{"id":41677,"date":"2017-12-21T13:05:53","date_gmt":"2017-12-21T12:05:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41677"},"modified":"2019-01-12T11:08:17","modified_gmt":"2019-01-12T10:08:17","slug":"warum-ungleichheit-kaum-etwas-mit-leistungsgerechtigkeit-zu-tun-hat-eine-rezension-von-per-molanders-die-anatomie-der-ungleichheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41677","title":{"rendered":"Warum Ungleichheit kaum etwas mit Leistungsgerechtigkeit zu tun hat \u2013 Eine Rezension von Per Molanders \u201eDie Anatomie der Ungleichheit\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Ungleichheit ist das grundlegendste Streitthema aller Auseinandersetzungen, seit in grauer Vorzeit der erste Mensch einen Pflock in den Boden rammte und proklamierte &bdquo;Das ist meins&ldquo;, sagte sinngem&auml;&szlig; schon der franz&ouml;sische Philosoph Jean-Jacques Rousseau. Ungleichheit und das dieser zwingend zugrundeliegende, antagonistische Gegenspiel von Armut und Reichtum durchziehen alle menschlichen Gesellschaftssysteme von der Sklavenhaltergesellschaft bis zum heutigen, modernen Kapitalismus. Ungleichheit stellt die Prim&auml;rursache allen Streits, aller Gewalttaten und aller Kriege dar. Stets ging und geht es darum, &uuml;ber etwas Besitz zu erlangen, das jemand anderem &bdquo;geh&ouml;rt&ldquo;. Bodensch&auml;tze, Ressourcen, Edelmetalle, Geld und andere Reicht&uuml;mer, Reliquien und Heiligt&uuml;mer, Land und Besitz wie auch auf diesem Boden lebende Menschen. Stets ging es darum, seinen Reichtum, seine Macht und seinen Einfluss zulasten eines Anderen &ndash; einer einzelnen Person, einer Gruppe oder eines Staates &ndash; zu vergr&ouml;&szlig;ern. Eine Buchrezension von <strong>Lutz Hausstein<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8786\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-41677-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171221_Warum_Ungleichheit_kaum_etwas_mit_Leistungsgerechtigkeit_zu_tun_hat_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171221_Warum_Ungleichheit_kaum_etwas_mit_Leistungsgerechtigkeit_zu_tun_hat_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171221_Warum_Ungleichheit_kaum_etwas_mit_Leistungsgerechtigkeit_zu_tun_hat_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171221_Warum_Ungleichheit_kaum_etwas_mit_Leistungsgerechtigkeit_zu_tun_hat_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=41677-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/171221_Warum_Ungleichheit_kaum_etwas_mit_Leistungsgerechtigkeit_zu_tun_hat_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"171221_Warum_Ungleichheit_kaum_etwas_mit_Leistungsgerechtigkeit_zu_tun_hat_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Lesen Sie hierzu auch <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40639\">das Interview<\/a> mit dem Autor des Buches, Per Molander.<\/em><\/p><p><strong>Ist Jeder seines Gl&uuml;ckes Schmied?<\/strong><\/p><p>So ist es dann auch verst&auml;ndlich, dass &uuml;ber kaum eine andere Thematik so h&auml;ufig diskutiert wurde. Doch egal, mit wem man heutzutage spricht, wo man liest oder zuh&ouml;rt: Das wohl grundlegendste Narrativ unserer Gesellschaft lautet &bdquo;Leistungsgerechtigkeit&ldquo;. Hat es jemand &bdquo;zu etwas gebracht&ldquo;, dann hat er sich das auch verdient. Ist jemand reich, reicher und am reichsten, so hat er sich all dies selbst hart erarbeitet. Beredtster Ausdruck dessen ist das Sprichwort &bdquo;Jeder ist seines Gl&uuml;ckes Schmied.&ldquo; Wer auch nur irgendetwas davon infrage stellt, ist ein Ketzer, ein Dummkopf oder einfach nur ideologisch verbohrt. Sachliche Gespr&auml;che und Diskussionen sind in einem solchen Umfeld daher nur &auml;u&szlig;erst selten m&ouml;glich, insbesondere bei grunds&auml;tzlich kontr&auml;ren Standpunkten.