{"id":41657,"date":"2017-12-20T10:14:07","date_gmt":"2017-12-20T09:14:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41657"},"modified":"2018-12-30T16:08:28","modified_gmt":"2018-12-30T15:08:28","slug":"chile-mit-hoher-wahlenthaltung-friendly-fire-der-linken-und-venezuela-vergleich-gewinnt-sebastian-pinera-praesidentschaftswahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41657","title":{"rendered":"Chile \u2013 Mit hoher Wahlenthaltung, \u201efriendly fire\u201d der Linken und Venezuela-Vergleich gewinnt Sebasti\u00e1n Pi\u00f1era Pr\u00e4sidentschaftswahl"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171220_ch1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Chile w&auml;hlte am vergangenen Sonntag einen neuen Staatspr&auml;sidenten. Wie bereits vor der ersten Wahlrunde vom vergangenen 19. November geschehen, versagten s&auml;mtliche Prognosen der Meinungsforschungsinstitute auch f&uuml;r die Stichwahl. Anstatt eines angeblichen Patts zwischen Regierungskandidat Alejandro Guillier und seinem konservativen Herausforderer Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era f&uuml;hrte Letzterer bei 20 Prozent der Stimmenausz&auml;hlung bereits mit 9 Punkten vor dem Mitte-Links-Kandidaten und wurde am fr&uuml;hen Abend des 18. Dezember mit 54,5 Prozent gegen 45,4 Prozent als neuer Pr&auml;sident Chiles f&uuml;r die kommenden vier Jahre best&auml;tigt. Ein Bericht von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nZur Stichwahl wurde der amtierende Senator der sozialdemokratischen, radikalen Partei Chiles von der neuformierten, linken Frente Amplio (Breite Front) und zwei linksreformistischen Splitterparteien unterst&uuml;tzt (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41264\">siehe auch den Artikel auf den NachDenkSeiten vom 26.11.2017<\/a>), w&auml;hrend Pi&ntilde;era, der Chile bereits von 2010 und 2014 zum ersten Mal regierte, vom im ersten Wahldurchgang unterlegenen, ultrarechten Pr&auml;sidentschaftskandidaten Jos&eacute; Antonio Kast, jedoch allen Anzeichen nach auch von der konservativen Fraktion der der Mitte-Links-Regierungskoalition von Pr&auml;sidentin Michelle Bachelet zugeh&ouml;rigen Christdemokratischen Partei Chiles unterst&uuml;tzt wurde.<\/p><p>Als vorausgesagte Begleiterscheinung blieb jedoch die H&auml;lfte Chiles am Wahlsonntag zu Hause. Mit etwas h&ouml;herer Wahlbeteiligung im Vergleich zum ersten Wahlgang (55 Prozent) war die Stichwahl ebenfalls von extrem hoher Stimmenthaltung (51,1 Prozent) der 14,3 Millionen Wahlberechtigten gekennzeichnet, sodass von 6,95 Millionen g&uuml;ltigen Stimmen 3,7 Millionen auf Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era und 3,15 Millionen auf Alejandro Guillier entfielen. <\/p><p>Jedoch auch das Wahlverhalten von Armen und Reichen stellte die Prognosen der Meinungsforschungsinstitute auf den Kopf. Diese hatten vorausgesagt: Je niedriger die Wahlbeteiligung, umso gr&ouml;&szlig;er der Vorteil Pi&ntilde;eras. Es passierte das genaue Gegenteil: Pi&ntilde;eras W&auml;hler der Mittelschicht aufw&auml;rts str&ouml;mten massiv zu den Urnen, w&auml;hrend beispielsweise in den Armenvierteln des s&uuml;dlichen Santiago &ndash; die potentielle W&auml;hlerbasis der Linken &ndash; 72 Prozent der W&auml;hler den Urnengang verweigerten und die Niederlage Guilliers herbeif&uuml;hrten.