{"id":41795,"date":"2018-01-07T09:00:25","date_gmt":"2018-01-07T08:00:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795"},"modified":"2018-01-05T14:09:05","modified_gmt":"2018-01-05T13:09:05","slug":"hinweise-der-woche-44","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h01\">Arbeitsmarkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h02\">Sondierer, holt euch die Untersuchung zur Fl&uuml;chtlingskriminalit&auml;t!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h03\">Proteste im Iran &ndash; Kann die EU vermitteln?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h04\">Wie die syrische Bev&ouml;lkerung unter den Sanktionen leidet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h05\">Der Jemen stirbt und die Welt schweigt &ndash; Menschenrechte sind auch Widerstandsrechte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h06\">Leaked memo schooled Tillerson on human rights<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h07\">Die begleitete Ratspr&auml;sidentschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h08\">Frankreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h09\">Trumps Angriff auf Amerika<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h10\">DIHK fordert Steuersenkung f&uuml;r Besserverdienende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h11\">&bdquo;Die wollen keinen Neustart&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h12\">B&uuml;rgerversicherung: SPD-Konzept &ndash; ein Etikettenschwindel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h13\">Quid pro quo: Niemand muss bei Deals &agrave; la Weinstein mitspielen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h14\">Der gro&szlig;e Exkulplator: ISM-Kurator Lessenich verteidigt den neoliberalen Status Quo gegen linke Kritiker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795#h15\">Neuer US-Sender aus Berlin: Ein Radio f&uuml;r die V&ouml;lkerverst&auml;ndigung<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Arbeitsmarkt<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Zahl der Besch&auml;ftigten erreicht neuen H&ouml;chststand<\/strong><br>\nDer Arbeitsmarkt brummt: Die Zahl der Besch&auml;ftigten ist 2017 so stark gestiegen wie seit zehn Jahren nicht und erreicht eine neue Rekordmarke. Doch der Fachkr&auml;ftemangel k&ouml;nnte wom&ouml;glich erstmals das Wachstum dr&uuml;cken.<br>\nZum Start des neuen Jahres kommen vom Arbeitsmarkt gute Nachrichten: Die Zahl der Arbeitspl&auml;tze steigt weiter, die Zahl der Besch&auml;ftigten liegt mit 44,3 Millionen Personen sogar h&ouml;her als jemals zuvor. Und: Laut Statistischem Bundesamt hat sich der Jobaufbau mit einem Plus von 1,5 Prozent sogar noch beschleunigt. So hoch war das Plus zuletzt 2007.<br>\nDie Schattenseite: Wirtschaftsverb&auml;nde und Unternehmen klagen verst&auml;rkt &uuml;ber Schwierigkeiten, gen&uuml;gend qualifizierte Fachkr&auml;fte zu finden. Ihnen pflichten f&uuml;hrende &Ouml;konomen bei: Der Fachkr&auml;ftemangel werde bereits in diesem Jahr das Wachstum bremsen. Er rechne wegen des Problems &bdquo;2018 mit einer etwas geringeren Wachstumsdynamik als noch im vergangenen Jahr&ldquo;, sagte der &Ouml;konom Christoph Schmidt dem &bdquo;Handelsblatt&ldquo;. Schmidt ist Chef des vom Bundespr&auml;sidenten berufenen Sachverst&auml;ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage (&bdquo;Wirtschaftsweise&ldquo;).<br>\nDie Unternehmen und ihre Lobbyverb&auml;nde sorgen sich auch deshalb, weil eine weitere Verknappung des Angebots freier Arbeitskr&auml;fte tendenziell zu h&ouml;heren L&ouml;hnen f&uuml;hren und die Macht von Arbeitnehmern und Gewerkschaften st&auml;rken k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/deutschland-zahl-der-beschaeftigten-erreicht-neuen-hoechststand-a-1185823.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Kaum ist das neue Jahr zwei Tage alt schon geht die neoliberale Propaganda einfach weiter. Der Jobmarkt boomt, will hei&szlig;en uns geht es allen gut, und der &bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo; darf als Lieblingspropagandafloskel der &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; nicht fehlen. Wie immer wird &uuml;ber die Qualit&auml;t der Arbeitspl&auml;tze keine Aussage getroffen. Beispielsweise expandiert das Gewerbe der Paketdienste zweifellos angesichts des grassierenden Wahns alles nur noch online bestellen zu m&uuml;ssen. Die dort bestehenden ausbeuterischen Arbeitsbedingungen sollte inzwischen aber bekannt sein. Zum &bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo; werden wie &uuml;blich keine belastbaren Fakten geliefert. Wenn die Arbeitergeberseite oder neoliberale Ideologen, wie der Vorsitzende des sogenannten Sachverst&auml;ndigen Rates zur zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage, Christoph Schmidt, das so sagen, dann ist es eben so. Dabei w&auml;re dieses Thema doch wie geschaffen f&uuml;r gute journalistische Recherchearbeit.<br>\nZumindest ist man dann doch so ehrlich und sagt um was es wirklich geht. Es geht darum das Lohnniveau weiter niedrig zu halten. Ein Beleg, dass es den &bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo; so nicht gibt, man m&ouml;chte einfach die Reservearmee an Arbeitskr&auml;ften weiter m&ouml;glichst gro&szlig; halten. Deswegen auch die Forderung nach Zuwanderung, die zeigt, dass man die verst&auml;rkte Migration nach Deutschland selbstverst&auml;ndlich als Gelegenheit sieht die L&ouml;hne zu dr&uuml;cken. Eine Tatsache, die nicht gerade die Integrationsbereitschaft auf der Seite der deutschen Arbeitnehmer bef&ouml;rdern wird.<br>\nHier muss dann auch zum wiederholten Male auf die Situation f&uuml;r Arbeitskr&auml;fte ab 50 hingewiesen werden, die f&uuml;r den Arbeitsmarkt praktisch nicht existent scheinen. Selbst die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit sieht ein Alter ab 50 als ein schwerwiegendes Vermittlungshemmnis. Wie kann das aber sein bei &bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo;?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Frohe Kunde aus dem &bdquo;Jobwunderland&ldquo; Deutschland. Da lohnt ein genauerer Blick auf die Zahlen und die andere Seite der Medaille<\/strong><br>\nSchaut man sich die Verteilung der Besch&auml;ftigungszuw&auml;chse genauer an, dann wird man feststellen, dass das Wachstum vor allem von den Dienstleistungsjobs getragen wird &ndash; was zum einen sicher die seit einiger Zeit gut laufende inl&auml;ndische Nachfrage spiegelt, zum anderen aber zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes, dass es vor allem neue Jobs in staatlichen bzw. staatsnahen Dienstleistungsbereichen sind:<br>\n&raquo;Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet gab es im Jahr 2017 im Vorjahresvergleich mit +536.000 Personen den st&auml;rksten Anstieg bei der Zahl der Erwerbst&auml;tigen mit Arbeitsort in Deutschland in den Dienstleistungsbereichen (+1,7). Den gr&ouml;&szlig;ten absoluten Anteil daran hatten die &Ouml;ffentlichen Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit +214.000 Erwerbst&auml;tigen (+2,0 %).&laquo;<br>\nVor dem Hintergrund der Arbeitsmarktdiskussion der vergangenen Jahre ist auch diese Information der Bundesstatistiker von Bedeutung: &raquo;W&auml;hrend die Zahl der sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten weiter anstieg, war die Summe der marginal Besch&auml;ftigten (darunter geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung) weiter r&uuml;ckl&auml;ufig. Auch die Zahl der Selbstst&auml;ndigen einschlie&szlig;lich mithelfender Familienangeh&ouml;riger sank im selben Zeitraum um 26.000 Personen (&ndash; 0,6) auf 4,3 Millionen.&laquo; Damit setzt sich ein Trend am aktuellen Rand der Entwicklung fort, der ein oftmals kritisiertes Muster der Vergangenheit relativiert &ndash; nach dem die zus&auml;tzliche Besch&auml;ftigung vor allem &uuml;ber &bdquo;atypische&ldquo; Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse aufgebaut wird, also vereinfacht gesagt zwar neue Jobs entstehen, diese aber prek&auml;r und von schlechter Qualit&auml;t sind. Das war so, in der Vergangenheit, aber bereits seit einigen Jahren ver&auml;ndert sich was bei den Besch&auml;ftigungszunahmen. [&hellip;]<br>\nAber auch aktuell entfallen die meisten zus&auml;tzlichen Erwerbst&auml;tigen auf den Bereich der sozialversicherungspflichtigen Teilzeitarbeit. Damit wird die langj&auml;hrige Entwicklung fortgeschrieben.