<\/p><p>Dabei gibt es eine Vielzahl wissenschaftlicher Werke, die Ungleichheit aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchten &ndash; aus soziologischer, aus psychologischer, aus gesellschaftswissenschaftlicher, aus philosophischer wie auch aus makro&ouml;konomischer Sicht. Arbeiten, die sich einerseits mit den gesellschaftlichen Folgen von Armut und Reichtum besch&auml;ftigen, die aber auch die Ursachen daf&uuml;r zu ergr&uuml;nden suchen. Einen leicht ver&auml;nderten Ansatz, den Ursachen von Ungleichheit auf den Grund zu gehen, hat nun der schwedische Mathematiker <em><strong>Per Molander<\/strong><\/em> in seinem neuen Buch <em><strong>&bdquo;Die Anatomie der Ungleichheit&ldquo;<\/strong><\/em> gew&auml;hlt. Molander zeigt mittels mathematisch-spieltheoretischer sowie logischer Herleitungen, wie Ungleichheit entsteht und wie sie sich, so denn einmal entstanden, schnell zunehmend vergr&ouml;&szlig;ert.<\/p><p>Molanders Werk l&auml;sst sich grob in zwei Teile gliedern. Im ersten analysiert er detailreich die Entstehung von Ungleichheit entwicklungsgeschichtlich, ausgehend vom Urzustand der Gleichheit, dem Naturzustand. Im zweiten Teil beschreibt Molander die Standpunkte der drei gro&szlig;en ideologischen Str&ouml;mungen der Neuzeit &ndash; des Liberalismus, des Konservatismus und des Sozialismus &ndash; zur Frage der Ungleichheit sowie deren Antworten und Werkzeuge zu einer eventuellen Minderung selbiger. Dass in dieser Rezension st&auml;rker auf den ersten Teil des Buches Bezug genommen wird, hat praktische Erw&auml;gungen. Wie schon zuvor angedeutet, herrscht auch heute noch ein harter, geradezu unerbittlicher Kampf &uuml;ber die Ursachen und die Begr&uuml;ndungen von Ungleichheit. Das Dogma des &bdquo;Sich-Verdient-Haben&ldquo; dominiert in den verschiedensten Schattierungen die &ouml;ffentliche Debatte. Wenn jedoch &uuml;ber die Ursachen von Ungleichheit so ein geringer Konsens existiert, verliert die Suche nach M&ouml;glichkeiten zu deren Minderung zwangsl&auml;ufig, zumindest vorerst, an Bedeutung. Aus diesem Grund wird in dieser Buchbesprechung das Hauptaugenmerk auf die Entstehung und die Ursachen von Ungleichheit gelegt.<\/p><p><strong>Zufall als ma&szlig;geblicher Faktor zur Entstehung von Ungleichheit<\/strong><\/p><p>Per Molander startet seine Erforschung der Ungleichheit von der philosophischen Annahme eines urspr&uuml;nglichen Naturzustandes, der Egalit&auml;t. In einer solchen klassenlosen Gesellschaft, in der jedermann das zu seinem &Uuml;berleben Notwendige selbst erwirtschaftete und demzufolge noch keine Arbeitsteilung herrschte, waren die Verh&auml;ltnisse f&uuml;r alle gleich. Jeder erhielt genau das, was er eigenh&auml;ndig herstellte oder anderweitig erwarb. Die Ergebnisse waren f&uuml;r alle tendenziell gleich, was kleinere Abweichungen jedoch nicht ausschloss.<\/p><p>Doch schon bei unseren Vorfahren, den Primaten, sind aufgrund der Bildung von Gemeinschaften erste hierarchische Entwicklungen erkennbar, die eine erste Form der Arbeitsteilung darstellen. Dabei handelt es sich um eine Art ungeschriebenen Sozialvertrag, der von allen Gruppenmitgliedern eingegangen wird, um der Ergebnisse ihrer gemeinschaftlichen Leistungen als soziale Gruppe teilhaftig zu werden. Das Leittier, zumeist das Alpham&auml;nnchen, erh&auml;lt im Gegenzug f&uuml;r seine Leistungen, den Zusammenhalt und das Funktionieren der Gruppe sowie die Abwehr &auml;u&szlig;erer Feinde, Vorzugsrechte. Diese k&ouml;nnen das Vorrecht auf gemeinsam erworbene Nahrungsmittel als auch das vorrangige Kopulationsrecht mit den weiblichen Angeh&ouml;rigen der sozialen Gruppe, aber auch das Recht auf die Beilegung von Streitigkeiten sowie die Verteilung der erworbenen Nahrung sein. Dadurch entsteht in der Gruppe zwangsl&auml;ufig ein Machtgef&auml;lle zugunsten des Leittieres, welches diese Macht dauerhaft zu festigen sucht. Dennoch ist diese Macht fl&uuml;chtig, denn sie beginnt und endet mit der individuellen St&auml;rke des Leittieres im Verh&auml;ltnis zu den Gruppenmitgliedern, aber auch des Machtgef&uuml;ges zugunsten oder zulasten seiner Position innerhalb der Gruppe. Ausschlaggebend f&uuml;r den Status des Alpham&auml;nnchens ist stets, wie gut er in seiner Gruppe &bdquo;netzwerkt&ldquo;, wie er einerseits individuelle St&auml;rke beweist (oder auch nur vort&auml;uscht), aber andererseits die anderen Gruppenmitglieder bes&auml;nftigt und diese zu seinen Gunsten zu manipulieren in der Lage ist. Es sind best&auml;ndige, unausgesprochene Verhandlungen &uuml;ber die Ausgestaltung ihres Sozialvertrages.