{"id":41696,"date":"2017-12-22T09:10:14","date_gmt":"2017-12-22T08:10:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41696"},"modified":"2024-09-24T08:28:09","modified_gmt":"2024-09-24T06:28:09","slug":"die-daemonisierung-russlands-in-politik-und-medien-des-westens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41696","title":{"rendered":"Die D\u00e4monisierung Russlands in Politik und Medien des Westens"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171222_ks.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p><em>&bdquo;Eiszeit. Wie Russland d&auml;monisiert wird und warum das so gef&auml;hrlich ist&ldquo;<\/em>. Das ist der Titel <a href=\"http:\/\/www.chbeck.de\/product\/?id=22427365\">des neuen Buches<\/a> von Gabriele Krone-Schmalz. Die promovierte Historikerin war unter anderem Russland-Korrespondentin der ARD und Professorin f&uuml;r TV und Journalistik an der Hochschule Iserlohn. Sie ist eine der f&uuml;hrenden Russland-Experten Deutschlands. Ihr neues Buch sollte Pflichtlekt&uuml;re sein f&uuml;r alle Journalisten und politisch interessierten Menschen sein, meint <strong>Udo Brandes<\/strong>, der das Buch f&uuml;r die NachDenkSeiten gelesen hat. Denn es belegt grandios, wie wenig seri&ouml;s und verl&auml;sslich die deutschen Medien &uuml;ber Russland und seine Au&szlig;enpolitik berichten.<\/p><div style=\"clear: right;\"><\/div><p><!--more--><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.&ldquo; (Aldous Huxley)\n<\/p><\/blockquote><p>Diese Rezension zu schreiben war schwierig. Denn das neue Buch von Gabriele Krone-Schmalz (im Folgenden GKS abgek&uuml;rzt) ist so gut, dass man am liebsten das halbe Buch zitieren w&uuml;rde. GKS macht etwas, was f&uuml;r jeden Politiker, der sich mit internationalen Beziehungen befasst, selbstverst&auml;ndlich sein sollte, aber heute im Westen in Politik und Medien keineswegs mehr selbstverst&auml;ndlich ist: Sie wechselt die Perspektive und analysiert, wie sich eine internationale Lage aus der Sicht des anderen beteiligten Akteurs darstellt, in diesem Fall: aus der Sicht Russlands. <\/p><p>Anders ausgedr&uuml;ckt: GKS erz&auml;hlt die Teile der Geschichte des Verh&auml;ltnisses zwischen dem Westen und Russland, die in den westlichen Medien im Regelfall weggelassen werden. Und sie stellt die Fragen, die unsere Medien im Regelfall nicht stellen, sondern stattdessen nicht nur einseitig berichten, sondern regelrecht Propaganda gegen Russland betreiben. Ein Beispiel daf&uuml;r war erst k&uuml;rzlich auch in den &bdquo;Hinweisen des Tages&ldquo; der NachDenkSeiten zu lesen und wurde dort zurecht von einem Leser wie folgt kritisiert:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die ARD bezeichnet einen R&uuml;stungsetat von Russland von 46 Milliarden $ als vergleichsweise hoch. Laut BMVG (= Bundesministerium der Verteidigung; UB) betr&auml;gt der deutsche Etat f&uuml;r 2017 ca. 37 Milliarden &euro; (42,8 Mill. $) und soll bis 2021 auf 42 Milliarden &euro; (49,7 Mill. $) erh&ouml;ht werden. Wenn man dann noch wei&szlig;, dass die russischen Verteidigungsausgaben laut SIPRI 2016 etwa 69 Milliarden $ betrugen und demnach deutlich zur&uuml;ckgefahren werden, dann kann man doch die Bewertung des russischen R&uuml;stungsetats durch die ARD als &bdquo;vergleichsweise hoch&ldquo; nur noch als Volksverdummung ansehen&ldquo; (Hinweise des Tages vom 15. Dezember 2017, Punkt 1b, Russischer Verteidigungsetat).