{"id":4167,"date":"2009-09-02T09:31:37","date_gmt":"2009-09-02T07:31:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4167"},"modified":"2009-09-02T09:45:35","modified_gmt":"2009-09-02T07:45:35","slug":"hinweise-des-tages-967","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4167","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\nHeute unter anderem zu diesen Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4167#h01\">Arbeitsmarkt im August 2009 <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h02\">Finanzminister will Konjunkturhilfen beenden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h03\">INSM-Studie: &bdquo;Gesch&auml;ftsmodell Deutschland&ldquo; bleibt intakt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h04\">Systemrelevanz <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h05\">Bloomberg gewinnt Auskunftsprozess gegen Federal Reserve<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h06\">Lucas Zeise: Lehmann-Pleite &ndash; Eine Erpressungsnummer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h07\">Commerzbank: Zocken mit Staatsgeld <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h08\">ver.di: F&uuml;r wie bl&ouml;d h&auml;lt die FDP uns?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h09\">FDP f&uuml;r Mehrwertsteuer-Erh&ouml;hung nach Bundestagswahl!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h10\">Nachtrag zum Thema Solarf&ouml;rderung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h11\">Brief-Gesch&auml;ft: Bei der Post brodelt es gewaltig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h12\">Bundesregierung: Weltweit mehr als 2.000 Todesf&auml;lle durch &ldquo;Schweinegrippe&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h13\">Kassen&auml;rztetag: Bischof Huber beklagt &bdquo;Diktat der &Ouml;konomie&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h14\">Pensionskassen w&auml;lzen Ertragsrisiken auf Mitarbeiter ab <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h15\">Wider die unbedachte Rede von der &ldquo;&Uuml;beralterung&rdquo; der Gesellschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h16\">Ortstermin: Die Firma macht Schule<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h17\">Nachtrag zu &bdquo;Lasst die Schulen los&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h18\">OECD-Kinderbericht: Armutszeugnis f&uuml;r BRD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h19\">DGB-Ausbildungsreport 2009: Frauen ziehen schon in der Ausbildung den K&uuml;rzeren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h20\">Beitr&auml;ge zum Antikriegstag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h21\">Mission unerf&uuml;llt in Afghanistan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h22\">Frank Deppe: Wie die &ldquo;strategische L&auml;hmung&rdquo; der Gewerkschaften &uuml;berwunden werden kann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h23\">Wie die SPD rot-rot-gr&uuml;ne Zeiten plant<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h24\">Wer Koalition sagt, muss auch Ministerpr&auml;sident sagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h25\">Zur Verl&auml;sslichkeit von Wahlumfragen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h26\">Intakter Pluralismus &ndash; Eine Satire<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h27\">Bundesweiter Aktionstag am 17. September 2009: Wir zahlen nicht f&uuml;r Eure Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h28\">Zu guter Letzt: Volker Pispers: &bdquo;Aufwachen, Ihr Nichtw&auml;hler!<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4167&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Arbeitsmarkt im August 2009 <\/strong><br>\nIm August 2009 wurden von der Statistik der BA insgesamt 3,472 Millionen Arbeitslose registriert, 276.000 bzw. 8,6% mehr als im August 2008. Von diesen 3,472 Millionen Arbeitslosen waren 1,214 Millionen (35,0%) im Rechtskreis SGB III und 2,257 Millionen (65,0%) im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) registriert.<br>\nAls Arbeitsuchende waren im August 2009 insgesamt 6,008 Millionen Frauen und M&auml;nner registriert, 511.500 (9,3%) mehr als im August 2008.<br>\nNach vorl&auml;ufigen, hochgerechneten Daten hatten 1,174 Millionen (arbeitslose und nicht arbeitslose) Frauen und M&auml;nner Anspruch auf das beitragsfinanzierte Arbeitslosengeld (SGB III) und 4,909 Millionen Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Bereinigt um die Zahl der etwa 126.000 sog. Aufstocker (gleichzeitiger Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im August 2009 etwa 5,957 Millionen erwerbsf&auml;hige Frauen und M&auml;nner Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) bzw. Arbeitslosengeld II.<br>\nVer&auml;nderungsraten in den L&auml;ndern (August 2008 &ndash; August 2009):\n<ul>\n<li>M&auml;nner und Frauen: &ndash;5,2% in Brandenburg bis +34,4% in Baden-W&uuml;rttemberg<\/li>\n<li>Frauen: &ndash;12,5% in Mecklenburg-Vorpommern bis +16,9% in Baden-W&uuml;rttemberg<\/li>\n<li>M&auml;nner: +0,9% in Brandenburg bis +54,1% in Baden-W&uuml;rttemberg<\/li>\n<li>unter 25 Jahre: -6,1% in Sachsen bis +54,0% in Baden-W&uuml;rttemberg<\/li>\n<li>65,0% der Arbeitslosen sind im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) registriert:<br>\nAnteil der SGB II-Arbeitslosen reicht von 48,1% in Bayern bis 80,5% in Berlin.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"upload\/pdf\/090902_Arbeitsmarkt_August2009.pdf\">Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe e.V.(BIAJ) [PDF &ndash; 448 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Finanzminister will Konjunkturhilfen beenden<\/strong><br>\nBundesfinanzminister Peer Steinbr&uuml;ck setzt sich f&uuml;r ein vorsichtiges und abgestimmtes Ende der milliardenschweren Konjunkturspritzen weltweit ein. Die Notenbanken m&uuml;ssten weltweit gegen die Teuerung ansteuern &ndash; und zwar rechtzeitig.<br>\nIn einem Papier f&uuml;r die Finanzminister und Zentralbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenl&auml;nder (G20) pl&auml;diert Steinbr&uuml;ck (SPD) daf&uuml;r, die au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Ma&szlig;nahmen der Geld- und Fiskalpolitik &ldquo;so lange aufrecht zu erhalten, bis eine nachhaltige Stabilisierung der Finanzinstitute sowie ein selbsttragender wirtschaftlicher Aufschwung gesichert ist&rdquo;. Doch fordert der Minister, fr&uuml;h konsistente Ausstiegsprinzipien zu entwickeln und diese zum richtigen Zeitpunkt &ldquo;in einem international koordinierten Prozess umzusetzen&rdquo;.<br>\nSteinbr&uuml;ck ermutigt die Europ&auml;ische Zentralbank und andere Notenbanken, lauernde Inflationsrisiken als Folge der expansiven Fiskal- und Geldpolitik zu kontern. &ldquo;Die glaubhafte Ank&uuml;ndigung, dass die Geldpolitik auf sich abzeichnende Inflationsgefahren durch die Straffung ihres Kurses reagieren wird, ist ein geeignetes Signal an die M&auml;rkte&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Text, der der FTD vorliegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:inflationsgefahr-finanzminister-will-konjunkturhilfen-beenden\/50004266.