<\/p><p>Diese Struktur l&auml;sst sich zumindest partiell auch auf die fr&uuml;hmenschlichen Gemeinschaften der J&auml;ger- und Sammlergesellschaft &uuml;bertragen. Erst mit dem &Uuml;bergang zu einer sesshaften Lebensweise ver&auml;ndert und verfestigt sich der Charakter der Ungleichheit grundlegend. Das Verbleiben am selben Ort erm&ouml;glichte nun den Aufbau von dauerhaftem materiellem Besitz. Das war bei der unsteten Lebensweise zuvor so kaum m&ouml;glich. Nun jedoch kann man Besitz an Grund und Boden erwerben sowie materielle G&uuml;ter anh&auml;ufen. An diesem Punkt beginnen nun die bisher relativ egalit&auml;ren Ergebnisse der regelm&auml;&szlig;ig neuen Aushandlungen des Sozialvertrages br&uuml;chig zu werden und ein zunehmendes Ma&szlig; an Ungleichheit zu produzieren. Wie beschrieben, werden bei einer sesshaften Lebensweise die Ergebnisse der Vertragsverhandlungen daf&uuml;r genutzt, materiellen Besitz &ndash; wenngleich auch vorerst nur vor&uuml;bergehende, bis zur n&auml;chsten Runde der Verhandlungen &uuml;berlebensnotwendige Ressourcen &ndash; aufzubauen. Die H&ouml;he dieses Besitzes ist jedoch nicht nur von den Ergebnissen der letzten Verhandlungsrunde abh&auml;ngig, sondern wird auch ma&szlig;geblich durch eine gr&ouml;&szlig;ere Anzahl externer Faktoren beeinflusst. Sollte sich das vom Besitzer erworbene St&uuml;ck Land, dass er zur Bewirtschaftung nutzt, als weniger ertragreich erweisen als diejenigen der anderen Gemeinschaftsmitglieder oder eine Krankheit seine Tierherde dezimieren, so wird er mit einem geringeren Besitz in die n&auml;chste Runde der Vertragsverhandlungen gehen. Ebenso ist es m&ouml;glich, dass sein Besitz oder Teile davon durch Naturgewalten wie Feuer, Blitzeinschlag oder Wasser zerst&ouml;rt werden und damit seinen Besitz mindern. Es sind also weniger die so h&auml;ufig beschworenen Tugenden des Flei&szlig;es, der Anstrengung und des K&ouml;nnens, sondern in weit h&ouml;herem Ma&szlig;e auch Zuf&auml;lle, meist externer Natur, welche die Ergebnisse beeinflussen.<\/p><p><strong>Wie aus Ungleichheit recht schnell gr&ouml;&szlig;ere Ungleichheit entsteht<\/strong><\/p><p>Unter solchen Umst&auml;nden geht der Betreffende in die n&auml;chste Runde der Verhandlungen nun jedoch mit einem geringeren Verhandlungspotential als sein Gegen&uuml;ber, der von diesem externen Einfluss nicht beeintr&auml;chtigt wurde. Anhand des sehr plastischen Beispiels eines Murmelspiels zeigt Per Molander nun auf, wie unterschiedliche Ausgangspotentiale bei Verhandlungen auch deren Ergebnis determinieren. Denn es ist mathematisch herleitbar, dass derjenige mit dem gr&ouml;&szlig;eren Besitz zu Beginn der Verhandlungen auch nach deren Ende schlie&szlig;lich einen h&ouml;heren Anteil des Gemeinschaftsergebnisses f&uuml;r sich erzielen kann. Da so mit jeder neuen Runde der Verhandlungen die Ausgangslagen immer unterschiedlicher werden, potenziert sich die anf&auml;nglich nur geringe Ungleichheit relativ schnell. Durch den &Uuml;bergang zur Sesshaftigkeit sowie der damit verbundenen M&ouml;glichkeit, Besitz anzuh&auml;ufen, er&ouml;ffnet sich nun auch der Weg, diesen materiellen Besitz auch auf die n&auml;chste Generation zu &uuml;bertragen. Auch damit verst&auml;rkt sich die Tendenz zur Ungleichheit, da nunmehr auch die folgende Generation schon von Beginn an aus einer st&auml;rkeren Verhandlungsposition startet.