\n<\/p><\/blockquote><p>Eine wichtige Quelle von GKS sind Wikileaks-Dokumente aus dem sogenannten Cablegate. Diese Dokumente wurden seinerzeit heimlich von dem im Irak stationierten US-Soldaten Bradley Manning aus einem internen Kommunikationsnetz des US-Verteidigungsministerium heruntergeladen und Wikileaks zugespielt. <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Sammlung enth&auml;lt Berichte und andere Dokumente aus amerikanischen Botschaften und Vertretungen auf der ganzen Welt bis zum Februar 2010 und bis zur Geheimhaltungsstufe &sbquo;secret&rsquo;. Als &sbquo;top secret&rsquo; markierte Dokumente waren &uuml;ber dieses Netz nicht einsehbar. (&hellip;.) Bis heute ist zwar die Ver&ouml;ffentlichung der Dokumente kritisiert worden, da sie zum Teil Klarnamen enthalten und beteiligte Personen in ernste Schwierigkeiten bringen k&ouml;nnen und auch gebracht haben, ihre Authentizit&auml;t ist jedoch bislang nicht angezweifelt worden. Alle hier unter Verweis auf Wikileaks zitierten Dokumente kommen aus diesem Bestand&ldquo; (S. 32).\n<\/p><\/blockquote><p>Ich vermute, GKS hat f&uuml;r ihr Buch hunderte, wenn nicht sogar tausende dieser Dokumente durchgearbeitet, was allein schon eine riesige Leistung ist. Diese aufwendige Recherchearbeit erm&ouml;glichte es ihr, die US-Au&szlig;enpolitik authentisch aus der Innenperspektive darzustellen. Und dies bedeutet: Die Thesen und Sichtweisen von GKS auf den Konflikt des Westens mit Russland sind detailliert, faktenfundiert und pr&auml;zise. Mit anderen Worten: GKS wei&szlig; &ndash; im Gegensatz zu vielen deutschen Mainstreammedien &ndash; genau, wovon sie spricht. Und sie argumentiert mit Daten, Fakten und Belegen, was man von den deutschen Mainstreammedien und vielen Politikern, die sich in Bezug auf Russland zu Wort melden, nur eher selten behaupten kann.<\/p><p><strong>Probleme eines postimperialen Raums<\/strong><\/p><p>GKS schildert sehr genau die Ereignisse seit dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion. Dabei wird deutlich, dass die westliche Wahrnehmung Russlands extrem unterkomplex ist: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In unseren Debatten wird derzeit gerne behauptet, Russland versuche seit geraumer Zeit, seinen Einflussbereich aggressiv auszudehnen. Dabei wird eine direkte Linie zwischen dem Georgienkrieg 2008 und dem Ukrainekonflikt 2014 gezogen&ldquo; (S. 40).\n<\/p><\/blockquote><p>GKS belegt dies beispielhaft mit Zitaten aus einem Kommentar des Deutschlandfunks, einem Positionspapier der CDU\/CSU- Bundestagsfraktion und aus dem aktuellen Buch des Gr&uuml;nen-Politiker Ralf F&uuml;cks. Und kommentiert diese wie folgt: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Tats&auml;chlich sieht die Sache jedoch anders aus. Wer sich auf die wirklichen Geschehnisse einl&auml;sst, wird ein Bild des russischen Vorgehens gewinnen, dass sich von dieser Darstellung erheblich unterscheidet. S&uuml;dossetien und Abchasien, zu Sowjetzeiten eine autonome Region bzw. Republik innerhalb der Unionsrepublik Georgien, streben nach Unabh&auml;ngigkeit, was von georgischer Seite bek&auml;mpft wird&ldquo; (S. 41).