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wieder ein Beispiel f&uuml;r Steinbr&uuml;cks Voodoo-&Ouml;konomie. Da sind wir mitten in der Krise und niemand wei&szlig;, ob und wann es wieder aufw&auml;rts geht, und da m&ouml;gen die Arbeitslosenzahlen steigen &ndash; und Steinbr&uuml;ck hat keine anderen Sorgen als sich in der G 20-Runde f&uuml;r ein Ende der Konjunkturspritzen und f&uuml;r eine Straffung der Geldpolitik (also h&ouml;here Zinsen) einzusetzen. Aber das ist typisch f&uuml;r neoliberal denkende &Ouml;konomen. Sie haben &uuml;berhaupt keinen theoretischen Zugang zur Konjunkturpolitik, weil ja der Markt von sich aus zum Gleichgewicht und zu einen &bdquo;selbsttragenden Aufschwung&ldquo; kommt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>INSM-Studie: &bdquo;Gesch&auml;ftsmodell Deutschland&ldquo; bleibt intakt<\/strong><br>\nDie Export- und Weltmarktorientierung wird auch zuk&uuml;nftig das bestimmende Gesch&auml;ftsmodell der deutschen Wirtschaft bleiben. Zu diesem Schluss kommt eine vom Institut der deutschen Wirtschaft K&ouml;ln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellte Expertise, die IW-Direktor Prof. Dr. Michael H&uuml;ther in Berlin der &Ouml;ffentlichkeit vorgestellt hat. Deutschland&nbsp;sei von der Krise besonders hart getroffen &ndash; als Kehrseite einer starken Weltmarktorientierung, sagte H&uuml;ther. Dies rechtfertige aber nicht, das &bdquo;Deutsche Gesch&auml;ftsmodell&ldquo; als &uuml;berholt und nicht mehr zukunftsf&auml;hig&nbsp;in Frage zu stellen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.insm-tagebuch.de\/2009\/08\/31\/studie-geschaftsmodell-deutschland-bleibt-intakt\/\">INSM<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es sollen also weiter durch Lohn- und Sozialdumping den deutschen Unternehmen Wettbewerbsvorteile verschafft und die dadurch erzeugten Ungleichgewichte noch erh&ouml;ht werden. Siehe dazu: <a href=\"?p=3951\">&ldquo;Unser Spitzenpersonal in der Politik und in der Wirtschaft ist volkswirtschaftlich ungebildet und voller Vorurteile. Zum Beispiel Exportweltmeister&rdquo;<\/a><br>\nUnd wer die eindimensionale und primitive Ausrichtung dieser &ouml;konomischen Lehre uns nicht glaubt, sollte vielleicht im englischen Wirtschaftsblatt Financial Times nachlesen:<br>\nA reinforced German belief in the superiority of export-led growth would be a recipe for weak growth in Germany and serious problems elsewhere in Europe. Germany would no doubt succeed in further boosting its market share within the eurozone. After all, the country&rsquo;s companies have shown themselves more adept at cutting costs than their competitors in other eurozone economies. But this will come at the cost of stagnant domestic demand in Germany.<\/em><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"http:\/\/www.ft.com\/cms\/s\/0\/063797c8-965a-11de-84d1-00144feabdc0.html?nclick_check=1\">FT.com<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Systemrelevanz <\/strong><br>\nAntwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion:<br>\nNach Artikel 6 Absatz 3 der Aufsichtsrichtlinie handelt es sich bei systemrelevanten Instituten um Institute, deren Bestandsgef&auml;hrdung aufgrund ihrer Gr&ouml;&szlig;e, der Intensit&auml;t ihrer Interbankbeziehungen und ihrer engen Verflechtung mit dem Ausland erhebliche negative Folgeeffekte bei anderen Kreditinstituten ausl&ouml;sen und zu einer Instabilit&auml;t des Finanzsystems f&uuml;hren k&ouml;nnte. Die Einstufung als systemrelevantes Institut erfolgt einvernehmlich zwischen der Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Deutschen Bundesbank.<br>\n<strong>Die konkrete Einstufung eines Kreditinstituts oder einer Gruppe als systemrelevant geh&ouml;rt zu den Tatsachen, deren Geheimhaltung im Interesse des Instituts oder eines Dritten liegt.<\/strong> Aus diesem Grund unterliegt diese <strong>Einstufung der Verschwiegenheitspflicht<\/strong> nach &sect; 9 des Kreditwesengesetzes (KWG).<br>\nDer Begriff der &bdquo;Systemrelevanz&ldquo;, der in der Aufsichtsrichtlinie f&uuml;r Kreditinstitute verwandt wird, ist nicht auf sonstige Wirtschaftsunternehmen &uuml;bertragbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/16\/138\/1613870.pdf\">Deutscher Bundestag [PDF &ndash; 78 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was nun also &bdquo;Systemrelevanz&ldquo; ist, unterliegt der Geheimhaltung, und die Einstufung unterliegt der Verschwiegenheitspflicht. Interessant ist, dass noch im Krisenjahr von der Finanzaufsicht nur 1,8 % der Banken als &bdquo;hoch&ldquo; systemrelevant eingestuft wurden. Bisher wurden durch die FMSA (Finanzmarktstabilisierungsanstalt) Garantien gem&auml;&szlig; &sect; 6 FMStFG (Finanzmarktstabilisierungsgesetz) in einer Gesamth&ouml;he von 140,7 Mrd. Euro gew&auml;hrt. Hinzu kommen Mittel f&uuml;r Rekapitalisierungen in H&ouml;he von insgesamt rund 22 Mrd. Euro. Der Gesamtrahmen des FMStGFG von 400 Mrd. ist nur gut ein Drittel ausgesch&ouml;pft.<br>\nVielleicht sollte man in Deutschland wie in Amerika auf Transparenz klagen, siehe dazu den n&auml;chsten Hinweis:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bloomberg gewinnt Auskunftsprozess gegen Federal Reserve<\/strong><br>\nWie Bloomberg.com berichtet, hat die Presseagentur ihren eigenen Prozess gegen die Federal Reserve, die US Zentralbank, gewonnen. Demnach muss diese nach dem Freedom of Information Act die Informationen herausgeben, welchen Finanzinstituten mit Milliarden, ja insgesamt zwei Billionen Dollar &ldquo;im &ouml;ffentlichen Interesse geholfen&rdquo; wurde.<br>\nIn Amerika ist man auf dem Weg zu Transparenz und Ursachenforschung der Finanzkrise mit diesem Gerichtsurteil offenbar ein kleines St&uuml;ckchen weiter als in Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.t-blog.de\/41902\/bloomberg-gewinnt-auskunftsprozess-gegen-federal-reserve\">T-Blog<\/a>\n<p><em>Zur Systemrelevanz auch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Lucas Zeise: Eine Erpressungsnummer<\/strong><br>\nIch bin mir ziemlich sicher, dass die &ouml;ffentlichen Verfechter der Theorie von der entscheidenden Wirkung der Lehman-Pleite nicht wirklich an sie glauben. Sie ist schlie&szlig;lich v&ouml;llig unplausibel. Aber sie passt ihnen bestens in den Kram. Man nehme Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck, seinen Staatssekret&auml;r J&ouml;rg Asmussen und ihren Auftritt vor dem HRE-Untersuchungsausschuss des Bundestags. Beide stellten die Notlage der Hypo Real Estate als Folge der Fehlentscheidung der US-Regierung dar, Lehman pleitegehen zu lassen. Diese Entscheidung sei unvorhersehbar gewesen. So rechtfertigen die Herren, dass sie 13 Monate lang die Finanzkrise nicht bemerkt oder ihre Existenz einfach verdr&auml;ngt hatten. Das ist auch deshalb besonders frech, weil beide mit dem Absturz der IKB und der Sachsen LB gleich zu Beginn der Krise im Sommer 2007 ganz eng befasst gewesen waren. Zu behaupten, man habe das HRE-Desaster nicht habe kommen sehen k&ouml;nnen, ist &auml;hnlich albern wie die Behauptung mitten im Gewitter, mit einem Blitzeinschlag sei nicht zu rechnen.