<\/p><p>Allerdings lagen die Arbeitsertr&auml;ge in diesen Gesellschaften noch nahe des menschlich notwendigen Existenzminimums. Aus diesem Grund war eine extreme Ungleichheit schlicht unm&ouml;glich. H&auml;tte die eine Seite erhebliche Reicht&uuml;mer angeh&auml;uft, was ihnen ihre Verhandlungsmacht zweifellos gestattet h&auml;tte, so w&auml;re der andere Teil der Gemeinschaft dadurch jedoch unter das lebensnotwendige Existenzminimum gedr&uuml;ckt worden &ndash; dieser antagonistische Zusammenhang zwischen Reichtum und Armut wird bis heute ja immer noch gern geleugnet &ndash; und h&auml;tte nicht &uuml;berlebt. Damit w&auml;ren sie jedoch auch als (Mit-)Produzenten des gesamtgemeinschaftlichen Reichtums ausgefallen. Es ist also vor allem der Eigennutz gewesen, der die gesellschaftlich M&auml;chtigen sich selbst in ihrem Streben nach weiterem Besitz Z&uuml;gel anlegen lie&szlig; und l&auml;sst. Generell bleibt festzuhalten, dass Gesellschaften, die sich nahe am Existenzminimum bewegen, relativ egalit&auml;r sind. Je h&ouml;her sich diese Gesellschaften jedoch entwickeln, desto h&ouml;her f&auml;llt auch der Produktions&uuml;berschuss &ndash; &uuml;ber das &Uuml;berleben Notwendige hinaus &ndash; aus. Und diesen Produktions&uuml;berschuss eignen sich vorwiegend die gesellschaftlich M&auml;chtigen an. Die Ungleichheit steigt. Dies wird nur nach unten insofern begrenzt, die Schlechtergestellten als Produktionsfaktoren einigerma&szlig;en arbeitsf&auml;hig zu erhalten. Diese verbleiben so mehr oder minder nahe am Existenzminimum. Erst die Herausbildung einer starken Gegenmacht wie die Durchsetzung der Demokratie mit dem allgemeinen Stimmrecht, die Bildung von Gewerkschaften sowie die Herausbildung des Wohlfahrtsstaates konnte diese Entwicklung immer st&auml;rkerer Ungleichheit vor&uuml;bergehend abbremsen. Durch den Wegfall der Systemkonkurrenz mit dem Realsozialismus, die immer st&auml;rkere Schw&auml;chung von Gewerkschaften, aber auch die Erosion der Demokratie allgemein ist die tempor&auml;re Bremswirkung in den letzten drei Jahrzehnten jedoch immer mehr aufgehoben worden. Seither nimmt die Ungleichheit wieder deutlich zu.<\/p><p>Per Molander greift bei den Analysen in seinem Buch auf verschiedene Modelle der Verhandlungs- und Spieltheorie zur&uuml;ck und zeigt damit, dass er die Entstehung und die Ursachen von Ungleichheit nicht nur theoretisch-abstrakt untersucht, sondern dass er diese Thematik mittels auch einer f&uuml;r den Leser nachvollziehbaren Logik seziert. Permanent webt er in seine Gedankeng&auml;nge Erkenntnisse der gro&szlig;en Philosophen der Menschheitsgeschichte, auch und gerade aus verschiedenen ideologischen Richtungen, ein: angefangen bei Aristoteles und Epikur, &uuml;ber Thomas Hobbes, David Hume, John Locke, Adam Smith, John Stuart Mill und Jean-Jacques Rousseau bis hin zu John Rawls, Karl Popper und Friedrich August von Hayek. Er nutzt deren Feststellungen, weist auf Differenzen zwischen diesen hin und widerlegt mitunter auch deren Darstellungen. So gelingt es Molander am Ende, seine Erkenntnisse widerspruchsfrei zu einem schl&uuml;ssigen Konzept zusammenzuf&uuml;gen.<\/p><p><strong>Wie stehen Liberalismus, Konservatismus und Sozialdemokratie zu Ungleichheit?<\/strong><\/p><p>Nachdem Per Molander im ersten Teil seines Buches grunds&auml;tzlich und systematisch auf die Ursachen und die Entwicklung von Ungleichheit eingegangen ist, analysiert er im zweiten Teil ausf&uuml;hrlich die Standpunkte der drei gro&szlig;en ideologischen Grundstr&ouml;mungen dazu und deren eventuellen Vorschl&auml;ge, wie damit umzugehen sei.<\/p><p>Der <em>Liberalismus<\/em> hat zu Ungleichheit keine einheitliche Darstellung. Richtungs&uuml;bergreifend steht der Liberalismus f&uuml;r einen Individualismus, der die Rechte des Einzelnen gegen&uuml;ber anderen Gesellschaftsmitgliedern sowie im Verh&auml;ltnis zwischen Individuum und Staat sichern soll. Ein kleiner Teil von ihnen folgt den Vorstellungen von Robert Nozick, der das v&ouml;llig freie Spiel der Kr&auml;fte bef&uuml;rwortet, ohne die dadurch erzeugten Ungerechtigkeiten im Ergebnis &uuml;berhaupt nur ber&uuml;cksichtigen zu wollen. Ein Gro&szlig;teil der Liberalen hingegen spricht sich f&uuml;r eine regelm&auml;&szlig;ige Anpassung des Regelsystems aus, das einer ungez&uuml;gelten Ungleichheitsentwicklung entgegenwirken soll. Breiter