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180204-Bild_01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Die nebenstehende Abbildung verdeutlicht den weiter anhaltenden Bedeutungsgewinn der Teilzeitbesch&auml;ftigung durch einen Vergleich mit der Entwicklung des Arbeitsvolumens. Das hat im vergangenen Jahr gerade einmal das Niveau nach der Wiedervereinigung wieder erreicht &ndash; gleichzeitig ist die Zahl der Erwerbst&auml;tigen deutlich angestiegen. Und hier sind wir bei einem &uuml;beraus relevanten und nicht zu untersch&auml;tzenden Aspekt angekommen: Wenn auch jetzt wieder in den meisten Medienberichten davon gesprochen wird, dass &uuml;ber 600.000 neue Arbeitspl&auml;tze geschaffen worden sind, dann muss man immer im Hinterkopf behalten, dass sich viele Menschen darunter eine bestimmte Form der Besch&auml;ftigung vorstellen, die dem entspricht, was die Statistiker einen &bdquo;Normalarbeitnehmer&ldquo; nennen. Also vollzeitig und unbefristet und halbwegs &bdquo;ordentlich&ldquo; entlohnte Besch&auml;ftigte. Diese sozialversicherungspflichtige Vollzeitbesch&auml;ftigung hat tats&auml;chlich seit 2011 (wieder) zugenommen, aber sie ist nur eine Teilmenge dessen, was sich unter der Kategorie &bdquo;Erwerbst&auml;tige&ldquo; subsumiert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de\/2018\/01\/frohe-kunde-aus-dem-jobwunderlanderland.html\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Richtungswechsel in der Arbeitsmarktpolitik dringend notwendig<\/strong><br>\n&bdquo;Auch 2017 wurde der &uuml;berf&auml;llige Richtungswechsel in der Arbeitsmarktpolitik nicht vollzogen. Es ist und bleibt ein Skandal, dass Millionen Besch&auml;ftigte Niedrigl&ouml;hne beziehen, unfreiwillig in Teilzeit arbeiten, mit Hartz IV aufstocken oder mehreren Jobs nachgehen m&uuml;ssen, um &uuml;ber die Runden zu kommen. Arbeit muss existenzsichernd werden. Der Mindestlohn muss auf zw&ouml;lf Euro erh&ouml;ht werden, Leiharbeit und sachgrundlose Befristungen d&uuml;rfen nicht l&auml;nger m&ouml;glich sein. Eine neue Bundesregierung muss dringend die Rahmenbedingungen f&uuml;r gute Arbeit schaffen. Armut trotz Arbeit muss endlich der Vergangenheit angeh&ouml;ren. Bei den Sondierungsgespr&auml;chen muss Arbeitsmarktpolitik daher h&ouml;chste Priorit&auml;t haben&ldquo;, erkl&auml;rt Sabine Zimmermann, stellvertretende Vorsitzende und Arbeitsmarktexpertin der Fraktion DIE LINKE, zum aktuellen Bericht der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/richtungswechsel-in-der-arbeitsmarktpolitik-dringend-notwendig\/\">die Linke im Bundestag<\/a><\/li>\n<li><strong>Kursangebot der Jobcenter Milliardengesch&auml;ft auf Kosten von Arbeitslosen und Steuerzahlern<\/strong><br>\nKursanbieter und Jobcenter-Angestellte haben ein System etabliert, das die Arbeitslosen-Statistiken sch&ouml;nt und der eigenen Karriere dient. Eine Recherche. [&hellip;]<br>\n&bdquo;Ob so ein Kurs den Arbeitslosen etwas bringt, spielt bei der Vergabe keine Rolle&ldquo;, sagt Petra Friedrichs, eine ehemalige Jobcenter-Mitarbeiterin, die eigentlich anders hei&szlig;t. &bdquo;Nicht die Interessen der Arbeitslosen stehen dabei im Mittelpunkt, sondern die der Mitarbeiter&ldquo;, sagt sie. Das habe eine einfache Erkl&auml;rung: Arbeitslose, die in einem Kurs stecken, werden in der Arbeitslosenstatistik nicht mitgez&auml;hlt. Und an der Statistik h&auml;ngt neben den Erfolgsmeldungen der BA die berufliche Zukunft der Jobcenter-Mitarbeiter auf unterster Ebene &ndash; sowie Boni-Zahlungen an ihre Vorgesetzten.<br>\n&bdquo;Erfolgt eine Bewertung der Zielerreichung mit &sbquo;A&lsquo; bzw. eine entsprechende individuelle Leistungseinsch&auml;tzung im Rechtskreis SGB II, kommt eine Leistungspr&auml;mie in H&ouml;he von bis zu 20 Prozent des Grundgehalts in Betracht&ldquo;, hei&szlig;t es im Handbuch Personalrecht der Arbeitsagentur. F&uuml;r ein &bdquo;B&ldquo; gibt es 15 Prozent. Diese Pr&auml;mien stehen verbeamteten F&uuml;hrungskr&auml;ften zu. Angestellte F&uuml;hrungskr&auml;fte erhalten laut Tarifvertrag f&uuml;r ein &bdquo;A&ldquo; eine Pr&auml;mie von 20 Prozent des Grundgehalts.<br>\nDie einfachen Mitarbeiter &ndash; Arbeitsvermittler und Fallmanager &ndash; bekommen zwar kein Geld f&uuml;r ausgebuchte Kurse. F&uuml;r sie h&auml;ngt an den Statistik-Zielen aber oft der Job. &bdquo;Wer am Ende des Jahres die Note A oder B bekommt, der muss zum Gespr&auml;ch &uuml;ber eine Bef&ouml;rderung eingeladen werden&ldquo;, sagt Friedrichs. Wer befristet angestellt sei und ein C oder gar ein D bekommt, gerate in Gefahr, bald selbst Kunde des Jobcenters zu werden. [&hellip;]<br>\nDie Zahlen der BA reflektieren den hohen Wert der Kurse beim Aufbessern der Arbeitslosenstatistik. Zwischen 2013 und 2016 ist die durchschnittliche Zahl der erwerbsf&auml;higen Hartz-IV-Empf&auml;nger nahezu konstant geblieben (2013: 4,39 Millionen; 2017: 4,4 Millionen bis einschlie&szlig;lich August). Die Zahl der Hartz-IV-Empf&auml;nger, die an Kursen teilnehmen m&uuml;ssen, ist hingegen kontinuierlich gestiegen, von 583.000 im Jahr 2013 auf 748.000 im Jahr 2016. Was eine Zunahme von 28 Prozent ist. F&uuml;r den Steuerzahler sind die Kosten enorm &ndash; und sie steigen kontinuierlich an. Hat die BA im Jahr 2013 noch 463 Millionen Euro f&uuml;r Kurse (MATs) ausgegeben, waren es im vergangenen Jahr 773 Millionen Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/kursangebot-der-jobcenter-milliardengeschaeft-auf-kosten-von-arbeitslosen-und-steuerzahlern\/20800654.html\">Der Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Arbeitsagentur-Chef fordert Einwanderungsgesetz<\/strong><br>\nNotwendige Zuwanderung: Deutschland braucht jedes Jahr netto 300.000 qualifizierte Arbeitskr&auml;fte aus dem Ausland, sagt der Chef der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit im Gespr&auml;ch mit der F.A.Z. Seine Beh&ouml;rde hat schon reagiert.<br>\nDamit auch in den kommenden Jahren der Bedarf an Fachkr&auml;ften gedeckt werden kann, braucht Deutschland aus Sicht der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit in der kommenden Legislaturperiode ein Einwanderungsgesetz. &bdquo;Ein solches Gesetz spielt aus meiner Sicht eine wichtige Rolle&ldquo;, sagte der Vorstandsvorsitzende der Beh&ouml;rde, Detlef Scheele, im Gespr&auml;ch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.<br>\nDies habe nichts mit Fl&uuml;chtlingen zu tun, die aus humanit&auml;ren Gr&uuml;nden k&auml;men, sondern mit Menschen, die kommen sollen. &bdquo;Deshalb kann Deutschland auch Kriterien aufstellen.&ldquo; Scheele geht davon aus, dass Deutschland jedes Jahr eine Nettozuwanderung von ungef&auml;hr 300.000 qualifizierten Arbeitskr&auml;ften braucht. Allein aus der EU sei dies dauerhaft nicht zu schaffen. Deshalb habe die Beh&ouml;rde gerade einen neuen Gesch&auml;ftsbereich &bdquo;Internationales&ldquo; gegr&uuml;ndet, der im kommenden halben Jahr eine Strategie f&uuml;r das Auslandsgesch&auml;ft erarbeiten soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/arbeitsagentur-chef-scheele-fordert-einwanderungsgesetz-gegen-fachkraeftemangel-15358966.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Man w&uuml;rde meinen, das haupts&auml;chliche Ziel der Arbeitsagentur w&auml;re, Arbeitslosen Stellen zu vermitteln und ggf. f&uuml;r eine Aus- oder Weiterbildung zu sorgen. Stattdessen m&ouml;chte der Chef der Arbeitsagentur die Arbeitslosigkeit hoch halten und den Lohndruck noch einmal erh&ouml;hen. Ist da nicht der Beruf verfehlt? Und wozu braucht eine auf den deutschen Arbeitsmarkt fokussierte Agentur ein &bdquo;Auslandsgesch&auml;ft&ldquo;?