<br>\nAuch bei Bankern (und ihren Aufsehern) ist die These von der durchschlagenden Wirkung der Lehman-Pleite &auml;u&szlig;erst popul&auml;r. Sie rechtfertigt die enormen Summen, die zur Bankenrettung in aller Herren L&auml;nder aufgewendet wurden. Sie macht es den Politikern leicht, die Existenz der Institute zu garantieren. Welche Regierung wagt es nun noch, eine Bank &uuml;ber die Wupper gehen zu lassen und angeblich verheerende Wirkungen in Kauf zu nehmen? Kurz, alle Banken sind nach dieser These systemrelevant.<br>\nIn Wirklichkeit sind weder Lehman noch die HRE f&uuml;r die Volkswirtschaft systemrelevant. Bei Lehman fand der Test statt. Der von der Krise bereits arg gebeutelte Finanzmarkt wurde einmal kr&auml;ftig durchgesch&uuml;ttelt. F&uuml;r den Wertpapierhandel und den Handel in Finanzderivaten bedeutete das einige schwierige Wochen der Abwicklung und R&uuml;ckabwicklung. Nicht einmal f&uuml;r den Finanzmarkt im engeren Sinne hatte Lehman wirklich systemische Bedeutung.<br>\nIn Wirklichkeit ist die These von der verheerenden Wirkung der Lehman-Pleite nichts weiter als eine grandiose Erpressungsnummer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:kolumne-lucas-zeise-eine-erpressungsnummer\/50003644.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Zocken mit Staatsgeld<\/strong><br>\nManche Nachrichten scheinen wie von einem anderen Stern. Am Dienstag berichtete das Handelsblatt mit eifrigem Ernst, dass die Commerzbank zu einem Topinstitut beim Investmentbanking werden wolle. Ein Vorstandsmitglied erging sich in Visionen von gro&szlig;en Deals, der Spitzenplatz in Deutschland sei das Ziel. Die Realit&auml;t ist, dass die Commerzbank, so wie sie in Frankfurt\/Main herumsteht, ein Kartenhaus ist. Als private Bank gescheitert, drohte dem Institut im vergangenen Jahr die Pleite. Und das nicht ohne Grund. Auch damals strebte man in der Commerzbank-Chefetage nach H&ouml;herem. Mitten in der gr&ouml;&szlig;ten Finanzkrise seit 1930, wenige Tage vor dem Absturz von Lehman Brothers, kaufte man f&uuml;r viel Geld den Restm&uuml;ll der Allianz, der noch unter dem alten Namen Dresdner Bank firmierte. Das rettete den Versicherungsmulti &ndash; der Commerzbank versetzte es den Todessto&szlig;. Zum Gl&uuml;ck agierte im Bund ein sozialdemokratischer Finanzminister mit einem sozialdemokratischen Bankenversteher als Staatssekret&auml;r. Die mobilisierten Steuergelder und retteten das Institut.<br>\nInvestmentbanking also hei&szlig;t k&uuml;nftig das Zauberwort. Das ist jener Bereich des Bankwesens, der die gr&ouml;&szlig;ten Risiken birgt, aber auch die fettesten Profite verspricht. Man denke nur an das Verpacken verbriefter Hypothekenkredite von Gl&auml;ubigern mit schlechter Bonit&auml;t. Derart bewusste T&auml;uschungen wirkten als Initialz&uuml;ndung der aktuellen Krise. Die Spitzenkr&auml;fte der Commerzbank, allen voran ihr smarter Chef Martin Blessing, halten sich offenbar f&uuml;r clever genug, es beim zweiten Anlauf besser zu machen. Eine Hoffnung, da&szlig; es einmal eine Regierung in Berlin gibt, die mit Steuermilliarden anders umgeht und es besser macht als Merkel\/Steinbr&uuml;ck\/Asmussen, besteht derzeit allerdings nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/09-02\/029.php?print=1\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>ver.di: F&uuml;r wie bl&ouml;d h&auml;lt die FDP uns?<\/strong><br>\n100 Milliarden Euro Steuergeschenke &ndash; in einer Zeit, in der Steuereinnahmen massiv wegbrechen und Ausgaben krisenbedingt steigen. Dies ist der Gesamtbetrag aller Wahlversprechen der FDP. Das mit Abstand finanziell unseri&ouml;seste Wahlprogramm von allen! Allein 60 Milliarden Euro kostet der &bdquo;Einfachtarif&ldquo; bei der Einkommensteuer. Einfach daran ist: Je h&ouml;her das Einkommen desto h&ouml;her die Entlastung. Nach dem rot-gr&uuml;nen Steuergeschenk von 100.000 Euro f&uuml;r jeden Einkommensmillion&auml;r will die FDP noch mal soviel verschenken.<br>\nF&uuml;r Aktiengesellschaften und GmbHs soll es neue Steuergeschenke geben. Kosten insgesamt etwa zehn Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/wipo.verdi.de\/wirtschaftspolitik_aktuell\/data\/09_20-FDP.pdf\">ver.di Wirtschaftspolitik aktuell 20\/2009 [PDF &ndash; 153 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>FDP f&uuml;r Mehrwertsteuer-Erh&ouml;hung nach Bundestagswahl!<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=knaMQcCaNAA\">YouTube<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Da hat Wolfgang Kubicki die Katze aus dem Sack gelassen. Die Besserverdiener werden bei der Einkommensteuer entlastet und die Mehrwertsteuer, die besonders die niedrigen Einkommen trifft, weil sie ihr Einkommen komplett verkonsumieren (m&uuml;ssen), wird erh&ouml;ht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Nachtrag zum Thema Solarf&ouml;rderung:<\/strong><br>\nAm 24.8.2009 hatten wir auf einen Artikel &uuml;ber die <a href=\"?p=4145#h13\">&bdquo;Kosten der Solarstrom-F&ouml;rderung&ldquo;<\/a>  hingewiesen. Am 27.8.2009 folgten weitere <a href=\"?p=4154\">&bdquo;Anmerkungen und Daten&ldquo;<\/a>. Inzwischen hat sich ein weiterer Leser gemeldet, der die praktizierte Form der F&ouml;rderung kritisch sieht und bedenkenswerte Einw&auml;nde macht. Die Kernaussagen sind:\n<ul>\n<li>&bdquo;Man muss sich genau &uuml;berlegen, wann man wie viel Geld in die Forschung steckt und wie viel in die Produktion. IMHO ist ganz eindeutig zu fr&uuml;h zu viel Geld in die Produktion gelaufen. Das k&ouml;nnen wir jetzt &uuml;ber 20 Jahre abbezahlen.<br>\nEs wird so getan, als w&uuml;rden die Preisverbesserungen der Fotovoltaik NUR dadurch entstehen, dass produziert wird. Das ist aber Murks. Denn die Forschung (neue Produkte) sind daran genauso beteiligt. Meine Theorie st&uuml;tzt die Tatsache, dass der Hersteller, der im Moment das beste Preis-Leistungsverh&auml;ltnis hat, aus den USA kommt und die Produktion erst 2008 aufgenommen hat. Vorher hat der Laden ausschlie&szlig;lich geforscht.