Konsens im Liberalismus ist aber, dass Besitz auf die Ursachen von Erbe, sozialem Umfeld, Gl&uuml;ck und Anstrengungen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sei, auch in dieser absteigenden Reihenfolge der Gewichtung. Auch aufgrund seiner historischen Entwicklung als Gegenpart zum Konservatismus bef&uuml;rworten Liberale eine Chancengleichheit des Einzelnen, da diese die Wirkung der generationen&uuml;bergreifenden Eigentumsvererbung neutralisieren oder wenigstens reduzieren soll. Innerhalb des Liberalismus weichen dessen verschiedene Handlungsempfehlungen zur Ungleichheit jedoch fundamental voneinander ab. W&auml;hrend John Rawls einer starken Umverteilung zugunsten der Schlechtergestellten strikt das Wort redet, reicht die Bandbreite liberaler Philosophen von st&auml;rkeren bis hin zu marginalen Eingriffen. So bleibt festzuhalten, dass der Liberalismus zwar recht &auml;hnliche Ansichten &uuml;ber die Ursachen von Ungleichheit hat, in Fragen der generellen Legitimit&auml;t von staatlichen Eingriffen und erst recht bei konkreten Ma&szlig;nahmen sehr breit gestreut ist.<\/p><p>Der <em>Konservatismus<\/em> ist generell stark traditionsbehaftet und daher an einer Beibehaltung der bestehenden Verh&auml;ltnisse orientiert. Dieser Traditionalismus gr&uuml;ndet h&auml;ufig auf den verschiedenen Religionen, denen Molander dann in seinen Betrachtungen auch gr&ouml;&szlig;eren Raum einr&auml;umt. So beruht nach der Meinung von Konservativen aktuelle Macht nicht selten auch auf historischen Verdiensten der dynastischen Herkunft, die gelegentlich gar an einen g&ouml;ttlichen Ursprung gekn&uuml;pft wurde. Molander erl&auml;utert anhand der historischen und philosophischen Struktur des indischen Kastenwesens die Starrheit und Unver&auml;nderlichkeit der Machtstrukturen im Hinduismus. Auch das Christentum beschw&ouml;rt die Unterordnung unter die gegebene &bdquo;g&ouml;ttliche&ldquo; Ordnung. Molander zeigt auf, wie religi&ouml;se Mythen &ndash; und deren flexible Auslegungen &ndash; &uuml;ber Jahrhunderte hinweg als Legitimation f&uuml;r Unterdr&uuml;ckung herangezogen wurden, bis hin zur Begr&uuml;ndung der Rechtm&auml;&szlig;igkeit und Folgerichtigkeit von Sklaverei. Auch im Islam ist die soziale Ordnung g&ouml;ttlichen Ursprungs. Da alle Menschen gleich sind, verliehe erst ein g&ouml;ttliches Eingreifen die M&ouml;glichkeit und damit auch zugleich das Recht, den Einen &uuml;ber einen Anderen zu erheben und ihn somit besserzustellen. H&auml;ufiges Argument zur Verteidigung des Status Quo: Wir leben in einer Welt, in der alles auf das Beste geregelt sei, denn w&auml;re es nicht das Beste, w&auml;re es nicht auf diese Weise geregelt (S. 163). Von daher bef&uuml;rwortet der Konservatismus zwar Umverteilung in Form von freiwilliger Mildt&auml;tigkeit (Solidarit&auml;t &ndash; Christentum; Almosen &ndash; Islam), lehnt eine grundlegende Umverteilung jedoch als Bedrohung der &ouml;konomischen Machtverteilung grunds&auml;tzlich ab. Daher ist konservative Politik stets darum bem&uuml;ht, &ouml;ffentliche und staatliche Macht einzuschr&auml;nken, da sie in dieser die einzig bedeutende Institution erkennt, die wirtschaftlich begr&uuml;ndete Macht zu begrenzen vermag.<\/p><p>Mit dem Aufkommen des allgemeinen Wahlrechts er&ouml;ffnete sich ein neuer Weg, mithilfe dessen auch die &uuml;ber weniger Macht Verf&uuml;genden st&auml;rker in den Verteilungskampf eingreifen k&ouml;nnen. Dar&uuml;ber spalteten sich jedoch die <em>Sozialisten<\/em> in die Sozialdemokraten, die eine ernsthafte Einflussnahme auch im Rahmen einer konstitutionellen Demokratie f&uuml;r machbar hielten, sowie die Kommunisten auf, die erst nach einer &Uuml;berf&uuml;hrung der ma&szlig;geblichen &ouml;konomischen Ressourcen in allgemeinen Besitz dieses Ziel als realisierbar betrachteten. Gemeinsam haben sie jedoch die Erkenntnis, dass es kein stabiles Gleichgewicht in der Frage der Verteilung gibt, sondern nur ein Ungleichgewicht, welches durch die unterschiedlichsten externen Umst&auml;nde mehr oder minder stark