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Amt f&uuml;r Akkumulation<\/strong><br>\nDie Bundesagentur f&uuml;r Arbeit h&auml;uft Rekord&uuml;berschuss aus Beitr&auml;gen an. Derweil klagen die Jobcenter &uuml;ber Unterfinanzierung<br>\nDie Jobcenter klagen &uuml;ber chronische Unterfinanzierung. Jahr f&uuml;r Jahr schichten sie deshalb Hunderte Millionen Euro aus dem Budget f&uuml;r &raquo;Eingliederung&laquo; in ihren Verwaltungsapparat um. Die &uuml;bergeordnete Beh&ouml;rde der Hartz-IV-&Auml;mter, die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA), h&auml;uft zugleich dicke Finanzpolster aus Beitr&auml;gen abh&auml;ngig Besch&auml;ftigter an. Im Jahr 2017 erwirtschaftete sie so einen &Uuml;berschuss von 5,5 Milliarden Euro. Das berichtete am Sonnabend zuerst die Nachrichtenagentur dpa. Damit seien die R&uuml;cklagen nunmehr auf fast 17 Milliarden Euro angewachsen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/324451.amt-f%C3%BCr-akkumulation.html\">junge Welt<\/a>\n<p>dazu: <strong>Hartz IV: &bdquo;Verwaltungskosten&ldquo; und &bdquo;Leistungen zur Eingliederung&ldquo; im Soll-Ist-Vergleich 2005 bis 2018<\/strong><br>\nIn den elf Haushaltsjahren von 2006 bis 2016 wurden vom Bund f&uuml;r den Bundesanteil an den &bdquo;Verwaltungskosten f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende&ldquo; insgesamt &uuml;ber 3,5 Milliarden Euro mehr und f&uuml;r &bdquo;Leistungen zur Eingliederung in Arbeit&ldquo; insgesamt &uuml;ber 10,0 Milliarden Euro weniger ausgegeben als im Bundeshaushalt veranschlagt. Im Haushaltsjahr 2017 k&ouml;nnten vom Bund f&uuml;r den Bundesanteil an den &bdquo;Verwaltungskosten f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende&ldquo; &uuml;ber 900 Millionen Euro mehr ausgegeben worden sein als im Bundeshaushalt veranschlagt, und im Haushaltsjahr 2018 voraussichtlich &uuml;ber eine Milliarde Euro mehr als die im ersten Entwurf des Bundeshaushalts 2018 (vom 28. Juni 2017) veranschlagten 4,555 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/biaj.de\/archiv-materialien\/1021-hartz-iv-verwaltungskosten-und-leistungen-zur-eingliederung-im-soll-ist-vergleich-2005-bis-2018.html\">BIAJ<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Erinnerung an das 35-Milliarden-Defizit der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit in den Jahren 2008 bis 2013<\/strong><br>\nIn den Haushaltsjahren 2008 bis 2013 summierten sich die negativen Finanzierungssalden (Defizite) der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) ohne die inzwischen abgeschafften &bdquo;besonderen Finanzierungsvorg&auml;nge&ldquo; zwischen Bund und BA und Aufbau des Versorgungsfonds auf &uuml;ber 35 Milliarden Euro. Eine Erinnerung an die BIAJ-Materialien vom 14. November 2017 anl&auml;sslich der heutigen Berichte (30. Dezember 2017) &uuml;ber den von der BA f&uuml;r 2017 erwarteten &Uuml;berschuss von 5,5 Milliarden Euro: [&hellip;]<br>\nWenn der Sachverst&auml;ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) mit Blick auf die wachsenden R&uuml;cklagen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit &ndash; anders als &bdquo;Die andere Meinung&ldquo; (SVR) feststellt, &bdquo;Eine solch hohe R&uuml;cklage kann jedoch politische Begehrlichkeiten wecken.&ldquo;11, dann sind damit nicht die &bdquo;politischen Begehrlichkeiten&ldquo; derjenigen gemeint, die eine Beitragssatzsenkung fordern. Gemeint sind zum Beispiel solche am 16. Oktober 2017 ver&ouml;ffentlichten &bdquo;politischen Begehrlichkeiten&ldquo;: &bdquo;DGB-Vorschl&auml;ge f&uuml;r eine bessere Arbeitsmarktpolitik &ndash; Perspektiven er&ouml;ffnen &ndash; Sozialen Aufstieg erm&ouml;glichen &ndash; Schutz st&auml;rken.&ldquo; Solche &bdquo;politischen Begehrlichkeiten&ldquo; sollen mit einem angeblich &bdquo;nachhaltigen Beitragssatz&ldquo; von 2,5 Prozent abgewehrt werden. Und die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit soll durch ein &bdquo;strukturelles Defizit&ldquo; im laufenden operativen Gesch&auml;ft zu einer noch st&auml;rkeren &bdquo;betriebswirtschaftlichen Steuerung&ldquo; (McKinsey) ermutigt werden &ndash; und zwar in beiden Rechtskreisen (SGB III und SGB II).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/biaj.de\/archiv-kurzmitteilungen\/1020-erinnerung-an-das-35-milliarden-defizit-der-bundesagentur-fuer-arbeit-in-den-jahren-2008-bis-2013.html\">BIAJ<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Sondierer, holt euch die Untersuchung zur Fl&uuml;chtlingskriminalit&auml;t!<\/strong><br>\nDer erste Blick auf die Zahlen ist erschreckend. Fl&uuml;chtlinge begehen im Durchschnitt deutlich h&auml;ufiger Gewalt- und Sexualdelikte als Deutsche. Fast jede achte Gewalttat wird von Migranten begangen. Es ist gut, dass die Autoren der Studie nichts sch&ouml;nreden. Probleme k&ouml;nnen wir nur l&ouml;sen, wenn wir sie nicht unter den Teppich kehren. Und die Tatsache, dass &uuml;berdurchschnittlich viele Fl&uuml;chtlinge kriminell sind, sich nicht an Recht und Gesetz halten, ist ein Problem. Um die Frage &lsquo;Was tun?&rsquo; zu beantworten, lohnt ein tieferer Blick in das Gutachten. Dann wird deutlich, dass die Ergebnisse wenig taugen f&uuml;r ausl&auml;nderfeindliche Propaganda &ndash; aber umso mehr als Leitfaden f&uuml;r eine Fl&uuml;chtlingspolitik mit Sinn und Verstand.<br>\nErste wichtige Erkenntnis: Kriegsfl&uuml;chtlinge, beispielsweise aus Syrien, dem Irak und Afghanistan sind &ndash; einigen schlagzeilentr&auml;chtigen F&auml;llen der j&uuml;ngeren Vergangenheit zum Trotz &ndash; unterdurchschnittlich kriminell. Wer Hoffnung auf eine Bleibeperspektive hat, verh&auml;lt sich &uuml;berwiegend gesetzestreu.<br>\nFl&uuml;chtlinge aus den Maghreb-Staaten, aus Marokko, Algerien und Tunesien, sind dagegen &uuml;berdurchschnittlich gewaltbereit. Aber auch hier gilt: Achtung vor voreiligen Schlussfolgerungen! Die Studie belegt nicht, dass Menschen aus diesen Staaten grunds&auml;tzlich zur Kriminalit&auml;t neigen. J&auml;hrlich Millionen europ&auml;ische Touristen, die die Gastfreundschaft in diesen L&auml;ndern lieben, wissen, dass es anders ist. Aber, und darauf weist das Gutachten hin, nach Europa kommen die Problemgruppen aus diesen L&auml;ndern. Meist junge M&auml;nner, meist mit einem begrenzten Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, dass auch sie sich hier an Regeln halten m&uuml;ssen und Gewalt in jeder Form tabu ist. Ohne Bleibeperspektive in Deutschland steigt dann die Bereitschaft, Gesetze zu brechen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/blog.ard-hauptstadtstudio.de\/sondierer-holt-euch-die-untersuchung-zur-fluechtlingskriminalitaet\/\">ARD Hauptstadtstudio<\/a>\n<p>dazu: <strong>&bdquo;Wir brauchen schnellere Integration, nicht l&auml;ngere Ausgrenzung!&ldquo;<\/strong><br>\nDie Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei, warnt vor Pl&auml;nen, Fl&uuml;chtlingen und Asylbewerbern bis zu drei Jahre lang das Existenzminimum zu k&uuml;rzen.<br>\nDie GdP kritisiert die politische Darstellung angeblicher &bdquo;Fluchtanreize&ldquo;: &bdquo;Dass in Deutschland h&ouml;here Sozialhilfes&auml;tze als anderswo gezahlt werden, ist kein Ausdruck von Luxus, sondern von sehr hohen Lebenshaltungskosten. Wer meint, ein Leben am Rande des Existenzminimums sei ein Anreiz f&uuml;r eine lebensgef&auml;hrliche Flucht, nimmt die tats&auml;chlichen Fluchtursachen nicht zur Kenntnis. Die politisch vorgegaukelte Abschreckung durch K&uuml;rzungen wird objektiv nicht eintreten k&ouml;nnen, aber daf&uuml;r der gesellschaftliche Schaden lange bleiben&ldquo;, erkl&auml;rt J&ouml;rg Radek, Vorsitzender der GdP in der Bundespolizei.<br>\nRadek erinnerte daran, dass schon fr&uuml;her Strategien, Fl&uuml;chtlinge nur mit Naturalleistungen wie Lebensmittelpaketen abzuschrecken, nicht aufgegangen seien und das Bundesverfassungsgericht sich klar zur gleichen Behandlung von Fl&uuml;chtlingen ge&auml;u&szlig;ert hat. Bereits heute k&ouml;nnen diverse Anrechnungsvorschriften zu ganz erheblichen K&uuml;rzungen von Asylbewerberleistungen f&uuml;hren.<br>\n&bdquo;Es ist f&uuml;r unser aller Zusammenleben und die Sicherheit in unserem Land deutlich besser, gegen&uuml;ber hunderttausenden Menschen keine Politik der jahrelangen gesellschaftlichen Ausgrenzung zu verfolgen. Unser Land braucht deutlich schnellere und bessere Integration, nicht l&auml;ngere Ausgrenzung&ldquo;, so Radek.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gdpbundespolizei.de\/2018\/01\/gdp-bundespolizei-gegen-leistungskuerzung-fuer-asylbewerber\/\">GdP<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Proteste im Iran &ndash; Kann die EU vermitteln?