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/egghat.blogspot.com\/2009\/08\/nochmal-zu-den-solarschulden.html\">egghat.blogspot.com<\/a><\/li>\n<li>&bdquo;Ich habe auch nichts gegen die Idee, den CO2-freien Strom besonders zu f&ouml;rdern, ansonsten h&auml;tte diese Energieerzeugung keine Chance&hellip; Auch wenn ich immer wieder betonen werden, dass die Solarenergie im Verh&auml;ltnis zur gesparten Menge CO2 verdammt teuer ist. Teurer auf jeden Fall als Energiesparma&szlig;nahmen wie W&auml;rmed&auml;mmung oder effizientere Motoren oder Heizungen. Nachdem die Rechnung des RWI f&uuml;r letztes Jahr diese Mehrbelastung mit gut 23 Mrd. Euro beziffert hat, kommen in der diesj&auml;hrigen Rechnung f&uuml;r Ende 2013 satte 77.000.000.000 (77 Milliarden) Euro Mehrbelastung f&uuml;r die Stromkunden heraus&hellip; 77 Milliarden Euro &uuml;ber 20 Jahre verteilt sind mehr F&ouml;rderung als die Steinkohle in Deutschland bekommen hat. Und man, was hat man auf der rumgehackt! Und auch pro Arbeitsplatz d&uuml;rfte die Subvention h&ouml;her sein als bei der Steinkohle.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/egghat.blogspot.com\/2009\/08\/zahl-des-tages-240809-7700000000.html\">egghat.blogspot.com<\/a><\/li>\n<li>&bdquo;Einige Teile des EEG halte ich trotzdem f&uuml;r sinnvoll. Strom aus Windenergie oder W&auml;rme aus Biogas lassen sich zu relativ vertretbaren Kosten erzeugen. Mit einer vertretbaren Menge an Subventionen kann man eine Menge Investitionen anschieben und eine Menge CO2-freien Strom erzeugen. Bei der Fotovoltaik passiert aber genau das nicht.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/egghat.blogspot.com\/2008\/03\/eeg-subventionen-fr-china.html\">egghat.blogspot.com<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir haben uns dazu keine abschlie&szlig;ende Meinung gebildet, m&ouml;chten Ihnen diese &Uuml;berlegungen aber nicht vorenthalten.<\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung KR:<\/strong> Die Zahlen scheinen zu stimmen (&ldquo;scheinen&rdquo;, weil ich sie nicht alle &uuml;berpr&uuml;ft habe).<br>\nFakt ist z.B., dass der Steinkohlenbergbau insgesamt ca. 150 Mrd. Euro Subventionen erhalten hat &ndash; allerdings seit 1949 (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/309\/426066\/text\/\">SZ<\/a>. Dass die SZ als Zeitung mit Sitz in M&uuml;nchen diese Zahl m&ouml;glicherweise etwas &uuml;bertrieb, ist unwichtig, weil auch eine Halbierung am Ergebnis nichts &auml;ndern w&uuml;rde.) Die 77 Mrd. f&uuml;r die F&ouml;rderung der Solarenergie &bdquo;insgesamt&ldquo; (also nicht nur die 11-20 Mrd. Euro Mehrkosten aufgrund der unerwartet starken Inanspruchnahme der F&ouml;rderung) verteilen sich hingegen auf nur 20 Jahre.<br>\n&ldquo;Egghats&rdquo; Aussage, die Solarenergie werde st&auml;rker gef&ouml;rdert als seinerzeit der Steinkohlenbergbau, halte ich daher f&uuml;r zutreffend.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Brief-Gesch&auml;ft: Bei der Post brodelt es gewaltig<\/strong><br>\nGewerkschaften und Besch&auml;ftigte der Deutschen Post r&uuml;sten sich f&uuml;r einen Arbeitskampf im Herbst. Der Fachsprecher der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), Wolfgang Abel, k&uuml;ndigte in Hamburg &ldquo;einen hei&szlig;en Herbst&rdquo; an.<br>\nBereits im September werde es ganzt&auml;gige Betriebsversammlungen geben, in denen mit den Besch&auml;ftigten Strategien entwickelt w&uuml;rden.<br>\nDie Postspitze verlangt laut Verdi-Chef Frank Bsirske trotz eines Halbjahresgewinns von 557 Millionen Euro f&uuml;r die rund 130.000 Tarif-Arbeitnehmer der Sparte l&auml;ngere Arbeitszeiten, ohne daf&uuml;r bezahlen zu wollen. Die tariflich vereinbarte Drei-Prozent-Lohnerh&ouml;hung zum 1. Dezember solle ausgesetzt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/1913179_Brief-Geschaeft-Bei-der-Post-brodelt-es-gewaltig.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Weltweit mehr als 2.000 Todesf&auml;lle durch &ldquo;Schweinegrippe&rdquo;<\/strong><br>\nDie Erkrankungen an der als &rdquo;Schweinegrippe&ldquo; bekannt gewordenen neuen Influenza A(H1N1) verlaufen nach Angaben der Bundesregierung derzeit mild. Schwere Verl&auml;ufe seien in Einzelf&auml;llen bei Personen mit chronischen Grunderkrankungen gesehen worden, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (16\/13945) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (16\/13880). Weltweit gebe es trotz des moderaten Verlaufs bereits mehr als 2.000 bekannte Todesf&auml;lle.<br>\n&Uuml;ber den Verlauf der aktuellen Pandemie in Deutschland und die Zahl der zu erwartenden Erkrankungs- und Todesf&auml;lle k&ouml;nne zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage getroffen werden, f&uuml;gte die Regierung hinzu. Erfahrungen mit vorangegangenen Pandemien zeigten, &rdquo;dass auf eine erste schwache Welle meist eine zweite Welle mit schweren Erkrankungen und Todesf&auml;llen folgte&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2009_09\/2009_244\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Seit mehr als einem halben Jahr erleben wir nun die Hysterie mit der Schweinegrippe. Tonnen von Impfstoff wurden produziert, allein f&uuml;r die Immunisierung der ersten 30 Prozent der Bev&ouml;lkerung veranschlagt die Regierung auf rund 600 Millionen Euro. Die Kassen gehen von h&ouml;heren Summen aus.<br>\nWie viele Todesf&auml;lle gibt es t&auml;glich weltweit durch Schnupfen?<br>\nAm gleichen Tag teilt die Regierung mit, dass es allein in Deutschland 2008 insgesamt 4.477 Verkehrstote gab. Und dennoch wurde mit 2,5 Mrd. Euro der Kauf von todbringenden Autos gef&ouml;rdert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Kassen&auml;rztetag: Bischof Huber beklagt &bdquo;Diktat der &Ouml;konomie&ldquo;<\/strong><br>\nDer Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, beklagt ein wachsendes &bdquo;Diktat der &Ouml;konomie&ldquo; im Gesundheitssystem. Die &bdquo;Managementlogik&ldquo;, die zunehmend Einzug im Gesundheitswesen erhalte, habe ihre Grenzen, sagte Huber am Dienstag auf dem Deutschen Kassen&auml;rzetag in Berlin. Die Grenze sei etwa &uuml;berschritten, wenn Patienten aus Kostengr&uuml;nden vorzeitig aus dem Krankenhaus entlassen w&uuml;rden. Zugleich betonte der EKD-Chef, ein &bdquo;totales Versorgungssystem&ldquo; &ndash; ohne Eigenverantwortung und Beistand von Familie, Nachbarn oder Freunden &ndash; sei &bdquo;nie intendiert&ldquo; gewesen und auch nicht finanzierbar. Solidarit&auml;t schlie&szlig;e Eigenverantwortung nicht aus. Vielmehr m&uuml;ssten die &bdquo;pers&ouml;nlichen Ressourcen&ldquo; der Patienten und ihrer Angeh&ouml;rigen gest&auml;rkt werden. Das Gesundheitssystem werde auf lange Sicht nur finanzierbar sein, wenn die Bereitschaft in der Gesellschaft wachse, etwas f&uuml;r die eigene Gesundheit zu tun &ndash; auch ohne dass es daf&uuml;r zus&auml;tzliches Geld von der Krankenkasse gebe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.aerzteblatt.de\/v4\/news\/newsdruck.asp?id=37914\">www.aerzteblatt.