<\/p><p>Die Wahl Pi&ntilde;eras scheint zweierlei Mutma&szlig;ungen &uuml;ber die chilenische Gesellschaft der Post-Pinochet-&Auml;ra zu best&auml;tigen. Zum einen sto&szlig;en selbst vorsichtige Steuer-, Arbeitsrechts-, Bildungs- und Genderrechts-Reformen, wie die Michelle Bachelets, auf massiven Widerstand von mindestens der H&auml;lfte der 17 Millionen Chilenen, deren unvermuteter Konservatismus eine Querfront durch die sozialen Klassen bildet.<\/p><p>So reichte die virale Verbreitung einer Falschmeldung, wonach der moderate Sozialdemokrat Guillier in Wirklichkeit ein Wolf im Schafspelz &ndash; genauer: ein &bdquo;getarnter Anh&auml;nger Nicol&aacute;s Maduros&ldquo; &ndash; sei und Chile mit &auml;hnlicher Intoleranz und wirtschaftlicher Inkompetenz in eine &bdquo;ruin&ouml;se Diktatur&ldquo; f&uuml;hren werde, damit der rechte Rand zur durchschlagenden Wahlbeteiligung gegen &bdquo;ChileZuela&ldquo; aufrief. Anstatt sich von der absurden und verlogenen Unterstellung zu distanzieren, heizte Pi&ntilde;era sie jedoch an.<\/p><p>Zum anderen offenbart das Wahlverhalten weitverbreiteten Individualismus, merkantilistisches Vorteilsdenken und Indifferenz, die als schwere, geistige Sch&auml;digungen des rabiaten, neoliberalen Wirtschaftssystems erst 27 Jahre nach Ende der Milit&auml;rdiktatur ernstgenommen werden.<\/p><p><strong>&ldquo;Friendly fire&rdquo;<\/strong><\/p><p>Die taktische Wahlunterst&uuml;tzung Guilliers durch Beatriz S&aacute;nchez&acute; linke Frente Amplio kann man mit &bdquo;kloppen, pusten und wieder einschlagen&ldquo; beschreiben. Die Widerspr&uuml;chlichkeit und Inkonsequenz verwirrte einen Gro&szlig;teil der W&auml;hler.<\/p><p>Kurz nach dem ersten Wahlgang von Mitte November zog sich die Breite Front zu Konsultationen ihrer Basis und Beratungen ihres &auml;u&szlig;erst heterogenen, aus 12 unterschiedlichen, linken Splitterparteien bestehenden F&uuml;hrungsstabs eine Woche lang zur&uuml;ck. Im Anschluss daran trat S&aacute;nchez mit der Erkl&auml;rung auf, &bdquo;wir, als Frente Amplio, werden keinen der beiden Kandidaten unterst&uuml;tzen. Wir werden nicht an der Regierung teilnehmen, wir werden keine Verhandlungen f&uuml;hren. Pers&ouml;nlich habe ich trotzdem erkl&auml;rt, f&uuml;r wen ich stimmen werde, doch besitze ich kein Mandat f&uuml;r die Stimmen unserer W&auml;hler, ich kann deshalb auch keinen Aufruf zur Wahl machen&rdquo;, betonte die Journalistin und langj&auml;hrige Kollegin Guilliers im chilenischen Rundfunk und Fernsehen.<\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich war es ein offenes Geheimnis, dass S&aacute;nchez in der Stichwahl ihre Stimme an Guillier abgeben w&uuml;rde. Ihr Beispiel fand nun massenhafte Nachahmung in zahlreichen Erkl&auml;rungen verschiedener Parteif&uuml;hrungen, wurde jedoch von ebenso vielen gegenteiligen Deklarationen und Bedingungen, wie der des anma&szlig;end bis arrogant auftretenden Abgeordneten und Frente-Amplio-Mitbegr&uuml;nders Gabriel Boric, konterkariert, der Guillier &bdquo;klare Bekenntnisse in Kernfragen&ldquo; abzuzwingen versuchte.<\/p><p>Die ambivalente Haltung der Breiten Front blieb nicht ohne Folgen, viele W&auml;hler suchten das Weite und blieben dem Wahlgang fern.