<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Union ist f&uuml;r die Regierung in Teheran der wichtigste Verb&uuml;ndete. Denn die EU hat entscheidend daf&uuml;r gesorgt, dass nach jahrelangen Verhandlungen und heftigem Streit im Juli 2015 der Atomvertrag mit dem Iran zustande kam. Jener Vertrag zwischen Teheran auf der einen Seite und den st&auml;ndigen Mitgliedern des Weltsicherheitsrates plus Deutschland auf der anderen &ndash; also den Regierungen in Washington, Moskau, Peking, London, Paris und Berlin.<br>\nNur die EU als Vermittler habe die Herkulesaufgabe stemmen k&ouml;nnen, zwischen den in der Iran-Frage zerstrittenen st&auml;ndigen Mitgliedern des UN- Sicherheitsrates und Teheran zu vermitteln, sagt jene Frau, die einen gro&szlig;en Teil des Vertrages geschrieben hat. Jenen Atom-Deal, der zun&auml;chst f&uuml;r viel Hoffnung gerade unter jungen Iranern sorgte.<br>\nOhne Rouhani kein Atomvertrag und ohne Rouhani keine Versprechungen f&uuml;r eine bessere iranische Zukunft ohne UN- und EU-Sanktionen. Versprechungen, die vor allem bei jungen Iranern Hoffnungen weckten. &bdquo;Er ist ja mit dem Versprechen angetreten, die Sanktionen loszuwerden&ldquo;, sagte Schmid. Nicht nur die USA haben mit ihren Sanktionen gegen Teheran Rouhani einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Der Abbau der EU- und der UN-Sanktionen kann laut Atomvertrag bis Oktober 2023 dauern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/eu-iran-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.M.:<\/strong> In diesem Bericht von Ralph Sina, ARD-Studio Br&uuml;ssel, wird zumindest ansatzweise auf die Komplexit&auml;t der aktuellen Probleme im Iran hingewiesen. Die Haupt-&sbquo;Berichterstattung&lsquo; der ARD und anderer Medien verl&auml;uft aus meiner Sicht jedoch eher so wie im NDS-Beitrag <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41755\">&bdquo;Medien: Eine Arena f&uuml;r Hahnenk&auml;mpfe&ldquo;<\/a> beschrieben. Beispielsweise m&ouml;chte ich hierzu auf den Tagesschau-Bericht vom 03.01.2018 <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/iran-proteste-111.html\">Regierungsanh&auml;nger im Iran &bdquo;F&uuml;hrer, wir sind bereit&ldquo;<\/a> verweisen. Erfreulich dagegen sind die &uuml;berwiegend kritischen <a href=\"https:\/\/meta.tagesschau.de\/id\/130257\/regierungsanhaenger-im-iran-fuehrer-wir-sind-bereit\">Kommentare<\/a> aufgekl&auml;rter Leser zu diesem Bericht. Das l&auml;sst hoffen!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Wie die syrische Bev&ouml;lkerung unter den Sanktionen leidet<\/strong><br>\nSeit 2011 haben die Nato-Staaten im B&uuml;ndnis mit den reaktion&auml;ren Golfmonarchien versucht, einen regime change in Damaskus zu erzwingen. Ganz offen haben sie Zehntausende von Dschihadisten in Lagern in der T&uuml;rkei und Jordanien bewaffnet, milit&auml;risch ausgebildet und in den Krieg gegen Syrien geschickt (1). Umfassende Finanz- und Wirtschaftssanktionen sollten die syrische Wirtschaft gleichzeitig zum Erliegen bringen, Massenarbeitslosigkeit schaffen, die Bev&ouml;lkerung in Armut und Elend treiben, damit sie sich in ihrer Verzweiflung den &bdquo;Rebellen&ldquo; anschlie&szlig;t (2).<br>\n&Uuml;ber 400.000 Menschen hat diese &bdquo;Strategie&ldquo; bisher allein in den unmittelbaren K&auml;mpfen das Leben gekostet. Noch mehr Menschen, so eine aktuelle Studie der Weltbank, d&uuml;rften ihr Leben infolge des Zusammenbruchs des Gesundheitswesens verloren haben (3). Die WHO hatte bereits im August 2012 (!) davor gewarnt, dass die Sanktionen zu einer massiven Verschlechterung der medizinischen Versorgung der syrischen Bev&ouml;lkerung gef&uuml;hrt hat (4).<br>\nNach Sch&auml;tzung von WHO und Handicap International, so der bekannte Journalist Andreas Zumach, wurden seit Beginn des Syrienkonfliktes &uuml;ber 1,5 Millionen Menschen durch Waffeneinwirkungen oder Explosionen verletzt. Weitere 1,5 Millionen leben mit einer bleibenden Behinderung, darunter 86.000 Menschen, deren Kriegsverletzungen Amputationen n&ouml;tig gemacht haben (5).<br>\n&Uuml;ber 11 Millionen Menschen wurden zu Fl&uuml;chtlingen gemacht, gro&szlig;e Teile der Infrastruktur Syriens zerst&ouml;rt. Ungeachtet dieses Elends und obwohl die UN-Vollversammlung am 22. Dezember 2011 einseitig und ohne Zustimmung des UN-Sicherheitsrates erfolgte Sanktionen als v&ouml;lkerrechtswidrig erkl&auml;rt hat (6), wollen EU und Bundesregierung daran festhalten.<br>\nDem Internetportal Middle East Eye k&ouml;nnen keine Sympathien f&uuml;r die syrische Regierung und ihrem Pr&auml;sidenten Bashar Al Assad nachgesagt werden. Nachfolgend ein aufschlussreicher Bericht ihres Chefreporters Jonathan Steele zu den Folgen der Sanktionen f&uuml;r die syrische Bev&ouml;lkerung, den wir aus dem Englischen &uuml;bersetzt haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.forumaugsburg.de\/s_3themen\/Syrien\/171226_wie-die-syrische-bevoelkerung-unter-den-sanktionen-leidet\/index.html\">Forum solidarisches und friedliches Augsburg<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Lesenswert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Der Jemen stirbt und die Welt schweigt &ndash; Menschenrechte sind auch Widerstandsrechte<\/strong><br>\nDie gr&ouml;&szlig;te humanit&auml;re Krise unsere Tage spielt sich seit drei Jahren im Jemen ab. Alle zehn Minuten stirbt dort ein Kind an Hunger oder vermeidbaren Krankheiten, Tausende sind der gr&ouml;&szlig;ten Cholera-Epidemie der letzten Jahrzehnte zum Opfer gefallen. Die Infrastruktur ist fast g&auml;nzlich zerst&ouml;rt oder zum Erliegen gekommen. Eine verbrecherische, von Saudi-Arabien verh&auml;ngte umfassende Blockade hat dazu gef&uuml;hrt, dass mittlerweile 7 Millionen Menschen im Jemen akut vom Hungertod bedroht sind. Fast drei Millionen Menschen sind aus Angst um ihr Leben auf der Flucht im eigenen Land. Ein Verlassen des Landes ist kaum m&ouml;glich.<br>\nDas alles sind Folgen eines v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskrieges, der haupts&auml;chlich die Zivilbev&ouml;lkerung trifft und der darauf ausgerichtet ist, das Selbstbestimmungsrecht der Jemenitischen Bev&ouml;lkerung im Keime zu ersticken. Es ist ein Krieg, den die saudische Herrscherfamilie f&uuml;hrt um den Jemen, den sie seit jeher als ihren Hinterhof verstanden hat, weiterhin als Vasallenstaat unter ihrer Kontrolle zu halten. Die bisher mehr als 10 000 get&ouml;teten Jemeniten nimmt sie daf&uuml;r billigend in Kauf. Die UNO schl&auml;gt seit Monaten Alarm, denn das Morden ist f&uuml;r alle Welt offensichtlich. Doch aus den M&uuml;ndern der Regierungen des &bdquo;Westens&ldquo; ist nur ein Schweigen zu vernehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/diefreiheitsliebe.de\/politik\/meinungsstark-politik\/der-jemen-stirbt-und-die-welt-schweigt-menschenrechte-sind-auch-widerstandsrechte\/\">Die Freiheitsliebe<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Leaked memo schooled Tillerson on human rights<\/strong><br>\nA tutorial from policy aide Brian Hook followed the secretary of state&rsquo;s controversial remarks about balancing U.S. values and interests.<br>\nThree months into his tenure as secretary of state, Rex Tillerson alarmed veteran diplomats with remarks that sounded like a potential shift in American foreign policy: The U.S., he said, should be careful not to let values like human rights create &bdquo;obstacles&ldquo; to the pursuit of its interests.<br>\nThe comment, at a gathering of State Department employees, provoked an outcry among former U.S. officials and human rights activists who feared America was abandoning a vital mission. Two weeks later, a top Tillerson adviser wrote up a short tutorial, in the form of a confidential memo to his boss, recapping &ldquo;the debate over how far to emphasize human rights, democracy promotion, and liberal values in American foreign policy.&rdquo;<br>\nThe May 17 memo reads like a crash course for a businessman-turned-diplomat, and its conclusion offers a starkly realist vision: that the U.S. should use human rights as a club against its adversaries, like Iran, China and North Korea, while giving a pass to repressive allies like the Philippines, Egypt and Saudi Arabia.