> den derzeitigen Stand der Dinge beim Thema HIV\/AIDS am Beispiel Deutschlands und Afrikas s&uuml;dlich der Sahara. Er erl&auml;utert die gewaltigen Unterschiede, die hier bestehen. Er macht deutlich, wie es dazu kam und was getan werden m&uuml;sste, um HIV\/AIDS weltweit zu<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41544\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,155,149,20],"tags":[1223,2239,712,1487,2217,2238,1438,827,2240,639],"class_list":["post-41544","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-demografische-entwicklung","category-gesundheitspolitik","category-landerberichte","tag-afrika","tag-aids","tag-arzneimittel","tag-entwicklungshilfe","tag-lebenserwartung","tag-mandela-nelson","tag-suedafrika","tag-stigmatisierung","tag-uganda","tag-uno"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41544","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41544"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41544\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50574,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41544\/revisions\/50574"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41544"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41544"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41544"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}