beeinflusst wird. Das beinhaltet auch den Einfluss der jeweiligen Akteure, die, je gr&ouml;&szlig;er und m&auml;chtiger sie selbst sind, auch gr&ouml;&szlig;eren Einfluss auf das Verhandlungsergebnis zu ihren eigenen Gunsten zu nehmen in der Lage sind. Von daher spricht sich Molander f&uuml;r staatliche Eingriffe aus, da sich nur so ein stabiles Gleichgewicht herstellen l&auml;sst. Dabei geht es keineswegs nur darum, ob der Staat &uuml;berhaupt eingreift, sondern auch, an welcher Stelle, mit welchen Mitteln und wie stark er interveniert. Da f&uuml;r den Erfolg bei Verhandlungen nur 3 Faktoren verantwortlich sind &ndash; Erbe, Zufall und Anstrengungen &ndash; und insbesondere die beiden ersteren dominieren, folgt daraus eine starke Begr&uuml;ndung f&uuml;r staatliche Eingriffe. Denn die Vorherrschaft von Herkunft und Zufall bedroht die Legitimit&auml;t der bestehenden Macht- und Verteilungsverh&auml;ltnisse, da sie deren Narrativ der angeblichen Leistungsgerechtigkeit ad absurdum f&uuml;hrt. Daran &auml;ndert auch der ebenfalls vorhandene Einfluss von Anstrengungen nichts, da insbesondere der sich selbstverst&auml;rkende Mechanismus von Ungleichheit durch Bem&uuml;hungen des Subjektes nicht aufgewogen werden k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Welche Ma&szlig;nahmen Per Molander gegen Ungleichheit empfiehlt<\/strong><\/p><p>Mit besonderem Fokus auf sozialdemokratisch orientierte Politik zeigt Molander typische Wege ihrer Umverteilungspolitik auf. Dabei kategorisiert er einerseits Ma&szlig;nahmen, die die Voraussetzungen, und andererseits Aktivit&auml;ten, die die Resultate ausgleichen sollen. Demzufolge schl&auml;gt er einen Bogen, der von aktiver Bildungspolitik &uuml;ber ein gut funktionierendes Sozialsystem bis hin zu einem auf Ausgleich ausgerichteten Steuermodell reicht. Hierzu muss jedoch angemerkt werden, dass sich Molander bei seiner Analyse st&auml;rker auf das urspr&uuml;nglich auch dem bundesdeutschen Sozialstaatsmodell nahestehende skandinavische Modell bezieht. Die Abkehr der Sozialdemokratie in Kerneuropa, insbesondere in Deutschland mit der Agenda 2010, erf&auml;hrt dabei keine Beachtung. Dies ist umso bedeutsamer, da inzwischen auch in anderen L&auml;ndern, wie zum Beispiel Frankreich, Reformen durchgesetzt werden, die sich sehr stark an die Schr&ouml;dersche Agenda-Politik anlehnen.<\/p><p>So verweist Molander unter anderem auf voraussichtliche Einkommenszuw&auml;chse durch eine erfolgreiche Bildungspolitik. Dies kann sich zwar bei isolierter Betrachtung als richtig erweisen, obwohl es das keineswegs muss. Allersp&auml;testens jedoch bei gesamtgesellschaftlicher Denkweise l&ouml;st es sich als ein Nullsummenspiel in Luft auf. Denn die H&ouml;he der L&ouml;hne richtet sich, neben weiteren, nicht unwichtigen Faktoren, auch stark am Profil der Arbeitst&auml;tigkeit aus und nicht am Qualifikationsgrad desjenigen, der sie ausf&uuml;hrt. Das l&auml;sst sich sehr schnell anhand der angenommenen Situation nachweisen, dass, wenn alle Mitglieder der Gesellschaft einen formal h&ouml;heren Bildungsabschluss erlangen, daraus jedoch keinesfalls h&ouml;here Einkommen f&uuml;r Alle resultieren, sondern nur eine Fortschreibung des Status Quo auf einer nun h&ouml;heren Qualifikationsebene.<\/p><p>Abschlie&szlig;end weist Molander darauf hin, dass, neben moralischen Begr&uuml;ndungen, die in unserer Natur liegen, ma&szlig;geblich die Verh&auml;ltnisse zwischen den Mitgliedern unserer Gesellschaft von den Unterschieden zwischen ihnen gepr&auml;gt werden:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Je egalit&auml;rer eine Gesellschaft ist, umso mehr Vertrauen haben die in dieser Gesellschaft lebenden Individuen zueinander.