<br>\n&ldquo;Allies should be treated differently&mdash;and better&mdash;than adversaries. Otherwise, we end up with more adversaries, and fewer allies,&rdquo; argued the memo, written by Tillerson&rsquo;s influential policy aide, Brian Hook.<br>\nQuelle 1: <a href=\"https:\/\/www.politico.com\/story\/2017\/12\/19\/tillerson-state-human-rights-304118\">Politico<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"https:\/\/www.politico.com\/f\/?id=00000160-6c37-da3c-a371-ec3f13380001\">Das Memo als PDF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die begleitete Ratspr&auml;sidentschaft<\/strong><br>\nBulgarien gestaltet seine am Montag begonnene EU-Ratspr&auml;sidentschaft unter unmittelbarer &bdquo;Beratung&ldquo; und &bdquo;Begleitung&ldquo; aus Berlin. Dies geht aus Berichten der Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) hervor, die entsprechende T&auml;tigkeiten in Sofia entfaltet und ihren Ex-Vorsitzenden, den ehemaligen Pr&auml;sidenten des Europaparlaments Hans Gert P&ouml;ttering, als Sonderberater in der bulgarischen Hauptstadt installiert hat. In Bulgarien haben sich seit dem EU-Beitritt des Landes am 1. Januar 2007 Oligarchen zum entscheidenden Machtfaktor entwickelt und kontrollieren, wie Beobachter urteilen, l&auml;ngst die Geschicke des Landes. Berlin dulde dies bereitwillig, da Ministerpr&auml;sident Bojko Borissow sich politisch umstandslos deutscher F&uuml;hrung unterordne, urteilt ein ehemaliger bulgarischer Justizminister. Gleichzeitig dient das bitter verarmte Land deutschen Firmen als Standort f&uuml;r konkurrenzlose Hungerlohnproduktion und dem deutschen Staat als Reservoir f&uuml;r Fachkr&auml;fte, die in die Bundesrepublik abgeworben werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7491\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<p>dazu: <strong>Ein b&ouml;ser Verdacht<\/strong><br>\nWarum geht die EU-Kommission so hart gegen Polen vor, schont aber Ungarn? Wieso hat Bulgarien, das am 1. Januar den halbj&auml;hrlich rotierenden EU-Vorsitz &uuml;bernimmt, nichts zu f&uuml;rchten?<br>\nDer Br&uuml;sseler Korrespondent von Lib&eacute;ration, J. Quatremer, hat einen b&ouml;sen Verdacht: Kommissionschef Juncker messe mit zweierlei Ma&szlig;, schreibt er in seinem Blog &ldquo;Les Coulisses de Bruxelles&rdquo;.<br>\nWer &ndash; wie Ungarns Orban &ndash; Mitglied der konservativen europ&auml;ischen Parteienfamilie EVP ist, werde geschont. Wer dort nicht mitmacht &ndash; wie die PiS in Polen oder fr&uuml;her die Tories in UK &ndash; werde verfolgt.<br>\nKlingt zu simpel? Nun ja, bei n&auml;herer Betrachtung ist da schon einiges dran. Schlie&szlig;lich hat Orban den Rechtsstaat in seinem Land schon viel fr&uuml;her und radikaler demontiert als die PiS in Polen.<br>\nZudem wird Quatremers These durch neue Beispiele aus anderen EU-L&auml;ndern best&auml;tigt.<br>\nBeispiel Spanien: Premier Rajoy kann sich in Sachen Katalonien alles erlauben &ndash; die EVP steht wie ein Mann hinter ihm.<br>\nBeispiel &Ouml;sterreich: Der neue Jungspunt Kurz wurde von Juncker vor Weihnachten mit allen Ehren empfangen, Kritik am seinem rechten Koalitionspartner FP&Ouml; gab es keine.<br>\nKein Wunder, so Quatremer &ndash; Kurz ist schlie&szlig;lich der Erbe der &Ouml;VP, die Mitglied der EVP ist. Genau wie CDU\/CSU, die sich schon auf gute Nachbarschaft mit dem neuen Rechtsb&uuml;ndnis in Wien freuen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/ein-boeser-verdacht\/\">Lost in Europe<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Interessant.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Frankreich<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Reformpl&auml;ne von Macron: Arbeitslosen in Frankreich drohen drastische K&uuml;rzungen<\/strong><br>\nFrankreichs Staatspr&auml;sident Emmanuel Macron will die Arbeitslosenversicherung reformieren. Details eines vertraulichen Dokuments zeigen: Erwerbslose m&uuml;ssen demnach gro&szlig;e finanzielle Einbu&szlig;en bef&uuml;rchten.<br>\nArbeitslosen in Frankreich drohen nach einem Pressebericht k&uuml;nftig Einschnitte, wenn sie sich nicht ausreichend an der Suche nach einer Stelle beteiligen. Nach Informationen der Investigativ- und Satirezeitung &bdquo;Le Canard encha&icirc;n&eacute;&ldquo; sollen die Zuwendungen in diesem Fall k&uuml;nftig um 50 Prozent gek&uuml;rzt werden statt wie bisher um 20 Prozent.<br>\nDie Zeitung beruft sich auf ein vertrauliches Dokument des Arbeitsministeriums zur geplanten Reform der Arbeitslosenversicherung, die Pr&auml;sident Emmanuel Macron im kommenden Jahr umsetzen will. Dem Text zufolge soll die Arbeitslosenhilfe zun&auml;chst f&uuml;r zwei Monate auf die H&auml;lfte reduziert werden und dann f&uuml;r zwei weitere Monate ganz wegfallen. Dies gelte, wenn sich jemand nicht ausreichend an der Stellensuche beteilige, eine Weiterbildung ablehne oder zwei als zumutbar eingesch&auml;tzte Posten ablehne.<br>\nNach bisheriger Gesetzeslage werden die Zuwendungen zun&auml;chst f&uuml;r bis zu sechs Monate um 20 Prozent gek&uuml;rzt. Zudem dauert es deutlich l&auml;nger, bis ein Arbeitsloser gar nicht mehr unterst&uuml;tzt wird.<br>\nDie Regierung will ab dem 11. Januar bis Mitte Februar mit den Sozialpartnern &uuml;ber die Reform der Arbeitslosenversicherung beraten. Der Arbeitgeberverband Medef hatte im Oktober gefordert, Arbeitslose deutlich sch&auml;rfer zu kontrollieren und damit Entr&uuml;stung bei den Gewerkschaften entfacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/frankreich-arbeitslosen-drohen-kuerzungen-a-1185196.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Sehr sch&ouml;n. Hartz IV auf Franz&ouml;sisch. Kein Wunder, da&szlig; Sigmar Gabriel und Martin Schulz und gro&szlig;e Teile der SPD von Macron so begeistert sind. Und Macron setzt einfach die Forderungen des Arbeitgeberverbands um.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Frage ist wann sich in Deutschland die ersten Stimmen r&uuml;hren, die angesichts der franz&ouml;sischen Agenda 2010 entsprechende Reaktionen fordern, um die &bdquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit&ldquo; nicht zu gef&auml;hrden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Ausnahmezustand als Regelfall<\/strong><br>\nAm 7. Januar 2018 j&auml;hrt sich zum dritten Mal der Terroranschlag auf die Redaktion der franz&ouml;sischen Satire-Zeitschrift &bdquo;Charlie Hebdo&ldquo;. Und gut zwei Jahre liegen die Pariser Terroranschl&auml;ge zur&uuml;ck, als am 13. November 2015 Attent&auml;ter das Theater Bataclan sowie zahlreiche Bars, Caf&eacute;s und Restaurants angriffen, dabei 130 Menschen t&ouml;teten und mehr als 700 Menschen verletzten.<br>\nNach den Anschl&auml;gen im November verh&auml;ngte der damalige Pr&auml;sident Fran&ccedil;ois Hollande den Ausnahmezustand, der in den Folgejahren insgesamt sechs Mal verl&auml;ngert wurde. Der derzeitige Pr&auml;sident Emmanuel Macron hat diesen nun beendet und stattdessen ein versch&auml;rftes Sicherheitsgesetz unterzeichnet: Dieses &uuml;berf&uuml;hrt zentrale Regelungen des auslaufenden Ausnahmezustands in nationales Recht &ndash; und macht diese damit endg&uuml;ltig zum Regelfall. Unter den Folgen leiden vor allem die arabischen und muslimischen Teile der Bev&ouml;lkerung &ndash; und die politische Opposition.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2018\/januar\/frankreich-der-ausnahmezustand-als-regelfall\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> K&ouml;nnte es sein, dass insbesondere Frankreichs Pr&auml;sident Macron durch das neue, versch&auml;rfte Sicherheitsgesetz sein Vorhaben der sozialen K&uuml;rzungen vor allzu gro&szlig;en Protesten sch&uuml;tzen m&ouml;chte? Zu bef&uuml;rchten ist, dass Frankreich als Vorbild f&uuml;r Deutschland dienen k&ouml;nnte. Und k&ouml;nnte es sein, dass das dann im Einklang steht mit dem europ&auml;ischen Recht?