\n<\/p><\/blockquote><p>Und dann legt sie detailliert dar, dass der Georgienkrieg bedingt war durch den aggressiven Nationalismus der georgischen Seite, der sich gegen Abchasien und S&uuml;dossetien richtete. Dies wird sehr gut deutlich durch die Aussage eines georgischen Milit&auml;rkommandeurs in Abchasien (Oberst Giorgi Karkaraschwili), den GKS zitiert. Dieser Offizier sagte 1992 im lokalen Fernsehsender von Sochumi: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir sind bereit, 100 000 Georgier zu opfern, um 97.000 Abchasen auszul&ouml;schen&ldquo; (S. 48).\n<\/p><\/blockquote><p>Solche und andere Beispiele zeigen, dass es schwerwiegende Folgen hatte, als die Jahrzehnte alte Sowjetunion pl&ouml;tzlich zusammenbrach und Bev&ouml;lkerungen, die sich bis dato als &bdquo;Sowjetb&uuml;rger&ldquo; verstanden und &uuml;ber ethnische und nationale Grenzen hinweg vermischt hatten, pl&ouml;tzlich ihre Identit&auml;t unter v&ouml;llig anderen Rahmenbedingungen neu erfinden mussten. Daraus entstanden Konstellationen und Konflikte, die es zu Sowjetzeiten nicht gegeben hatte. Alle diese Aspekte werden aber von westlicher Seite in Schwarz\/Wei&szlig;-Manier unter der &Uuml;berschrift &bdquo;aggressiver, russischer Expansionspolitik&ldquo; abgehandelt. GKS belegt demgegen&uuml;ber nachvollziehbar, dass die russische Regierung sich bei diesen Konflikten durchaus rational, vern&uuml;nftig und keineswegs aggressiv verhalten hat. Nat&uuml;rlich hat sie dabei auch im Eigeninteresse  gehandelt. Aber gibt es auf der Welt eine Regierung, die dies nicht getan h&auml;tte? Medien und Politik sind aber offensichtlich mehrheitlich nicht dazu in der Lage oder willens, die Lage differenzierter wahrzunehmen und zu erkennen, dass es sich um Probleme eines &bdquo;postimperialen Raums&ldquo; handelt. GKS res&uuml;miert:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Fall Georgien zeigt exemplarisch, dass es sich bei Russlands Peripherie um einen postimperialen Raum handelt mit allen Problemen, die das mit sich bringt. In den westlichen Medien werden die Konflikte oftmals nach einem sehr einfachen Schema interpretiert, bei dem bemerkenswerterweise immer unerw&auml;hnt bleibt, dass Moskau die Aufl&ouml;sung der Sowjetunion auf friedlichem Wege zulie&szlig;. Gibt es einen vergleichbaren Fall in der Weltgeschichte?&ldquo; (S.65).\n<\/p><\/blockquote><p><strong>NATO-Osterweiterung<\/strong><\/p><p>Ein ganz wichtiger Aspekt f&uuml;r die Erkl&auml;rung der russischen Politik ist die NATO-Osterweiterung. In Bezug auf diese Frage ist mein Res&uuml;mee nach der Lekt&uuml;re von &bdquo;Eiszeit&ldquo;: Die russische Seite hat immer wieder kooperiert, mehrfach Angebote gemacht, etwas hingenommen oder nachgegeben, w&auml;hrend die westliche Seite stur und r&uuml;cksichtslos ihre aggressive Eind&auml;mmungspolitik verfolgte. Nach meinem Eindruck ist die westliche Seite entweder aus ideologischer Verbohrtheit nicht dazu in der Lage oder schlicht nicht willens zu erkennen, dass diese Ostweiterung aus russischer Sicht gar nicht anders als bedrohlich wahrgenommen werden kann. <\/p><p>Von westlicher Seite wird die Osterweiterung der NATO gerne mit den &Auml;ngsten der Balten und Polen begr&uuml;ndet. GKS bemerkt dazu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Eine kluge Sicherheitspolitik m&uuml;sste also die verst&auml;ndlichen &Auml;ngste der Balten und Polen mit den ebenso verst&auml;ndlichen &Auml;ngsten der Russen austarieren. Das ist aber nicht einmal im Ansatz auf irgendeiner Agenda zu finden. Stattdessen stellen sich der Westen und die NATO klar auf eine Seite. Hier zeigt sich zum wiederholten Male, wie fatal die Osterweiterung der NATO war. Denn sie hat aufgrund ihrer geostrategischen Folgen nicht nur die Beziehungen zwischen der NATO und Russland belastet. Sie hat durch die Aufnahme der osteurop&auml;ischen L&auml;nder auch deren Konflikte mit Russland ins B&uuml;ndnis geholt. Und so wurde das Verh&auml;ltnis zu Moskau nach und nach vergiftet&ldquo; (S. 237).