<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171220_ch2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171220_ch2-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p><strong>Ausweitung der neoliberalen Wende<\/strong><\/p><p>Pi&ntilde;eras Sieg wird selbstverst&auml;ndlich auf Seiten von Gro&szlig;unternehmen, Banken und konservativen Medien als &bdquo;liberale Wende&ldquo; im Scheingegensatz zum vorsichtigen Reformkurs der ohnehin unter neoliberalen Vorzeichen handelnden Regierung der Sozialistin Michelle Bachelet gefeiert. Er st&auml;rkt die seit zwei Jahren in Argentinien und Brasilien vorangetriebene Demontage der m&auml;&szlig;igen sozialen Umverteilungspolitik der vorangegangenen Mitte-Links-Regierungen. Pi&ntilde;eras Duzfreund, Gesch&auml;ftspartner und amtierender Pr&auml;sident Argentiniens, Mauricio Macri, scheute nicht einmal einen diplomatischen Zwischenfall mit einer Wahlempfehlung per YouTube seines geistigen Bruders im liberalen Credo und erntete eine Beschwerde von Bachelets Au&szlig;enministerium.<\/p><p>In Chile stand zur Diskussion, ob der Reformkurs Bachelets best&auml;tigt und vertieft oder mit Pi&ntilde;era eine Wende mit verst&auml;rktem neoliberalen Akzent eingel&auml;utet werden sollte. Dar&uuml;ber entzweite sich das Land. Wie die spanische El Pa&iacute;s richtig erkannte, sollten weder Guilliers noch Pi&ntilde;eras Programme als wirklich tiefe Ver&auml;nderung bzw. als radikale Kurswende gewertet werden (Pi&ntilde;era gana las elecciones en Chile con una diferencia clara de nueve puntos &ndash; El Pa&iacute;s, 18. Dezember 2017).<\/p><p>Als Signal des Entgegenkommens an die Forderung nach Kontinuit&auml;t von Bachelets begonnener Reform f&uuml;r das Grundrecht auf komplette, kostenlose Ausbildung in staatlichen Grund- und Hochschulen &bdquo;klaute&ldquo; Pi&ntilde;era Guillier eines seiner Regierungsprogramme und erkl&auml;rte seine Akzeptanz der staatlich gef&ouml;rderten Universit&auml;tsausbildung. Das Problem Pi&ntilde;eras ist n&auml;mlich, dass er keine Mehrheit im neugew&auml;hlten Parlament haben wird, ergo moderate und progressive Abgeordnete umwerben muss, um seine Gesetzes-Initiativen durchzusetzen. <\/p><p>Pi&ntilde;era setzt auf Verlangsamung und Umdenken im Reformkurs, doch selbst eine radikale Umkehr bei einem Gesetz wie der teilweisen Entkriminalisierung der Abtreibung oder des Kinder-Adoptionsrechts f&uuml;r homosexuelle Paare &ndash; Initiativen Bachelets, die unter schweren Beschuss der ultrakonservativen Kr&auml;fte im Parlament gerieten &ndash; scheinen kaum vorstellbar. Es darf vermutet werden, dass der Multimilliard&auml;r f&uuml;r den Ausbau von B&uuml;rgerrechten und Reformen nicht zu haben sein wird. Sollte er gar von seinen erzreaktion&auml;ren Wahlunterst&uuml;tzern zum Abbau bestehender Errungenschaften gen&ouml;tigt werden, setzt er sich in ein Wespennest und riskiert in k&uuml;rzester Zeit das Aufwallen von Massenprotesten, die bereits f&uuml;r M&auml;rz 2018 angek&uuml;ndigt sind.<\/p><p>Dem pfiffigen und zwielichtigen Unternehmer kommt es erst einmal darauf an, die Privatwirtschaft mit Steuersenkungen, ergo mit einer teilweisen Annullierung von Bachelets Steuerreform und staatlichen F&ouml;rderma&szlig;nahmen, zu beschenken, um damit gleichzeitig dem Mittelstand mit kaum verh&uuml;llter Demagogie zu signalisieren, &bdquo;es geht wieder bergauf&ldquo;. Was Pi&ntilde;era dabei verschweigt, ist, dass nach jahrelangem Preisverfall des Kupfers, der Bachelet zu schaffen machte, der Kurs des Hauptdeviseneinbringers Chiles sich langsam wieder erholt, die staatlichen Einnahmen entscheidend verbessern und eventuell die nur m&auml;&szlig;ig wachsende Wirtschaft neu ankurbeln k&ouml;nnte.