<br>\nIm Hinblick auf das, was in Zukunft noch m&ouml;glich sein k&ouml;nnte, sei auch in diesem Zusammenhang an die Erl&auml;uterungen zur Charta der Grundrechte erinnert:<br>\n&bdquo;So m&uuml;ssen die in der EMRK enthaltenen &bdquo;Negativdefinitionen&ldquo; auch als Teil der Charta betrachtet werden:<br>\nArtikel 2 Absatz 2 EMRK:<br>\n&bdquo;Eine T&ouml;tung wird nicht als Verletzung dieses Artikels betrachtet, wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um<br>\njemanden gegen rechtswidrige Gewalt zu verteidigen;<br>\njemanden rechtm&auml;&szlig;ig festzunehmen oder jemanden, dem die Freiheit rechtm&auml;&szlig;ig entzogen ist, an der Flucht zu hindern;<br>\neinen Aufruhr oder Aufstand rechtm&auml;&szlig;ig niederzuschlagen&ldquo;.<br>\nUnd weiter:<br>\n&bdquo;Ein Staat kann in seinem Recht die Todesstrafe f&uuml;r Taten vorsehen, die in Kriegszeiten oder bei unmittelbarer Kriegsgefahr begangen werden; diese Strafe darf nur in den F&auml;llen, die im Recht vorgesehen sind, und in &Uuml;bereinstimmung mit dessen Bestimmungen angewendet werden &hellip;&ldquo;.<br>\nDie Erl&auml;uterungen sind offenbar nicht lediglich Regelungen f&uuml;r die Ausf&uuml;hrungen des Gesetzes, sondern &ndash; und das ist un&uuml;blich &ndash; dem Gesetzestext gleichgestellt. So jedenfalls nachlesbar im <a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2007:303:0017:0035:DE:PDF\">Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union vom 14.12.2007<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Trumps Angriff auf Amerika<\/strong><br>\nDie Steuerreform der Republikaner ist ein Schlag gegen den Wohlfahrtsstaat. Er trifft vor allem Geringverdiener &ndash; und wurde schon in den Siebzigerjahren vorbereitet.<br>\nDie Steuersenkungen wirken sich verheerend auf das ganze Funktionssystem des Staates aus: Die von den St&auml;dten betriebenen &ouml;ffentlichen Schulen etwa werden bis dahin weitgehend mit Geldern aus der Grundsteuer betrieben &ndash; jene Steuer also, die Proposition 13 am st&auml;rksten k&uuml;rzt. Kaliforniens Schulen, die 1973 noch zu den landesweit besten geh&ouml;rten, werden zum traurigen Opfer von Reagans Steuersenkungspolitik: Im Jahr 2003 belegen sie nur noch Platz 48 von 50. Mehr als die H&auml;lfte der Sch&uuml;ler in der 8. Klasse kann nicht ausreichend lesen und schreiben. Die Steuern, die den Schulen fehlen, bleiben bei Hausbesitzern und superreichen Vermietern.<br>\nKalifornien ist nur eines von vielen Beispielen f&uuml;r eine solche Umverteilung von unten nach oben. Im &ouml;lreichen Oklahoma, wo seit Jahrzehnten Steuern gesenkt werden, kann in vielen Countys nur noch an vier Tagen pro Woche der Schulbetrieb aufrechterhalten werden. Lehrer laufen wegen der geringen L&ouml;hne in Scharen davon. Die politische &Ouml;konomie der Steuersenkung hat die USA auf lokaler, bundesstaatlicher und nationaler Ebene nachhaltig besch&auml;digt.<br>\nOhne die Steuern der wohlhabenden Mittel- und Oberschichten bleibt staatlichen Institutionen kein Geld, um dringend notwendige Infrastrukturprojekte anzugehen. &Ouml;ffentliche Bauprojekte, die etwa in urbanen Gebieten dringend ben&ouml;tigt w&uuml;rden, um der grassierenden Obdachlosigkeit abzuhelfen, werden gar nicht erst diskutiert, weil es schon am Grundlegenden fehlt. Stra&szlig;en, Br&uuml;cken, Wasserleitungen sind bauf&auml;llig, Gesundheitsversorgung ist f&uuml;r Niedrigverdiener nach wie vor kaum erschwinglich. All das trifft die &Auml;rmsten am st&auml;rksten. Und ganz besonders Afroamerikaner, Latinos, Immigrantinnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2017-12\/steuerreform-usa-donald-trump-steuereinnahmen-neoliberalismus-wohlfahrtsstaat-usa\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Umverteilung von unten nach oben ist seit jeher das Ziel der Neoliberalen, nicht nur in den USA. Interessant dabei, dass auch in Deutschland die gleiche Strategie mit immer wieder angezettelten Debatten um Steuersenkungen, die angeblich den geringen oder mittleren Einkommen zugutekommen sollen, angewendet wird. Der zweite Hebel mit dem die Handlungsf&auml;higkeit des Staates eingeschr&auml;nkt werden soll, ist dann die sogenannte Schuldenbremse.<\/em><\/p>\n<p>passend dazu: <strong>Steuerreform in USA: Deutsche Autobauer sparen Milliarden<\/strong><br>\nDaimler vermeldete kurz nach Inkraftsetzung der Reform einen Steuerertrag von voraussichtlich 1,7 Milliarden Euro. Allerdings gebe es auch gegenl&auml;ufige Effekte, so dass sich unter dem Strich das Konzernergebnis 2017 nur um eine Milliarde Euro erh&ouml;he. Nach Angaben von Daimler enth&auml;lt Trumps Steuergesetz weitere Einzelma&szlig;nahmen, deren Folgen jetzt analysiert w&uuml;rden. Analysten hatten Daimler bislang f&uuml;r das Gesamtjahr einen Konzerngewinn von knapp zehn Milliarden Euro zugetraut.<br>\nBMW rechnet durch das Steuergeschenk mit einem positiven Effekt in H&ouml;he von bis zu 1,55 Milliarden Euro. Wie der Dax-Konzern aus M&uuml;nchen mitteilte, kann die genaue Summe erst mit dem Konzernabschlusses 2017 berechnet werden. Allerdings hei&szlig;t es bei BMW, ab 2018 k&ouml;nnte die Reform auch negative Effekte bewirken. Das Unternehmen nannte aber dazu keine Zahlen. Die Prognose von Analysten f&uuml;r das Gesamtjahr belief sich bislang auf etwa 7,3 Milliarden Euro.<br>\nAuch Volkswagen und Audi betreiben Werke in den USA, haben sich bislang jedoch nicht zu m&ouml;glichen Steuervorteilen ge&auml;u&szlig;ert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/wirtschaft\/ausland\/deutsche-autobauer-daimler-bmw-vw-sparen-milliarden-durch-trump-steuerreform-100.html\">MDR<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>DIHK fordert Steuersenkung f&uuml;r Besserverdienende<\/strong><br>\nIn Amerika werden Steuern gesenkt, in Frankreich, auch in Gro&szlig;britannien. Da k&ouml;nne es sich Deutschland nicht leisten, einen anderen Weg einzuschlagen, warnt DIHK-Pr&auml;sident Schweitzer. Er appelliert an SPD und Union.<br>\nVor den Sondierungen &uuml;ber eine Neuauflage der gro&szlig;en Koalition fordert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) von SPD und Union einen Verzicht auf Steuererh&ouml;hungen. Nach den Worten von DIHK-Pr&auml;sident Eric Schweitzer sind vielmehr Entlastungen n&ouml;tig, auch f&uuml;r Besserverdienende.<br>\n&bdquo;Die SPD wird ihre Steuererh&ouml;hungspl&auml;ne begraben m&uuml;ssen&ldquo;, sagte Schweitzer der &bdquo;Rheinischen Post&ldquo; (Mittwochausgabe). Deutschland k&ouml;nne es sich nicht leisten, im Wettbewerb mit anderen Industriel&auml;ndern ins Hintertreffen zu geraten. &bdquo;Die Vereinigten Staaten senken ihre Unternehmenssteuerbelastung gerade auf insgesamt 25 Prozent, die Franzosen senken auch und die Briten wollen runtergehen auf 17 Prozent&ldquo;, erl&auml;uterte Schweitzer.<br>\nEr forderte dem Vorabbericht zufolge eine Einkommensteuersenkung auch f&uuml;r Besserverdienende. &bdquo;80 Prozent der Unternehmen in Deutschland sind Personengesellschaften. Sie zahlen Einkommensteuer, und viele von ihnen fallen unter den Spitzensteuersatz.&ldquo; Auch die K&ouml;rperschaft- und die Gewerbesteuer m&uuml;ssten reduziert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/mehr-wirtschaft\/dihk-fordert-steuersenkung-fuer-besserverdienende-15359526.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Verdruckstheit oder Unehrlichkeit kann man dem DIHK-Chef nicht vorwerfen &ndash; Unversch&auml;mtheit aber schon. Da&szlig; auf Jahrzehnte der Privilegierung der Bestverdiener mit H&ouml;chstl&ouml;hnen und Steuergeschenken weitere Jahrzehnte mit Steuersenkungen gefordert werden, w&auml;hrend Soziales und die Infrastruktur inklusive der Bildung chronisch unterfinanziert sind und immer gr&ouml;&szlig;ere Teile der Bev&ouml;lkerung in Armut versinken, scheint diesen unglaublich dreisten und volkswirtschaftlich inkompetenten Menschen nicht einmal zu ber&uuml;hren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>&bdquo;Die wollen keinen Neustart&ldquo;<\/strong><br>\nDie Verkehrswende ist &uuml;berf&auml;llig. Der Mobilit&auml;tsforscher Andreas Knie erkl&auml;rt, wie sie gelingen kann &ndash; und was das f&uuml;r die deutsche Automobilindustrie bedeutet, die zurzeit noch auf der Bremse steht.<br>\nbrand eins: Herr Knie, die Elektromobilit&auml;t ist in aller Munde, die Automobilindustrie steht vor einem Neustart. Sollte ich mir jetzt ein E-Auto kaufen?