\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Wandel durch Ann&auml;herung<\/strong><\/p><p>Im Kapitel &bdquo;Wandel durch Ann&auml;herung&ldquo; geht GKS auf die Entspannungspolitik von Egon Bahr und Willy Brandt n&auml;her ein und zitiert aus Bahrs ber&uuml;hmten Vortrag an der Evangelischen Akademie in Tutzing. In dieser Rede brachte Bahr die Entspannungspolitik der Regierung Brandt auf die Formel &bdquo;Wandel durch Ann&auml;herung&ldquo;. Er bezog sich damals auf die &bdquo;Strategie des Friedens&ldquo;, die John F. Kennedy ein halbes Jahr vor seiner Ermordung in einer Rede skizziert hatte. Egon Bahr sagte damals:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die &Auml;nderung des Ost\/West-Verh&auml;ltnisses, die die USA versuchen wollen, dient der &Uuml;berwindung des Status quo, indem der Status quo zun&auml;chst nicht ver&auml;ndert werden soll. Das klingt paradox, aber es er&ouml;ffnet Aussichten, nachdem die bisherige Politik des Drucks und Gegendrucks nur zu einer Erstarrung des Status quo gef&uuml;hrt hat&ldquo; (S. 242).\n<\/p><\/blockquote><p>GKS schreibt dazu: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Egon Bahr hatte etwas verstanden, an das zu erinnern von gro&szlig;er Bedeutung ist: n&auml;mlich dass Gesellschaften und Regime sich unter Druck von au&szlig;en verh&auml;rten und abschlie&szlig;en. Ver&auml;nderung und &Ouml;ffnung erreicht man nicht durch Konfrontation, sondern durch Kooperation. Und noch etwas hatte Egon Bahr erkannt: Man muss in der Lage sein, die Angst des Gegners wahrzunehmen, und man darf sich nicht von seiner eigenen Angst nicht &uuml;berw&auml;ltigen lassen. Wir sind nicht so schwach, dass wir eine hysterische Politik der Angst verfolgen m&uuml;ssten. Wir sind stark genug f&uuml;r eine Politik der Vernunft. Wir m&uuml;ssen wieder lernen, wie Egon Bahr darauf zu vertrauen, dass die westlichen Werte sich im Laufe der Zeit von alleine durchsetzen&ldquo; (S. 243).\n<\/p><\/blockquote><p>Dieses Zitat beschreibt einerseits richtig und treffend die Situation. Aber hier schimmert auch eine Haltung von GKS durch, die ich f&uuml;r kritikw&uuml;rdig halte. Erstens gebraucht sie f&uuml;r Russland das Wort &bdquo;Gegner&ldquo;. Ich sehe in Russland jedenfalls keinen Gegner. Au&szlig;erdem ist auch sie offenbar der Meinung, man m&uuml;sse Russland ver&auml;ndern. Das wird auch an einer anderen Stelle im Buch deutlich, als sie die &bdquo;Demokratisierungspolitik&ldquo; des Westens vollkommen zurecht kritisiert. Sie kam in diesem Zusammenhang aber nicht auf die Idee zu fragen, ob die westliche &bdquo;Demokratisierungspolitik&ldquo; &uuml;berhaupt eine ist, oder ob man nicht der westlichen Seite Imperialismus unterstellen muss. In gewisser Weise widerspricht sie damit auch ihrer ansonsten im Buch vertretenen Position, wie sie das folgende Zitat gut auf den Punkt bringt: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Westen ist zu echten Kompromissen nicht mehr in der Lage, weil er die eigene Weltsicht f&uuml;r alternativlos h&auml;lt. Das hat etwas