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Diese Aussage Molanders erh&auml;lt gerade durch das tiefe Misstrauen, das unsere Gesellschaft in den letzten Jahren immer st&auml;rker durchzieht, eine besondere Bedeutung. Mit Verweis auf den amerikanischen Soziologen Robert Putnam stellt Per Molander eine gr&ouml;&szlig;ere Anzahl von positiven gesellschaftlichen Auswirkungen egalit&auml;rerer Gesellschaften dar, die vergleichbare Dimensionen haben wie die in Richard Wilkinsons &bdquo;The Impact of Inequality&ldquo;. Hierbei stellt Molander jedoch klar, dass es dabei keinesfalls ausschlie&szlig;lich nur um die monet&auml;re Dimension geht, sondern alle Aspekte von Gleichheit (Ausbildung, Gesundheit, verf&uuml;gbares Einkommen etc.) mit einflie&szlig;en.<\/p><p><strong>Was wir aus Molanders Buch lernen k&ouml;nnen<\/strong><\/p><p>Per Molanders &bdquo;Die Anatomie der Ungleichheit&ldquo; ist viel mehr als ein weiteres Buch zum leidigen Thema Ungleichheit. Er ergr&uuml;ndet auf wissenschaftlicher Basis die Urspr&uuml;nge und Ursachen der immer drastischeren Ungleichheit in unserer Gesellschaft. Im Zuge dessen enttarnt Molander das gebetsm&uuml;hlenartig widergek&auml;ute Narrativ der Leistungsgerechtigkeit als Mythos, welches einzig und allein den best&auml;ndig wachsenden Reichtum des &bdquo;einen Prozent&ldquo; beweisen soll. Per Molanders Verdienst ist es nicht so sehr, bisher v&ouml;llig unbekannte Erkenntnisse zutage gef&ouml;rdert zu haben. Dass Erbschaften ebenso wie der Zufall eine wichtige Rolle bei der Entstehung und der Verfestigung von Ungleichheit haben, war auch schon vorher den meisten Menschen zumindest bekannt. Das Besondere am Inhalt des Buches ist jedoch, wie stringent, aber auch wie leichtverst&auml;ndlich er den Nachweis f&uuml;hrt, wie stark diese beiden Faktoren die Entstehung von Ungleichheit determinieren und wie gering hingegen der Einfluss der vielbeschworenen Tugenden der Leistung und der Anstrengung darauf ist.<\/p><p>Das heutige Zeitalter ist davon gekennzeichnet, dass die Ungleichheit immer obsz&ouml;nere Ausma&szlig;e annimmt. Ausma&szlig;e, die jede menschliche Vorstellungskraft sprengen. Ausma&szlig;e, die aber auch weit jenseits jeglicher rationalen Begr&uuml;ndung liegen. Denn es existiert kein einziger, mit Vernunft zu begr&uuml;ndender Nachweis, der einen 1.000-fachen, 10.000-fachen oder gar 100.000-fachen Einkommensunterschied mit dem Argument eines gleich gro&szlig;en Leistungsunterschiedes und somit eine angebliche Leistungsgerechtigkeit erkl&auml;ren k&ouml;nnte. Noch deutlicher tritt dieser Fakt bei der Verm&ouml;gensungleichheit zutage. Wenn trotz exzessiv ausgelebten Reichtums das reichste Prozent der Weltbev&ouml;lkerung genauso viel besitzt wie die anderen 99 Prozent, kann niemand dies mit Leistung und Gerechtigkeit begr&uuml;nden wollen, ohne sich damit l&auml;cherlich zu machen. Mit Leistung hat das nichts zu tun.<\/p><p>Per Molander liefert in seinem Buch &bdquo;Die Anatomie der Ungleichheit&ldquo; die Ursachen f&uuml;r die Entstehung und die darauffolgende rasante Zunahme von Ungleichheit. Bilden zu Beginn vor allem der Zufall und nur in sehr geringem Ma&szlig;e Veranlagungen und Anstrengungen eine erste Ursache f&uuml;r die Entwicklung von (vorerst noch geringer) Ungleichheit, so potenziert sich diese anschlie&szlig;end sehr schnell aufgrund eines sich in ebensolchem Ma&szlig;e entwickelnden Machtgef&auml;lles. Molander gelingt es in seinem Buch, diese Mechanismen schl&uuml;ssig darzulegen. Einzig und allein nach unten existiert eine Schranke, das Existenzminimum. Doch selbst diese tr&auml;gt einen funktionalen Charakter. Soll sie doch daf&uuml;r sorgen, die Armen gerade noch arbeitsf&auml;hig zu erhalten, um dadurch den Reichtum der M&auml;chtigen und somit die Ungleichheit noch weiter zu steigern.<\/p><p>Jedoch selbst diese Schranke beginnt nach und nach, immer br&uuml;chiger zu werden. Je st&auml;rker sozialdarwinistische Ansichten in der Gesellschaft salonf&auml;hig werden, umso mehr macht sich auch die Einstellung breit, dass ein Teil der Armen keine n&uuml;tzliche Funktion f&uuml;r die Gesellschaft mehr habe und ihnen deswegen selbst das Existenzminimum nicht mehr gew&auml;hrt werden m&uuml;sse. Gedanken, die Per Molander zwar nicht zum Ausdruck bringt, die jedoch die Fortsetzung seiner Ausf&uuml;hrungen darstellen. Denn diese Art des N&uuml;tzlichkeitsrassismus begann verst&auml;rkt seit Franz M&uuml;nteferings &bdquo;Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!