<br>\nAndreas Knie: Versuchen Sie es doch mal, Sie w&auml;ren vermutlich &uuml;berrascht. Vor knapp zwei Jahren haben wir einen Test gemacht und 48 unserer Studenten zu den H&auml;ndlern geschickt &ndash; aus Glaubw&uuml;rdigkeitsgr&uuml;nden in Sachen Finanzkraft zusammen mit ihren V&auml;tern. Sie sollten ein Elektroauto kaufen. Zwei davon kamen mit einem Angebot wieder. Dem Rest hat man erz&auml;hlt: &bdquo;Vergessen Sie das mal schnell wieder mit dem Elektroauto, das wird nix. Hier, nehmen Sie einen Diesel, der ist auch umweltfreundlich, und da bekommen Sie Rabatte, Rabatte, Rabatte.&ldquo; Da wird sich nicht viel ge&auml;ndert haben. Die Industrie will momentan gar keine Elektroautos verkaufen. Die wollen keinen Neustart.<br>\nNa ja, die H&auml;ndler wollen schnell noch ihre Ladenh&uuml;ter loswerden.<br>\nDas zeigt sich nicht nur bei den H&auml;ndlern, das hat System. Wir hatten damals, 2009, den Mini-E hier am InnoZ zum Test. Dabei waren auch f&uuml;hrende BMW-Manager. Die Mini-Fahrer waren begeistert und wollten nichts anderes mehr haben. Da hat BMW Angst bekommen, dass sich das herumspricht und sie das falsche Auto anbieten. Der Plan, nach den ersten 500 Mini-E auf 5000 Fahrzeuge aufzustocken, wurde sofort einkassiert, auch die Prototypenzulassung hat BMW nicht verl&auml;ngert. Ein anderes Beispiel: 2013 brachte Daimler den Elektro-Smart auf den Markt. Das Problem: Der Stromer war viel besser als die Verbrenner-Version. Bereits vor Ende Mai verk&uuml;ndete Daimler, dass die Jahresproduktion ausverkauft sei. Was ja durchaus sein kann &ndash; aber hat man mal irgendwann geh&ouml;rt, dass man leider keine S-Klasse mehr bauen kann oder der A8 ausverkauft ist? Das gibt es nicht. Das &auml;hnelt alles der EV1-Geschichte. Ein vision&auml;res Elektroauto, gebaut 1995 von General Motors, mit schon damals etwas mehr als 100 Kilometer Reichweite. Vom EV1 wurden drei Exemplare gerettet, der Rest wanderte schnell in die Schrottpresse. Das Elektroauto war zu gut. Wie das im Detail gelaufen ist, zeigt der wunderbare Dokumentarfilm &bdquo;Who Killed the Electric Car?&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.brandeins.de\/archiv\/2018\/reset\/die-wollen-keinen-neustart\/\">brand eins<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>B&uuml;rgerversicherung: SPD-Konzept &ndash; ein Etikettenschwindel<\/strong><br>\nNoch nie wurde hierzulande so heftig &uuml;ber eine B&uuml;rgerversicherung debattiert wie gegenw&auml;rtig. Nicht nur Sozialdemokraten erwarten eine Reform im Gesundheitswesen. Gastbeitrag von Christoph Butterwegge.<br>\nObwohl die Sondierungsgespr&auml;che zwischen CDU, CSU und SPD noch gar nicht begonnen haben, sorgt eine sozialdemokratische Kernforderung bereits f&uuml;r Gespr&auml;chsstoff: Noch nie wurde hierzulande so heftig &uuml;ber eine B&uuml;rgerversicherung debattiert wie gegenw&auml;rtig. Das von der SPD aufgegriffene Projekt erregt die Gem&uuml;ter: Privatpatienten f&uuml;rchten um ihre medizinische Vorzugsbehandlung, Chef&auml;rzte um ihre Hauptverdienstquelle, Versicherungskonzerne um ihre Profite und Vertreter um ihre Provisionen.<br>\nAssistiert von strukturkonservativen Juristen, die f&uuml;r jedes Privileg scheinbar plausible Argumente finden, machen Privatversicherer, &Auml;rztevertreter und Wirtschaftslobbyisten denn auch gegen die &bdquo;Einheitsversicherung&ldquo; mobil. Mit dem Hinweis auf die angeblich bedrohte (Gewerbe-)Freiheit startet man teure Propagandakampagnen, um die Schaffung einer gemeinsamen Krankenversicherung f&uuml;r alle Bewohner unseres Landes zu verhindern und eine Form der Zwei-Klassen-Medizin zu erhalten, die es Besserverdienenden und Verm&ouml;genden erm&ouml;glicht, in Sondersysteme auszuweichen, statt Solidarit&auml;t mit dem Rest der Bev&ouml;lkerung zu &uuml;ben.<br>\nDas Modell ist l&auml;ngst verw&auml;ssert<br>\nDabei hat die SPD ihr Modell einer B&uuml;rgerversicherung unter dem Druck der m&auml;chtigen Lobbygruppen l&auml;ngst so weit verw&auml;ssert, dass es nun wirklich nicht mehr als B&uuml;rgerschreck taugt. Demnach k&ouml;nnten auch Privatkassen die B&uuml;rgerversicherung als Spezialtarif anbieten, die Beitragsbemessungsgrenze w&uuml;rde weder abgeschafft noch angehoben und auf Verm&ouml;genseink&uuml;nfte sollen auch zuk&uuml;nftig keine Beitr&auml;ge anfallen. Bei diesem &bdquo;entsch&auml;rften&ldquo; SPD-Konzept handelt es sich insofern um Etikettenschwindel, als blo&szlig; die Konkurrenzbedingungen zwischen gesetzlichen und privaten Krankenkassen mit dem kontraproduktiven Ziel angeglichen werden sollen, den Wettbewerb zwischen ihnen zu intensivieren.<br>\nDadurch entst&uuml;nde aber kein solidarisches Gesundheitssystem, vielmehr w&uuml;chse sogar die Gefahr, dass auch die gesetzlichen Kassen von Br&uuml;ssel als Wirtschaftsunternehmen behandelt und dem EU-Wettbewerbsrecht unterworfen, die Tendenzen zur Privatisierung und Kommerzialisierung dieses Bereichs also verst&auml;rkt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/politik\/meinung\/gastbeitraege\/buergerversicherung-spd-konzept-ein-etikettenschwindel-a-1417710\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Leider hat Christoph Butterwegge mit seiner Kritik Recht. Die B&uuml;rgerversicherung w&auml;re ein wichtiger Schritt, das gleichnamige Modell der SPD ist jedoch nicht das, was man sich unter einer echten &bdquo;B&uuml;rgerversicherung&ldquo; vorstellt. Was Butterwegge jedoch nicht erw&auml;hnt, ist die prek&auml;re Lage der privaten Kassen und das gro&szlig;e Risiko f&uuml;r ihr Gesch&auml;ftsmodell durch die Kombination aus Niedrigzins und geringer Neuverschuldung der &ouml;ffentlichen Haushalte.<br>\nLesen Sie dazu auf den NachDenkSeiten: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41443\">Die B&uuml;rgerversicherung ist alternativlos, da das PKV-System keine Zukunft hat<\/a><\/em><\/p>\n<p>passend dazu: <strong>Wo die B&uuml;rgerversicherung schon Realit&auml;t ist<\/strong><br>\nOb Spitzenverdiener oder Arbeitsloser, selbst&auml;ndig oder beamtet &ndash; in &Ouml;sterreich ist jeder B&uuml;rger automatisch krankenversichert. Das &ouml;sterreichische System gilt sogar als sehr effizient. Es ist aber auch ziemlich komplex.<br>\n&bdquo;Wir bieten f&uuml;r den gleichen Beitragssatz quer durch &Ouml;sterreich die gleiche Leistung und das auf einem sehr hohen Niveau&ldquo;, sagt Alexander Biach, Vorstandsvorsitzender des Hauptverbands der &ouml;sterreichischen Sozialversicherungstr&auml;ger. Der Grundgedanke sei der einer Krankenversicherung, die f&uuml;r alle gleich ist. &bdquo;Das gelingt uns, weil wir letzten Endes im internationalen Vergleich auch hier Spitzenpositionen einnehmen und &auml;hnlich wie Deutschland bei einer Abdeckung von &uuml;ber 99 Prozent aller medizinischen Bed&uuml;rfnisse alleine aufgrund des Versicherungswesens liegen.&ldquo;<br>\nDer Unterschied zu Deutschland ist, dass alle erwerbst&auml;tigen &Ouml;sterreicher automatisch und verpflichtend versichert sind. Auch Spitzenverdiener, Selbst&auml;ndige und sogar Beamte. Eine freie Wahl der Krankenkassen gibt es nicht und dementsprechend auch keinen Wettbewerb zwischen den Kassen. Das f&uuml;hrt zu vergleichsweise geringen Verwaltungskosten, sagt Alexander Biach: &bdquo;Wenn Sie Deutschland nehmen aufgrund des Versicherungssystems, wo man sich das aussuchen kann, muss nat&uuml;rlich Werbung gemacht werden, sind die Kosten h&ouml;her. Da liegt man laut OECD bei 5,4 Prozent und &Ouml;sterreich kann sich diese Werbungskosten ersparen und liegt damit bei einem Verwaltungskostenanteil von lediglich 2,8 Prozent.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/oesterreich-wo-die-buergerversicherung-schon-realitaet-ist.795.de.html?dram:article_id=407478\">Deutschlandfunk<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Quid pro quo: Niemand muss bei Deals &agrave; la Weinstein mitspielen<\/strong><br>\nGeduldete sexuelle &Uuml;bergriffe von Menschen in Machtpositionen sollten nicht als Missbrauch, sondern als Korruption verstanden werden<br>\nBei der Aff&auml;re Weinstein handelt es sich, wie bekannt, nicht um einen Einzelfall, zumindest nicht im Mediengewerbe. Ich selbst habe zweimal und eine Studienfreundin mindestens einmal erlebt, dass M&auml;nner in einer Machtposition sexuelle Gefallen f&uuml;r Unterst&uuml;tzung beim Fortkommen einforderten. [&hellip;]<br>\nDie Rechtslage ist mir im Einzelnen nicht bekannt, vermutlich komplex und in vielen F&auml;llen uneindeutig und\/oder schwer durchsetzbar. Was bei geduldeter sexueller &Uuml;bergriffigkeit von Personen geschieht, die Mittel, Positionen und Auftr&auml;ge in unsicheren, begehrten Berufen kontrollieren, ist im Normalfall aber Korruption nach &sect; 299 StGB.