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eigentlich erwartet man von einem Theologen, dass er in seiner Argumentation nicht hinter die Scholastik zur&uuml;ckf&auml;llt. Da wird zuerst der Popanz &bdquo;totales Versorgungssystem&ldquo; aufgestellt, um ihn dann locker zu demontieren. Dieses sei zwar &ldquo;nie intendiert&rdquo; gewesen, aber auch nicht finanzierbar. Ja gut, wenn es ihn gar nicht gibt, warum dann erst davon reden. Oder war das &ldquo;totale Versorgungssystem&rdquo; nie intendiert, ist aber heute Realit&auml;t? In der scholastischen Disputatio h&auml;tte man zun&auml;chst diese Quaestio (Frage) gekl&auml;rt. Bischof Huber will oder kann nicht verstehen, dass das totale Versorgungssystem &uuml;berhaupt nicht zur Debatte steht. Es geht um eine Zwei-Klassen-Medizin, es geht darum, dass sich Besserverdienende &ndash; einmalig in Europa &ndash; aus dem Solidarsystem ausklinken k&ouml;nnen. Der Appell an die Eigenverantwortlichkeit erinnert doch sehr an die Appelle mancher Politiker, dass Arbeitslose mehr Eigenverantwortung entwickeln sollten. Was f&uuml;r &uuml;ber 3,5 Mio. Arbeitslose angesichts 900.000 offener Stellen reichlich makaber ist &ndash; genauso wie die Aufforderung an den Alg II- Empf&auml;nger, &ldquo;etwas f&uuml;r die eigene Gesundheit zu tun&ldquo;, dann wird ja auch die von der Kasse nicht finanzierte Vorsorgema&szlig;nahme nicht mehr n&ouml;tig sein. Sch&auml;men sollte sich der Kirchenmann, sich derartig dem bestehenden Unrechtssystem anzubiedern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Pensionskassen w&auml;lzen Ertragsrisiken auf Mitarbeiter ab <\/strong><br>\nIn der Krise brechen die Ertr&auml;ge der betrieblichen Rentenkassen ein. Die Ertragsrisiken aus Altersvorsorgevertr&auml;gen w&auml;lzen die Unternehmen zunehmend auf die Mitarbeiter ab.<br>\nImmerhin 17,5 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland besitzen ein Anrecht auf eine Betriebsrente. 440 Milliarden Euro haben die Pensionsmanager daf&uuml;r zur&uuml;ckgelegt.<br>\nDie Finanzkrise hat dieses Verm&ouml;gen angeknabbert. Nach Berechnungen der Unternehmensberatung Rauser Towers Perrin fuhren allein die Pensionspl&auml;ne der 30 Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) 2008 ein Minus von 12,8 Milliarden Euro ein. Dies entspricht einem Verlust von acht Prozent des Pensionsverm&ouml;gens.<br>\nIm Durchschnitt schafften deutsche Pensionskassen noch f&uuml;nf Prozent Ertrag im Jahr 2007. Doch im Finanzkrisenjahr sackte die Rendite ab: Die H&ouml;chster Pensionskasse schaffte 4,7 Prozent, die Pensionskasse des Bankgewerbes BVV erreichte 4,5 Prozent, und f&uuml;r die Bayer Pensionskasse reichte es nur zu 1,6 Prozent. Alle drei geh&ouml;ren zu den f&uuml;nf gr&ouml;&szlig;ten deutschen Pensionskassen.<br>\nTrotz dieser engen Grenzen (bei der Anlage von Risikopapieren WL) schafften bereits im vergangenen Herbst 8 von 150 Pensionskassen den Stress-Test der Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nicht. Da dieser bisher letzte Test, der Risikoszenarien an den Finanzm&auml;rkten durchspielt, auf den Zahlen von 2007 basierte, l&auml;sst die neuerliche Runde in diesem Jahr &Uuml;bles erwarten.<br>\nDie garantierten 2,25 Prozent lassen sich noch erwirtschaften. Weil aber viele Pensionskassen noch alte Vertr&auml;ge mit bis zu 4,0 Prozent Garantiezins bedienen m&uuml;ssen, wird es angesichts einer Rendite sicherer Staatspapiere von derzeit 3,05 Prozent langsam eng.<br>\nAber selbst eine solch durchschnittliche Verzinsung, die jeder Privatanleger mit einer Tagesgeldanlage zu Beginn des Jahres 2008 auch geschafft h&auml;tte, ist nicht die Regel.<br>\nNach Abzug einer Inflationsrate von zwei oder drei Prozent w&auml;re der Garantiezins aber aufgezehrt. Zudem haben immer weniger Arbeitnehmer Anspruch auf eine garantierte Verzinsung ihrer Betriebsrente. Stattdessen sichern die Arbeitgeber neuen Besch&auml;ftigten fast nur noch die eingezahlten Beitr&auml;ge als Mindestleistung zu. Wenn Pensionsmanager dann schlecht investieren, machen die Mitarbeiter abz&uuml;glich Inflation ein Verlustgesch&auml;ft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/finanzen\/pensionskassen-waelzen-ertragsrisiken-auf-mitarbeiter-ab-406830\/\">Wirtschaftswoche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Auch die sog. zweite S&auml;ule der Altersvorsorge ist somit alles andere als krisenfest.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Gewonnene Jahre: Wider die unbedachte Rede von der &ldquo;&Uuml;beralterung&rdquo; der Gesellschaften<\/strong><br>\nDie Altersstruktur unserer Gesellschaft hat sich so drastisch ver&auml;ndert, dass man von einer alternden Gesellschaft zu reden pflegt. Man denkt an eine zunehmende Vergreisung, da die Innovationen abn&auml;hmen, die Zahl der Pflegebed&uuml;rftigen dagegen wachse.<br>\nDieses Selbstbild unserer Gesellschaft h&auml;lt einer n&auml;heren Pr&uuml;fung nicht stand. Beispielsweise ist das Risiko, pflegebed&uuml;rftig zu werden, in den letzten Jahren nicht etwa gestiegen, sondern gesunken. Vor allem bleiben die Menschen, die heute weit &auml;lter werden, auch l&auml;nger frisch: sowohl k&ouml;rperlich als auch geistig, zus&auml;tzlich in emotionaler und sozialer Hinsicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/politischesfeuilleton\/1026291\/\">Deutschlandradio<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Ortstermin: Die Firma<\/strong><br>\nIn Dreieich er&ouml;ffnet ein K&uuml;chenunternehmer eine Schule, die die beste Deutschlands werden soll.<br>\n15 Millionen Euro seines Privatverm&ouml;gens stecken drin, Exzellenz und Laptops auf allen Etagen. Kein Vergleich zu staatlichen Bildungsruinen. Hans Strothoff will seine Schule wie ein Unternehmen f&uuml;hren. Privat, also ohne Geld vom Land Hessen. Er will kein Staatsgeld, er findet es unerfreulich, wie der Staat in diesen Tagen &uuml;berall mitspricht. Er glaubt an den Markt. Die Bildung ist seine Ware, die anwesenden Eltern zahlen daf&uuml;r bis zu 17.000 Euro im Jahr, Unterrichtsmaterialien, Mittagessen oder der T&uuml;r-zu-T&uuml;r-Bus-Shuttle nicht mitgerechnet. Das ist die Idee.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,646121,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Die Eliten haben die Unterfinanzierung der staatlichen Schulen selbst herbeigef&uuml;hrt. Nun wird sichergestellt, dass ihre Kinder darunter nicht zu leiden haben werden. Auch in Zukunft soll das Bankkonto der Eltern &uuml;ber die berufliche Laufbahn der Kinder entscheiden, und man m&ouml;chte auch in Zukunft unter sich bleiben. Die Anwesenheit des stellvertretenden Ministerpr&auml;sidenten von Hessen und des Landrats des Kreises Offenbach bei der Er&ouml;ffnung einer f&uuml;r solche Zwecke n&uuml;tzlichen Institution verstehen sich von selbst.