<\/p><p><strong>Anziehungskraft und Register eines Wirtschaftskriminellen<\/strong><\/p><p>Die Frage, die sich nicht wenige aufgekl&auml;rte Chileninnen und Chilenen nach dem Wahlergebnis stellten, ist, was bringt die einfache Frau, den einfachen Mann auf der Stra&szlig;e und gro&szlig;e Teile der Mittelschichten dazu, einen Multimilliard&auml;r zu w&auml;hlen, dem seit Jahrzehnten doch der Ruf anh&auml;ngt, Politik als verl&auml;ngerten Arm von Gesch&auml;ftemacherei  zu betrachten, bei der Anh&auml;ufung seines beachtlichen Besitzes nicht gerade im Einklang mit Gesetz und Anstand gehandelt zu haben und obendrein auf &ouml;ffentliche Kritik mit  kaltschn&auml;uziger, abf&auml;lliger Indifferenz zu reagieren.<\/p><p>Auf die vom grenzen- und gesetzlosen Neoliberalismus eingefangenen Geister strahlt Pi&ntilde;era das Sinnbild des entschlossenen &bdquo;Selfmademans&rdquo; aus, der sein Wirtschaftsimperium aus dem Gesch&auml;ft mit Kreditkarten aufbaute und mit trickreichen Gelegenheits-Investitionen in Privatkliniken und Superm&auml;rkten, Fernsehen und Fu&szlig;ball aufp&auml;ppelte; nicht zu vergessen, seine millionenschweren Eink&uuml;nfte als ehemaliger Hauptaktion&auml;r des privaten TV-Senders Chilevisi&oacute;n und der Fluggesellschaft LAN, die durch Fusionierung mit der brasilianischen TAM, unter dem Namen LATAM zur Zeit als gr&ouml;&szlig;te Airline Lateinamerikas rangiert.<\/p><p>Pi&ntilde;era wurde mit einem Skandal in Verbindung gebracht, der in jedem Land mit funktionierender Justiz mehr als nur Kopfschmerzen verursacht h&auml;tte: Er nutzte vertrauliche Informationen f&uuml;r den Erwerb seiner LAN-Aktien. &bdquo;Pi&ntilde;era zu w&auml;hlen bedeutet, Verlierer zu sein&ldquo;, urteilte die als Wertekonservative bekannte, chilenische Philosophie-Professorin und Journalistin <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=IwiiSbN7JkY\">Teresa Marinovic in einer mutigen Abrechnung<\/a> mit dem Multimilliard&auml;r vom September 2015 auf dem privaten Fernsehsender Radio Biobio.<\/p><p>&bdquo;Pi&ntilde;era ist nicht das kleinere &Uuml;bel&ldquo;, warnte Marinovic, und erinnerte daran, dass in einem zweiten Fall, in den wieder die Airline LAN involviert war, auch in Argentinien gegen den jetzt frischgew&auml;hlten Pr&auml;sidenten wegen mutma&szlig;licher Zahlung von Bestechungsgeldern ermittelt wurde. Im Jahr 2010 wurde dem angehenden Pr&auml;sidentschaftskandidaten deshalb der Prozess gemacht, als E-Mails des argentinischen Abgeordneten Jaime Manuel V&aacute;zquez enth&uuml;llten, dass die Fluggesellschaft eine &bdquo;Provision&rdquo; in H&ouml;he von 1,5 Millionen Dollar f&uuml;r betr&uuml;gerische Scheinberatung gezahlt hatte. Pi&ntilde;eras wurde zur Zahlung einer Strafe in H&ouml;he von 20 Millionen Dollar verurteilt.<\/p><p>Die Liste der Wirtschaftsdelikte des neuen chilenischen Pr&auml;sidenten umfasst mindestens zwei Zeitungsseiten, die Beschuldigungen f&uuml;llen tausende von Gerichtsakten. Gleichwohl d&uuml;rfte Pi&ntilde;eras bekanntester Fall der skandalumwobene Betrug der Banco de Talca gewesen sein; ein trickreicher Vorgang, der in der Geschichte der Wirtschaftskriminalit&auml;t seinesgleichen sucht.