von missionarischem Eifer, der schon immer das beste Rezept war, um gro&szlig;e Katastrophen herbeizuf&uuml;hren&ldquo; (S. 233). (&hellip;..) Alle diejenigen, die auf eine Verwestlichung Russlands hoffen und deswegen dem Sturz Putins entgegenfiebern, sollten kritisch pr&uuml;fen, ob die westliche Politik der letzten Jahre dieses Ziel bef&ouml;rdert oder ihm geschadet hat. Und sie sollten sich fragen, warum sie eigentlich davon ausgehen, dass die Verh&auml;ltnisse ohne Putin besser w&uuml;rden und nicht schlechter. Denn bei aller berechtigten Kritik ist er ein rational kalkulierender, letztlich berechenbarer Politiker. W&auml;re er weg, k&auml;me nicht &sbquo;die Zivilgesellschaft&rsquo; an die Macht, sondern, falls nicht erneut Chaos ausbricht, eventuell sogar jemand, der nationalistischer agiert und wirklich unberechenbar ist. Eine Horrorvorstellung f&uuml;r die internationale Politik. Zur bisherigen Bilanz von &sbquo;Regimechange&rsquo; w&uuml;rde ein solches Ergebnis jedoch passen&ldquo; (S. 254).\n<\/p><\/blockquote><p>Das Schlusskapitel ihres Buches hat GKS treffend &bdquo;Selber denken&ldquo; &uuml;berschrieben. Darin bringt sie die mediale Situation in Deutschland pr&auml;gnant auf den Punkt und beklagt, dass das Denken in Zusammenh&auml;ngen in Deutschland ganz schnell als Verschw&ouml;rungstheorie denunziert wird. Dem setzt sie ein Zitat des von ihr sehr gesch&auml;tzten Journalisten Frank N&auml;gele entgegen: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Einst haben wir (Journalisten; GKS) gelernt, dass es wichtig sei, alles beim ersten Augenschein infrage zu stellen. Ein Grundsatz des gesunden Menschenverstandes lautete: Glaube nichts, aber halte alles f&uuml;r m&ouml;glich. Dazu war es wichtig, Dinge in ihrer Tiefe zu verstehen, bevor man &uuml;ber sie urteilte. Aber das kostet viel Zeit. Und die hat offenbar niemand mehr&ldquo; (S. 259).\n<\/p><\/blockquote><p>Ich m&ouml;chte dem hinzuf&uuml;gen: Es scheint mir nicht nur ein Zeitproblem zu sein, sondern vor allem ein Problem des mangelnden Willens und der Ideologie. <\/p><p><strong>Mein Res&uuml;mee:<\/strong> Das neue Buch von Gabriele Krone-Schmalz ist ein Muss f&uuml;r jeden Journalisten und Politiker oder politisch Interessierten. Es bietet eine F&uuml;lle von Daten, Fakten und Belegen, die es erm&ouml;glichen, sich jenseits des einseitigen und propagandistischen Bildes, das westliche Medien und Politiker von Russland zeichnen, ein objektives Bild zu machen. Schade, dass kompetente und seri&ouml;se JournalistInnen wie GKS in der deutschen Medienlandschaft nur noch selten zu finden sind. Wir k&ouml;nnten mehr davon gebrauchen. <\/p><p>In der Rezension eines Buches muss immer eine Auswahl wichtiger Inhalte getroffen werden, da der Text ansonsten unendlich lang w&uuml;rde. So eine Auswahl ist zwangsl&auml;ufig immer auch etwas subjektiv. Da ich dieses Buch f&uuml;r ausgesprochen wichtig halte und ihm eine gro&szlig;e Verbreitung w&uuml;nsche, habe ich als Service f&uuml;r den Leser ein ausf&uuml;hrliches Inhaltsverzeichnis erstellt, das auch die &Uuml;berschriften der Unterkapitel enth&auml;lt, die im Buch selbst im Inhaltsverzeichnis nicht aufgef&uuml;hrt werden (vermutlich aus Platzgr&uuml;nden). So kann jeder Leser sich selbst ein detailliertes Bild vom Inhalt machen. <\/p><p><strong>Ausf&uuml;hrliches Inhaltsverzeichnis mit &Uuml;berschriften der Unterkapitel<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong>Vorwort<\/strong><\/li>\n<li><strong>Russland R&uuml;ckkehr<\/strong>\n<ul>\n<li>Verspieltes Vertrauen<\/li>\n<li>Der Zusammenbruch unter Jelzin<\/li>\n<li>Der neue Mann<\/li>\n<li>Gemeinsamer Kampf gegen den Terror<\/li>\n<li>Die Revolutions GmbH<\/li>\n<li>Die NATO-Perspektive f&uuml;r Georgien und die Ukraine<\/li>\n<li>Der Kampf um S&uuml;dossetien und Abchasien<\/li>\n<li>Wer hat 2008 den Georgienkrieg begonnen?