&ldquo; oder Thilo Sarrazins Buch &bdquo;Deutschland schafft sich ab&ldquo; immer weiter in unserer Gesellschaft um sich zu greifen und eine Auseinandersetzung damit sollte in diesem Zusammenhang keinesfalls fehlen.<\/p><p>Die Lesefreude ungemein anregend und dabei hochinteressant sind Per Molanders Querbez&uuml;ge auf v&ouml;llig andere Wissenschaftsbereiche, die den Leser zuerst einmal aus dem Lese-Rhythmus rei&szlig;en und ihn auf den ersten Blick irritieren. Sind seine Ausfl&uuml;ge in die Tierwelt und die Menschheitsgeschichte im Kontext der Untersuchung von Ungleichheitsursachen noch schnell nachvollziehbar, erscheint der Exkurs zur Entstehung des Flugwesens zuerst einmal so, als h&auml;tte er keinerlei Bezug zur Thematik. Erst nach und nach erschlie&szlig;t sich dem Leser die Bezugnahme auf das eigentliche Thema. Dies ist einerseits ungemein belebend und lockert den Lesefluss erfrischend auf, n&ouml;tigt dem Leser aber auch ein gewisses Ma&szlig; an Aufmerksamkeit ab.<\/p><p>Man kann, ja man muss, Molanders Buch als einen eindringlichen Appell f&uuml;r (mehr) Gleichheit verstehen. Indem er belegt, wie sehr die These der Leistungsgerechtigkeit und die mit diesem Argument begr&uuml;ndete, immer extremere Ungleichheit auf t&ouml;nernen F&uuml;&szlig;en steht und nur allein aus sich heraus noch gr&ouml;&szlig;ere Ungleichheit gebiert, kann es nur die Forderung nach erheblich mehr Ergebnisgleichheit geben. Der Punkt des, wenngleich &uuml;berschaubaren, Einflusses von pers&ouml;nlichen F&auml;higkeiten und M&uuml;hen auf die Ergebnisse von gemeinschaftlicher Wohlstandsmehrung berechtigt zwar dazu, neben weiteren Begr&uuml;ndungen daf&uuml;r, ein gewisses Ma&szlig; an Ungleichheit als sinnvoll, notwendig, sogar gerecht zu erachten. Dieses Ma&szlig; ist jedoch mit den heutigen Verh&auml;ltnissen mehr als nur &uuml;berschritten. Dieses Ma&szlig; an Ungleichheit ist nicht nur ohne ernstzunehmende Begr&uuml;ndung und h&ouml;chst ungerecht, sondern es zerst&ouml;rt zunehmend die Grundfeste unserer Gesellschaft als Ganzes.<\/p><p><em>Per Molander, &bdquo;Die Anatomie der Ungleichheit &ndash; Woher sie kommt und wie wir sie beherrschen k&ouml;nnen&ldquo;, Westend Verlag Frankfurt, 224 Seiten, 24 Euro<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ungleichheit ist das grundlegendste Streitthema aller Auseinandersetzungen, seit in grauer Vorzeit der erste Mensch einen Pflock in den Boden rammte und proklamierte &bdquo;Das ist meins&ldquo;, sagte sinngem&auml;&szlig; schon der franz&ouml;sische Philosoph Jean-Jacques Rousseau. Ungleichheit und das dieser zwingend zugrundeliegende, antagonistische Gegenspiel von Armut und Reichtum durchziehen alle menschlichen Gesellschaftssysteme von der Sklavenhaltergesellschaft bis zum heutigen,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41677\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,107,208,146,132,161],"tags":[308,2225,2191,1602,687,291,677],"class_list":["post-41677","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-audio-podcast","category-rezensionen","category-soziale-gerechtigkeit","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wertedebatte","tag-existenzminimum","tag-leistungsgerechtigkeit","tag-molander-per","tag-nuetzlichkeitsrassismus","tag-ungleichheit","tag-verteilungsgerechtigkeit","tag-wilkinson-richard"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41677","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41677"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41677\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48413,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41677\/revisions\/48413"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41677"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41677"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41677"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}