<\/p><p>Der Fall trug sich folgenderma&szlig;en zu. Am 28. August 1982 ordnete Richter Luis Correa Bulo die Festnahme Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;eras an, dem als damaligem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Banco de Talca schwerer Betrug vorgeworfen wurde. Der Richter begr&uuml;ndete seinen Haftbefehl mit dem Hinweis auf Verst&ouml;&szlig;e gegen das chilenische Gesetz &uuml;ber das Bankwesen und beschuldigte Pi&ntilde;era auch als Komplizen von schweren Betrugs gegen Minderheitsaktion&auml;re der Bank.<\/p><p>Zum einen wurde Pi&ntilde;era beschuldigt, als Bankdirektor angebliche Kredite in H&ouml;he von mehr als 200 Millionen Dollar an sogenannte &bdquo;Partner-Unternehmen&ldquo; vergeben zu haben, die das Grundkapital der Banco de Talca um das F&uuml;nffache &uuml;berstieg und damit gegen das Gesetz verstie&szlig;, wonach Kredite den Wert von 25 Prozent des Banken-Grundkapitals nicht &uuml;berschreiten durften. Das war Pi&ntilde;eras erstes Vergehen.<\/p><p>Das zweite, viel gravierendere Delikt war, dass es sich bei den sogenannten &bdquo;Partner-Unternehmen&ldquo; um Scheinfirmen handelte. Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era tauchte 24 Tage lang unter, um seinen Anw&auml;lten Zeit zu geben, seine Verteidigung vorzubereiten. Wie General Augusto Pinochets ehemalige Justizministerin M&oacute;nica Madariaga Jahre sp&auml;ter zugab, hatte sie sich auf Einwirken des Diktators daf&uuml;r verwendet, dass der soeben zum zweiten Mal gew&auml;hlte Pr&auml;sident freigelassen wurde.<\/p><p>Die Rettung der Bank wurde von der Pinochet-Justiz abgelehnt, Pi&ntilde;era wurde nicht dazu verpflichtet, die Hauptschulden und Strafgeb&uuml;hren zu zahlen. Die Ermittlungen wurden im Laufe der Jahre eingestellt, der Fall Banco de Talca ad acta gelegt. &bdquo;Ad acta gelegt&ldquo; trifft jedoch als Redewendung den Ausgang des Millionenbetrugs nur ungenau: Laut Medienberichten verschwanden die Gerichtsakten auf nimmer Wiedersehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171220_ch1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Chile w&auml;hlte am vergangenen Sonntag einen neuen Staatspr&auml;sidenten. Wie bereits vor der ersten Wahlrunde vom vergangenen 19. November geschehen, versagten s&auml;mtliche Prognosen der Meinungsforschungsinstitute auch f&uuml;r die Stichwahl. Anstatt eines angeblichen Patts zwischen Regierungskandidat Alejandro Guillier und seinem konservativen Herausforderer Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era f&uuml;hrte Letzterer<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41657\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,190],"tags":[2098,669,1760,2244,312,801,278,2220,255],"class_list":["post-41657","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-landerberichte","category-wahlen","tag-bachelet-michelle","tag-chile","tag-kriminalitaet","tag-pinera-sebastian","tag-reformpolitik","tag-schmiergeld","tag-steuersenkungen","tag-stichwahl","tag-wahlanalyse"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41657","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41657"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41657\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48107,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41657\/revisions\/48107"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41657"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41657"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41657"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}