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Nachtrag zu <a href=\"?p=4162#h16\">&bdquo;Lasst die Schulen los&ldquo;, Hinweise des Tages vom 1.9.2009, Punkt 16<\/a><\/strong><br>\n<em>Unser Leser H.K. schreibt uns dazu:<\/em>\n<blockquote><p>Der Autor des inkriminierten Artikels, Christian F&uuml;ller, ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt in punkto Propaganda f&uuml;r teure Privatschulen, deren Kosten nat&uuml;rlich &uuml;berwiegend vom Staat getragen werden sollen. In der taz hat er regelm&auml;&szlig;ig das Loblied auf dieses Schulmodell gesungen, z.B. durch ein vollkommen unkritisches und lobhudelndes Interview mit der Schulleiterin einer von Phorms betriebenen Grundschule in Berlin. Der niedrigste Schulgeldsatz lag bei dieser Schuler bei &euro; 230,- (im Monat!), die Schulleiterin durfte trotzdem unwidersprochen und unhinterfragt behaupten, ihre Schule stehe &ldquo;jedem offen&rdquo;. Das andere gro&szlig;e Steckenpferd F&uuml;llers war &uuml;brigens das von ihm erfundene und mit haneb&uuml;chenen Argumenten beworbene taz-Studiengeb&uuml;hrenmodell. Einen ganz besonders interessanten taz-Artikel F&uuml;llers von 2002 ausgerechnet &uuml;ber die Bertelsmann-Stiftung <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/index.php?id=archivseite&amp;dig=2002\/04\/27\/a0074\">findet sich &uuml;brigens hier<\/a>. Dieser kommt zwar als vermeintliche Kritik an der Steuermoral des Bertelsmann-Managements daher, aber F&uuml;ller spricht die Mohns und die Bertelsmann-Stiftung als solche sogleich heilig:<\/p>\n<p><em>&ldquo;Liz Mohn, so berichten Fest-Teilnehmer, war &uuml;ber den Stil der Bertelsmann-Mitteilung entsetzt und sorgt sich um ihren Ruf. Kein Wunder: Frau Mohn ist die Frau jenes Mannes, der nicht nur der Vater des Bertelsmann-Imperiums ist, sondern auch das Bild des sozialen Arbeitgebers schlechthin gepr&auml;gt hat: Reinhard Mohn. Mohn gr&uuml;ndete die &lsquo;Bertelsmann-Stiftung&rsquo;, die &uuml;ber so ziemlich jede Form von Gemeinn&uuml;tzigkeit nachdenkt. Mohns Stiftung gilt als Think-Tank des guten Unternehmers. Mohns Nachfolger aber zeigen die kalte Miene des Kapitalisten&hellip;&rdquo;<\/em><\/p>\n<p>Das muss man erst mal in Ruhe sacken lassen. Man fragt sich doch, ob zwischen dieser unverhohlenen Verehrung der Mohns und der Sympathie F&uuml;llers f&uuml;r teure Privatschulen und Studiengeb&uuml;hren irgendein Zusammenhang besteht.<br>\nErstaunlich ist nun tats&auml;chlich, dass ein solcher Autor seine Artikel immer wieder in sich als links oder linksliberal definierenden Bl&auml;ttern platzieren kann. Albrecht M&uuml;llers Diagnose, wonach auch die Abwehrkr&auml;fte dieser Bl&auml;tter gegen neoliberale U-Boote offenbar geschw&auml;cht sind, ist also zutreffend.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>OECD-Kinderbericht: Armutszeugnis f&uuml;r BRD<\/strong><br>\nNachwuchs sozial Schwacher wird in Deutschland massiv benachteiligt. gemessen am Bruttoinlandsprodukt sind dem deutschen Staat Kinder vergleichsweise wenig wert. Und es hapert massiv an einer gerechten Verteilung. Die OECD moniert dies ebenso wie den vergleichsweise hohen Anteil an Direktzahlungen an die Familien. Monika Queisser, Leiterin der Abteilung Sozialpolitik der Organisation, betonte, Deutschland bleibe hinsichtlich der Verwirklichung &auml;quivalenter Lebensverh&auml;ltnisse und Chancengleichheit hinter L&auml;ndern mit &auml;hnlich hohen Gesamtausgaben zur&uuml;ck. Der Bundesregierung empfahl sie, Transfers &raquo;st&auml;rker auf bed&uuml;rftige Kinder und deren Familien&laquo; zu konzentrieren. &raquo;Au&szlig;erdem sollten Dienstleistungen wie Kinderbetreuung und Ganztagsschulen weiter ausgebaut werden&laquo;. Durch letzteres w&uuml;rde man insbesondere Alleinerziehenden &ndash; 40 Prozent von ihnen leben in Deutschland in relativer Armut &ndash; die Aufnahme einer Berufst&auml;tigkeit und damit ein Entkommen aus der Armutsfalle zu erm&ouml;glichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/09-02\/043.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>DGB-Ausbildungsreport 2009: Frauen ziehen schon in der Ausbildung den K&uuml;rzeren<\/strong><br>\nJunge Frauen schneiden sowohl bei der Verg&uuml;tung als auch beim &Uuml;berstundenausgleich und der Zahl der Urlaubstage deutlich schlechter ab als Auszubildende in m&auml;nnlich dominierten Berufen. Dort liegt die Ausbildungsverg&uuml;tung im Schnitt mehr als 100 Euro oder fast 22 Prozent h&ouml;her als in &raquo;Frauenberufen&laquo;. Dieser Trend setzt sich beim &Uuml;berstundenausgleich fort: W&auml;hrend in so genannten M&auml;nnerberufen 61 Prozent angeben, ihre &Uuml;berstunden w&uuml;rden ausgeglichen, ist das in &raquo;Frauenberufen&laquo; nur in 46 Prozent der Fall.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bildungsspiegel.de\/aktuelles\/dgb-ausbildungsreport-2009-frauen-ziehen-schon-in-der-ausbildung-den-kuerzeren.html?Itemid=262\">DGB<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Beitr&auml;ge zum Antikriegstag<\/strong><br>\nSeit vielen Jahren geh&ouml;rt der 1. September zum festen Bestandteil des Friedenskalenders. An diesem Tag wird des Beginns des Zweiten Weltkriegs erinnert, den die faschistische deutsche Wehrmacht mit dem &Uuml;berfall auf Polen am 1. September 1939 er&ouml;ffnet hat.<br>\nSeit Ende des Zweiten Weltkriegs wird dieses Datum in der Bundesrepublik als Antikriegstag begangen. Gewerkschaften und Friedensgruppen organisieren Kundgebungen, Mahnwachen und andere Gedenkveranstaltungen und machen dabei auch auf aktuelle friedens- und gesellschaftspolitische Probleme aufmerksam. Im Mittelpunkt steht die Mahnung, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen darf.<br>\nDie Idee zu einem Weltfeiertag f&uuml;r den Frieden war bereits 1845 in England aufgekommen. In Deutschland erkl&auml;rten nach dem Ersten Weltkrieg Sozialdemokraten, Gewerkschaften und Friedensgruppen zun&auml;chst den 1. August zum Friedenstag &ndash; als Erinnerung an den Kriegsbeginn 1914.<br>\nDiese Tradition griff der Deutsche Gewerkschaftsbund nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf. Unter dem Motto &ldquo;Nie wieder Krieg&rdquo; riefen Gewerkschaften die B&uuml;rger erstmals am 1. September 1957 zu Aktionen auf. Seinen H&ouml;hepunkt erreichte der Antikriegstag in den sp&auml;ten 70er und in den 80er Jahren, als nach Angaben des DGB mehrere Zehntausend Menschen an den Kundgebungen f&uuml;r Frieden und gegen Gewalt teilnahmen. Vielerorts werden heute die Aktionen zum Antikriegstag gemeinsam von Gewerkschaften und &ouml;rtlichen Friedensgruppen oder -b&uuml;ndnissen vorbereitet und getragen. Auch in der DDR war der 1. September ein besonderes Datum, dort feierten die Menschen den Weltfriedenstag.\n<p>Zu den Antikriegstagen seit 2001 werden Links auf eine Vielzahl interessanter Beitr&auml;ge angeboten.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.uni-kassel.de\/fb5\/frieden\/themen\/Antikriegstag\/Welcome.html\">AG Friedensforschung an der Uni Kassel<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.afghanistandemo.de\/\">Dem Frieden eine Chance &ndash; Truppen raus aus Afghanistan<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Mission unerf&uuml;llt in Afghanistan<\/strong><br>\nIn Kundus berichten langj&auml;hrige Entwicklungshelfer, Deutschland habe am Hindukusch erheblich an Kredit eingeb&uuml;&szlig;t. Die Ausbildung der afghanischen Polizei, zun&auml;chst unter deutscher Flagge und jetzt unter EU-F&uuml;hrung, sei von Anfang an in puncto Personal und Geld unzureichend ausgestattet gewesen, das Desaster programmiert gewesen &hellip;<br>\nDie deutschen Aufbau- und Hilfsprojekte im Raum Kundus laufen wegen der drastisch verschlechterten Sicherheitslage nur &bdquo;auf Sparflamme&ldquo;. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) aber versucht gebetsm&uuml;hlenartig, ein anderes Bild zu vermitteln. Der deutsche Einsatz sei ein voller Erfolg; die Zusammenarbeit mit Innen-, Au&szlig;en- und Entwicklungsministerium so gut, dass der &bdquo;vernetzte Ansatz&ldquo; der Deutschen von allen Nato-Partnern in Afghanistan &uuml;bernommen worden sei, sagt Jung stets. Die deutschen Truppen, sagt er, handelten nicht offensiv genug, hielten sich eher zur&uuml;ck. Dies best&auml;tigt ein hoher Offizier der Bundeswehr: &bdquo;Unsere Aktionen verpuffen. Wir fahren in ein Gebiet rein &ndash; und so schnell wie m&ouml;glich wieder raus. Aber wenn wir das Vertrauen der Menschen gewinnen und mit unseren Projekten helfen wollen, m&uuml;ssen wir ihnen Sicherheit bieten. Das hei&szlig;t, wir m&uuml;ssen dann auch in der Fl&auml;che bleiben.&ldquo; Daf&uuml;r aber fehlt es an Soldaten. Bis zu 4500 l&auml;sst das Mandat, das am 13. Dezember ausl&auml;uft, zu. 4240 sind aktuell am Isaf-Einsatz beteiligt. Mindestens 6000 bis 6500 aber, sch&auml;tzen Insider, w&uuml;rden gebraucht, damit die Bundeswehr den ihr zugedachten Job machen kann&hellip; An einer echten Debatte &uuml;ber den Einsatz aber scheinen die Parteien &ndash; bis auf die Linke &ndash; nicht interessiert, schon gar nicht vor der Wahl.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/international\/afghanistan\/Bundswehr-Hindukusch;art15872,2889029?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Tagesspiegel verteidigt seit l&auml;ngerem den Einsatz in Afghanistan und setzt auf Truppenverst&auml;rkung. Die Situation in Norden hat sich in der Tat verschlechtert, nur gilt das f&uuml;r ganz Afghanistan. Das Ansehen der Bundeswehr unter den Nato-Partnern anzusprechen und mehr Deutsche Soldaten zu fordern, sonst k&auml;men die Amis, ist geradezu l&auml;cherlich. Was soll da angesprochen werden, unser Nationalstolz? Wir sollten uns sch&auml;men, weil wir &sbquo;Weicheier&lsquo; nicht die H&auml;rte haben, unserem Verb&uuml;ndeten, der US-Regierung, zu sagen, dass dieser Krieg verloren ist.<br>\nEs ist gerade 3 Wochen her, dass der amerikanische Oberbefehlshaber Stanley McChrystal im &sbquo;Wall Street Journal&lsquo; erkl&auml;rte, die Taliban h&auml;tten die Oberhand im Land gewonnen. Sie seien nun auch au&szlig;erhalb ihrer Hochburgen im S&uuml;den im Norden und Westen des Landes eine zunehmende Bedrohung. Nat&uuml;rlich wird McChrystal demn&auml;chst wieder mehr Soldaten f&uuml;r die neueste Strategie fordern, es ist von 10.000 Man die Rede. Und wir sollten nach Vorstellung des Tagesspiegels 2000 Soldaten mehr schicken. Dann ist alles in Butter? F&uuml;r einen richtigen Guerillakrieg sind das l&auml;cherliche Zahlen, kommen doch auf einen k&auml;mpfenden Soldaten ca. 8 nicht k&auml;mpfende Soldaten, d. h ein &bdquo;K&auml;mpfer&rdquo; ben&ouml;tigt ca. 8 &bdquo;Nicht-K&auml;mpfer&ldquo;, um zu funktionieren. (Dieses Verh&auml;ltnis habe ich zumindest so in Erinnerung, aber selbst wenn es bei h&ouml;herem Technikeinsatz weniger sein sollte, sollte man sich immer fragen, wie viel k&auml;mpfende Soldaten sind im Einsatz gegen wie viel k&auml;mpfende Taliban.)<br>\nVor allem aber, was sollen wir am Hindukusch? Sind wir im alten, uralten, kriegserfahrenen Europa so blau&auml;ugig, dass wir auch nur ansatzweise glauben k&ouml;nnen, was Barak Obama unl&auml;ngst sich selbst und einigen Milit&auml;rveteranen einzureden versuchte: &ldquo;Dies ist kein Krieg, den wir uns ausgesucht haben. Dies ist ein notwendiger Krieg &hellip; Diejenigen, die uns am 11. September angegriffen haben, wollen das wieder tun.&rdquo; &Uuml;berlasse man den Taliban in Afghanistan das Feld, k&ouml;nne dort auch das Terrornetzwerk Al Qaida ungest&ouml;rt &ldquo;Pl&auml;ne schmieden, Amerikaner zu t&ouml;ten&rdquo;, deshalb ist der Milit&auml;reinsatz &ldquo;fundamental f&uuml;r die Verteidigung unseres Volkes&rdquo;. &ndash; Dazu lie&szlig;e sich vieles sagen, das vom ungel&ouml;sten Pal&auml;stinakonflikt bis hin zur Ghettoisierung muslimischen Parallelgesellschaften in Europa oder dem Missionseinsatz saudiarabischer Wahhabiten reicht. Nur soviel, die ber&uuml;hmten R&uuml;ckzugsr&auml;ume f&uuml;r Al Qaida gibt es zu Hauf. Der Jemen, Somalia, der Maghreb, der Irak (aktuell erst recht) und nat&uuml;rlich Pakistan fallen einem spontan ein. Zumindest letzteres hat die US-Regierung auch erkannt. Vor hochrangigen US-Offizieren und Offizieren der Nato, also keinen Veteranen, wird dann schon mal neben dem bekannten Bla-Bla (bessere Ausbildung afghanischer Sicherheitskr&auml;fte, verst&auml;rkter ziviler Aufbau, Gespr&auml;che mit moderaten Taliban) die Ausweitung des Einsatzes auf Pakistan erl&auml;utert. &ndash; Gut, ich ziehe das Bla-Bla zur&uuml;ck, doch diese Ma&szlig;nahmen w&auml;ren vielleicht eine kl&uuml;gere Strategie f&uuml;r die vergangenen Jahre gewesen, aber jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. &ndash; Schon l&auml;ngst geht es um die Stabilisierung der Atommacht Pakistan, versichern uns die ganz schlauen Strategen und Analysten &ndash; na dann, Gute Nacht!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Frank Deppe: Wie die &ldquo;strategische L&auml;hmung&rdquo; der Gewerkschaften &uuml;berwunden werden kann<\/strong><br>\nWenn es zutrifft, dass in der gegenw&auml;rtigen &ldquo;gro&szlig;en Krise&rdquo; zugleich das Verh&auml;ltnis &Ouml;konomie und Politik, von Kapital und Arbeit neu &ldquo;justiert&rdquo; wird und dass die Dynamik der sozialen und politischen K&auml;mpfe &uuml;ber die Richtung der Re-Regulation entscheidet, dann ist die strategische Vermittlung der verschieden Ebenen (der betrieblichen, der staatlichen (politischen) Ebenen und der Tarifpolitik WL) f&uuml;r die Gewerkschaften eine geradezu existentielle Herausforderung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/diskussion\/wipo\/finanz\/krise_deppe.pdf\">Labournet [PDF &ndash; 144 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Wie die SPD rot-rot-gr&uuml;ne Zeiten plant<\/strong><br>\nNach den Wahlen vom Wochenende sind in Th&uuml;ringen und im Saarland rot-rot-gr&uuml;ne B&uuml;ndnisse m&ouml;glich. Die Prognosen f&uuml;r die Bundestagswahl lassen eine solche Koalition trotz aller Beteuerungen der SPD auch im Bund nicht unm&ouml;glich erscheinen. Dies l&auml;sst eine programmatische Schrift von Andrea Nahles und Jon Cruddas &uuml;ber eine &bdquo;gute Gesellschaft&ldquo; in einem neuen Licht erscheinen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44\/Doc~E0FECBCC9DB6C4288934770C1363BCDC5~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Mit