<\/li>\n<li>&bdquo;Heute sind wir alle Georgier&ldquo;<\/li>\n<li>Das Erbe des Imperiums<\/li>\n<li>Die sch&ouml;ne neue Weltordnung<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Der Showdown<\/strong>\n<ul>\n<li>Jenseits von Schwarz und Wei&szlig;<\/li>\n<li>Der freie Wille eines Volkes<\/li>\n<li>Moskaus rote Linie<\/li>\n<li>Das Ringen um die Ukraine<\/li>\n<li>Putsch in Kiew<\/li>\n<li>Eine Regierung aus NATO-Bef&uuml;rwortern<\/li>\n<li>Werte und Interessen<\/li>\n<li>Der Aufstand in Syrien<\/li>\n<li>Syrien und der Westen<\/li>\n<li>&Ouml;l ins Feuer<\/li>\n<li>Was will &bdquo;das&ldquo; syrische Volk?<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Gut und B&ouml;se<\/strong>\n<ul>\n<li>&bdquo;Njet&ldquo;<\/li>\n<li>Wer blockiert Minsk II?<\/li>\n<li>Wenn nur Russland dopt, warum gewinnen dann die anderen?<\/li>\n<li>Antirussismus<\/li>\n<li>Die historische Verantwortung Deutschlands<\/li>\n<li>Verdachtsberichterstattung<\/li>\n<li>&bdquo;Grizzly Steppe&ldquo;<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Wer bedroht wen?<\/strong>\n<ul>\n<li>Die weltweiten Milit&auml;rausgaben im Vergleich<\/li>\n<li>Truppenst&auml;rken und Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte<\/li>\n<li>Aggressiv oder defensiv?<\/li>\n<li>Die US-Raketenabwehr und das nukleare Gleichgewicht<\/li>\n<li>&bdquo;Wir hatten auf eine Partnerschaft gehofft, aber dazu kam es nicht&ldquo;<\/li>\n<li>Einigungsversuche<\/li>\n<li>Ein Neuanfang unter Obama?<\/li>\n<li>Das Atomabkommen mit dem Iran<\/li>\n<li>Eine klassische R&uuml;stungsspirale<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Wandel durch Ann&auml;herung<\/strong>\n<ul>\n<li>Tanz am Abgrund<\/li>\n<li>Die Aktualit&auml;t des Harmel-Berichts<\/li>\n<li>Wer hat Angst vor wem?<\/li>\n<li>F&uuml;r eine neue Entspannungspolitik<\/li>\n<li>Die &bdquo;Strategie des Friedens&ldquo;<\/li>\n<li>Westliche Illusionen<\/li>\n<li>&bdquo;Die Welt hat aufgeh&ouml;rt, sich an Russland den Hintern abzuwischen&ldquo;<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Selber denken<\/strong><\/li>\n<li><strong>Dank<\/strong><\/li>\n<li><strong>Anmerkungen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Karten<\/strong><\/li>\n<\/ul><p><strong>Gabriele Krone-Schmalz: Eiszeit. Wie Russland d&auml;monisiert wird und warum das so gef&auml;hrlich ist, C.H. Beck-Verlag, M&uuml;nchen 2017, 16, 95 Euro<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/171222_ks.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p><em>&bdquo;Eiszeit. Wie Russland d&auml;monisiert wird und warum das so gef&auml;hrlich ist&ldquo;<\/em>. Das ist der Titel <a href=\"http:\/\/www.chbeck.de\/product\/?id=22427365\">des neuen Buches<\/a> von Gabriele Krone-Schmalz. Die promovierte Historikerin war unter anderem Russland-Korrespondentin der ARD und Professorin f&uuml;r TV und Journalistik an der Hochschule Iserlohn. 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