<br>\nDazu geh&ouml;ren zwei, wenn auch nach meinem Rechtsempfinden die gr&ouml;&szlig;ere Schuld beim jeweiligen Initiator liegt (wenn das Ansinnen abgewehrt wird, ist es nat&uuml;rlich die alleinige Schuld). Auch in F&auml;llen gew&ouml;hnlicher Korruption und erst recht politischer Korruption wird ja das Quid pro quo zumeist nicht eindeutig ausgesprochen, sondern verklausuliert oder impliziert. Auch hier ist die rechtliche Verfolgung der Taten bzw. der Nachweis regelm&auml;&szlig;ig schwierig, wenn nicht unm&ouml;glich.<br>\nWenn das Framing als &bdquo;sexueller Missbrauch&ldquo; oder &bdquo;sexuelle Bel&auml;stigung&ldquo; hilft, diese spezielle Form der Korruption ans Licht zu bringen, zu &auml;chten und mit Konsequenzen zu bedrohen und wenn die so ausgel&ouml;ste &ouml;ffentliche Emp&ouml;rung korrupte Entscheider und Institutionen, die diese dulden, abschreckt, so ist mir das sehr recht. Juristisch ist dem Problem ja schwer beizukommen; Einstellungs&auml;nderungen k&ouml;nnen da mehr bewirken.<br>\nWenn die derzeitige Diskussion allerdings zur Aufweichung und Verharmlosung des Vergewaltigungsbegriffes beitr&auml;gt oder zur Kriminalisierung normalen sexuellen Ann&auml;herungsverhaltens, ist das ein &Auml;rgernis.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Quid-pro-quo-Niemand-muss-bei-Deals-a-la-Weinstein-mitspielen-3928730.html?seite=all\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>Anmerkung Lutz Hausstein:<\/strong><em> Das ist einer der &uuml;berschaubar wenigen klugen Beitr&auml;ge, die mir im Zuge der MeToo-Debatte untergekommen sind. Denn die Autorin stellt darin den Aspekt des Machtgef&auml;lles, die Aus&uuml;bung einer Machtposition einer Person an entscheidender Schaltstelle gegen&uuml;ber einer anderen Person, heraus und weist den den Umst&auml;nden wenig bis gar nicht entsprechenden Begriff des sexuellen Missbrauchs zur&uuml;ck. Sie kippt nicht, wie in dieser Diskussion h&auml;ufig geschehen, das Kind mit dem Bade aus, sondern argumentiert sehr differenziert. So zum Beispiel auch anhand der Umst&auml;nde, aber auch den Folgen bei\/f&uuml;r diejenigen, die sich auf diese besondere Art der Korruption einlassen wie auch bei\/f&uuml;r diejenigen, die sich dem aktiv verweigern. Eine &ouml;ffentliche Debatte, die in dieser Richtung weitergef&uuml;hrt werden w&uuml;rde, k&ouml;nnte in der Tat einen wichtigen Beitrag leisten, zuerst einmal die Logik des Problems richtig zu beschreiben und hoffentlich daran anschlie&szlig;end zur L&ouml;sung beizutragen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Problematik der MeToo Debatte liegt sicher wohl auch darin, dass die Debatte fast ausschlie&szlig;lich von privilegierten, akademischen Frauen der oberen Mittelschicht gef&uuml;hrt und vorangetrieben wird. Es ist wenig glaubw&uuml;rdig, Frauen mit Millionenverm&ouml;gen wie eben diverse Hollywood-Schauspielrinnen als beispielhaft f&uuml;r Diskriminierung und sexuelle &Uuml;bergriffe anzuf&uuml;hren.<br>\nWo wird etwa von den Anf&uuml;hrerinnen dieser Kampagne in Deutschland thematisiert, dass gerade im dank der Agenda 2010 ausufernden Niedriglohnsektor viele Frauen arbeiten, dass gerade dort t&auml;glich Diskriminierung stattfindet? Dass gerade in den &auml;rmeren Schichten Frauen einer Doppelbelastung durch Haus- und Familienarbeit und durch zus&auml;tzliche Berufst&auml;tigkeit, da sonst das Familieneinkommen nicht reicht, ausgesetzt sind. Das w&auml;re &ouml;ffentlich zu diskutieren, und nicht die Verh&auml;ltnisse in der Unterhaltungsindustrie Hollywoods, zumindest nicht die Befindlichkeiten irgendwelcher Filmstars. Denn dass dort auch viele Frauen unter prek&auml;ren Verh&auml;ltnissen arbeiten m&uuml;ssen und dort wohl t&auml;glich auch sexuellen &Uuml;bergriffen ausgesetzt sind, kann schwer bezweifelt werden. Aber um diese Frauen geht es in der MeToo Kampagne &uuml;berhaupt nicht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Der gro&szlig;e Exkulplator: ISM-Kurator Lessenich verteidigt den neoliberalen Status Quo gegen linke Kritiker<\/strong><br>\nFast die ganze Titelseite seines Feuilletons hat die S&uuml;ddeutsche Zeitung am Mittwoch dem sich radikal links gebenden M&uuml;nchener Soziologen Stephan Lessenich zur Verf&uuml;gung gestellt, um all jene in den Senkel zu stellen, die den Aufstieg der AfD mit neoliberaler Politik aus Br&uuml;ssel oder wirtschaftlichen Sorgen der Abgeh&auml;ngten und Ignorierten in Verbindung bringen.<br>\nLessenich, ein Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von attac und Kuratoriumssprecher des Instituts Solidarische Moderne, geht seine Aufgabe mit Verve an. Es ist allerdings nicht ganz leicht, aus seinen Schachtels&auml;tzen herauszudestillieren, was seine konkreten Einw&auml;nde gegen die kritisierte Position sind und was seine eigene Position ist. Mit vielen kraftvollen, negativ eingef&auml;rbten Bildern und Vergleichen insinuiert er mehr, als dass er argumentiert. Ich will es aber dennoch, bei aller Fehleranf&auml;lligkeit, versuchen, indem ich negativ eingef&auml;rbte Aussagen als seiner Ansicht nach falsch und die positiv eingef&auml;rbten als seiner Ansicht nach richtig klassifiziere.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/927-lesssenich\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Die NachDenkSeiten hatten sich bereits kritisch mit dem Autor Lessenich <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40566\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39668\">hier<\/a> auseinandergesetzt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Neuer US-Sender aus Berlin: Ein Radio f&uuml;r die V&ouml;lkerverst&auml;ndigung<\/strong><br>\nWeder f&uuml;r noch gegen Trump, sondern pro-atlantisch: Seit dem 16. Oktober hat Berlin ein neues englischsprachiges Radioprogramm. Der Sender KCRW will an alte Radiotraditionen ankn&uuml;pfen und neue Br&uuml;cken schlagen zwischen Deutschland und den USA.<br>\n&bdquo;Zu diesem Zeitpunkt ist es sehr wichtig, dass man sich versteht und wir meinten, es ist sehr wichtig, dass es auch einen englischsprachigen Sender f&uuml;r Berlin gibt. Ein Ziel ist auch, Berlin ein bisschen zu erkl&auml;ren, von Politik bis zu Verkehr, f&uuml;r besonders die Leute, die kein Deutsch sprechen, es ist wichtig, wir m&ouml;chten sie helfen, die Stadt besser kennenzulernen&ldquo;.<br>\nJohn Kornblum, ehemaliger US-Botschafter in Deutschland und Susan Woosley, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin von KCRW Berlin, stehen diskutierend in einem kleinen B&uuml;ro im Stadtteil Steglitz. Es ist Teil des Medienzentrums Berlin, in dem einige private Radiostationen ihre Studios haben. Seit Oktober sitzt hier auch der neue englischsprachige Sender f&uuml;r Berlin, den Kornblum mitgegr&uuml;ndet hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/neuer-us-sender-aus-berlin-ein-radio-fuer-die.1001.de.html?dram:article_id=406928\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Ein neues Propaganda-Radio, mit einer Sprache, die einem die Schuhe auszieht.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung JK:<\/strong> Man sehe sich auch einmal die Unterst&uuml;tzer an, Vertreter der transatlantisch orientierten Elite wie aus dem Bilderbuch.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41795\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-41795","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41795","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41795"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41795\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":41798,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41795\/revisions\/41798"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41795"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41795"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41795"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}