der Roten-Socken-Kampagne kann man sich nun wirklich nur noch l&auml;cherlich machen Kann. Es wird nun schon f&uuml;r die Zeit nach der Wahl Verdacht gestreut. Im conjunktivus irrealis sozusagen: Es k&ouml;nnte ja sein, dass nach den Wahlen, wenn die SPD eine Niederlage eingesteckt haben k&ouml;nnte, die Linke in der SPD den Schulterschluss mit der Partei die Linke suchen k&ouml;nnte. Ein Papier von Nahles und Cruddas, das in der SPD nicht das geringste Echo erfahren hat, muss dazu herhalten, die Hirngespinste der FAZ-Autoren zu st&uuml;tzen. Im &Uuml;brigen, selbst wenn man die herausgegriffenen Zitate ernst n&auml;hme, so k&ouml;nnte man &ndash; jedenfalls seit der Wirtschaftskrise &ndash; selbst in der FAZ &auml;hnliche S&auml;tze finden. Mit derselben Methode k&ouml;nnte man auch den Verdacht einer geplanten Fusion zwischen FAZ und Neuem Deutschland sch&uuml;ren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Wer Koalition sagt, muss auch Ministerpr&auml;sident sagen<\/strong><br>\nDoch unabh&auml;ngig davon, ob die SPD jetzt noch hinter ihr Wahlversprechen zur&uuml;ckk&ouml;nnte, stellt sich die Frage, ob dieses sinnvoll und angemessen war. Und darauf kann nur mit einem klaren Nein geantwortet werden. Denn die Argumentation der SPD, eine Koalition mit den Linken sei m&ouml;glich, das Amt des Regierungschefs k&ouml;nne man ihr aber nicht zugestehen, entbehrt jeder nachvollziehbaren Grundlage.<br>\nSchlie&szlig;lich kann es unter Parteien kein h&ouml;heres Ma&szlig; der Anerkennung geben, als dass sie sich zur Koalition miteinander bereit erkl&auml;ren. Wenn aber eine Partei eine andere f&uuml;r demokratisch genug ansieht, um mit ihr eine gemeinsame Regierung zu bilden, dann gibt es keinerlei Grund, die Zusammenarbeit unter weitere Vorbehalte zu stellen. Dann m&uuml;ssen die &uuml;blichen demokratischen Spielregeln gelten, und die besagen nun mal, dass die st&auml;rkere Fraktion den Ministerpr&auml;sidenten stellt&hellip;<br>\nDie Gr&uuml;nde, die Matschie nun ins Feld f&uuml;hrt, wirken dagegen noch weit mehr an den Haaren herbeigezogen &hellip;<br>\nDass die SPD die Linken aber einerseits als Steigb&uuml;gelhalter auf dem Weg an die Macht benutzen will, ihnen gleichzeitig aber mangelnde demokratische Reife bescheinigt &ndash; das ist eine Position, die sich f&uuml;r die SPD gerade im Osten noch r&auml;chen k&ouml;nnte. Denn aus dieser Haltung spricht eine Form von Arroganz, gegen die gerade die Menschen in den &ldquo;neuen&rdquo; Bundesl&auml;ndern ziemlich empfindlich sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/online\/2009\/35\/linkspartei-spd-kommentar\">ZEIT Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Einmal abgesehen davon, dass die Autorin der Zeit ein solches B&uuml;ndnis ablehnt (das ist politisch ihr gutes Recht), ist die Argumentation &uuml;ber die Taktik der Th&uuml;ringer SPD stringent.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Zur Verl&auml;sslichkeit von Wahlumfragen<\/strong><br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.wahlrecht.de\/umfragen\/landtage\/saarland.htm\">Wahlrecht.de Saarland<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.wahlrecht.de\/umfragen\/landtage\/thueringen.htm\">Wahlrecht.de Th&uuml;ringen<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.wahlrecht.de\/umfragen\/landtage\/sachsen.htm\">Wahlrecht.de Sachsen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Im Saarland wurde in den Umfragen des Jahrs 2009 die CDU und die SPD deutlich zu hoch und die Linke ganz erheblich zu niedrig eingesch&auml;tzt. Das gleiche Bild in Th&uuml;ringen: die Union viel zu hoch, die Linke zu niedrig. In Sachsen wurden f&uuml;r die SPD &uuml;berwiegend viel zu hohe Werte prognostiziert. Fazit: die Umfragen verfehlen das tats&auml;chliche Wahlergebnis teilweise um 10%. Auch die Hof-Umfrage-Institute von ARD und ZDF weichen etwa im Saarland bei der Linken um bis zu 5% von den Wahlergebnissen ab. Fairerweise sollte man hinzuf&uuml;gen, dass die Institut meist eine Fehlerquote von bis zu 3% einr&auml;umen, aber dieser Hinweis wird beim Polit-Barometer oder beim Deutschland-Trend meist geschlappert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Intakter Pluralismus &ndash; Eine Satire<\/strong><br>\nEs muss ja f&ouml;rmlich schlaflose N&auml;chte und Magenkr&auml;mpfe stiften, wenn man mit einer Legion von Parteien konfrontiert wird, die den Pluralismus dieses Landes auszeichnen. Da spricht sich zum Beispiel die Union f&uuml;r milit&auml;rische Auslandseins&auml;tze aus, w&auml;hrend die SPD strikt daf&uuml;r, die Gr&uuml;nen wiederum mit Abstrichen bereit sind &ndash; und die FDP andererseits sieht ein solches Vorgehen f&uuml;r dringend geboten an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2009\/08\/intakter-pluralismus.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h27\"><\/a><strong>Bundesweiter Aktionstag am 17. September 2009: Wir zahlen nicht f&uuml;r Eure Krise<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kapitalismuskrise.org\/aktionstag\/uebersicht-4\/\">Aktionsb&uuml;ndnis Wir zahlen nicht f&uuml;r Eure Krise<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h28\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Volker Pispers: &bdquo;Aufwachen, Ihr Nichtw&auml;hler!<\/strong><br>\nIhr k&ouml;nntet den 27.9. zu einem unvergesslichen Wahlabend werden lassen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/radio\/wdr2\/westzeit\/detail.phtml?id=493439\">WDR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br \/> Heute unter anderem zu diesen Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4167#h01\">Arbeitsmarkt im August 2009 <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h02\">Finanzminister will Konjunkturhilfen beenden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h03\">INSM-Studie: &bdquo;Gesch&auml;ftsmodell Deutschland&ldquo; bleibt intakt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h04\">Systemrelevanz <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h05\">Bloomberg gewinnt Auskunftsprozess gegen Federal Reserve<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h06\">Lucas Zeise: Lehmann-Pleite &ndash; Eine Erpressungsnummer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h07\">Commerzbank: Zocken mit Staatsgeld <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4167#h08\">ver.di: F&uuml;r wie bl&ouml;d h&auml;lt die FDP<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4167\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4167","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4167","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4167"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4167\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4167"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4167"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4167"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}